DK Kämpfe in West uns ®jt.
Berlin, 2. Sept. (W-DB.) Iü Mandern folgten starkem ,^-uer auf dem Vvern-Bogen vom Mittag dez 1. bis zum Morgen te» .2. September englische Patvouillenvorstöße, die überall ab- gcwresen wurden. In der Gegend Hollebeeke Moden die Deutschs chre ©rälxni um ettva 100 M^ter vor. Iü den letzten Tagen war die englische An-gnfsstätigkeit sichtlich ermattet, es ist jedvcü nicht anegesch.'jossen, bah die Engländer ans Prestige-Gründen nocf? wer- :a-c Angriffe wagen, eh? sie auch ich z-weiße große Sckstacktt nmj !>>e ftandriscktt ll Boots Basis als eirdgültig verloren ansg>'ben
L-er englische Angriff auf Hens, bei dem die kanadischen, Truppen geopfert wurden, ist -bereits vorläufig anfgcgeben Im ganzen Artois war die .Gefochitstätigkeit gering. Miderseits St, Quentin tvar das Feu-er nur zeitweilig gesteigert. Bei deni gestern gemeldeten Gefecht bei Bendhuille wurden von deln Deutscher 1 Offiziere 20 Mann und 3 MaschÄEngewehre sonne eine gröbere 'Anzahl Geioehre als Beute Angebracht. Am 1. September machten « ie Deutschen hei einem Patrouillenvorstoß bei La Fere 11 Ge- s an gone.
Auf dein Ehemin des Fennes verblieb dem Franzosen als ganzer Gewinn ilnes verlustreicher Eingriffs vom 31. August lediglich ein Stück >des vorderen Grabens in ettva 1 Kilometer Breite. Oestlich? Bauxaillon holten deutsche Sturmtrupps mit geringem eigenen Verlusten 10 Gefangene und 2 Scknelladegewehre ans deir französischen Gräben. Auch in her Champagne brachten d-cutschtz „ Patrouillen Gefangene ein. Mr der Verdun-Front stockte der fran-- zöfische An.rrisf n>eiterhin. Auch das Artilleriefcuer blieb am 1. September gering und schmoll erst gegen Abend zu groster Stärke au.
^ Im Osten ist die Gerechtst ätigkeit an der Düna und bei Smorgon gesteigert. Mich beiderseits des Sereth lebte sie aus. Tie Russen steckten das Dorf Oprischeny sowie die Bahn Nation, von Tereblestic in Brand. An der Svlka und an der Besttitzn ft osten die Verbündeten erfolgreich mit Patrouillen vor. Im Bergland der Susita machten die Russen und Rumänen verzweifelte Anstrengungen, den Verbündeten ihre Gelmrdegawinne der letzten, Tage^ wieder zu entreißen. Mehreve nach kurzem Artilleriesvwep -nit ftarkwi Massen angcsetzt? Angriffe brachen, unter schweren' -'lnligen Verlirsten der 3tnssen und Rumänen zusammen.
In Mazedonien hat Sarrail nunmehr auch allerdings mit reichlicher Verspätung begonnen, seinen gewvlnrten blutigen und erfolglosen Beitrag zu ,der Generaloffensive der (ffrtonte zu leisten. Die serbischen Angriffe auf den Dvbropolse ivurden fortgesetzt Die Angriffslrast der Serben ist jedoch bereits derart g-eschtvächt, daß ihre Stürme mit Leichtigkeit abgewiesen norden konnten. Tie Franzosen, die am Nachmittag des 1. September nach starker Artillerievorbereitunge beiderseits der Straß,e Monastir-Prilev an orisftn, vermochten zwar in die vordersten Gräben einzudrinwn, unterlagen aber int Nahkampf den bulgarischen Verteidigern. Was nicht im Kampf blieb, wurde gefangen genommen.
Die Schlacht bei Bcrdrrn.
