ibinu^eceii oübcn auföufudjen. Noch erfreut uns Meister Sangbeüi trttt fröhlichem (Scllaöber, doch schon bald rüstet auch er Mir Abreise. um dem im Winter so ungastlichen Norden den Rücken zu lehren. Jetzt flattern Schmetterlinge und Insekten in großer Zahl durch den Sonnenschein, nnc lange noch, und mich sie werden sich zum Winterschlaf zrrri'lckzielien. die Natitr bereitet sich langsam und allmählich vor Min Sterben. Die blühende Heide mahnt! Benützt noch die wenigen Tage des Sommers und des lieblichen Herbstes! Wandert durch die deutschen Lande nnd Gaue! Freut euch an der Sckwnhcit der stcatnr! Bewundert die blühenden Heide- selder mit ihrem feinen, schmeickxelnden Dufte' Aber sch)ul sie auch! Schleppt sie nicht in grossen Sträußen nach .Hanse! Mehrere kleine Pflänzchen gmügen vollauf. Laßt sie draußen in der Natur, die Mahnerin zur Freilde der Menschenkinder, denn gar bald kommt der Winter.
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** Vor 1 ra g. Die Vortrags Vereinigung Kaufmäiuufcher Ber- eül/Ortsgeiverbevereftl Gießen veranstaltet Donnerstag, 30. Aug., ckbendS 8 Uhr, in der Neilnr Aula den ersten Lichtbilderporttag. Schriststctttr Max Nentwich ans Berlin wird über „Die Adria und der österreichisch - ita l ieuisch Krieg" sprechen. Da die Aacka in diefeml Winter nicht geheizt werden kamt, finden die nächsten Licht- bildervorträge in naher Folge inr September und wahrschernlich der ersten Hälfte des Oktober statt. Siüha Anzeige.
** Eine wei trei chcnde Verordnung. Der (Gouverneur der Festtrng Köln lat eine Berordmmg erlassen, wonach jede männliche und weibliche Person auf Aiwrdmmg der zuständigen Be- liörde im Bezirk ihres Wolmsitzes oder in der Nachbargemein.de gegen den ortsübli'chert Lohn ihren Kräften und Fälligkeiten entsprechend verpflichtot ist, Arbeiten zu übernehmen, die zur Vermeidung von Verzögerungen bei der Be- oder Entladung von Eisen- bahmvagen und zrrr Beschleunigung des Wagenumlauss notiocnbig werden. Recht so. Da können auch einmal zarte Hände Schwielen bekmnmen.
** Schutz dehr Brieftauben. An dieser Stelle ist bereits des öftern auf das frevelhafte Abschießen von Militärbriesiauben hingennesen wvrdett. und es schien mid) für einige Zeit eingestellt. In letzter Zeft ist es aber wieder in voller Blute. Verschiedenen Mitgliedern des Brieftauben-Klubs ftrtb in kürzester Zeit wieder einige werwolle Zuchttiere auf diese traurige Art verloren gegangen. Tauben, die nach erhaltener Schnßverletznng nv chmuhsam ihren heiniatlichen Schlag erreichen konnten, mußten abgeschlachtet werden, da ihnen beide Beine ab- oder zerschossen waren. Jeder Tag bringt neue Kunde von dem Treiben dieses oder dieser „edlen Tierfreunde". Bei der heutigen so außerordentlich wichtigen Verwendung unserer Tauben im Felde, die, tvenn durch Trommelfeuer alles eftlgeebnet ist. sozusagen das noch einzige Mittel sind, um rückwärtige Verbindung zu hatten, und die dies m ganz hervorragender und glänzendster Weise, trotz um sie platzender Schrapnells, Gaswolken nsw. erledigen, sollte doch nrft allen zu Gebot stehenden! Mitteln gegen solches Taubem'chießen in der Heimat vorgegangen werden. Man bedenke doch, wie viel Tausende unserer Feldgrauen schon durch rechtzeitiges Nachrichtüberbringen unserer Tauben vor dem sicheren Tod oder der Gefangenschaft bewahrt wurden. Eine Kmserl. Verordnung verbietet zudem jeglichen Abschuß der Tauben und belegt Zuwiderhandeln nrit strengsten Sttafen (Freiheitsstrafen). Siehe auch Anzeigenteil.
