■ M arsei lle, 31. Au-g. Nichta»ntlich.) Meldung
o« Ägence Havas. Nach einem Zstsammenftoß nrit einem anderen Dampfer ist der frcurzösische Postdcrmpser „Natal" am 30. August abends auf der Hohe van Marseille gesunken. 320 Schiffbriichige wurden nach Marseille gebrach! Als der Bostdampfer „Natal" el>er» den Hafen fron Marseille verlassen harte, wurde er fünf Meilen entfernt durch einen anderen Dampfer an Backbord von hinten angerannt.
Aus dem Kelche.
König Ludwig über die Kanalpläne.
Nürnberg, 2. Sept. lWTB.) Heute früh traf König Ludwig hier ein, uni an den Iubelfestlickkeiten des Bayerischen Kanal- r>ereins, der heute sein 25jähr»ges Gründungsfest feierte, teilzu-i nehmen. Ter König begab sich nach dem Rathaus, wo im grossen bistorisck-en Saal der Verein tagte. Im Lause der Ta;nmg wurde der Rücktritt des langjährigen ersten forschenden, Geheimrats o. Lchub, bekannt gegeben, an dessen Stelle Oberbürgermeister Dr. Geßler Nürnbergs trat. Nachdem Bürgermeister Hofrat Bräritigam best. >tön»g im Nmnen der Stadt willkommen gchcißeu hatte, ergriff der König das Wort und führte n. a. aus:
Der Kanalverein kann mit Stolz und Freude aus die vergangenen 25^Iahre zrrrückblicken. Ihnen allen sage ich meinen Dank und meine Freude, daß wir es fv weit gebracht l>aben in der Verwirklichung der neuzeitlichen Verbindungen. Der Rhein— Donau-Kanal wird gebaut roerden. Die genaue Projektierung findet statt, und da ist «s eine merkwürdige Erscheinung, daß »nan bei der Projektierung aus einen Plan zurückkoinmt, den kein Geringeren «als Kaiser Karl der Große gefaßt hat: die alte Linie, von der nur noch die Ruinen da sind, soll wieder erstehen. Eine ganz hervorragende Sack'? möchte ich -aber lwi dem' dienen Werk besonderst hervorheben, die gar kein anderer Kanal bisher hat. Das ist der aus techuiick-er Grundlage beruhende Vorschlag, die Wasserkräfte der Alpenflüsse, zunächst des Lechs, zu benützen, um den Kanal zu speisen. Nur dadurch wird es möglich, daß der Kanal so viel Wasser >>'komntt, daß Schiffe bis zu 1200 Domren daraus »»erkehren können, Dimensiona». die Im Kanälen, die über eine Wasserscheide g.'ben, lns jetzt noch pittP «erreicht fms). Ich glaube, es wird nrchtl sehr schwer fein, wenn nwm von der Weser rrach Bamberg kommt, a.rch von der sächsischen Saale nach Bamberg zu koinnken. Dadurch würde man nicht nur eine baverisck>e Wasserstraße bis zur Rhein mündung bekommen, sondern es »vürden auch nach zwei neue Mündungen geschaffen werden: bei Bremen drrrch die Weser und Ui S.Mimbitrg durch die Elbe.
Von derr anderen westlicbo» Kanälen nemre ich vor allem die mürttembergischen Pläne, die ich von Herzen begrüße. Ebenso begrüße ich es. wenn es gelingt, den Bodensee an den Main anzu- »cküiesen. Es ist selbstverständlich, daß wir hier in erster Linie Tür den Dv nan —M-a»n-Danal eintreten.
Die i veil iw östlich befindlichen Linie»», gegen die wir im§ ja vielst feindlich verhalten, beriihren aber Bavern nur sehr indirekt. Das sind ostdeutsche und speziell österreichisch? Sachen. Wenn sie gebaut^ trerden. werde ich mich freuen. Ihnen allen aber, die dir ranzen 2:, Jache mir mir ansgeharrt haben, sage ich meinen Herz-, lichten Dant und wünsche Ihnen — u»»d die jüngeren »»»»ter Ihnen n.-erden es noci: erleben - daß der große Plan eines Großschffä 'ahrlswegeS von Ihnen vollendet gcgehetr wird.
