M. 20.j
Erscheint tL-Nch mü Ausnahme bcS Sonntags.
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chr. Zchrgang
Beilagen: „Gießen« ZamftiirnblStlrr" und „rtteiZdlatt für den kreis Stehen".
postscheittoMo: Zranftnrl am Main 8r. U686. Santverkehr: Kewerdevank Gießen.
Eeneral-Mzeiger für Gberheffen
ZaNrtag, l. September M 7
ZwftllngSrunddruck und Verlag:
Br ühl'scheUnioersitätS-Diich-u.Stü.ndr'fteret.
R. Lange, Gießen.
Zchttftleftvn-. OefchafttsteLe und Druckerei:
Sch ick st ratze 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51,
Schriftleikung: ^^8 112.
Anschristfür DrahtuachrichtenrAitzeigerEte
An» St-Kdt und Canfc.
Gieße n. 1. September 1217.
Die Gießener Kinderdürsorge
steht auf ein. Jahr ihrer Tätigkeit zurück. Im Mai 1216 mar aus einem größeren Kreise von Damen und Herren ein geschüftsfüh- render Ausschluß gebildet morden, dem zurzeit Fralr Rechtsanwalt E n a i s ch>, Iran Geheimrat Gail, die Herren E ct', Kjrnrnm, Leopold Mayer angehören. Die Haussainmlung im iJurri und die Zusicherung größerer vierteljährlicher (Paben ließen nach weiteren vorbereitendst Schrittett die eigentliche Wirksam- Edi des Ausschusses int Mgust beginnen. Die Vorstände..alter bekannten Einrichtungen zur Pflege von Kindern unserer 'ötabt, vom frühesten Älter bis zum Ende der Schulzeit, wurden au 7 gefordert, ihre Wunsche bekmtntzngeben. Es ich möglich geweieu, in vierteljährlichen Zahlungen sie alle zu befriedigen, ohne daß ein Mangel, an Mitteln zu irgendwelchen Einschränkimgen genötigt hätte Grundsätzlich wurde jede Einmischung irr die aus- führende Tätigkeit der Vereine, und ihrer Beauftragten t?er- mieden und die Aufgabe des Ausichusses streng^ darauf beschränkt. den Vorständen ihre Arbeit durch reichlichere Geldmittel zu erleichtern, .siamnton so das Säuglingsheim und die verschiedenen .Krippen und Kindergärten unterstützt werden, so war es dem Ausschuß eine besondere Freude, die Kinderspeisung in der Volks büche an seinem Teil zu fördern. Sie kommt der Arbeit unserer Lehrer in den Knaben- und Madchenhorten der Volksschulen zugute, deren Bedeutung und Verdienste gerade in nnsever Zeit nicht hoch genug geschäht werden können. Für sie formten zu Weihnachten und in Fällen der Not auch außer den regelmäßigen Zuwendungen kleine Beträge verwandt werden. Für sie hat überdies die Stadt eine namhafte monatliche Summe zur Verfügtrrrg gestellt. Den .Herren Stadtverordneten gebührt wärmster Dank für die Bereitwilligkeit, mit der sie zu diesem Zweck auf die Bitte des Ausschusses eingcgangen sind. Einen gleichen aber wollen sich alle gesagt sein lassen, die durch große und kleine, einmalige und Viertels ährlick^, lGaben es ermöglicht haben, diesen! wichtigen Aufgaben gerecht zu werden. Wie dringend sie waren und smd, Keigt die Summe von 14 205,50 Mark, die im verflossenen Jahwe verausgabt worden ist, eine Summe, die ja in allen Fällen nickrt für sich allein die Ausgaben der verschiedenen Vereine beckt, sondern nur die unentbehrlichen Zuschüsse ausmacht, die ihnen haben zugeführt werden können. Der Ausschuß sieht, auch Ivenn seine Aufgaben ständig wachsen, dem zweiten Jahre seiner Tätigkeit guten Mutes entgegen. Für andere betteln ist noch immer die einzig erlaubte und zugleich die leichteste und ftöhlichste Art des Bettelns gewesen. Und hier handelt es sich um Kinder, die Zukunft unserer Stadt und imsercs Volkes. An eilte noch,- malige Haussainmlung denkt der Ausschuß nicht. Er ist gewiß, daß f^itre Gönner und Freunde ihm treu bleiben werden. Und er hofft, in der Bürgersckmft immer neue zu finden, die aus freiem Antrieb ihm die Erfüllung ferner Aufgaben auch ferner ermöglichen.
