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11.8.1917 Zweites Blatt
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Zweit« Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

vetlagen:Eiehener Zamtlienblätter'' und ..UreiLdiatt für den Ureis Giehen".

-sstfcheckfonto: $nurtfurt am Main llr. U686. Bfltitocrfehr: Gewerbedank Sieben.

lör. Jahrgang

retzener

General-Anzeiger für GberheKjen

Zamttag, N. August fyf?

ZwillingSrunddruck und Verlag: Brühl'scheUniversitätS-Bilch-u.St ndruckcrec.

R. Lange, Gießen.

Zchriftleitnng, Geschäftsstelle und Drudercl:

Echulftraße?. Geschäs:sstclle u. Verlag: ^ Schriftleilung: «4^ 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzetgerGie>>cn.

Die UriegserUärungen Siams und Liberias.

ö , . einen Zweifel daran hegeii konnte. daß der ganze

!llnleg für Englmch etwas mrderes als einen Raubzng gegeii die Ätsche WnLn-ren^ darsdellt, für den dirrfte die Tatsache der KriegÄncklarung.en Liberias. SurmS imd ähnlicher Staaten und ihre folgen imllani zur Bilehruiig ansreichen. In Deutschland oar mmi in weiden .Weifen den Eintritt dieser Staaten in die. /irK» des Viel Verbands ausschlicsstich unter dein inilftäriscl-en <^,ucht^ wutt el betrachtet. Man fragte, bedeutet die Kriegserklärung dies« Länder em«r ^Raft-tMivachs für die .Kraft trnserer (^-girer. und ba man diese Fvape. mit 'den, besten Willen Nicht bejahen konnte, ma n unlaß, sie ausschliesslich imter dem humoristischen Ge- nchtsnmrvel anzarsehen. Und sich'r: iwiut das Haus schon an allen J r CII fi»: : n!? ) brennt, ist es schließlich gleichgültig, wenn

eine zeisve miehr ober weniger aus der Munpel'kmnmer zn Sck>aden tommt. Darüber sollte man aber' doch die sehr- ernste Seite der ttngele^enheil nicht übersehen, die darin gegeben ist. daß sofort nach dwl .Dnegsc-Mar-iorgeir in den betreffenden Ländern mit einer Brn^ brlttat nnd .)iol>eit londersglechen gegen alles deutsche Eigentum ttn'gegangen worden ist. Wie England in seinen eigenen Kolonien gtenl> imch .Kriegsausbruch gegen den deutschen Musmann imd »einen Besch gewütet hat. ist zn bekaimt. als daß hier darauf! emgegangen xn lverden braucht. Es lvar ja so bequem, den Krieg zun i Ooüi vaiid sür ein Verfahren zn nehmen, das ram endlich (3k- legenl-ert gab, ficfi den imbegnemen Wcttbelverb vom Hals zn schas'jfJl. Uiw wenn es dabei icklvas reichlich rigoros znging, nm so bell er! Um so weniger leicht wird es dem Deutschen, die zer- risjenen Verbindungen wieder anznkmipfen.

llnd als die englischen Kolonien vom deutschen Handel ge­reinigt waren, da hieß es. im Guten oder mit Gewalt die kleinen! Saaten gleichfalls von den Untschen befreien. Und so mußten im Dramen des ft'ampfes für die Zivilisation Siam und Liberia, Job der deutsche Handel einen nbervagonden Einfluß besaß, Deutsch» land den Krieg erklären znn, Segen der Kanflente in Liverpool und London, die ohne Mühe damit ein weiteres Stück des Welt­markts an sich rissen. BLan versaht die ganze Brutalität dieses Bor- Mus erst, >oenn man berücksichtigt, daß in Liberia z. B drei Viertel des gesamten Handels in den Händen deutscher Häuser lag. daß Hamburger Firmem hier bereits seit Menscheualterw arbeiteten und sich eilt Feld geschaffen hatten, ans dem sie im Wege, oes freien Wettbewerbs überhaitpt kaum ivieder hinauszu- drängen gewesen wäven.