** Im Schwarz-Weiß-Dheater, Seltersweg 81, lipiett Maria Orska. die bekannte Filmtragödin, von Samstag, den 25., bis einschließlich Montag, den 27. Äug., in ihrem neuesten Sittendrama „Ter Sumpf". Außerdem »uirft die berühmte Konzertsängerin Emmy Testinn in dem großen Senfationsschaufpiel in 4 Men ,Die Löwenbraut". Vdft der hochinteressanten Naturaufnahme „Äm schönen Rhein", von Koblenz bis Rüdesheiln, schließt der zutgewählte Spielplan. Ab Dienstag wird „Unter bet&er Zone", ein indisches Schauspiel in 6 Men, gegeben.
Landkreis Gießen.
i. Ettin g sHausen, 25. Aug. Ms neueste Opfer hat unsere Gsnemde den Tod des Lwchsturimnanns .Karl Stein zu beflogen — Das Hessische Kri-ogsehvenzeichen erhielt Hermann Sommer, der schon dos Eiserne Kreuz und die Hessische Tapfer- keitÄurdaille besitzt.
i Hattenrod, 25. Aug. Ludstvig Fink erhielt die Hessische TapferkeftsmedaiUc.
? Klein-Linden. 25. Aug. Der Sohn des Lehrers Keil, der hei einer Minen-Werfer-Kvmpagrnc steht, wurde pm Unteroffizier befördert und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Ste i n ba ch, 24. Aug. Der Schütze Ludwig Ba l s c r, welcher bereits die Hessische TapferkeitsmLdaiÜe erhalten hat, wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet und zum Gefreiten befördert.
H. Aus der Rabenau, 25. Aug. Bei dem gegenwärtigen heißen Wetter hat die Arbeit auf den Feldern gesteigertes Leben gewonnen. Die noch vor kurzem aus den Aeckern stehenden Frucht- Haufen sind eingefahren und die Dreschmaschinen haben ihre Tätigkeit begonnen. Dazu hat die Grummetgrasernte angefangen und verspricht, begünstigt durch das Wetter, einen guten Ertrag. Biel Gemüse wurde hauptsächlich in Geilshausen angebout. Es wurden dort viel Bohnen, Gurken und Gelbe Rüben abgesetzt. Die Aepfel mid Birnen sind fast durchweg reichlich, nur die Zwetschgenbanme stehen leer. Zn den vergangenen Wochen wurden, wie in anderen Gemeinden, auch ftr Weitershain und Geilshauseil die Butterfässer beschlagnahmt.
Kreis Büdingen.
Großfeuer.
m Echzell, 24. Aug. Gestern abend gegen 7 Uhr brach hier in einer Scheuer Feuer aus, das in kurzer Zeit zu einem verhängnisvollen Schadenfeuer annmchS. Sechs vollgefüllte Scheunen und mehrere Stal- lilnaen fielen dem iverheevenden Clement zum Opfer, ebenso viele landwirtschaftliche Maschinen und Gerate. Gr öftere Haustiere tonnten!mit >Wühe igerettet werden, dagegen kamen viele kleine Haustiere, wie Hasen, Geflügel usw., in den Flammen um. Mehrere Feuerwehren ans der Umgegend, darunter auch von Friedberg, waren am Brandplatz erschienen, Sonnten aber infolge der gewaltigen Hitze und der haushoch emporschlagendeir Nammen nichts a/us- richten. Sie hatten Mühe, das Feuer auf seinen .Herd zu beschränken. Der Brand dauerte die ganze Nacht und kam erst heute früh znm Erlöschen. Ein Zigaretten rauchender Junge soll der Urheber des Feuers sein.