Bern, 2. Sept. (WTB.) Der Militärkritiker des „Matur" schreibt: Die letzte Phase der Verdunschlacht kann nach den: von der französischen Heeresleitung festgelegten Plane als abgeschlossen gelten. Die nördlich Verdun einletzende weitere Offensive würde neue Dispositionen notwendig machen.
DaS Ergebnis der italienischen Offensive.
Wien, 1. Sept. (W. B.) In den Meldungen der Kftiegsbe- richrerftchter sowie in den Artikeln.der Blätter wird darauf verwiesen, oap, am Ende der zweiten Woche der elften I so nzv schlackst bereits erkennbar ist, daß die Anstrengungen des Feindes am l>r.>rd- MgÄ den GipfcklpuE bereits überschritten haben und die Kraft der Angreifer abZunehmen beginnt. Cadvrna, der zu Beginn der flacht seine Massen gegen eine Fwnt von 60 .Kilometer vor- 'chickte. mußte murmelst seine. Lürgriffe auf eine Front von 6 Kilo- Eer, auf em Zehntel der ursprünglichen Ausdehnung, beschranken. ivotz der großen zahlenmäßigen Ueberlegenheft der Italiener, und obgleich gelvattige Berstärkimgen von ande'oeni Frontteilen die gelichteten Reihen auffüllten, zählt der ganze Raumgewinn, selbst an der sogermnutzen Ein brirch? stelle bei Selo, :tiri nack tvenigen hundert Metern, was zu den furchtbaren Verlusten der Italiener, die mit 150000 Toten und Verwundeten ntcht^zu bock' gegriffen erscheinen, in gar keinen, Verhältnis steift Am Lüdflügel, insbesondere an der .'Hochfläche von Comen vermochten bte Italiener nicht einmal die Verteidiger irns der ersten Imu zu drängen und im südlichsten Abschnitte kam der Gegner ublwyaupt nur mu Schritte vor. Er steht nicht soweit, als ihm m der zehnten Schlacht vvrzustosten gelang. Der bisherige Vcrlans der Schlacht berechtigt denrnach die Verteidiger, mit aller Zn- verncht den sicherlich nocki zu ernwrtenden Endkämpsen und ihrem Ergekmrs eittgegen zu sehen.
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Die Kämpfe in Ostafrita.
London, 1. Sept. (WTB.) Das Kriegsamt meldet ans Ostafrika.:
Die sich znscnnmenschließenden englischen und belgischen Kolonnen säuberten das große Gebiet in der Richtung aus Irnrga vom Feinde. Mle Deutschen in jener Gegend würden südlich des Ulanga-Flusses getrieben. Ei n e f e i n d l i ch e Streitmacht, die bei Mpepos, 65 Meilen (ca. 104 Kilometer) südlvestlich Mahenge umzingelt worden' war, d u r ch b r a ch in der Nacht z-nm 27. August \i n s c r e Linie und marschierte auf Mohenge. Die erlitt schwere Verluste. Unsere Truppen verfolgten sie. Bei nnserem Vormarsch durch portugiesisches 64ebiet von Ivpnstvn am endende des Nyassa-Sees aus, besetzten wir lunbiir u. In den anderen Gebietest ist die Lage nnverändert. Unsere Kolonnen halten den Druck auf die feindlichen Abteisungen aufrecht.
Srotzherzoglrches Uuttheater Vad-Nacheim.
GiNlspicl Hannelore Ziegler.