Den deutschen Krregerfraue« zur Beherzigung.
Es kann ottscheinend nicht oft icud nicht dringend genug darauf hrngewiesen werden, wie unrecht und töricht es von den Frauen und Angehörigen der im Felde stehenden Krieger ist, ihren Vc ändern und Verwandten von der häuslichen Not daheim zu klagen Krib dabei womSgLch noch stark zu übertreiben oder gar unwahren Klatsch und Tratsch .zu berichten. Mft diesen Klage- briefen wird der Mwrir, da er kwch tricht helfen kann, verbittert, imd seine sonst schon harte Lage, von der sich die Daheimgeblie- biren kaum einen richtigen Begriff machen, wirb ihm noch unnötig erschwert. Außerdem weiß der Feind, falls ihm einmal solche Briefe in die .Hände fallen, diese mit dem Hftkweis auf die angeblich ftrrchtbave Not in Deutschland zur Hebung der Stimmung im eigenen Lande und damit zur Verlängerimg des blutigen Krieges auszmnitzen.
In einem besorüwrs krassen Fall, wo eine unvernünftige! Frau ihrem bruven, bei seinen Kameraden und Vorgesetzten beliebten Mann, einem _ tüchtigen Soldaten, ganz unverantwortlich mit Klagebriefen zusetzte, sah sich der Kompagnie führer, ein Mann von .Herz und GemM, der gern alles tut, um seinen Lentett die schwere Kriegs zeit zu erleichtern, veranlaßt, der Frau einen recht deutlichen Brief zu schreiben. Dieser Brief verdient allgemein bekannt zu werden. In ihm heißt es:
„Ihr Mann hat mich um seine Beurlaubung gebeten. Aus der Art mtb Weise, wie er's tat, ersah ich, daß Sie ihtr trt ganz ungewöhnlich dringender Form dazu veranlaßt haben. Er selbst -lxit inir das bestätigt. Aus seinen Unterhaltungen mit seinen Kameraden geht ebenfalls hervor, daß Sie ihm mit Ihren Briefen! -"üuftg Sorge machen, so daß er manchmal nicht weiß, /vas er tun wll. Ich sehe mich deshalb veranlaßt, als Kompaqnieführer Ihres Mannes, den ich als zuverlässigen, tüchtigen und braven Soldaten Ichätze, und da er, der früher so wohlgemute Mann, sich in letzter >iert «nftÄlig verändert hat, •cm Sie zu schreiben. Es ist nicht richtig, daß die Frauen ihren Männern all chre Sorgen und Klagen schreiben. Die Männer, die hier im Felde sind, haben täglich so viel und so Schweres zu ertragen, daß sie verlangen tonnen, tafe die Frauen zu Hause auch die kleinen Sorgen und ^nben auf sich nehmen, ohne ihren Männern im Felde damit noch das .Herz schwer zu machen. Wenn Sie Ihren Mann recht lieb mtben, werden Sie versuchen, ihm durch Ihre Briefe das Leben .ucvter zu machen. Versuchen Sie nur einmal, an ihn recht zu '.'wden und heiter zu, ichreiben, daun wird er hier nicht mehr so trmrrtg umhergehen, sondern auch mal mit seinen Kameraden ver- gicugt sem. Urtd nun die Urlaubsftage! Wie können die Frauen nur ch unvernünftig sein und ihren Männern schreiben, sie mußten letzt auf Urlaub kommen. Beim Militär kann's doch mcht so geyen. wie die Frauen wollen? Da wird von hölwrer Stelle Sohlen, w und ft viel Mann fahren auf Urlaub, und darin geht's per .lieche nach. Da nruß jeder warten, bis er dran ist. Der arme “Jf da gar nichts nnrchen. Wenn die Frau dann so unver- ihm mnner wieder schreibt, er soll doch ans Nrlatrb dünn wird rhm das Leben nur schwer gemacht Also
Ä T warten Sie, bis Ihr Mann an
LLLllaub zu 1«chvm. Dre andern Frauen müssen
nichts zu'ändern! Beim - da witssen lich auch die Frauen fügen?
