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17/08/1917 Zweites Blatt
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Ht. (92 Zweites

Erscheint tStzüch mit AuSnahrne d«S Sonntags.

verlegen:6iefctircr KmnittenbMIe^' und Kreist) lotf für den kreis Stehen".

-ojychEonto: Frankfurt am Main Lr. llHSb. Vaatverlehr: Sewerbedani Sietzen.

Matt \bl. Jahrgang

Giehener Alyeiger

General-Anzeiger Kr Gberhefien

K-it-g, »r. August (»(7

Zunüingsrundoruck und Verlag: BrühllcheUnwersttäts-Buch-u.Stecndruckerei.

R. Lange, Gießen.

Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulslraße?. Geschäfksstelle u. Verlag: &=z&bl, Schriftleitung: 112.

Anschrist für Drahtna6)richren:AnzeigerG1eßen.

Zranzöfische Hinterlist.

Dcch d-ie Franzosen die Geftvgenheiten ihrer englischen Bundes- geno-sien eifrig nad^ivaSymm bestrebt sind, wissen wir Deutschen, aus vielen Beispielen, und auch die jüngsten Erklärungen Ribots entfernen sich ebenso von der Wahrheit, wie die letzte Rede von Lloyd George in London. Daß aber die französische Nation, die sich sonst soviel auf ihre Ritterlichkeit zu Gute tut, sich jetzt bemüht, auch dem schändlichen Vorbild des feigenBaralong" nachKueisern, ist uns neu. Nur der geschickten Führung und EntschLvsseicheft eines deutschen U--Boo1Skommandanten, Oberleut­nant zur See 3. ist es ztu danken, Mensulbtixi -Franzosen keine Gelegenheit hatten, ihr.' Flagge mit ebenso unauslöschlicher Schande zu bedecken, wie die berüchtigteBaralong" es getan.

U " befarch sich Anfang Jwri im Golf von Biseaya,

draußen vor der (Nrondemünduug. Es wehte ein leichter südlicher Mud. und eine lange westliche Dünung vvllbe vom Atlantischen Ozean heran. Gegen Mittag kam im Süden ein Dampfer in Sicht, der anscheinend .Kurs von Spanen nach England hatte U, . . "

Sbrg nntevgetvucht bis auf 200 Meter hemn utrd konnte auf dem Dampfer spanische Neulralitätsabzeichen ausmachen. Nichts Ver­dächtiges zeigte sich. Die Mannschaft machte im Gegenteil Anstalten, den Dampfer M verlassen, legte Schwimmwesten an, warf Zeug in die Rettungsboote und machte diese klar, sobald sie das Sehrohr gesichtet hatte. Das U-Boot lief nun aufgetancht von hinten mit kleiner Fahrt auf, worauf dir Rettungsboote des Dampfers zu Waffer gÄaften wurden. Ms U . . . " noch etwa 250 Meter von ixm öctf des Dampfers entfernt toar. setzte dieser vlötzlich die frauzlös^ische Flagge und erössnete aus Maschinen- gewehven und Repvlberkanonen ein lebhaftes Feuer. Gleichzeitig mühten sich mehveve Franzosen ab, das unter der Kommandobrücke stehende 8,8 Zentimeter Geschütz auf das U-Boot zuzuschwenken, was aber infolge einer Störung nicht gelang. Im U-Boot wurde Warm angeschlagen pnd Schneütauchen befoAen. Bald darauf nahm bfe See, die nutzt so tückisch ist wive dre auf ihr fahrenden Menschen, das U-Boot in ihre schützenden Atme auf. Einige Masckrnewgewehrtreffer erwiesen sich als bedeutungslos, und als das U-Boot nach geraumer Zeit wieder auftanchte, um dev U-Boots satte in Gestalt eines Torpedos einen nachhaltigen Denkzettel für die feige Hrnterllst zu geben, wav der /Dampfer bereits zu weit entfernt und strebte mit höchster Geschwindigkeit der Gironde- mürrdrrngM. Eine halbe Stunde später urußte vor einem froiizö- nschen Lustschch staucht tverden und gegen Abend vor ein ein Modattwot, welches das untertauchende U-Boot heftig beschoß und au der TanMkUe zwei große Wasserbomben warf, glücklicherweise ohne Schaden anzui ülsten.

