Ausgabe 
30.8.1917 Erstes Blatt
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lBeituirgsbetrieben in Nordhansen sei auf Veranlassung her Militär ibehörden nicht erfolgt. Zwei dortige Druckereibetriebe seien selbst <m die zuständige Kriegsamtsstelle zwecks Zusammenlegung heran- getreten. Zum Schluß warnte der Redner vor einer Beratlaenwine- rung der Beschwerden. Zahlreickie Journalisten hätten sich ihm gegenüber dahin geäußert, daß. wer die Feder geschickt zn führen! verstehe, in der Lage sei, zu schreiben, was er wolle.

In der Abstimmung wurden die sozialdemokratischen Anträge «ns Aufhebung des Belagerungszustandes abgelehnt, der Antrag der Mehrheitsparteien betreffend Beseitigimg der volitisth.en Zensim kund die Entschließung derselben Parteien über die Grundsätze für die Handhabung der Zensur angenommen, ebenso der Antrag bctr. Aufhebung der Bundesratsverordnung über die Lichtsviele vom 5. August 1017 Damit ist die gegenwärtige Tagung des Haapt- aussKusses des Reichstages beendet. Die nächste Tagung ist für den 27. September in Aussicht genommen.

Aus hm Reiche.

Djcmal Pascha.

Berlin, 20. Aug. (WM.) Der türkische Marrne- tninister Djemat Pascha benutzte den gestrigen Vormittag zum Abstatten von Besuchen. Mittags nahm er bei dem türkischen Botschafter das Frühstück ein, an dem auch der Reichskanzler und einige Staatssekretäre teilnahmen. Am Nachmittag wurde eine Fahrt durch die Stadt gemacht, deren Anlagen das besondere Interesse des Gastes erregten. Aberchs fand beim Staatssekretär des Reichsmarineamts ein Essen statt, an dem der türkische Botschafter, der für die Türkei als Botschafter in Aussicht genommene Gras Bernstorff, Dr. Helfferich, der Staatssekretär des Aus­wärtigen n. a. teilnahmen. Der Staatssekretär des Reichs­marineamts brachte in seiner Begrüßmrg znni Ausdruck, daß der Besuch Djemal Paschas dazu beitragen möge, die engen Beziehungen beider Marinen weiter zu festigen. Dje- mal Pascha erwiderte, daß er sich glücklich schätze, Männer der mächtigen und kampfkräftigen deutschen Flotte begrüßen zu können. Er freue sich, das große Werk, das die Schaffung einer hoffentlich immer mächtiger werdenden deutschen Flotte darstelle, kennen zu lernen, und drückte die lieber- Zeugung ans, daß die türkische Marine ihre traditionelle Größe und Kraft wiedercrlannei: werde.

Berlin, 29. Aug. WDB. ^Nichtamtlich.) Ter türkische Morrnemtnister hatte gestern eine fast vierstündige Besprechung mit dem Staatssekretär des Reichsmarineomtes. Nach dem Früh­stück beim türkischen Marineattachee wurde ein Ansslwz nach Potsdam gemacht und der.Tee im Lause des Korvettenkapitäns Äiunvann eingenommen. Abends wohnte Exzellenz Dfemal Pascha der Atrfsirhrimg von Tristan imb Isolde in der großen Ha flöge des König!. Opernhauses bei. Spater wurde die Reise zum Besuche der Hochsoeftveitöräfte angetrete,:.

BersafiungSänderung in Sachsen.

... Dresden, 30.Ang. Der Vcrsassmtgsansschnß der Zlveiten lächstschen Kammer beschloß gestern, mit 12. gegen 5Stimmen, eine Beschränk,mg der Rechte der Ersten Kammer. Sie wird knie in Preußen fortan den Etat nur im ganzen annehmen oder ab­lehnen können. Ferner sollen bei Meinungsverschiedenheiten nach zweimaligem vergeblichem Einignngsversnch der Beschluß der Zwei­ten Kammer als Beselchuß des ganzen Landtages gelten.

Die Kohlenversorgung gerverblicher Verbraucher.

