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fahren eingerichret, ba das Thvmasverfahren, welches die Phosphor- reichen Erze ausnutzt, aftoohl in England erfunden, dort doch bisher "mir in verhältnismäßig geringem Umfange angewandt wird. Man müßte also die Bessemer-Oefen umwandeln, wozic wiederum ver- rnehrte Arbeitskräfte, Materialien usw. notwe-ndig sind. Auch hier läßt sich nicht innerhalb Jahresfrist die englische Eisen- und Stahlindustrie umstellen, weil sie sich seit Jahrzehnten mehr und mehr ans die Einfuhr ausländischen Erzes und ausländischer Halbfabrikate eingestellt hat.
Das Holzprogramm verdankt seine Entstehung der großen Knappheit an Grubenholz, das für den englischen Kohlenbergbau trnentbehrtich, früher fast ausschließlich vom Ausland bezogen worden ist. Tie der Förderung der heimischen Holzgewinnung ent- gegenstehendcn Schwierigkeiten beleuchtete ein englisches Fachblatt des Holzhandels kürzlich durch ausführliche Beiträge. Ueberall wird Über .Arbeitermangel geklagt. Die Einberufungen haben den Bestand an Holzfällern und Fuhrleuten gelichtet. Die Sagemühlen sind nicht in der Lage, entsprechende Erweiterungen in so kurzer Zeit vorzunehmen. Ein Versuch, irländische Arbeiter für diese Zwecke zu gewinnen, ist von diesen abgelehnt worden Daß die eng- lische Holzerzeugung die Einfuhr nicht ersehen kann, erhärtet ,L?von aird Coal Trabes Review^' vom 22. Juni 1917. Besonders wird für die Grukenindustrie im westlichen Teile des Jnselreiches nachgewiesen, daß hier das benötigte Holz mir in geringen Mengen vorhanden ift rmd daß vor allem bei der Abhvlzung der in der Nähe der Gruben befindlichen Wälder die Transportkosten und Trans- portschwieri gleiten infolge der- Ueberlastung der Bahnen immer größer werden.
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Dießen, 20. August 1917.
** Die Großch«rmögliche Hofbiblio the? in Darmsladt kann am 15. September auf eine hundertjährige öffentliche Wirksamkeit zurücksehen. Der Ernst der Zeit verbietet eine größere Erinnerungsfeier an den für unser ganzes Land bedeutsamen Dag, an dem (Äoßberzog Ludewig I. die seit dem Ende des 16. >zhs. allmählich entstandene bis dahin nur kleinen Kreisen des Voses und der obersten Behörden zugängliche Sammlung zur allgemeinen Benutzung freigegeben hat. Die Bibliothek plant seiner durch eine Ausstellung von kostbaren Handschriften mit Rdiniaturen, alten Drucken und bemerkenswerten Einbänden zu gedenken.
Landkreis Gießen.
** Klein-Linden, 20. Aug. Dem Musketier Wilhelm Weller, Sohn des Bahnarbeiters Karl Weller, wurde wegen Tapferkett bei einer Sturmabteilung im Westen die Hessische Tapfer- kettsmedaille yerliehen.
** Münster, 20. Aug. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gefrette Heinrich Sieg, der sich zurzeit in eurer Unterführer- schule befindet.
** Watzenborn, 20. Aug. Pionier Carl Pitz erhielt die Hessische TapHerkettÄnedaille.
Kreis Büdingen.
* B o r sdor s, 18. Aug. Der Reservist Gefveiter Otto Doll, der einem Oldenburgrschen Infanterie-Regiment zugeteilt ist. wurde mtt dem Oldenburgifchen Fanedrich-August-Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Doll ist bereits Inhaber des.EHrrnen Kreuzes zweiter
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e. LauzenHain, 18 . Aüg. Schulverwaller Raus ch erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Deüi Lehrer H. Meckel pon hier wurde die Hessische TwserkettSMedaille verliehen.
rr. Schlitz, 20. Äug. Trotz der bisherigen ungünsttgen Witterung ist die gesamte Kornernte sowie der größte Tell der Wlerzen- und Gerstenernte im Schlitzerland bereits geborgen. Nur die Verwaltung des hiesigen gräflichen Gutes, das etwa ein Drittel der Gesamtgemarkung ausmacht, ist noch im Rückstände. Wenn auch hier und da etwas Frucht ausgewachsen ist, so ist doch dieser Schaden gegenüber der reichen Kornerernte ganz verschwindend. Auch der Hafer steht zum Teil schon auf Haufen, während man mtt dem Schneiden des Restes noch beschäfttgt ist. Kamen die fortwährenden Regengüsse für die Ernte unerwünscht, so waren sie anderseits dem Wachstum der Hackfrüchte, besonders auch der Kartoffeln, recht zuträglich und förderlich. Auch die Wiesen, die noch vor we- nigen Wochen infolge der Dürre teilweise braun gebrannt wann, zeigen sich jetzt in frischem, üppigem Grün, und es kann infolgedessen, entgegen allen früheren Befürchtungen, mtt einer recht guten Grummeternte gerechnet weiden.