Aus Stadt nnd Land.
Dießen. 3. September 1917.
Wer jetzt Papier verschwendet. versündigt sich am Vattr- landek
Drum spare!
Amtliche Personal Nachrichten. Der Grvßherzog Hai am 1. Sepchenchler $ura Bovtvag den Ge neralad»u tarnten Generalleutnant von Hahn, den Minister des Innern Dr. von H o m - dergk zu Bach, den Vorstand des Kabinetts Wirk!, tzftheimerat R o m y ei d, den Gel). Lvgattonsrat Dr. Neidhart empfangen.
- Der Großzerzog hat am 11. August d. Js. dem Güter Vorsteher rn der Hessisch-Preufststhen Eisenbahngemeiuschaff Wilhelm G r o h zu ^armjtadt auf sein Nachsuchen vom 1. September d. Js. an in den Ruhestand »-ersetzt und ihn» aus diesem Anlaß das Silberne . Verdienstordens Philipps des Großnrütigen mit der Krone ver!iel»en. — Am 3 Auguft^d. Js. wurde der- Zugführer in der Hefsisch^Preußischen Ei senbahngeme in schaff Heinrich Äorn- ^ ^ tt zu Hanau vom 1. Sech. 1917 an in den Ruhestand versetzt.
- Auszerchnung. Dein Vizesekdw. d. R. Apmcheker K. -H o»n»n, k. Sohn des Kaufmanns ^Gg. Dominik, »»mrde das Erlerne Kreuz 1. Kt. verliehen. — Das Eiserne Kreitz 2. Kt. hat der Zahlmeister-Stelloerlrcter Ludwig Beck-er rwn hier erlzalten.
L-edanstag. Zur Feier der Wieder»ehr dieses vahm- rereil«» Tages hatten gester»» die öffentlichen tsKbäube geflaggt.
^ Jung wehr. Am Freitag abend veranstaltete die knesige ^nngivehr in der Trrrnhalle des Gbnrrvasiums eine eindrucksvolle. Aedanieicr. In einer zünde»»dem Anspruch? legte Professor Dr. Strecker die Bedeutung der Schlacht,be» Sedan dar. Gesänge vcitcr länditcher Lieder und Deklmnmionen der Imrgmmmen Sieoer, LttMer, Mänrer und Rocher»nel umr-ahnrlen seine packenden Ausführungen.
** Abschieds-Konzert. Heilte nachmittag von 6 Uhr ab ch^elt d»e RegimenlSnlusik des aktiven Inf. Regts. „Kaiser Wil- Felde, nockz:nals in der Süd-A»»läge, »irrt nachstehender Mlnuksolge: 1. Mit Gott zum Sieg'., Marsche Müller-Kraffsdorf: L Melodien aus der Oper „Die Rdeisterwrger von Nürnberg", S" st^gner: 3. Ouvertüre z»»r Oper ,'.Das Nachtlager in Granada". K. Kreutzer: 4. Angereihte Stücke ans der Oper „Earmen", G. B»zet: 5. Soldatenliedermarsch Nr. 1.
