Ausgabe 
7.9.1917 Erstes Blatt
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Xm Stadt «nd Land.

Gießen, 7. September 1917.

Der Popirr spart. rmterftüHl Feldherr mW Anegs- tvirtschaft m der Heimrtt.

An alle jugendlichen Wanderer!

Die deutschen Jugend-Wanderbünde erlassen nachfolgenden Aufruf: Schüft unsere deutsche Heimat! Schont Wiesen und Felder, Wald und Strauch! Nehmt Rücksicht ans den Ernst der Zeit in Benehmen nnd ^Kleidrmg! Unnützer Schmuck gehört nichts auf die Wanderung! Singt anständige Lieder und tragt den Schmutz der Großstadt nicht hinaus aufs Land! Auf Bahnhöfen, in der Bahn und auf dem Marsch durch Stadt und Dorf unterlaßt jeglick>en Gesang! Betragt Euch so, daß man Euch achtet und gern sieht! Meidet Alkohol icnd Nikotin auf der Wanderung, dann habt Ihr rechten Genuß von den Schön­heiten der Natur!

*

Lebensmittel.

** Obstverka u f. Morgen kommen bei der ObAvrteilungs- söetle, Brmrbplatz 3, Aepfcl, Birnen, Zwetschcn korb weise und Falläpfel pfundweise zürn Verkauf.

Anmeldung zum Petroleum-Bezug. Tie der Stadt für die kommendeu Wintermonate zur Verfügung siebende Petroleummeirge wird'auf Grund von Marken zur Verteilung kommen. Anmeldebogen zum Bezug von Petroleum sind von Mon­tag, den 10. September ab in der Zeit von 810 Uhr vormittag in den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken erhältlich und spä testcns am 13. September ausgefüllt zurückzuliesern. Näheres übty die Berechttgnng zum Bezug siehe Bekanntmachung.

** Empfänger vv n Ko hlen haben sofort nach Ankunft des Eisenbahnwagells Anzeige unter Vorlage der Frachtbriefe an! die Ortsköhlenstelle der Stadt Gießen (Gartensirasie 3) zu erstatten. (Siehe Bekamttmach:uirg.)

** Ernennung. Ter KreisbauinspeLior des Kreises Offen­bach, Bcmrat Karl Cellorius, ist mit Wirrung vom Tage seines Dienstantritts an zum KreisbauinspÄt-or des Kreises Gießen und zum Provinzial-Daubeantten der Provinz Oberhessen ernannt wor­den.

** Ober hessischer Künstler ein. Die im Juli ttnb- zuvor im hiesigen Kmrstverein von Olga Vassetmanu-Kurz-Wies- baden ausgestellten PastelleTppen" aus dem hiesigen Gefangenen­lager wurden vorige Woche v'vn dem Kaiser für das Hohevzollern- museum angeLauft.

** Hessisches P r e i s p r ü f u n g s w e s e n. Aus Emla düng der Tarmstädter städtischen Preisprüsungsstellc haben sich die hessischen Provinzial-, Komirrnnalverb-ands- und städtischen Preisprüfnngsstellen am Mittwoch erstmalig zu einer Besprechung im hiesigen Rathause vereinigt, um Wer grundsätzliche und or­ganisatorische Fragen und Ausgaben zu beraten. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Mueller. der die Teilnehmer im Namen der Stadt und^ der städtischen Stelle begrüßte, übernahm Prof. Kle- berger-Gießen die Leitung der Verhandlungen, die gegen vier Stunden in Anspruch nahmen. Tie einmütig gefaßten Beschlüsse, die auch die Zustimmung der anwesenden Vertreter hessischer »andelskanrmerti fanden, werden in Eingaben niedergelegt werden, die der Grvßh. Regierung mrterbreitet werden sollen. Ter Zu­sammenschluß der 'hessischen Preisprüfungsstellen zu gemein­schaftlicher Arbeit in allen Fragen, die in ihrer Bedeutung über einen örtlich begrenzten Bezirk, hinausgehen, kann im allgemeinen Interesse nur begrüßt werden.

