nt. 209 Zweit« Matt
Erschein? täglich mit Ausnahme des Sonntags.
{67. Jahrgang
Beilagen: ..Giehener Zam^ienb^^ttett^ und „rireisblatt für den Ureis Gietzen".
pMchecklonto: Zranffurt am Main Nr. {{686. Sankverkehr: Sewerbebani Gietzen.
MchMt Altzeig ei ^
General-Anzeiger für Gderhesien
Donnerstag, 6 . September {9{7
ZwMurgsrunddruck und Verlag:
B r ü hl'scheUnwersitäts-Bnch-u.Stsindruckereü R. Lange, Gießen.
Zchriftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstraße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 61,
Schriftleitung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzergerGießen.
l. Die siebente Kriegsanleihe.
Nichts weist mehr' auf die Kraft der deutschen Volks- wrrtichast hir:, als das. Vertrauen, mit dem die Finan^ver- lvaltunft des Reichs nach mehr als dreijähriger Kriegs- dauer non neuem an^das Kapital, an die großen und tleinen Sparer in den Städten und auf dem Lande sich mit dem bekannten Aufruf „Zeichnet die Kriegsanleihe" wenden kann. Daß dieser Zeitpunkt jetzt, nnd Mar zUm siebenten Male, nahegerückt ist, bringt keinem eine Ueberraschung, ist doch die Finanzv-ertnaltung bis jetzt jeweilig etwa sechs Monate nach der Ausgabe der erstell Krieganleihe dazu geschritten, die Kri-egsausgaben gleichsam aus dem Schwebezustand ans eine sichere Grundlage zu stellen. Unsere Gegner lassen sich mit der Umwandlung ihrer schwebenden Verbindlictfteiten in Anleihen weit mehr Zeit — aber nicht aus fteier Entschließung. Sie kennen sehr wohl die Grundsätze einer soliden Finanzpolitik, aber ihre Anwendung stößt bei allen, unseren europäischen Feinden aus Schwierigkeiten, teils, weil ihre wirtschaftliche Kraft erlahmt ist. teils, rveil der Patriotismus sich bei ihneir mehr in Worten als in Daten äußert. Bei uns hcrrren bereits sehr erhebliche Summen des Augenblicks, in dem sie der Kriegsanleihe dienstbar geinacht werden können. Darauf deutet die ganze Lage des Geldmarktes hin, an besonderen die großen Beträge, die in Schatzwechseln des Reichs angelegt sind, ferner die hohen Einlagen bei den Banken wrid Sparkassen. Diese Tatsache darf aber niemand zu der Ansicht verleiten, es komme aus seine Mitwirkung nicht an. Vielmehr ist es, je näher wir dem Frieden kmnmen, um so notwendiger, kein Nachlassen zu zeigen, sondern erneut einen kräftigen Beineis zu erbringen, daß unsere Kraft, auch ans wirtschaftlichem Gebiet, dem Vaterlande gesammelt nach wie vor zu seiner Verteidigung zur Berfugunc; steht.
Die sieberrte Kriegsanleihe ward fast genau nach dein Muster der sechsten ausgestattet. Sie besteht aus dprozenti- aen Schuldverschreibungen und ti/yprozentigen Schatzanwei- 1 ungen, die zum Preise um: 98 Mark für 100 Mart Nennwert in der Zeit vom 19. September bis zum 18. Oktober zur ;^eichrrung ausgelegt lverden. Für Schuldbuchforderuugen mit Sperre bis zum 15. Oktober 1918 ermäßigt sich der Zeichniurgspreis auf 97,80 Mark für 100 Mark Nennlvert. Das Reich darf die dprozentigeu Schuldverschreibungen ftühestens zum 1. Oktober 1924 kündigen. Das ist für den Zeichner insofern ein Vorteil, als er sein (Md bis zu dem genannten Zeitpunkt unbedingt mit 5 vorn Hundert verzinst erhalten muß. Auch später darf das Reich bett Zinsfuß nicht herabsetzen, ohne gleichzeitig die Kündibung auszusprechen; dies bedeutet, daß dann jeder Anleiheinhaber das Recht hat, den Nennwert seiner Schuldverschreibungen- in barem Gelbe, also 2 Mark für je 100 Mark mehr, als den Zeichnuugspreis, zu fordern. Für die 4i/zprozentigen Schatzanweisungen ist von vornherein ein Tilgungsplan aufgestellt, der mit dem für die Schatzanweisungen der sechsten Kriegsanleihe vorgesehenen übereinstimmt. Nach den Einzelheiten des Tilgungsplanes muß der Inhaber von Schatzanweisungen im Fälle der Auslosung seiner Schatz- anweisungen mindestens für 100 Mark Nennwert 110 Mark erhalten. Er kann aber auch unter den noch später zu erläuternden Voraussetzungen 115 oder 120 Mark als Erlös erzielen. Dieser große Vorteil verdient in den weitesten Kreisen des Anlage suchenden Kapitals Beachtung.
