Nr. 228
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Erster Blatt
X67. Jahrgang
§reitag, 28. September MI
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sämtlich in Gießen.
Arqutt
(DTB.) Trotzes Hauptquartier, 27. Sept. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die Schlecht in Flandern hat gestern vom frühen Morgen dis tief in die Nacht hinein unmrterbrscken getobt. In Klemkämpfen fetzte sie sich dis zum Borgen fort.
Wieder hat die Sampsdewährte 4. Armee dem britischen Sbtftarm getrotzt, die Truppen aller deutschen Taue haben Anteil an dem Erfiotg des Tages, der dem Feind noch geringeren Geländegewinn brachte als der 20. September.
Trommelfeuer von unerhörter Mrcht leitete den Angriff em. Hinter einer W-aird von Stand tmd Rauch brach? die englische Infanterie Mischen Maugelaare und Holledeke vor, vielfach von ^nzenvagen begleitet.
Der beiderseits von Langeinarck mehrluals anMrm.nde Feind wurde stets durch Feuer im Nsh'amyf abgeschlagen.
Von der Gegend östlich von St. Julien bis zur Straße Mcrrin—sbprrn gelang den Engländern bis zu 1 Kilometer tief der Einbruch in unsere Mwchrzone, in der dann tagsüber sich erbitterte, wechselvslle Kämpfe ebspielten.
Durch Verlegen seiner artilleristischen Massenwirffmg suchte der Feind das Vorziehen mW Eingreifen unserer Reserven zu henmren. Die cifernc Willenskraft unserer Regimenter brach sich durch die Gewalt des Feuers Bahn. Der Gegner wurde im frischen Anwurs an vielen Stellen zurück- geworfen.
Besonders hartnäckig wurde an den von Zonnebeke westwärts ausstrahlendcn Straßen u:w am Abend um Eheluvelt gerungen. Das Dorf -lieb in unseren! Besitz.
Weiter südlich bis an den Kanal Comines—Mern brachen wiederholte Anstürme der Engländer ergebnislos und verlustreich zusammen. Der Feind hat bisher seine Angriffe nicht erneuert, mindestens Mölf englische Divisionen waren im Krwrpfe eingesetzt.
Sie haben die Festigkeit unserer Alnvehr nicht erschüttert.
*
In den übrigen Abschnitten der flandrischen Front und kvr Artois steigerte sich Nur von'wergchend die F-euertatigkeit.
Die Besetzung von Ostende in der Nacht vom 25. zum 26. September forderte autzer Gebäudcschadcn auch von der Bevölkerung Opfer. 14 Belgier sind getötet, 25 schwer verletzt worden.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Mrdöstlich von Soissons, in mehreren Abschnitten des Chenrin des Dames und auf dem Ostufer der Maas blieb die Kampfrätigkeil der Artillerien lebhaft. Es kam nur zu örtlichen Vorftldgefechten.
*
17 feindliche Flugzeuge sind gestern abgefchossen worden.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Bei Dünaburg, am Narocz-See, südwestlich von Luck, sowie in Teilen der Karpathenfront, der rumänischen Ebene und an der unteren Donau auflebendes Feuer.
Mazedonische Front.
Keine Ereignisse von Bedeutung.
Der Erste Generalgnartiermeister Ludendorff.
* *
Der Abendbericht.
Berlin, 27. Sept.. abends. (WTB. Amtlick.)
In Flandern nachmittags wieder zunehmender Artilleriekampf.
Don den anderen Fronten ist nichts Wesentliches gemeldet.