!>bnd setzt ist das alles, ivas in jahrzehntelanger Arbeit unter ÄMftg vccht kostspieligen nnd schweren Mühen ausgebant war. zer­stört England hat sein Ziel, sich znin wirtschaftlichen Selbst- Herrscher in so vielen tropischen Ländern zu marifcu, erreicht! Jadft mir, daß damit Millionenwerte an deutschem Kapital ver­loren gingen oder mindestens schwer bedroht sind. Darüber lstnans bat diese Ausschaltung des deutschen Einflusses und die Konzen- ^twn des loirtschaftlrchen Lebens dieser Läiider in der .Hand des anglüchlln Marfts eine Bedeutung gerade für die Zeit u a ch deni .Mreg die um so schwerer Nnegt. als die englische Absicht der wirt­schaftlichen Abschnürung Deutschlands, die Idee des .Krieges nach deni Enege eine Frage ist, mit der weite Komplexe unseres wirt- jMUchen Daseins roch damit die ExiskMzmög-lichkei1> des größeren Teiles des oeittschen Volkes verknüpft sind. Es gehörte früher be- vannllA zun, Dogma werter Wirtschafts kreise und politischer Por- !???. uns daß eigener Kolonialbesitz für Deutschland über- flüssig sei. well die freie Konkurrenz auf dem Weltmarkt schon ft-r die Sicherung des Rohstoffbedarfs sorge. Hier in dem

^wrgehen Englands, dem es uricht davanf an kommt, die unab- hanaigen Kleinstaaten in den Krieg zn zwingen, wenn es seine an dem damit entzündeten Feuer locken kann, haben wir dw Quittung auf lltvpieii, die selbst das letzte Manifest der unab­hängigen Sozialdemokraten bel-errschen. Mehr als einmal ist es in ^igland wälwend des .Krieges ausgesproch-n worden, daß man gewillt ist, von seiner wirtsckMlichen Macht rücksickftslosen (35e- dvanch gegm Deutichland zn macl-en. Glaubt denn im Ernst jemand daß einer der grüßten VerSraucki^r der tropisc^n Rohstoffe, imd

ist Denlschland, auf die Dauer bestehen kann Ivenn er dauernd wn Englands Lieferung abhängig ist? Und jetzt rüstet sickt nicht nur das englische Weltreich, durch Zölle nsw.. Deutschland den >.ezug seiner Milliardenbednefnisse nach dem Krieg zu ersclpoeren sondern auch in den unabhängigen Tropenlänberii. »ov sich sonst noch eine Gelegenheft geboten l-ätte, durch deutsche Arbeit und deutsches .Kapital emen Ausgleich für die englischen Monopol- beitrebungen zu schaffen, ist Uns jetzt die Tür vor der Nase zuge-, schlagen worden? Nun liegen die Dinge so, swß kein Ballen Baum-. >wolle, kein Block .Kupfer, keine Kokosiiuß, kein Sack (3-nmmi mehr nach Deutschland gelangen kann, an dem nicht englisckvs Kapital sich vorher bereichert.

Und was hier von denk Rohstoffbedarf Deutschilands gesagt ist das gilt natiirüch auch tarn dem deutschen Wsatz. Der beste Propa­gandist sür die deutsche Wäre in Uebersee war mm einmal der »wutsche Kaufmanu. Er ist ausgeschaltet nnd mit ihm nattergemäß eine Unsumme von Beziehimgeii zwischen dein Mimischen Fabri- lonten und dem eriigebore.ien Abnehmer in Afrika oder Asien

Zn seiner ersten Reichstagsvede hat Dr. Michaelis von deni wirtichaftlicheik Tnutzbnnd rniserer Vtegnn gesprochen, den der ronimenoc Frieden verhiniX'rn imisse. Berhmdern können lvir ihn nur, ivenn ivir uns selbst den notwendigeii Anteil a!n der Welt- nnrtschast sick-ern. Und eben dariir liegt die Bercchtigwig der Forde- rung imch einem starken, ertragsreichen deutschen Kolonialreich!

lichc Erfolge aufzuweisen. Sobald man mit dein Wunsche nach I Lazarettbettieb ltestört nmrde, oder aiideverseits der Besuch der Ber- 031^ ) . erra f l ^^0^ heraiftreten ivird, ist I träge litt, so wurde aus unsere Bitte vonk (3wrnisonkommairdo er- zweimal wöchentlich abends im Soldaten^ lxrnbt, daß unsere Borttäge abeiids stattfindeii irrsten und die 'Teil-

I » 1% flrvv IT A t , I. .JilA . /TY V f. ^ LA . « -- I Iffc

Arsr Stabt tmbanb.

