Ausgabe 
8.9.1917 Zweites Blatt
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Borgehrn rst darin zu suchen, daß eS urmLglich erschien. Neu Pächtern ge^nüber die alten Pachffätze bestehen zu lassen. Es dreht sich somit nrcht um' eine eigentliche Steigerung, sondern nur um eine Aus­gleichung. Die freirverdenden Grundstücke sollen unter den Be­werbern, nach vorheriger Ausschceibmrg, nach Bezirken verlost werden.

- Krumm wendet \icf} iroch gegen die unhaltbarer: O b sd-

böchst Preise und tritt besonders dafür ein, daß sich die Stadt rn Geinemsck>aft mit anderen, auch süddeutschen Städten, in Ver­buchung setze, um eine .Herabsetzung der Preise bei der Reichs- obltstelle zu erlangen. Die ungünstigen Verhältnisse trügen nicht mt Hebung der Gesamtstimmung bei, zumal das Bild eines förm- Irchsr Kettenhandels nrit hohen Vernrittlungsgebühren auch inr Obst­handel ,ehr unerfreulich sei.

Oberbürgerm. Keller empfiehlt im Aarschlirß hieran, der Ent- schlrestung, sich mr die Reichsobststelle zu weichen, zuzustinrmen. Der Beschluß wird angenomnien.

Beigeordn. Grüne w ald brincft Klagen der Bevölkerung über

&?U e ^ rot m der letzten Zeit vor, Mas auf die geringe Qualität des Mehls sowie die ungünstigen Folgen der Frühdrusch- prämien zurückgefühtt wird, durch roelche die Bauern veranlaßt Wurden, die Frucht zu früh zu schneiden.

Obcrburgerm. Keller erividert. daß das Lebens mittelamt An­weisung erhalten habe, zu untersuchen, wo der Fehler liege.

Stch>to. Löber wendet sich ebenfalls gegen die Frübdrusch- prämre und ist ferner der Meinung, daß der Kommunalverband für rechtzerttge Ausladrmg nach Auffchüttnng des Getreides zu sorgen habe.

Stadtv. Ebel schreibt der starken Ausmalung des Getreides gei ilndheitsschädliche Wirkung zn, was von dem Vorredner bestritten ivnrde.

Stadtv. Winn gibt die Anregung, eine Trockenanlage für Ge­treide zu errichten, und die Brotfrucht vor dem' SRahlen erst voll­ständig zu trocknen.

Stcüüv. Krumm weist zum Schlüsse darauf hin. der größte ünfer m der Lebensmittelbelieferung sei die Zentralisierung, die den einzelnen Lieferanten jede Verantwortung abnehme.

An die öffentliche Sitzung schließt sich eine geheime an.

Aus Stadt «nv Land.

Gießen, 6. September 1917.

** Aiusz-eichnu ng. BizefeLwebel Kurt Frey von hier wurde zum Leutnant d. R. befördert..

so bechandÄten GlcyeS auf gewaltsame Meffe überhaupt nicht zu erzielen, vielmehr mrr ^uf fte W^stise, daß man das Glas in heißes Wasser setzt, ivorauf er|t die Gelatine ^schmilzt und dann der Deckel srei wird. Dies cmchstche «Auffahren dürfte .bei der großen Be­deutung, die es für die Volksernährung.in diesem Kriege Hai, von großem Nutzen sein.

Landkreis Gießen.

tt. Treisa. L., 5. Sept. Ein weiteres Kriegsopfer ans unserer Gemeinde wurde am 24. o. Mts. der Vizeseldwebel der Reserve Hernrrch E r b von der 4 Komp, des Inf.^stiegts. 116. Er besaß das Eiserne .Kronz. 1. und 2. Klasse, welch' letzteres ihm persönlich» jernerzeit vom Kaiser überreich,t morden gvar, .und die Hessische Dapferkeitsmedaille. Er hinterlaßt eine Frau und ein Söhnchen. Vermißt wird seit den letzten Känffffen um denToten Mann" der Vcusketier Karl Henrich, von hier.

Kreis Büdingen.

, ^v?idda, 8. Sept. Fürs Vaterland starb durch eine feind­lich? Mine nach nahezu dreijähriger tteuer Pflichterfüllung der hiesige Gemerndeförster Unteroffizier Ferdinand Koch.

4- O r ten be rg, 7. Sept. Am Dienstag, den 4. ds. Mts. fand im Gasthaus des Würgermeisters Hebbel die diesjährige Generälversaminlung der hiesigen PfennigsparSasse statt Die Ein­lagen gingen in 19116 infolge des Krieges von 2332,96 Mk. auf 1855,66 Ml. zurück. An Kapitalien wuäon,-zur Anlage in Kriegs- 3712,29 Mk. zurückbevalä:, so daß im ganzen lns jetzt ca. 25 (XX) Ml. für Kriegsanleihe seitens der Einleger flüssig ge­macht wurden. Der Bestand der Kasse wies im abgelaufenen Rech­nungsjahr 12 458,05 Mk. auf. Der bisherige Vorstand wurde ein­stimmig tmedergewählt.