Der frühere englische Premierminister Asquith hat, während Lloyd George, die gegenwärtige Spitze der englischen Reoiernirp, in Frankreich weilte, eine große Volksrede gehalten, die sich mit den großen Zeitfragen besaßt. Gr erklärte in Leeds, mit seinen Ausführungen an der Bewegung teilnehmen zu wollen, die dem englischen Volke nach mehr als drei Jahren das Verständnis für die Kriegsziele der Alliierten naher bringen will. Die Rede ist also ein Glied in dein großen Bluff-System, das aus allen Ländern der Ontenüe gegenwärtig hervorlenchtet und sogar dort noch ansflarmnt, wo sonst alles ansgeglüh-t ist: in Kundgebungen der russischen Regierung und Presse. Wir hoffen, daß allmählich jeder deutsche Leser gelernt haben wird, diese Reden und Treibereien richtig zu durchschauen. Sie sind ganz offenkundig auf die schwierig leiten und Reibungen gestützt, die wir jetzt in unserer inneren Politik haben; die fremden Staatsmänner und Politiker sprechen zu unseren offenen Fenstern herein, um, wie Wilson, das deutsche Volk zum Treubruch an seiner großen Sache zu bringen.
Herr Asquith und HM Wilson: einer ist so menscl-ew fveundlich und aufrichtig wie der andere, und einer redet auch so dreist und anmaßend wie der andere. Was bietet uns der Engländer? Er stellt die alten Forderungen auf: Herausgabe von Elsaß-Lothringen, bedingungslose Preisgabe Belgiens, er mutet außerdem den Mittelmächten zu, daß sie sämtliche Kleider ablegen sollten, die ihnen nicht gehörten und dem rechtmäßigen nationalen Besitzer tvied er zusallen müßten. Das hören sie gerne, die Italiener, Rumänen, Serben, mtb das sckMeicl)elt den Griechen und Süd- ftawen. Aber so hat ein holländisches Matt schon dazwischen geftagt, wie steht es mit oeni Bestand der englischen Garderobe? Soll da alles beim alten bleiben. Was gibt es z. B. mit Gibrallar, DLalta, Cypern? Asquith sprach
uns von der Abrüstung Und vom künftigen Wellschied-s- gericht! Ob da bei chm mehr Klarheit und Bestimmtheit war, als bei der deutschen Antwort an den Papst, die nach Asquith von ^unklaren, öligen Mgenc ein heitert' strotzt oder eine „gmize Spalte von frommen Plattheiten" darstellt? Er höhnt und schreit über den Vorbehalt in der deutsäMi Note (der sich übrigens in den gleichen Ausdrücken and) in der bulgarischen Antwort au den Papst findet), wo es heißt, Deutschland Iverde die Schiedsgerichtsidee bei jedem Vorschlag fördern helfen, der „mit den Lebensinteresseu des Deutschen Reick)es und Volkes vereinbar ist". Das ist freilich ein ganz unerhörtes Verlangen der deutschen Regierung, daß sie überhaupt noch deutsche Interesse:: kennt. Der Engländer nennt keine besonderen englischen Interessen, er zeigt uns nur strahlende Bilder erhabener Menschlichkeit, „Grundlagen oer Gerechtigkeit", „Ecksteine der Freiheit", „Meilensteine" auf dem wahren Friedenswege. Das ist beileibe nichts Oeliges, Verschwommenes! Ein „Meilenstein" gibt uns besonders zu denken. Asquith sagte, als er die Abrüstung behandelte, wörtlich: „Man wird zu Anfang vielleicht auch für lange Zeit noch nicht in der Lage sein, auf einen militärischen oder wirtschaftlichen Zwang gegen die Unredlichen und Widerspenstigen zu verzichten." Da scheint also daran festgehalten werden zu sollen, daß der Weltschutzwann England ferne Rolle so (lange weiterspieken nuuß, bis die klebrigen, besonders die „Widerspenstigen" und „Unredlichen", das letzte Seitengewehr abgeschnallt und ynggewor- fen haben. Und dann soll unsere Demokratie noch den „bösen Geist bannen". Mit ein paar salzigen Worten spricht disser Engländer vom Charakter des deutschen Volles, das seine Regierung rroch nicht gewechselt habe. Wenn er gleichzeitig darauf hindeutet, wie lange es gedauert habe, bis Rußland seine schlechte Regierung abgeschafft habe, so wird doch mancher verwundert fragen, ob Asquith so schnell die schönen Stmrden vergessen hat, in denen er als Minister mit den Höflingen des Zaren so rrmige Bruderschaft gefeiert hatte!