** Gesuche um Gewährung von Schulgeldbei- bilien für hiesige ^acki-ulen besuchende Kinder (bis zu 14 Jahren) von zum HeereÄwenste ernberuienen Familienvärern sind vmi jetzt ab der Kassenverivalttrng des 1. Ersatz-Bataillons Jnf.-Regts. 116 - Neue Kaserne I ernzur eichen.

** Ocffentliche cherhalle. Im August wurden 2271 Bände ausgeliehem Davon kommen auf: Erzählende Litera­tur 1403, Zettschriften 137, Jugendschriftcir 242, Literaturge­schichte 10, Gedichte und Dramen 30, Länder- nnd Völkerkunde 43, Xlülrurgescküchtc 33, Geschichte und Biographien 111, Kunstge- scknchte 18, Naturwissenschaft und Technologie 115, Heer- und Seeivesen 17, HauA- trnd Landwirtschaft 14. Gesundheitslehre 15, Religion und Philosophie 30, Staatswissensckmft 27, Sprach­wissenschaft 16, Fremdsprachliches 10 Bände. Nach auswärts ka- nien 22 Bände zur Ausgabe.

** Eine Versteigerung von Mobiliar, Haushalttlngs- '.genstäriden urid vörschievenen Küchmgcraten durch das Städtische Armenamt findet am 12. Sept. statt. Näheres siehe Anzeige.

** Ruderregatta. Am Sonntag, den 9. September, nach­mittags, nndet am Bootshaus des VereinsRudersport" die interne Regatta nrtt Konzert statt.

** Das Kr eis blatt Nr. 156 enthält: Verordnung über '.Aohtabak, Beschlagnahme von Bett-, Haus- und Tischwäsche, Höchstpreise für Rüben, KartoffelVersorgung im Wirtschaftsjahr 1917, Einsendung der Abdeckereiverzcick nisse, Aufstellung von Ben- zolmotoriN!, Verarbeitung von Grubenholz, Feldbereftrigung Lang- Göns, Feldpolizeiliche Anordnung.

Landkreis Gießen.

= G rünberg, 7. Sept. Tie Frankfurter Strafkammer verurteilte den 20j ädrigen Ausläufer Georg Stein von hiey zn drei Jabreti Gefängnis. Stern 'hatte in Genveinschjaft mtt einem inzwischen ein gezogenen Barschen in Frankfurt 1012 schwere Einbrüche ttr*Wirtschaften und ZigarrenlWen verübt.

u. Henchelheim, 7. Sept. Leutnant d. R. Paul Grä­ber, Oberlehrer an der Oberrealschule in Alsfeld, dessen Eltern als trübere Inhaber der WirtjchafLHeuchelheimer Müylchen" vielen Besuchern begannt sein tverden, rvurde, nachdem! er schon früher die Hessische Tapferkettsinedaille rrnd das Eiserne Kreuz erhallen chrtte, kürzlick) für ganz besonders bewiesene Tapferkeit mit dem Eisernen .Kren.', 1. Klasse ausgezeichnet. Xent Pionier Aug. Kreiling, Sollt 'mffeves Beigeordneten F. Wtth. Kreiling, wurde die Hessische Tapferkettsmedait'le verliehen. In große Sorge und Aufregung wurde die Familie des SÄTuttmachers I. Hahn durch die ihr zu- gegairgene Nachricht versetzt, daß ihr einziger Sohn Otto seit derr letzten Kämpfen an der Westfront vermißt iverde.

4t Heuchelheim, 7. Sept. Die Hessische Tapferkeitsme­daille erhielten die Landsiurmmänner St oll mrd Kölsch im Landsttrrm-Bataillon Friedberg.

