Berlin. 27. Mg. (WTB. Nichtamtlich.) „Nya Dagligt Allo- ianda" nennt die Jsonzoschlacht ldie größte aller Offen,rvunter- irehmungen der Entente. Cadorna hat die größtmöglichste Kraft- anstrengung gemacht, nach Triest durchzubrechen. Die Engländer haben ihn nrit neuer fürchterlicher Artillerie und Mnnitionsmassen versehen. Der Einsatz teclmischer und zahlenmäßiger Ueberlegem- !>eit hat den Italienern einige Geländesortschritte ermöglicht, aber soweit man bisher erkennen kann, ist die Gefahr eines Durchbruchs nicht KU befürchten.
Besuch König EmanuelS in Frankreich.
Bern, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) „Nouvelliste de Lyvrr" erfährt aus Paris, daiß der König von Italien demnächst nach Frankreich kommen und den Besuch Pv-in- arös^ envidern wird.
Französische Berichte
vom 26. 8., abends. In der Champagne setzte unsere Artillerie ihr Zerstörmrgsfeuer fort und sprengte Gasbeltzllter in den deutschen Linien nördlich vem dein Mvarin-Gehöft. 9luf dem rechten Maas- üser griffen -unsere Truppen vormittags zwischen denr Gehöft Mvrnvcmt tcnd dem Chaumewald kräftig an. Alle unsere Zielpunkte -.-reichten wir trotz des erbittertem Widerstandes der Deutschen und 7iähmcn ihre Verteidigungslinien aus vier Kilometer und einer Tiefe von einem Kilometer weg. Das Fasses-Gehölz und das Gehölz von Beaumont, das weiter nach Norden liegt, sind fast ganz in unserer Gewalt. Bei weiteren Borstößen erreichten, unsere Truppen den Südrand des Dorfes Beaumont. Ein heftiger Gegenangriff der Deutschen vom GchiAtz la Navrille aus wurde von uns unter Geschützfeuer genommen und mit schweren Der lüsten >- bgerviesen. Wir machten viele Gefangene, die noch nicht gezählt such. Auf dem linken Maasufer nahm der Geschützkampf zeitweise in der Gegend nördlich von der Höhe 304 große Heftigkeit ant, Bon der übrigen Front ist nichts zu melden.
Orient bericht vom 25. 8. Der Tag war- auf der ganzen Front ruhig. Mehrere feindliche Abteilungen, die unsere Linien zwischen Prespa- und Ochrida-Sse zu erreichen suchten, wurden abgewiesen. Die Flieger der Alliierten bewarfen in der Umgegend v>on Temir Hiffar feindliche Lager nördlich vom Mali k-See mit Bomben.
Französischer BandalismnS.
Berlin, 27. Aug. (WDB.) Einen Beweis für den Band alisnrus der Franzosen gegenüber deutschen Friedhöfen liefert der erbeutete Befehl eines Kommandierenden Generals der Heeresgruppe Nord vom 24. Mai 1017. Es heißt darin: „Es ist mir mitgeteilt worden, daß in den miedereroberten Gebieten deutsche Friedhöfe durch französische Truppen verheert und verwüstet worden srnd. Derartige Handlungen, die im Widerspruch zu unserem Geist und zur Ueberlieferung stehen, dürfen nicht geduldet werden. Die Armeesührer haben entsprechende Amveisungen zu geben."
Berlin, 27. Äug. (WDB.) Wie wenig die Franzosen die einfachsten Gebote der Menschlichkeit und die allgemein anerkannten Regeln der interrmtionalen Genfer Konvention trachten, ergibt sich aus einem erbeuteten französischen Befehl vom 8. Mai 1917, in welchem es heißt: „Der Divi- sivnsgeneral befiehlt, daß deutsche Verwundete erst dann aufgelesen werden dürfen, wenn unser letzter Verwundeter aufgelesen und abtransportiert worden ist. Es ist durchaus unzulässig, daß diese Banditen, die unsere Verwundeten verkommen lassen, vor unseren eigenen Soldaten anfgenom- men werden."
