Sr. 181
Svettrr Natt
167. Zahrgmg
krscheml kagttch mit BkrTnahme M SsnntagS.
8etlafl«n: „Ofetzener ZamUienblittter" und „Kretsblatt für den Kreis Gießen".
-oftfchecttonio: Zranffurt am Main Sr. N6S-. öantverkehr: Geroerbedant Gießen.
ner
Seneral-Anzeiger für Oberhejfen
§MStag, August 1917
ZmillingSrundoriick und Verlag:
Brühi'scheUnwersiläts-Buch-u.Stnndruckerei.
R. Lange, Gießen.
Zchriftleitung. Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulslraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: ^Ebl, Schnstleitung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen..
Uriegsönefe aus dem Westen.
Von unserem Kriegsberichterstatter, (llitbercchtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.'
Das Scheitern des englischen N lesendurchbruchsversuches.
Kriegspvessegnavtter-West, den. 1. August.
Bon Steensstaate bis zur Lys tobt die Mörderische Rresel- schlacht, in der englische und französische beere gegen bte deiche Fba:ü>eruarmee in großer zaylenn:ästiger Uebermacht stehen, im Ende des dritten Kriegsjahres -wollte England die Niederlagen au^- merzen. die ihm bein: Beginn des Krieges sein feilländrscpes Auswar schgelande und die flandrischen Landungsplätze entrissen Haber Dieser Verlust ist den Engländern in den letzten Monaten zimestnew schmerzlich fühlbar geworden, seit es ihnen nicht gelang, M Wasser unsere:, zielsicheve: U-Boot-Krieg abzuwehren. Der beabsfthttgve Einbruch in breiter Front nack) Flmrdern sollte uns, wie nur Mn: Ueberslusse jetzt aus zahlreiche: eirMcheir Gefwlgewnaluswgen wissen, vor all^wr unserer U-Boot-Stutzpuükte Mi der flmrdriicheil Rovdsoeküste berauben. Britamnen, die ehemalige Beherrscherin der Meere versucht mit einen: mit allen Kräften geflchrten Schlag in: Landkriege sich der deutschen Seewaffe S/r erwehrm gegen die seine Flotte machtlos ist. aber nicyt nur die belgp che Küste, smDee: eine gleichzeitige werte Zurückdrängmrg unserer ludl^ awchueßen- den Front sollte der Erfolg der ONew,rve fern, so baft Lille wieder den Fraiizose: in die bände falten follte. Uejber die Mrüvirkung der Frcntzosen bei denk Riesenangrifs haben sich du Engländer zuerst zienusth spöttisch ausgesproä-en. Sie waren :m Bewußhern nwer genaltigen Vorbereitungen ihrer Sache so sicher, bafr zösischen Hilfe entbehren zu können.glaubten. Aus politischen Grunde:: sollte den hinter den Engländer:: in Starke energanM: Armee ausgestellten Franzosen, welche immer lauter Besckstvevde über :hMe Mänuerverluste führen, Oj-elegenheft gegeben, toerden^dre von den Engländern erzielten Fortschritte leicht und ohne Widerstand anszu- uutzen. Englische Gefangene sagte,: zuerst aus, daß tue Franzosen hauptsächlich als eine Art Schutzgarde fur^hre eigei^i Städte «i- lvese'.td seien, damit sie nicht, tvenn sie als Sieger rn ^:lle ernzoge , die Stadt als eine:: von ihren rücksichtslosen Bundesgenossen zu- sammengeschossen-en Trümmerhaufen vorfände:. ^
