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15.9.1917 Erstes Blatt
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Erster Blatt

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ltzr. Jahrgang

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Zamrtag. 15. September \9\l

General-Anzeiger fir Oberhessen

S«illK?§!i,nd»n«k «. Verlag: vrühl'sche Un-i».-vuch- «. LtriiiLruSerri rr. rangt. LchriftleiMllg, Seschästrstel!« u. Druckerei: Schulftr. 7.

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Brmkvertehr: SeVerbebmtt Gießen

Lutuaume

st die Lagesnurnmer ia» zum Nachmittag vorher.

Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswär­tige Änzergen 26 Pf-, . b. Plahvorfchrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf bei PtatzvoffchriflWPf. Hauptfchristlerter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes rr.Be- richtsfaal: Fr. R. Zenz; Anzeigentelt: H. Beck; sämtlich in Gießen.

widerspruchsvolle Nachrichten aus Rutzland.

VochemSSbvS.

HdÄionÄUDg hat die Hanrbtrrger Kaufmannschaft zur Be- kuutLruig ihres SisgeswÄlsns urstt einigen Sätzen begläcö- widrscht. die die au-genblicklichie Lage vortrefflich beleuchten und das rnchige Bwttrcmerr des Äzttes crufs neue starten werden: ,HLlt das deutsche V^k in unerschütterlicher Treue zu seinem Kaiser brüderlich zusammen, um den schon schwankenden Feind zu Boden zu ringen, wer will ihm bm Sieg dann noch entreißcnr?" In allen deutschen Gcrueu war der Zorn aarsge^lamnrL über die neue Dreistigkeit des aiuerikauischen Präsidenten, der sich einbildet, das deartsch'e Volk sei so lüstern nach einem schleunigen Frieden, daß es alles in den Staub würfe, was ihm teuer und heilig :aar. Wilson will mit keiner kaiserlichen Regierung Frieden schließen, er liebäugelt rnit unseren demokratischen Prin­zipienreitern und Melt mit dem Gedanken, die Deutschen türmten ihren Kaiser angehen, die Krone niederzulegen, um '.nit der Gründung einer schwachen Republik einen Frieden non Amerikas und Englands Gnaden entgegenUmehmen. Wenige Wage daraus haben des Kaisers siegreiche .Heere Riga genommen? In diesen harten .Kriegsjahren haben wir nichts- von einer Schsvctthe unseres Kah'ertums kennen gelernt. Keine Anstrengungen imd kerne Aufgebote der Feinde haben uns belehren können, daß der ll eberfall auf unser Reich von einem parlamentarischen System bester abgewehrt worden wäre, lind daß der Kaiser an denr Aus­bruch des Weltkrieges sckMdlvs ist, davon ist auch die äußerste Linke ini Reiche überzeugt, so daß Wilson also rotrüick nur mit einer Treulosigkeit rechnen, kann, er auf den Umsturz unseres Regierungssystems seine Öffnungen aufbant. 'So sirrd die überall emporsäneßerrdeu Iknderrschastlichen ProtestEundgebiung^i wohl zu verstehen, so ist es aber auch, Ku verstehen, daß man an die Wurzeln des Hebels näher herangeht und vom der Erpressertaktik demokratischer Apostel immer widerwlilliger sich abwerider.