Berlin, 29. Aug. (WTB. Amtlich.) Für hie Brennstoff- Versorgung ge,verblill)ier Verbraucher mit einem Monatsbedarf von 10 Tonnen (200 Zentner- rmd Mehr ist es von größter Wichtigkeit, daß sie die durch die BeLnurtmachung des Reichskommissars für Kohlen Verteilung vom 8. August 1917 (Reichsanzeiger" Nr. 192) gesorderteu Meldungen in der Zeit vom 1. bis 5. September 1917 genau und rechtzeitig au die vorgeschriebeuen Stellen erstatte,:. Wer die Meldekarten nicht rechtzeitig abliefert, hat keine Aussicht, vre Oktober beliefert zu werden, weil die Karten als Grundlage iür die Kable,«Verteilung diene,: toerden. Die Zwischen tieferer (Händler) haben aus die unverzügliche Weitergabe der Meldekarten 18 Der Bekanntmachung vom 17. Jmri 1917.Reichsanzeiger" Nr. 145) an ihre Borlieferer besonders zu achten. Eine saumselige Weitergabe kann zur Folge habe,:, daß. die Zuweisung der betreffen­den Mengen mcht möglich ist. Die Händler nehmen zlveckmäßig Abschristeir der Kärte zu ihren Akten mit dem genauen Vermerk, ivelcher Verbrauchergruppe der zu meldende Verbraucher angehört. Die Amvatznre der Meldekarte darf von dem bisherigen Lieferer nicht verweigert werden Wenn ein bisheriger Lieferer die Annahme der Meldekarten trotzdem verweigert, odertvenn ein neu eröffnekev Betrieb keinen Lieferer zur Annahme seiner Meldekarten bereit findet, so i,t neben dir ohnehin für den Reichskommissar für Koh len - Verteilung in Berlin bestimmten Meldekarte die für den Lieferer bestimmte Meldekarte dem Reichskommissar für Kohlen Verteilung in Berlin Mit einem besonderen Begleitschreiben einznsenden, in welchem anzngcben ist, ans welchem Grunde die Meldekarte nickst an einen Lieferer gegeben wurde und welcher Lieferer vorgeschlagen wird. Die Meldungen derselben Bedarfsstckngen bei mehreren Lie­ferern sind verboten und werden bestraft. Falls der Lieferer (Händler) die in der Meldekarte aufgeführten Brennstoffe von mehreren Bor- lleserern bezieht, so gibt er nicht die urschriftliche Meldekarte weiter, sondern verteilt deren Inhalt auf neue Meldekarten, die an die einzelnen Vorlrescrer weiterzugeben sind. Die Mengen der neuen Meldekarten dürfen zusammen nicht mehr ergeben als die nrschrift- lichc Karte. Jede neue Meldekarte hat 1. die aus diese Karte ent­fallende Menge, sowie 2. in der Gesamtsumme die aus den An- lu'clbeftrrteu verteilte Rcstsnmine der urschriftlichen Karte zn ent­halten. Die neuen Meldekarten sind mit dem Vermerkaufaeteilt" kntb bem Namen derj-enigen Firma zi: versehen, die anfgetent hat. Dre urschriftliche Karte ist sorgfältig mchnbetvahren. Zn Abs. l ä der ans den Meldekarten befindlichen. Anleitung für die Ansft'illung der Meldekarten wird bestimmt, daß die dort verlangte (Gesamt­summe nicht stur für die Bestellung (Spalte 8 und 9), sondern auch für die Anfuhr, den Bestand und Verbrauch (Spalte 5, 6, 7) ange gebe,: werden Muß. Für ausländische Kohle sind besondere Melde - .karten einzureichen. In diesem Falle sendet der Verbraucher sowohl die für den Reichstommissar für Kohlenverteilung als auch die für den Lieferer llorg.-febene Meldekarte zusammen in einem mit der ?l!nsschrrskAnslands kolke" versehenen Umschlag an den Reickrs- koMmissar für Kohlen Verteilung in Berlin ein. Andere Vermerke und Mitteilungen auf den Karten als die verlangten- sind zivecklos und zu vermeiden. 'Abgesehen von rechtzeitiger Meldung der Ver­braucher wird die glatte Dirrchführung der vom Reichskommissar für Sohlen Verteilung auf Grund der Meldungen geplanten Kvhlenver- i-orgung von der Gewandtheit und Schnelligkeit der Arbeit des Handels abhängen. Es wird Sache des Handels sein, zu. beweisen,

Berlin, 29. Aug. (WTB.) DerReichsanzeiger" .n'rössentlicht eine Verordnung über die Preise für Butter.

