Ausgabe 
8.8.1917 Erstes Blatt
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Die tage fit Rußland.

Das neue Kabinett KerenSki.

Petersburg. 6.!Aug. (WTB.) Ateldung des Reuterschen »NDMr s: Das Kabinett ist umaebildet worden. Ke- venski der Ministerpräsident. ist zugleich Kriegs- mtb Marine- MMtter. Havinhow i,t Direktor des Kriegsministeriums, Le- vede w Direktor des Atari neniinisteriums, Nekrasow behält das F iuanzpotteseuille als Vizepräsident des Ministerrates bei. Ter eschstschenkow ist Mimster der auswärtigen Angclege-n Heiden.

Petersburg. 7.Mg. (WM. Nichtamtl.) Meldung der Petersburger Telegrvphen-Agentur: Das Ministerium setzt sich svlgeudermaßen zusammen: Ministerpräsident, Kriegs- und M arinemm Über Kerenski. Geschäftsführer im Kriegsministerinm Sawinkow, Geschäftsführer im Marineministerium Lebedew. Fi­nanzen Nekvcpow, der beauftragt ist de» Ministerpräsidenten im Tulle ^ der Abwesacheft zu vertreten, Geschäftsführer im Finanz- nmnsterrum Professor Bernotzki, Inneres Awksentiew. Aeußeres a.Mtchtschenko, Post> Telegraphie Mkrtin, öffentlicher Unter­richt der Akademiker Oldenburg, Justiz ZaroudTty. öffentliche Hilfe­leistung Esvemow, Staatskonttolleur Kokoschin, öffentliche Ar­beiten >Aurenew, Prokurator des Heiligen Spnods Kattaschew.

Strafverfolgungen.

. Amsterdam. 7. Aug. (WTN. Nichtamtlich.) DerTimes" wrrd aus Petersburg vom 5. August berichtet., daß Kerenski bttohlen hat, Protski und Lumarcharski wegen Mit­schuld an den letzten Unruhen zu v-erhaften. Admiral Merderewski, der öor einiger Zeit verhaftet wurde, wird wegen der Veröffentlichung militärischer Geheimnisse verfolgt. General Gurko steht unter der Anklage, mit dem ehemaligen Zaren einen Briestvcchsel unterhalten zu haben.

Bestarabien.

Bern, 7. Aug. lWTB.)Petit Partsien" meldet aus Peters­burg: Angesichts der bevorstehenden .Wnferenz zwischen der vor- Läuffgen Regierung und den ukrainischen Ab>ie ordne reu benachrich­tigte das Komitee Bllsarabiens die vorläufige Regierung, daß, Bessarabien sich> der Einverleibung in die Ukraine Wider setze und die Autonomie verlange.

In der Militärkonferenz in Kiew wurde unter dem iBorsitz Kerenskrs u. a. beschlossen, baß die Truppen sich töten lasten, nicht aber zurückgehen dürfen.

Französische Blätter über die Lage in Rußland

, deutschen Volk zu zeigen, daß es für nichts anderes als die nationale Verteidigung kämpft.

Chinas Kriegserklärung.

n 6. Aug. (Pripattel.) DieAssoeütted

Preß" berrchtet aus Peking: Der Präsident hat Donners­tag den einstimmigen Beschluß des Kabinetts gutgeheißen, Deutschland und Oesterreich-Ungarn den Krieg z>u erklären.

8eekrieg.

Reue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 7. Ang. (WM. Amtlich) Neue U-Boots- Erfolge im englischen Kanal nnd Atlantischen Ozean: 23 500 Brutto-Registertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der bewaffnete eng­lische DampferCity of Morence" (53W Donnen) mit Leder, Kartoffeln und Früchten von Valencia nach London, sowie drei bewaffnete Dampfer, von denen einer aus Sicherung herausgeschossen taurbe. Ein versenkter Vi-ermastjchoner hatte Petroleum von New Aork nach Le Havre geladen.

Der Chef des Adm.ivalstabes der Marine.