Gießen, 11. August' 1917.

Ariegsarbeit in Gießen.

XXIX.

Der Verwundeten »Unterricht.

Nachdem im April nnd Eiide 1915 imGießener Mzeiger" laber den Verwundeten-Unterricht von deni Unterzeichneten be­richtet wurde, folgen wir einer Anfforderirng der Redattion. jetzt curmal wieder ans diesen Gegenstand zurückzu kommen.

Wie wir bereits damals mitteilten, rourden seit April 1915 von freiwilligen Lehrern und Lehrerinnen nuentgcltlich Unterrichts-, [hmbeu für bk Verwundeten erteilt. Mit Beginn des Winter- lemesters 1915/16 wurde es dann den Verwundeta-i erlaubt, ebenso wie die Kriegsbeschädigten außerdem auch an dem Unter­richt tu der Gewerbeschule teilznnehmen. Die ikinladung hierzu und ein Stundenplan findeii sich in jeder Meßener Beilage derLazaret! Zeitung" abgeornckt. Den Verwundeteii ist auf lolche Wei,c Geleaenheit geboteu, sich in Rechnen, Deiitsch, Buch- Mhrung, Wechsellehre, gewerblichen! Zeichnen n a nnterweisea zn lassen.

Bon dein erwähnten, von fteiwilligeir Hftfskräften erteilten Unterricht bestand der im Französischen, den Frl. Nölting ,iber­nommen hat.'e, bis zum Winter 1916/17. Die SckMerzahl war nttturgemäß nur llern. Es handelte sich un, Kaufleute7 Lehrer, übitnrientcn. Dankbaren Zuschriftwi ihrer SMter haben Frl Nölting bewiesen, daß sie Zeit und Mühe nicht vergebens ge­opfert ha>.

Herr Polizeik. Mshirant Karnbach hat bis jetzt sechs Kurse in rl Acnossraphie Allstem Gabelsberger- abgehalten, «m denen sich bb Verwundete beteiligten. Die meisten hatten sehr erfreu^

heim Hebungen abzuhalten.

Seift Anfairg Januar bis Juli d. Js. unternnes Frl. Wallach Lcrivundete rn der Chirurg. .Klinik in der Estenographie (System S olze-Schreh). Der .Kreis ihrer Schüler bestand zeittveise ans M Benvimdeten. Es waren in erster Linie solche, die infolge ihrer ^erwundnng das Lazarett nicht verlassen konnten. Ein Teil davon wurde in andere Lazarette verlegt, andere liaben den Kurs mit gutem Erfolg beendet.

Beidt'utend ausgedehnt und enoeftert Hai sich die Tätigkeit des Herrn Buremtbeanrücn Kirchstver, der es übernommen hat, seine Zuhörer in das Versicherungö- und Fürsorgewesen cinzuführen. nnd ihnen in Versicheru.-ngs'HÄngelegenheften persönlich Rat zu erteilen. Es ist hicriüber berefts an dieser Stelle berichtet worden' tu. *? C ^ von Frl. L. und P. Vallmann im Maschinen

schreiben konnte aufgegeben werden, da deii Lazaretttnsassen znn, Teil m den emzelneir Lazaretten die Möglick-keit znm Selbstnnler

wurde und in der Gewerbeschule Sck-reibmaschinen zti,r Venügung standen. Ebenso fiitb die KLirse von Hern: Real lel/rer ?lppel über- Bnckrftchrung stnü>ewl1en, da aüch dieses Fach in bmi Stundenplan der Gewerbeschule vertteten ist.

Es wird im Sinne derer, die hier m Gießen ihre Lazarett- Uk »U ihrer Ziortbftdnng I>aturnten, sein, warn auch au dieser L>i.elle den Lehrern Und Lehrerinnen der Dank für ihre Miihen ansgespvoä.'en ivird.