Berlin, 29. Aug. TicSozial e Arbei tsg e m e i n - schuft der unteren Beamten im Reichs-- und Staatsdienst" bat unter Darlegung der hier in Betracht kommenden Gesichtspunkte eine Eingabe an den Herrn Reichs­kanzler und an das Staatsministerin,n gerichtet, in der fic die Regierung ersucht, unter cntspreck^nder Erhöhung die neuen Sätze der Kriegstenerungszillagen so zu gestalten, daß das niedrigste Einkommen in besonderer Weise berücksichtigt wird.

Ans nnd Cattd.

Gieße,,. 30. August 1917.

ttriegrarbeit in Gießen.

XXXII.

Die Preisprüsungsftelle.

DerF a h r e s b e r i ch t ü b e r O r g a n i s a t i o :: u n d Tätigkeit der P r -e i s p r ü f u n g s st e 1 l e für die Provinz.Oberhessen für das Iahr 1916" ist tu

diesen Tagen. heratbsgekonrmLn. Gr enthält euren Aufsatz über die Stellung und Zuständigkeit der Preisstellen in der kriegswirtschaftlichen Organisation der Nahrmrgsversorgung vonPrivatdozerrt Dr. G. Briefs, die AusarnMensetzimg der einzelnen Ausschüsse und gibt Bericht über ihre Tätigkeit und Arbeitserfolge. Privatdozent Dr. G. Briefs erörtert ini besonderen die Frage nach der Kompetenz der Preis­stellen hinsichtlich der Festsetz:rng der Preise und der Ber- sorgungsregelung. Er weist ans den Uebergang zur zen­tralen Bewirtschaftung mit der Errichtung des Kriegs- enährungsamtes nnd jener Fülle von Kriegsausschüssen und Kriegsgesellschaften hin, womit naturgemäß die Kom- munatverbände an Zuständigkeit verlöret:, und zeigt, wie ein erfolgreiches Arbeiten der Landesstelten nur dort möglich ist, wo diese Hand in Hand mit den Preisprüfungsstellen gehen, die ja letzten Endes doch die überwachenden In­stanzen der Preise sein sollen. So fragt er sich mit Recht: Welchen Zweck haben unsere lange,: und mühevollen Er­hebungen, wem: die von uns vorgeschlagenen Preise doch nicht festgesetzt werde::?"

In bei: einzelnen Ausschüssen sind, ,vie aus dem Jahres­bericht hervorgeht, außer den Mitgliedern stets kompetente Sachverständige vertrete,:, nnd ihnen zur Seite stehen die Volkswirtschaftliche Abteilung nnd der Ge- s ch Ü f t s f ü h r e i: b c ' A u s s chn ß mit dem Oberbürger­meister an der Spitze. Die Sachverständigen des Geschästs- führenden Ausschusses sind Größt). Regierungsrat Hcm- merde, Privatdozent Dr: Briefs und Chemiker Dr. Völker. In der Volkswirffchaftlichen Abteilung arbeiten n. a. Geh. Jnsti^rat Dr. Leist und Großtanfmam: R. No- ,v a ck. Im übrigen sind Oekonomierat Breide:: b a ch . Dorheim, Bürgermeister Dr. K a y s e r, Bnd-Nanheim, Oeko­nomierat Hensel, Dortelweil, und Oberzahlmcister Welsch, Gießen, des öfteren als Sachverständige heran- gezoge,:, wie überhaupt die Mitglieder und Sachverständigen der einzelnen Ausschüsse stets mit Sorgfalt gewählt sind, so das; der Erfolg nicht ausbleiben konnte.

Der Geschäftsbericht läßt deutlich erkennen, wie viel­seitig der Aufgaben kreis der Preisprüfungsstelte sich ge­staltete und welch ernsten und bedeutenden Aufgaben in: Rahmen der Kriegswirtschaftsverfassung heute noch die Preisstelten zu erfüllen habe::.

Lebensmittel.