Englische Berichte
Am 26., vormittags, griffen unsere Truppen des Feindes Stellungen Mich von Hargrcourt auf einer Front von mehr als einer englisckM Metile (1600/Meter) an und drangen bis zu einer Tiefe von einer halben Meile (800 Meter) ein. Sie nahmen des Feindes/ feste Punkte, nämlich das Ockhöft Coilogne und Malakoff und richteten sich auf dem neu gewonnenen Gelände ein. Bei diefep Operation mack,den wir 136 'Gefangene. Unter deni Schutze schweren 'Geschützfeuers hat der Feind heute morgen ffr tdjetr ^Nachbar schuft bcrtJ Straße Ppern—Menin unter Vertvendung von Flammenwerfern aangegriffen. Es gelang .ihm für einen Augenlblick, die Nordwest ecke des Juveoesi-Gehöftes wieder- zu besetzen. Seine Truppen wurden durch Gegenangriff sofort wieder hinausgeworfen und unsere Stellungen wieder hergestellt. Ein Gefecht von örtlichem Charakter! hat heute morgen südöstlich von St. Jtllien .stattgefünden, ivo wir unsere Linien vorschoben. In der Nicht hat der Feind unter dem Schutze schweren Geschützfeuers den von uns in der Nacht vom' 24. zutmi 25. August genomnienen. Posten westlich des Geteide-Baäws und südwestlich Lombartzyde wiedergenommen. Die feindliche.Artillerie ist heute im LLbschnitt von Nienport lebhafter sättg.gewesen als gewölmlich. Infolge des stürmischen Wetters war die Tätigkeit in der Luft gestern gering küs zum Abend, wo wir eine erfolgreiche Artillerieaufklärmvg durch Flugzeugbeo bacbtung durchgeführt haben mb Gefechte stattgefunden haben. Drei deutsche Flugzeuge wurden abgeschossen und vier beschädigt zunt Landen gezwungen. Vermißt werden zwei unserer Flugzeuge.
Die kanadischen Verluste.
Berlin, 27. Aug. (WTB.) Die blutigen Verluste der Kanadier vom 15. bis 25. August bei den Angriffen ans Lens werden von der Truppe auf 8- bis 9000 Mann geschätzt. Tie Kanadier verloren rund 150 Mann an Gefangenen. Die geringe Gefangenen- 7ahl ist eine Folge der großen Erbitterung, mit welcher auf beiden Seiten gekämpft wurde. Besonders schwere Verluste erlitt am 15. August die 11. kanadisck>e Brigade. Aus Gefangenenaussagen: und auf dem Schlachtfelde gefundenen Meldungen geht hervor, daß das 75. und 87. kanadische Bataillon der 11. Brigade ziemlich als ansgerieben gelten müssen. Ebenfalls große Verluste erlitt am 23. August das 44. kanadische Bataillon.
Der bulgarische Bericht
Sofia, 26. Mg. (W. B.) Bericht des Generalstabes vom
26. August:
Mazedonische Front: Im Cerna - Bogen und westlich des Barbar lebhaftes Artilleriefcuer. Auf der übrigen Front Störungsfeuer. Zwei englische Kompagnien, welche im Abschnitt nördlich be$_ Dvivan-Sees unsere vorgeschobenen Abteilungen anzugverfen versuchten, hvnrden durch Feuer vertrieben. Im Struma-Tal vereinzelte Kanonenschüsse und Pattviuillengefechte.
Rumänische Front: Schwacher Austausch von Gewehr- und Artilleriefeuer cm einzelnen Teilen der Front.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 26. Mg. (WTB. Nichtamtlich.) Tagesbericht. An der Küste des Schwarzen Meeres landete am 24. August eine russische Räuberbande in Armvemnsorni bei Ordun. Die Räuber zerstörten in der Stadt das Arzneidepot, brachen in dre Läden und Bazare ein, überfielen die Zivilisten in den Straßen, raubten den Frauen Ohr- und Fingerringe unb vergingen sich auf offener Straße an z.oei griechischen Mädchen. 'Nach vielen Heldentaten!, die unter dam! Schutze der russischen Kriegsschiffe sifttffanden, ging die Msicherhotde wieder auf die Schiffe. 300 Griechen und Mvham^- medcmer der Einwohnerschaft gewaltsam mit sich führend. So beschützt der Russe seine SoldatLnehre, die er angeblich für Freiheit ,md K ultrrr ernsetzt Gegen Bir es Saba fand abermals ein großes Kavallerieunternrehmien des Feindes statt, 69 Eskadrons, 2 Bataillone und 6 Batterien des (Gegners ivaren beteiligt. Während starke Kräfte des Feindes vorsichtig westlich Bir es Saba vorsühtten, griffen etwa 30 Eskadrons südlich und südöstlich um den Ort hecum mi Unsere Truppen aus Brr es Saba macktrn mit einigen Ba- uff'koren, Eskadrons und Geschützen einen geschickt angelegten Vorstoß gegen die rückwärtige Verbindung der östlichen feindlichen Kava newekosonne, die 12 Eskadrons stark war. Der Gegner ging eilig ff. znrtick l^r verlor an Toten 8 Retter und 20 Pferde. 4 Pfmde und einige Gewehre wurden, erbittet. Nvchidüm! guch unsere Flieger erfolgreich ergriffen und 450 Kttogramm BomibkN aus die Gegner
abgeworfen hatten, ging der Feind nachmittags. aus d«: ganz«', Linie zurück. IN der därcht zum 25. August ging er bis Teil rzaiks Zurück. Unsere Streffabtellungen fanden xu dieser Zett wett vor mrsever Front keine feindlichen Postierungen mehr.