** Die Wirtschaftliche Vereinigung Kriegsbe- tchüdigter rGießekn teilt mit: ^Die »,n Bericht von» 21. ds. Mts. enthaltene Mitteilung, wonach um mindestens 50 ^ ernTerbsunfähige Kriegsbeschädigte der Wehrpflicht nicht mehr unterliegen, »vor die Ursache zahlreicher Abfragen. Uin alben Miß- Verständnissen vorzubeugen, geben wir nachstehend den Wortlaut der Verfügung wieder: Kriegsministerium Nr. 935/5. 17. C 1 b. kkr 057 Kriegsbesch ä digtensür,ocge. Im Interesse der K'riegs-s beschädigten wird bestiimmt, daß W-ehrpflichtige, die infolge Kriegs-- beschädigung um 50 v. H. pder mehr erlverbsunsähig erkamit wo»den sind, in» Bereich, des Heeres ans Dienstvertrag beschäftigt 'werde»» dürfen. 'Von der Einberufung solcher Leute z»»m Heeres-! dienst ans Grund der Wehrpflicht »st daher abznsehe»», sose»-n sie n»cht selbst der» sreümUigen EstUritt oder ejn freiwilliges Verbleibes im Heere wünschm. F!?rner wird unter Bezugnahme auf betf hierdurch ergänzten Erlaß von» 21. April 1917 (A. B. Bl. S. 250) bemerkt, daß als! „in ihren Stelben verblieben" auch die Friedens- Angestellten zu gelten 'haben, derei» Tätigkcit »nährend des Krieges lediglich durch die Einberufung zun» Masse, »dienst unter brockten wo »'den ist. I-n Vertretung: Gromcr.
Entsagt dem Tragen von Goldschmuck. Gebt ihn sür den Sieg unserer Waffen!
in den Räumen der Vezirkssparkasse Eiehen ist morgen von 5 bis 5 Uhr geöffnet!
Die Adria und der österreichisch - italienische Krieg.
Än der Neuen Aula sprach vorgesterr» abend Schriftsteller Mar Nentivich aus Berlin über dieses Thema ititb illustrierte ieirw’n fesselnden Vortrag durch eine Reihe vornehin ausgewählter und gut kolorierter Lichtbilder. De»' Rsdner gab zunächst einen Ueberbl»ck über die historische Entwicklung der ÄdAalä»»der seit der Röinerzeir und »vies besonders daraus hin, i»ne vor nn»»n»ehr einem halben Ial.'rtauiend Triest sich sreiivillig urtter österreichisch^»» ^ckmtz stellte, um der Ausbenhingspolitik der italienischen Nachbar- remiblike'» zu entgehn: dasselbe Triest, daS die Italiener heute »'ür nötig hielten m erlöse»» und z»» befreien.
Ans diese historischen Darlegungen folgte eine mehr geogra- pt:sche ^ckiildernng des Karstgebirges »md der Adriahäieu. Infolge altzustarker Abholzung in früheren Zeiten leide düs Karstgebirge ui»,» Mangel an »Nutterbvden und eignet sich nicht zur Bebauung. Doch bringe es dadurch jene seltsamen Flnßbildnnge»» und günsti-' gei» Küstcnanlagen her»>or, die nur die österreichische Adriatüste. zeige, während die Hafer» der ital»enisck>en Seite weniger gesichert und einer fortschreitenden Versandung unterworfen seien Daber auch der Notschrei der Italiener nach Triest. Schon Bis- .»»wrck habe die Bedeutung Triests richtig erkannt: „Wer die >>and nach Triest ausstteckt, kann leicht in die Spitze des deutsck>en ^»chroertcs greisen."
'An Hand der Lichtbilder ließ ua»s nun der Redner eine Wandern,»g von Tr»est über Fiume, Pola. Ragnsa, Eattaro, dcw oster- re»chneben Küste entlang nch»ne»» und führte uns über Brindisi, Antona, Mmin» und Venedig »nieder ans österreichisches Gebiet zurück. Die Bilder zeigten vornehn»l»ch Hafenanlagei». Städte, landlchaffliche Schönheiten und kult»»rgeschichtlich? wichtige Doku- me»rte, »n reick>er Fülle »»nd Ahwechff»mg. Ein Kenner Italiens rst erstaunt, an den Ostsnsern »der Adria solche Schönheiten zu frirden. Beso»»dcres Interesse erweckte die Kaiserpfalz des Diokletian! in p -a late, die in ihrer heutigen Gestalt einzigartig dasteht. Aber daneben zeigte und erläuterte der Redner euren solchen Reichtum an historischen Bauten, an Tenunstn, Bur-ge»», Befestigungen! n»rd ^ockstössern. dal» man nur staunen tonnte über die Kultur, die nch»»» jene»», steilen Buchten der Adria, aus jener» kahlen Höhen des Karstes -e»n lbenrernes Denkmal gef stoffen. Ist rascher Llnse»nandcr- ftolge lwst der Redner Bvmvissß, Anaviva, Rinrrni »u»d Venedig m» »ins ^vorbeiziehen rmd nmndte sich zuletzt den» Kriegsschauplatz »w ^^wnzotal und auf Dvberdo zu. Eines der letzten Bilder zeigte und schloß und Park in Miramare, wo unser Kaiser noch vor KnegscruSbruck? weilte, und fron wo ans das österreichisch? Thro»»- solgerchrar den Unglücksgang »»ach Serajewv a»rtrat.