Ein .Höhepinckt 4>er Bad-Nauhenner Sonimerfpielzeik ,uar der Tanzabend L>annelorc Zieglers von, Großh. Hof- und Natioualthoater Mannheim. Seit die moderne Tauzbewegimg sich aus den chioreographischen Banden der alten, erstarrten Ballet form gelöst hat, sind mancherlei Tärizerinnen an uns vorp?igezogen. Vorerst die mehr oder weniger geglückten Versuche, erlosckgue oder fremde Tanzsormen wiederzubelebbn oder unserem Empfinden nal>e M bringen. So ging di-e bekannte Tuncan von den plastischen Schöpfungen der Antike aus und suchte das plastiscku: Gefühl der Grbeckfen dlcrch Uebernahnw Vlcrffischer Ausdnickssormeu im Tanze ucr\vufcfKrffm. ©5 folgte die eigenwillige Deut M. Ahesa, die die ägyptische Relief- urtd HierozstyphenLmst zum Muster nahm und in einer TanKweise. die selbst muli,teure Fläck>enLunst blieb, eine hypothetische ägyptische Tanzkunst für uns nüedcr fruchtbar machen )vtAlte, imb Ruth St. T-eins. die Darstellerin der erotischen Rhythmik indischer Sakraltänze. Sehen wir von mancherlei Neb-enströ- immgen, wie dem rnffischen Ballet, ab, das sich von der Mrkömru- lichen Erstarrung zn lösen wußte, so sehen wir bald das deutsche Empfinden sich ffeareich durchringen in der kmsch-anlnutigen wal^.'rhrngegebenen Kunst der Geschwister Wiesentbal, dem iugend lw»-herben Gliederspiel Clotildes von Dery und dem ans Groteske streifenden übeinnütigen Tänzen Gertrud Leistikou^. Sie all. .waren unstwünglich Talente, Ine aus dem rlchthmischen Gefühl heraus ftdi der tragenden Melodie Hingaben. Nnn setzt? aui einmal die Neb?r l. gung ein: es l-andelt sich hier nicht mir um einen ursprünglichen' irr. r-indungsausdruck. sondern um eine Kunst. Und eine .ftunft wili aepflegt und höher entloickelt sein. Folglich fvnrden di? ersten Tanzschulen gegnrndet. Die der Isadora Duncan, ilpen eigenen Bestccbuvgen gemäß, die plastische ÄuÄbildmrg des Körpers pfle-
Die Lage in Rutzianü.
Eine gegcnrevolntiorcäre Verschwörung.
Petersburg, 2. Sept. (WTB. Richtamklich.) Meldung des Renterschen Bureaus. Die Blatter melden: Eine gegenrevoluttv^ rtärc Verschwörung wurde von der Petersburger Stoalsanwalt-- schast ans gedeckt zu jderIZ-eit der Tagung der Moskauer Konferenz. Die Führer der Berschwörung sollen bekannte Politiker uicd mehrere Oi'fiziere sein. Die Uutersuchinng hat Beweise stir die Berschwörmtg erbracht.
Tcr Petersburger Sovjet gegen die TSicdcreinsuhrnug der Todesstrafe.
Petersburg. 1. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Der Petersburger Sovjet hat gegen die Einführung der Todesstrafe an der Front Einspruch erhoben und die Unterdrückung diejer Sttafe verlangt.
Lord Eccil und die Wilsonrrotc.
- L ondv n, 1. -Depteniber (W. B.) Lord Robert Cecit äußerte zu einem Vertreter des Reute eschen Bnreiaus: Er sehe Mirtm Widerspruch zirischen der 3äite Wilsons mid der Wirtschaftspolittk der Verbündeten geinäß der Pariser Konfereirz. Die Pariser Besä: lässt seien rern defensive, keineswegs aggressive Maßregelm Sie wzweckten dst Wiederherstellung des WirtsckNttsl-eliens der Verbündeteimund Schuh gegen eiire aggressiv? nnlitarische Handels- polttck der Feuwe nach dein Kriege. >vie den geplanten Dandels- lmnd Mitteleuropas. Wirtschaftliche Rücksichten haben in diesem Kriege ebensoviel Bedeutung wie militärische chnd inaritime Maß- ,vgeln. Wrr hatten uns für berechtigt, die Wirtschastskraft unserer Gegner mit allen verfügbaren legitim eu Mitteln aai zu greisen, und freuen uns über di? energische Politik Amerikas in der A.usfuhr- frage. ES gibt seine stärkere Waffe, um Tealschl-and zu überzeuge,,, daß der Krieg .selbst in eommerziellem Simre nicht lohnt. Die Deutschen prahlen mit ihrer Krieg?irrte nnd vergessen, daß sie durch ihre militaristische Politik, durch