fvTtrn 0 *^ ^ ^ >ttCTl rn einer Notlage sonst
@t€ ' ^ ** Ti>C bami m erreichen suchen,
• 3 ® t>rte ^ wohlmeinenden Kompagnie- führer^ in allen Kreisen, die es angeht, beherzigt werden.
tu * irw*JL ® üß d igu ng d er MieEvcrtr ä a e. ^jielßach ^ Kriegst ei kn ehmern nicht ! wr r ben ^len. Dies ist ein Irrtum. Zugunsten de^ ?^^ilnehmer gelren hrnsrckMch der Kündichtttg keine Ms-
'..erordnnngen Zangen, m i -_ ' 11 L, teil nehmet besonderen schütz gewähren Sv
forma: B, Prozeß pcfla, Kri°»Äeiürch,E «uf b«
NA^N'S burdxTcTüi>Tt loecbeiT, sobald das (WncfrtTS dar
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i Wlt ?4 Sa?£ lf; e *J£$ en^er.. Biindesratsverordmarg
itniM r lit wichtigen Fällen dem Gericht gc-
Mtrt, oeni Kinegsteiluchmer auf Antrag des Gegners * chwn
Vertreter zu bcfMIeit und dann den Rechtsstreit zur Entsckwidnng zu bringen. Bei Micksiv-erhältrtissan, die schon vor denr ’M. Juli 1914 bestanden, kamt das Gericht allen Mieter it nach den Bmtdesratsverordtnmgen vom 7. und 16. ?lnoust 1914 Zahlttngs- ansstand gewähren und das Reckst des Vermieters, die Räumung zu verlangen, .anfhebett. Vorher ist jedoch das zuständige M i e 1 e i n i g u n g s a m t zu hören. Via d) einer neueren Bundes- ratsverordmntg vom 26. Juli 1917, bzw. durch Versügmtg Großh. Mmtsteriums des Innern vom IO. August H917 ist den lOciet- eittigmtgsämterit die Ermächtiginug erteilt: 1. ans Anrufen eines Mieters über die Wirksamkeit einer nach dem 1. Juni 1917. erfol(7ten Kündigung des Berrnieters, über die Fortsetzung des gekündigten Mietverhältuisses !nnd ihre Dauer, sowie über eine Erhöhung des Mietzinses im Falle der Fortsetzmtg zu bestimmen:
auf AnrNsett eines .Vermieters einett mit cinein neuen Mieter abgeschliosseiteN Mietvertrag, dessen Erfüllung von dner Entscheidung gemäß Nr. 1 betroffen wird, mit rückwirkender Kraft >aufzuheben. Der Antrag des Mieters ist unverzüglich itach der^ an ilßt erfolgten Kündigung zu stellen. Er kann nicht mehr gestellt iverden, wem: die MietziÄt abgeüruf-en ist oder die Parteien die Fortsetzuttg des Mietverhältnisses vereinbart haben.