Ein Friedensvorschlag WilsouS?
Berlin, 27. Aug. (Privattelegramm.) Geng-Seippel erzählt im „Journal de Genöve" in einem Artikel über dre Gesellschaft der Nationen: Eine im allgemeinen gut unterrichtete Persönlichkeit erklärte, daß, bevor die Armee der Vereinigten Staaten tatsächlich in den Krieg eingreife, Wilson einen letzten Vermittlungsversuch zu unternehmen beabsrch- tige. Wilson würde von der Entente erwirken, daß sie die Friedensbedingungen genau feststelle und gegebenenfalls berichtige, in dem' sie sie mit den von Wilson verkündeten Prinzipien in Uebereinstnnmung bringe. Dann würde Wilson den Mittelmächten Vorschlägen, diesen gerechten Frieden anzunehmen. Andernfalls würde die Entente feierlich erklären, daß den Mittelmächten 10 Jahre lang der Weltmarkt verschlossen sein solle.
Teilmobilifierung in Griechenland?
Amsterdam, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nacb dem „Algemeen Handelsblad" meldet „Daily Chroniclej" aus Athen, daß zwölf Reservtstenjachrgänge urtter die Waffen gerufen worden seien.
ziehen kann. Heutzutage sind die nreisteu Handelsschiffe h&' * waffnet, und dadurch gegen die U-Boot-Drohung viel besser , geschützt als früher. 'Aber nichtsdestoweniger nimmt die Zahl des versenkten Schiffsraums nicht ab, mögen auch die englischen amtlichen Berichte durch die Art ihrer AisfeD- angaben gelegentlich zu anderen Rückschlüssen verletterr. Diese Veröffentlichung, die nur die Zahl der Schiffe angibt, ist nichts als eine Täuschung und ans Täuschung berechnet.
Es ist an der Zeit, die Tatsachen mitzuteilen und mit dreser Täuschung aufznhören, sonst kann der Krieg überhaupt nicht gewonnen werden. ^
Bern, 27. Aug. (WTB. Nichtarittlich.) „Nouvelliste de Lyon" meldet aus Patis, daß der französische Schoner „Florentine" aus St. Malo, der französische Segler „General Boisdeffre" aus Nantes (2195 Br.-R.-T.) und der Schoner „Havanna" aus St. Sevcm überfällig sind und als verloren gelten.
Bern, 27. Aug. ,-Petit Parisien" meldet: Aus dem Bericht des Kriegsgerichts in Robbefort geht hervor, daß das 'ranzösische Patrouillenschiff Anjou am 17. August 1917 auf . der Höhe von Cap Breton auf eine Mine stieß und' sank, ( wobei sieben Mann der Besatzung ums Leben kamen. Der angektagte Kommandant wurde freigesprochen.
Aus dem Kelche.
Erfolge unserer Zlugzeuge bei der Insel Gesel.
Ein russischer Zerstörer zum Sinken gebracht.