** Die Ausgabe der Brot- und F l ei s ch f a r t e n erfolgt diesmal Freitag, den 31. August, und Samstag, den

1. September 1917, und zwar für die Bezugsberechtigten mit dem Zunamen AK Freitag, und von LZ Samstag.

** Näh rmittelverte ilnng. Für den Mvnat Äugnst konunen folgende Nährmittel znr Ausgabe: Näbrmittelkartc A (gelbe Karte): ans Abschnitt 4 SnppeNisabrikatc: Nährmittelkarte B (rote Karte): auf Abschnitt 13 Grieß, aus Abschnitt 14 Haferslocken, «ans Wschnitt 15 Graupen: Nährinittelkarte 6 blaue Karte): aus Abschnitt 17 Teigwaren, aus Wschnitt 18 Haferslocken, auf Ab­schnitt 19 Graupen, ans Abschnitt 20 Suppensabrikate. Wer die aus ihn entfallenden Ware::die abzngebende Menge wird später bekannt gegeben zu beziehe,: wünscht, hat unter Vorlage der filährnnttelkarte bei einem Kleinhändler der Stadt Gießen bis zun: 6. September eine Bestellung aufzugeben. Von Montag, den 3. September ab, ,verden in den Äeinl-andclsgeschäftcn au: den bereits dort abgelieser:en Bezugsabschiütt Nr. 12 der Nähr- nttelkarte B (röte Karte) anstatt Sago .Haferslocken üus- geegben. Es entfallen ans Abschnitt 12 250 Gramm Haferslocken oder Hchecksabrikate. Mit dem 8. September verlieren diese Marken ihre Gültigleit. Wer die Ware bis zu diesem Zeitpunkt nicht ab­geholt hat, verliert den Anspruch darauf. Siehe Anzeige.

** Beeren nnd Traube n. Aus den: Städtischen Lebensmittelamt teilt man uns n:it, daß Pr e i s e l b e e r e-n in diesem Jahre wahrscheinlich nicht zu beschaffen seien. Die bayrische Beerenobststelle läßt keine ans Bayern heraus, da sie selbst für ihre Kon:mnnalverbäude nicht genug habe, und die schwedisch^:: Preiselbeere:: gehen in die norddeutschen Städte. Nebrigens werde auch wenig Wert darauf gelegt, sie zu erhalten, Lveit es ja doch viel­fach an Zucker zum Einmachen dieser Beeren fehle und gerade die Preiselbeeveit viel Zucker erfordern. Dagegen werden jn her nächsten Wockre gute W e t n t r a :: b c ti cin- treffen, die jedoch bei den hohen Preisen nur ein Lecker­bissen für Liebhaber sein werden. Die roten Vogelbeeren der Eberesche, die jetzt zu reifen beginnen, geben auch eine gute Marmelade, die um so mehr zu empfehlen ist. als btefc Früchte zum Wild ob st gehören. Das gleiche gilt auch ft:r die H v ln n d e r b eer e n. Diese beiden letzten Beerensorte:: sind im Höchstpreise zu 10 Pfennig das Pfund leicht verkäuflich, auch werden sie von den Aufkäufern der Landesobststelle in den einzelnen Gemeinden zum Versand in größeren Mengen von den Sammlern angenommen.

** Trockenanlage int Elektrizitätswerk. Wegen starker J,:anspr,:chnahme der Trockenanlage kam: vom Freitag, den 31. d. Mts. bis einschl. Montag, den 3. September, Obst nnd Ge­müse nicht angenommen werden. /

*

** Bvrträge Und Audienzen beim Gro ßher z og. Die Darmstadter Zeillmg schreibt: Wie betannt, fallen während der Kriegszeit die sonst regelmäßig am MittNwch nnd Samstag erteilten.Audiei:zen fort. Dagegen haben, soweit der Großherzog, nicht im Felde trür, die amtlichen Vorträge ihren Fortgang ge- iwmmen. lieber letztere wird von jetzt aw wieder berichtet werden. Ter Großhrrzog empfing am 29. A::gust zum Vortrag den Minister des Imiern von H o nt b erg: z u Vach, den Geh. Legationsrat Dr. N e i d h a r t, den Vorstand des Kabinetts Wirkt. OKHeimerat R ö m h e 1 d.