** Echzell, 24. 2lwg. Zum Groftfeuer in Echzell berichtet der „Mddaer Anzeiger": Es war gegen 7 Uhr nachmittags, als Plötzlich der Mrs „Feuer" durch die stillen Straßen unseres Ortes gellte. Nur wenige Eimvohner befanden sich zu Hause, alles war auf dem Felde. Der Brand°- herd ging non der Scheune des Sattlers Wilhelm Mobs aus, und auch die benachbarten Gebäulichkeiten ftaitt>en bald gleichfalls tn Flammen. Die Wohnhmtser des Wilhelm Möbs nnd Marttn Volk waren in großer Gefahr und konnten nur mühsam var dem völligen Untergang gerettet werden. Das Feuer artfr indessen weiter, und die Ächeumm des Licdwig Wolf, Wilhelm Roos II. und Bäcker Alk waren in kurzer Zeit als verloren zu betrachten. Die ganze Familie der neiden zuletzt genannten war auf dem Felde, und um das Dreh retten zu können, mußten die Eingänge mit Gewalt erzwungen werden. Die Rettungsaktion war inzwischen in Fluß gekommen und suchte ganz richtig dem Fetter vor der neueroauten Scheuer des Otto Weil Halt zu gebieten. Dein Umstand, daß es ziemlich windsttll war, sowie der jach- kundiaen Füyruna der Urlauber Heinr. Hofmann und Heinr. Lwow an den beideu am meisten gefährdeten Punkten ist es zu danken, daß lveiteves Unheil verhindert wurde. Die Wehren der benachbarten Gemeinden Gettenaiu und Bisses ivaren pünktlich zur Stelle, sogar Forsthaus EckHell war mit etner Hand spritze vertreten Der Schoden ist ziemlich bedeutend, da niemanD versichert ist. Die Entstehitngs-- rtrsoche bedarf noch der näheren Aufktärmrg.
x. Altenstadt, 24. Aug. Lehrer Storck, der sich besonders um den Ausfall der letzten Kriegsanleihe hier und in den Nachbar- gemeinden die größten Verdienste erworben hatte, erhielt das Preußische Verdienstkreuz. für Kviegshilfe.
# Gettenau, 24.A>ug. Das Eiserne Kreuz erhielt unser jüngster Krieger, Musketier Hornberger, in einem Jnf.-Regt.
x. Ober-Widders heim, 24. Au^. Dekan Brill von hier, der #imi größten Leidwesen der Gemeinde teilte hiesige Stelle bald verläßt, wurde in Arrerkennnng seiner Verdienste auf dem Gebiet der Aufklärnngs-nnd Werbearbett für die Kriegsanleihen mit dem pralßischen Verdienstkrenz für Kriegshilfe ausgezeichnet.
Kreis Lautcrbach.
n. Ober-Moos (Kr. Lauterbach), 24. Aicg. Unserem Lehrer Karl Müller, zurzett beim Ers.-Batl. Res.-Jirf.-Regt. 116 in Friebberg, nmrde das „Kriegsehvenzeichen-" verliehen.
Kreis Schotten.
^ Aus deint oberen Vogelsberg , 26. Aug. Die günstige Witterung der letzten Tage frei ein gut Teil zur Ernte mit beigetragen. _ Fast die Hälfte des üKtteides ist schon eingebracht. Der Hafer ist durchweg ivenig gut geraten. Er ist nein an Halmen !und auch die Köruerbildung bleibt toeit hinter der vorjährigen Ernte zurück. Tie Gerste, wenn an.ch nicht hoch gewachsen, ist dock) in der Aehre besser ansgebildet wie ich Jirrhce zuvor. Die Sense rauscht bereits aus den ('örinmnetivieseir. Denn was will sich der Landmaun auch länger säumen — die Arbeitskräfte sind nicht so vvrlUudcn und allem. Anschein nach ist auch eiu frühzeitiger Herbst zu cnvarten. Wichsen könnte ja das Grummet noch, denn.es.steht ziemlich dünn und ist mich noch kurz geblieben: aber immerhin ist es besser, ivewiges nnd g,ttes Grunnnet in der Scheune, als wie viel und womöglich schl-echtes auf der Wiese lagern zu haben.
