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31.8.1917 Erstes Blatt
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feindlichen Ansammlungen im Vernichtungsfeuer zermalmt werden. Panikartig sah man da die Italiener aus den Sam^- melorter flüchten. Oestlich von Podlesce scheiterten fünf mächtige Stürme des Feindes durch Feuer und Handgrana­ten. Das gleiche Schicksal erreichte die Italiener östlich Breg. Auch im Raume von Koli griff der Feind in dichten Wellen an. In unserem Feuer zerstob er und als dort in der Nacht starke Patrouillen vorfühlten, nahmen wir sie gefangen oder vertrieben sie. Um den Monte St. Gabriele rang der Feind bis tief in die Nacht und in ein schmales Stück am Nvrdhange drang er ein. Drei schwere Mörser-Bomben warfen Tod und Entsetzen zwischen die Eingedrungenen. Unsere kleine und mittlere Artillerie riegelte den Einbruchsraum sofort durch Sperrfeuer ab. Die Heldensöhne aus Ungarn, Steiermark und Galizien setzten nun zum Gegenangriff ein. Der Feind wiurde aufgerieben; wenige konnten flüchten, der Rest, ein Stabsoffizier und 200 Mann wurden unsere Gefangenen. Auch östlich Görz ward erbittert gekämpft. Die Höhen von San Mereo, die aus dem fruchtgesegneten Görzer Becken cmporquellen, und deren Steilhänge Edelkastanien beschat­ten, griff der Italiener immer wieder au. Nordböhmen und Kroaten wehrten ihu blutig ab. Gefangene von sieben italieni­schen Regimentern fielen in ihre Hände. Die offene Stadt Triest suchten gestern zweimal feindliche Flieger auf. Unser Abwehrfeuer hielt sie Zum großen Teil vom Stadtgebiet ab. Acht Bomben, die in die Stadt fielen, verursachten wenig Schaden. ^Heute suchten wieder acht feindliche Wasserflug­zeuge die Stadt heim; 18 Bomben warfen sie in das Innere der Stadt. Sachschaden an Privathausern war vielfach die Folge. Bisher zählten wir drei Tote uird fünf Verwundete.

Wien, 30. Aug. (WTB. Nichtamtl.1 Aus dem Kriegspresse- guartier wird gemeldet: Italienischer Kriegsschauplatz: Aus der Hochfläche von Bainsisza int Raurnr nördlich von Podlcsos war gestern nur Stellungs^ieg. Um so erbitterter wurde südlich da­von gekämpft. Alle Angriffe des Feindes, an denen auch Kavallerie sich beteiligte, waren vergeblich. Besonders der Monre San Ga­briele war vielfach das Ziel erbitterter Anstürme. Es gelang dem Feinde u-ach seckstägigem ununterbrochenem Ringen nicht, die Widerstandskraft der heldenmütigen Verteidiger zu brechen. Unseres Linien von St. Katharina über Grazigna uird den Panowitzer- wcckV sowie San Marco umklammern- Görz. Um diese Fesseln zu sprengen, griff der Italiener gestern tvicder dreimal an. Er er­litt^ schwerste Verluste und gewann keinen Schritt Boden. Bei Eostagnevizza verbesserten wir durch! eine glückliche Stoßtruppen^ Unternehmung westlich unsere Stellungen. Einen schüchternen An­griffs versuch .im Raume, von Medeazza schlugen wir glatt ad. Fliegerangriffe auf Triest beschädigten vielfach Privathanser. so das Rathaus und die Univnbank.

Die Zoziaiistenkonferenz der Alliierten.

London, 29. Aug. (SB. B.) Meldung.des Reuterschen Bu­reaus. Tie SozialistenKonferenz der M eierten lehnte mit 55 gegen vier Sttnrmen einen Antrag ab, der sich gegen jede Besprech­ung mit feindlichen Abgeordneten ausspricht, bis Deutschland die besetzten Gebiete gerwrmt hat.

