Ausgabe 
6.9.1917 Erstes Blatt
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meerbivtsion, Bi-eadmiral Souchon, wurde zwecks Verwen­dung auf einem anderen Posten in die Heimat abberufen, nachdem er beinahe vier Jahre die deutschen und während des Krieges auch die türkischen Seestreitkräfte im Mittelmeer be­fehligt hat.

Amerikanischer Schiffsraub.

Bern, 3. Sept. (WTBO ^,Matm" berichtet ans Reuyvrk: Auf dem österreichischen DampferMartha" (8400 Tonnen) wurde die amerikanische Flagge gehisst. Der vor Washington liegende Dampfer wurde von dem Shipping Board beschlagnahmt und zur Verfügung des Käiegsdepartenrents für die Beförderung von Trup­pen und Kriegsmaterial gestellt. Erne amtliclje Erklärung besagt: Trotzdem die Vereinigten Staaten sich nicht mit Oesterreich im Kriegszustand befinden, gestattet ein intenrativnales Gesetz den Gebrauch internierter Schiffe gegen Bezahlung und Entsck-ädigung der Besitzer.

Bern, 5. Seht. (WTW.) DasJournal des Debctts" bericLstet, der englische DampferFrngal" sei am letzten Samstag gesunken.

Maasluis, 5. Sept. Ein heute nach England aus- gefahrener Geleitzug von Schiffen wurde auf der See von deutschen Wasserflugzeugen angegriffen. Die Dampfer Kiel­recht und Thomas Krag sind deshalb in den Hafen zurück­gekehrt.

Kopenhagen, 5. Sepi. (WDB. Nichtamtlich.) Nach derNationaltidende" sind an der Westküste von Jütland viele Minen angetrieben worden. Mein in den letzten Tagen sind gegen 40 aufgefunden worden. Mehrere Leichen sind gleichfalls angetri^en, darunter die eines deutschen Ma­rineangehörigen.

A.m st e r b a m, 5. Sept. Aus Reuters Telegramm über den Untergang des Postdarnpsers City of Athene bei Kap­stadt geht hervrv', daß das Schiff gegen die Borschriften, der Admiralität durch die englische Minensperre fuhr Und dabei verunglückte.

Zur dem Reiche.

Ein freudiges Ereignis im KronpriuzenhauS.

Berlin, 5. Sept. (WTD.) Die Kronprinzessin ist um 2.15 nachmittags von einer Prinzessin glücklich «nt 4 b unfern worden. Die Kronprinzessin ^ vie Prinzessin befinden! sich! ivohl. (

Der neue Pressechef.

Berlin, 4. Sept. (WDB. Amtlich.) Mit der Leitung und Ueberwachirug sämtlicher dem Reichskanzler unterstehen­der amtlicher Presseeinrichtunigen ist als Pressechef des Reichskanzlers in der Reichskanzlei der Leiter der Nach­richtenstellen im Zieichsamt des Innern Land rat Freiherr v Braun betraut worden.

Die sächsische Verfassung?

Dresden, 5. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) In der Sitzung des Berfassungsausschusfes der Zweiten Kammer gab die Staatsregierung ans die Frage, ob sie bereit, eine dem kaiserlichen Wahkrechtserl-aH entsprechende Reform des Wahlrechtes für die Zwecke Kammer einzuleiten, die Er- llärung ab, daß sie sich nur auf die früheren Ausführun­gen des Ministers in der Vollsitzung vom 16. Mai 1017 beziehen könne, daß nach ihrer Meinung eine Aenderung der früheren Voraussetzungen für die damalige Erklärung zu den sozialdemokratischen und fortschrittlichen Anträgen nicht eingetreten sei. Aus dem Ausschuß wurde gefragt, ob dies die endgültige Auffassung der gesamten Staats­regierung sei. Der Regierungsvertreter entgegnete, daß er seiner Erklärung etwas weiteres nicht hirrzuzufugen habQ. Auch auf die Frage, ob die Erklärung der Regierung nur eine solche des Ministeriums des Innern sei, entgegnete der Regierungsvertreter, eine Auskunft nicht>en zu können. In der weiteren Beratung wurde festgestellt, daß der Negierung die Verantwortung für chre Erklärung über­lassen sei. Die Verhandlungen. wurden darauf fortgesetzt.