Da, wie anzunehmen ist, viele Eigentümer der älteren ..prozentigen Schuldverschreib lvngen und der früher aus- gegeoenen 5prozentigen Schatzanweisungen den Wunsch, haben werden, ifycen Besitz in die neuen auslösbaren Schatz anweisungen umzuwandeln, so ist wieder, wie bei der sechsten Kriegsanleihe, ein von leicht erfüllbaren Bedingungen abhängiges Umtauschrecht geschaffen worden.
Die Einzahlungen aus die siebente Kriegsanleihe können vom 29. September ab (der 30. September ist ein Sonntag) geleistet werden; Pftichtzahlungstermine sind der 27. Oktober, der 24. November, der 9. Januar und der 6. Februar. Es können also alle die, die über flüssige Gelder verftigen, alsbald in den Genuß der hohen Verzinsung kommeil; wer aber erst spätere Eingänge für die Kriegsanleihe verwerrden will, dem sind sehr bequeme Zahlungsmöglichkeiten ein- geräumt.
Daß eine Anleihe des Deutschen Reichs, eine Forde rung inithin an das gesamte Natwnalvermögen, die denkbar größte Sicherheit bietet, wissen wir alle. Der Verzinsung eines erheblichen Teiles der Kriegsanleihen sind bereits -neue Steuerquellen gegenübergestellt; im übrigen ist es kaum nötig, zu sagen', daß jede Regierung und jedes Parlament, die für die Verwaltung des Reichs und seine Gesetzgebung verantwortlich sind, es als ihre vornehmste Ausgabe betrachten werden, den Gläubigern des Reichs das gegebene Zahlungsversprechen zu halten.
Wer die siebente Kriegsanleihe zeichnet, erwirbt die beste Kapitalanlage und trägt, indem er unseren Tapfern draußen zu Wasser und zu Lande Hilst, zum Schutze des Reichs, zum Schutze der eigenen Person und des eigenen Vermögens bei.
Aus Stabt und Cömö.
Dießen, 6. Sevtember 1917.
Vorsicht gegenüber Spionage.
Die Spionagegefahr ist größer, als die meisten glauben. Nicbt nur im Lande selbst und im neutralen Ausland sind Söldlinge unserer Feinde tätig, um leider unter wirkungsvoller Mithilfe vertrauensseliger Landsleute der Entente Material zu liefern, das zu unserem Schaden verwendet werden soÜ urrd wird. Auch unsere Gefangenen oder internierten Landsleute im seindliä>en Ausland werden direkt oder indirekt dazu rnißbrancht, den: Feinde wichtige Nachrichten und Unterlagen zu verschaffen. Echte und falsche Briese an bekannte und unbekannte Empfänger verfolgen mit scheinbar harmlosen Anftagen oder Anforderungen Zwecke, welche dem Vaterland schaden könnten.
Es kcurn daher nur immer urch immer wieder die dringende Bitte an alle —' Einzelpersonen, Korporationen und Geschäfte — gerichtet werden, Briese Kriegs- oder Zivil- gefangener, welche Anftagen oder Anforderungen — auch scheinbar harmloser Natur — enthalten, bei dem zuständigen tzellv. Generalkommando vor der .Erledigung vorMlegew
** Amtliche Perso nalnachr ichten. Der Großherzog hat am 1. September den Bauassessor Baurat Hermann Hetzer zu Worms, den Regierpngs-baum-eist-er 9lp.gu.st Dogntz aus Berlin und .den RegierrrncBbaumeister Adolf Pfeifer -aus Darmstadt Ku Kveisbauinspektvren erwärmt. Der Gsroßherrzjog hat,am 29. Aüg., dem Domkapellmeister Albert Vogt zu Mainz die Erlaubnis zur AnnahNre und zum Tragen des ihm vom Zaren der Bulgaren verliehenen Ritterkreuzes des Königlich, Bulgarischen Zivil Verdienstordens erteilt. Der .Großherzog hat am 1. Septem'yer den Kreis- bauinspekbor des Kreises Offenbach, Banrat Karl Cellarius! mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an zum Kreisbau- inspeklvr des Kreises Gießen ernannt.