^ London, 29. Aug. (W. BK Das Veirtersche Burewr ureldet: Die Sozialistenkonferenz der Alliierten ist Um 7 Uhr abends geschlossen worden. Ter Ausschuß für die Stockholmer Konferenz legte seinen/Bericht vor, indem er die Teilnahme an der Konferenz seitens aller Abteilungen der Arbeiter- und der sozialistischen Verbände empfiehlt. Es folgte eine lebhafte Erörterung. Da eine Einstimmigkeit nicht zu erzielen war, wurden der Bericht des Aussckmsses und die Erörterung darüber einfach zu Protokoll genommen. Der Ansschich für die Kriei^stz-iele berichtete nur, daß eine EinstimmigPeil nicht erreicht wurde. Darauf wwde der Vorschlag unterbreitet, daß ein ständiger Ausschuß zu dem Zwecke ernannt werben sollte, die verschiedenen Fragen im Hinb lick auf die Einberufung einer neuen Konferenz der verbündeten Länder! zur Vorbereitung für den internationalen Sozial i sten bong re h weiter zu erörteni. Dieser Vorschlag >vurde von der Mehrheit gnge-, nommen. Ter ständige Ausschuß, der aus je zwei Mgevrdueten stder Abteilung besteht, wurde ernanw.

Amsterdam, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- tche Bureau gibt einen ausführlichen Bericht Mer die Sozialisten­konferenz der Alliierten. Sie trat gestern morgen von neuem zu- und wnrde^bald auf Mittag vertagt, unr den beiden Kom­missionen über die Stockholmer Kvisterenz imd über die Kriegsziele Gelegenheit zu geben, ihre Berichte auszuarbeiten. Die französischen MehrheitswZialisten lehnten eine Vertretung in der ersteren ab. Die Vertreter der englischen Gewerkschaften nahmen an der De­batte der Kommission und an dem Aufstellen des Berichtes nicht teil. Sie erklärten vorher, daß die Frage der Teilnahme an der! Stockholmer Konferenz der Entscheidung des Gewerkschaftskon­gresses überlassen tverden müsse, der nächste Woche in Blackpool tagt. Berichterstatter der Kommission für die Stockholmer Kon­ferenz war Ramsav Macdonald. Er trat dafür ein, daß alle Gruppen der sozialistischen und Arbeiterorganisationen an der Stockholmer Konferenz teilnehmen sollten. Seitens der mutzösisckxm Mehrheit wurde erklärt, daß, wenn sie sich mich der Tlbsttmmung entölten würden, sie doch mit dem Protest gegen die Verweigerung der Pässe für die Stockholmer Konferenz einverstanden seien. Der Mricht führte zu einer sehr lebhaften Aussprache, während die ver- schiebenen britischen Delegierten die Konferenz verließen, und sich ltaca Blackpool begabeti. Hyndmann brachte einen Zusakantrag ein, nach der die Konferenz erklären sollte, oaß sie jede Besprechung mit den Delegierten aus den feindlichen Ländern ablehnen, solange Deutschland die besetzten Gebiete nicht geräumt hat. Dieser Zusatz­antrag wurde, wie bereits gemeldet, mit 55 gegen 4 Stimmen ab- gslehnl- Tie belgischen Delegierten protestierte,i entschieden gegen me Teilnahme an der Stockholmer Konferenz. Da für tum Bericht ück keine Mehrheit fand, wurde er schließlich nur zur Kenntnis- ,lahme angenommen. Der Bericht der Kommission über die Kriegs- uele sagt nur, daß ein MehrKeitsbeschluß nicht zustande gekommen !? '^ or ' c - u ^ ^ er Vorschlag angenommen, einen stättdigen

Ausschuß zur Vorbereitung einer neuen Sozialistenkonferenz ein­zusetzen.

.DasAllgemen .Handelsblad" meldet: Der Glückwunsch c ^Rußland, der in der Schlußkonferenz angenommen ivurde, war d w^ige Punkt, über den Einstimmigkeit erreicht werden könnt Bernhard Shaw war einer von den Delegierten, die die Versamn lwig oerlreßen, weil, wie ex sagte, nicht die geringste Aussicht a eine Einigung bestünde.

