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25.9.1917 Erstes Blatt
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Nr. 225

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fSr ö<« Kteis Sietzea. vez»q»peeir.

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Erster Blatt

16Z. Jahrgang

Dienstag, 25. September (<HZ

PEche<klo«t<: 5nnrHurt a.A. U686

Vankveckehr:

SewerbedantSiehen

ZwkMgsrM-dnttk u. Verlag: Vrühl'sche Unis.-Such- «. Zteindnlckrrei R. Lange. Zchriftlettung. Geschastsstefte u.vruckerei: Zchnlftr.

(VTB.) Großes Hauptquartier, 24. Sept. (Amtlich.) *

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Irr Flandern erreichte der Anilleriellunpf nachnnt- tags <m der Küste und vom Wald.Houlhoulst bis West- yoek wieder große Starke. An der Schlachtfront blieb die Amnpftatigkeit auch nachts und am frühen Morgen gestei­gert, ohne daß bisher neue englische Angrifft erfolgten. Gute Wirkrmg unserer artilleristischen Mwe'hr ließ sich am Ver­halten der von mrs besthosftnen Batterien und an der Ver­nichtung zahlrcülxr Atinlitiansswpel feststellen.

Bei Laon St. Quentin. an dessen Kachedrale die Franzosen durch neue Beschießung ihr Zerstörungswerk fort- fttztcu, lebte die Feuertätigkeit auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An mehreren Abschnitten der A i s n e f r o n 1, in der Champagrre, schwoll mehrfach das Feuer zu großer Heftig­keit an. Bei Srkundungsgeftchten hatte der Gegner Verluste. Bor Verdun war der Feuerkampf nachmittags und wäh­rend der Pacht schr lebhaft. Auch heute morgen herrschte

große Gefechtstatigkeit auf dem Ostuftr der Maas.

*

14 feindliche Flugzeuge sind abgeschossen worden. Leut­nant Wüschoft errang den 20. Luftsieg. Leutnant Kissenherth brachte zwei Gegner im Lustkampf zum Absturz.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz

HeereSgruppePrinzLeopoldvou Bayern.

Unter der am Brückenkopf von Jakobstadt ein- yebrachtrm Beute von 55 Geschützen befindet sich eine be­spannte Batterie von fünf schweren Geschützen von 2 6 b i s 2 8 I en t im e te r n Ka l i b e r. In der Stadt selbst sielen zahlreiche Vorräte auch an Brot und Mehl in unsere Hand.

Nördlich von Baranowitschi und westlich von Luck ent­faltete die russische Artillerie lebhafte Tätigkeit.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

von Mackensen.

Im Bogen nordwestlich von Focsani und am Serech vielfach rege Feuertütigkeir und V-)rfttdgefechte.

' Bahnhof Galatz wurde mit beobachtetem Erfolg be­schossen.

Mazedonische Front.

Dir Lage ist unverändert.

^ Der Erste Generalquartiermeister

Ludendorff.

*

Der Abendbericht.

Berlin, 24. Sept.. abends. (WTB. Amtlich.)

Lebhafte Gefechtstätigkeit in F l a n d e r n und auf dem Ostufer der Maas.

Im Osten nichts von Belang.