G Kreis Friedverg.
Ans der mittleren Wetteran, 23. Ang. Die Fel< der sind^ leer. Die letzten sechs guten Tage haben sozusagen Wunder bewirkt. Der Bauersmann war bald am Verzweifeln, als drei Wochen lang jeden Tag der Hftnmel seine Schleuseir öffnete. Bereits glaubte er, sein inonatelangcs Muhen und Sorgen sei ft'tt mchts geivescn. dem: die auf Haufen sitzenden Frucht mengen fingen an zu keimen und waren teilweise handlang gewachsen. Als nun Sonne die Herrschaft gewann, wurden die Garben und Büschel einzeln gestellt, daß sie trockneten. Jetzt ist kaum iwch Frucht in den Feldern zu erblicken. ES war auch höchste Zeit, daß das W'etterl umschlug. Wenn auch durch das Umstellen und Auscinanderstellen, smvie das Wenden der Klecken Körner verloren gingen, so ändert nichts an dem Ergebnis der diesjährigen Ernte, die im allgenninen wesentlich besser ist als die im Kriegsjahr 1916. Allenthalben sind die Dreschmaschinen an der Arbeit, besonders in dem zum Frühdruschgebiet gehörigen Kreis Büdingen sind schon große Mengen Frucht dem Verbrauch zugeftihrt tvorden. — Gegenwärtig ist man mm am Ausmachen der Frühkartoffeln, die an allen Stationen der breiten W?tte«ul jetzt tvaggonweise zirr Verladung lomnien. Ihr Ertrag übersteigt auch die Schätzung, so wurden au einzelnen Kartoffelstöcken lttcr 3 Pfund Knollen ausgemacht. Besonders ertragreich sind Kaiserkrone und eine neuere Sorte AGtador. Auch Frührosa und Ella liefern gute Erträge. Wenn nun, was zu hoffen ist, das ttockene Wetter anhält, so wird der an den Spätkartoffeln zu beftirchtende Schaden nicht einttoten und eine Ernte bevorstehen, die die vorjährige schlechte iveit übertrifft.
— Vilbel, 24. Ang. Die Bürgermeisterei hatte kürzlich allen Ziege n halt e r n die B u 11 e r z u w e i s u n g g e sp e r r i. Auf Beschwerde des Ziegenzuchtvcreins bei den zuständigen Behörden mußte das Bürgermeisteramt das Verbot wieder zur ü ck- ziehe n.
Starkenburg und Nheinhessen.
** Offenbach. 24. Aug. Am 23. Mai ivurdc am Ntain zu Offeuback beobachtet, Me aus eftrem Schiff heimlich 4 Säcke, vermutlich mit Mehl, Mesgeladm ivurden. Der Verdacht, in die Sache verwickelt m sein, lenkte sich auf den Portefeuiller Johann! Josef Jäger von Offtnbach, dessen Sohn auf dem Schiff beschäftigt ist. Die HaussuchuMg förderte mm ein ganzes Warenlager von Lebensmitteln an den Tag. Es wurden vorgesurrdeu: 369 Pfund Mehl. 45 Pftmb Grießmehl, 31 Pfund .Kartoffelmehl, 111 Psimd gemischte Frucht. 276 Mund Weizen. 74 Pftmd g.- mahlene Gerftengrauven, 102 Pfund Graupen, 6 Pfund Zucker, 70 Pfund Schinken. 12 Pfund Wurst, 68 Pchnd Speck und Dörrfleisch, 24 Pftmd Rollschinken, 38 Pftnrd Saattartoffeln, 61 Pfund Korrl nnd 25 Pfund Schaftvvlle. Jäger behaupte., die Sachen zu seinem eigenen Bedarf aus Bayern ausge'ührt zu haben. Er bestreitet, damit Harrbel getrieben zu haben. Das Schöffengericht Offenbach war jedoch der Ansicht, daß der Angeklagte mit den gehamsterten Waren verbotenerweise Schleichhandel getrieben hat. und verutteilte ihn zu 1500 Ndark (Geldstrafe, eventuell 100 Tagen Gefängnis. Zugleich wird die Beschlagnahme der sämtlichen Vorgefundenen Sachen ausgesprxhen.