Mit dem Wunsch, daß uns nach dem Kriege, der ja auch einmal an Ende nehmen werde, unsere Sorrneusehnsucht, der .vir Deutsch anmal nicht entgehen könnten., zu den noch säst unbekannten Schönheiten der österreichischen und »»ich der italremschen Adria stihren möge, schoß der Redner seinen Vortrag, dem viel Beiiall geuiendet wurde.
Lebe»lSmi1tel.
cL S* 1 ^ W ' c r ö b ft verkauf. Bei der Obstve.rteillcng -orandvlatz 3, werde»» heute »rnd morgen Birmen, für Hon gee»gi»et m»d Aepse! torbweise verkanff.
^ Wie das Lebensmittelamt mrtteilt, werde,» die L»ebbab l ? u E^ntrvWen ffr diesan Jahre nur mit schwerem <Ulb'c a iIjic RechtuRg rorrrmen. Da inuner »»och keine Höchstpreise fc] gcirtit sttw, lo kosten Tafeltrauben ab Ingclhen»» 1,50 Mk. dr Pstmd.. In Ingelheim, z. Zt. schon der Frühherbst ff üorru<neier stattfmdet, »vird der Zenttier dieser Weintrariben s» d»e .Kelterung mit 17,00 DU bezahlt. Dkie Meingutsbesitzer mach alsio glmrze»»de Ge>chäffe und »vorder» setzt im Kriege reichlich en wiadrgt für bte vcelar Mißerirte.»» rrcherer .Jahre. Aber die Preiie »kbrrsteigLi» jedes DLaß. Hvfscnttich fallen die Ge.vinne c Wem, d»e m die M»ll».o»ren gehn», bald unter das Gesetz d ^tenenmg der Krre.gsge»frim»e. Hier wäre für den Staat' iw zu Iwlen: denn d,e große»» Weingutsbesitze»-, die geistlich»» Pffüstd« mrv d»e Wemhandler haben rhr Schäfchen in, Trocknen. Mc bat nicht ff'ir »unffmsl die Festsetzung von Höchstpreise», für Mr immer unter allerhand Vorwänden hmauögeschoba», und ste n»rr dre Interessenten darüber besvagt. In Rheinhessen Hof ^\ l ciiL Lagen, wo sonst das Stück Wen» im
liiat, m diesem Jahve 0000 M7. für das Stü (12^X3 Ltr.) zu erhalten, also das 12facke.
Landkreis Gießen.
** Bersrod, 3. Seht. Musketier R o ll , toerheiratet und Bater emes Kindes, gilt seit den letzten Verdunkämpse»» als vermißt.
** Großeii - Linde»», 1. Sech. Dem Kriegsnrfraliden Al- bart Haupt, eher,». Muskttter in einiem M?st-Ists.-Regt., lmirde »»achträglich das Ei,er»»e >Kreni, 2. Klaffe, de»»» Landsturn»»n. Hern»?ich Peter, Ins.-Regt 71, die Hessische Tapfer!.'»tsmedaille, dem Kr»egsinvaliden Lud»v. Amend, ehem. Musketier im Jnf- Negt. 129, nachträglich das Eiserne Kreuz. 2. Klasse verliehen.