-.mraiB w i

Es ist wirklich kein Vergnügen, jetzt die Presse des feind­lichen Völkerbundes, die sich über die Antwort der Mittel­mächte an den Papst äußert, durchznsehen. Es ist du nur die alte, leidige Feststellung zu treffen, daß die neuen Bekun­dungen zur Friedensgeneigtheit draußen als Beweise für Aengstlicykeit, Unsicherheit und Erschöpfung gelten. Ganz einheitlich schallt rrns dieses mißröniae Konzert der Entente entgegen. Es dient nicht nur der Belebung und Ausinunte- rung ber eigenen Völker, sondern es ist auch in gewisser Weife zur Aufmunterung und Aneiferung der deutschen Flaumacher und Friebensbettler bestimmt. Einigen dieser Kagen Gemüter wird es angst und bange werden bei dem hochfahrenden Geschimpfe über das sündige Deutschland, das sich noch nicht in völliger Reue gedemütigt habe, das aber, auch wenn es Buße in Sack Und Asche tue, nieder- getümpft werden müsse. Die Mehrheit des deutschen Volkes, vielleicht doch auch manche bisherigen Anhänger der Reichs- tcvgsTnehrheit, wird aber ein neuer Zorn über diese Unver­schämtheiten erfassen. Uebt die gesäurte Presse der Entente in der Friedens frage nicht dasselb e Verfahren wie Herr Wilson, nur vielleicht etwas anders gefärbt? Es ist darauf gerichtet, die Geschlossenheit unseres Volkes zu zermürben, uns ängstlich Und treulos zu machen, nicht nur an unserer Regierung, sondern auch an unserer großen Sache selbst.

Die bekannte Note Wilsons hat das erfreuliche Ergebnis gehabt, daß bei der Plumpheit seines Vorgehens denn doch die gegenteilige Wirkung eintrat. Das von dendemokrati­schen" Kniffen ernüchterte Deutschland erhob sich in ent­rüsteten Protesten und Zurückweisungen. Auch zahllose deutsche Frauenvereine, zum Teil, vom Bund deutscher Frauenvereine znsamm enge faßt, haben sich dieser Bewe­gung angeschlossen, gegen die ecu großes demokratisches Matt mit spöttischen Worten Sttmmung zu machen gesucht hat, als wäre es nur dieMode des Antelegraplsierens".

Aber jetzt handelt es sich um Aehnliches. Auch die Frank­furter Zeitung gibt zU, daß die feindliche Anslandspresse die gut organisierte Methode des Bluffens befolgt. Das Blatt scheint es selbst zu ftihlen, daß unser Volk bei dieser Taktik der Gegner den Blick kritischer auf das Verhalten der deutschen Politik richten wird. Denn es ist klar, die Politik des Bluffens wird, seit unsere Reichstagsmehrheit ihreEntschließung" in die Welt gesandt hat, draußen freudiger und hoffnungsvoller geübt. DieFrankfurter Zeitung" befindet sich angesichts der neuen Zeichen der Zeit in der Defensive, wenn sie u. a. schreibt:

Einer von beiden muß freilich zu reden beginnen, sonst be­steht keine Aussicht auf Verständigung. Es wird also alles darauf an ko rinnen, ob nwm sich die Kraft und die Geschicklichkeit zutraut, nicht schon deshalb begaunert zu werden, weil man den Laden offen kundig aus Kauflust betritt. Und ist nun dies beim Uebergaug vom Krieg zUm Frieden nicht ganz ähnlich, rverru es nicht die kriege­rischen Mittel attciit sind, die uns den Frieden erkämpfen und vrr-

von

*. die LageSnummec tu* zumNachmrttag vorher.

Seilenpreife: für örtliche Anzeigen. 20 Pf., für auswär­tige Anzeigen 25 Pf., b. Plahvorschrist 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptichriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Eoetz; Stadt und Land, Verinischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zen;; Anzeigenteil: y. Beck: sämtlich in Gießen.

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Mitteln sollen? Bei diesem Frieden, don Reichsleitung und Reick-S- tagsmehrheit erstteben, kommt es dock letzten Endes auf einen rein psychologischen Vorgang an. nämlich darauf, daß auch unsere Gegner einsehen: mit Gewalt geht es

nicht. es mnß verhandelt ^werden. Daraus folgt ganz von selbst, daß dieses neueste Stadium des Krieges, in den: m erster Reihe um bin baldigen Frieden gekämpft wird, nicht nur die denkbar höchsten Anforderungen an Kriegsmittel und ^krieg- führmrg stellt, sondern daß hier auch.diejenigen Methoden zu Hilfe getrommen toerben müssen, die zwar vielen Menschen, zumal im Krieg, verhaßt, die aber unentbehrlich oder doch höchst nützlich sind, wenn politi-ich-psychelogische Wirkungen erzielt tverden sollen: die Methoden der Politik und der Diplomatie."