die Verachtung des ganzen Vötterreckts und der Rechte der 'lieptralen kommerzielle und finanzielle Kraft? gegen sich nxtchzernsen h'.ben. die unendlich viel größer sind als ihre eigenen. Wenn der Krieg noch eine Reilw von Monaten sortdanert, ivvrde-r. die Kontra!möchte buchstäblich die ganze übrige Welt in Waffen gegen sich haben. Tie Militär ge, valt ist in der rnodernen Welt nicht alles. Selbst trenn die deutschem Dcere so erfolgreich und unbesiegbar :raren, wie der Kaiser und seine Generale es behaupten, wird di'? Aussicht in die ZuäUnft für Deutschland immer iinsterer. Vielleicht läßt sich hier wirklich eine Lösung des größten Problems der Welt ableiten. >vie man tünftige Kriege verhindern tann. Brelleickft wird e,n Dölkerbimd wirkliche Sicherheit für den Frieden bieten, neuner imstande ist. eine Nation, die der Welt gewaltsam ihren .Willen ausdrängdn will, finanziell, lom merz teil und wirtschaftlich abznsperren.
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Die Stockholtticr Konferenz verschoben
' Stockholm, 2. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Svensta Telegram Byrau. Da die Verhandlungen der Konferenz der Alliierten in London eine unmittelbare Lösimg dec Paßsrage nicht in Aussicht gestellt haben, hat der Organisationsausschns; der Konferenz beschlossen, diese nicht zum 0. September einzuberufen, sondern ein anderes Datum sestzusetzen bereits bestimmt nnd den an geschlossenen Parteien mitgeteilt, das tverde geschehen.'sobald die russische Reorganisationsgrnppe aus London zuritckgetehrt ist.
England und die Stockholmer .KouferLtt.;.
London, t. September. W. B. „Daily Telegraph" berichtet aus Blackp'ool, daß es den, parlamentarischen AuZschuß des Gewettschaftkcmgresses gelungen sei, eine Enngung über die Stockholmer Zusammenkunft zu erzielen, die wahrscheinlich die allgemeine Zustimmung des nächste Wackle tagenden Gewerrsck>.nis- kongresses finden tverde. Die auf der Londoner Zusammenkunft mit ihren Meinnngsverfchiedenlxeften über die Friedens vor schlüge gemachten Ersahnmgeu überzeugten selbst die eingefleischtesten Ai,- hänger einer internationalen sozialistischen Beweg,mg davon, daß in diesem Augenblick eine Znsam.mensiinft wie die Stockholmer zum Mißlingen verurteilt werde. Der parlamentarische Ausschuß glaubt deshalb, daß die Stocktwlmer ZusammeMmft keinen Erfolg haben tvürde, und enwfiehlt, zuerst eine allgemeine Ueberein- stimmung zlvlscheu den Arhcftern der alliierten Länder zustande Zu bringen. Ter parlamentarische 2blssckKrß ist der Ansicht, daß eine internationale Sozialisten- und Arbeiterzusammenküuft sehr nützlich und die notwendige Voraussetzung sstr den Abschluß eines dauerhaften demotrattscheu Friedens wäre. Sie stellt fest, daß ihre Ratschläge aus Pie inneren MermrmpsVerschiedenheiten, die aus der Interalliierten-Zusammenlunft in London und bei anderen Geleaenl>eit z,ttage traten, zurückzusühren und nickst die Folge des Beschlusses des Stockholmer Komitees sind. Keine Regierung hat de,- Kommission zufolge das Reckst, die Äceimmgsäußerung der arbeitenden Klassen ihres Landes zu Verbindern. Die Kommisiion betrachtet das Verhalten der Regierung in der Angelegenheit als eine ungerechtfertigte Einmischung. Die englischen Arbeiter brachtm unsägliche Opfer, so daß sie das Reckst lwoen, ihre,, Einfluß für das i'fustandelommen des Friedens geltend zu machen. Tie Kvm- nnffion schlägt vor, daß der Kongreß uachdrücklich gegen das Auftreten der Regierung in der Angelegenheit d<r Paß-Ver- nieigeruwg protestieren und verlangen soll, falls eine mteinotivnale Konferenz auf der vorgeschrielwnen Grundlage stgttsände, den Delegierten der verschiede,een Länder keine Hindernisse bereiten werden dürfen.
