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7.9.1917 Erstes Blatt
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Von Riga bis Dünaburg

Hriegs&mfe aus dem Osten.

N«r unserem zum Ostheer entscmdten Kriegsberichterstatter. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Die Einnahme Rigas.

Riga, % September. _ Zwei Tage nach Beginn der Operation ist die alte deutsche Riga, die HonLelsherrin der nördlichen Ostsee, die nie vergessene Lachter txm Lübeck und Bremen, von deutschen Truppen genommen worden. Tie Größe des Sieges wird nur von der SchnelllgLeit übertooffen, mit der er errungen wurde. Am 1. wurde bei UeMll die Düna überschritten und über Klcrusin, Glasneck, Maschrn in portlausendem Gefecht gegen.den kleineren Iagel vor­gedrückt. Am 2. wurde nach hefügen Waldkäinpfen, bei idnren Infanterie und Minenwerfer glänzend zusammenarbeitctnr, der Jägel überschritten, und die Spitze war schon ans dem Bormarsch gegen Bahn und Straße Riga-Wenden-Welk, der einzigen, den Shiffeu noch verbliebenen Rüctzugssttaße in Richtung Petersburg. Mit dieser rasch zupacketiden Operation Mar daS Schicksal Rigas entschieden. Gleich eilig begann aur 2. von der Kokkau-Stellung der Stoß lmigs des Westufers der Düna gegen die Mitauer Borstadt Rigas, ckcach Riedertarnpfung der russischen Batterien brach diese Gruppe am Morgen des 2. vor, Teile wurden auf die Insel Dalen abgezweigt. Der Widerstand der Russen bei Wawer »rar gebrochen! Am Abend des 2. sahen die vorwärts gehenden und 'wie freudig vorwärtsgehenden Regimenter die Pontonbrücke von Darumb brennend dünaabwärts treiben. Zwifckien 11 mxb 12 Uhr wurde am 3.^die Mitauer Borstadt exveidyt. Tie große Eisenbahn- und die Straßenbrücke flogen bei Ammherung der ersten Partrouitlen ffr die Luft.

Bon den .gesprengten Brücken sah man drüben Riga unter mächtigem Wollenhimmel liegen. Stromabwärts brannte die Holz­brücke in hellen flammen, Rauchfahnen schwangen sich aus der Stadt empor, aber der Blick.vom Ufer erkannte doch schon, daß die schmren alten Häuser der Hansastadt, die sich weithin weitete, an den Uferstraßen unbeschädigt waren. Licht uird schlank h)b sich der Turm von St. Peter in btn Himmel,, der alte Domturm hob sich leuchtend vom grauschwarzen Hintergrund, dazwischen glänzte

der zierliche Rathausturm, breit floß die Düna zu unseren Füßen. Mau fühlte den gvoßeu Herzschlag der Stunde.

Was drüben war, wußte niemand, noch vor einer Stunde hatten russische Patrouillen hinübergeschossen, zwei schnell ab- whrnmde russische Kreuzer hatten Granaten geschickt, und der Ein schlaf in den Holzhäusern zur Linken stammte wohl von dfntn. Ta man aber deutlich am Ufer hin und her geltende Bürger ernannte, nahmen ivir einen Kahn und fuhren hinüber. Trüben ftreckten sich uns Hände entgegen, freundliche Ruse:Willkommen", eure rührende Freude umgab uns. Seit einer Stunde waren die ersten truppen der im Südoslen ein gedrungenen Divisionen in Riga.