** Die Bestandserhebnng von Grubenholz Nr. ll. II. 923/6. 17. 'K. R. Ä, ist <un 1. September 1917 litt Kruft getreten. Durch die Bekanntmachung werdnt alle Vorräte an rundem uttd geschnittenem lliadel- u.nd> Laubholz, die zur Verwendung als Grubeit-, Stamm-, /Stempel--, Stangen-, - Spitzen)-, Scheit-, Pfeiler- mtb Grubntschitittlholz einschließlich Schwarten, Latte.it und Schivellen, im Betriebe eines Bergwerks geeignet sind, einer Meldepflicht unterworfen, cs sei denit, daß der Vorrat bei ein und derselben nteldepflichtigen Person 15 Festmeter nicht über- sckweitet. Die RLeldungen sind von den nr der Bebrnntmachi i.ng bezeichneten >Personen mittels der vo-cgeschrieb-enen Meldescheine an die Holzmeldestelle der Kriegs-Rvhsto fs-Abteiltmg des Königlich Prenßischett Kriegsministeriums in Berlin öS 11, König-, grätzer Str. 1OO A, ivelche auch für Anfragen und Anträge zn- stchidig ist, zu richtett, tmd zlvar hinsichllich des bei Bvginit des 1. September 1917 (Stichtag) tatsächlich vorhandenen Bestandes an meldcpflichtigen Gegenständen bis zum 15. September 1917.
'Jeder Meldepflichtige hat, sofern er nicht bereits ein Lagcr- bnch lührt,'ein solches einzurichten, ans dem jede Aendernng der nteldepflichtigen Vorratsntengen und ihre Verwendung ersichtlich sein nmß.-
. Der Wortlaut dieser Bekanntmachung ist auf Gwßh. Bürgermeis devei einzustlMt.
** Ein allgemeines Reißverbot ist nrit dem 1. Sep- ^niber, taut nner Bekanntmachemg Nr. W. VI. 1378/5. 1 7. K. R. A., in Kraft getreteti. Durch diese Betanutmachung wird die Verarbeituug von Textilen aller tierischen und pflanzlichen Faserarten roh, gespomren, gezwirnt, gewebt, gewirkt nsw. ans Maschinen jeder Art, durch welche Textilien in Spinustoff über-, geführt werden (Reißmaschineit sReißwölfcnI, Dvonssiernmschinen, Dvoussetten/verboten. Die Verarbeitung ist nur insofern zugelasscn, ats das Reißen, Tvoussieren usw. zur Herstellung von Erzeugnissen für Heeres- oder Marinezwecke erfolgt. Hierzu ist die Erlanbins der Krtegs-Rohst»ff-'Abtetllmg des Königlich Preußischen Kriegs- mintsteriums, Berlin SW 48. Verl. Hedcmannstraße 10, oder der Krtegswvllbedars AktiOtgesellschaft. Berltit 8kV 48. Verl. Hedemannstraße 1—6 oder der ^lwiegs-Hadern-Aktiengesellscha ft, Berlin 8^V19, Leipziger Str. 76, erforderlich. Der Nachweis der erteilten Erlaubnis gilt nur als geführt, wenn der betreffende Betrieb einen Ausweis einer der vorgenannten Stellen in Händen hat. ^ „ Anfragen irttb Anträge sind an die Krvegs-Rohstvff-Abteilinng, Lvllvon 77. IV, des Wniglich Preußischen Kriogsministeriums, Berlin SW 48, Verl. Hedemannstraße IO, zu richten und mit der Aufschrift zu versehen: „Betrifft Reißerei.".
Mit dem Inkrafttreten dieser Bekmtntmachnng wird die Be- kanntmach'ung, betreffeitd das Reißen von Lnmpeit bHadern. Vtx.
IV. 3078/11. 16. K. R. Ä, vom 25. Januar 1.917 aufgehoben.
Ter Woxtlaul dieser Bekanntmachnttg ist auf Großh- Bürger- nteift-erei einzusehen.
Landkreis Gießen.
i. Hattenrod. 30. Aua. Mit der Hessischen Tapserkeits- medatlle wurde Heinrich M a u l ausgezeichnet.
^ , 30. Aug. Musketier Heinrich Bie ke r aus
Holzheim erhielt wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille.
U Seit Sohn des
keitsmedäille _^ __
Sohn des Spenglermeisters W'. Brückel, sonrde das Hessische Ml gemeine Ehrenzeichen für'Kriegsverdienste verliehen. — Dem Sanitäter Kärl Böller, Sohtt des Schrentermeisters H. Böller, nmrde das Eiserne Kreuz verliehen. Karl Böller steht vom Anfang des Kriegs im Felde. — Dem Infanteristen Wilh. Lotz wurde die Hessische Tapserkeitsmedaillc verliehetr. W!. Lotz ist der Sohn des Tagelöhners Johantres Lotz.