Kreis Schotten.
B. Burkhards, 20. Aug. Lehrer Ludwig von hier erhielt in Anerkennung seiner fleißigen Mitarbeit bei den mancherlei Ausgaben des Krieges das! Vevdienstkveuz für Krirgshilse.
O Gedern, 17. Aug. Unserem lOrtsgeisttichen Hofprediger Widmann umrde vom iKaiser in Anerkennung seiner beson-, deren Verdienste Um die WerbetätigSett für die Kriegsanleihen das Königl. Preuß. Verdienstckveuz für Krie-gshilse verliehen. — Die bisher anhaltende feuchte Witterung mtt ihren alltäglicl)en Regen fällen hat der zum Dell noch äricht eingebrachten Frucht nicht unerheblich geschadet. Das geschnittene Getreide fängt vielfach an zu wachsen. Ter Dtrohertrag ist auch ziemlich gering da die Frucht infolge des Auswinter ns dünn steht: der Mrnerertrag ist jedoch gut. Ter Stand der Hackfrüchte sowie der Kartoffeln ist günstig. Heute scheint sich ein W-ttterungsumschlag vorzubereiten, der den Landwirten sehr ernmnscht und unbedingt notwendig ist Kreis Friedberg.
e. GaMbach, 19. Aug. Lehrer Gö bel von hier, gebürtig aus Hartershcmsen. wurde dos Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Er steht jals Leutnant bei dem Heere und ist bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Kliasse und der Hessischen Tapftrketts- inÄaille.
e. Bergheim, 18. Aug. Der Oberleutnant Lehrer Krausch von hier, erhielt das Ritterkreuz zweiter Klasse mtt Schwertern des Großh. Badischen Zähringer Löwenordens.
Starkenburg und Meinhessen.
ch. Aus Rh ein Hessen, 17. Aug. Tie Regengüsse in der letzten Zeit waren den Trauben nicht besonders günstig. Sie haben besonders dem Sauerwurm Vorschub geleistet, der unter diesen Verhältnissen Raum gewinnen kvmtte. Es wäre gut, wenn warme Witterung von Tauer die Reife der Trauben fördern würde. Die Reife ist übrigens sehr vorangegangen. Die Aussichten auf eine gute Ernte sind nach fvie vor vorhanden. Geschäftlich war nicht viel Leben. Bei den letzten Umsätzen brachte das stück 1916er 4000 — 4600 M.
^ Vom Rhein, 18. Aug. Infolge des andauernd günstigen Wässerstandes hat die Schiffahrt eine außerordentliche Belebung erfahren, die sich in immer stärkerem Maße bemerkbar macht. In erster Linre hat die Kohlenförderung ihren Nutzen davon. Große Schleppdampfer mtt.6—8 tiefbeladen.err Kähnen fahren täglich in großer Zahl zu Berg; in erster Linie dm oberrheinischen Bezirken zu. 9tur wenige Schlepper biegen in den Main ein. Aieistens l)aben die Kähne Koks verfrachtet. Der günstige Wasserstand gestattet volle Ladungen, die auch aus den oberen Plätzen nicht geleichtert werden brauchen, eine um diese Jahreszeit sehr seltene Erscheinung, dis rückwrrkend dem Eisenbahngüterverkehr erhebliche Erleichterungen verschafft.
Kreis Wetzlar.