** Grür» berg , 3. Sech. Te,n Küstsinann Otto Ma tt h i e s, llnterofsszier in einem Reserve-Feldartilleric-Regiment im Westen, ist das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen worden.
»nr. D e n chel heim , 3. Sept. Wiederum hat der Krieg ein Opfer ans unserer Gemeinde jg-efordert. Die Witwe Karl Will erhielt die Nackricht, daß^ |?»r .19j ährst ge r SoA» Albert, der bei cine»n Jusanterie-Regr»»Ont in Frankreich slststd, an» 20. v. Mts. bei eine»,» Sturmangriff gefallen ist.
**' Ävlzhein», 3. Sech. Dem Musketier Heinr. Bieter von hier wurde die Hessisch!? Tapserkeitsmedaille t^rlielstn.
Ick Lang-Göns, 1. Sech. Sanitäter Karl Böller, Svhn des Schreinermeister Hch. Böller, erhielt das Eiserne Kreuz. — Restaurateur Beruh. In r» nach Unteroffizier bei einer Artil- ler»e-Meßtt»»vpe, erhiell das Eiserne Kreuz. - Infanterist Wilhelm Brückel, Sohn des Kvnr. Heinr. Brücket, Land»virt, erhielt das Elst-rne Kreuz. — Telegraphist Otto Brücket, Sohn des Spenglermeister Wilhelm Brückel, erhielt das Kriegsehren zacken ffir Kriegsverdienste. — Infanterist Otto Weil, Sohn des Schireider- meisters August Weil, erhielt die Hessisch? Tapferkeitsmedaille. —- Infanterist Wilhelm LDtz, Sohn des Tagelöch»ers Johs. Lotz, erh»elr die^ Hessische Tapserkeitsmedaille.
Rödgen, I.SePt. Musketier Ferdinand B a l ß e r, Svhnl voi» Wrlhelv» Balßer VII, welch-r seit Anfang im Felde steht, »st mit Dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet wordei»
^ . * Rüddingshausen, 3. Sepl. Der Gcffreite I-akob
N i e v l a », welcher 1915 als Kriegsfreiwilliger angetreten ist. im Septe»nder 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klasse, im Februar 1917 die Hessische Tapferkeitsinedaillc erhielt und zun» Gefreiten ernannt »vurde, ist jetzt mit dem Eisernen Kre»»z 1. Klasse nnsgeze»ch,»et worden.
Kreis Büdingen.
ch- Büdingen, 1. Sech. Vor Berd»m starb den Heldentod der Leutt»ant und KomLagnieslibvkr Karl R o d r i a n, Inhaber des Eisernen Kreuzes, der Hessischen Tapferkeitsnwdville und des Qesterveichisckien VerDiensffreuzes, von» chnachbarte»» Erbacherhos. — Das Eiserne Kreuz 1. Kl. erhielt der Assistenzarzt Dr. Ed. Spengler.
# Nidda, I.Sept. Tie Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Unteroffizier Karl S t ü b c r, das Eiserne Kre»»z der (R:- cheitc Richard Rings hausen.
/D Nidda, 1. Sech, Das Vereinslazarett vom Roten Kreuz, das hier sofort nachj Kriegsbegi»»n in Muffs Saalbon errichtet tvurdck »md seit, dieser Zeit, »nit Ansnalune einiger Monate des letzten Winters, immer mit etwa 40 bis 50 Man» belegt »vor. ist gestern ausgelöst »vvrdcn. Alle Krieger, die hier Genesung suchte»», ware»»> mit Verpflegung urid Behandlung stets sehr zuffiede»» und «chieden immer ungern von der gastlichm Stätte. Di? letzten Insassen des Lazaretts »vurden gestern teils zu ihre»» Ersatz-Bataillonen, teils zu ei»»em Erholungsurlaub in die Heimat euttoffen.