Berlin, -5. Sept. (W. B.) DerReichsänzeiger" veröffent­licht »eine Verordnung über Wein, eine solche über die Erhebung der ^Getreideernte und die ytadjprüfimg der ErnteflächenerHebung 1017, eine Bekanntmachung über die Zulassung von Meßwerk- ^ügen für Flüssigkecken Mir Eichung, eine solche .über die Zu­lassung von Prästsi-onsgeNückueii, aus Eisen zu 500 Gramm, nnem Kilogramm und zwei Kilogramm ohne Justierhöhlung zur Eichung, ferner eine solche betreffend die Aenderung und Ergänzung ^der Eichordnmrg, eine solche betreffend die ckebergangsbestimmimg sür ivlmeuhunq von Nkestwetkzeugen für Flüssigkeiten mit gleich­artiger Einteilung, eine solche wögen Abänderung der Bekannt­machung dom 25. Juni 1015 und betreffend die Aenderung der Er- gänzamg der Eick-ordnung, sowie eine .solche wegen Mänderung der pÄsLannttnachung vom 15. lläovember 1016, betreffend die Aenderung und Ergänzung der Eichung.

Aus Stadt und Lanv.

Gietzen, 6. September 1917.

Spart mit Gas!

Aon zuständiger Stelle wird folgende Mahnung an die Bevölkerung gerichtet: Der Gasverbrauch hat in den

letzten Monaten eine Steigerung von durchschnittlich Prozent erfahren, die hauptsächlich auf den Maiigel an Küchenbrand zurüc^uführen ist. Nachdem die Ortskvhlen- steQe Vs der für Hausbrandzwecke einlaufenden Kohlen für sich in Anspruch genommen hat, ist sie in der Lage, allen Haushaltungen, denen bisher Küchenbrrmd nicht zur Ber- fügung stand und die deshalb die Mahlzeiten auf dem Gas­herd zubereiten nrußten, Kohlen vorerst in kleinen Mengen zuzuwersen. Nach der Verordnung des Reichskommissars für Elektrizckäsi nd Gas muß der Gasverbrauch einge­schränkt wchden und soll, wenn der monatliche Verbrauch mcht mehr als 40 ebm war, nur 80 Prozent der Menge des entsprechenden Zeitraumes des Vorjahres betragen. Für den Mehrverbrauch ist nach Anordnung des Reichskom- 2*15®** E Aufgeld von 50 Pfg. für den ebm zu bezahlen. DaU aber die Zunahme des Gasverbrauchs so weiter als bisher an, dann ist das Gaswerk nicht in der Lage, in den tvnmrenden Monaten genügend Gas herzustellen und ist ge- zwungem die Gaslieserung tagsüber stundenweise einzu­stellen. IM Interesse jedes Haushalts liegt es daher, mck dem Gase sparsam zu wirtschaften.

** A m tli che Personalnachrichten- Ter G r 0 ß h e zog hat am 1 September den Mldhmcer Friedrich S ch e i ck 0 ckvcrnkffrrt a. M. zum H-ruptlehrer an der Land esban gewerksch zu Dirmstadt ernarmt. Der Großherzog emvsing he Man Vortrag: den ^taatsminister Tr. v. Ewald, den Final minister Tr. Becker, den Generaladjutanten Generalleutnant Vahn, den Ob Wägermeister Freiherrn van der Hoop, l ^rftanb beö Kabinetts Wirkt. Geheimerat m held.

Vom Hofe. Tie Größherzogin, begleitet von ! Ehrerrdame Frenn v. Bellersheim, begab sich am 4 Septemb imchmtttags, mit der Bahn nach Mainz, besuchte die Lazarc und nahm den Tee bei Frau Tr. Strecker. Nach dem Tee h lic nach der Höheren Töchterschule, wohnte dort einem

vom Roten Kreuz bei und kehrte um 8.45 Uhr nach Wolfsgarten

zurück.