^ ** Anszeichuung. Musketier Fritz Alt ans Gießen, Solm des Lokomotivführers Karl Alt, erhielt das Eiserne Kreuz

2. Klasse.

u s d e m S t a d t t h e a t e r - B u r e a u. Für die beiden Sonntag-Vorstellungen nachmittags die neue Ge­sangsposseDie Königin der Luft" und abends das bekannte SingspielDas D r e i:n ä d e r l h a u s" - gibt sich lebhaftes Interesse kund. Erfreulicherweise ist cs der Bühnenleitung gelungen, für beide Vorstellungen Orchester (die Kapelle des Ersatz-Bataillons) zn gewinnen, so daß in jeder Weise vollwertige Aufführungen in Aussicht stehen.

** Mil itär ko uze r t. Die aus dem IHlde zurückgekehrle' Kapelle unseres Regiments wird heute abend in: Hotel Für­sten Hof, am Sanntag, den 2. Sept., am Sedanstag, aus der Licbigshöbe llmzertieren. Näheres durch die Anzeigen.

Das gestern in der Anlage abgehaltene P r o m e,: a d e n k o n z e r t Hatto viele Zuhörer hepbeigezogen, und Obermusikmeister Lobe n dirigierte mit besonderer Freude. Trotz regnerisch'» Wetters, das' zn. noch einsetzte, nahm das Konzert einen schönen Verlauf und setzte die Besucher ü'-ieder einmal in den vollen,ns langentbehrten Genuß, der klangvollen Musik einer aktiven Militärkapelle.

** K o b l e,: b e st a^n d s a u s n a h m e. Wir machen daraus aufmerksam, das; am !. September ans Anordnung des Reiäiskoni ' missars für die Kohlenversorgung eine Bestands und Be darfsermittlnng von Brenn- und Heizstosseu stattsindet. Tie vorgeschriebenen Vordrucke sind am 30 d. Mts. aus den Brot markenbezirken abznholen und ordnungsmäßig auSgefüllt spätestens am 4. September dort zurückzugeben. Wir weisen daraus hin. daß die genaue Ausfüllung des Vordruckes im Interesse jedes Haus kaltes gelegen ist, da nickt nur die vorhaiwenen Vorräte sestge stellt, sondern auch der zu erwartende Bedarf ermittelt werden soll. Die ans Grund der Ansnainne vom t. September ermittekwn

)

^rgevnpst' dienen als Grundlage für die Zittnlnug von Kohlen a-, die einzelnen Städte; es stelle daher jeder seinen Bedarf genau fest, da bei unterlassener Anmeldung die spätere Mchtberücksicht: gnng bei der Kohlenverteilung p: gewärtigen ist.

** Vierteljährliche Viehzählungen Laut Ver ordnung des Wmdesrats vom 30. Januar 1917 findet dic^sestgesetzt^ vierteljährliche Viehzählung am Samstag, dem 1. September 1917 statt. Gemäß Verordnung des Bnndesrats vom 9. August d. Js. kvird sich diese außer ans Morde, Rindvieh, Schafe und Schweine erstmalig auch aus Ziege,: und Federvieh erftrecken. In Verbindung mit dieser Viehzählung soll zur Vervollständigung/ der kreis amtlichen Wirtsä-aftskarten gleichzeitig eine kleinere Auf, nähme über die Vorhände::en Pferde, Rindvieh, Sckiaß:, Schweine und Ziege,: vorgenommei: werden. Zu diesem Zweck haben Mr einzelnen Viehbesitzer den am 1. September 1917 vorhandene:: Vichbestand in die ihnen zngestiellten Viehliften für dje Wirtsckprfts karte einzutragen, ei:tspreck,ü,«d >der Verordnung Grvßh. Kreisamts vom 21. August d. Js., Beide Aufnahmen werden durch Zähler vorgenommen.

** Wettnrnen^ An dieser Stelle sei nochmals ans das am Sonntag, £. Sept., auf der Rennbahn bei der Hardt ftattfindende Wetturnen hingewiesen. Näheres siehe Anzeige.

** Das Ü reicht att, ,JRr% 150, enthält Bekamillnachungei: über: Beschlagnahme von Fässern; Ausführung des Jägdstrasge- setzes; Versorgung der in der Landivirtschast arbeitenden Pferde. Einsendung der Kirchenrechmmgen: Einsendung der Gemeinderech mmgen; Maul- und Klauenseuche; Behörden-Petroleum.