4- Ortenber g , 1. Sech. Am morgigen So»»»ttag sindet im Gasthaus „Zur Post" dahier eff» Vortrag statt, der von .dev Zentral- genofsenschaft des lairdtvirtschofflichen Konsumvereins ii» Darm- tadt und der hiesige»» Borschnßkasse veranstaltet wird und die Gründung einer Genossenschaft znrecks Beschaffung von Futtermitteln, künstlichem Dünger und sonstigen land»vi»'tschafflict)en Bedarssarti- keln beabsichtigt. Etwa 40 Gemeinden, derei» Beitritt man errvartet, rnd z»» der Versa»nmln»»g eingelade»» »norden.
^ Sl. Ortenberg, 1. September. Schon »vieder ist in »mserem schlösse tiefe Trauer eingezogen. Nachdem erst i»»» vorigen Jahre der Fürst Jost Ech»stia»» zu Stolberg-Roßla an seiner schweren im Felde erlittenen Verwundung gestorben ist, verschick in Berchtesgaden, nw er Eihvlung von schwerem, in seffre»n Berus als Arzt ich zu gezogenen» Leiden suchte, im 53. Lebensjahre Graf Otto z u Castel l - R üdc u hau se n, der Schwiegersohn unserer Gräfff». Dar Vershoibene war zuerst Offizier, »vidmere ffch aber dann ans wisse»»schafflichem Interesse »»ockf ffr vorgerücktcu» Allm dem
meDizinischen» ^rdiui^ versah ff» diesem .Kriege käst zwek Jahre lang die Stelle eff»es latenden Arztes in Ilsebnrg »»n Harz. Tie Ehe mit Prinzessin Marie zu Swlberg-Roßla blieb kinder lvs. Tie Beisetzung gffldet am »»äcksteir Sonntag in der Familie»»- gvuff zu Rüdenhäusen in Basten» statt.
4t Wa llc rnbansei» , 1. Sepl. Die Hessische Tapserkeits- nkedaille erhielt der Musketier Karl Aßmuß.
Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz. 1. Sept. Die Molkereigenoffenschast „Sckstitzer-- land" verkaufte die hicffge Mvlkerei au der» bisherigen Pächter Büttner für 36 000 Mark.
Kreis Schotten.
4i Schotten. 1 Sewt. Ti? Hessisch? Tapserkeitsinedailie erhielt der Gefreite Heinrich S ck l ö r b.
B. B Urkhaichs. 3. Sept. Musketier Wilhelrn Horr und Gefreiter Heinrich Schäfer von hier erhielten das Eiserne.streu» 2. Klasse. Fahrer Johannes Frühling wurde nttt der Hessische»» Tapferkeihsm eda ille ausgezeickme».
-st E » we l sa chse»», 1. Sep'. Das Kriegsehrenzeictwn für Baichrenste bei der Werbung ffir Kriegsanleihen erhielt der Groiü^ ?tt)lfftjwart Tri ei. sch, dasselbe Ehren »eick'en der stellv. Bürger »neister Ehristian Ober h e i m zu st aulstos
z. Her che n ha in, 31. Aug. Die in unsereut Ort ansge' bvock»ene »stu-hr greift nock» imina' um sich. Halle sind wieder zwei ältere Persona» gestorben. Bis jetz» Inat diese tüMche Krankheit schon 17 Opfer bei uns gefordert.
Krkis Friedbrrg.
** H e ld e n b eug e n , 30. August. Am 1. Septeinbev kam» der hiesige israelitische Lehrer, Herr Leopold Wert- h e i »n e r das seltene Iubiläu»»» seiner 60jährigen ununter brochenen Amtstätigkeit feiern. 54 Jahre »virtt Lehrer Wert hemier ff» der hiesigen Geineinde. Trotz seines hohen Alters 82 Ialfre — glaubte der Unermüdliche sich in dieser schweren Zeit de»n Schuldienst rffchl entziel-e», zu dürfen. E" waltet in seltener Frische noch t>eule seffies schwere»!. Amtes Kreis Wetzlar
** Wetzlar, 2. >^>ept. Die frabiiidyen Körperschaften genehmigten die umfangreiche Fällung von Bäumen ans den städti- sck>en Watdilstga». Die dadurch geivoimenen Holzmengen werden nicht versteigert, sondern als Reserven an »gespeichert, uin damit der in» Winter zu erwartenden stohla»not begegnen zu tö»»»»eu.