. Die hackten schwere Kämpfe hinter sich. Rach dem Uebergang bei ^ Aiver-Jnsel fanden sie schweren russischen Widerstand vor den rustisck'en starken Stellungen, vor dem Gerlings-Bruck). Nach dem neolick^en Vormittag des 2. September wurde um Mittag der Durchbruch ans der Linie Gut Amalieirhof-Grisenhof beschlossen, trotzdem die Russen über Tesa und Sawesch in Krafttvagentolonnen alles heranbrachten, was sie an guten Truppen zur Verfügung rn Riga hatten, um im letzten .Augenblick die Katastrophe zu werrden. Um 2 Uhr brach die Infanterie ein, aber sofort entwickelten sich heftige russische Gegenangriffe,- in dichten Massen schickten die Rußen ihee besten Bataillone in das Waldgelände vor. Tie ganze Nacht, vom 2.,irm 3., dauerten diese t eigegliederten Gegenangriffe, die in blutigen Nalffämpfen abgeiviesen wurden, lim 5 Uhr mor- brach der letzte Angriff zusammen, die Russen gaben das verzwerslftcke L^piel auf. Ihre Rückzugstraßen waren bedroht am Westuser und der Olaifvont näherte man sich Riga, sie banteu imter dem Schutze des Mrgeun' els ab. Noch gab es ein kurzes erbittertes Gefecht bei Wauer sch, aber der Marsch aus Riga war nicht mehr aufzuhalten. G Mittag drangen die entert .Datw'uftlen dicht am Oftufer der Tütia ein, und um 3 Uhr war die ^lltftadt von den Truppen der Hauptgruppe bis zur Tuna durchschritten.

Sie fanden eine Stadt, die in fiebernder Freude auf den Ein­marsch der weutfcheii gewariet Halle. Die lelften zrvei Jahre, in denen ln der durchaus deutschen Stadt jedes deutsche Wort verboten war, in denen man in den Straßenschildern die jahrhundertealten deutschen Namen gestrichen hatte, in denen .deutsch" gleich mitverdächtig" galt, hatten jedem gezeigt, was Riga von Nutzland zu erivarten hatte. Das Benehmen der abziehenden Russen be- ivies dann deutlich noch: uns gilt Riga nichts! Sie liehen Marodeuren, Letten, plündernden Soldaten freies Spiel, und so wurden alle Läden ohne Aus- nahnie schamlos geplündert, die Einwohner terro­risiert. Das war Rußlands letztes Wort an Riga! Um 9 Uhr inorgens begännen die Ausschreitungen, und nur das außerordentlich schnelle Eingreifen der deutschen Truppen verhütete größeres Ni,glück. Wasserleitung, Elektrizitätswerk find erhalten. Tie Rigaische Bahn verkehrt heute. Da der Oberbefehls­haber Ost, Prinz Leopold, in die befreite Stadt zog, war Riga in einern Freudenrausch. Dian hatte das heiße Erlebnis eines Siegestages in einer deiitschen ^tadt. Baten gesierir die Rigaer, die jeden Einzelnen mit Fragen und Ausdrücken ihres übervollen Her­zens überschütteten, laßt unsDeutschland über alles" singen, so spielt^heute die deutsche Militär­kapelle bei strahlender Siegessonne aui dem Theater­platz und die Hurras wollen nicht aushören. Eden, da ich dies schreibe, steht eine tausendköpfige Men­schenmenge vor dem .Hotel de Rome", um den Prinzen zu erivarten. Vom Feilster sehe ich aus hunderte glückliche Gesichter, und der Marsch Deutschland hoch in Ehren" dröhnt zum Fenster herein Soldaten strahlend und Bürger zusammen summen mit:Haltet aus!' Haltet ans!"

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Die Veröffentlichung der damals entstarwenen diplomatischen Dokumente über den

Schritt Ten tschlnnds zur Erholtnngdes Friedens ist später rnf russischen Wunsch unterblieben, da es Iswolski nwhl peinlich war, in der Welt zuzugeben, daß er in dem kritischen Moment, wo der Karren seiner Polftik vollkommen festgefahren war, keinen anderen Rat giewußt hatte, als den deutschen Reichs­kanzler um Hilfe anzurufen.