** In der Städt. Obstverteilungsstelle, Brand- Platz 3, kommen morgen und die folgenden Tage Aepfel, Birnen und Zwetschen korbnieise znm Verkauf.

** Diebstähle an Heeresgütern. (W. B.) In einer größeren Anzahl deutscher Städte sind besondere nnlckärische Kommaitdos eingerichtet worden, um die Heeresgüter gegen die in der letzten Zeit^ öfter verübte:: Diebstähle zu schützen. Eine Anzahl solcher Fälle ist schon aaffgedeckt. Die Täter haben sich nun vor dem Richter zu vevMitwlorten und encpfindliche Strafen zu.ver­büßen. Für derartige BerbreckM, die in der sicheren Heimat ihre im Kampf liegenden Kameraden bestehlen, gibt ös mck Reckst keine Milde. Bekanntlick) haben die Täter, da es sich fast chrrchtveg um einen Transport-Bcrnden-Diebstahl handelt, bis zu zehn Jahren Zuchthaus zu erwarten. Das möge jeder bedenken, der solchen Versuchungen ansgesetzt ist.

** Eine große Lokalau sstellnng veranstaltet vom 22.-24. September im Saale des Cafe Leib, Walltorstraße, der Vereinigte Kouinchenzucht- und Pflege verein Gießen. Vckt der Ausstellung ist Produktenschau, SckstackstMcht, Verlosung und Ver- kaussinarck verbuirden. Siehe Anzeige.

**. H 0 tel Fürsten ho i. findet beute iDonnersta-) int Kaffee Konzert unter.Mckwckkung des .Humoristen Branden­stein statt.

** Das Kreisbla tt Nr. 155 enthält folgende Bekannt­machungen: Zusttmmung zur Herstellung und zum Vertrieb von Sohlen. Verbot der Aus- und Durchfuhr von Waren. Verkehr mit Spanferkeln. Bewirtschaftung der Frühkartoffeln. Gefunden: Verlören; Entlaufen.

Landkreis Gießen.

w'. Hungen, 6. Sept. Die hiesige Schuljugend ist gegen­wärtig eifrig mit dem Sammeln der Brennesseln beschäf- ttgt, deren Stengel zur Stoff Verarbeitung Verwendung finden follen. Für 100 gesammelte Stengel bekommt jedes Kind einen

schulfrei. Dies ist eine besondere Aneiferung für die Kinder, und es ist auf diese Weise schon eine ansehrlliche Menge dieser >wertvollen Pflanze zusammengebracht wordeir. Die Grum­met-Ernte ist in vollem Gange urrd bei der gegenwärtigen guten Witterung geht sie rasch ihrem Ende zu. Der Ertrag ist sehr gut. teilweise noch besser als der des Heues. Die feuchte Wit­terung der letzten Zeit kam den Wiesen sehr zu statten, und be- günsttgte den Graswuchch. Auf vielen Wiesen kann daher ein dritter Schnitt vorgenommen werden.

sc. Von der Lahn, 5. Sept. Ter Bergmarrn Bernhardt in Aumenau farrd beim Kartosfelansmachen ein Riesenexemplar einer Kartoffel im Gewichte von drei Pfund.

^ Kreis Büdingen.

# N idda, 6. Sept. Für Mithilfe bei der Festnahme von Kriegsgefangenen erhielten vom Stellv. Generalkommando Ehren­urkunden der Lehrling Friedr. Schmidt und der Schiller Friedr. K 0 n r a d i.

Kreis Schotten.

e. Schotten, 6. Sept. Das Eiserne Kreuz II. Klasse wurde dem Gefreiten Heinrich Hasenauer verliehen.