Die Engländer hatten mit ihren Vorbereitungen sehr weitschauend begonnen. Schon die Schlacht :m Wsttschaete-Bogen^am ' Juni ist i m <Zns am menh cm ge mit den jetzigen Unternehmungen zu betrachten. Mst den Stoß gegen die See zu aus der chlgemenen Richttunq von Ypern her führen zu können, mußten sich die Engländer hier Entwickllmgsfreiheft schassen und den ffe am ^totz gegen Nordosten hindernden Whtschaetebogen auvgleichen. Durch Ewaltigc umfassende Artillerieüberlegenheit haben ffe dieses Te:b- an:^ 7 Juni im allgemeinen ihren Wunsche entsprea>end erreicht. Von da ab begann eine enrsige Borb^ntung,. die an gewaltigem Umfange und verschwenderischem^Malerialergsatz^rhres- gleichen nicht gehabt hat. Vinter der englischen Front entstand em dicksts Netz von Voll-- und Kleinbahnen, Munitionsdepots :md Flugzeughallen bildeten förmliche StcMe. >mrmer pichte wurden die Varackensiedlungen der von allen werten zusammengeluachtest Menschenmassen. Durch Schwärme von Sperre fliegenden Kampl^ stiegern glcuckten die Engländer, uns Aeie sich tägttch ^^erndeU Vorbereitungen verbergen zu können. ^Z^klichket aber haben jx>ir dank der heldenmütigen und unermüdlichen Ausklaerngsarbert unserer Beobachtungsflieger noch vor ferner giwstm Eacht alle Einzelheiten der seitlichen Vorbereitungen so schachbrettuberftchr- lick vor Augen gehabt, wie dieses Mal. So gelang A,^*ch gelsestetes Artilleriefeuer, diese Vorbereitungen erheblich und> vev- lustteich zu stören. Das ewige Ersetzen der ihm m die Lust ge- iprengten Munstionsdepots wurde nochgerade Rt den Fe:::d zu einer aussichtslosen Danaüwnarbeft. Schon mußten auch, um die ^cken in den Meiischenmassen zu füllen, die Franzosen aus der Reserveruhe in die Front vorgezogen werden. Dennoch liest die llnerschöpflichkest seiner materiellen Hilfsmittel Hoftnnngen hegem In London sah man « schon als Herren von Zeebnrgge, m Paris entwarf man die Einzugsfeierlichkesten für Lille ...
Die ersten Meldungen am Angriffsmorgen konnten che gute Stimmung des Feindes nur steigern. Seine dicken Angrisfsmaiien hatten in der Muvehrzone dünne, sich heldenhaft wehrende deutsche Sickerheitsketten überrannt, im ungleichen Kanrpre übenvalttgt und gesange: genommen Und waren, beglerttt von ^turnifliegern nud Danks, stellenweise lies durchgestoßen aber ffe hatlen dabei kleine, unüberwindliche BerteidiMngsrweln hmter sich selstssen ^e d,e seindliche:i Rtossen von der Flanke und vonr Micken nnt N^schmm- aewehren faßten, Und nun setzte mit erner W'uch,t, d:e der Fe:nd nicht hatte ahnen können, der deEche
in diesem Kriege hat das deutsche Hurra heller geklungeii, als am 81. Juli 1917 au^derr flandrischen Ebenen, als der deutsche Krreger denk verhaßten Feinde den in wochenlangem ^EnMeuer aus- aesveicherten fforn Mist Seitengewehren und Handgranaten hat heim zahle:: diirfen. Jetzt galt nicht Mehr die ^it englischemmnd anicrika-
SS Kapittl^esKte Massenmordmaschine d^s Spredi tel-
auswandes, jetzt galt der deutsche Mannesmut, der teutonische Angriffsgeist, die preiißtsche SoldatenschülaDage^e:: hast knnelleb^r^ macht! diach schweren: hin- und herwogenden Ringen war derFeind allst Abend in die Abwehrzone zirruckgeworsen :rnd viertel hiinderkilometerbreite Tor nach Fllander:: auszübrechen^^Lichts gewonnen, als einige Trümmerhaufen imd Granattrichter dicht twr Wer alten Front. Das hat er imt Verlusten bezahlt, die ihm aM Abend des ersten Schlachttages das Ziel, m:t dem er ai.: Vtorgen den Massensturn: geivagt hatte, in nnerreichbare Feme geruckt haben. An: Mannwert des einzelnen dentschen Vaterland^verteidigsrv, an krire Rule und Ueberlegenhieit der obersten Md untereii Führung wird'jeder Durchbruchsversuch zerschellen, sme alle bishcrigen rn der Riesenschlacht in Flandern. Am 31 . Jul: 1917 hat .da^ blanke deutsche Seitengewehr über das englische TrvmmelfeE gesiegt.