Berlin, 27.Aug. (WTB. Amtlich.) Unsere Flugzeuggeschwader der kurlündischeu Wste ftchrten in letzter Zeit zahlreiche erfolgreiche Angriffs- slüge gegen die Befestigungen, Flugstationen und militärischen Ablagen der Insel Oesel aus. Dabei wurden auch die im Gebiet des Riga-Busens gesichteten russischen Seeftreitkräfle erfolgreich nnt Bomben belegt. Bei diesen Angriffen wurde ein Z e r st ö r e r d e r N o - wik-Klasse durch einen mit hoher Stichflamme bei dem hinteren Schornstein beobachteten Bombentreffer zum Sinken gebracht. Ein russisches Werkstattschiff wurde so schwer beschädigt, daß sein Sinken ebenfalls mit Sicherheit angenommen werden kann. Trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung durch! Land- und Schiffsabwehrgeschütze und verschiedener Luftgefechte mit russischen Flugbooten und französischen Kampfeinsitzern, wobei ein feindliches Flugboot bei der Insel Abro im Rigaischen Meerbusen zum Landen gezwungen und so schwer beschädigt wurde, daß die Besatzung über Bord sprang, kehrten unsere Flugzeuge sämtlich ohne Verluste oder Beschüdigmrgen zu ihren Stationen zurück.
Der Chef des Admiralftabs der Marine.
Zeppelinwirkung«
Ko peu Hagen, 27. Mg. (WTB.) Beim letzten Zeppelin- Angriff wurde die beim Spurnpoint-Leuchtturm befindliche Ab- w-Llwbntterie von sechs Geschützen neuesten fvairzösischen Systems dnvch einen Volltreffer total vernichtet. Die Besatzung wurde größtenteils getötet. Ein bei Hüll liegender Dampfer wurde so beschädigt, daß er sofort ins Dock geschleppt werden mußte. Die Eisenbahnstation Paragon bei Hüll und ein angrenzender Häuserblock wurden vernichtet. Mf der Reede von Grimsby wurde ein Werkstatt-Leichter mit vier kleinen Schleppern durch einen Volltreffäs versenkt.
Bomben auf Holland.
Äl m st e r d a m, 27. Aug. (WTB.) Die Neederlärchsch Telegraf- Agentschap meldet aus Vlissiu^en: Samstag um II 72 Uhr sind von einem Flugzeug unbekannter Nationalität einige Bomben dicht bei der Grenze auf den Boden der Gemeinde Cadzand geworfen! worden. Sie fielen auf offenes Feld und richteten keinen Schaden an.
iHa a.g, 27. Mg. (WTB.) Eine Mitteilung des Ministeriums stes Aeußetn legt die Tatsachen der wiederholten Verletzung holländischen Gebietes am 18.'August durch deutsche und Eittenteflugzeuge dar, bei denen Bomben auf holländisches Gebiet fielen. Die deutsch^ Regierung habe bereits ihr Bedauern ausgesprockxen. Die 'holländische Regierung habe in Berlin Einspruch gegen die Verletzung erhoben und um weitere Aufklärungen ersucht. Die l-ollän-- dischen Gesandten in London, Havre und Paris seien beauftragt, den betreffenden Regierungen die Frage vorzulegen, ob Flugzeuge ihrer Luftflotten an deni Luftgefecht über holländischem Gebiet teilgenomm-en und Bomben ab geworfen hätten. Die gefundenen Bombenscherben werden durch militärische stellen auf ihre Herkunft untersucht.
Seekrieg.
Reue N-Boot-Erfolge.
Berlin, 27. Aug. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden rm Sperrgebiet um England wiederum 24 500 ART. versenkt. Unter den versenkten Schiffen befanden sich ein englischer b-ewussireter Tankdarnpfer vom Aussehen der Hur- cania (5227 Donnen), der aus Sicherung heraitsgeschossen wurde, der bewaffnete italienische Dampfer Trento mit 4800 Donnen Kohlen von Cardiff nach Genua, dessen Geschütz heruntergeho-lt, dessen .Kapitän gefangengenommen wurde, und ferner ein großer unbekannter Darnpfer, der an der Spitze eines starken Geleitzuges fuhr.
Der Chef des Admiratstabes der Marine.