^ O Gedern, 5. Sept. In der Familie unserer Fürstlichen Standesherrschaft ist Trauer eingekehrt. Ter Brtcder der Fürstin Marie zu Stolberg-Wernigerode, Graf Otto zu Castell- Rüdenhausen verschied infolge eines schweren Leidens zu Berchtesgaden. Der Verstorbene ljatte als Arzt im Dienste der leidenden Menschheit sehr segensreich gewirkt und hat sich be­sonders als Leiter des Bereinslazaretts zu Jlsenburg am Harz in hingehendster Arbeit an den verwundeten Kriegern die größten Verdienste erworben. Seine Beisetzung erfolgte am gestrigen Sonn­tag in der Gräflichen Familiengruft zu Rüdenhausen.

8 Herchenhain. 5. Sept. Die derzeitige, durch die hier aufgetretene Ruhr erfolgte Gemarkungssperre macht sich ein un­bekannter Dieb zunutze. Nächtlicherweile sucht er die Ho stecken nach Kaninchen stallen ab und heißt deren vierfüßige Bewohner kurzerhand mitgehen. So wurden in einer Nacht einem Manne drei, einem Zandern zehn Kaninchen gestohlen. Bis jetzt konnte noch nichts von dem Gauner entdeckt werden. Verschiedentlich wird auch an­genommen, der Dieb sei ein Hund. Dies dürste aber kaum wahr stur, denn aus einmal schleppt ein solches Tier nicht so viel Kaninchen fort und zweitens kann er auch nicht die verschlossenen Ställe so leicht öffnen, ohne deutliche Spuren zu hinterlassen.

** Herchenhain, 6. Sept. .Zu unserer Meldung vom 31. August über die Ruhrerkrankungen in Herchenhain geht uns von dem behandelnden Arzte folgende Berichtigung zu: Ban einem Weiter-um-sich-greistn der Krankheck kann gar keine Rede sein, im Gegenteil muß die Erkrankung als erloschen angesehen nierden, da seit acht Tagen keine Neuerstankungen oorgekommen sind, und nur etwa noch zwei bis drei Packenten zu Bett liegen. In einem Falle von abgehellter Ruhr ist der Zustand durch Hin- Autreten von Rippenstllentzündung und Ohreiterungen noch be- denklick^, sonst besteht bei nienrand Lebensgefahr. Am 31. August ist hier nur eine ältere Person injvlge Herzschwäche gestorben. Der Krankheit sind nicht 17, sondern 12 Personen erlegen, wertem Opfer sirrd, wie erwähnt, nicht mehr zu erwarten.

e. Rainrvd, 6. Sept. Ter Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse, Musketier Heinrich Eckhardt, erhieck jetzt auch das all genreine Ehrenzeichen für Tapstrkeck.

^ Ruppertsburg, 6. Sept. Zu Ehrenstldschützen der Gemeinde wurden ernannt und verpflichtet: Heinrich Stork, Friedckch Wagner I., Konrad Marx III., Jost Meckel, Friedrich Högy I., Wilhelm Port I., Karl Schlörb, Otto Port I., Otto ller I. und Markus Stein.

Kreis Frievbcrg.

J Friedberg, 6. Sept. Die Hessische Tapferkecksmedaille ^hielt der Funker Fcktz Mai, das Eiserne Kreuz der Muskecker Karl Geyer, zurzeit schwer verwutrdet.

. . ~ Bad-Nauheim, 5. Sept. Tie vom Krersausschuß Frredberg vom 1. Septenrber ab ungeordnete Sckstießrmg des hie­sigen HotelsAugusta Viktoria" ist durch Beschluß des Provin­zialausschusses in Gießen ausgehoben urrd dahin aügeänüerr worden, oaß das Hotel nach wie vor Gäste zum Wohnen beherbergen, diesen jedoch vom 1. September bis 1. Oktober 1917 keme Speisen und Gettänkc verabfolgen darf.

# Dorheim, 6. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Ernst Knoche.

Starknwurg und Rheinhesstn.