Auch 1913 während der Balkankrise war Deutschland nicht nur weit davon entfernt, an den Krieg mit Rußland auch nur zu denken. Tie deutsche Regierung wirkte vielmehr, wo sie nur stormte, im Sinne einer Entspannung zwischen Oesterreich-Ungarn, und Rußland. Bekanntlich ist die Entspannung zum großen Teil -auf einen persönlichen Gedankenaustausch znrückznsühren, der da­mals zwischen Kaiser Franz Josef uiid dem Zaren stattsand, der in der Mission des Prinzen Hohenlohe nach Petersburg nach außen hin zum Ausdruck kam. Oesterreich-Ungarn trat mit Ruß- ltand in einen Gedankenaustausch über die beiderseftige Verminde- eung der Grenztruppen ein. der trotz der

He tzere i enoes Groß für st enRikolaiNikolaje witsch und seiner Schwägerin, der Großfürstin Militza, zu dem gewünsch­ten Ziele der.Sicherung des Friedens führte. Der damalige russische Ministerpräsident Kokowtzew betonte dem Grafen Pourtalös gegen­über besonders die Verdienste, die sich Deutschland während der ganzen Krise um die Friedenssache erworben hatte. Der Zar er­kannte die Verdienste dankbar an. Erwähnenswert ist das Schreiben des Kaisers vom 24. Februar 1913 an den später ruchlos ermorde- ten Erzherzog Franz Ferdinand amt Oesterreich-Este, in dem es wörtltch heißt: Ich möchte glauben, daß Ihr die allmähliche 'Rückgängigmachmg der getroffenen Maßnahmen unbedenklich ins Auge fassen könntet, natürlich unter der Voraussetzung, daß Rußland dasselbe tut. Es würde aber nach meinen Nachrichten zweifellos auch cintreten. Vielleicht lyat die Mission von Hohen­lohe in dieser Hinsicht schon die Wege geebnet. Ichivürde das sehr begrüßen. Oesterreich-Ungarn würde dadurch der Welt beweisen,; daß es nicht nervös ist, und zugleich die Synrpathie aller auf seine Seite ziehen.

!Vor dem vielfach und bei jeder Gelegenheit betätigten Frie­denswillen des Deutschen Kaisers und der deutschst Regierung, die offen vor aller Welt klarliegen, zerschellen alle Verleumdungen bösartiger Erfinder, zu denen Herr Michelson gehört.

Die Mobilmachung Rußlands.

Wien, 6. Sept. (WTB.) Anknüpfend an die Äuße­rungen des deutschen Reichskanzlers über die Enthüllungen nn Prozeß Suchomlinow erinnert dasFremdenblatt" an die Tatsache, die imFremdenblatt" bereits veröffentlicht worden ist. Der Chefredakteur desFremdenblatt" besuchte arn 30. Juli 1914 8V2 Uhr früh den englischen Botschafter Bunsen, dieser erklärte im Laufe des Gespräches, daß ihm sein russischer Kollege Schebeko am 29. Juli abends mitgeteilt habe, daß er aus Petersburg die Nachricht der Mobilisierung der russischen Armee erhalten habe. Aus dieser Tatsache geht hervor, so erklärt dasFremdenblatt", oaß auch der'da­malige russische Minister des Aeußern Sasanow in der Ver­schwörung gegen den Frieden eitle hervorragende Rolle ge­spielt hat, daß auch Sasonow am 29. Juli, also am selben Tage, wo General Januschkewitsch sein Ehrenwort verpfän­det hat, daß die russische Mobilmachung noch nicht erfolgt sei den russischen Botschaftern und Gesandten die Mitteilung machte von der erfolgten Mobilisierung. Diese Tatsache sei ein neuer Beweis dafür, wen die Schuld am Ausbruche des Krie­ges trifft.

Ein bulgarischer Protest.