ra. Wetzlar, 3. Sep». Das Verdienstkrenz für Kriegshilre erhielte,» Superintendent »»nd Kreis schul ff» svektor e i b e l-Tltte»»^ Hofen, sowie die Pfarrer H n r 1 m ö u »»-Oberkleen und Brache s- Blasbach, außerdem die Äckfrer L e r n-Albshausei». Sch ran- Griedelbuä!, S ch ü tz-Becklingen und Ha»»ptlehre»' H o s m a n n- Oberndors.
ra. Dorlar, 30. Aug. Mediziiralrat Dr. Braun -Wetzlar weilte am Rlitttvoch in unseren» Dorfe. Es si»»d »nehrere erirste Er kra»»kn»»w'n hier vorgekou»men, »nau jprickl von Tliphus. llufera Wasser verhält»» »sie gelten als nicht einwandfrei, »nrr ein Tc'il des Torfes ist mit Trinffvasser hinreichend verselsti».
** L au n spack . 1 September. Rudolf P fa ss, Sohn des Schrei»»er»»»e»sters Psafi ?ahier, in .?ine»>» Ins.-Reg., »vird seit dem 16. August als vernnßt gemeldet.
Hessen-Nassau.
Bad Hombur g v. d. H., 1. Sept. Im Dienste der Hos- spenglerei vo»» Hch. Schenderlaw »eiert heute da Werksührer Kckrl Sengeisen sein goldenes Aroditsjubiläuru.
^ Frankfurt a. M., 1 Sept. Nack einer Mitteilung des Lebensmittelanites hat der Regierungspräsident »nit der hessischen Landesgemüsestelle in Mainz w» Abkommen über die Versorgung des Mgiernngsbezirkes Wiesbaden mit hessischem Gemüse getroffen. Den» jAsblommffn lznsolge »»»üssen die crbgesck.lossenein LiefernngsVerträge in vollem Umffange »»»»bedingt erfüllt werden, Ju der Haupff'ache erfolgt die Beschickung des Fra»»ksurter Marktes durch die früheren Lieferer m»s Griesheim bei Darmstodt, Sprendlingen, Neu-Hssnburg »ind jetzt a»»chl ans Rcoinbach bei Mainz. — Zur Ileberloachumg des Pilz Verkaufs ans dem Markte »vird ein Sachverständiger angestellt, der die zum Verkauf stehenden Pilze unterfuckien und dadiirck» v-erhffidern soll, daß verdvrhe»»a Ware oder giftige Sorten feilgehalten »verde»».
»nr. Frankfurt a. M., 3. Sept. Da das Leder »md die Sohlenersatzswsse iminer larrer und seltene» »v-erde»» »»nd da die Sckuhmack?er mit Arbeit überlastet sind, plant die Stadt, hanptsäch»- lich um den Bedürfnissen der minderbenrittelten Bevölkerung ent- gegenznkonlmen, die Errichchung einer städtischen Schuhfl»ck»oerkstätte. die der städtischen Belleid»»ngsstelle angegliedert werden soll.
»nr. Frankfurt a. 9)1., 3. Sept. Ter am 31. Mai d. Js. verstorbene Renttrer Eduard Parrot hat der Stadtgemeinde 100 000 Mark hinterlassen, deren Zinsen zugrmster» der 3ff»tivnalstiftung kriegsbeschädigter Einwohner Groß-Fiunksnrts, begabter .Schstiler und Schülerinne»» des Städelscha» K»»nsffnstitntes u»»d des histvr» schien Museums »rerwMchst werden sollen.