= Mainz, 5. Sept. Ein Großfeuer richtete Montag nachmcktag in der inrnitten der Alfftadt belegenen Danrpfmühle von I. Schmidt erheblichen Schaden an'der Inneneinrichtung, den Elevatorenräumen und den Gebäuden an. Der Verlust an Ge­treide ist sehr geringfügig, da die Mühle zurzeit fast gar keine Vorräte enthielt.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 5. Sept. Fist den kürzlich ausgeschriebenen Posten eines besoldeten Beigeordneten, der mck einenr Technikeck besetzt werden soll, sind berecks zahlreich^' McklLun'gen ein gegangen^ Die Stadtverordneten wählten in ihrer letzten Sitzuwg einen» /Ausschuß, der die Dieldurigen sichten soll. Zur Behebung der Kohlenrwt läßt die Stadt in dststm Jahre große Holzmengen ausj dem Stadtwalde beveckstellon. Auch die fürstliche Fofttverivaltung in Braunfels wurde angegangen, in ihren Nahen Wäldern größeres Einschläge vorznnehmen. Von einer öffentlichen Versteigerrmg des Bremchvlzes wird man ^wahrscheinlich absthen, um den minderbv- Mittelteu Kreisen der Bevölkerung das Brennholz iricht allzusehr zu verteuern. Die Hospcka lverivaltuug läßt ebenfalls eine zwejj Margen große Waldfläche abholzen.

ra. Kinzenbach, 4. Sept. Die Firma BerkenhofundTrebes kaufte heute die hiesige Danttijtziegelck Müller zum Preise von 60000 Mark.

Hessen-Nassau.

--- Frankfurt a. M., 4. Sept. Ter hessische Pfar­rer-Verein" tritt am 24. September in Frankfurt zu einer außerordentlichen Tagung Msammen, aus der u. a. muh die Kohlenstage besprochen Nnrd.

= Frankfurt a. M., 4. Sept. Der Assistent des Zoologi­schen Instituts der Universckät mrd des Serukenberg-Museums, Dr. phll. Ludwig Nick, ist am Sonntag abend in einem Feldlaza­

rett einer schweren Krankheck erlegem Der ausqezeühnete Gelehrte^ der nur ein Alter von 30 Jahren erreichte, n*rt seit 1911 in her-,

vorragender Weise cm den hiesigen naturwissenschaftlichen Bil- dungsinstituten tättg.

= Frankfurt ä. M., 5. Sept. Das Ueberhandnehmen der Nachstagen bzw. Reklamationen von beim hiesigen Fern- spvechantt nach angemeldeten Ferngespräck)<en hat zu einer ein­schneidenden Verfügung der PostauffichtsbeHörde Veranlassung ge­geben.Rellamationen" werden von den Beamtinnen grundsätz­lich nicht mehr angenommen. Wenn ein Tellnehmer eckr Fernge- gespräch beim Fernamt anmeldet, wiederholt die betrefferide Be- amttn klar und deutlich Ibie Nummer des Teilnehmers und Ort und Nummer des getvünschten Tellnehmers. Diese Wiederholung soll dem hiesigen Teilnehmer die ckchtige Annahme des Gesprächs als Bestätigung dienen. Jede meckere Nachfrage, wann das Gespräch kommt, ist damc vollkommen zwecklos uno meint man, was ja Vorkommen s oll, stuicdenlang warten niuß, ehe nian an der Reist' ist.

= Frankfurt a. M., 5. Sept. In dem von zahlreichen. Mietenr bewohnten A. und I. Rothschillschen Hause, Mainstr. 13, lstach .Montag abend ein Brand aus, der sich in kurzer Zeit über den ganzen Dachstuhl verbreitete und diesen imd das obere Stockwerk einäscherte. Die Feuerwehr hatte zur BetMtigung des Feuers mehr als drei Stunden zu tun. Der Schaden wird auf 1415 000 Dtark geschätzt.

= Frankfurt a. M., 5. Sept. Oberbürgermeister B 0 igt wurde wegen seiner Bemühungen um den Kanal verein zur Er­bauung des DonarcMainRhein-Kanals der bayccksche Ver­dienstorden des l)l. Michael zweiter Klasse verliehen.