** R ö d g p n , 30. Ang. Musketier Ferdinand Ba l ß e r, Sohlt des W!ilh. Balßer 7., welcher seit Anfang des Ktreges im Felde steht'und voriges Jahr nrit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet nmtbe, hat mnrnrehr auch das Eiserne Kvenz 2. Klasse er Haltern
. ** Watzenborn-Steinberg, 30. Aug. Der Kriegsfreiwillige Unteroffizier Hoboist K l i n g e l h ö f e r wurde mit dent Sanftäts-Verdiensllrerrz mn rot-silbernen Bande ausgezeichnet. Kl. trat als 16iähriger Junge 1914 ins Heer.
Kreis Büdingen.
y. Büdingen, 30. Aug. Die Berwaltrmg der el-ektrisckent Ueberlandaickage der Provinz! Oberhessen hat den Gemeindevor-, standen mitgeteilt, daß dör Strompreis für Beleuchitnngszwecke! von 45 auf 50 Pfennig für die Kilolvattstuitde erhöht roerven soll. Für Straßenbeleuchtung und ckvraftzwecke sollen dagegen die bisherigen Strompreise bestehen bleibgn. Menu auch diese ©r* höhnng in Anbetracht gesixigerteu Arbeitslöhne und höheren) Kohlenprei.se berechtigt erscheint, so besticht doch schon läitgerei Zeit Unwille bei vf-el-ein jSstwmabnchtpern, weck ihnen die bei Jitkrafttreten hex esellrischen iUckberlandanlage versprochene Beb- gütnng von 9 Rtiackk für eine Beleuchittrugsstelle bis jetzt noch! tricht befahlt wotben ist.
Kreis Alsfeld.
ck Ruppertenrod 30. Aug. Der Gesreitv T r ö l l e r von hier nmrde mit dem Hessischen .Kriegsehrenzeichen mtsgezeichnet. tvachdem er vorher in Galizien das Eiftrne Kreuz erhalten. Er hat den Krieg von Anfang an mitgemackt, war mehrmals vernmndet irnd hat auf allen Fronten gekänrpft.
täP*, KreiS Sriedderg.
Q. Bad-Nauheim, 29. Llng. Jdr der gestern abgchallenen Stadtverordnetenv erfammltmg Wurden die von deN
Oberrecbnungskanmler geprüften Rechtmngen des Gaswerktz, Elektrizitätswerks, Wasserlverl's. Krankcnhmtses und der Stadt von 1913 mft 155 000 Mk., 159 000 Mk., 107 055 Mk., 33 300 Mk. und 1 360 765 Mk. aeitehmigt. — Dte Bersammttutg ist einverstanden, daß die Stadt für eittstehende Kosten der Feldbereinigimg Bürgschaft bis M 10000 Mk. übernimmt. — Da das Bed,ürrfnis vorliegt, darr tkeuen Friedhof zu vergrößern, soll den Pächtern der an dem städtischm Friedhof anstoßenden ftädtischri Grundstücke die Pacht bis zum 15. Mrguft nächsten .Jahres teisrveise geki'indigt
werden. — Für die Fasel Haltung werden zwei junge Ziegenböckc zunt Preise von je 70 Mk. angekauft.
Ko. B a d- N a it he i m , 30. Ang. Am Samstag, dem 1. Sev^ tember, abends 8 Uhr, findet im Koirzerthans bei Wirt schallst betrieb eine Varietee-Vorstellung statt, für welche eine Anzahl erster Spezialitäten gewonnen wurde. Die .Hauptauziehungskraft dürfte Labero, der Mann mit sechs Sitrnen, ausüben, der durch seine geradezu fabelhaften und verblüffenden Experimente überall das Tagesgespräch bildet.