Man ersieht aber aus Vorstehendem, wie groß die Gegen­wirkungen auf feindlicher Seite gegen unseren U-Bootkrieg sind, und M welchen verruchten MLtteln dir feindlichen Seemächte gveiseu, um der U-Bvotsgescchir Herr zu werden. Solche, ruckt scharf genug zu verurteilenden Kmegssührrrngsm ethoden, wie der geschilderte Ueberfall durch die französisch N-Bvotsmlle. sind aber für uns der klarste und zwingendste Beweis dafür, berfe eine Warnung der Schiffe vor der Versenkung in dielen Fällen die Vernichtung des Unterseeboots bedeuten würde, mithin der Unter­seebootskrieg iu seiner heutigen Form vollauf berechtigt ist, und das g m so Mehr, als jetzt auch die Franzosen neutrale Flaggen und Abzejchen für Schrrkereien auf See gebrauche.

Ass dem Reich«.

B« xtin, 16. Aug. (WDB.) In der heutigen Bundes- ratSlrtzurng qeknmten zur Airmrh-me der Entwurf einer BesttmMMg betreffond die Beschäftigung von Mcheiteminnen

mrd Iunendlichen Arbeitern in Glashütten, Glasschleifereien. Glasberzereien sowie Scmdbläsereien, der Entwurf einer Be­kanntmachung betreffend die erstmalige Aufstellung der ver- srcherungstechnrschen Bilanz durch die ReichApersicherungs- anstalt^ für Angestellte, der Entwurf einer Bedannttnachung Uber Saatckcrrtoffeln, sowie die Aenderung der Verordnung über die Verwertung vom Tiertbrp-ern und Schlachtabfällen vom 29. Juni 1916.

Berlin, 17. Aug. Wie derVorwärts" meldet, hat der sozialdemokratische Purteivo rstand gegen dre ans verschiedenen Bezirken des Reiches gemeldeten be­hördlichen Einschrärckungen des Bersanrmlungsrechtes, auch gegen die Verbote der Diskussion in öffentlichen Versamm­lungen beim Rerchskcmzler (Anspruch erhoben und Aus­hebung dieser Maßnahmen verlangt.

München, 17. Aug. (L. Al) Die hiesige Bürger- nrer st erwähl ist gestern znm dritten Male ergebnislos verlaufen, indem keiner der drei von den Sozialdemokraten, deii Liberalen und dem Zentrum aufgestellten Kandidaten dre absolute Mehrheit erhalten hat.

Ans Hesserr,

Die Freilassung tarn Gerste in landwirtschaftlichen Betrieben.

Abg. Dorsch hat in der Zweiten Kammer folgenden Antrag gestellt: Die Kammer wolle beschließen, die Regie- rimg zu ersuchen, cm maßgebender Stelle dahin vorstellig zu werden, daß den Landwirten zur Aufrechterhalttmg ihrer Wirtschaft, wie im vorigen Jahr, 20 Zentner Gerste frei- gelassen werden.

Arrs Stadt undan$.

schule zu Heppenheim mit Wirkung vom 1. Oktober 1917 ernannt. Ernannt wurden: Die Regierun gsbauführer Otto Braun aus Msseld urrd Rudolf Krause aus Großen-Linden zu Regierimgs- b-aumeistern.

u soll den Anfang machen? Ter Magistrat der

<otadt Magdeburg erd erneu schwungvollen Aufruf, in dem mrt freundlichem Znrei>en hie Einwohner, jung und all, zur Lchonung der schuhe :ind Strünrpsc aufgesvrdert werden, gänzlich barfuß >oder m Hotzsaudalen zu gehen. Der ?7iagdeburger General- ^Änzerger ^beylettete den Abdruck der Ermahnung seinerietts mit oer höflichen Umladung an Bürgermeister und Rat, ihrerseits mtt gutem Beispiel voranzugehen. Das Blatt verspricht, daß dann bei den gemeinsamen Besprechungen über Lebensmittelftagen usw ll^^n LEvevordneten-Sitzungen die Pressevertreter sofort gleichfalls barfuß oder in Holzsandalen erscheinen würden. Wer macht m Gießen den Anfang?

über Ausführung der st^chsgetreideo^nung, Graphitindustrie, Be- bmi Nährmitteln, Umtausch der Nährmittellaiten und Drucksehlerberichttgnng.