In, ganzen war die BeteilWung am Unterrichit gering. Daß icdoch mancher die Vorteile, die ihm aus jenem eüivachscn. zu schätzen 'weiß, gehl z. B. auch aus der großen Zahl von Anttoortni hervor, die aus die Frage derHessischen Lazarett-Zeftung":Ist der Verivundeten-Unterricht den Kriegsbeschädigten von Nutzen von fetten der Verwundeten erfolgten. Die zum Teil recht aus- !a )C IT 11 . tlüorten ^ inb größtenteils in dem geirannten Blatt ( bis 29) abgedruckt und für unsere Feldgrauen noch heute nützlich zu lesen. Leute, die noch unter ihrer Vernmndung zn leiden haben, kommen selbstverständlich für imsere Bestrebungen nicht in- Betracht. Daß sich aber auch die Genesenen vielfach sernhielten lbabci wirkten wohl eine ganze Räche von Ursachen init. Ablenkung ,u>D Anregung die eine solche Beschäftigung mit sich bringt, wird Nicht so sehr als Bedürfnis empfunden, loic man wohl annehinen sollte. Das Denken des Lazarettinsassen ist zu sehr auf die (vcgen- wart eingestellt. Die Uebcrlegung, daß ihm \n Zukunft das 'jetzt Erlernte zustatten kommen würde, liegt ihn, vielfach fern Manchan hat auch das Bedenken. d< seines Bleibens in Meßen doch mcht lange sei, davon abgehalleii. mit dem Lernen zn be gurnen. Die weniger entschuldbaren (Gründe spricht ein Artist-l in derLazarett-Ztg." Nr. 65 sehr deutlich ans. Dieselben ErfahrmE gen hat man mich anderorts gemnckst, was gelegentlich dazu ge ftrhrt hat, von seiten der Militärbehörde den Besuch des Unterricht > obligatorisch zu machen. Daß in der ersten Zeft des '.Krieges die Beteiligung reger war und dann imchließ, dabei spricht inft, daß bei der Belegung der Gießener Lazarette die Genesendeii. also gerade die. für die der Unterricht in Betracht kanl, in die Lazarette der Umgegend verlegt werden, um Frischverwirndeten Platz zu ist trotz der geringen Nachfrage den Berwimdeten stets Gelegenheit znn. Lernen geboten worden.

^Ewrdftlgs ist unser Wunsch, die VerwundLeii vor Un­tätigkeit uiÄi Lanserwefte zu b«vahoeii, durch Eftiführnug des Arbeitsdienstes in vollkommenster Weise erfüllt worden Den meisten ,st dadurch selbstverständlich die Möglichkeit an irgend- ivelchmi Unterricht sich zn beteiligen, genomnien worden Aber auch für die Fortbildung der tvenigen, die als nicht arbeits- Venvelchungsfähig Zurückbleiben, soll weiterhin in derselben Weise >vie b,Her gesorgt werden.

Wie^wir in unseren früheren Berichlm zeigten, trugeii wir dafür Liorge, daß den Verwtundettn neberr deni Unterrcht Gelegenheit geboten wurde, Vorträge über die verschiedensten Ge­biete zu hören. Außer Emzelvorträgen ließen wir auch kleine Vortragsreihen über em fortlaufendes Thema halten/Von letzteren,) Verfahren sind !mr inzwischen abgekommen. da es sich zeigte daß die Zuhörer an derartigen Kursen bald ihr Interesse verlieren! Nur noch «n .tkursus jener Ar! fand statt, da sich eine Knstige Gelcgenkictt d-M bot. .Herr Kartcnbanlelirer Ofsizierstkllvertretckl Lorentz erklärte sich bereit, unentgeltlich einen Kürsnö über Obst und Gemüebmi mit prakttschen Uebungen abzuhalten. lVcrgl

fflle l e . ne L,? pi %. e Tcr 13 -) Der .IkursnÄ dauerte von Mifann Januar bis Mitte Mürz 191« bei einer Zuhörerzahl von 15 bis Z0 Mann. Es fanden wöcheiitlich zwei Vorlesungen und einma praktische Uebnngen statt. Bei den ersteren wurde eine große Anzahl von Abbildungen mit dem Leitzschen Epidiaskop .in Anatomischien Jüstrtnt pvoi'iziert. Pvattisch geübt wurde das Zeichnen von Gartenanlagen, das Beschneiden und Pflanze, von Obstbaiimen u. a. Bei dieser Gelegenheit wurde auch unter Lertung von Herrn Professor Kleebergerdas städtische Klärbecken bl'Uchtlgt Außerdem hielt Herr Lorentz für die Kwiegsbeschädigten. die Insassen des Windhofes und für die Gonesenenkompagiften eiiie Reihe besonderer Vorträge. Durch mehrere Aufsätze in der ..Lazcrrett-Zeitmig" erweckte Herr Lorentz das Interesse der in die Lazarette Ncnanfgenommenen und erreichte dadurch, daß sich immer ivieder neue Zuhörer einfanden.