- Daß mit Hilfe der bekannten Reichs tags Mehrheit noch nrehr in der Schwächurrg 'und Zersplitterung der deutschen Kräfte geschehen kärnre, darauf beruht die gege^rwärtige Politik unserer Hauptgegner. Es bedarf vielleicht nicht eines be­sonderen Kamp ses der vor einigem Tagen neugegründeten Deutschen Baterlandsportei, die sich die Einigung der Deutschen vor dem Feinde Zur 2Lufgabe gestellt hat, um die ^teichstagsnrehrhert von gefährlichen icnd verderblichen Bahnen at^ulenken Die SozialdemoLrajie wird bei der Ver- ranrttchert ihrer Führer freilich von ihren fragwürdigen Zielen nichts aufgeben, aber die zweite große Mehrhers­parter, das Zentrum, wird nicht ohne Selbstbesinnung an den letzten Erechnffsen, die stärker sind als die Menschen und stärker auch als die VermittLungstat des Papstes, vor- übevgsgäugen sein. In einer großen Versammlung des bayerischen Bauernbundes sprachen am Mittwoch die ZentruMsabgeordneten Dr. Srhlittenbauer und Dr. Hernr. Beide wandten sich unter großem Beifall gegen die Politik Erzbergers und Scheidemanns. Die Fri'edensent- schließung des Reichstags wurde da als dasKind einer pessimistischen Katerstimmung bei gewffsen führenden Per­sönlichkeiten" bezeichnet, der Reichstag habe sich, so erklärte Dr. Heim wörtlich,von einem Alleswisser und Wichtig­macher cm der Nase heruni führen lassen". Einzelne Zen- rrumsblätter machen rn demselben Sinne Stimmung. Wir brauchen also wohl nicht einen neueu Reichstag zu wählen, irm ,chen schon schwankenden Feind zu Boden zu ringen".

Wen hatte Hindenburg mit diesemschon schwörenden Feind" gemeint? Einige Blätter hatten das Gerücht ver­zeichnet, England habe ein mehr oder weniger offenes Friedensangebot gemacht. Es wurde davon gesprochen, ^rsslaud habe uns gegen die Wiederherstellung Belgiens freie Hand im Osten gelassen, einen Gebietsaustmstch Deutschlands mit Frankreich vorgeschLagen und sei bereit, die deutschen Kolonien, mit Ausnahme von Südwestafrika, das die Buren uns nicht mehr überlassen wollten, herauszu­geben. Allein das sind, solange die amtlichen Mellen sich der OeffentlicAett gegenüber ausschwetgen, fragwürdige Mutmaßungen. Zweifellos ist an der englischen Srversicht viel abaebröckelt; einen Beweis dafür bietet die bei einem Gastmahl zu Ehren eines amerikanischen Abgeordneten ge­haltene Rede Bonar Laws, worin der militärischen Kraft, die Deutschland gezeigt habe, die höchste Bewundernna ge­zollt wird und rrn Hinblick auf das Ausscheiden der' rust^chen Militärmacht dem Besucher das L^mplirnent gemacht wird, das in WirMchteir ein tiefer Setzer ist:Was wäre unsere Lage heute ohne das ameriSanische Volk?" Der schvankende Fernd, der heute das Weltbühnenbild vorwiegend beherrscht, ist der besonders auserwählte Gegner Hirrdenburas ^ Rußland.

Der spannende und tragische Arrlauf, den das Drama nmrmt, erinnert uns äußerlich an die großen Tage des römischen Weltreiches, da die 3-ddalen Cäsar und Pomvexus sich um die Herrschaft strrtten. KormSmo, der mit seinem Heere auf die Hauptstadt losrückt, träumte vielleicht äwfc 0011 . bivtle des ersten Korffuls der fran­

zösischen Republik. Ob er das Zutrauen führender revolutionärer Kräfte besitzt, ist durch widerspruchsvolle letzte Meldungen ungewiß geworden. Kercnski sammelte seine Anhängerschar, angeb luh, um KverrLlovi zur kriegerischen. Entscheidurrg eutgegenzurückeu. Wie sein Vorbild ans dem Altertum, Pompejus, wird er es schwerlich Mr lIchsachi kommen lassen, urrd ec loird vermutlich überhaupt die Rolle des Rivalen Casars nicht zu Ende spreieu. Aber auch .Kor- nchow ist nur ein winziger Cäsar: er hat kein (torflini er- i'OCTt und ist im GcgeutE ein Uüchklrrtg vor derer Schwerte HmdenbnLgü. Z«u ftrtftfettea senras Ähcgs^os ßefcrt ihni

dieses Stück der Weltgeschichte keinen Sauerstoff; die Leiter, auf der er zur Macht gelaugt, ist gänzlich morsch und brüchig. Fast fühlt man sich an das Dodeswort des (deibel- scheu Tiberins erinnert:Wenn's Götter güb', auf diesem Berg von Scherben vernnöcht' ein Gott selbst nicht mehr Frucht zu ziehn." Wir wissen nicht, ivelche Saat heute oder urorgen in Petersburg aufgehen wird, aber wir haben nrit Rußland und seinen Schroierigkeiten die gleiche Sympathie wie Bonar Law, nur daß wir an einen andern Sieg der Vernunft bei dem unglücklichen Botte glauben, als der englische Redner.