H. Weiters Hain, 7. Sept. Hermann Müller der kn einem Jägerbataillon stand, urrd erst 20 Jahre alt ist, hat den Heldentod erlitten. Außerdem ist unser hiesiger Metzgermeister Karl Peter, der als Santtatsmann in einem Infanterie-Regi­ment stand, vermißt.

__ Kreis Büdingen.

. ^7 Büdingen, 7. Sept. Tas Kreisamt ist in der Lage, allen Kreisinsassen walxreno zweier Wochen außer der sestgLetzten Menge von sieben Pfund Kartoffeln tvöcherttlich noch einen besonderen Zujchuß von 15 Pfund zuweiserr zu können.

^ Kreis Schotten.

O Gedern, 7. Sept. Die seit gestern herrschende herrliche Witterzing läßt eineir schönen Herbst erhoffen. Das warme Wetter ist für die Grummeternte, deren Wachstum durch die Regen- fällc der letzten Zeit erheblich gefördert wurde, sehr günstig. Emsigste Tätigkeit herrscht auf den Wiesen und Feldern. Seit den letzten schweren Kämpfen im Westen werden drei wackere Krieger aus unserer Gemeinde als vermißt gemeldet: .Hermann Deckenbach, Heinrich E m r i ch. Hermmrn Schreiner.

O Glashütten, 7. Sept. Am vergangenen Sonntag fand hier unter zahlreicher Betettigung die kirchliche Gedächtnisfeier ftir den auf dem Felde der Ehre gefallenen Ersatz-Reservisten Hein­rich Füll er von hier statt. Der derzeitige Ortsgeistliche, Hor- prediger Widmann von Gedern, hielt die Gedächttnsrede.

^ Herchenhain, 7. Sept. Die seit vier Wochen hier herr­schende Ruhr ittz sowett wieder behoben. Noch diese Woche wttd, tvie verlautet, die Gemarlungssperre amtkick-erseits aufgehoben Werden. Gestorben sind ttt dieser Zett 14 Personen (4 Frauen und 10 Kinder)

up. Aus dem vorderen Vogelsberg, 5. Sept. Die rin m meternte, wolchie bk regnerische vorige Woche um 8x^Tage verspätete, setzt jetzt bei dem unbewölktetr Herbsihinimel von naumn ein mrd bringt treffliche Qualität. Da no-ch der größer^ Teil des Grummets zu machen ist. so dürfte die Gnlmmeternte recht Aufriedenstellende Ergebnisse liefern. Unsere Blätterliefieranten! santtnoln nur Brombeer- und Hinrbeerblätter. Wie sehr aber auch anLare wildwachsende Pflanzen l<gehrt sind, das Zeigt ein nicht heimatlick^er Sammler, der nur die bekannten. Schafgarben und den hier stets unbeacldet gebliebenen Huflattich einliaimst. Beide Pflan­zen sind vortreffliche Arzneipslainzen. Die Slfasgarbe wirkt mngenji stärkend, der Huflattich! scksteirnlösend bei Husten- nno Brustbe­schwerden. Durch den Krieg ävmmen auch« die früher geschätzten Heil­pflanzen, dir in Vergessenheit geraten waren, wieder zu Ehren.

i'm* Frievbcrg.

bz. Butzbach, 7. Sept. Dem zurzeit in Posen in Garnison stehenden Grundbe'itzer Johann Misegaiski aus Dormowa bei Meseritz, der bereit-:- bei Kriegsausbruch Vater von sieben Kindern n-ar, Nnrrde 'von feiner Ehechau während des .Krieges zunächst noch ein Kind, daraus Zwillinge uird jetzt Drttlinge ein Knabe und zrvest Mädck)en geboren.

# Södel, 7. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielten die Unter­offiziere Wilhelm Thöt nnd Georg Schneider.

Starkcnburg und Rheinhessen.