Das Blatt vergißt nur dabei, daß wir nicht nurden Laden betreten", sondern daß wir weit mehr getan haben, und daß, wenn es nach gewissen Angehörigen der Reichstags­mehrheit ginge, wir nicht nur uns widerholt aus dem Laden hinauswerfen lassen, sondern an vielen Hinterpförtchen wie­der^ hineinspazieren würden. Was soll es da fürpsycho­logische Vorgänge" geben? Es ist ausfällig, daß dieFrank­furter Zeitung" die Verantwortung für die Taktik der Reichs­tagsmehrheit jetzt auch -der Obersten Heeresleitung zuzuschie­ben sucht, derjenigen Stelle, die sie so oft in derselben Frage der Politik hat ausschalten wollen, als habe sie hier gar nicht dreinznreden. Das Blatt schreibt nämlich:Ob man die Nütz­lichkeit oder gar die Notwendigkeit politisch-diplomatischer Unterstützung der deutschen Kriegführung anerkennen will, wird wohl im letzten Ende von dem Maß der Einsicht in die Gesamtkriegslage abhängen, die nicht jedermann in gleicher Weise zugänglich ist; wenn man sich aber der Tatsache erinnert, daß der alte und der neue Kanzler sich wiederholt ans die Uebereinstimmnng mit der Obersten Heeres­leitung berufen konnte von demKronrat" der vergangenen Woche ganz abgesehen, so ^ sollte dies zur Beruhigung der Gemüter dienen." Hierzu muß festgestellt werden, daß Hindenburg sich sicher­lich mit Härrden und Füßen wehren würde gegen die Be­hauptung, er habe die dRehrheitsentschließung des Reichs­tags für gut und zweckmäßig gehabten. Es ist ja. bekannt, daß diese Mehrheit ihn nicht nur nicht befragt, sondern sein Erscheinen in Berlin pst gerrna mißfällig vermerkt hat!

Eine lehrreiche Gegenüberstellung wird es sein, wegen wir den Aus sühnen gen des Frankfurter Mattes solche der Boss. Ztg." entgegenstellen, in der Georg Bernhard sich mit der belgischen Frage besaßt, wobei er schreibt:

Wir wißen, daß England, wenn es einmal an den Frieden s- tisch schreiten muß, um Belgien zu kämpfen gezwungen ist. Me anderen Pstrrrdob jette, die wir in der Hand haben, sind den Eng­ländern höchst gleichgültig. Ihr Herz hängt wirr an Belgien.

Nehmen wir einmal an, es handelte sich hier nicht um deni Frieden der Völker, sondern um ei- er vielen Verhandlungen! um das Lebensinteresse einzelner I neu oder Korporationen, wie sie im Wirtschaftsleben zu den ü ..uglichkeiten gehören. Setzen wir z. B. den Fall, es liandelte sich um Verhandlungen über das

Zustandekommen oder die - Verlängerung eines Jndusttiekartells. J| ....

Was 'würde wohl geschehen, wenn im Handelsteil einer Zeitung, die Hessen, daß 'die Kaiserreiche den Krieg entfesselt hätten und s

von Industriellen und .Kaufleuien gele)en ward, den Leitern em=4 -- ...

zelner Werke die gleiche Taktik enrpsohlen würde wie jetzt den Unter­

händlern des Deutschen Reiches? (Belgien heraus!") Wir glau­ben, daß die kaufmänrrischeu. Leser dieses Blattes auf die sachoer- ständige Beratung des bettesfeuden Redakteurs nicht weiter großes Gewicht legen ^würden. Es wäre wirklich recket gut, weirn die Politiker einzelner Zeitungen sich einmal bei ihren Haudelsredak- teuren in der Kunst des Verl-andelns unterrichten ließen. Die würden ihnen dann vielleicht erzählen können, daß immer in den Tagen vor deni Krieg, wem: das Reich oder der