Ber u, 7. Mg. (WDB. Nichtamtlich.^ Die Lage in Rußland wird von der französischen Presse mit wachsender Span- wlrng verfolgt. DLan verl)eimlicht sich nich:. daß die in der Nacht­sitzung am^3. August erzielte Einigung nicht das Ende der Krise b^euÄ'.Demps" führt aus, man habe schon oft gesehen, daß in Tfhfö'xnb eine schwere Krise für dar Augenblick beschwichtigt sei, daß sie aber später mit alter Starke wieder ausflammc. Man wlirde Rußland nnd der übrigen Entente keinen Dienst erweisen, wenn inan die Lage nicht betrachten würde, wie sie tatsächlich sei. Eine Natron, die ihre Freiheit nicht disziplinieren könne, gierte der Niederlage entgegen. Die Hervorhebung dresser bitteren! Lehre solle man auch in Frankreich bedenken. Es sei immer traurig, von Bundesgenossen belehrt werden zu müssen.Echo de Pari s" fragt, ob sich die vorläufige Regierrmg von der mrordeutlichen Born rund sttxrft der Volksgenossen und der Armee werde befreien können. Bon der Beantworrbung dieser Frage bange das Schicksal Rußlands ab.L ' H eu re"' erklärt, Kerenski mäste übermenschliche nstreugnugen mache»!, um Rußland zu verteidigen. Augenblick- lich sei vahec die Hauptsache für die westlichen Alliierten, nur E sich selbst zu rechnen. Nur die Westmächte könnten den Sieg erringen.

England und der U-Boot-Krieg.

Bern, 7. Aug. lWTB.)Daily Mail" bemerkt in einem Leitartikel, datz die britische Handelsflotte seit An sang Februar 600 Schiffe verloren habe. Das Blatt erörtert den Bau von neuen Schiffen, die ihrerseits wrederum zu ihrer Zeit versenkt werden. Der einzige W-g, die Tauchboote zu schlagen durch den Bau neuer Schiffe, be­deutet, das; man sich bereit macht, geschlagen zu werden, wäh- rard der Krieg doch nur dadurch gewonnen werden kann» daß man den Feind schlägt. Zwei Jahre versuchten wir es nunnnt der Defensivtakttk gegen die Tauchboote. Diese Tak- ttk rst heute bankerott. Der Kommandeur Bellairs wies neu- Ilch nach, daß sich etwa zehntausend Fahrzeuge der Alliierten gegen eme Anzahl deutscher Tauchboote zu wehren ver- sucyM, die vermutlich zu keiner Zeit 70 bis 80 übersteigt. Das Krwgskabinett und die Nation müssen sich die Frage vorlegen, ob diese Defensivtakttk fortdauern soll, bis sie einen vollständigen Zusammenbruch herbeigeführt hat, oder ob sie emer anderen Platz machen soll, solange es noch Zeit ist.

Die Marincleitrmg Englands.

London, 6. Aug. (WDB.) Die Admiralität "gibt be- rarrnt, daß der König die Wahl des Vizeadmirals Sir Rofechn Wenyß zum zweiten Seelord als Nachfolger des Admirals Srr Cecil Burney, der für eine So über aufgabe Verwendung firrden soll, genehmigt hat.

Lloyd George und die englische Arbeiterschaft.

r er ^Ern, 7. Mg (WTBI Hier eingetrvffene englische Blätter wffen erkenmn. daß die im Ausland verbreiteten Berichte über ore Rede Llohd Georges im Unterhanse am 1. August den folgenden bedenpamen Satz unterdrückter»:

Lassen Sie mich zum Schluß sagen: Ich »nöchte wohl wff^n. ob )Ä)es Mitglied dieses Hauses das Exvlosivmaterial wahrnrmmt, das um uns her ist."

» "Ä.Hört, hört.' ausgenommene Satz leitet den letz-

wn Der! der Rede ein, in dem Lloyd George das .Haus förmlich beichwort, mcht den Rücktritt Hendersons zu verlangen und bezeichnend aus ruft. Wenn wir ansangen, un-z auszulösen nnd emepn wettvollen Kölleben ruich dem andern in die Arme derer wetten, die für pazisisttsche Ziele kämpfen, dann verzweifle ich wirklich an mgerem Siege." Der Grund, warpm Lloyd ffleorge w nachdrücklich daraus besteht, gerade den einflußreichen Arbeiter- Mhver Henderson im Kriegs Kabinett zu behalten, crklätt sich ab- ge'el^en von den Rücksichten auf Rußland, daraus daß der' Ge­nannte Vermittler zwischerr der hrittschen Regierung und dem immer ungebärdiger werdenden A r b e i t e r t u m ist. In einem kürzlich veröffttitlichten Berichte der acht Msschüsse zur Fest- mtimg der (vrimde der Unzusriedeirheit der Arbeiterschaft lieißt es: Me Regierung muß svfvtt nachdrücklich heilende ÜRaßnahmen vrgreiwn. wenn die tvachsenden Gefahren weche dtie für die sieg­reiche Beendigung des .Krieges arbeiteichen Industritti jetzt be^- dtt.,hen, abgewendet werden sollen. Lloyd George dürfte diese .«fahren im Sinne gehabt haben, als er von Explosivmaterial tvrach

Frankreichs Ansprüche auf das linke Rheinuser.