Wir brauchen kerne ausführliche Folgerung aus dieser englischer Bluff- und Hetzrede zu ziehen. Worte sagen da gar nichts mehr. Das Gefühl des deutschen Volkes ist noch rricht gestorben und verdrrberr, wie die Proteste gegen Wilson gezeigt haben. Darauf soll mau auch heute bauen!
Der -fterretchifch-vvgaelfche Dagetzbeeicht.
Wien, 27. Scpt. (WTB. Nichürmtlich.) Amtlich wird verlautdart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In der Gegend östlich wn Radautz lebte das Arffllerie- feuer zeitweise auf.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Bei der Heeresgrulspe von Boroevir wurden durch Flieger- und Abwk^feuer drei feindliche Flugzeuge zum Absftlrz gebracht.
Im Tonale Gebiet gelangten Hochgebirg^Patrouillen hinter die feindliche Front, sprengten dort Mei Seilbalw- stationen. zerstörten mehrere Magazine uni) kehrten ohne Verluste mit Gefangenen zurück.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Keine größeren 5tampshmdlangen.
Der Chef des Geireralstabes.
oer neue Grohiampftag in Flandern.
Berlin, 27. Sept. (WDB) Der rreue Großkampftag der dritten Flandernschlacht am 26. September, an dem die Englärlder mit noch stärkeren Kräften als am 20. September angrisfen, ist wieder ein Ruhanes- tag für die deutsches! Trappen geworden.
Hat der 20. September mit dem Einsatz von neun errg- lrschen Divisionen in erster Linie m»r ganz geringe, teuer erkaufte örtliche Erfolge erzielt, so sollten diesmal zwölf errglische Divisionen in erster Linie den entscheidenden Er- fost! bringen. Ein Trormnelfeuer von ungeheurer Wucht leitete den Angriff ein, der auch diesmal, begleitet von zahlreichen Kampfgeschwaderir, vor: Gas, Rauch- und 9?>ebelbomben am fiÄhen Morgen des 26. September gegen die Linie Lang ein arck bis zirm Kanal von Hollebe ke vorbrach. Tief gegliedert mit starken'Reserven griff der Engländer ohne jede Mcksicht auf Menschenverlüste an.
Um die Gefahr der so gefiürchteten deutschen Gegenangriffe auszufchcckteu, die in allen Schlachter: die Wucht des an Zahl weit überlegenen englischen Angriffes gebrochen hatten, versuchte der Engländer durch Maffen- wirkung seines zurückverlegten Artilleriefeuers die deutschen Gegenangriffe schon im Keime zu ersticken. Dieser Versuch war umsoust. Mit einem Heldenmut sondergleichen durchschritten die deutschen Regimenter die Höllenzone des englischen Eisenhagels und warfen sich mit ungestünrer Wucht bem Angreifer entgegen. Beiderseits dorr Langem arck stürinte der Gegner wiederholt in dichten Massen cnr. Hier scheiterte jeder Einbruchsverfuch in unserem Feuer und im erbitterten Nahkampf. Tausende opferte hier der Gegner, ohne einen Fußbreit Boden hu gewinnen. Nur m der Gegend östlich von St. Julien bis zur Straße Men in—Ypern vermock)te der Feind nach ungeheuren Opfern bis zu einem Kilometer Tiefe in unsere zertrünnnerte Abwehrzoire einzudringen. Alle Versuche des Engländers, durch erneuten rücffichtslosen Druppeneinsatz seiner Reserven die geringer: aufänglick)en Erfolge zu er- iveitern, scheiterten in uffever erbitterten Llbwehr und an irnserei: wuchtigen Gegenstößen. An dein Straßenkreuz westlich Hollebeke tobte der Karnpf mit besonderer Heftigkeit. In den Abendstunden setzte der Gegrwr wiederholt
negsjide.