txl Wetzl ar, 17. Aug. Die hiesige landwirtschaftliche Winterschule blieb auch im Winter l-albjabre 1916/17 geschlossen. Wie aber aus dem jetzt versandten 25. Jahresbericht hervorgeht, hofft man
ttn komWeickeu Herbste trotz aller SöfmmgJtüm den u y t n ca dft
wieder aufnehmen zu können. Gerade der Krieg mtt seinen fitefc
gesteigerten Ansprüchen an die landnnrtsckwftliche Erzeugung hcwe bewiesen, wie notwendig eirre gründliche theoretische und praktische Durchbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses ist. dem
Berichte geht noch) hervor, daß für den ausfallenden Unterricht Tt- rektor und Lehrer eine verstärkte Wandettättgkeit ausübten. Insgesamt fanden 26 Versammlungen über landwirtschaftliche Zettfragen statt, ferner Lehrgänge für Frauen und Mädchen über Früh- jahrsbestellung, ObstverwerMng usw., ein Lehrgang für Geistliche und Lehrer im Obstbau. Ter Verwundetensürsvrge waren zwölf NachMittage gewidmet mtt landwirtschaftlichen Vorträgen,, Vorführungen im Obstgarten und Besichtigung landwirtschaftlicher Betriebe.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a_ M., 16. Aug. Die Beisetzung der vier Opfer des letzten Fliegerangriffes gestaltete sich heute zu einer erhebenden Trauerkundgebung. Zunächst wurden auf dem Bornheimer Friedhof der 18jährige Richard Schellenberg und der 14jährigc Schüler Otto Kohlberge r bestattet. Ter junge Schellenberg war. nachdem sein älterer Bruder vor 14 Tagen im Westen dert Heldentod erlitten hatte, das letzte Kind seiner Eltern. Auch über Kohlbergers Tod waltete eine besondere Tragik. Ter Junge hatte am Sonntag nachmittag gerade einen Klassenaufsatz geschrieben: „Wie schütze ich mich oor Fliegerge- fahr?", als ihn wenige ?lugenblicke später das Sprengstück einer IBombe tötete. — Unter großen militärischen Ehren fand sodann aus dem Hauptfriedhos die Beerdigung des Wehrmannes und Fa- mttien Vaters Jakob H elf manu statt. Diesem feierlichen Akte schloß sich die Bestattung des Fräuleins Bode <m. Stadtrat de Neusoille legte als Bertteter der Stadt im Namen des Magistrats aus jedem Grabhügel eine Kranzspende nieder.
X Hanau. 16. Aug. Die Kriminalpolizei verhaftete den in Frankfurt a_ M. wohnhaften 40 Jahre alten Kaufmann Richard Klaas aus Höchst a. M., der sich als Vertreter einer Lebens- mittel-Einkaufsgesellschaft für Private G. m. Ü.H. in Berlin ausgab, uni> Damen als Reisende anzuwerben versuchte, die für die Gesellschaft Kunden gewinnen sollten. Jeder Kunde sollte Mitglied der Gesellschaft werden und ein Eintrittsgeld von 3,50 Mk. zahlen. Als Mitglied sollte er Lebensmittel, wie Butter, (Äer, Käse usw., zu den jeweiligen Tagespreisen erhalten. Daß es dem Schwindler nur darum zu tun war, Eintrittsgelder zu erhaltetr, braucht nicht besonders betont zu werden. Die angegebene Eiykaussgesellschaft in Berlin existiert nicht.
[1 Marburg, 17. Aug. Wjie das Landratsamt bekannt macht, werdetr jetzt zum Schutze gegen die Ueberhand nehmenden Feldidiebereien Jägerpatrouillen in den Feldgemarkungen der Umgebung Streifen veranstalten und jede bei solchem Treiben bettoftene Person ohne vorherige Warnung und! ohne iefce Rücksichtnahme sestnehmen.
--Neue n h a i u i. T , 18. Aug. Auf Anordnung der Bürgermeisterei wurde sämtliches K^ernobst in der Gemarkung beschlagnahmt und jede Ausfuhr von Aepfeln und Birnen unter Androhung un- nachsichtlicher Bestrafung verboten. Das Verbot trifft zahlreiche Einwohner hart, da diese sich vorwiegend vom 'Obsthandel und von der Obstzucht nähren. Neuenhain ist bekanntlich einer der bedeutendsten Obsto.rte Nassaus.
Weilburg, 17. ?Augl. Tie am 12. August in Weil^trg abgehattene Bezirksversanrmlung des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung war außerordentlich stark besucht. Aus dem ganzen Kreise und besonders aus der Stadt Weilburg selbst fanden sich Teilnehmer und Tettnehmerinnen ein. Darunter viele Lehrer, Pfarrer und Bürgermeister. Professor Dr. R. Strecker aus Gießen hielt den eriren Vortrag über das Thema „Heilige Als zweiter Redner sprach Pfarrer Erwin Gros aus Esch i. T. über „Stadt und Land". Aus historischer Grmrdlage führte er die EntwttklUng des Bauernstatrdes und die Entstehung der Städte in klaren Zügen vor Augen. Er zeigte wie allmählich.der Gegensatz znnschen denen auf dem Lande und denen in den Städten sich herausgebildet habe, und ging alsdann mrf die wähvend des Weltkrieges zu Tage getretene Kluft zwischen Stadt und Land ein. Den Arsführungen des Vortragenden wurde reicher Beffall gezollt. Den Vorträgen schloß sich eine oussührlichc Aussprache an. Aus Einladung des Herrn Beigeordneten Hiepe wird die Trächste Bezirks» Versammlung Rhnn^Mcnnffcheu Verbandes füx VolLsbttdw«!
Anfoug OSMbcx m Wetzlar ftaäftnbe«.