^ug lWTB. Nichtamtl.)Iouriwl des Dcbat- m.elDet, das; me englische Sozialrsrenpartei einen Bericht vordere,t Ute, der die ^riedensbedingungen fesüegt und fordert, daß d Wiedergutmachungen aus einem von allen .Kriegführenden zusan wetrzulegenden Fonds gestellt werden. Für die Bevölkerung Elsa Lothringens, der Ballanl ander, Armeniens, Polens, Irlmids, I j Volksabstinnmrng vorgenomtnen werden, d

mrt diese Bevölkerungen ihre Regierungen selbst »vählen kömrc ,perner verlange die englisch' ^ozialtftenpartri, daß Mesopotamr an die Türkei und die de,tt,chen Kolonien an Deutschland »mii gegeben werden sollen. / 7

Eine neue Partei in England.

London, 30. lAug. (WTB. .Nichtamtlich e Meldung i VfrutevHfrm Bureaus. Es wird berichtet, daß eine neue Nation aegrlttchet worden sei, der dm Anzahl Unümiftat angehör Wre .Kundgebung, zagt, rhr Avet je*., denn allgemeinen Wunsch n emer aufbauerchen kräftigen PvlstK auf dernokrntifcher Grnndb zu verwirklichen.

^nl st«ri,am 30. Aug. lWTB. Nichwnitlich., Haut , 4 tzmEbl-d" oeröffenim bieTimes" eine totnb?fbii am 20 Sftiontn, b-rrmrtcr sschß PerrS und sechs Mitglieder i Unterhauses, welche darin erklären, daß sie sich von der konser! tiven Partei lossagen und eine Nationalpartei bilden Die n Partei ist für eine energische Fortsetzung des Krieges bis z- völligen Siege, für eine ehrliche Verwaltung unb Politik gec ben Verkauf von Aüelstiteln, gegen den Klassenkamps znnsck Arbeitgebern und 'Arbeitnehmern -und für eine höchstmögliche Güt

Erzeugung mit angemessenen Löhnen und angemesserrem Gewinn. In der Kwndgebuirg heißt es: Wir finden nirgends Mangel an Ehrerbietung, Hingabe oder Loyalität gegenüber dem Throne, wohl aber in allm Klassen im Lande und in der Armee, eine offen zur Schau getragene Abneigung gegen die Politiker und regierenden Personen, die uns durch ein veraltetes Parteisystem aut gedrängt sind. Wir beabsickstigen, zu handeln, ehe es zu spät ist.

Rotterdam, 30.Aug. (WTB. Nichtanttl.) DemNieuwe Rotterdamsche Eourantt' zufolge schreibt dieTimes" daß die Mit- glieder der lrreuen Partei sämtlich Schutzzölluer (Darifrefvrmer) sind. Aus ihrem Programm stehen in erster Linie die Beschlüsse der Pariser Konferenz.

Der Frredensvorfchlag des Papstes.

Berli n, 30.Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Gegenüber der von derTimes" an der Friedensnotc des Papstes geübten Kritik stellt Osservatvre Romano" vom 26. August fest: 1. Wenn dieTimes" zugibt, daß der Papst Und der Verband für das gleiche ZielRecht geht vor Mackst" kämpfen, aber sagt, dies könne nur durch die Nie­derwerfung des deuttchnn Militarismus erreicht werden, fragen wir: Geht trrcht der päpstlich^ Vorschlag aus Abrüstung und Schieds­gericht aus die Niedenverfuug jedes Militarismus? 2. Wenn die Times" der Wirksamkeit der Abrüstung mißtraut, so sind die praktischen Schwierigkesten gewiß groß. Aber als Wilson den gleichen Vorschlag wachte, wurde er doch beifällig ausgenommen, unter Hinweis auf den Wirtschaftsboykott als wirksame Drohung gegen einen Vertragsbruch. 3. Der gegenseitige Verzicht aus Ent­schädigungen mit gewissen Ausnahmen, den dieTimes" miß­billigt, entspricht samt dem Rämnungsvorschlag durck-aies den von den Verbandsregierungen bereits geäußerten Ideen. 4_.9£uf beit .Borwurf.zu allgemeiner Formulierung der päpstlichen . Vorschläge ist zu erwidertr, daß der Papst nur den Vernnttler spielt und nicht aus Einzelheiten entgehen kann. 5. DieTimes" hat also die päpsstieF Note entweder nicht genau gelesen, oder sie null sie mißversvehen, wie denn auch aus einigen ihrer Aeußerungen: über die Uebergehmrg Serbiens und die Bevorzugtmg Polens der Geist verlettmderischer Mißgunst spricht.