stärkste Angriffe auf das Dorf Geluvelt an. Sämtlich« Angriffe brachen unter schweren Verlusten für der: Aw- greifer zusammen. Das Dorf selbst blieb in deutschem! Besitz. ^
Bis gegen Mitternacht dauerten die erbitterten außerordentlich heftigen Jnfauteriekämpfe auf der Großkampf- front au, während das starke Artilleriefeuer ohne jede Unterbrechung anhielt urü) erst gegen 1 Uhr morgens vor- übergeherrd ab flaute. Seit dieser Zeit find bisher keine neuen Arrgrifie der Engländer erfolgt.
Seit letzter Zeit fällt auf, daß belgische Ortschaften! wiederholt ohne erheblichen Grund von den Engländern beschossen werden. Bei der gestrigen Beschießung von Ostende wurden wiederum 14 Belgier getötet und 25 schwer verletzt.
An der A r r a s f r o n t in Gegend St. Quentin und an der Aisne, vor allem au der Laffau^-Ecke zeitweise Feuersteigerung.
Auf dem Ostufer der Maas zwischer: Beaumout und Bezenvaux nahm das Artilteriefeuer vorübergehend größere Stärke an. Am Nachmittag gegen Beaumout vvr- gehende feindliche Handgranateutrupps wurden abge- wiesen. Weitere Ansammlmrgen ü: der Beaumonb-Schlucht wurden durch unser Vernichtungsfeuer zerstreut. Die von mfferer Artillerie durchgeführte Bekämpfung feindlicher An- lagen hatte n:ehrfach sichtlichen Erfolg. Um Mitternacht erfolgte eine stärkere Explosion auf dem Fort Diuau- mo n t.
In der verstossmen Nacht wurden feindliche Flughäfen hinter der Front, sowie einige Waldlager mit Erfolg mit Bomben belegt. Bier große Flngzeughallen auf den: Flug- Hase:: Lemmes gerieten in Drarck). .Auch auf den übrigen Flughäfen wurden Brände und Explosionen und Volltreffer in die Hallen beobachtet.
Im Osten lebte das feindliche Artilteriefvuer in Gegend Dünaburg am Narocz-See und im Lucker Bog en zeitweise auf.
An den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse.
Arqurth «brr die Friedenssrage.
London^ 26. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- Asqurth hat in Leeds bei einer KriegsNelllmdgebsurg av- fprvdtexL Er fegte u. a.: Die Versammlung ist ein Schritt m oer BewegArrg, die durch den ans allen großen Parteien im Staate gebildeten Ausschuß betrieben wird, nur dem Volle jetzt nach Beginn des viertm .Kriegsjahres ein klares, volles Verständnis für die Kriegsziele der Alliierten beizubringen. Es würde eine Verleumdung der Nation sein, anzudeuten, daß ihr Mut eine Erhöhung oder Unterstützung durch eine neue Recht- fertnigung der Gerechtigkeit ihrer Sache bedürfe, für die sie sich seit mehr als drei Jahren bereit zeigte, Monat für Mionat den! Zoll ihrer besten Leben und teuerster: persönlichen Hoffnungen! fru zahlen. Ich gehe von der Behauptung aus, die widersinnig klingen mag:
Wir kämpfen für den Frieden.