Berlin, 28. Aug Die Schlacht tobt aus dem Lande, schreibt Leon Bailby im „Jutransigenffff aber ihre Entscheidung fällt auf dem Wasser. Auf dem Lande wird Amerika früher oder später seine Millionerr Menschen in den Kamp' werfen, mn die deutsche Macht zu brechen, aber unter der Bedingung, daß es uns nicht vorher an Schissen fehlt, Um unser Heer und Unsere Bevölkermrg mit Lebensmitteln uni) Rohstoffen zu versehen. Da liegt das Problem. Deutschland richtet seine ganze Anstrengung auf die Seerä'uberei. Wenn unsere Anstrengung der senrigen nicht entgegenwirkt, kann unsere Lage sehr ernst werden. Ueber diese Frage wurde die öffentliche Meirrung in Frarrkreich sehr schlecht unterrichtet. Seit der kritischen Peric^e im Marz inti> April wiegt man uns im Optimismus. Nachdem' ich die Zahl der versenkten Schisfstonnen zu Rate zog, bin ich verpflichtet, zu sagen, daß dieser Optimismus nicht begründet ist. Die Gefahr der Ab- .nutzungsseeräub-erei besteht und ihre Wirkungen steigern sich.
Mit denk Einfluß der Fahrtgeschlvindigkeit der .Handelsschiffe auf die Erfolg aus frästen der U-Boote beschäftigte sich laut „Journal os Commercs^ die New' Parker .Handels- kamrner in einer besonderen Sitzung, 'und zog aus der Tatsache, daß die Berseirkungsziffemr bei wachsen^der Geschwindigkeit abnehmen, die nachstehenden Folgerungen: Die Mottenbehörden stimmen darin überein, daß es vollkommen undurchführbar ist, genug Zerstörer zu bauen, um twrsende langsani fahrender Handelsschiffe, die Nahrungsmittel, Mw- rritiorl sowie sonstiges Kriegsmaterial über derr Atlantischen Ozean schafferr, geleiten zu lasset!.. Es gibt daher mir einen eirizigen gangbaretl Weg, dem Unhell zu entgehen. Jedes in Amerika, England, Frankreich und Italien gebaute Schis' nnöß künftig so gebaut werden, daß es durch, seine eigene Fghrtgeschwmdig^it auch oljnc Geleit sich dem U-Boot ent-
Aus dem hauptausschutz des Reichstags.
Berlin, 27. Aug. (WTB.) Im .Hauptausschuß des Reichstags teilte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vor- itzende Fehrenbach ein Schreiben des Geheimrats Dursberg nit. Darin werrdel sich Duisberg gegen die in der Freitag- itzung ausgestellte Behauptung, als hätte er zur Abberufung Nröners beigetragen; es sei ihm wie in den Sinn gekommen, )en verdienstvollen Leiter des Kriegsamts zu bekämpfen, vielmehr sei er mit diesem gut ausgekommen. Er müsse ent- chieden zurückweisen, daß er hinter dem RüÄn Gröners gegen ihn gearbeitet hätte. — Die Angelegenheit wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegrifsen. — Nach dem Eintritt i-n die Tagesordnung wurden Verwaltungssragen in den besetzten Gebieten beraten. Die Verhandlungen wurden als streng vertraulich erklärt.
Berlin, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Haupt- ausschuß des Reichstags setzte in der Nachmittagssitzung die 'treng vertrauliche Llussprache über die Berwaltungsfragen der besetzten Gebiete, namentlich Polens, fort. Die Redner aller Parteien nahmen das Wort. Von der Regierung griffen wiederholt der Vizekanzler Dr. Helfferich und der Staats- efretär des Auswärtigen in die Erörrerung ein. Weiter- uratung Dienstag vormittag. Außerdem ein Antrag sämtlicher Parteien auf Beseitigung der politischen Zensur und der sozialdemokratische Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes. (Siehe auch 2. Blatt unserer heutigen Nummer.)
Der Siebenerauöschuß.
Berlin, 28. Ang. Der nenernannte Si ebenerausschuH, Ter sich ans je sieben Mitgliedern des Reichstages und dÄ Bnndesrates zasamm-ensetzt, hat nach der „Freist Zig." offiziell den Titel „Sonderansschnß beim Reichskanzl«ff^ erhalten. Der Präsident des Reichstags hat das Recht, an den Berhandlmigen mit beratender Stimme teilznnehntcn.
Dschemal Pascha in Berlin.