Ereignisse von geringerem dramatischen Gepräge und Wert waren der Kabinettswechsel in Frankreich und die amerikanische Auftegung über die DepescheriVermitt­lung durch Schweden. Dem Kabinett Ribot ist ein Kabinett Painlevs gefolgt, das die Politik Frankreichs in dem bis­herigen Kurse weiterführen wird, denn Painlevs, der frühere Kriegsminister, bleibt in diesem Amte auch als Minister­präsident, und Herr Ribot behält die Leitung der austvärti- gen Geschäfte. Die radikal-sozialistische Partei hat einige un­bekannte Größen als Mitarbeiter gestellt, während die Partei der Sozialisten ausgcschaltet wurde. Es ist charakteristisch, daß ein führendes demokratisches Blatt, dieFrankfurter Zeitimg"-fffeststellt, Präsident Poincare habe durch diese von ihm ersonnene Lösung, dem Geist der parlamentarischen Re­publik zuwider, seine nationalistisch-reaktionäre Tendenz zum Siege geführt. Hinter dem Mantel der vielgerühmtcn Demo­kratie spielt sich eben vorwiegend ein Schacher um egoistische Juter^sen »ch. Wie aufklärend wirkt daneben die neueste Ver- öfferttlichuug derNordd. Allgem. Ztg." von dem Tele­gramm unseres KÄsers an den früheren Zaren, worin dieser den dringerrdeu Rat erhält, in der Frage der Friedensver- haudlungeu mit Japan die Mitwirkung der Volksvertretung herbeizuführen! In der jetzt oft beliebten Verdrehung von Schein und Sem sirrd solche tatsächlichen Feststellungen sicherlich nicht ohne Wert.

Die Aufklärung über die Entwcndurtg chiffrier­ter Depeschen, die Schweden von Argentinien nach Deutschland vermitteln sollte, ist jetzt so weit gediehen, daß man der deutschen Diplomatie gewisse Vorwürfe nicht er­sparen kann. Daß Sck>webens Handlungsweise einwandfrei und dem Geiste der Neutralität nicht abgekehrt war, ist, be­sonders durch den Hinweis auf ein gleichartiges Verhalten des vormals neutralen Amerika, klar erwiesen. Wie aber war es möglich, daß auch'in diesem Falle wieder die Ameri­kaner den Schlüssel zur Geheimschrift des deutschen Gesandten finden konnten! Der Wortlaut der jetzt auch von der deut­schen Presse veröffentlichten fraglichen drei Telegramme war wirklich nicht für fremde Ohren bestimmt, am wenigsten für diejenigen des argentinischen Ministers, die Graf Luxburg, unser Vertreter, für lange Eselsohren zu halten geneigt war. Es ist noch unentschieden, ob dieser argentinische Fall so ver­hältnismäßig harmlos vorübergehen kann wie der vorzeitig verratene Bündnisversuch unseres früheren Staatssekretärs Zimmermann.

(WTV.) Großes Hauptquartier, 14. Scpt. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In Flandern verstärkte sich der seit Mittag ?>wffchen dem Hottchonlste-Wald rmd dem Kanal von CominesUpern heftige Artilleriekampf abends and frühmorgens nördlich mn Frezcnberg zum Trommelfeuer. Englische Angrifft find nicht erfolgt.

In der Nacht vom 12. zum 13. Septenrber warfen Württembergische Komparpiien den Feind m.rS einem Wald­stück nördlich von Langencarck. Zahlreiche Engländer wur- fcen gefangen zurückgeführt.