Für den Frieden der Welt, der jedes Opfer wert ist, ausgenommen das Opfer alles dessen, ivas den Frieden wertvoll macht :rnd seine Dauer siä>ert, indem es ih-n auf den festen Felsgrund des von allen Völkern anerkannten und verbürgten Rechtes stellt. Der Frieden in diesem Sinne ist nicht dort zu finden, wo inan ihn ftüher so oft suchte, in der Einstellung der tätlichen Feindseligkeiten mit dem darauffolgende:: Feilsckvn um Gebietsteile, das schließlich ff: Papiere::, Verhandlungsberichten und Verträgen niedergelegt urck dort der Gnade einer ganzen Sammlung von' Zufällen anheimgegeben wird. Das ist, wie je:na:rd zutreffend sagte, die Bibel der Torem Noch weniger können Sie einen der Welt würdigen Frieden von einen: Vertrage erwarten, der den Besiegten durch den Sieger auferlegt wird, der die Grundsätze des Rechtes unbeachtet ließe und den geschichtliävm Ueberlieserungen, Ansprüchen :md Freiheiten der betroffenen Völker Hohn spräche. Solche sogenannten Verträge trage:: die Bürgschaft ihres eige::en Todes in sich >und bereiten ganz einfach den fruchtbaren Nährboden künftiger Kriege. Wir haben ein treffendes Beispiel für die Torheit 0,:rd Wichtigkeit derartiger Abschlüsse an dem Vertrage von 1870, in dem das siegreiä>e Deutschlmch darauf bestand, sich die beiden Provinzen Elsaß und Lothringen gege:: den Willen ihrer Effyvohner anzueignen. Wir tun-gut, heute dessen zu gedenken, daß die beiden größten Männer Deutschlands, Bismarck und Moltke, die Folgen davon, jeder von seinem besonderen Standpunkte aus, voraussahcn. Bismarck war geneigt, Frmckreich im Besitze von Metz M lassen; denn er bemerkte bedeutsam zu Busch, ich wünsche nicht zuviel Franzosen :m .Hause zu haben. Und Moltke sagte weniger als 4 Jahre nach dem FriÄxms- schluß im Reichstage, Deutschland müsse 50 Jahre stark gerüstet bleiben, um die Provinzen zu verteidige::, die es nur in sechs Monaten erobert hatte. Wurde jemals eine Prophezeiung durch den! tveiteren Laus der Zeit besser bestätigt? Haben :vir irim Grund anzimehmen, daß Deutschland daraus gelernt hat? Wir haben in den letzten Tagen die
Antwort des neuen Reichskanzlers aus die Note des Papstes gelesan. Sie .strotzt von unklaren, öligen Allgemeinheiten. Die Deutsche R«-, gievung sagt uitö, daß sie mit besonderer Dtinrpathic des Papstes Ueberzengung begrüße, „daß .künftig die materielle Pracht der Waffen dnrch die moralische Macht des^ Rechtes >anfgehoben uwrden müsse. Sie erRärt, sich über den Ersatz des Krieges drrrcb Schieds^w-' richte zu fveuvn und tvill jede:: darcaff bezüglichen Vorschlag untiw- stütze::, n-elcher (bemerken Sie wohl dies«: kennzeichne::den Vorbehalt!) „mit den Lebensffrteressen des deutsck>cn Reiches und Volkes vereffchar fft."
Asqiffth fuhr fort: Aber ich frage, ist ff: des Kanzlers Det>eschen oder ff: irgendeiner mcheren maßgccheniden Erklänmg der deutch^n Regierung cnrs der letzte:: Zeit rr.nwdein Hrmreis e.uhalten, daß sie bnrüt ist, nicht nur nicht das Verbrechen von 1871 zu wiedeihole::, sondern auch praR:sck>e Sck-ritte zu untemehmen, die allein den Weg zu einem wirkticherr, dauernde:: Frieden er^ öffnen können. Ist Deutschland bereit zur ü ck z u g eb was es damals Frankreich genommen hat? Ist es beoert, Belg:en seine volle politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zurückzugebn:, ohne Bedingungen und Dorbe-, halte und mit einer so vollständigen Entschädigung, wie eme nur materielle Entschidigrmg für die Venaüüunq effrss Landes d:e Leiden des Volles onffchädiiMil kcum. Die O:dgültt^