Staat um Aufträge oder um Kattellgemeinsamkeiten mit den großen Jndustriegesellschaften verhandelten, unsere Beamten wegen ihrer geringen Fähigkeiten gefällten wurden, weil sie leider oft so handelten, wie es jetzt einige Zeitungspolitiker d en Beau st ra gten des Deutschen Reiches gegenüber England anemp­fehlen. Als in den heftigen Zolllämpsen um die Jahrhicndevtwende ein Doppeltarif für die HMcdelsvettragsverhandlungelr geschaffen wurde, da lies der gesamte Liberalisnttrs gegen diese Methode Sturm. Mit -Recht. Denn es nar kauftnmmisch das Dümmste, was man tun konnte, iveithin sichtbar dern Ausland von vornherein zu sneldm, wie weit unsere Unterhändler mit ihren Zugeständnissen gehen durften. Wesbalb soll nun eigentlich jetzt die frülM dumme Metböde klug geworderr sein?"

Ganz richtig meint Bernhard: Mit dem Augenblick, wo wir den Engländern erklären, daß wir unter allen Um­ständen Belgien nicht behalten wollen, lverden sie weiter gehen. Sie werden Garantien für unser Versprechen ver­langen. Ire der Tat wird jetzt ja schon in der Presse der Entente nicht nur die Preisgabe Belgiens berlangt, sondern auch die Räumung aller besetzten Gebiete vor den Frcedens- verhandlnngen. Soll da auch noch gehandelt werden, ver­spricht man sich da von der Fortsetzamg der bisherigen Tatttk auch nochpsychologische Erfolge"?

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 24. S-lPt. (WTB. Nichtamtlich!.) Amtlich wird verlauwart:

Auf allen Kriegsschauplätzen ist dre Lage unverändert.

Der Chef des Generalstabes.

Vas verhaltei: der Entente in der

Zriedensfrage.

Londoner Blätterstimmen.

Amsterdam, 25. Sept. (WTB.) Reater drahtet aEVr- liche Londoner Blätterst' m m e n wer die d e u t s ch e Antwort an den Pa Pit. Danach schreckenD a i l Y N e >v S die Antwort sei ein Tokament «»großer Bedeutun-, ES s« be­merkenswert, dab die erste Milrtärmacht der Welt sich offentlrch für eine Zriknnst auSspreck>e, m der dre Anwendung der Geeilt bn internationalen Strertfragen als rmz-iock,rerte Uebdrlieferung an­erkannt werde and die Macht i>«S Sch>«rteS«ckMlltla durch SchiedsgerichtMMt ersetzt sen, wivLe. Die Aot« enthalte kem

Anzeichen, daß der Kaiser berckt sei, die Vorvedingüngen, auzunehmen, unter denen allein es möglich sei, die neue; Welt des Friedens aufziubauen Ehe mau überhaupt daran gehen könne, müßten die Verwüstungen des Schwertes gutge- macht werden.

DieTimeS^^ sagt: Die Note enthalte keine Anzeichen für eine Annäherrmg an die bekannten Bedingungen der Miierten.^ Tie Alliierten verlangen so sehr nach einem wirklichen Frieden, wie er nur möglich sei, sind aber unerschütterlich entschlossen, nur einen wirklichen Frieden anznnehmen und sind überzeugt, daß ohne Räumung des gesamten besetzten Gebiets der Vorschlag des Feindes, Verhandlungen zu eröffnen, eine Finte ist. lieber die Wiederherstellung und Garantien kann hinterher verhandelt werden, vorausgesetzt, daß die Blockade beiden halten wird. Aber fviedliche Verhandlungen sind unmöglich, solange der Feind alliierten Boden besetzt hält. Keine Nation kamt irgendwelchen Versprechungen der gegenwärttg in Deutschland re­gierenden Personen verttauen. Wir wollen mcht unsere BedingnTr- gen diskutieren, imr wollen kämpfen, bis wir sie bekommen.