iQi^ l Lßil i c roort &' die seit unserem letzten Bericht (Ende 1915- vor unseren Berwundcitcii gel-alten lvnrden, seien hier ouf- gezahlt uird ber dieser Gelegenheit den Vortragenden der Dank für ihre Mühe ausgesprochen. Es sind fotgeirde: Dr Erhard Formenschönheit in der Tierwelt: Geh.-Rat Geppett' Monte' negro: Prof. Rosenberg. Wirtschaftliche Maßnahnien un Welt

.lehnivr hierzu llvlanb erhielten. Scfttdeni hatten wir nnS meist eirler stattlicl-en Zuhörerzahl lbis 150 Mann) zu erfreuen. Die An- I'nndigiurg der Vorträge erfolgte in der Lazarettzeftimg imd außer­dem vom Gariiisonkominmldo a,is. Seit vorigem Winter haben auch wrr der KoAenersparnis ivegen imsere Tmigkett aitf diesenn Okbictc eingestellt nnd sie jetzt, da wir liegen dar L^erweTtdung der Lazarettinsassen zur Arbeit fairiu cruf Zühörei- veckpien können, noch nicht wieder ansglnunnmeii. Wir sind aber bereit, sobald inan mit der Bitte uw Wiederbeginn der Vorträge an ims l-erantritt. dieser nach- zukoinnien.

Noch sei erlvähitt, -daß wir unseren Venvnndeteii ivieder enftge Mii si la ben de bereiten konnten. An eftienr derselben übernal-men es Studwiten nnd Studentiniren burrfji Lieder, Klavier- und Biolm- spiel sonfte Tellaiuaftoneii unsere ^aldgranen m unterhalten Auf diesavr (Pebiete war übrigens im vergangtnün Jalwe im Soldaten- Eint durch die Mittwocl-s-Kchnzerte, ausgeftihl't von der Lapelü des Ersatz-Ä^ataillolis des Infanterie Regiments !16, und durch ine Alftisilabende, an denen Herr Mnsiklel-rer (3s>ernHdrdt Gesangs- übnngeil imd Anleitung zn gemein sanier Jnftrunientalmnsik er­teilte, aiitfs beste gesorgt. Leider hat beides im vorigen Winter ein Ende gesunden.

Dr. H e n n e b c r g .

Leiter das Verwundeten Kl n terrichts.

*

** Die Kartoffeln der kleinen Selbstversorger bilden schon seit längerer Zeit eiire Frage, ünl! die der MeinnngS^ anstansch bin- und hergeht. Manche KcmiUiimalperioaltnngeii l-atten geglaubt, die von den Garteiibesitzcrn angebanten KartvffclU nnd andere Produkte beschlagnahmen oder doch ivenigstens die Mengen ans die Lebensinittellarten an rechnen zn söllen. Das Kriegs- ernäl-rungsantt hält dies Verfahren nicht für richtig, da es den .Gartenbebanern die Frendigkeit mvd den Mut zur Fortsetzung! ihrer Arbeit benjinmt, die sie meistens uiiter großer Mühe i» der vorn Bcrufsdienst freien Zeit ansüben und die zur Versorgung der Revölkerirng !mit Lebensmitteln ein gutes Sttvck beiträgt. Das KricgserrläIyrimgsalmt wendet sich deshalb an die Kvinrniinalver- bändc nnd glaubt nicht fehlzngehen mit dem Vorschlag, wenn es int Interesse der Tausende von K'lcingartenbesitzern ersucht, ihnen derr vollen Lohn für ihre Entbehruiigen und Äii'il-eioaltnngeu dergestalt zii lassen, ldaß inan ihnen die Kärtoffeln, soiveit sie eine Anban- fläclie bis zi, 200 'Quadratmeter betreffen, auf ihre Kartoi/. lkarte nicht oder doch nur ganz geringfügig anrecchiet. Nim l>estelst aiider- seits vielfach Ulillaryieit über den Umsang dieser Aiii"chnung. Nach einer Bcreinbarnng der Großberliner Genreindeil wird den »ar- toffclerzeuge^i der Ertrag ihrer Ernte an Frühlartofst ln salgeuder- maßen angerechnet: Bis 200 Quadratmeter Anbanftächr r.nrb den Srlbstversorgern nur das von den Gewcindeii ,mipfangene Saat» Mit angevechnet, wobei als Höchstm'eiige 75 Pfund anger^chnet wei'- den. Fiir die 200 Qiiadratmeter übersteigend.' Anbaufläcl>e ivird das Dreisack-e der 75 Pftind iiberstaigeirde» Saatnvenge angercchnet. Die Aniiechnnnq erfolgt für die Zeft vonr 20. August bis I OftoN-r. Für die Anrechnung der Spätkartoffeln sollen noch besondere Be- strmniungen ergehen.