ZM Artois und nördlich von St. Ouentin hatten mel^ rere Erknndungsunternehmen Er'ftlg. Gefangene und Beute­stücke sielen in unsere Hand.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

Westlich von Guignieourt an der AiSne drangen west­fälische rmd hanseatische Sturmtruppen in die zweite fran- Bsische Linie, fügten im Grabenkampf dem Feind schwere Verluste zu und kehrten mit Gefangenen zurück.

In der Champagne und vor Verdun steigerte sich die Artillerretättgkeit nur in einzelnen Wschnitten zu größerer Stärke.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Ostsee und Schwarzem Meer keine Kampf­handlungen von Bedeutung.

Mazedonische Front.

Am Qckttida-See ist die Lage unverändert.

Der Erste Gencrnlqnarttermeister Ludendorff.

Der Abenddericht.

Berlin, 14. Sept., abends. (WTB. Amtlich)

Lebhafter Artilleriekampf nur in einigen Abschnitten der drordoftfrmrt von Berdnn.

*

Der Ssterreichisch-ungarifHc Tagesbericht.

Wien, 14. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarti

Italienischer Kriegsschauplatz.

Am Nordhang des Rtonte San Gabriele wurden drei starte Anarifft der Italiener abgeschlagen.

Sonst ist über keine Front Besondeves zu melden.

Der Chef des Generalstabes.

Rornilow und Kerensff.

London, 14. Sept. (WTB.) Reuter meldet aus Peters­burg vom 13. Sept.: Die Blätter berichten, daß Kornilow seine Unterwerfung unter gewissen Bedingnrcgen an- geboten hat. Die Regierung verlangt bedingunaslose Unter- werfung. Die aus führenden Llüsschüsse der Arbeiter- und Soldatenräte urid Barrernräte hielten eine Bersammlimg ab, in der das Kornplott Kornilows besprochen wurde. Der Ar- beitsminister teilte mit, daß nach dem Mißglücken des Abew- beuers Kornilows und der Uebergabe seines ^Hauptquartiers binnen kurzem die ganze Armeeverwaltung geändert würde. Die Regierung handele übereinsttmmend mit der revolutio­nären Demokratie. Sie habe gesiegt, dürft aber nicht we­niger wachsam sein, denn es würden neue gegenrevoLutio- näre Versuche unterirommen werden. Man habe Beweise für das gefährliche Treiben des Kosakenhettnans Generals Ka- ledin gefunden. Die neue Regierung müsse von den Ele­menten, die irgendwie mit Kornilow in Verbindung ge­standen hätten, gesäubert werden. Der Minister des Innern meinte, die russffchen Fronten seien infolge des Auftretens von Kornilow ohne Verteidigungsmittel und ohne Ober­befehlshaber gewesen. Kornilow müsse sehr schwer bestraft werden. Die Regierung werde nichts tun, um seine Buße zu mildern. Die Regierung habe die Aufgabe, alle gegenrevo- lutionären Anschläge zu bekärnpfen, die Freiheit zu^scMtzen ilnd das Vaterland gegen den äußeren Feind zu verteidigen. Tseretelli verlangte die sofortige Auflösung der Duma^

Petersburg, 13. Sept. (WTB.) Meldung der Pe­tersburger Telegraphenagentur. Das vollständige Schei­tern des Aufftandes Kornllows gegen die einstweilige Re­gierung rief eine Flut von Beschlüssen, Erklärun­gen und Entschließungen in ganz Rußland hervor, die der Regierung von allen Seiten in den stärksten Ausdrücken die Treue und Evgebenheil der demokratischen Bereinigungen, Garnisonen und der sonstigen Truvpenteile aussprechen. So erklärt die Garnison von Kasan, daß das Heil des Vaterlandes aus der Befestig^rirg der einstweiligen Regierung beruhe. Die Garnison von Saratow hielt eine Parade zu Ehren Kerenskis ab und sprach Kornilow ihre Verachtung aus. Der Semsttvo von Dambow beschloß in einer außevordenllichen Sitzung, die Regierung zu unter­stützen und die Bevälkerung der Provinz auch dazu auszu­fordern. Der Stadtrat von Nischni Nowgorod telegraphierte an Kerenski, daß er die Verschwärung Korrrilows als staats­feindlich ansehe. Die Einwohner der Stadt wurden durch einen Anschlag zur Sammlung um die Regierung auf­gefordert. Die Petersburger Zeittmgen sind voll von De­peschen zahlloser äfsentlicher Körperschaften, die der Regie­rung ihre Treue versichern und die Aburteilung Kornilows verlangen und so das Bild von dem Zusammenbruch seines Abenteuers vervollständigen.