Amsterdam, 24. Sept. Reuter verbreftet weitere Londoner Blätterstimmen über die deutsche Antwort an den Papst. Danach schreibtDaily Mail": Der Grund des neuen deutschen Ma­növers ist klar. Der Feind f ü r.ch t e t Haigs siegreiche Truppen und das zukünftige Erscheinen der großen ameri­kanischen Armee in Frankreich, und vor allem, daß die Alliierten durch Wilson zu einem energischen Schritt mffge- stachelt und schließlich ein kommerzieller und wirsichaftlicher Druck augewendet werde.Corning P o st" äußett sich: Die deut- sck>e und die österreichische Antwort sind sorgfältig so versaßt, daß teilte Meinung irgendwelcher Art darin geäußert wird. Es gibt keinen anderen Ausweg, als den Krieg bis zum äußersten fortzusetzen.Daily Telegraph" schreibt, die Antworten seien durck>aus nicht befriedigend. Es sei nutzlos, von Verhand­lungen zu sprech-en, efre Deutschland bereit sei, Belgiens Unab­hängigkeit wiederherzustellen und sich aus dem besetzten Gebiet Frankreichs zuriickzuziehen.

Die ablehnende Haltung der Pariser Presse.

Paris, 24.. Sept. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Pariser Zeitungen stellen einmütig fest, daß die Antworten der Mittelmächte an den Papst^G eschwätz nnd Ungenauig­keit seien und lediglich den Vorteil haben, den unentwegt fest- gehallenen Willen Täitschlands und Oesterreichs darzutun, allen tatsächlichen Fragen aus dem Wege zu gehen. Besonders das voll­ständige Schweigen über Belgien richte die ^Dokumente. Die Blätter erhuterit bezüglich der Sätze über ein Schiedsgericht, die Entwaffnung und bezüglich der Beteuerungen der ^FriedenÄübe, die so oft wiederholt seien, daß sie zum Gespött geworden seien, daran, daß TeutscUand im Haag alles abgeleh rtt h abe, was zu einer Verständigung unter den Völkern hätte fühven können Matin" glaubt, daß die Feinde mit Wirkungen auf die Zu- sammenknnft der Sozialisten rechneten. Für zahlreiche Blätter, be­sondersExeelsior" undPetit Pcrrisien".sist die Antwortnote sin Triumph des Einflusses der 'Alldeutschen.^ Die allgemeine Freude der alldeutschen Zeitungen, die darüber befrickngt feien, baf die Antworten keine tatsächlichen Berpftichtungen enthielten, be­stätige diese Auffassung.Petü Parisien" ist ungeduldig, die Hal­tung des Reichstages kennen zic lernen, nnt dem die Regierung ihr Spiel tteibt.{puirtamte" stellt fest, daß die Antwort noch ent­täuschender sei, als sie angenommen habe, und erllätt angesichts! dessen, daß die Kiafferreiche den Krieg entsess-elt hätten und sie niä>t wagten, ihre Friedensbedingungen zu neunen, hätten die ver­bündeten Temokratten leichtes Spiel. Das Blatt sordett die letzftren auf, das vorsichttge Sclpveigen der Mittelmächte und die auftich- ttgeit Erklärungen der Alliierten, welche nur das Recht sordetten, in Vergleich zu stellen. M

Die italienische Presse und die Antwort der Mittelmächte.

Ber n, 24. Sept. (WTB.) Die italienische Morgen» presse stimmt sin der Besprechung der Antwort der Mittelmächte aus die SLote des Papstes darin überein, daß die Mftttlmächte das System der Doppelzüngigkeit und Heuchelei beibehalten,. Giornale d'Italia" schreibt: Man kann Männern, die den Begriff von einem Fetzen Papier ausgebracht haben, nicht ttauen. Mit der -ewigen Erklärung des Mansches nach Frieden kommt man nicht iveiter. Man wollte klare Bedingungen.Messagero" schreibt: Deutschland und Oesterreich-Ungarn wollen mit dieser öffentlichen Darlegung ihre Untertanen überzeugen, daß die Kriegs­schuld einzig der Entente zusällt. ,,C o r r i e r e d'J t a l i a" sagt: Die Antwort verschweigt wahrscheinlich die Kriegsziele in Erwartung der Abnahme des inneren Widerstandes in den Entente!iintern-. Dies geht aus den deutschen Zeitungen hervor, die dieser Tage von der Revolution in Jitcvlien und einer schoeren Schwächung der- öffentlichen Meinung Frankreichs gesprochen hadert. Die Berliner Diplomaten täuscheit sich aber wie die Zeitungen, deren Informatio­nen falsch sind. Wir behalten jedoch die Hoffnung auf einen gv- vechtm dauerhaften Frieder: frei. Wir sind überzeugt, daß Jstalrerr heute wie gestern die Pflicht des Widerstandes ftkhlt.T r ibu na" erllätt: Atari weiß nicht, welche Schlußsolgerrcngen man aus den Tteit'CTt Schriftstücken ziehen kann. Man kann höchstens daraus er- selten, -daß die Anregung des Papstes, das große Wunder, endlich die Mittelmächte dazu zu bringen, ihre Plane urtd Msichten be­kanntzugeben, nicht einmal im Ansvngsstadium erreicht hat.Cor- riere della Sera" schreibt unter dem TitelEine Antwort, die rricht antwortete": Die Mittelmächte mrtworteten mrs die nück>- tigsien Punkte m der päpstlicl-eir Note überl^aupt nicht. Der Kanzler rülntt die guten Absichten des Kaisers, vergißt aber, von Polen, Serbien und Belgien zu sprechen. Auch über die Reckste Frankreichs, Italiens und Serbiens wird kein Wott verloren. Kaiser Karl küßt, anstatt zu antwotten, den lpäpstlichert Pantoffel.P o p o l v d'J t a- l ia" nennt die Antwott zynisch. ,^J>talia" schreibt: Wenn man auch nicht zu hoffen wagte, daß die Anrognrrg des Papstes eiuerc sofortigen Frieden zur Folge haben würde, so hat rnan doch ge­glaubt. daß, falls die Antwort der Mittelmächte endlich die Kriegs- zicle an geben würde, diese eine Fried ensbesprechung, werm auch rein Pol emischer Natur, nicht nur ernröglicht, forrdern mich unvermeidlich genrackrt hätte, iivas wahrickreirrlich eiuerr bedeu­tenden Schritt zum Fttederr bedeutet hätte. Airs der Antwort kann man aber leider nichts lierarrsleserr als eine allgemeine Zustirnntrmg zu dem päpstlichert Vorschlag.Secolo" schreibt: Niemand litt ernstlttft glauben'men, die Mittelmäckite wr'irden dein Papste die genmierr Frieden sbcdnrg'uit.ien bekaurttgel'eit. Die Mittelmächte re er­den dies bi" zu denr Talge, xvo die Macht der Umstünde sie drr'Ni) zwirrgen wird, die Wessen niederzNlegerr. niemals tun. Man bat aber immerhin keine zweideutigen Formeln erwartet. Tie ^Schriftstücke ertthalten aber nur naive Faseleien. Deutschland, das sich im ftaac. immer g^veigert hat, die Fvaae der Enlm^ssrrung rvnd des Sckneds- gerechtes zu eröttern, stimmt lMte demf G^daitldu der Herabschuug