Kreis Büdingen.

Fr. Büdingen, 9. Aug. Selbstversorger des Kreises dürfen rn Mühlen des Kreises Büdingen-treide ans mahlen oder sckvroten lassen. Selbstversorger, die außerhalb des Kreises Büdingen toohnen, ist verboten, Getreide in Mühlen des Kreises Büdingen ansinahlen oder schroten zu lassen. Das Kreisamt macht ausdrücklich daianf anfmerksmn, daß. die im abgelaufeneii Wirtschaftsjahi Erlaubnis, ihr Getreide in Mühlen außerl-alb des Kreises mahlen zu lassen, zurückgezogen ist. Zuividerl-andlungeu iverden zur Anzeige gebracht nnd die sNülber haben die Sästießnng ihrer Mühle zn gewärtigen.

- u Z.en., 0. Aug. Der Landrat gibt bekamit, daß land-

imrtschaftliche Betriebe, dir ftnen .Kriegsgefailaenen beschäftigen, außer der sonst ^ur Abgabe angeordneteii Menge von Butter an die Smninelstelle an derselben 70 Cörainni Butter fiir deit .ft riegsgefangenen mehr abzüliZerii und gegen Margarine für die Gefangenen innzntauschen fiitb. Landwirtschaftlich:' Betriebe, die ihrer Bifttzerablüferung einschlftchlich dcs jetzigen Zusatzes uicl-t geiftjgen, tvird der Kriegsgrsangene weggriiommen.

Kreis Schotten.

O Ober-Lais/ 10. Aua. Am vergangeueil Sonntag nach­mittag fand ml dicht besetzten Gotteshausc zu Unter-Lais die Ge- dachtnisfeier für imsei-.n a.N r n: ftetde der Ehre gesalleneii Lel-ver Heinr. Gör g statt. Pfarrer N a n man ,» von Schwickarts­hausen hielt eine ergreisende ttzedächtnisrede. .Lehrer Görg dei? als Bizcfeldlvebet nnd Osfi.ftersaspiraiit in einem Jnfantmie-Äegi- went stand, ivar am 6. Mai durch Herzschuß gefallen: er stand im 29. Lebensiahre nnd hrnterläßt eine Witwe mit zwei ändern Sein pflicksttreiien Wiftkens an der hiesigen Schule sick-crt ihm ein dank­bares Andenken.