F r a n k f u r t a. M., 5. Sept. Ter -beauftragte Dozent Pro- sessior Dr. Becker und der Privatdozent Prof. Dr. Franz, beide in der Wirtschafts- und sozialwissenschaftfidm Fakultät der hiesiger- Universität, wurden zu außerordentlichen Professoren in derselben Fakultät ernannt. Pros. Dr. Becker ist der bekannte hiesige Che­miker und vereidigte Handels- und Geckästschemiker.

mr. Frankfurt a. Ml., 5. Sept. Am Samstag tritt eins Polrzeiverordnung in Kraft, wonach nach Eiuttckt der Dun­kelheit alle Rauntöffnungen (Fenster, Türen -Oberlichter) von künsllich erleuchteten Jnnenräumm durch Rolläden lichtdicht ab-, geblendet werden müssen^ um bei etwaigen feindlichsn Flieger-, angriffen den Fliegern kernen Anhalt zlur Ockenckernng zu geben. Um der Ausbreitung von Krankheiten, besonders aber der Ruhr, vorzubeugen, verbot das Polizeipräsidium den gesauttest Straßenhandel mit Obst. Die st ä b t i f che n Regiesch läch­ln n gen ergaben in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Jilli 1917 ein Defizck von 50 000 Mark bei einem Umsatz von 7 500000 Mark. Trotz der hohen Preise hat sich die Qmalckät der Wurst keineswegs gebessert. ,

,mr. Frankfurt a. M., 5. Sept. Mck Gerhart Haupttnanns fünfakckgem DramaFlorian Geyer" wurde das Schauspielhaus Dienstag abend wieder eröffnet. Unter Regisseur Brügmanns tem­peramentvoller Leitung boten die Schauspieler aus der völlig um­gebauten und technisch auf das modernste eingeckchteten Bühne reife Leistungen, besonders aber Herr Gjfcert: in der Titelrolle. Der an­wesende Dichter koirnte sich vor den beisallssteudigen Zuhörerst neben den: Regisseur mehrfach verneigeiu

sl Marburg, 4. Sept. In der gestern abend abgehalleuen Stadtverordneten sitz ung wurde ein Anttag des Magi­strats, die Straßenbahn zwecks unmittelbarer Ueberftu. ttng von Gütern in das Stadtinnere an den Güterbahnhof anzuschließen, wegen der damck zusammenhängenden unübersehbaren Schwicrig- kecken mit allen gegen eckre Stimme abgelehnt. Ein Alttrag, den Strompreis des Elekttizckätswerks in zeckgemäßer Weise zu. er­höhen, fand Annahme. Wie der Magtstrctt, so schlossen sich auch die Stadtverordneten dem allgemeinen Protest gegen die Gas- ein sch r ä nknng an. Bezüglich der Kartoffelversorgung wurde mttgeteilt, daß 42 Famllien, die sich nicht an der Herausgabe zu viel bezogener Kartoffeln betelligten, die unmittelbare Versorgung mck Winterkartoffeln durch den Erzeuger eittzogen ist.

U Marburg, 4. Sept. Beckn Sedcrnlänten wäre mn ein Haar die größte Glocke in der Elffabechkirche, dir 80 Zentner wiegt, abgestürzt. Cs stellte sich heraus, daß ein Eisenanker durchs gebrochen war und die Glocke nur dadurch, daß sie sich in eine Ecke preßte, nicht fallen konnte.

Univeefitäts-Na^ri^tsn.

f ' Marburg, 5. Sept. Der außerordentliche Professor der^ philosophischen Fakultät der hiesigen Universität, Tr. Georg! Misch, seither im Felde, wird dem an ihn ergangeiten Ruf als veachsolger von Professor Husserl jji Göttingen Folge leisten. - An Stelle des nnt nächstem Winterhalbsahr von seinen: Lehramt entbundenen Professors der systematischeir Theologie, Geh. Kons ^ Rat Tr. Herrmann, tritt der Proftnvc der Theologie und Plnlv- ivphie Tr. Rudolf Otto aus Breslau.