Wl Scheuermann, lKtregsberichterstatter
„Aber," so Meint das Matt, ,MP ffstd jetzt so in tne Idee verstrickt. hinter den Kulissen zu arbeiten, daß unsere Bu- lwaukratie es aP' unglesnütlich emptflndÄ, wenn Man sie bittet, der Oeffenttichkeit Mitteilungen zu Machen."
Die amerikanischen Holzschiffe.
Mst dem sofortigen Bast, der drei Millionen Brutto-Register- tonnen umfassenden amerikanischen Holzschiffe ist es nun vorläufig tvieder nichts. Drei wertvolle Monate hat man, wie der 9!ew Yorker .Korrespondent des „Daily DÄ-eMaph" berrübt feststellt, allein mit Meininigsverschiedenheiten. ob Stahl oder Holz verwenmt werden soll!, verstreichen lassen. Inzwischen aber haben unsere U-Boote etwa ebensoviel SÄffsrauM versenkt, wie Oberst Goethals und sein Ge- l'iilfe, Adnistal Capps, „nunmehr" in Bai: zu :rehmen sich endlich anschicken wo Wen. Daß allerdings zuvor noch einige kleine Nebensächlichkeiten :oie die Beschaffung von Geld, Arbeitern, M»hlen und Stahl erledigt werden müssen, spricht der New Yorker Korrespon- bent zwar Nicht aus. sondern deutet es irur verschämt an, :nden: er in seinem Telegramm die unsicheren Marktpreise, die Ungewist- hüt der Lieferungen, der Arbeiter Verhältnisse usw. zart betupft. Wie dürfte er auch anders tun, Müßte doch sonst jeder Stümper auf den ersten Mick erkennen, daß an die praktische Ausführung des Programnis stl den: erstrebten Umfang vorläufig nicht zu denke:: ist. daß vlelmtehr unfern U-Boots-Ersolgen auch durch amerikanischen Blöff nicht beizukommen ist. Doch war es je anders bet der Entente! Erst großen Mund, nachher bekniffene Llusreden !
Die Schlacht in Flandern.
Seekrieg.
Das neue Standard-Schiff — wieder eine Enttäuschung!
Während die Tagespreise das neue Staridard-^ÄHiff, welches eine englische Werst sertiggestettt hat. Mit lasttem und hoffnungsvollen' Jubel begrüßt, stimmt das Schiffahrtsblatt „^rplav in diesei: Jubel nicht ein. IM Gegenteil. Zu der Verkündung, dast das Äe Standard-Schiffs von 5^ Brutttrech^:mm Ende des Monats in England ferttggesteW werden wurde, sch^t ^ M°^t- Da^ ist alles. Errmiern nur uns an all das, was über duye S«yilst Esagt ivorden ist, mtd an die großen Fanfaren, Mitwelchen das VrograniM eröffnet wurde, so Essen wir eingeitehen,, daß wir doch' iftwas enttäuscht sind. Wo, so Möchten wir fragen, rst denn dieses epochemachende Schiff von: Stapel gelassen toorden k Wie lange hat sein Bau gedauert? Wer hat feilte Maschinen her- qestellt, wie sind seine Speziffkationen, in toelcheui H^andelszweige wird es tätig sein, wer sind die Direktoren der SchiffahttsgejeIst waft, mrter welchen Bedingungen der Fracht Usw. wird es fahren? u>w. usw " Es siesht fast so aus, als ob der „Fccirplüy" an das Bor- haudenseffl des Schiffes überhaupt nicht recht glaubt. Dem Em- wande, daß nran alle diese Angaben aus mllstärischen Gründen nicht uiachen könne, wird von dem „Fairplay" von vornhierern damit begegnet daß eff: einziger getvölstiluher Tramp-Dampfer doch woU kaum das besondere Ziel deutscher Unterseeboote sein werde !o daß. man die Veröffentlichung der Einzelheiten nicht zu fürchten brauche. >