ch. Aus R h e i n h e s s e n, 25. Aug. Die Tralib«c fvinmen in der Reife schnell voran, wenn die Witterurrg auch im Larise des Aupust oft genug rauh, naß und kühl war. Durch diese Witterung ist allerdings noch mancher Schaden entstanden. Wie es mit der Aienge anssällt. diese Frage wird verschieden beanttvortet, sie wird recht.zweischneidig mrsfalleri. Es gibt Bezirke mit ganzen, halben und weniger Erträge,!. Fm Übrigen ist auch noch einige Zeit bis zum Herbst. Geschäftlich geht es bei starker däack)ftage weiter, doch herrscht im allgemeinen Ruhe. Es kostete das Stück 1916 er 3900 bis 4500 Mk„ 1915 er 5000 bis 6000 Mk.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 32!. Aug. Für dic Bekämpfung der Kohlweißlinge l>crausgMe der hiesige Verband der! Meingartenbau-Vercine in diesem Sommer 3292 Mk. Dafür lieferte ihm die Frankfurter Schuljugend 658 000 Schmetterlinge ab. Wenn von dieser gewaltigen Summe nur 300 000 Stück Weibchen waren Und auf jedes Weibchen mrr 20 Eier btzw. Raupen zählen, so sind damit durch den Vernichtungskrieg rund 6 Millionen Raupen im Keim erstickt rvorden.
- ^ Fran kfurt a. M., 24. Aug. In den O-Zugen zwischen Frankfurt—Eisenach—Berlin kamen in der letzten Zeit wiederholt Diebstähle von Gepäckstücken vor. ohne daß ttotz schärfster Aufsicht der Dieb ermittelt tverden konnte. Am Mittwoch umtte der Täter in der Person des 17jährig!Ql Arbeftsburschen .Harry Bremer ans Berlin ftstgenonrmen. Der Bursche war früher als Anshelfer im Eisenbakpffahrdienst tätig geweseir und kannte deshalb die Obliegenl-eiteu der Fahrbeamten. Auf Gruird gefälschter Pa- püve „markierte" ec den Sckliafstrer und stahl dabei, was ihm in die Finger fiel.
Kassel, 24. Aug. Die amtliche Mitteilung von der Ernennung des Staatsministers von Trott zu Solz zum Oberpräsidenten der Provinz Hessen-^Nafsau traf l-eute hier ein.
Fe. Limb urg, 22. Ang. Die hiesigem» 2icherl>eftsbean'ten haben auf höhere Anweisimg hin strengen Befehl erhalten, emrgijch gegen dos Auftsufen von beschlagnahnrten, zur Verteillrng an. die Bevölkerung bestimmten Waren, wie Butter, Polsmilch, Eier, Brotgetreide, Kartoffeln irsw. eftrzuschreiten, und alle Verstöße gegtm die kriegswittschaftlichen Vorsckwisten unnaclyichtlich zur Anzeige zu brirrgen Zur Vei'stärkrnrg dei' Sicherheitsbeamteit und besseren Kontrolle sind bereits im hresigim Kreise mehrere HilfS- genbarmen cingetroffen.