Kreis Schotten.

** II l r i ch ft ein, 30. Ang. Vom 1. September ab uetfelyrt Die Personenpo ft Ulri ch st ein M ü ck e nur noch einmal tiig l:ch. Abfahrt von lllrichftein 4,25 vormittags, Ankunft in Aäücke 6,35. Tic Rückfahrt erfolgt ab Mücke 1,40 nachmitlags^in Ulrich- stein 4,20. Die P e r s o r: e n v o st E n g c t r o d Schotten fährt vom gleichen Tage ab Engelrod 1,10 nachm.,' in lllrichftein 2,05, in Schotten 4,30. Rückfahrt von Schollen andern Vormittags 8,00, in lllrichftein 11,00, in Engelrod 12,10 mittags.

Hessen-Nassau.

= Franks u r t a. M., 28. Aug. Der heutigen Stadtverord­netensitzung wurde eine Vorlage des Magistrats unterbreitet, die znm Beitritt Franftnrts znm Bildbühueubwrde Deuttcher Städte anssordert. Die Beitragskoften betragen aus den Kops fürs Jahr 1-/s Pfennig, für Frankfurt etwa 6600 Rtark. Der Zusammei, schlnß erfolgt zu dem Zweck, um der einwandfreien Film-Industri- einen dauernden Absatz zu s:ä>eri:. Tie Stadt plant die Errichtung einer eigenen Lichtspiel-Bühne, die breitesten Volksbildungs-- beftrebnngen dienen und mit den hier bestehende:, Kinos in Wett bewerb treten soll. Die bedeutungsvolle Vorlage fand allseitige wohlwollende Ausnahme u:.k> stmrdc dem Sck.nl und Finanz­ausschuß überwiesen. Gegen die Vorlage über Erhöhung der Tarife

Bahn nnd Elektrizitäts-Amtes cclwbeu die. Sozialdemokraten. Einspruch, da das Amt doch mit erheblichen lleberschüssen ab schließe. Eine Steigerung der Tarife sei deslmlb unangebracht. Die Redner der anderen Fraktionen sprach-,: sich für die Tarifs erhöhungen ans nnd überwiesen die Vorlage dem Finanzausschuß, wobei betont wurde, daß die Fra,lkfnrter Straßenbahn hinsichtlich ihrer Organisation die beste in: Deutschi-n Reiche sei. Die Schreibstube für stellenlose Kausleutc wurde in städtische Ver:val tnng übernommen. Auch stimmte man der Erhöhung der Arbeits- gebührensätze des Lagertarifes zu. Eine Eingabe des Vereins der städtischen Beamten um Gewährung von weiteren Teuerungszu­lagen nnd Durchführung von 1914 beschlossenen Gehaltsrefornv überwies man dem Eingabenausschnß. Ein Antrag ans der Mitte der Veffammlnng, der Magistrat möge nochmals in schärfster Dcise in Berlin um Beseitigung der Kohlennot und der Härten bei der Gasverorduung vorstellig werden, wurde der nächsten Stadt^ verordnetenftynng zur Beratung überwiesen.

vermischter.

* Essen, 30. Ang. Wie dnnB. T." aus Essen gemeldet nürb, ist tu Buer (Wests.) Frau Elisabeth Balita, die älteste Einwohnerin Westfalens, im Alter von 103 Jahren gestorben.

Wittcrungsbericht.

(O c s f c n t! i ch e r Wetterdienst.)

Wechseltw bewölkt, meist trocken, etwas wärmer.

Cctzec 77»ich richten.

Aus Rußland

Petersburg, 29. August. WTB. 'A'icluamtlich Meldung der Petersburger Telegraphenageuttrr Ter Tumapräsivent Rvd- ziawk.) erklärte cs für ein Unglück Rußlands, daß die revolutionäre Macht, .geschaffen durch die Dim:a im Einverständuis mit dem Arbeiter- unb Soldaten rat, welcher sich damals gerade gebildet Tratte, nicht Seite au Seite mit der natronaken Vertretung ginge, sondern sie beiseite schob und ihre Mitarbeit ablehnte. Daher sei diese Macht sogleich unter den Einfluß der sozialistischen Körper- schäften geraten, welche nach Angabe der Ministerien selbst .vieder holt die völlige llnterwersnng der nationale» Interessen unter die Klafseniitteressanten gefordert hatte. Der Kadttttensührer Mil- jutow stellte fest, daß unglücklicherweise selbst die Regierung zwei Monate lediglich durch zfrei starke Kapitulationen vor den Mvpisti- schp: Forderuugeil der Arbeiterklassen und den übertriebenen natio- nalistischon Ansprüchen der Völker Rußlands gekenuuüchnetz wurde. Tie Sitzung endigte abends.