Die Jnfauterieschlacht in Uandemr ist seit dem 31. Juli aüfs neue entb-ranut. In einer Strecke von 25 km, beginnend bei der vielumstrittenen Steenstraate nördlich von Ypern, bis herab an die Lys bei La Basse Bille, greifen Franzosen und Engländer in tiefen Wellen unsere Fwontlinie an. Wenn es auch selbstverstand My nicht zu vermeiden ist, daß die ersten durch das Trommelfeuer zerschossenen Stellungen vorübergehend dem seindlich>en Ansturm überlassen werden, so ist es doch: der unermüdlichen Zähigkeit unserer Truppen geluivgen. den Vorstoß des Feindes abzuweisen, der nur im Norden bei Bixschvote einen kleinen Erfolg in unserer vordersten Linie erzielt hat. Unsere Karte gibt das Kampfgelände vom Meer bis nach Lille herunter wieder nnd läßt gleichzeitig erkennen, um was der Kampf geht, nämlich um die Verdrängung Urrserer Armeen von der belgischen Meeresküste, damit Ostende und Zeebrngge, dre Schutz Häsen der deutschen „U-Boot-Pest" wieder in Feindeshand geraten und England endlich erleichtert aufcrtmen kann.
über eigene Angelegenhesten belehre: zu lasse::. 20 würbe: tm Führe 1915 in unseren Soldatenlstim wid im Anatonist cki-en Zn- ftifcut drei llnterrichtskurse über die soziale Gesetzgebung abgehalten. Diese Kurse warm derart eingerichtet, daß die Teilnehn:er uoe^U eintreten konnten. Es Wurde in den Kursen vor allen aus diejenigen Bestimmungen cingegange:, die für unsere Zerwundeen von Wichtigkeit sind. So :vnrde erörtert, welche Ansprüä^ istien aus der reichsgesetzliche: Kranke:-, Invaliden-, Hinterbliebe: sicherung usw. zustehen und aus welcher: Wege sie ihre Anipruche gelterrd zu machien Habel. Auch die Kriegsveriorgnugsgeletze, forme das Gesetz betr. die Unterstützlmg der Angehörigen der Kriegsteilnehmer wurde durchgesprocheii. Die Kurse Wucher gilt, zun: ^e:l sehr gut besucht. Da es sich herausstellte, daß btc Dlsku,s:onen zur Beratung ^einzelner nicht ausreichten, daß es manchen auch peinlich war. Mit eigene,: Angelegeiheitel: hervorzutretel, }o setzte Herr Kirchner wöchentlich zwei Beratungsstunden an — Dienstag und Freitag von 2 l /‘>— 7 3 L /oW)t ich.A 0 ldatenhe:m — :n dene: er st: sozialen Angelegenheite: Rat ertelt. Diese Beratungsstelle bewährte sich ganz ausgezeichnet, so daß die Kurse und Borträge mehr zurücktrete: konnten. Im Jahre 191b fand e:n Kursus Und eine Reihe von Einzel Vorträge: schtt. ,
Um zu zeigen, in welcher Weise Herr Kivchne' !ene Zuhörer mit den durchaus nicht einfack>en Gegenständen verstaut macht, seien die Themata der Eii:zelvorstäge hier genannt, Mten Vortrag wurde die Frage behandelt: „Welche Krregsterlnchme: habe: Anspruch auf Jstvaliden- bzw. Krankenrente?" Der zweste Vortrag betraf: „Die Leistungen der Jstvaliden- und Hinter- bliebenen-Versicherung", der dritte Bortrag : „Die Bedeutung der Krankenversicherung", der viette: „Die Geltendmachung der Ansprüche aus der Kranken- ynd Invalidenversicherung In dem letzten Vortrag tvurde auf die .Gefahren hingevreseu, denen Versicherten bei nicht rechtzeitiger Gelteidmachung ihrer Anftwuche
ausgesetzt find. . F * r ^ •
Neben seiner Tätigkeit im Soldatenheim sucht Verr Kirchner bettlägerige Kranke oder solche, die infolge ihrer Verwundung nicht ausgeben könne:, in den Lazaretten auf. Hierbei ff ich ihm die Lazavettberater. .über deren Tätigkeit wir demstächst an diewr Stelle berichten werden, behilflich., indem sie für ihre Schutzbeohlenen, die ber Auskunft und Hilfe bedürfen, den Besuch des Beraters, erbitte: Besondere Aufmerksamkeit wenden s:e auch denienigen
Verwundeten zu, deren Verwundung schon längere Zeit zu ruckliegt und bei dene: die Gefahr vorliegt, daß sie :l)^ Anspruck'«. an die Arbeiterversichemng, falls sic n>vch nicht angemeldet lvurden,
verlieren. ... r m
Um einen lieber blick über die Wirffamkett unserer Beratungsstelle gebe: zu köimer, haben wir uns von Herrn Kirchner nähere Angaben hierüber erbeten und teilen sie an dieser Ltelle :n:l.