Die Lage in Rutziand.

Kererrski nach Petersburg znrückgekehrt.

Peter bürg, 30.Aug. (Reuter.) Kerenski ist nach> Peters­burg zurückaerehrt. Die Gräfin Panine ist zur Staatssekretäri. ernannt worden.

Peters bürg, 30. Aug. (W. B.) Meldung des Renterschen Bureaus. Während die Presse im allgemeinen nrit ihrem Urttül über die Ergebnisse der Moskauer Konferenz zurückhält, sieht sie eine baldige Umbildung des Kabinetts voraus, ohne daß dabei die Zusainmensetziutg der Regierung hinsichtlich der Vertretung der bürgerlichen Parteien und der sozialen Klassen geändert werden würde.

Spauttung zwischen Kercrrsri und Kornilow.

R o t t e rd a m, 30. Aug. (WTB. Nichtamtl.)Nieutoe Rotter­damsche Courant" meldet aus London: Aus Petersburg wird be- richt-et: Es scheint, daß zwischen Kornstow und Kerenski Eifersucht entstanden ist. Die linken Parteien ärgern sich! über die theattalische Art, mit der Kornilow seinen Estrzug in Moskarr hielt. Er kam mit vielen Kraftwagen und einer Leibwache. Sestt Besuch sti der liberischen Kapelle mit dem wundertätigeu Mutter-Gottes-Bilo, früher immer ein Teil des Zeremonielles beim Einzug des Zaren in Moskau war ein prunkvolles Schauspiel. Ms Korniloff im Kon­greß-Saal erschien urrd sich nach seinem Sitze begab, wurde er von der Rechten mit gewaltigem Beifall begrüßt, während die Linke labsolutes Stillschweigen bclvahrte, bei dem Erscheinen Kerenskis wiederum war links Beifall und die bürgerlichen Par­teien schwiegen.

OppojrLiotr der KosaLen.

Bern. 30. Aug. (W. V.) Ter Petersburger Sondcrbertchit- erstatter desLorriere della Sera" betörst als wäckittgen Fak­tor der derzeitigeu imrerpolitischen Wirren in Rußland die immer stärker ausigeprägte Opposition der Kosaken gegen den Arbeiter­und Svldatenrat. Ter Berichterstirtter meldet, die Bolschewiki unter­ließen nichts, not die Verhandlungen in Moskau zu stören. Sie verbreiteten überall telegraphisch die ?iackwstlst, in Petersbrrrgj seien neue Aüfsststldc aus gebrochen. In Moskau sei der geplante GencrakaMstand für die Zeit der Kmrferenz ihnen nicht gelungen. Immerhin sei estt Teil des Verkehrs lahmgeiegt worden.

Giornale d'Italra" warist vor beit überall curfttetenden über­triebene Siege^erüchten, die nur Enttäuschung und Mllßstinrmnug inr Volke zu erwecken geeignet seien.

Maßnahmen gegen Finnland.

H e l f ing f io r s, 30. kÄlüg. WsTB.)' Meldung der Peters-i burger Telegraphen-Ägentur. Inr Hinblick -auf die für heute vor- inittag 'angesagte Wiedereröfsming des Landtages besetzten russische Truppen mchmvrgens das Landtagsgebäude. Die Stadt ist ruhig. Der Arbeiter- und' Soldatenrat Don Helfrngfvrs ordnete an, daß. die Besatzung der ,Fkotte auf den Schiffen zurückgehalten werde.