Rußlands kriegerische Mißerfolge.

^ M o s t n ii, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich. Der elx-malige Oberbesthlshaber Alexejew gab für die Staats!onserenz in längerer Rede einen lleberblick über die kriegerischen Mißerfolge Rußlands und ihre - Ursachen, und vergleicht die alle technischen Hilfs­mittel entblößte, aber durch ihren kriegerischen Geist starke Armee unter der alten Regierung mit der jetzigen gut ausgerüsteten und gut verpflegten, aber durch faljch ausgelegte, unzweckmäßig und ungeschickt angefvandte Lehijp vollständig verweiclnickw- Armee und Wiks besonders aus bcu bekannten Tagesbefehl Nr. k hin. der das Heer in zkrei feindliche, bisher unversöhnlich.- Lager, das der Oft, ziere und der Soldaten, gespalten habe. Er tingle über die Soldaten ausscbüssc, welche dem Heere wohl ivirtschaillickie Dienste leisteten, aber die Manneszucht sehr schädigten, ja töteten, und über den die Armee untergrabenden Einfluß der Regiernngslommeiärc. Narb der Erklärung der Rechte der Soldaten durch die Regierung feien die Achtung und alle Rücksicht auf die Truppensührer vollständig verschwinchcn. Die' Offiziere seien wahrhaft Märnirer geirordeu und hätten die Osfensive vom k. Juli und den letzten Rückzug teuer bezahlt. Alepcjew führte i:,«erhörte Tatsack en'an. z B. eine Trirppc, aus 28 Offizieren, 20 llnterosftziepen und 2 Mann be ftehend, ging zum Angriff vor. während die andere» dem, Unter­gang dieser Helden taltblütig zusaheu. Diese Zunaui>. schloß Alexejew, sind kein Mittel, den Krieg sorlzusepeu oder gar vom <-:ege zu träumen. Vielmehr müßte das Heer selbst und die einst wellige Regierung sofort das Aeußerste tun, um das .vven aufzu­frischen und mit neuem Geiste zu erfüllen.

Die Sozialistenkonffrenz der Alliienrn.

London, 29. Aug. (WTB. Nücktamtlich. Meldung deS Reuterfckcu Bureaus. Auf der SoTialistenkonferenz der Allirerlen sagte Henderson, er glaube, daß mir ivenige die Erklärung der Londoner Sozlalistenfonserenz vom 2. Februar l9l5 aufgebeii ode, wesentlich abändern wollten. Was in dem Wettkamps gi den, Spiele stehe, sei für die Zukunft der mensch.liel-.-ii Rasse um w ,i rclchender vitaler Bedeutung, daß es d,e jotgsältigste Prü'nug der Melnlwlts- nnd Minderheitsparteien in allen vertretenen Länder, erfordere. iS : )ct kein sehr befriedigendes Ergebnis erreichbar wenn die Mehrlwitspgrteken die Minderl^itsvarleien einfas' ,jh.-. ft immer: iH-vfiiclüeii. Es sei besser, die Meinungsverlmiedenin-uen a>:znerkennen und durch gegenseitige llebereinstimmung eine Grund läge ,ür die Kriefwziele zu ickvafst-ir, die geeignet sei. einen ehre» vollen, deinokrattsclwn Frieden ,u.sichern. Wenn die Emsckx-rdniig der Konferenz auch nicht bindeno für die Regierungen sei u> wurde fte dock: in der ganzen Welt als nwlrliil^rlegtes Urteil'd» arbeitenden Proletariats der vertretenen Länder betrachtet - Du- rnsftschen Vertreter erklärten, daß sie an der .üvnwreuz u -ohi teitnehmen würden. Die Kcmserenz wurde um 6 Uhr ans 10 Ubr früh vertagt.