Im letzten Jahre — vom 15. Juni 1916 bis dahin 1917 wurden 384 Personen in 393 Fällen beraten und zwar :u der Svrech- ststnde 295 Personen, in den Lazaretten 66, schriftlich 23 Au, d:c einzelnen Lazarette Usw. verteile: sich die Ratsucheiden :n folgewer Weise: Stadtknabenschule (früher Tnrnhalle und Kausniannriches Vereinshaus) 92, ?llte Klinik 49, Evmigelisches 2 >chn^,ternhaus 39, Steins Garte: 11, Siechenhaus 15, Heit- und Pflcgeanstalt 0 , Katholisches Vereinshaus wrd Schwe,ternl>aus 23, Garnston- kazarett 2, Chirurgische .Klinik 15, Windhvf 1, Augenllmik 3, Psychiatrische Klinik 10, I. Ers.-Batl. Inf.-Regst Nr. 116.: 37. Ldst.- Ers-Ball (XVHI/32) 15, bereits entlaffene .Kriegsbeschaoigte 69. — Von den efteilten Auskünften bestafen ^lrbeterversicherung 2o4. (Krankenvers. 35, Unsätlvers. 2, Jnvalidenvers. 217), AngesteNte:- verffchemug 10, Kriegsversorgimg 50, Löhllumstsstage: 13, Ast- gehörigestunterstütziurg 26, Sonsttges 40. — Tie Zahl der cmge- fertigtm Schriststücke betrug 240. Diese bestafen vor allem d:e Beschaffung de Ifftterlagen zur Stellung vm: Anträgen aus Invalidemeute. Außer der letzten Istvalidenkarte, die sich sehr oft noch beim Arbeitgeber oder bei de Krankenkasse befa:rd und von dort eingezvgen rverden nrußte, fehlten häufig Bescheinigiinge: über ausgerechnete Qiiittuugsfarte:, derer Erneuerung bei de LandesversickMUngsanstatt beantragt, sowie vtachlweife über etwaige frühere militärische Dienstleistungen, über die Bescheinigungen von de: zuständige: Bezirksk>onin:a:rdos erbete: wurde:. Ferner
wurden in vieler Fällen Arbeitsbescheinigunger von: letzten Llrbeit- geber ein gefordert. Sow eit vom Arbeitgeber in den J nval idenkarten nicht die der Beschäfügstng «rtsprechende Anzahl Marken verwendet worden war. !Mrde d:crch« Vermittlung des zuständiger Bürgermeisteramts Klnch'enstichtmrg veranlaßt. Nach Stellung der Anträge wurde, soweit bedürftige Kriegsbeschädigte irr Frage kanren, bei der Verffchevungsämtern und Landesvesichernngsanstalten auf mög- lichste Beschleinigung des Rentenverfahrens hingewirkt bezw. um Auszahlung eines 'Rentenvorschusses gebeten. Ist den Fälle:, in denen bei dauer:rder Invalidität nur Krankenrente zuerkannt worden war, wurde uach eingehender Prüffmg der Angelegenheit rmter entsprechender Begründrmg Auszahlung der Invalidenrente beantragt. Soweit die Verwundern durch auße'halb ihres Millers liegende Verhältnisse an der rechtzeitige: Geltendmachung ihrer Ansprlrchc gehindert waren, ltntrbe auf nächstäglicke Auszahlung des infolge der verspäteten Antragstellung nicht gezahlten Teils der Rente hingewirkt. Bei de: Verhandlimge: vor dem Obeoer- sickierungsaint wurde: die Ratsuchende: vcrsteten nnd zivar nahezu in allen Fälle: mit Erfolg: ebenso wurde, soweit notlvendig, den Ratsuchende: durch die Beratungsstelle kostenfreie Berstetung vor den: Reichlsversich:erungsamt Berlin vermittelt.