** Darmstad t, 7. Sept. Ter Herausgeber derHessischen Korrespondenz", Ehrfredatteur Friedrich H a n n e m a n lt > ist an den Folgen eines Gehirnschlagcs verschieden. Er widmete sich ursprünglich dem Studium der Rassischen Philologie, ging dann jiir Journalistik über und war jahrelang erfolgreich an einer Reihe von Zeitungen 'tärig. Sein leidender Zustand zwang ihrl seit Jahren, sich auf die Mitarbeiterschaft zu üeschränken: er siedelte dann vor etnxr 15 Jahren nach Tarncstadt über und betätigte sich hauptsächlich auf pvlttischnn Gebiet. Auch> derGießener Zbnzeiger" verliert in dem ^Verstorbenen einen treuen Mi rarbeiter.

-- D a r m st a d t , 7. Sept. Zur Bewältigung der stets um­fangreicher werdenden kriegswirtschattlick-en Anigaben der Stadt weichen vom 1. Oktober ab zwei besondere Mteilungen geschaffen. Die Molkerei des Kommunalverlmndes wird vorausjichtlich auch in ftädtisck-en Betrieb übergehen.

= M a in z, 7. Sept. Bei denr Spttr- und Kreditverein des Stadtteils Gonsenheim nmrden größere Unterschlagungen festge­stellt, die dem früheren Kas feit peru-alter begangen sind.

Deckung für die Fehlsumme ist zum größten Teil vorhanden.

Dcssku-Nassau.

= Frankfurta. M., 7. Sept. In einer der letzten Nächte wurden aus einem hiesigen Uhren- und Goldwarengeschäft durch Einbruch etiva 140 silberrre Herren- und Tamenuhren, mehrere goldene Uhren, 16 golderie und silberne Bloscheu. 13 Email- Bvosck?en, 30 andere Bvosck>cnn silberne Zigarettentaschen, Ohrringe, goldene Ringe, B rillen, 111 sttoerne Ringe, Manschetten knöpfe nnd dgl. gestohlen. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf 65007000 Marl. Bon den Dieben und dem Verbleib des Diebsgu-tes fehlt bis jetzt jede Spur.

mr. Frankfurt a. M., 7. Sept. In den städtischen höheren Lehranstalten werden zu Mick-aelis keine Zeugnisse vertettt, da die Schüler und Schülerttmen vielfach bei landwirtschafttichen Arbeiten beschäftigt waren und die Schularbeiten öfter vernach­lässigt werden mußten.

mr. Frankfurt a. M., 7. Sept. In diesen Tagen ist ein Vierteliahrhmrdert versbossen, seit die erste Lirirgenheilstätte in lliassau eröffnet tvurde. Es war dies die Slnstalt des Sanitätsrates Tr. Tettwetter in Falkenstein. 1894 folgte die große Heilstätte zu Ruppertshain im Taumis. ^iach dem Ruvpertshaincr dNuster wurden dann gleickffalls Heilstätten in vtaurod inrd Oberhöchstadt gegründet, die heute aber vielfach nicht mehr 'dien Anfordcrung«m gem'igen. Nach dem .Kriege sollen umfangreiche Neu- und Um­bauten vorgenommen werden.

= Frankfurt a. M., 5. Sept. Ter heirtige rberts- Pferde markt war van guten Pferden stark beschickt und von! Käufern und Pferdeliebhabern ausgezeickinet besucht. Dknnent- sprechxnid gestaltete sich das Geschäft von vornherein sehr lebhaft. Besondere Nachfrage lwrrschte nach Arbeits- und Laue- pferden, sitt die hohe Preise angelegt wurden. Bestes Material erziÄtze 6000 Mark, in einigen Fällen noch etlick-e hundert Mar? mehr. Unter 2500 Mk.^ ging fast kein Pferd weg. Schlachtpferdo kamen nicht zum Verkauf. Die Aufsicht der Veterinarpvlizei ivar, da die Pfeüderäude nock? viel sack; haust, sehr .streng.