X** Das Verderben des Obstes auf den Landstraßen. Viele Haushaltungen haben bisher aus den Landstraßen das von den Bämnen gefallene Obst gesammelt und davon Mus !und Marmelade gekocht. Das war besonders für ärmere Familien eine Hilfe, wenn sie auch mit einer sorgfältigen Beachtung der Begriffe Mein und Dein nicht in Einklang gebracht werden konnte. Jetzt muß man die Beobachtung niachen, daß das Obst vielfach auf den Landstraßen verdirbt, weil es nicht mehr gesammelt werden darf. Wachtposten und Feldhüter verhindern das. Andererseits wird aber nicht dafür gesorgt, daß dieses Obst, das vielfach von den Bäumen fällt, die noch des eigentlichen Ncntznießers warten, aufgelesen und für die menschliche Ernährrmg verwandt wird. Bei der Knappheit an Aufstrichmitteln ist das sehr zu bedauern. Der Kriegsausschuß für Konsumentenrnteressen erwartet deshalb, daß das Obst, das auf den Landstraßen umherliegt, aufgelesen werden darf, ehe es die Maden zur Vorbereitung künftiger Schädigung der Ernte verlassen haben und ehe es verfault ist. Zum mindesten muß dafür gesorgt werden, daß dieses Obst in irgendeiner Weise Vernrendung findet, denn im vierten Kriegs- jahr kann unter keinen Umständen zugesehen werdet:, wie Nahrungsmittel verderben.
** Die Hessische LazarettKeitun g Nr. '51 enthält in ihrem HauptteÜ: Chroniik, „Der Durntban zU Abelsberg", von Peter Rosegger, „Die Pflicht des Lesens", „Braucht Deutschs land Kolonien?", von Dr. /P. Lensch, „Wird die Erde unter-i gehen?", von Hermann /von Kelmholtz, „Was' bietet die bürgerliche Kriegsbeschädigten-Fürsorge?", Kleine Mitteilungen; Lazarettberatung, Vom deutschen GM und Rätselecke. — Die G: eß,ener Beilage hat folgenden Inhalt: „Flandern" von Jüstizrat Gotting,, .Amerikanische und deutsche Krregssürsorge, Die Tendenz der Enthaltsamkeit ttmkveist die Ebbe, Berwundetennnterricht.
** Bon der Hühnerjagd. Seit nahezu 14 Tagen etwa ist die Hühnerjagd in Hessen und Nassau aus, der, wie jeder Nutzwildjagd, eine hervorragende nationalötonomische Bedeutung zu- kommt. Bezeichnet doch eine der letzten Fri-edensjagdstatistikcn, daß in Nassau 6000 Rebhühner im Jahre erlegt wurden, davon in dem für die Hühnerjagd günstigen Maingebiet 2000 Stück. Heuer nun ist die Jagd wenig ergiebig. Wie aus allen Teilen der angeführten Gebiete berichtet wird, sind die Ketten sehr schwach, und kaum sind in einem Jahre so weirig und so schwache Völker an- getrosfen worden.. Manche Jagdbest ander sind deshalb der Ansicht, die Jagd aus Hühner nur kurze Zeit anstznüben. um die Volker gftcht zu sehr zu vermindern.
Beizen des Saatgetr eides. Das Beizen des .Saatgetreides vvr der HerbstlMssaot ist eine wichtige Kulturmaßnahme, die besondere Beachtung durch die Landwirte verdient. Ihre Anwendung ist gerade jetzt wahrend der Kriegszeit, wo alles darauf entfern:mt, sichere Erträge zu erzielen, besonders rwtwendig. Das Beizen erfolgt zur Bekämpfung der verschiedenen Brandkrankheiten und auch gegen Fusarium (Schneeschinrmel) bei Roggen und Weizen. Erprobte Beizmittel stehen von verschiedenen Firmen zur Verfügung. In Nr. 35 und 36 der Hess, landw. Zeitschrift sind über Beizmittel, deren Anwendung und Bez'ugspuMc nähere Mitteilungen gemacht, worauf die Landwirte Angewiesen werden. Weitere Aufklärungen in dieser Frage werben auf Anfrage auch von der Landwirtschastskcrmmer für das Groscherzogtum Hessen in Tarmstadt gegeben.