Sofia, 5. Sept. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Teleßraphenagenckur. Die bulgarische Regierung richtete an die ihr verbündeten und oie neutralen Regierungen eine Note, morm sie nochmals mit aller Kraft gegen die barba­

rische Behandlung protestiert, die den nach der Veröffent­lichung des rumänischen Mobilmachungserlasses aus der Dobrudscha gewaltsam entführteti und ins Innere Rumä- ittens gebrachten bulgarischen Stammes gen offen zuteil wurde, und worin sie darauf besteht, daß den Weg ge führten die Rückkehr zu ihren Familien bewilligt werde. Sie erklärt, daß sie die Uebersendurrg der bereits wiederholt verlangten vollständigen Listen als eine Anbahnung der>sung betrack)- ten würde, die sich im vorliegenden Falle ganz natürlicher- ioeise aufdränbe, nämlich die 5)eimsendnng der Weggeführ­ten. Die Regierung erklärt schließlich, daß sie, wenn sie keine Genugtuung erhalte, gezivungen sein werde, Vergel­tung zu üben und eine ensiprechende Zahl Rumänen, die m den von den königlichen Arrneen in Rumänien besetzten Gebieten festgenommen werden, in Bulgarien seschalten zu lassen.

Neger gegen Franzosen.

Berlin, 6. Sept. (WTB.) Französische Gefangene von der Salonikifront sagen ans: Mitte Juli weigerte sich ein Batarllotl des Infaiiterie-Regiments 372 der 57. französi­schen Reservedivision, in Stellung zu gehen. Darauf wur­den Senegaltruppen gegen die weißen Franzosen aufge- boten, die die Meuterei tinterdrückten. So werden mit Negern und mit Waffengewalt die Franzosen durch ihre eigene Advokatenregierung in die Schützengräbleit gejagt, mit gegen die Deutschen zu kämpfen, bis sie 'den Segen der Dem-oKatte begriffen haben.

Lscine Entsendung japanischer Truppen.

London, 5. September. (WTB.) Das Siatlerfdye Bureau er- Tftlyrt, daß Nicht das geringste bekannt ist von einer 'angeblichen Entsendung japanischer Truppen, um Rußlatch Hilfe m briirgen. Es könne erklärt )verden, das; iftcht ein einziger japanlsck^er Soldat nach der Mandschurei gesanbt worden ist. Die betteffenden Mel­dungen scheinen daher auf Erfindungen zu beruhen, die einen Teil der deutschen Propaganda bilden.

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Aus Oftafrika.

Belgi scher Bericht, 5. Septernber.

In OstafriA trateii die seffrdlickien Stteftkräfte vor dem strähietitörniigen Vormarsch der eitglischeu und belgischen ZLüvnnen deii Rückzug nach dem Südufer des Lilimborv-Flusses an Am 24. August griffen wir effte Abteilung deS Feindes an, der am Santos-Fluß eine Verteidigungsstellung innehatte, und warfen fie m südlicher Richttmg mrück.: Deutsck-en büßten Zmü Europäer an Doiten tntb zwei Europäer tntb sieben farbige Soldaten mi Gesailgenm em. Ein Dfaschlnengewehr w-irde erbeiüel. Außer­dem wiirden sechs von dort Deutschen gefaugengntonimene Eng­länder von nuferen Soldaten vefreft. Ani 28 dlugnst verelniglen Ufa von Norden hwöommende belgische Kolonnen uiid von LLesten annrarschierende englisch-belgische Kolonnen an dem Nordufer des Kilambors ^Flusses.

Die Friedensaktion des Papstes.

^dt. Aus angeblich unterrichteten römi­schen Kreisen wird in den Blättern verbreitet, der Papst werde bei nur geringer Möblichkeit von Verhandlungen, die die VerbandSantwort zulaffe, formell den Vorschlag einer Friedenskonferenz machen, nach, deren Zusammentritt oder- grundsätzlicher Annahme er einen Waffenstillstand borschla- S.m werde, r In der Germania heißt es: Eine eigentüm­liche Tatsache ist, daß noch jedesmal, wenn das zum Frieden bereite Deutschland eine päpstliche FriedenSkundgebuna freundlich ausnahm und das feindliche Ausland sie verwarf gleich ein großer militärischer Erfolg der deutschen Waffen sich ernstellte wie jetzt bei Riga und Dünaburg.