Kreis Friebberg.

^Friedberg,8. Sept. Das Eiserne Kreu^ 2. Klasse erhielt Otto Luft.

# Wölfersheim medaille erhielt Musketier

, 8. Sept. Dir Hessische Tapferkeits- Hermann Lecke.

SpleiplM des Srotzh. AuctheaSers Zad-NaAtzeim.

Montag, 10. Sept.: Ludwig-Thoma-Abend.Die kleinen Ver- tvairdten",Brmttsch.au",Lottchens Geburtstag". Freitag. 14. Sept.:Das Trermäderlhaus". Samstag, 15. Sept.:Hans Huckebein". Sonntag, 16. Sept.:Der Raub der Sabmerinn«r". Montag, 17. Sept.:Der Herr Senator".

Spielplan der vereinigten Hrantftrtter Stadttheata

** Wirtschaftliche Vereinigung Kriegsbieschä- drgterGießens. Am Sonntag, den 9. September, nachmittags, ffndet ein gemeinsamer Ausflug nach Wetzlar statt. Näheres siehe Anzerge.

Zirkus P. Alt.hoff, tvelcher fett 14 Tagen in F-rankfurt a.M. gittert, wird vom 15 September ab in Gießen, Os'watds'- gcrrt-en, einen 5tägigen Zyklus von Vorstellungen veranstalten Das Unternehmen gastierte vorher in Maiuz. Demfelberk geht ein sehr guter Ruf voraus. Ein auserlesenes Künstlerpersonal liftb, vorzüglich dressierte Pferde bist den den Hauptbestandteil des Zirkus. Auch, ein Ballet, welches Mativnaltänze aufführt, und einige» Spaßmack-r und dumme Auguste vervollständigen die Truppe Zur liesoberen Erheiterung in dieser für uns alle so ernsten Zeit hat die Dircttion das Kölner Posien-Ensembl - Gentton engagiert, das sich in Frankfurt allabendlich großen Beifall erringt.

** Im Hotel F ü r st c n h o f findet Samstag und Sonntag Konzert statt. Näheres siehe Anzeige.

** Die Kriegsgummiringe lassen sich bei der Konser­vierung doch verwenden, wenn nttM sie in der folgenden von einem Leser desMesb. Dagbl." auspcobiierten Weise behandelt^ Seit 4 Monaten rvende ich, so heißt ein Verfahren an. nach welchen das Aattgehen der Einmachgläser trotz.schlechtester Kriegs- glmrm-Mnge nickt mehr nröglich ist. Ich.lege vor dem Aufsitzen d-s Deckels rmgsherunr auf den schon auf dem Glas liegenden Gnnrnnrrng kleiugeschnittene Plättchen der im Handel käuflichen 0-elatine, so daß der Ring in.einfacher Schicht von diesen bedeckt wird, dann setze ich den Deckel.auf und behandle das Glas min! genau wre sonst. Durch das Kochen ^vivd die Gelattne verflüssigt und umgibt ringsherum den .GumMring, ihn .durch, Abschluß von der Lust vor dem Zerfetzen schützend und ihn zugleich fest an das Glasgefäß und leinen Deckel 'klebend. Seit 4 Monaten ist mir noch kein Glas ansgegangen, im Gegenteil ist das Ochsnen eines

Opernhaus.

Sonntag, 9. Sept., nachm. 31/4:Das Dreimäderlhcms" ; abds. 7:Die lustigen Weiber von Wmdsottü Montag, 10. Sept.. abds. 71/2: Borst, f. d. kriegsbeschäft. Arbeitersch.Der Waffen­schmied". Menstag, 11. Sepl., abds. 7:Mignon". Mittwoch, 12. Sept., abds. 7:Das Dreimäderlhaus". Donnerstag, 13. Sept.. abds. 6:Die Meistersinger von Nürnberg". Freitag, 14. Sept.: Geschlossen, pan^stag, 15. Sept., abds. 7:Zauöerflöte". Sonn­tag, 16. Sept., abds. 6r/r: Tcurnhäusettü

rchaufpielhaus.

Sonntag, 9. Sept., ckbds. T>h: ZwN 1. Mal (Uraufführung) Perlel^erg". Montag, 10. Sept.. abds. 7:Florian Geyer" Diens­tag, 11. Sept., abds. 7 i/ 2 :Perleberg". Mttwoch, 12. Sept, abds. 71/2: Zum 1. Mal.Der- Blauttick)s". Donnerstag, 13 Sept,, abds. 7i 2 :Könige". Freitag, 14. Sept., abds. IV 2 :Perleberg" Samstag, 15. Sept-, abds. 7^: Neu einstud.Iphigenie aui Tau­ris". Sonntag, 16. Sept., abds. 71/3:Der Blaufuchs".