Briefkasten der Redaktion.

2- A. G. 5676. 9bad> einer Verfügung des Generalkommandos^ 18. A.-K. vom Juni 1916 sind bis zur grundsätzlichen Entschei­dung durch das Kriegsministerium ausgemuschtc Kriegsgefangene ckn Falle erneuter Verwendungsfähigkeit nicht bei den fechten­den Truppen wieder zn verweisen, dagegen ist nach einer Verfü­gung des Kriegsministeriums vom Augrfft 1916 eine s 0 n st i g c militärische Verwen düng nach Maßgabe der Fähigkeiten und des körperlichen Zustandes der Ausgetanschten zulässig. Eine weitere Verfügung des Kriegsministeriums von: Augi:ft 1917 be­sagt, daß aus Frankreich und aus der Schweizer Internierung heimkehrende deutsche Kriegsgefangene, soweit irgeird angängig, alsbald zur Aufnahme der Arbeck in kriegsivirtfchafttrchen Be- tt-ieben zu veranlassen sind. Ein Zwang besteht hierbei jedoch nicht.

Witterungsbericht.

Meffentlicher Wetterdienst.)

Hecker bis wolkig, trocken: Temperatter tags unverandert.- nachts ein wenig kühler.

Letzte rIncyrichten.

Die Wirkmrg des Falles von Riga.

Berlin, 6. Sept. Riga wird von der jranzösischen Presst als ein harter Schlag bewertet. Besonders schwarz seherisch ist der Temps", aber amb>andere ministerielle Orgaite hatten den Wert Rußlands als verbündeter Macht sür geringer, als in rrgendeinein Augenblick seit Kriegsausbruch, lieber die Stimmmrg in London erfährt der italienischeSecolo", sie sei niedergedrückt Die Eng­länder fürchteten einen Angriff der deutschen Flotte auf das vollständig desorganisierte widerstandslose Kronstadt. Die russischen Anlechewerte werden an der Londoner Börse äußerst ftm,

Rümmmg von Petersburg.

Berlin, 6. Sept. Die von der pwvisvrisckvm Regiei-nng in Petersburg beschlossme teilweise Räumung van Petersburg wird Nüe verschiedene Blätter berichten, in Anbetracht der militärische,: Lage ^beschleunigt und erweitert.

Familie Romanow.

Berlin, 6. Sept.,DemLokal-«Anzeiger" ,vckd cnG Kvpcn^ hageir beachtet, daß nach Rieldungen aus Tobolsk die Zaren -amiüe nnter einer unnöng strengen Behaichlung leiden muß Sie fft in einem nicht die geringste Spur von Begnemlichkecken zeigen­den Gebäiche untergebnrcht und muß dicht zusammengedrängt lebeir. Der junge Tlwonsvlger ist wieder erkrantt. Es bat den Au- jckmn, als ob die englffche Presse nun allmählich die tte^riühmng der Zarensannlrc nach England vorbereckei: will.

Die englischen Gewerkschaften.

Berltn, 6 Sept. Zur Uneckrigkeck bei den englischen Ge­werkschaften wird beruhtet, daß die Arbeiterpartei iraat dev Ltockholmer Frage fast ck: zwei Teile gespalten sei. Der cu:f d<>r Koifferenz- der Fachvereine in Bllrckpvol gefaßte Beschttiß fordert de:: engeren Zusammenschluß der Arbeiter in den Girierten Län­dern, well ihre Stimmen bei den Friedensverhmrdlwtgen >ctK>rt werden müßten.

Lebensmittelkarten in Fbrli-en.

. Erlin, 6. Sept. Wie dem L.--A. aus Lugano berrclitet \ mafc, steht tue Emführung des Kartensystems für Lebensn^ttrel dornen kurzen: rn ganz Italien bevvr.