l)as exvig Snglikcbe

Irteac, ^ep-Rat Sommer Reife nach Spanien i.nd den kanarischen Inseln; Prof. Gisevms, Landwirtsck-aftliche Prodüktton Deutsch law)s: drer Vorträge von Prof. Koob über den Mond, die Sonne und unser Planetensystem: Prof. Henneberg, die Riesentiere der Vorwelt : Proß.Noseirberg WaiTum zeichnen wir die fünfte Kriegs- onlethe?: Architekt Traulsen, Die norddeutsche Heidelaudschaft: Prof. Rolofs Uebt-r^die auaenblicklichc Kriegslage: Prof, ftoob Krupp und seme Werke-; Pslanznngsbeamter Fkhrniann. zwei ZEäge über Geschichte und Erwmbimg von Deutsch Ost-Afrika. Als Vortcagslokal stellte Herr (deh. Rat Strahl ime bisher iu oankensirerter Waise das Mditorcum des Anatomischeii Jnstittfts znr Ver,ügung. Damft lvar aückijdie Möglichst, Lictstbittx'r zn proji­zieren, geboten, dieanf unsere Feldgrauen stots,rne besondere An- zrehungskraft ausübcni. Besonders ewivähnt sei der Vortrag, »wn lR- heimerat Dietz üb^r Kriegsbeschädiglenftirsorge. :ftun Sfesn>ck)e dieses Voyrages wurden von, Gciieratoberorzt Siegert sämtliche Laza- rettinsassen, soweit sie ansgehen konnten, angehalten, imd so >var denn die große Aula bis ans den letzten Platz gefültt. Da seinerzeit derAnzei«^ (28 .6 16) einen ausführlichen Bericht brachte, können wir hier auf drestm Vcnveiseu. Auf Bitte des Unterzeichneten ivurdeii unsere Berionndeteii weiter arrch zu den

ltrr 'Jiahnrfitnio irnb der Gesellest für Erd-und BMerülindo cniql-tadru. Sir tiftni dadurch Mrffenfynt, noch folgende Vorträge zu. höreii: Prof. Eerniak, Feste .KoMensaure imd Mssige Lust: Prof. Epstein-Frankfurl Uekr U-Boote: Geh Mt K'öiiig, Einrichtung und Wesei, des Telephon?

düdtngm Rninämen: Prof. Schott-Hamvurg. Tvr per,Nü)e Golk Nnd seine Deutung sür die Rcittel'mächte: Prof omi Dürrng, Deuftchbrnd und die Türkei. Dte Vorträge fanden in der ersten ^it nachmittags mn 5 oder 6 Uhr statt. Da such abe? M«te, daß hierbei der Spaziergang unserer Feldgrauen oder der

wird treffend in dem neuen Kriegsblatt dcö Berlages für Schrift- künde H/mtze L B anckerw Berlin, geschildert, außerdem ,Mrd in diesem Blaue der Einfluß der Vresse aus die Erziehung zu»n Dcutsrii tu in gekennzeichnel. Der Verfasser Rudolf Blnnckertz sagt g über England: ,W mertiouroin ift es, England wird ringsum be^ wundert, vielleicht hier imb da gefürchtet: derOnnmorm h m., Erfolge Britanniens liegt darin, daß Euglaud imrn?r cnglt ch^ wenn es zwar lugt und trügt, io verleugnet doch niemals da es ogglrsch ist und seine Presse und immer loieder die Presse ift un- ermüdlich tätig, um das englische Nationalbewußtsein zu erhalten 'dst' Engllftiisein überall zu vertiefen und zu verbreiten " Aus g..., früheren Kr.egsb ättern des obenaenannle.i Berlages niaa hier erwähn werden Nr. 10Die Schrift der linken Hand" und Nr ! mm^ ^LSchreibwerkze.ige". Einzelne Nummern dieser.Kriegs' blätter werden lvn Verlangen kostensrel zugesandt vom Berlao __Berlin. Georgenkircimraße 22. ^ 94 «

Amtlicher Teil.

® c tr.: Den Berkehr »mit Oelftüchtei,

«11 die Gros,,,. Bürgern,eistercie» der Landgemeinden

des Kreises.

V n J. c J t l ! , m P r u/k Verfügung v 0 m 12. Juli 1917 w 1 r d hienuttin Erinnerung gebrach! Die Rückien-

früch^ankwbauthal anzugeben ist. Die 60 Pfund Oelsaat sr eia-- ^^-erforderliche Saatmange für bif djci.c Ä- besonder- aiftziußühven. Der hiernach veibleilx,,t»'

Mtt« £! en ü! 1111 * <t " Kric<i»ousfd,uf, tftr

o"* t Sd,c >«. »"»« durch Brrneittlimg der Aufk/ius^ Irr

L ,^ndwirtsch°stttck>en .^nsmnftweine m

Gießen . den 9. August 1917.

Großherzvgliches .Kreisamt Gießen, vr. Usilnger,