Hel sing so rs, 30. Aug. fReister.) Tie russischen Truppen, idie das Landtagsgebäude besetzt hatten, hinderten die Abgeordne­ten am Betreten des Gebäudes. 79 sozialistische Abgeordnete be­gaben sich darauf in das Gebäude des alten Landtages und nahmen mit 44 gegen 35 Stimnien eine Entschließung an, die an­erkennt. daß eine Sitzung in gesetzmäßiger Weise abgehalten wurde. Lebensmittelmangel in Kiew und Finnland.

Kopenhagen, 30. Aug. W. B.)Nationaltttende" meldet aus StDckholm: Der Hmcdelsrat von Kiew teilte der Regierung telegraphisch mit, daß der Lebensmittelnmngel in Kiew jetzt einen drvlienden Charakter angenommen habe. In einigen Tagen seien alle Vorräte aufgcbraucht.

^.Politiken" meldet aus Helsingsvrs: Die bedeutenden Meugett Brotgetreide, die Rußland an Finnland zu liefern versprochen hat, find immer noch nickt.ernoetvHen.. Der Senat richtete einen ener­gischen Protest nach Petersbirrg, Finnland stehe dicht vor der Hungersnot.

L>1-ockh!olm, 30. Aug. Nach einer Meldung des Afwnbladet aus .Haparanda sind die Brotanteste in Petersburg herabgesetzt worden. Mmr rechnet mst einer weiteren Verringerung. D-en Grund dafür sieht man in der Hungersnot im Wolgagebiet.

Amerikas Kriegsvorbereitungen.

Rotterdam, 30. Aug. ,W!TB.) DieTimes meldet aus? Muyvrk, daß in den llebimgslagcrn 150000 Offiziere ausge- bildet werden. . Das Kriegsdcvarlem^ent hat die Anerbietungen) der französischen und englischen Regierung angenommen, Instruk­teure für die Offizierskursc zn schickGi. Me Offf^ere werden die> Cadres für -eine Armee von 4 500000 Marnn bilden.

Amerikas Lkriegskredite.

Bern, 30. Aug. (WTB Nichtamtl.) DerNLatin" nteldet aus Newyork: Das Repräfentaistenhaus begann die Erörterung! der Eröffnung neuer Kredite von 11,5 Milliarden Dollars. Die Ausgaben für das Steuerjahr betragen 18 Milliarden einstUießlick! 7 Milliarden Vorschüsse an die Alliierten. Die Regierung wiro vor ­aussichtlich einen G^samtkredit von 21 Milliarden Dollars fordern Ferner wird der Marineminister im Laufe der Wvche einen außer- ordenttichen Kredit von 1750 Millionen Franken für Pläne des sofortigen Baues einer großen Torpedos ägerflvttille an fordern. Amerikas Kricgsgewinnsteuer.

Washington, 29. Aug. >'W. B.) Meldung des Renterschen Bureaus. Ter Finanzausschuß des Senats stirnntte der Erhöhrmg der Kriegsg-ewinnsteSttw von 26 mff 33 Prozent zu, wodurch der Ertrag des Voranschlags von 562 auf I960 Millionen Dollars steigt.

Argentinien.

Berlin, 30. Aug. (W. B.) Ter argentinische Gesandte teilte mst, daß seme Regrerung die dtttgelegenhest der VersenLma des argenttntschen DampfersDo-ro" dnrck) die deutschen Erklärungen als erledigt betrachte. Du- derstsche Regierimg hät fttt den DamÄer T^ro die Zahlung einer Entschädigung zuaesagt

Lern. M- A,lg. sPriv.Äel.) TerXcmptF mewet «,s Bnen,os-Atres: Ern Mmstfe,t mst über hunderttwchnd Urüvr-

schrifttn, darunter derjenigeu des ehemaligen Ministers Mellst» Gomez und des Kammerpräsidenten Deuarra und erster Gruppe von katholischen Deputierten, fordert den Präsrdertten dar Republik aus, die Neutralstät ArgentintSk^ anfrechzuerhalten. Am 17. Aug fand estte Versammlung der Kcstholischen Gesellschaft m Buenos Aires zugunsten der Papstnvte statt.

Teuerungskundgebnngen in der Schweiz.