Ein ntnev Krieg-Vorschuß Amerika».

Washington, 6. Sept. (WTB. Richtumtlich.) Reuter» Meldung^ aäz Regierung leiht England und Frankreich re 100 Mb- lionen Dollars.

China.

L 0 nd 0 n, 5. Sept. (WTB.) Das Reulersche Bureau erfährt: In Eanünl wurde währeiid der Wiederherstellung der Bersaffuug erne vorlauftge Regierung unter Sunyatsen gÄildet. Ruhestö^ rungen werden nicht gemeldet Es ist bestimmt, daß die neue Re- grerung Deuffchland utid Oesterreich-Ungarn den KÄeg erklätt hat.

Amsterdam, 6. Sept. Nach htesigeir Blättern wird der Lrmes" aus Peking gemeldet, daß die Mlriertcn sich erboten vaben, dre beschlagiiahmten deutschen und österreichischen Schiffe ( U r ^ <ru J cn -, chinesische Refaerung hat das Angebot aber abgr- lehnt, da die schiffe bereits einem chinesischen Snndikat abgetreten ^^'es Syndikat verl-andelt nun, ohne die B^>ürfniffe der Alliierten an >r>ck)issSraum zu beachten, mir ausländischen und chi- neiffchen Gefellschaften über die weitere Vermietung der Schiffe.

Seekrieg.

U-Boot-Angriff aus Scarborough.

Berlin-, 6. Sept. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 4. 9. zum 5. 9. griffen Marineflugzeuge militärische Anlagen von Tünkirchen mw St.Pol mit insgrsamt 2300 Kilogramm Bomben an. Brande und Detonationen wurden beobachtet. Eines unserer Unterseeboote beschoß am 4.9. abends den befestigten Haftnplatz von Scar- borough an der englischen Osttüfte mit Granaten. Zahl­reiche Treffer rmd Vrandwirkung wurden einwandfrei be­obachtet.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Lond on, 5. Sept. (WTB.) Amtliche britische Meldung. Ein feindliches Unterseeboot ist gestern abeiid 6.45 Uhr auf der Höhe von Scarborough ersck)äenen und hat dreißig Lagen abgefeuert, von denen die 5Mfte crn Land einschlug. Drei Personen wurden getötet, fünf ve-rwundet; der Sach­schaden ist gering.

Zum Luftangriff aus London.

London, 5. Sept. (WTB) Preßburecrn. Bei dem Luft­angriff auf London in der letzten Nacht wurden elf Personeii getötet und 62 verletzt.

Neue N-Boot-Ersolge.

Be rlin, 6. Sept. (Amtlich.) Fm Atlantischen Ozean, Llermelkanat und in der Nordsee haben unsere Untäffee- boote wiederum sieben Dampfer mit 19 500 BRT. ver­achtet, darunter die englische U-Boot-Falle Q.8 (früher eiigl. Dampfer Vala), ein unbekannter Daurpfer von «ftnxi 4000 Donnen, der nach Aussehen, nach der Art der Bewaff­nung und SchemWerfer sowie nach dem gleichmäßigen An­zug der Besatzung als Hilfskreuzer angesprochen wurde, und. ein englischer bewaffneter gesicherter ttefgeladeirer Dampfer.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

London, 5. Sevk. (WTB) Wie die dldtniralität be- kanrttgibt, sind in der letzten Woche zwattzig Schiffe über und drei unter 1600 Donnen versenkt worden. Neun Schiffe wurden erfolglos angegriffen.