= Frankfurt a. M., 5. (ÄAt. Der Magistrat hat gegen die von der R eichskar t o f fc l stelle eingesetzte Schnellig­keit s- und A n f u h r p r ä m i e von 50 Pfg. für jeden vom Erzeuger bis 15. Dezember geliesartkn Zentner Zdcrrtvffeln schärfste Verwahrung bei der Provinzial-Kartoffelstelle in Kaffel eingelegt. Durch derartige Maßnahnven würden die Kartoffeln lediglich auf

Kosten der städttschen Verbraucher ver^uert und sämtliche bisher getroffenen Preisberechnungen der Städte über den Hausen gv^ worfen. Der Magistrat beantragt yubem, eine Herabsetzung des Er ze u ge r h ö chstp r ei s es von 6 auf 5 Mark, um dßt Teuerung in den StädttNl zu einem einigermaßen erträglichen. Ausgleich bringen zu können.

X. Schlüchtern Meg.-Bez KasfeO, 5. Sept. A.ngffichts der reichen Obsternte und die hierfür ffftgesetzten, reichlich l^emes- jenen Höchstpreise erläßt der Landrat des Kreises Sckstüchtern, v. Trott zu Sot-z. eine von sozialem Empfe:nden getragene Bekannte machung an die Kreisl>ewvhner, die verdient, in lveitere Kreffe getragen zu werden. Sie lautet: Es .kann nicht oft genug wieder^ holt und von allen einsichtigen Manschen weiterverbreitet werden, daß die leider aus Notwendigkeit für so viele Gegenstände des Lebensbedarfs festgesetzten Höchstpreise nur die äußerste Grenze der Prejsforderuugen für d-ie Mchpe bezeichnen sollen, die, wenn ffvk überschritten wird, strafbar macht. Das gleiche Ziel ivirv bei der Festsetzung von Richtpreisen verfolgt. Ueberncäßige Höherforde- rungen werden als wucherisch bestraft. Es ist ab.w niemand ver­wehrt, ein.' Ware mtter dem HöckK- und Rickttpreis abzugeben, vielmehr zunr allgemettien Besten nur erwürrscht uird kann auch zrnneist olMe Schädigung für »den Besitzer geschel-en, cvenn er besonders an minderbemittelte Ä^ttmenschrm von seinem Ueberffuß zu mäßigen Preisen abgibt. Ich denke jetzt besonders daran, daß in vielen Gemeindeir des Kreises eine reiche Obsternte -^Birnen, Aepfel und Zwetschen^ heran reift, die es stichst gerechtfertigt er­scheinen läßt, daß sie den Eimvo'lMrn des Kreises nur zu den hohen Preisen abgegeben wird, die !nach> Bekanntmachungen der Reichsstellc ftir Gemüse urrd Obst zu Berlin nickt überschritten^ tpctten dürfen. Wenn es auch-, nicht strafbar ist, diese hohen Preise hier im Kreise zu fordern, und ich nickü in der Lage bin, niedrigere Preise ses'.zusetzen, so hoffe ick, doch. idaß. die Erzeuger im Interesse der einheimischen minder kauskräsrig.-n Bevötkecrmg Obst beim Berkauf im Kreise zu billigen Preisen abgeben werden. Ich glaube, daß ich aus die Einsicht der Kreisettrwohner vertrauen darf, erwarte aber auch! von den Verivaltungen der Gemeiriden, die selbst Obstbe- sitzec sttttr, daß sie verstchm werden, im geeignerer Weise dter geringbEitteltcn Einwohnerschaft des -Kreises den billigen Bezug des Obstes^ zu gewährleisten. Die Gele gen heiterc dazu bieten dir Versteigerungen, bei d^'nen von vornherein ein Teil des Obstes zu bestinrmteu niedrigen Preisen unter Verzicht auf ungerechtfertigten! Gewimr an die ärnrere Bevölkerimg abgegeben werden könnte.

Nür^crftkcits-rLocbricbten.