Berlin, 27. Mg. (WTB. Nichtrrmtl.) In einenr längerem Arttkel zur Begrüßung Dschemal Paschas in Berlin schreibt dir Nordd. Allg. Ztg. u. a.: Als Gast des Deutschen Kaisers trifft heute abend der türkische Marineminifter mrd OberkonnnondievelÄc, der vierten türkischen Armee (Syrien) Dschemal Pascha, in Berlin ein. In unserem Gaste, den wir von Herzen willkommen heißen, ehen wir die Vereniigung der besten Eigenschaften der jungen Türkei, Energie, Entschlossenheit und Zähigkeit im Durchhalten- Geschick in den schwierigsten Verhältnissen, eine von Herzen kom- mende Toleranz. Dschemal Pascha wird von -dem Deutschen Kaffer im Hauptguarrier empfangen, er wird die rWerftat und Häfen besuch- ttgen, auf Einladung des Herrn von Krupp und Bohlen-Halbach urid diejenigen Werkstätten kennen lernen, in denen immer neue Waffen gegen den geineinsamen Feind geschmiedet werden, utfct einem Wort: Der türkische Riarrnemimster wird alles in Angrn^ chein üehnren, was dem Endzweck seines Besuches dienlich ist. der Reorganisation und dem Ausbau der türkischen Motte. Zur Bewältigung der großen und sästnen Mfgabe des Msbaues der türkis chen Flotte bedarf es vor allem der Gabe der Organisation.' Hierin ist Dschemal Pascha ein unbestrittener Meister. Was Dschemal Pascha in Syrien geleistet hat, kann nicht mit wenigen Zellen gesagt werden. Tausende von Kilometern an Bahn- und Delegvaphenlinien, Straßen und Wegen aller Art wurden gelegt. Hat derart die Türkei in Dschemal Pascha eine ihrer wertvollsten Energien, so hat das deutsch-türkische Bündnis in ihm eirren seiner treuesten Bekenner.
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Berlin, 28. Aug. Reichstagsabg. Dr. Werner hat ffach eigener Mitteilung dem Reichskanzler sechs weitere Anfragen unterbreitet, die sich mit den Drusch Prämien, der Kohlenversorgung, dem Entweichen von Kriegsgefangenen, der Bevorzugung jüdischer Gefangener, der Verschärfung der Zensur urrd einem Kriegswuchergesetz befassen.
Ber'lin, 27. Aug. (WDB.) Der „Reichsanzchger" erct> hält eine Verordnung zur Abänderung der Verordnung über die Verarbeitung von Obst und eine Ausführirngsbefsim- nlung zu der Verordnung über Se-etank und Seegras.
Aus Stadt und Lund.
Gießen, 28. August 1917.
Einweihung eines Kriegsgefangenen - Denkmals aus dem Friedhof.
Sonntag, den 26.!ds. Mts., 91/2 Uhr dorm., wurde auf dem städtischen Friedhof ein Monument eingeweiht welches die Kriegsgefangenen des Lagers Gießen ihren hier verstorbenen Kameraden ivach erfolgter Genehustgung durch die städtffchen und mllitärischen Behörden errichtet haben. Das schlichte Denkmial stellt eine trauernde, vor einew Sarkophag knieende Mauengestalt dar.
Die 'Künstler des Deirkmials sind die Kriegsgefangenen Architekt Depondt und Bildhauer Druavdt.
An der Feier, zu welcher dir Kriegsgefangenen Manzosen, Bel> grer und Engländer des Lagers Mordmrngen von je 15 Mann entsandt l-atten, inahlinien Deutsche Offiziere teil. Die Feier wurde durch StreichmUsrk der Franzosen begleitet. Ein Mllglldd des Denkmaö mrsschusses ^md em Kriegsgefangenen-Geistlicher Kelten kurze M- spvachen.
. Die Feier, von welcher 14e Kriegsgefangenen in ihren Briefen ■ui der Hei mat erzählen werden, kann nur aufklarend.wirken und w!tt dazu bettragen, daß auch Unfern in Feindesland sterbenden Kriegern em chrenvolles Begräbnis zutell wird.
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** ^en-Kon zert. Am Mittwoch nachmittag
4 Uhr ivrrd die Reginrentsinusik des aktivlen Infanterie- Regmumts „Kaiser Wilhelm" (im Felde) mit nachfolgende: Musikfolge in der Süd-Anlage konzertieren Mffiffolge: 1. Deutsche Wacht! Marsch von W. (Ganzer. 2. OinDertüre zur Oper ,-Oberoitt^ von C. M. v. Weber. 3. Melodien a d. Opt^r^ „DamchäuLer" pan R. Wagner. 4. AngeLochte .StALe « .d.