Bern, 30.iAng. (Schweiz. Dep.-Ag. In allen größeren Städten der Schweiz fanden lwistc Teuerungskundgebungen der ülr* bestcrschaft statt, die von der sozwldemokrattsckien Partei und dem Gcwerkschastsbnnd veranstaltet waren. Nach den Kundgebungs- Zügen durck) die Haupstttaßen wursten Ansprachen gehalten. Die Kundgebungen verliefen überall ruhig und ohne Zwischenfall. Dev Straßenbahnverkehr war während einiger Sttrnden eingestellt.

Der Wechsel im österreichischen Ministerium.

Wien, 31. Aug. Die heutigeWiener Ztg." verlaut- bart das allerhöchste Haudschrerbeu, in dem erncrnnt uwrdeu : der bisherige Leiter des Unterrichtsministeriums Cwiklinski zum Kultus- und Unterrichts minister, des Eisendachunini- jteriums Bauhaus zum Eisenbalmminister, des Justiz-mini­ster mms Schauer zum Justizminister, des NTinisterinms für öffentliche Arbesten .Homann zum Minister für öffentliche Arbeiten intb des Finauznrinisteriums.Winttnepzunr Finanz­minister, Fel dm arschal len triunt Czapp zum Landesverteidi- gungsininister. Fe-rner wurden ernannt: der llniversitllts- prvsessor Frhr. v. Bieser zum Händelsmtttister, Graf Silva Tarouca zum dlckerbamninister, der bisherige Leiter des Ministeriums für Galizien Twardvwski, ferner Seitions­chef im Ministerratspräsidium Ritter v. Zolger und das Mitglied des Obersten Sanitätsrats Hofrat Horbachewski zu Ministern ohne Portefeuille. Minister Twardowski be­hält die Führung der bisher nmegehabten Agenden. Mataja wird als Minister nnt den Borardciten für die Sck)affung eines Ministeriums für soziale Fürsorge, Horbachewski mit den Vorarbeiten für die Schaffung eines Mimsteriums für Volksgesundheit betraut.

Wien, 30. Aug. (WTB. Nichtamllich.) Das k. u. k Telc- graphenkorrespondenzburean meldet, die neue Regierung ist aus Beamten und Fachleuten gebildet. Da die politischen Parteien stlbft die Schaffung eines parlamentarischen Kabinetts als unzeit­gemäß bezeichncteu, wurde ein Definitioum in anderer Richtung genmdeu. Der allgemeine Kurs erfährt keine Aendcrung. Auf die bisherigen stützen des parlarnentarischen Bettiebes wird auch lüuftighin gerechnet. Doch soll die Zusanrnrcnsetzung des Kabinetts den bisherigen dissentterenden politischen und natimralen Elemen­ten erleichtern, sich mit diesem Kurse zu befreunden und an derj posltiveit Arbeit teilnehmen. Tie neue Regierung strebt vor allem die Kräftigung und Belebung der inneren Wirtsckast, die Ber- benerung und Sicherung der Versorgung der Gesamtheit wie für den einzelnen an. Sie will die Bedürfnisse der Kriegführung unter allen Umständen gewährleisten, zugleich aber die Opfer der Be- oöllerung auf das geringst zulässige Maß .zurückzuführen in der lloberzeugung, daß darin die beste Bürgschaft für eine rasche und glückliche Beendigung des Krieges liegt, die nach den glänzenden Lcrstungen der Stteitkräste der Monarchie und ihrer treuen Ver­bündeten sich zuversichtlich erwarten läßt. Zugleich Zollen die Vor- beoingungen für eine möglichst reibungslose Ueberleitnng der Kriegswirttchast in normale VerhälMisse und strr eine segensreiche, die Rückschläge des Krieges rasch überwindende Friedensentwick­lung gesckiafsen werden. Bei ihren emschlätstgcn Bemühungen wird die Regierung stets den untrennbareu Zusammenhang und die in­nige Weckselwirkirng zwischen der Stabilität der Slaatsfinanzen, der Gedeihlchkeit des Wirtschastslebens und einer dem sozialpoliti­schen Empttnden der Zeit gerecht werdendeit EnUvicklung der all­gemeinen Wohlfahrt sich vor dlngen halten. In polittscher Bezie­hung wird die neue Regierung in erster Linie bestrebt sein, in vor- staiidnksvoller Zusatmnenarbeit mst dem Reicksrat das bereits an­gekündigte Programm des zestgemäßen Ausdaus unserer Erfassung unter Wahrung der Bedürfnisse der Gesamtheit und im Sinne emer Gleichberechtigung der Völker entsprechenden iiationalcn Au­tonomie sestter Verwirklichung näl>erbringen. Das tteue Kabinett will aufgefaßt sein als eine Regierung der getreuen Erfüllung aller staatlichen Verpflichtungen der erfolgreichen Bewältigung der Kriegsaufgaben und der intensiven Nnrtschlrftlichen und sozial- volittschen sowie staatsstnanziellen Arbeit, der uattonalen Unbe­fangenheit und der Ausgleichung der Gegensätze auf verfassungs-- mäßigem Boden,