Meter hat Herr Kirchner durch eine große Anzahl von Referate:. durch kleinere und größere Aufsätze in der Lazarettzeitung und im Gießener Mrzeiger, sowie durch Herausgabe eiltet kl eilten Aufklärungsschrift immer wieder die Anfnterksamket unserer Ver- , imnidete: auf sein Gebiet hingelenkt und dadurch zu errechen, gesucht, daß sie sich um ihre Mbeite-Bersicherungsangelegeup- ^ heften rechtzeitig kümmern.
Wie sehr sowohl diese Aufllärungsbestrebuugen wie auch die sonstige Tättgkeit der Bearungsstelle von den Velvuiweeu anerkannt witt), tpeht daraus hervor, daß, diese auch nach ihrer Ent- ! lassung aus den Lazaretten oft noch im Schriftverkehr mit der ! Verwundetenberatungsstelle bleiben und für die ihnen erwiesenen Dienste ihren Dank zum Ausdruck bringen.
Dr. Henneberg,
Leiter des Verwundeen-Unterrichts.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 4. August 1917.
Uriegsarbeit in Gießen.
XXVIII.
Der Unterricht für Verwundete über soziale Gesetzgebung und die Berwundeten-Beratungsstelle.
Im April 1915 wwrde zugleich mit der übriger Fächern der llnterricht übe: soziale Gefetzgebumg für die Verwundete: eft:- achühst. Herr Burevubeantter Kirchner, der durch seinen Beruf sich ausgedehnte Kemttnisse auf diesem Gebiet .evwvrbe: hat, übernahm es, uuentgeMich diese: Unterricht zu erteilen. Ter Unterricht fattb in verschiedener Weise statt, teils in Gestalt von Kmsen, teils ft: Fo-rm von einzelner Vorträgen. Stets wurde aus eine eingehende Diskussion Wert gelsgst dastüit der Vortragende sich darüber klär würde, wie weit die BerwiMÄStien seine Aus-, führunge: verstandet, rmd um ihner: GÄegeiheft zu güben, svch I
** Auszeichnung. Laudstunmnann Wilheln: Schmidt • Sohn des Dierstmänns Friedr. Schmidt, wurde :uit dem Llllge- Nieinen Ehrenzechen mit de Inschrift „für Kriegsdienste" am Kriegsbande mrsgezechnet.
** Fernsprechanschluß. Ml 26. IM ds. Js ist der Anschluß des Bahnhofs Lang-Göns an das Fernsprechnetz Großen ^ Lftrden hergestellt worden. Aurrrfftuurme 13.
Landkreis Gießen.
S t e i n b c r g b. Gieße:, 2. Aug. Dem Musketier Philivv M ohr , in einen Jnfwiterie-Regnnent, Sohn des Pflaste:crs Phil. Mohr, welcher seft -Oktober 1915 int Felde steht, lvurde weg«: tapferen Verhaltens vor den: Feinde das Eiserne Kreuz zrveiter Klaffe verliehen.
vermischte».
Berlin, 2. Mg. (Priv.-Tel.^ Der „Berl. Lok.-9lnz." :nel- det: Der Haftbefehl gegen den Inhaber des tnU Berfügmtg des Kriegswuchevamts geschlossenen Hill erschen Wei nl 0 kals wurde gestern gegen eine Kmftion von 100000 Mk. <vrfgrüoben.