Wiesbaden. 23.. Aug. Flic den Umfang des Regierungsbezirks Wiesbaden ist in den nächsten Tagen die Beschlagnahmung der gesamten Obsternte mit Sicherheit zu erwartM. Jur Ober- ImmuSkreise wurde die Zmangsbenürtschaftnng bereits am Sonntag bekannt aegÄ'en. Nur das bereits verladene Obst durfte noch verschickt tveroerl: alle anderen sck>on gemachten Verkäufe und Abschlüsse dürfen nicht mehr zur Ausführung kommen. Auch das für K elterzwecke bestimnfte Obst unterliegt der Zwangsbeivirtschaftung, für die Aepfelweinwirte im Taunus rnrd anderswo eine l^erbe Enttäuschung. Nur 30 Prozent des KlontingentS sollen z»rm Keltern sreigcgeben werden. Die Maßnahnbe tmrd damit bie.grikrdet, daß die Obsternte angeblich durchaus nicht den Erwartungen, die amtlicher- feits gelwgl tvurden, erttsprickt. Für den Mesba-dener Bezirk trifft das allerdings nicht zu. da hier die Ernte sehr gut istz Doch soll der hier vorl-andene Ueberschuß zum Ausgleich in mindergesegneten! Gegenden dienen, vor allem aber auch in den Marmesichenfabttken Verwendung finden. Die bevorstehende Beichlagimhinnmg macht
aber auch erfreulicherweise — den großen Aufkäufen ein Ende, die norddeutsche Agenten im Stillen für Kelterzwecke und Marmelada- berertung zu fast sündhaften Preisen gegenwärtig im Bezttk vornehmen.
--- Wiesbaden, 24. 9lug. Stadtverottnreter Dr. Bergmann ist in Königstein, wo er zur Drr weilte, plötzlich gestorben. Ter Verschiedene, von Berns Buchlstindler, wurde vor cimgen Jahren ivegeu seiner Verdienste um den Buchhandel von der Mar- burger Universität zum Ehrendoktor ernannt.
Arrchlsche Nachrichten.
Ev6.igei,jchr i'ttn'.elnüe.
Somttag. 26. Aug. Kollekte s. d. Iirnece Mission. Gottesdienst, a. t>. RtarknSgem. Pfr. Schwabe: 9y 2 : Pfr.-Ass. Lic. Remnng- 11: In der Stadtkirche. Vorm. 8: Zngl. Christenl. f.d. Nenkonf. Mrlrtargottesd. Pfr. Schivabe: nachn,. 2: Kinderkirck)e s. d. Matth.- Gem. Pft.-Ass. Lic. Reuning. Mittwoch, 29. Aug., abds. 8: Kriegs- betstnnpe, Pfr.-Ass. ^ic. Reuning. — In der I o Han nes ki r che. - Zugl. Ehriftenl. i. d. Nenkonf. a. d. Joh.-Gem. Pfr. Ans-
- : Ptt- Beck)wlshcimer: Beichte u. hl. Abeildm. f. Lnk.- u. Zoh.-Gem.. vlnm-eldg. werden noch. b. d. Pfr. jeder Gem. erb.: lt 1 *: Kinderk. f. d. Luk.-lKcm. Pft. Bechtolsh^imer: abds. 8: Bibel- bespr. rm^vo Hannessaal. — Wartburg, ev. Iüngl. n. Männer- Bevern, wiezitr. 15. Sonntag. 26. Aug., abds. 8: Vortrag. Donnerstag. 30. Aug., abds. 8' .: Leseabend. Gäste willk. — Bibel- tränzchen f. Schill. höh. Lehranst. Jeden Niittuwch v. 6—7 hd. inng. Abt. Jeden Samstag v. 6—7 f d. all. Abt. im Joh.- . - B i be 1 kr än z ch en f. Mädchen o. d. Joh.-Gem. J«dcu ^ üon 6—7 im Jod-Saal. — Kirchberg. Sonntag, -w. Aug., vorm. 10; 11: Ehristml. f. d. weibl. Jugend. —Lollar. Sonntag, v -6. Aug., nachm. 1 \/ s . — Mainzlar. Mittwoch, .lug., abds. 9: Kriegsbetstnnde. Dekan. Gußmann.