Vv»! Kühlmann bei Kaiser Kar!.
Wien, 1. Sept. (WTB.) Staatssekretär v. .Mhlnrcrnn begab sich in Beqleittlng des Gesandten v. Berger-ReichLwau zur Audienz beim Kaiser
Wien, 1. Sept. (WTTst Nichtauttkich.) Der Miser enrpftug lwute den deuffckeu Slaatssekrelär Dr. von Kühl mann in besonderer Audienz. Dr. von Kühlmann und Gesandter vom Berge, der mit dem Staatssekretär nach Wien gekommen tvar, der tnmlsck^e
gend, die Dalcroze-Schule zu Hellerau, nur dem musikalischen RhytbmuS untertan, imd das Kftsseler Senünar mir dem weitgesteckten Ziele, den^ Tary; als eine äbsolute, nur auf sich selbst gestellte Kunst, selbst von der b'gleilenden Musik loSzulvstnu Viele Talente wurden in diesen Schulen herangezüchtet u,ü> viel Schnl- mäßiges wurde von ihren Zöglingen in den letzten Jahren, geboten, ohne daß man von einer entwicklungsfähigen Eigenart überrascht wurde. Namen tauchten auf und verschwanden wieder. Es haftete keine Erinnerung daran.
Und wieder tauckst ein neuer Name aus: Darmelor? Ziegler. Er ist 7wch wenig genannt 7vorden, aber die wenigen Stimmen, die der Künstlerin sprechen, sind voll des Lobes. Man ist skeptisch und betrachtet aus diesem Geftihl heraus ihren ersten Tanz. Aber dann weiß man: dieser Name tvird nicht slmrlos in der Geschick:T cs modernen Tanzes rorübergehcu. Denn hier ist vielleick:! zinst ersten Mal? ivieder ein ^ursprüngliches Talent über die schulmäßige Vorbildung hinausge,vockscn.
toannelore Ziegler nnpr zwei Jahre lang Schülerin von Dal- eroze. Tann hat sic sich selbst weittwgebÄdet uitd eS nicht mw- schmäht, Entwicklungsfähiges dort zu nehmen und es sich zu eigen zu macken, wo sie es fand, sellui beim Ballet, lind nun steht sie da, in der hofftlungSreicktsten Iugend, eine in sim abgeschloffew' Künstlerin, und dennoch rooller Veiyorechungen für die Zukunft. Die Schulung kann sie nicht verleugnen und tvird es auch ,vohl nicht dun, aber selbst die kleinste Bewegung gib' uns unmittelbar das Genial „Und aus den reisgetvockdenen Takten entsprang der Tanz." Die Melodie schlägt diesen wnndervvll durch gebildeten Körper in ihren Bmm, imd zwingtihn, sich inbelnd aufzurecken und sich anal- voll zusammcnzuzielvu, wie bei einem durch die Töne vermittelter physischen Schmerze.
Tie Künstlerin hatte Musikstücke von Bach, Corelli. Sck-ubert, Chopin, Sttiurß und Grieg gewählt, imd allen wurde sie gerecht^
Bott'chafter Gras Wedel und der deutsche Militärbevollmachttgle Generalmajor Ermnvn wurden dann zur allerhöchsten Frühstücks- tafel zugez-ogen.
Wien 1. 'Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser vereidigte heute die neuernamtten Minister.
5eekrieg.
Ein Seegefecht an der dänischen Küste.