Petersburg, 13. Sept. (WTB.) Meldmrg der Peters­burger Telegraphen-Agentur. Frnanzminister Nekrasow, der Vizepräsident des Ministerrates, ist zirrückgetreten. Der Minister der auswärtigen Airgelegenheiten Derestschenko wird Vizepräsident des umgebildeten Kabinetts werden.

Die Regierung -schickte einer: Ausschuß ^ins Hauptquartier m Erhebungen über die Verschwörung Korniwws. Gerreral Alexejew, der neue Chef des Großen Generalstabes, ist ins 5)aup tquartier ab gereist.

Rotterdam, 14. Sept. (WTB. Nichtamtl.)Dailv Mail" berichtet aus Petersburg vom Mittwoch: Es scheint, daß Kor- nilow vollstärrdig isoliert ist und weder auf die Hilft der Armee noch mrs die Sympathien der Bevölkerung rechnen kann. In Reaierungskreiftn glaubt num, daß der Chef des General- Itabs, Luchowski, die ganze Sache eingefädelt bat. Luchowscki arbeitete früher mit Suchomlinvw und Pvliwanow zusannnen und hatte reaktionäre Neigungen. Die Eisenbahner haben sofort die Partei der Regierung ergriffen, ^vas wesentlich dazu beigettagen! hat, die Ruhe im Lande z-u bervahren. Die Entscheidung über dch militärstchen Operationen >vird Alexejew überlassen bleiben Kerenski wird in allen Fragen der .Kriegspolittk zu entscheiden haben. Die Außbellung des neuen Kabinetts ist noch nicÄ beendet Kerenski i1t für ein KoalitionsKabinett, in dem alle Parteien ver­treten sind, beabsickitigt aber, wenn die Parteien an der Kabinetts^ bildung sich mckit beteiligen wollen, ein sozialistisches Kabinett m bilden.

Petersburg, 13. Sept. (WTB.) Reuterineldung. Der Hetman der Donkosaken Kuledin ließ den Arbeiter- und Soldaterrrat in Rostow am Don verhaften.

Minister Nekrasow erklärte gegenüber Journalisten, daß die Bewegung sofort unterdrückt würde.

Ein Ausruf KerenSkis.

Petersburg, 13. Sept. (WTB.) Der neue Ober­befehlshaber Kerenski hat an die Armee und die Flotte einen Tagesbefehl erlassen, in dem es u. a. heißt: Der sinn­lose Versuch einer Revolte, der von dem früheren Ober­befehlshaber und einer Handvoll Generalen unternommen wurde, ist vollständig gescheitert. Die Schuldigen werden dem revolutionären Kriegsgericht übergeben. Die Lösung der Re volution ohne Blutvergießen erwies den gesunden Verstand des russischen Volkes.

Armee und Flotte, alle Generale, Admirale, Offiziere. Soldaten und Matrosen, die einem furchtbaren Feinde gegen­überstehen, blieben ihrer Pflicht gegenüber dem Baterlande und der gesetzmäßigen Regierung treu. Sechs Monate eines freien politischen Lebens haben bei allen die Ueberzeugung gefestigt, daß im gegenwärttgen Augenblick alle unüberleg­ten und extremen Forderungen nur den Staat erschüttern. Jeder Soldat rmd jeder General möge wissen, daß f«de Nicht Unterwerfung unter die Gewalt von l-eute künftig unerbit! - lich bestraft werden wird. Im gegenwärtigen Auge' «ici müssen alle Kräfte der Nation vor allem gerichtet sein auf die Verteidigung des Vaterlandes gegen den äußeren Feind.