Im Lichtsvielhaus, Bahnhosstr. 34, kommt bis einschließlich Freitag der Film „Sibirien", oder „Der Dornenweg der Liebe" zur Vorführung.
Landkreis Gießen.
** Großen-Buseck, 5. Sept. Dem Gefreiten Wilhelm Harva ch wurde wegen Tapferkeit und treuer Pflichterfüllung die Hessische Tapferkeitsnredaille verliehen. Im Besitze des Eisernen Kreuzes ist er seit Sommer vorigen Jahres.
ch Leihgestern, 5. Sept. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 15. Aüg. nach, fast dreijähriger treuer Pflichterfüllung Karl Bender, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse. — Der jüngste Sohn des Wirtes Pb. Arnold ist seit dem 18. v. Mts. als vermißt gMeldet. Sein jältesher Bruder befindet sich in Frank- reick in englischer Gesangenschast. — August Buß, Unteroffizier in einen: Hamburger Juf.«-Regt., wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet und zum Bize-Feldwebel und Offizichst- dffpiranten befördert.
** Londorf, 4. Sept. Dem Gefteiten Friedrich Becker von hier, Inhaber der Hessischen Dapferkertsmedaille, welcher seit Anfang des Krieges im Felde steht, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
** W: eseck , 5 Sept. Dem Gemeinderechner M ö b n s, zurzeit Gefreiter bei einem Stabe im Osten, wurde das Hessische Kriegs- ehrenzeichen verliehen.
Kreis Büdingen.
st Büdingen, 5. Sevt. Fürs Vaterland starb der Gefreite Heinrich Mirth, Inhaber des Eisernen Kreuzes irnd der Hessischen Tapferkeitsmedaille, durch Granatschuß. — Das Eiserne Kreuz und die datier ische Verdienstmedaille erhielt der Sergleant Z ö l l e r.
----- Büdingen. 5. Sept. Der Sturm der letzten Tage hat außerordentlich! viel Obst von den Bäumen herunter gerissen, daß die Baumst!ücke nne übersäet davon sind. Leider kann der größte Segen wegen mangelnder .Hilfskräfte nickst geborgen werden. Ilm diese großen Mengen nicht bor .Allgemeinheit verloren gehen zu lasse::, sollen ans Anordnung des Kreisamtes jetzt S chu l kin de b mit den: Aufsuck'en betraut werden. Nockt sicherer und nutzbringender wäre es, wenn für Fallobsij bst Ausfuhr glatt freigeu^ geben würde. Dam: fände:: sich« gearug Städter, die gern gegen Entgelt das kostbare Gut auffucksten, ehe ^es verdirbt.
- — Büdingen, 5. Sept- Der Kreis- A u s s ch u ß hat itber eiw erheb lrch>e Zahl von .Kreisin fassen Geldstrafen loegenj Vergehen gegen die kriegswirtschaftlichen Be>-, stin:mun g-en verhängt. Es wurden u. a. bestraft mit 50 Mk. vier Landwirte wegen unerlaubten Verbrauchs von Kartoffekn, nrehoere Einwohner mit 20—150 Mark, weil sie beschlagnahmte Gerste verkauften, Heu in unerlaubter Weise veräußerten und Vieh ohne Genehmigung abgeschlachtet haben^ Weg-en Wuchers mit Heu tourden Frau Äiar Ster n mü> Frau Siegniund Sommer in Nidda zu je 300 Ml. Geldstrafe verurteilt.
st Berstadt, 6. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielt der Fahrer Theodor Pffüger, in einem Feld.-lArt.-Regt.
st Düdelsheim, 5. Sept. Das Ecserne Kieuz erhielt der Fahrer Heinrich Lang III., bereits früher Hessische Dapferkeits- medaille.