Berlin, 2.Sept. (WTB. Amtlich.) Am 1.September früh morgens stieß nördlich von Horns Riff eine unserer Sichernngsparrouillen ans englische Kreuzer und Torpedoboote. Nach kurzem Gefecht entzog sich der Feind, der durch rmes unserer Flugzeuge mit Bomben belegt wurde, dem Eingreifen stärkerer Kräfte. Mn uns wurden vier als Vorpostenboote verwendete Fifchdampfer beschädigt und in dänischen Hoheitsgewässern auf Strand gesetzt. Der größte Teil ihrer Besatzungen scheint' gerettet zu sein.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
London, J. Sept. (WTB. Nichtamtlichst) Die Admiralität teilt mit: Unsere leichten Streitkräfte zerstörten heute morgen vier feindliche Minensucher an der Küste von Jütland.
Ringköbing, 2. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Mel-' düng des Mtzauschen Bnreans. Heute siüh gegen 7 Uhr fand vor Bjerregaordstrand ain Seetrefsen statt. Vier deutsche Minentrawler wurden von englischen Flottenteilen ans den Straiid getrieben. Nach der Strandung fuhren die Engländer mit der Beschießung fort. „Ringköbings Amts Avisen" zufolge schlugen die Granaten bis in den Mng- töbinger Fjord ein. Eine Anzahl Granaten schlugen auch in den Srt Bjemegaard ein, wo ein Haus beschädigt, aber niemand verletzt ivurde. Etwa 100 der Marinesoldaten wurden gelandet. Anscheinend gab es nrehrere Tote. Deutsche Flirg- zeuge und U-Boote nahmen an dem Kampf teil.
Ringköbing, 2. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Ritzanschen Bureaus. Ein deutscher Marinesoldat teilte „Ringköbings Amts Avisen" mit: Wir lagen nachts bei List. Morgens ^gingeu tvir nordwärts. Um 6 Uhr 15 Min. entdeckten wir plötzlich überlegene englische Seestreitkräfte im Süden, Westen und Norden, die einen Halbkreis um uns bildeten. Wir versuchten, ihnen zu entkommen. Als sie aber den Halbkreis einengten und uns klar wurde, daß wir ihnen nicht entgehen tönnteu, gingen alle vier Schisse mit Volldampf gegen die dänische Küste. Wir setzten voraus, datz die englischen Schisse die Beschießung einsteUeir tvürden, wenn sic sehen würden, daß die Schisse an der Küste ge-« strandet seien. Dies geschah nicht. Dü? Beschießung wurde fortgesetzt. Alte Schiffe wurden unter der Wasserlinie gc- ttossen, ehe sie strandeten. Als die Engländer nach der Strandung die Beschießung fortsetzten, mußten wir die Schiffe verlassen. Erst als die Engländer sahen, daß >vir an der Küste an trieben, stellten sie das Feuer ein und dampften nordwärts. Oberheizer Kleber ertrank bei dem Versuch, an Land zu schwimmen. Kein Deutscher wurde getöcket, zwei leicht verwu^rdet mich Ringköbing gebracht. Die deutschen Matrosen, 08 an Zahl, befinden sich, in Bjerregaard, außerdem noch 10 Soldaten von einem Boot, das die deutschest Dorpedojager an die Strandungsstelle sandten, wo es kenterüe.
Nebcr OOOOOO Tonnen feindlichen Schiffsraum versentt.
Berlin, 2 . Sept. (WTB. Amtlich. Neue U-Bovts^ Erfolge im englifck)en Kanal und im Atlarttischen Ozean: Vier Dampfer und zwei Segler nnt 17 500 Bruttzoregister- touneu und zwar: drei bewaffnete tiesgeladene Dampfer, die französischen R/aschnner „Maria Alfred" mit einer Salzladuttg für Fecamp und „Pauline Louise" sowie ein Dampfer, der 5700 Tonnen Zucker für Frankreich qebrden hcktte. ,
Nach den bisher vorliegenden Meldungen unserer U- Boote wurden seit Beginn des uneingeschränkten U-Boot- Krieges bereits ntehr als . Millionen Bruttoregistertonncn des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschifssraumes versenkt. Der Ehes das Admiralstabes der Marine.