Rotterdam, 6. Sept. (WTB.) DerMaasbode" mel­det folgende Schiffsunfälle: Das englische ScksiffMar- mion", 4066 Bruttoregistertonuen groß, ist gestrandet. Der SchotterConistvn" ist am 2. September bei Sturm aus den Strand gelaufen und wird vermutlich wrack werden. Der SchunerWillis and Gut", 200 Bruttoregistertormett groß, ist geftrandet und wird vermutlich wrack werden. Das sianzösische SchiffAlma" ist gestrandet und wrack ge­worden. Der FünfmasterCity of Houstoti", der erste kürz­lich von einer V^rft in Orange in Texas abgelieferl wurde, ist in Mobile durch einen Brand vernichtet worden. Das Schiff hatte eine Ladung für eine Fahrt nach Italien. Der SchunerWinnie Spettcer", der in Ballast von St Johns nach Sydney fuhr, hal drei Meiien westlich von Langley Point derl Mast verloren tmd ist von der Mann­schaft verlasseii worden. Der TaiupferCässiar", ein Schiff von 597 Brirttoregistertonnen, ist gestrandet und gesunken Das SchiffJennie Duff", 99 Nettotmrnen groß,' das am 2^. Januar von Lissabon nach St. Johns gefahren war, ivBrd vermißt.

Äu§ dem Reiche.

Kaiser und Kanzler an Lübecks Kaufmannschaft.

Lübeck, 6. Sept. (WTB.) Auf die Glückwunschtele­gramme zrrr Einnahme Rigas, die von der Lübecker Kauf. Mannschaft an den Kaiser und den Reichskanzler gerichtet worden sind, gingen folgende Antworten ein:

Der Lübeckischen Kaufmannschaft meinen wärmsten Dank für den kraftvollen Ausdruck ihrer freudigen Anteil­nahme an der Einnahme von Riga, der von' dem alten Hanseateirgeist gegründeten Stätte deutscher Kultur am Dünasttande. Der bedeutungsvolle Erfolg unserer helden- mütigeu Truppen bezeugt der Welt Und'unsereii Feinden von neuem, daß Deutschlands Heer nud Volk bei aller Bereitschaft zur Beendigung der Kriegsqreuel mit unge­brochener Kraft lind unerschütterlichein Siegeswillen ent­schlossen sind, den uns aufgezwungenen )Zerteidigungs- kampf bis zti einem glücklichen Ausgang für das Vater­land durchzuhalten. ' Wilhelm I. R.

Der Handelskammer in Lübeck danke ich aufrichtig für die Worte, mit derren sie im Bewußtsein der Jahrhunderte alten Bande, die Riga mit der Hansa verknüpftert, angesichts des iieuen großen Erfolges unserer Waffen dem deutschen Siegesbewilßtsein Ausdruck verliehen hat.

Der Reichskanzler.

Der Reichskanzler.

Berlin, 6. Sept. (WTB) DieNordd. Allgem. Ztq" meldet: Reichskanzler Dr. Michaelis begibt sich fjeute abend nach Stuttgart, um sich den: Könige vorzustellen. Morgen abend ivrrd er die Rückreise antreten.

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Berlin, 6. Sept. (WTB) DerRcichsanzeigett' ver- ofsentlicht eine Verordnirng über die Abänderung der Preffe für künstliche Düngernittel und eine Mschung'voii Kunst­dünger, eine Bekanntmachuna über die .Herstellung von Pflaumenmus, Dörrobst und Obstkraut, eine Bekaurtt- machung über Höclfftpreise für Gemüse, sowie eine Verord­nung betreffend den Erwerb von Reichskrregsanlerhe für Stiftungen, standesherrliche Hcmsgüter, Familienfideikom­misse, Lehen und Stammgüter.

Berlin, 6. Sept. (WTB.) Der Bundesrat hat cm- geordnet, daß die Bekannttnachung über die Beranstaltunq von Lictztspieleii vom 3. 8. 17 nicht am 1. 9. 17, sondern am 1. 11. 1/ in Kraft tritt. Dadurch ist dem Reichstag, wie der Hauptausschuß gewünscht hat, die Möglick)keit gegeben, zu der Bundesratsverordimng vont 3. 8. vor deren Inkraft­treten seinerseits Stellung zu nehmen.