Samstag, 25. Aug., nachm. 5 u. abds. 8: Gel', z. hl. Beichte Sonntag, 26. Aug.. vorm. 6>/>: Gel. z. lch Beichte: 1: Hl. Messe; h: Ansteft d. ht. Komm.: 9: Hochamt m. Prob.: 11: Hl. Messe m. Prcd : nachm. 2: Christenl., darmif And. f.b. Abgestorbenen: 5: ^Üngl. -Kougregat. Dienstag u. Freitag, abds. 8: Knegsotttand. — Dmiyora-Gvttesdienst am 26. Aug.: Grünberg 9'/z. Hungen 9» Lrch 8.
Gingesandt.
iFür Form und Jilhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artcket übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
An die Ftchnverksbiffitzer!
Daß durch die Heeroseiiiberuftmgen auch den Fuhriverksbe- sitzern das nötige Personal zur Pflege iftrei: Tiere mangelt, ist für maiuf-pit insofern zienilich veftrlicli, als er gezivungen ist. seine Tiere jungen, unreifen Bürschchen anzuverttaueii. welche keinerlei Verständnis und Erfahrung für richtige Behandlung der Tiere, insbesondere der Pferde besitzen. Sieht man doch tagtäglich, wie solche !nnreife Burschen ihre ihiren au vertrauten Tiere in der' unvernünftigsten, rohesten Weise peinigen, sie in schärfster (öangart, mit schweren Lasten, starke Steigungen Hinauftreiben, und sie ständig in solch unerhörter, sinnloser Weise verprügeln, daß man mir wünschen möchte, daß jeder Schlag auf den Rücken des ' oben Bnr- IflVu zurückfallen möge, damit er einmal am .igen.m Leibe erführe, welche i.amenloseii Qualen er seiiwn Tieren bereitet. Unlängst fah ich dock) solch einen unreifen Burschen mit einem schweren! Fuhrwerk vom Bahnhof koinniend — ohne auch nur einen Augenblick auszusetzen, hieb er auf seinen armen Gaul in der iinbarm- gsten Weise mit dem Peitschen ende «das Oberteil der Peitsche l-atd? er schoir mi denk Tier zerschlagen^ los. War sein rechtet, ^lrm ermiidet. so nahm er den linken, um unausgesetzt die Schläge hcr- niedcrprasseln zu lassen, auf ein Tier, welche in der schnellstes Gangart, unermüdlich seine schwere Last zog, dessen Körper von den unausgesetzten Schlägen mit dickgesclMollenen Striemen bedeckt war. dessen herporstehendc Rippen und Knochen sebvn allein zum Riitlcnd heransgefordert hätten. Als ich den Tropf zur Rede stellte, bekam ich natürlich die üblichen Oieobheiten zu hören, ohne daß ich damit deni beklagenswerten Tiere geholfen hätte. Jeder begegnende Fudnnaim sah ivohl mit Kopfschütteln erstaunt diesen» rohen Birben nach, doch zu einem Einsckireiten fühlte sich keiner bc- wogen. vermutlich, weil dies auch kein besseres Resultat gehabt hätte — obwohl es Pflicht eines jeden erfahrenen fyuInmffmiK? wäre, solch rohen unreifen Patron ztirechtzuweisen. — Wie mag der arme Braune erst zu Hanse, wo es memand sieht, von diesem! Wüterich, der keine Alprung von der Behrntdlung der Pferde besitzt, behandelt lverden! Daß die polizeiliche Aufsicht durch die Einberufungen vennmdect ist. tommt diesen Rohlingen felyc zu statten — doch ließe sich vwlleickit Ms dem Wege d?s Hilfsdienstes private Aufsicht gewinnen, insbe^mder' oct den hier so starken Steigungen zum Balmhos — Die wierHalter aber seien hiermit ansmerksanr gemacht, in voelch unerhörter Weise von unersahvmen Jungen mft itnem jetzt so wertvollen Tiermaterial umgegangen wird und daß es in ihrem eigenen Interesse wäre, diesen Bittschchm ettvas mehr nachzusehen.