Seekrieg.

Reue U-Boot-Erfolge.

Berlin^ 30. Aug. (Amtlich.) Im Sperrgebiet mn England wurden durch unsere U-Boote wiederum 24 000 Brnttoregistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schif­fen befanden sich auch die englischen DampferWisbach", tiefgeladen, anscheinend mit Kohle, undEdina", mit Stück- gut nach Irland.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Die Wirkung des U-Bootkrieges.

Stockholm, 30. Aug. (W. B.) Iit der ZeitungNya -ragttgt Mehanda" behandeltc ein Marinefachmann auf Grund genauer Berechnungen die Wirkungen des deutschen Tauchboot­krieges. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, das; der der Entente m Verfügung stehende Frachtraum, der zu Becstnu des Krieges 38 Millionen Tonnen betrug, bei der jetzigen Wirksamkeit der deut,cheit Tauchboote am l. Januar auf 13900 600 Tonnen herab- gesuukcu fein werde. In diesen: Zusammenhang schließt er seine Untersuchung mst den Worten: Schon jetzt über den Voraussicht- lichen Ausgang des Krieges etwas vorauzusagen, ist natürlich verfrüht. Soviel aber kann man'als sicher aimehnten. daß falls kern Ereignis enittrtt, welches die Wirkungen des U-Boot-Krieges neutralisiert, die Entente früher oder später auf die .Knie ge- Altttrmen wird. Ter Zeitpunkt ist vielleicht noch, fern, aber wenn die Etnstcht rn dre Gefahr m den Ententeländern weiter um sich gegriffen hat, wird sicherlich die bloße Drohung dazu geeignet sein, eine starke Friedensnei-gimtig hervorzrtriffen.

Das erste englische Standartschiss.

X < 3 c r .^ a m ' 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.Han- detsblad meldet aus London, daß das erste englische Stan- oardschrff fertig geworden sei und seine erste Reise angetrr- ten habe, fünf Monate, nachdem sein Ban begonnen worden sei.

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30- Aug. DasAllgemeen Handels- blad meldet aus London: Seit dem 17. 2. sind insgesamt ! 695 brittsche Schiffe versenkt worden,'davon o2^ über 1600 Tonnen. 452 Schiffe wurden erfolglos an­gegriffen.

K-ovenhagen 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.'- Das Mm^terium des Neutzern gibt brkamrt: Die dänischen Damp- fer ,,Aurora' und ,,Aima", beide von England nach Däne- mark mit Kohlen unterwegs, wurden am 27. 8. in der Nord­see versenkt. Bon der Besatzung beider Schifft kam ern Mann nur.

Aus dem Reiche.

^ derlrn 30. Aug, (WWA) Der Vorstand des d^eut-. fchen Städtetages richtete an Dr. Hetfferich ckls Stell- vertrÄrer des Retchskan^lers die Bitte, eine AborHnnrrq deS deutscheit Ätadtetages zur Erörterwrg der Versorgung der Städte m:t Hausbrand kohlen trnd den nottvendiqen Kohlen zur Erzeugung von Gas imb elektrischem Strom Mt empfangen.