^ W ü r z b u r g , 5. Sept. Tie goldene A m t s k ' e 11 c des Rektors der Universitär wird der Go ldsammelstZle zu gerührt und durch, eine Nachbildung ersetzt. Der Erlös für die Kette wird ver­zinslich, angelegt. Spä^U soll aus dieser Summe wieder ein«' goldene Kette beschafft werden.

Witterungsbericht.

M e f s e n t! i ck, e r W e t t e r d i e n st.)'

Ziemlich heiter, trocken. Temperatur wenig geändert. Gewitter- neigung.

Letzte 21 nrci>riebten.

Folgen von Rigas F-all.

Bern, 6. Sept.Morilingpost" berichtet: Die Gou vernements Livlaard imd Estland w-erden aus rnilttärischerk Gründen oort den bürgerlichen Behörden und Banken ge räumt. Tie KDnsulate in Reval trafen Anstalten zur lieber siedelung nach Petersburg.

Die französische Presse zum Falle Rigas.

Berlin. 7. Sept. Die Besorgnis der Pariser Presse über die Lage in Rußlcnrd grenzt an Hoffnungslosigkeit. Ein französisches Blatt sagt zum Falle Rigas: Das Werk Peters des Großen fällt in Trümmer. Vor zwei Jahren hätte Ruß- laitd das Erbe Peters mit dem letzten Blutstropfen vertei­digt; heute bleibt die Nation gleichgültig.

Die italienische Wei^nrrnte.

Bern, 6. Sept. (WTB. Nichtamtlich.' Aus Rom wird gemeldet, daß die Weizcnernte aus 17,5 Millionen Quarter gegen 22 Millionen Quarter im Vorjahre geschätzt wird. (Ein Quarter sind 217,7 Kilogr.)

Italienische Besorgnisse um Rußland.

Bern, 6. Sept. WTB. Nichtamtl.) DieTribuua" schäftigt sich in einem Leitartikel mit der Lage in Rußland. Nach Betrachtung der politischen Lage bespricht das Blatt den Fall Rigas und schreibt, solche Tatsachen seien begreiflich gewesen, so­lange die russische Armee scküecht mit Waffen und Munition ans gerüstet tvar. Nunmehr aber, wo die Russen reichlich mit allem versehen seien, wie aus völlig zuverlässigen Berichten bervor-- gehe, sei der russische Rückzug völlig unverständlich. Ter Artikel schließt: Wir verzn-eifeln an Rußland und bedauern, dttses Wort schreiben zu müssen. Wir wissen, daß Rußland weder .Hilfsguelleü noch die moralisck>e Einheit fehlet!. Die inneren Zwistigtetten liaben sie jedvck) erstickt nnd bedrostn sic imnier mehr. Nur eine eiserne Diktatur kann Rußland retten.

Neuk Großfüpdknvkt'hastn'.lgen.

Lugano, 6. Sept.Stesani" meldet aus Petersbrvrg: Die ZeitungenDjen" uirdNawaja Shin" versickwmt, daß außer dem verhafteten Großfürsten Väichael Mexandrovfftsch imd seiner Gattin auch Großsürsl Dimitri Paulowitsch rrnd Großfürst Paul Alexmtdroivitsch wegen eine:- gcgenrevoln- tionären Komplotts ffr Haft gehalten werden.

Die nrglischen Verluste.

Haag 6. Sept. DerNtt'rnve Rotterd-imsck>e Eourarch" bringt eine Zusammenstellung der englischen Vc'rülstlisten. Danach betrugen die Verluste der Englärrder im ^lpril aic Offizieren 4389, an Mmrnfck)aiten 31 619, im Mai 5991 bzw. 107 001, im Juni 3601 bzw. 84 667, im Juli 2490 bzw. 68 856 und im 2lnguft 5264 bzw. 53 404, zusammen also 21735 Offiziere und 345 617 Atanu.

(KolmnalVölker farbige Hilssvölker sind bei dieser Aufstel-

llmg vermutlich nicht rnttgerechnel. D. R.)

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