— Ilbenstadt, 29. Aug. Der ernsten Zeitlage entsprechend wird die diesjährige Wallfahrt zum Grabe des heftigen Gottfried, des „Apostels der Wetterau", am kommenden Sonntag als eine Buß- und Bitt-Wallfahrt abgehalten.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Bade it h c i in (Rheinhessen), 29. Aug. Als ein 18 Jahre alter Einwohner von hier ant Rnssemvachlokale vorüberkam, imhm em hiesiger Einlvohner das Gewehr des Wachnannes, das scharf geladen war, v!on der Wand und zielte zum Scherz nach dem jungen Manne. Das scharfgeladene Gentehr ging los, und die Kugel traf den lungüii Aienschert, der ans der Stelle tot znsammenbrach.
lch. Bingerbrück, 29. dlüg. Ans dem Bahnhof Bfttger- briick ist. geperlt abend die 17 Jahre alte Schaffrterikt Elisabeth Heiler aus Bingerbrück verunglückt. Das Mädchen nmrde von einem- lang attrollenden (stüterzttg erfaßt und am Oberschenkel überfahren. Der Wagen ftrhr nicht weiter, sondern blieb auf ihr stehen Erlt nach <'lbziehett des Wagens — eine Arbeit, die einige Zeit beanspruchte, tomtte sie cuts ihrer furchtbareit Lage befteft werden. Heule früh erlag sie ihren Schmerzen.
— Ans Rhein Hess en, 30. Aug. Die warmett sonnigen >vage tm Juli und Anfang Llnguft habett die Ernte der Früh-- hurgnnderttcrtkben inngenreftt rasch beschleunigt: überall hat be- reits die Lese eingesetzt. Ter Ätand der Weinberge ist durchweg befriedigend, vielfach recht gut, so daß nftt einem guten halbett ms ztr aitcm Zweidrittelherbst zu rechnen ist. Hinsichtlich der Güte geht ein guter Qnalftätswein in sicherer Aussicht. — Das Verkauf sg es ch ä f t hat überall bereits urit rogac Lebhaftigkeit eingesetzt Die Preise stellen sich der allgemeinen hohen Geschäftslage tm WernhaNdel entsprechend sehr hoch. Unter 5000 Mark dürfte das Ltück 1917er Rotwein, selbst vott den geringsten Lagett, raunt vom Lager verkauft werden.
Kreis Wetzlar.
ra> Wetzlar, 30. Ang. Tie hiesige Unteroffzierschule vttckt tn dtesem Herbst auf ein 50jähriges Bestehen zurück, aus welchem Anlaß die Stadtverwaltttng dieser Anstalt einen Bettag bewilligt hat.
ra. K r o f d o r s, 30. Aug. Gemeindevorsteher S ch nt i d t Null ans Gesundheitsrücksichten sein Amt tricberlegen. Am Montag stand daher die Vorlteherwahl auf der Tagesordnung, es wurde Wilhelm Leib, der Sohn des früheren Schultheißen Leib, als Oberhaupt der Gemeinde gewählt.
** Lützellinden, 30. Aüg. Den beiden Söhiteit des Land- ivtrts Georg Will, Gefrefter H. Will imd Kanonier Fritz MN. wurde bei den schweren Kämpfen im Westen das Eisertre Kreuz verlieheir.
Hessen-Nassaa.
~ Frankfurt a. M., 29. Ang. Das Schauspielhaus, dessen Uutbau erit itach dent Kriege ermöglicht werden kann, erhielt iwähoenD der Fericit eine Drehbühne^ einen neuen festeingefügtest Horizont, eine netre Belettchtungsanlage und eine neue Bühtten- einfasfung samt Vorbühne. Sämtliche Neuerungen entsprechen de. modernsten technischen und künstlerischen Anforderimgen. Ferner wurde dem .Hause von Freunden ein neuer .Hauptvorhang geschenkt.
Arv<chl;che Rachrrihte».
^ EvangLlrsche ckremeinür.