, Verlin, 7..Aug (WTB. Nichtamtl.) Wie aus emem Leit- «ttikel desAvanti vom 5. Mguft hervorgeht, werden die auf- ftl>e nerregenden Enthüllungen des Reichskanzlers Michaelis Ä»er den Geheimverttag Poincarös mit dem Zaren, der , Frankreich Ge b i etsan sprü che a u f da s l i n ke Rhein­ufer zuticherte von der Zensur in den Eiitenteländern unter­drückt. Juex -Avanti" schreibt, er wolle nicht im Hinblick auf das ^nannte Völkerrecht über den französischen Vertrag disku- tteven. kvan dejsen deultche Volksstämme, deren deutsche Ab- svamnruna Niermurd beztveifeln kann, twm iNutterlande losgerissen )«rd«i .ollen, um gegen ihren Willen einen sogenannten Puffen tchat zu mlden, und schließt wörtlich: Wir müssen feststellen daß die Regrerungen der Entewe nicht mir in schttstlccheii Verträgen ißXLoan auch in mündlichen .Kundgebungen über die Kriegsziele der dewlchen ffa&mw glämache ASAeise lieferten, um dem

Am dem Kelche.

Der Reichskanzler.

Berlin, 7. Aug. (WDB.) Das ,,Mlrtärwo-chenb.lattt" meldet folgende Rangerhöhung des Reichskanzlers: Michaelis, Haupttnann der Reserve, zuletzt xm Reserve- Leibgrenadier-RegrmentKönig Friedrich III." (11. Brmr- denburgisches) Nr. 8, ist unter Verleihung des Charakters als Oberstleutnant mit der BerechtiMng zrum Tragen der Uniform des genannten Regiments bei den Offizieren ä la suite angestellt worden.

Berlin, 7. Aug. lWTV.) Der Kaiser empffng heute nachmittag 4Vs Uhr im Schloß Bellevue den Reichskanz­ler und die neu ernannten MitttsLer und Staatssekretäre. - Zur gestrigen Abendtafel beim Kaiserpaar war der Retchskanzler geladen. Der Kaiser hörte heute vormittag den General,tabsvortrag und empfing später den Feldmarschall Erzherzog Friedrich .Der Erzherzog war zur Frühstückstafel geladen, ebenso der österreichisch-undarische Botschuster Prinz HohPrlohe mit Gemahlin.

Der Kanzler und die preußische Wahlrechtsreform.

Berlin, 8. Aug. Die Konserenzen des Reichs­kanzlers mit den Fraktionsführern des Mgeordneten- hauses find lautLoballanz." gestern fortgesetzt worden. Für die sozialdemokrattsche Fraktion würbe der Abgeordnete Hrrsch-Charlottenburg empfangen, mit dem sich der Kanzler des längeren über die Wahlrechtsftage unterhielt. Der Kanzler erklärte, daß er die Vorlage bald ernbringen iverde. Nach dem sozialdenlokratifchen Vertreter wurde ein Mitglied der polnischen Fraktion enipfartgen.

UnterftaatSfekretär v. Stumm über die angebliche Potsdamer Verschwörung.

E>aag, 7. 2lug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Berliner Vertreter des .^Holländisch Nieuwe Bureaus" hatte folgendes Interview mit dem Unterstaatssekretär des arrswärtigen Amts v. Stumm: Ich machte heute dem Unterstaatssekretär im Aus- ^HD'^üen A»M, Herrn v. Stumm, daraus aufnrerksam, daß die ^.imes" leinen Namen in besondere Beziehung zu dem K r o n r a t brmgt, rn dem angeblich am 5. Juli 1914dasUltima- 9.* 11 Serbien festaelegt und der Krieg gegen Rußland befchlojseri worden sein soll. