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20.9.1917 Erstes Blatt
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Erstes Blatt

M. Jahrgang

Donnerstag, 26. September MI

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riffe bei Verdun blutig gescheitert.

(DTB.) Großes Hauptguarticr, 19. Er.pt.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

In % l a n o e t u mar zwischen dem Houthmrlster-Wald mrd Der Lys gestern den ganzen Tag über der Artillerie kämpf gesteigert. Das Zerstönmgsfcuer der feindlichen Batterien, denen unsere starke Gegenwirkung sichtlich Abbruch tat. lag wieder in heftigsten Feuerwellen aus unserer Abivehrzone. Abends und heute morgen nahm der Feind mehrmals Trom­melfeuer ab. ohne daß Jnfanterieangrisfe folgten.

Bei Lens urrd Et. Quentin herrschte lebhafte Gefechts- tätigkeit.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nordöstlich von E o i s s o n s. am Aisne-Marne-Kanal. and westlich Der Snippes-Nicdcrung, bekämpften sich die Ar tillcricit zeitweilig unter starken Munitionseinsatz.

Auf Dem Osttrfer der.Maas brachen die Franzosen nach kurzer, kräftiger Feu-ervorberritung westlich der Straße Be«u- mont-Vacherauvi!le in 3 Kilometer Breite zum Angriff vor. Die erste, in unserem Abwehrfeuer schnell weichende Sturm­welle Des Feindes wurde von den tiefgealicdert folgenden Re­serven zum erneuten Angriff vorgerissen. Auch dieser starke Sturm kam im Feuer und Nahkumpf zum Scheitern. In dem zurückflutendeu Haufen fand unsere Artillerie besonders lohnende Ziele.

Der Tag hat den Franzosen wieder hohe blutige Derluste ge ko stet. ohne ihnen d e n ge r i n g st e n V o r t e i l z n b r i n g e n.

*

Gestern sind 16 feindliche Flugzeuge zum Absturz ge­bracht worden. Vizefeldtvebcl Thom schob drei, Leutnant Thuy zwei Gegner ab.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz, tzeeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Bei Dünaburg und im Bogen von Luck hat die Feuertätigkeit der Russen merklich zugenommrn.

Front Des Generalobersten Erzherzog Josef.

Starke Angriffe der Rumänen richteten sich gegen un­sere Höhenstellungm südlich des Oitvztales. Der südlich von GrozeSzi anfänglich eingebrochene Feind wurde durch kräf­tigen Gegenstoß geworfen, im übrigen schon durch Feuer ab- gewiesen und büßte außer blutigen Verlusten zahlreiche Ge­fangene ein.

Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls von Mackensen

Bei Varnit a und Muncelul wiederholten rumänische Truppen ihre Angriffe, die ihnen erneut einen Mißerfolg

brachten.

Mazedonische Front.

Im Becken von Mo na sti r und in der Enge zwischen Prespa- und Ochrida-Soe verstärkte sich die Artillerietätigkeit. Oestlich des Doiran-Sees kam es zu Postengefechten. in Denen die Bulgaren englische gemischte Abteilungeil ver­trieben.

Der Erste Generalauartiermeifter L u d e n d o r f f.

4 -

Der Abendbericht.

Berlin. 19. Scpt.. abends. (WTV. Amtlich.)

Der Artilleriekampf in Flandern dauert an.

Sonst nichts Wesentliches.

ihrer Ansicht nach) unmöglichen, schädlichen Frieden. Wenn die Dinge so steh-eu, erwachsen harte Not­wendigkeiten. Da können keine vorzeitigen Reso lutionen ewigen Bestand haben. Da wird die ernste Frage an ein Volk gerichtet, ob cs die Kraft und Fähigkeit besitzt, durchzuhalten, bis ein ifyiu möglich c r Friede naht. Wir dürfen also heute nicht nur die Rechts- gedanken prüfen, von denen etwa die deutsche und die fran­zösische Kriegszielpolitik ansgeht, sondern wir müssen uns immer noch Vorhalten, mir es denn mit der Machtprobe aus sieht. Da ist es heute recht lohnend, einmal in die Spalten eines neutralen Blattes, des in 100000 Exemplaren ver­breitetenZürcher Tagesanzeigers", hiueinzublicken, lvo ein schweizerischer Pfarrer, Prof. Dr. A. Völliger, unsere deut schal Angelegercheiten prüft und kritisiert. DieKöln. Zig." gibt, indem sie dem Verfdsser kraftvoll beistimmt, aus dein Aufsatz folgende markanten Stellen wieder:

..Aus drei Nöten hat da- Allmächtige Deutschland gerettet. Es hat iil titanischem Ringen zu Land und zn Wasser der halben Welt standgehalten und ^hgesiegt. Es hat in dem Kriege Englands gegen Kinder. Frauen und Greise aus-gehalten mrd wird auch ferner den Anshungerungsverinch zuschanden nmchen. Es l>at spät säst zu späi da-?- verhängnisvolle Zandern überwunden, von seiner besten Waffe gegen England, dem ll -Boot, Gebrauch zu nmchen. Aber nachdem sie Gott aus drei Noten errettet hat, ist nun für die Deutschen die vierte und schlimmste gekommen: im Innern i|t ein Feind aufgestanderl. Deutschland, das bei seiner Einigkeit so'Herr lich da stand, ist, unter- Führung der Reichs tagsmelncheit, bereit, als ein törickiter Es an all die im heißen Kamps gewonnenen Vorteile chr ein Linsengericht öder mich gar sür nichts hinzu geben. Wir linksrheinischen Alemannen südlich des Oberrheins, die wir. sofern wtt nicht entartet sind, Tentschlrrnds Not. werm auch mit gsbrrndenen Händen, doch im Herznr mit durchgetämpst haben tragen an der neuen Wendung der Tinge schwer; und es dürste! nützlich sein, wenn einmal ein Deutschschweizer diese letzte Not von unserm Standpunkt aus ins Licht stellt.

Ein Verständimmgsfriede im Sinne des Berzichtfriedeirs bedeutet, das: England n.-alt'.iünlästig unversehrt ans dem .Biege hervor ginge. Man überlege; Frankreich blutet aus tausend Wunden; es ist an Gütern wie an RKuschen vcrarnrt, kann sich kaum mehr er holen und i,i jedenfalls unfähig, aus eigener Kraft sein Koloum! reich zu behaupten. Das arme Italien ist uoUeuM erschöpft. Der Zustand Rustlands ist in. jeder Hinsicht furchtbar. Aber nun das Er staunlichr; Deutschland, das in vier K'riegsjahrcn von Sreg zu Sieg eilte, befände sich im Falle eines Berzichtsriedens mit den genannten drei Festlandsstaaten in glicher Verdammnis. Es müßte bei einen, Vcrzichtsriedcn nach all seinen Siegen die Mlliardenschirldeu! der Kriegsn'ibrnng und die ra^Tn Milliarden fürWitwew, Waisen und Beteranenpensronen durri> dc,s zwanzigste Jahrhundert fchlep pen. Roch schlimmer: Es urüstte in seiner n borlänsigru Erschöp fuiig'jVuftaiüJ ir.rtb bei den crw-älmten finanziellen Ries-enanforderim geir gleich-,eilig gegen das sich seiner S eiz'aschaft und seine.' un gel.cuern Kolonialreichs erfrenonde England roettrülten. Es nutzste gleichzeitig Wettrüsten init dem i\t Fahr und Tag doch ntzeder er stärkenden Un-d nach Westen drängenden Rußland. Webe den Mm bcun Und Enkeln der Deutschen, die jetzt zu dnmt derartigen Fcw den die Hand lüsten!"

Wir brauchen solche Weckrufe aus denl Anslande, weil

unsere, in ihren Grundsätzen und Fehlern festgebissenen Par­teien bald nichts mehr sehen und hören als nur die eigen Rechthaberei.

Morgen soll die deutsche Antwortnote an den Papst veröffentlicht werden, und in einigen Tagen werden wir auch wieder vor einer Kanzlerrede im Reichstag stehen. Dann worden wir hoffentlich etwas mehr Klarheit haben als in dieser vorbereitenden Zeit, irr der nur Gerüchte und bittere Worte durch, die Luft fliegen. Wie seltsam! Erfolg über Erfolg an den Kriegsfronten, nitb eine wachsende Kluft im Innern! Ist diese Kluft nicht zN überbrücken? Hindenburg hofft es, indem er uns zürnst:Laßt uns den Burgfrieden erneuern!" Wird dies möglich sein? Der Burg­friede wurde willig und begeistert geschlossen, als die Gefahr bestand, daß der Krieg in unser eigenes Land hineingetra­gen würde, vor größter Gefahr, die uns gemeinsam bedrohte, reichten sich alle Derctschen die'Hände. Die Gefahr, daß die Feinde init ihren kriegerischen Anstrengungen uns überrennen könnten, besteht jetzt nicht mehr. Aber doch spricht Hindenbnrg noch vor: einem durchaus notwendigen Burgfrieden! Also müssen vor bcu Grenzen doch, noch Gefahren lauern, die uns strittige düuseincmbersetzungen im Jirnern nicht gestatten. In der Tat, große löefahren bestehen noch. Gefahren, die sich äußerlich nicht .mit so elementarer Wucht anzeigen wie eine militärische Offen­sive, die aber darum nicht kleiner sind. Wir brauchen uns nur an die letzte Rede des englischen Ministers Bonar Law zu erinnern, worin er sagte, daß die.Deutschen, wenn sie militärisch so Furchtbares leisteten, gewöhnlich doch glück­licherweise durch irgendeine Dununhe.it sich selbst geschadet und dem Gegner genutzt hätten. Wir müssen uns Vorhalten, daß einen Frieden zu schließen für crlt Volk unter Um stäu­ben noch eine größere Gefahr in sich birgt, als einen Krieg zu beginnen. Wenn nämlich ein nachteiliger, nicht der Volks­kraft -und der Kulturhöhe entsprechender Friededroht". Wenn wir die neue Erklärung des Ministeriums Painleva lesen, so tritt uns darin dieser Gedanke ebenfalls entgegen. Auch bieic 2vegtciunfl Frankreichs, lttäubt sich gegen einen

Der örterreichisch-rmgarische Tagesbericht.

W ien. 19. Setzt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vertantbarl: #

Oestlichcr K'iegsschauplab.

Beiderseits des Ojtoz Tales haben wir starke ru manische Angriffe abgeschlagen. Durch raschen Gegenstoß wurde der an einigen Stetten ein gedrungene Feind völlig geworfen. Seine Verluste sind erh'.blich.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Bei der Heeresgruppe des Feldmarschalls Freiherr von Eonrad führte der zur Wiedergewinnung eines vorüber- gehend den, Feinde überlassenen Frontstückes bei Carzano angesetzte Gegenangriff zu einem vollen Erfolge. An 6^ fangenen wurden hier 6 Offiziere und über 300 Mann ein. gebracht.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Del' Ehef des General stades.

Die Kämpfe in west und Äst.

Berlin, 19. Sept. (WTB.) Nach der ErschöpstmgS- pause in den Angriffen der Entente ist der Kampf an alten Fronten wieder ansgelebt. In Flandern entfalteten die Engländer neuerdings eine rege Dättgkoit. Außer den, starten Trommelfeuer mit gewaltigem MNnittonsernsatz. das an den verschiedensten Stellen schlagartig einsetzte, deuten auch Truppenbewegungen ans neue englische An- grisfsabsichten hin Westlich Ypern lourd.e mehrfach das Ansfüllen der englischen Trichter erkannt. Am Zillebeker Sicke- Und bei Bitten werden marfchlierende Kolonnen be-^ obachtet und unter ivirksamstes Feuer genommen. Die eng­lischen Infanterie- und ArtilleriesMwrgen litten beträclst- lich mtter der Abwehrwirknng der delutschen Mttllerie. Zahl­reiche starke Explosionen konnten festgesteNt werden. Im Artois war die Feuertätigkeit besonders bei Acheville ge­steigert. Nördlich des La Bassöe-Kanals gelang eS den Deutschen, nach Sprengen einer Mine deren Trichter z.n besetzen. Bei St. Quentin kam es m Patron,llenge-sechten. Die Ruine der Kathedrale von. St. Quentin erhielt mchrere Treffer.

An der 9kistrefvont war die Arttllerietätigkeit stark Ae- steiaert. Nördlich Reinrs drangen deutsche Stoßtrupps snd- östttch Conroy bis in den zweiten französischen Graben vor, sägten den Franzosen erhebliche Verluste zu und kehr­ten mit evrer AnLahl ^GejapL^uer Luxmi.

Auf dem östlichen Maasufer versuchten die Franzosen einen neuen Angriff. 4.20 Utyv nacknmttags brachen [t c^rtox l) kurzer, heftiger Fenervorbereitlrng in 3 Kilometer Breite vom Nordhang der Höhe 341 bis zur Straße Benunront -Bacher anville zum Angriff vor. Der, ersten An­griffswellen folgten tief gegliederte maskierte Reserven. Das deutsche Abwehrfeuer setzte nnnnttelbar, nachdem die ersten Franzosen ihre Gräben verlassen hatten, mit einem ver­nichtenden Eisenhagel ein. Die vordersten Sturmwellen kamen nicht einn,al bis an das deutsche Hindernis. Sie lehrten um und flüchteten, wurden aber von ber Wucht der nachdrängenden Reserven lvieder vor gerissen. Infolge ihrer Maskierung hatten diese in, deutschen Maschinerrgcavehr- euer furchtbare Verluste. Nur ein geringer Teil gelangte bis an die deutschen Gräben, wo er inedevgeinacht oder gefangengenonnnen »ourde. Die übrigen wandten sich jetzt allgemein zur Flucht. Verzweifelt mühten sich die über­lebenden Sturmtruppen, die steilen Hänge, die sie herab­gestürmt waren, wieder zu erklimmen, linier den regellos zurückflutenden dichten Massen sch ng das deutsche Ver nichtungssener vernichtend ein. Der Nordhang der Höhe 344 liegt voll toter Franzosen. Die Fliegertättgkeit war beider­seits außerordentlich rege. Deutsche Geschwader belegten Bahnhöfe und Trnppeinmterküufte in der Nacht von, 18. zum 19. September ausgiebig mit Bomben. In Vixeville entstand ein Brand, der lange Zeit anhielt. In Blercourt wurde ein Munitionslager in die Luft gesprengt.

Auch in, O st e n ist die Kanrpftättgkctt aufgelebt.. An der R i g a -F r o n t versuchten die Russen mehrere vergeblick)e Teilvorstöße in Stärke von einigen Kompagnien. In der Moldau hat ein neuer rusjijch-ruiuäilischer Aimriff ein­gesetzt. Starkem Feuer am Morgen des 18. September vom Oitoz- bis zum Easinu Tal folgte eine ?lnz>ahl sckvväch-- licher, erfolgloser Tei lang riffe nördlich der Glasfabrik. Am Nachmittag setzten dann nach neuer starker Arttttemevor-i bereitung von der Glasfabrik bis zur Oitoz-Sttaße hefttge tiefgeglieberte Angriffe, ein. An der Glasfabrik wurden sie restlos abgewiesen. Südlich Gvoccsci wurde ein rnmänischn Anfangserfolg durch Gegenstoß loieder völlig ausgeglichen. Bei Barnita wiederholten die- Rumänen die Angriffe des Vortages wiederum ohne jeden Erfolg, ebenso nordwestlich Muncelul, wo die Rumänen einen überraschenden Teil­vorstost versuchten, der im Abwehrfeuer her Verbündeten restlos Zusammenbruch.

Die Zustande in Rchiand.

Petersburg , 18. Sept. (WTB.) Meldung der Peters­burger TeLegvapheuagentur. Tie große d e m o k r a t i s ch, e Ko n f c- reuz wurde endgültig auf den 25. September festgesetzt. Es elmn'n nngefähr 800 Abgeordnete teil, die sänrtlick, durch Sonder- depesickeu ,ungeladen wurdeu, in denen -ihnen die «Mtwendigkettj nal-egelegt wich, alle Kräfte des Landes zu vreineu, ulm feine Verteidigung tzu organifi,ereil lind zur Bildung der festen rrvo^ lickionäre!, GeiMt beantragen. Im ganzen Lande begannen tzege Borbereituirgen »n dei, Wahlen für die v e r f a s s u n g s g e b e n d C B c v s a in! m l u u g. BezirlÄvaUcrusschüsse bildeten sich bereits in 10 Proviwen.

Amsterdam, 19. Sept. (WTB. Nichwmllrch.)Allgcmcen Handelsblad" meldet aus Petersburg, daß Kcrenski der vorläufigen Negierung nlitteilte, ec habe der, Besuch einer Abordnung des s i u u i s d;i e n £ t a a t e s empfangen, dila der vorlänsigeitz Regierung anlässtich, der Erweiterung dar finnischen Autonomie durch, das Delcel vom .')0. August ihr Verttauen ausgesprocl-ett Hab ei Die vorl>ä,ufige Regierung hat das Mnristerium für Lebenö- nnttel beauftragt, sofort Göttcidc- und Mjchlvorväte nach Iinnlandi zu schicken.

In Regierungskreisen >verden die Gerückte, daß der Sitz bei sttegieruua ltadj Moska n verlegt werden solle, in Abrede gestellt Es wird erklärt, daß bei den, Otückzuge aus Riga dieser Plan er­örtert ''ordern sei, daß sich bik Regierung »aber aus politische, Gründel, dagegen geivehrt hätte.

Kerenski Präsident?

Berlin, 19. Sept. (Priv.-Tel.) DerVerl. Lokasi cinz." meldet aus Wien: Die ZeitungRjetsch" verzeichnet das Gerücht, daß Kerenski nunmehr zum Präsidenlln, der Republik Rußland aufgerusen worden sei, um ihm ein sür alle Male die nöttge Autorität zu geben.

Vom Arbeiter- und Soldatenrat.

P et ersbürg, 19. Sept. (WTB. Nickstcuntl.) Rteldung der Petersb. Telegr. -Agt.: Angesichts der in der Vollsitzung des Ar­biter und Soldatenrates angeiwmnnmen Beschlüsse der Masima- listen, die die Forderung misstellten, daß die Gewalt von den Räten ilbernommen 'werde, ist das g e s n ,n t e Bnr ean des A rdei tc r und Soldat«rat es zu rück getreten, nämlich dr>- box- sitzende Tscheidse und die stellvertretenden Ersitzenden An,inmon^ Gotzdäd. SkolTeloiv, Derretelli und Dsch,eriww. Dre NeMvaM des Bureaus wird m der nächsten Sitzung stattfüunn,.

B c r l x n , 20. Sept. Wie vc-rsclnedenen Blättern beruhtet Nnrd, Ixit der Arbeiter- und Sowatenrat mit 231 twgen 140 Stimmen dein Direttoriim, den Wunsch nach einer Amnestie für Kornilow- und die der Meuterei besckMldigten 32 ölenerale übermittelt.

Prozesse wegen Gehorsam-verweigernng.

Petersburg, 19. Sept. (WTB. NickftcnntlichO Dtel- dung der Petersburger Telegraphenageutur. In Kiew, Minsk und einigen arrderen Städten haben die Gerichts­verfahren gegen Soldaten, die der maximalisttschen sozial­demokratischen Partei -angehören und wegen Verbrüde­rung n, i t den Deuts ch e n oder wegen G ehorsa,ns- v e r in e i g e r u u g in, Kampfe angeklugt sind, begonnen. Bei ählckichen Prozessen in Pskow lourden 35 Soldaten zu Zwangsarbeit vrm 610 Jahre», verurteilt.

Der Prozeß Snchomlinow.

Petersburg, 19. Sept. «WTB.) Meldung der Peuers-' burger Telegraphenagentnr. 9<\icl; Erschöpsnim der Zeugenlist« tvurde der Angeklagte ausgesordert, Erklärungen im

üunmejibange abzugebeu. Ter ehenmlige Pttnister, der durch di«