4- Ortenberg, 4 Sept. Am Sonntag nachmittag um 4 Uhr fa:id im Gasthaus zur Post dahier eine Versammlung statt, die von der hessischen Zentralgenosseirschaft der landwirtschaftlicheu
LvlcßmtvevM MbeKijeN Wtäm Max Md tm mvx MoßW
zahl, besonders Landwirte:: aus der ganzen Umgebung besucht wurde. Verbandsrevisor Lehr aus Darmstadt hielt einen Vortrag, in dem er der VersannnLung bei'mrders die Vorteile eines Zusammenschlusses der Landtvirte zü einer Genossenschaft^ namentlich bei dem Einkauf von Futterartikeln mW Tüngennttrlrr und beim Absatz der gewonnenen landwirtschaftlichen Produktes auseinandersetzte. Seme sehr lehrreichen Ausführungen wurden besonders in präktischer Werse durch Lagerverwaltep Philipps aus Friedberg ergänzt. Ter Erfolg der Versammlung war der, daß sich sofort cboa 54 Landwirte bereit erklärten, einer ev. zu gründenden Genossenschaft beizutreten und sich zur einsttvelligen Führung der Geschäfte einen provisorischen Vorstand wählten, der aus Mg enden Herren gebildet wurdrU Bürgermeister Hebbel-Ortenberg, Kaufmann Weckesser-Ortenbevg> Spabka s senrechner Wehner-Ortenberg, Bürgermeister K'rempft- Eckartsbvrn und Molkereibesitzer Fischer-Selters.
Kreis Schotten.
st Lardenbach, 5. Sept. Zu Ehrenfeldschützen wurden ernannt und verpflichtet: Kvnrad Rühl, Heinrich Keller VII. und Karl Keil.
Kreis Friedberg.
st Fauerbach v. d. H., 5. Sept. Die Hessische Tapferkeits- medallle erhielt der Gefteite Wilhelm Schmidt.
st R c n d e l, 5. Sept. Das Eiserne Kteuz, früher Hessische Tapferkeitsmedallle, erhielt der Unteroffizier P r v p h e t e r.
st Weckesheim, 5. Sept. Das Eiserne Kteuz erhielt der Schütze EOrst Mörschel.
Turnerei.
** Fe ldbergse st 1917. Aus der soeben erschienenes Siegerliste entnehmen wir folgende Ergebnisse iür den Gau Hessen. I. Oberftuse: 11. Sieger H. Möller, T.-B. Lanterbach. 56 Punkte: 18. F. Henkelmaun, T.-V. Butzbach, 49 P.. 21. W. Schwarz, M- T.-V. Gießen, 46 Punkte: 22. H. Hammel. Turnverein Gießen
45 Punkte; 24. H. Wagner, Tuimverein Heuchelheim, 43 P.; 24. K. Engel, Turnverein Wetzlar, 43 P.; 25. H. Renl, T.-B. Aßlar, 42 P.: 26. H. Bullmann, Sem.-T.-V. Friedberg, 42 P.; 26. H. Zntt, Sem.-T.-V. Friddberg, 42 P.: 29. W. Nern, T.-B Butzbach, 38 P.: 29. K. Spies, T.-V. Butzbach, 38 P.: 29. K'. Noll, M.-T.-V. Gießen, 38 P.; 30. K. Jockel, M.-T.-V. Gießen, 37 P. ■— II. Unterstufe: 1. Sieger H. Bouteiller, M.-T.-B. Gießen, 68 Punkte: 3. H. Frietäg, T.-V. Heuchelheim, 66 P.: 5. W. Cramer, M.-T.-B. Gießen, 64 P.: 11. H. Druut, Sem.-T.-V. Friedberg. 58 P.: 13. R. Kreiling, T.-V. Henchelheim, 56 P.: 13. K. Metzger, T.-V. Butzbachl, 56 P.13. H. Radetzth, T.-V. Lich, 56 P.; 14. H. Heckelmann, T.-V. Nmcheim. 55 P.; -14. H. Schmidt, T.-V. Grünberg. 55 P.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Die Obftversorgung.
Gelegenllich eines Ausftugs in das schöne Lumdatal hatte ich Gelegenheit, den Obstreichtum unsrer Heimat zu bewundern, der dies Jahr besonders schön und verloc^nd sich zeigt. Um so weniger kann inan es begreifen, daß man für die allergeringste:: Sorten Kochbirnen Preise bezahlen muß, die man sonst für die feinsten Spalierbinren nicht auszugeben brauchte. Es scheint demnach — selbst bei den Behörden — (siehe den diesbezüglichen Artikel in der Samstagszertung), die irrige Ansicht zu herrschen, daß das -Obst unbedingt zu den in Berlin festgesetzten Höchstpreise verkauft werden muß, und daß es eine sttafbare Handlung ist, wenn es billiger verkauft wird. Da möchte ich denn doch im Namen vieler Hausfrauen bitten, daß wir unser gut besffsches Obst auch zu gut hessischen Preffen bekommen, besonders, daß Stadt Kreis, die ja beide über ansehnliche Obstmengen verfügen, diesP zu den vorjährigen angemessene:: Preisen oerkaufen. Auch betreffs oer Obsternte möchte ich den Vorschlag machen, die höheren Klassen der Knabenschulen damft zu betrauen, wie das in so viel artderest Städten geschieht — in Düsseldorf z. B. sind die Gburnasiasten sogar bis nach Nordsrankreich kommandiert, um das Obst in den von uns besetzten Gebieten abzuernten, rvas für die Jugend noch ein ganz besonderes Vergnügen bedeutet und den vielgeplagten Landwrcten große Erleichterung verschafft.