§ Marburg, 1. Sept. Bei der Stadt »mcrden von den hiesigen Schulkindern insgesamt 135 000 Kohffveißlinge abge liefert. Die Stadtkasse zahlte ffir jedes Hundert 50Psg. — Das Kriegs»vahrzeichle»», das feinen einsffveiligen Standort vor den» Rathanse jetzt gerade ein Jahr innehar, sollte r»»nd 14 000 Mark s-ei»»bringen. An dieser Summe fehlen jedoch rwch ungefähr 10 006 Akiark. Das Wahrzeichen, eine Sonnaruhr, soll später in» Schülerpark Ausstellung finden. ^ *
= Wolkramshausen, 1. Sept. Ein elf j äl r; ??r Schul er kletterte aus den Mast.einer Starksttomlcitlilig c»npvv und berührte die Leitungsdrähte. Er »rmrde später vollständig verbrannt ausgefunden.
(ßcricbisfaai.
X Hanau, 30. Aug. Vor de»»» Schössenger»ist Ha: au» I>attc sich heitte der Lokonwtivffihver Hern»cmn b . erd ens Gießen wegen fahrlässiger Transportgeffährdnug '»»»:?. er Körperverletzung zu vera»»ttvorta». In der 9kack April d. Js.
hatte sich auf der Station Bruchköbel der b >?'»nau—Fried
tag ein Eisenbahnunfall zugetvageu. Ein i eiedberg kv»nmen- der GüterMg war auf einen aiibenm in e •. Station Br»ichköbet stehenden Güterzug ar»sgesaliren. Die war durch das
Haltesignal gegen die Einfahrt ge) : e »norden, infolgedessen
der den ankommenben Zug führende ffnuotivff'ihrer Hern»ann Bernd in den Anklagezustand ver?r: ivorda» »var Menschen leben waren nicht zu Schaden gekvnrr »mr der Zugführer lx»ttc sich dirrch vorheriges Alffpringen eine Verletzung zugezvgen. Der Angeklagte beftritt jede Schuld »md gab an, alles getai» z»» haben, um den Zug vor den» HaÜesigneck zum Stehen zu bringen. Dies sei ihm aber »licht gelungen. Offenbar hätten die Bremser da» schweren ■ Zug ans der abfallendar Strecke nicht halten kö»men. Der ^Gerichtshof ka»n zu einer Freisprechung
sc. Frankfurt a. M., 1. -Septemher. Zu drei Jahren Zuchthaus wurde der Möbelträger Adolf S cha rdt »vegeu Hasen-, Hühner- »md Ziegeudiebstähleu verurteilt. Sein „Arbeffskollege", der Arbeiter Buck, kam mit einem IWr Gefängnis dav^n. Die Wirtin Sophie Rektor wurde rvegen Hehlerei zu drei Wochen Gefängnis venntteilt.
vermischte».
* Osnabrück, 31. dlug. Das „Osnabrücker Tageblatt" «Verlag der Firma Meffrders und Elsterinann ff» Os»»abrück erschien am 29. August d. Js. in seiner zeh»»tause»»dsten Nummer. Begrüirdet am 1. Oktober 1884, stand das „Osuabrücka? Tageblatt" aus den» Boden einer »mabhärrgigen, volkstt'lnllichei» Halttrug.
H e i b e l b e r g, 31. Aug. (W. B .) Ter Ovanzigjälirige Sch»»ei- dergehilfe Heltinger aus Leimen hat an» Mittwoch »»achmittag in» Kön»gsstuhl-Oß'birge da» .Krr»rfnra»»n Sieg»»»und Wolfs voi» hier, mit dem er sich <ntf einem Spaziergange bmitb, erschosien. Ter Tater, da ve»'haftet »»werden k.nmte, lmt die Art taeits ein- gesla»»den
Wittermugsvericht.
(Oeffentlicher W«tterdienL.i Äeckt Vetter, tvvckeo, tags »wrw, oa& & Ml. *