Sonntag, 2. Scpt. Kollekte s. d. Kaiser-Mlhelm-Gedächtnis- wftnng, zugtlnsten deutsch. Kttegstttvaliden. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vorm. 8: Zugl. Ehristenl. f. d. Nenkonf. a. d. Matthänsgem. Pft.-Ass. Lic. Reuning: 9VM Pft. Schwabe: 11: Kinderkirche f. d. MarSusgem. Pft. Schwabe — In der Jo Hanne sk t r che. Vorm. 8: s. Stadtkirche: 9 1 / 2 : Pft. Ansfeld; 11: Kinderktrche f. d. Iohannesgem.. Psr. Ausfeld. Mittwoch, 5. Sept., abds 8: Ktiegsbetstuitde, Pft. Mtsfeld. — Wartburg ev. Iüngl.- u. Ncänner-Berein, Diezstt. 15. Sonntag, 2. Sept, abds 8: Vorttag : Donnerstag, 6. Sept., abds. 8i/i:'Leseabend. Gäste wftll'. — B i b e l k r ä n z ch e n f. SchU. höh. Lehranst. Jeden Mittwoch v. 6—7 s. d. jung. Abt. Jeden Sanrstag v. 6—7 f. d!. ält. Abt. int Joh.-Saal. — Bibelkränzchen f. Mädchen, a. d. Joh.-Gem. Jeden Dienstag v. 6—7 im Joh.-Saal. — Kirch - berg. Sonntag, 2. Sept., vorm. 10; 11: Ehristenl. f. d. männl. INgend. — Mainzlar. Sonntag, 2. Sept., nachm. IVs. — Lollar. Mittwoch, 5. Sept., abds. 9: Kiiegsoetstunde. Dekan Gnßmann.
katholische Gemeinde.
Samstag, 1. Sept., nachm. 5 u. abds. 8: Gel z. hl. Beichte. Soitntag, 2. Sept., vorm. 6^: Gel. z. hl. Beichte: 7: Hl. Messe: 8: Ansteil. d. hl. Komm.; 9: Hochamt nt. Predigt.: 11: Hl. Messe m. Pred.: nachm. 2: Christen!., darauf And.: 47*>: Jnngftanen- Kongregat. Dienstag n. 'Freftag/abds. 8: KriegsbittandacA; Freitag, 7: Seaensmesse. — Tiasporv-Gottesdienst am 2. Sept.: feamgen 8; Laubach 10: Lich 97s-
Ginge?««-».
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Alles Entbehrliche dem Vaterlaitde! So heißt es immer noch, und w-er wollte da nicht geben, was er entbehren kann! Die Erwachsenen haben's schon lange begriffen, und die Kleineit haben's von 'ihnen gelernt — sie bringen auch Opfer, sobald sich ihnen Gelegenheit dazu bietet.
Und das beweist uns gerade diese Stunde, in der man zu sehen Gelegenheit hat, wie Machen von etwa 10 bis 12 Jahren zum Frisetrr gehen, um sch ihr Haupthaar schneiden z u l a s s e n — als Opfer für das geliebte Vaterland!
Deutschland, sei stolz auf deine Jugend?
!Welch!e Gedanken müßten einem Friseur, zu dem ein lleiires Mädchen mit solchem Ansinnen kommt, beschleichen, me tut er darüber nackidenkt, welch unschätzbares Opfer ein Kind bringt! ?
.«Indes — der Friseur verrichtet wunschgemäß seine „Arbeit" und verlangt dafür je eine Mark! -
Stillte es in Gießett keinen Friseur gebett, der solche „Arbeit" umsonst verrichtet, etwa auch afe Liebesdienst oder als Opfer für das geliebte Vaterlmtd?
Es entzieht sich meiner K e n n tn i s, ob jeder Friseur sich diese „Arbeit" bezahlen läßt. Wäre dem auch so, so wäre der Preis von einer Mark dafür aber ungeheuer!
Meines Erachtens wäre ein solch Opfer eines Kfttdes zu groß, als daß es dafür ob endrein iwck). eine Viark bezahlen mich. kr.
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