Gießenor, die nach auswärts kommen, sinden in ^anderen Städten, z. B. in Fmiftfurt, ständig frische und geräucherte See- fiscklie in der Auslage, während in (Bestell frische Seefische seit mehreren ^Lochen, gerämberte Seefische seit über einem halben Jahre nicht mehr erhältlich sind. Es iväre sehr wünschenswert, wenn dre maßgebenden Stellen auch hier in Gießen für eine Ausbesserung der Lebensmittelversorgung durch erneute Zm'nhr von Seefischen Sarge trügen.
Briefkasten der Bedaktisn.
iAnonvme Anfragen bleiben unberücksichtigt^
X. X. Anonyme Anfragen werden grrntdsätzlich nicht beantr wartet.
Gefreiter t. Das Allgemeine Ehrenzeiclwn „Für Kriegsverdienste" H. A.E. 2 am Kriegsband kann verliehen werden: für nicht in Msübung eigentlicher Kampftätigkeit, aber doch im wirksamen Bereick, des feindlichen Feuers erworbene Verdienste sowie Mlsitahmsloeise in der Etappe, im besetzten Gebiete und beim Besatzungsheer für fplgcmde Fälle an Personen, die l. sich im Kriegs 1870/71 allsgezeichnet haben. 2. im Besitz des Eisernen Kreuzes 1. Klasse sind, sowie 3. an Führer hessischer Ersatzbataillone oder -abteilungen; ferner 4. an Vcommandeure hessischer Bezirkskom-- niandos, wenn sie entweder lirssische Staatsangehörige siitd oder gerannte Zeit vor dem Feiirde geftandeit haben, und 5. an Persönlichkeiten, die Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog auf Grund srü'- herer Verdienste ltahe stehen. Es kommt für Sie ev. das Allgemeine Ehrett-eichen „Fift Tapferkeit" >Tapferkeitsmedaille! in Frage, Üptcr Umstä'lden auch das „Kriegsehrenzcichen in Eisen" H.K.E. Das Letztere kann verliehen werden, wenn der Nachweis erbracht ist, daß itachstehende j>ier Vovbedin.gu.ngen alle ersi'Ult sind: 1, Besitz der hessischen Staatsangehörigkeit mindestens seit 1. Au>> 19!4. 2. mehr als 2jährige ^Zugehörigkeit zu Verbänden, dercck Tätigkeit, abgeselten von zeittveiligenl Aufenthalt in Ruhe- oder Reservestellung, sich dauernd im wirksamen Bereich des fcjMichen Feuers adfptell. An die 2 Jahre vom Tage des Ausrückms ab ist die Zeit des Anfentlialts in Lazaretten mvd in der Heimat nicht nnzureckmen. welche 2 Monate Übersteigt: 3. etm oder mehrmalige Verwundung: 4. Tapferkeit und gute Führung. Das Kriegsehren zeichen in Eisen kann m einer aitdercit hessischest Anstzrichnung mrliehen lverden. Der Vorschlag zttr Auszeichnung muß di'rch Ihren Truppenteil erfolgen.
Pmversität Frankfart.. M.
Das Vorlcsnna:*verzeftchiils für das am 17. Sapt bofifinnende Winier-Memeatcr ist «esc diaasr» und wird vom Sekretariat (Jordanatraße 17) liegen V r orein»endung von 4ö Pfß-. (Nachn.60 Pf#?., Ausland80 Ptg.) srogeaandt. (“*s*