Sonntag, 9. Sept. Kollekte f. d. Pfarrhausbau in Hammelbach. Gottesdienst, In der S t a d t k i r ch e. Bornr. 8 Uhr, zugl. Christenl. f. d. Neukonfirmierten aus der Markusaemd: Pfr. Schwabe. Bornr 97s Uhr Pfr. Mahr. Vorn:. 11 Uhr Kinderlehre f. d. Matthäus^ gemeinde. Pfr. Mahr. Mittwoch, 12. Sept.: Kriegsbetstunde. Pfr. Schwabe. In der I0 hanneskir che. Porm. 8Uhr, zugl Christenlehre f. d. Neukonfi'rm. a. d. Johmrnesgem. Pfr. Ausfeld; vorm. 97s Uhr Pfarvassistent Lic. Reuning: vorm. 11 Ubr Kinder- kirche f. d. Lukasgem. Pfarvassistent Lic. Reuning: abds. 8 Uhr I Bibelbespre-chung im Johcmnessaal. Wartburg, ev. Jüng­lings- >u. Männer-Verein, Diezstr. 16 Svntttag, 9. Sept., abds.

8 Uhr Vortrag. Donnerstag, 43. Sept.. abds. 8^ Uhr Leseabend. 1

Gäste stets willk. Bibelkränzchen f. Schüler höh. LehransU Jaden Mittwoch v. 67 Uhr f. d. jüng. Abttg. Jeden Samötag v. 67 Uhr t. d. ältere Äbtlg. im Johannessaal. Bibcl - krä n zche n f. Mädch a. d. 'Ioh.-Gmd. Jeden Dienstag von 67 Uhr im Iohcmnesfaal. Kirchberg. Sonntag, 9. Scpt., vorm. 40: 41: Christenl. f. d. weibl. Jugend. Lollar. S»m> bag, 0. Sept., nachm. IP 2 . Dekan Olußmann.

Katholische Ge»nelnde.

Sanistag, 8. Sept., nachm. 5 u. abds. 8: (!-el. z. hl. B-i icht. Sonntag. 9. Sept., vorne. 6',: Gel. z. hl. Beicht; 7: H4. Messe; 8: Lllisteil. d. hl. Kom.: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Hl. Mefsst m. Predigt: nachm. 2: Christenl., darauf Muttergottes-And.; 4: J)äng- lings-Kongr.; Dienstag und Freitag, abds. 8: Kriegsbittand.1 Diaspova-Gottesdienst am 1 9. Sept.: Grüirberg 9V2, Hungen 97z, Lich 8.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Süd-i Anlage) Samstag, 8. Sept. Vorabend: 7.30 Uhr: morg.: 8.30 Uhr; abds.: 8.10 u. 8.45 Uhr. Israelitische Reliaionsgesetlschaft. Sab- bafferer, den 8. Sept. Freitag abd.: 7.'l0; Samstag vorm.: 8_30; vvchm..: 5.00: Sabbatausgang: 8.45; Wochengottesdienst: m--rg. 6.15; abds.: 7.00; Sonntag morgens 6.00 Uhr.

Lingesnndt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel ubermmmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keän«rlej Verantwortung.)

Im Felde. Es wird heute vielfach sowohl vom Publikum alss von der Presse über Bureaukratismus und kleinliche Auffassirngi vieler Dinge im großen .und .im llttjnen Klage .refühtt. Diese! Erfahrung mußten leider des öfteren.auck, rvir Feldgraue machen, und Nvar nicht zum »venigsten bei ^der Abferttgrmg von Feldpost­paketen auf den Heimatspostämtern. So ^erhalte ich, auch hent^ Klage meiner Angehörigen, daß ihnen die Post ivieder ein Pgket zittückgestellt habe, mit der Begründung, es habe einige Grwnm Uebergewicht. Es handelte sich in diesenr Falle um eine blechernes Einkochoücl-se für 1 Pfuiid Inhalt, eirthaltend etwas Gemüse mit einigen Kartoffelstückchen. Es sisanri sich nur um ein Minimum-» Mehrgeivicht gehandelt haben, da hie Büchse, wie gesagt, nur 1 Pfund hält. Mieine Leute sehen sich nun gerrötigt, die Büchse wieder zu öffnen, ein winziges Teil des Inhalts hermrszunehmertz und ivjcder einzukochen. Dies alles bei dem bestehenden Mangel M Packmaterial, Feuerung und den leicht verschließenden Gum-ni- rftigen. Zudem ist da's übrige Reftchjen läum wirffchaftli-ch zu verioerten. Sollte es sich hier nicht junr eine etwas kleinliche Tiettst- auffassung handeln? Vielleicht würde der betreffende Beamte an) irmsever Stelle'etwas anders idarüber denken, LU mal bei dem heutb-i gen Stand der Verpfhegu.ug. D»der beneidet er uns ? Wir taust:.etÄ g«rne. Gm Ldstm. F. I.