Hilfskreuzer „Golo II" versenkt.
Berlin, 1. Sept. (WTB. AmcklichI Unsere und die verbündeten U-Boote im Mittelmeer haben irngeachtet verstärkter feindlicher Gegenwirkung wieder 12 Dampfer, 14 größere und 10 kleinere Segler mit eineni Gesamtraunv- gehalt von rund 46 000 Bruttoregistertonnen versenkt. Darunter befaßen sich der bewaffnete englische Dampfer „Lla- nischen" (3887 BRT.), „Llandnduo" (4187 BRT.) mit Pseroe- sutter für die Salonik-Armec, „Jneemore" (3060 BRT.). „Goodwood" (3086 BRT.), der japanische Dampfer „Ban- dai Mara" (3227 BRT.) und der griecknsche Dampfer „Se- sostris" (3020 BRT.) mit 4150 Tonnen Erz von Ticnis nach England. Von den 1l versenkten italieilischen Seglern waren 4 mit Phosphat nach Italien beladen.
Ain 22. August ivurde der schnelle ffanzosisck>c .Hilfskreuzer „Golo II" mit 200 Mann des ffairzösischen Korfu- geschwaders und serbischen tSDffixieren an Bord südlich voit Korfu versetttt. 4 serbische Obersten, darunter ein Divisionskommandeur, wurden gefangen eingebrackft.
Der Chef des Mmiralstabes der Marine.
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bülem uneffchöpslichen Wechsel der Ausdrucksmöglichkeft. Das Wenm, tue Seele der Rllisik. ivurde in den heimlichsten Scknvmgun-
qen sinneilsällin an dem rhythmischm Miederspiel dieser Künst-- lerm von TcrpiickWxens Gnaden. Dabei war es lein Ancinandcr- rerhen schöner Posen, sondern ein fließendes. Gleiten ineinmrder nbcripielender Linien nnd kensch beseelter Ausdrucksformen. Tänze 'wce der A-moll-Walzer von Chopin tverden nnoergeßlickj, bleiben, wenn cs onck>. noch nicht ausgemacht scheint, ob iIrr Temperament mein der ansivühleilden Zerriffenheit eines Chopin oder den lecken Tanziveisen Job. Strauß' mehr entspricht. Röan möchte leder einzelne Tanz in begeisterter Schildermig nachschaffen mtd dabe: auch nicht des erlesenen Geschmackes Liner Kosttime ver- getzetr, der mit fabelhafter Sick)-erheit die einzig möglich? Wahl getrosten hatte.
Es >var eine durch sich selbst überzeugende Kunst, die Hannelorc Ziegler bot, nnd es ift erfreulich, daß die Künstlerin, wie wir vernehmen, anch demnäckch der: Gießenern sich vorsftllen wird.
Dr. z. z.
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Berlin,!. September. (WTB. Nichtamtlich. Das Königliche Opernlwus errang gestern mit per Neuemstudrernng von „Figaroe -^oehzett", der der von dem verstorbenen Müncherlff Generalmusik- direktor H. Levi redidierte Ttzkpt sztugrwllx' gcklectt tvar, einen glanzeirden Erfolg. Di-e jQeitrnng lag in den Händen des Knliell- mersters Dr. Stiädny rmd des Rsgiftieurs Bachniamr. Tie Träger der Hauptrollen, Herr Bohrveir -rts Figaro nnd Harr Bronsgest als Mmaviva. Frau Ditt' als 6ftästn, .Frau En gell als Susanne liurd Fräulein Aiarherr als Pa>g>?, wurden schon bei offener Bülmr mrt stüronischein Beifall bedacht. Die Aufhebung aller Stricks dehnte me Vorttellnng aus fast 4 Stunden auL Secco-Rezitotive mit Klavlerlegleftnng verstärktet! die künsllarisch«? Gelamttoirttmg mr- gcnrern.