Eine Gießener Hausfrau.
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.Aus das in der dkummer vom 1. Sept. veröffentlichte „Ein-H gesandt" erhalten mir heute folgende Zuschrift eines Fachmannes k
Es handelt sich hei dem Abschneiden der ^Mädchenhaare um einen Pagenhaarschnitt, der eine fahre lange Tätigkeit im Berirf erfordert. um ihn kunstgerecht schneiden zu' können. Währerw meiner 30iährigen Tätigkeit im Beruf habe ich noch nie gesehen, daß sich jen:and diesen .Haarschnitt von einem Lehrtmg machen ließ. Es wurden hierzu stets mir die besten und geschicktesten Kräfte des Geschäfts verlangt.
Jedoch ganz abgesehe:: davon, daß ein jeder ?Jachmann wohl selbst am beiten ivissen muß, was seine.geleistete Arbeit wert ist. so ist wohl föt in der Zeit der Teuerung der Preis von 1 Mk. für eine derarttge Lefftung vollberechtigt, zmnal das Kleingewerbe, zu welchem unser Beruf ja auch gehört, unter diesem .'»hrieg an: meisten z:: leiden hat. In anderen Städten ist der Preis lfterfür bedeutend höher! Den: letzten Wunsch des Einsenders, daß ein Friseur solche „Arbeit" umsonst verrichten soll, als Liebesdienst oder als Opfer für das geliebte Vaterland, pfl'cküc ich auch gern bei, wenn er dieses Ansimwn nicht nur dem Friseur zumutet, sondern der ganzen Menschheit, die im Dienste unseres geliebtett Vaterlandes arbeitet.
Anmerkung der Redaktion: Wir lzaben die beiden Einsendungen) wiedergeben, weil auch wir den Preis von einer Mark, an dem örtlichen .Haarschneidepreis gemessen, zu hoch Nnden. Selbstverständlich sott jede Arbeit ihren Lohi: erhalten. Aber kann man von einer armen Fannlie, die daS Haar ihrer Töchter aus den Altar des Vaterlandes legen will, verlangen, daß sie für jedes geopferte .Haar eine Mark Gebühren 1 obendrein bezahlt? Dem Opfernden kann man es nicht zumuten, auch nicht den: Friseur. Das richtige wäre es, daß der Staat selbst, der ein Interesse an den Haaren bat, die Kosten trüge und einen Friseur dafür schadlos hielte, daß er unentgeltlich — wenigstens für ärmere Kinder — den Pagenschnitt vornimmt.
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Bitte, etwas praktischer! — ,Jn dem Vordruck für die Erhebung dee> Kvhlenbestandes ist <auch die Rede von ..Deputat- Kohlen". Gewiß werde:: 90tz'o der Befragten mit dem überftüsiiglm' Fremdivort nichts anzusangen ivissen. Warum nicht einfach deutsch:- ,. Besold:: ngs-Kohlcaä' oder etavas ähnlich,cs Ge mein o er ständlüches ? — Berechtigten Unwillen erregte es, daß die Vordrucke nur gegen Vorzeigung der grünen Ausweiskarte abgegeben wurden. In der Bekanntmachakng fUntb kein Wort davon, und selbstverständlich war es gewiß dock/ auch nicht, zumal bei sonstigen Anlässen bloße For-W mullrre regelmäßig ohne weiteres «erhältlich sind. Die vielen, ixe wieder um kehren, den Ausweis holen und ihre rvie des Amtspersonals) Zeit doppelt in Anspruch nehmen rniußtcn, dachten sich nictu mit Unrecht, dajß-, in so schwierigen Zeiten die vielen nnvermeid- baren Laufereien nicht noch verniehrt werden solltcv: durch soläv, bic sich ^nWoer hiftheu Derfiwjtett lassen. P.