Auch der kleinste Goldgegenstand ist willkommen!

Die Goldankausftelle

in -en Raumen der Bezirksspartasse Gießen ist morgen von \0 bis \2% Uhr geöffnet!

G ießen, 17. August 1917. Wer trägt den Fliegerschaden?

TreFraMnrter Statische Nachrichtenstelle" führt zu dieser zeitgemäßen Frage erlänterrrd aus, daß die durch den Krieg inr Reichsgebiet verimächten Beschädigungen an beweglichem irnd un­beweglichem^ Eigentum aus Grunds des Reichsgesetzes vom Z. Juli 1916 festgestellch rverden. Tie Feststellungen beziehen sich jedoä) nur auf Sachschaden, wicht auf Personenschaden. Es unter­liegt keinem Zweifel, daß auch der durch Fliegerangvisie veruv- sachte Schaden unter das Reichsgesetz fallt, ebenso aber auch die durch unsere ?lbwehr7naßnahmen migevichteten Sachschaden. Je nach dem Umfang der Aerstörimg nüvd der volle Wert ersetzt oder ein Bruchteil des Wertes. Etwaige Anspriiche an Versicherungen kommen gleichfalls zur Geltung. Ter Sch^adenersatzantrag bzw. der Antrag auf Feststellniig des Schadeuumfaiiges ist an den Aus­schuß zur Feststellung von Kriegsschädeii in Berlüi zu richten. Die Sckmdenersatzleistung ttägt das Reich, indes lnerden die Entschä­digungen zunächst für Preußen aus tnerlßischen L>taatsMitteln bezahlt. Für dic^Gemeinden bestehen keinerlei Schadenersatzpflichten.

ll^ber die Schadenersatz- bzw. Fürsorgepsticht der der Dötting oder Verletzung von Personen schweben zurzeit Unterhandlungen: in der Richttorg, daß die zu Schaderr gekomrnenen Personen bzw. deren Angehörige den im Kriege beschD)igten Personen gleich­zustellen sind.

*

** Am tliche Person al nachr i chk en Der Groß Herzog hat am >15. August den ^Oberlehrer /an der -Oberrealschule zu Gießen, Profesior Dr. Karl Weimer. Dim Oberlehrer an der Oberreal-

Hessen-Nassau.

.__, r = ?? t:^ f f ix. r t a.^M., 16. Ang Der fett länger als Jcchres- vrm verschiedenen Staatsanwaltschaften steckbrreftich verfolgte 51Mrrge Jwtallateur Johannes Knipp aus Steele, wurde gestem m Hannover verhaftet. Knipp hat in Frankfurt «ne erhebliche ?lnz«.hl großer Sch^vindeleien vettrbt. Unter dem Namen nm? ^wlom-Jngenieurs Hans Röder fand er vor rtwa drei Zähren in einer der ersten hiesigen MäsckAlnenfabriken Anstellung Vor zwet Jahren verheiratete er sch mit der Tochter eines! Frankfurter Stadtverordneten. Mer Wochen nach der Hochtzeft beraubte er w ährend der Mittagspause die Fabrikkasse um einen betenden Betrag und verschwand damit. Seitdem blieb er verschollen. Unter den verschiedensten Namen führte nun Knipp, der eine Menge gefälschter Papiere bei sich trug, in Deutschland ein abenteuerltches Hockchtaplerwesen. Heiratsschwindeleien, Wech- selfälschungeu und Betrügereien großen Stils gehörten zu seinen L-pezcalttäten. In Zwickau verübte er im Juni Betrügereien, tvvbet er 110 000 ?Nark ergvurrerte. Dann trat er in Hannover als Baron von Fvexersdorf auf. Hier ereilte ihn gestern endlich das Schtcksal. In .Knipps Besitz fand man noch m-chr als 100 000 Mar' bares Geld vor.

Nirchliche Nachrrctzte».

Israelitische Religionsqemeinöe. Gottesd. i. d. Synagoge (Süd- Anlage). San.stag, 18. Aug. Vorabd.: 8.15: mvrg. : 8.30: abds.: 8.55 u. 9.30. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 18. Auy. Fveiltag abd.: 7.45; Samtstag vorm.: 8.30 Predigt; n<nhm.: 5.00, Saibbatcrusg. 9.30. Wochengottesd.: rndrg. 7.00, «chids. 7.30.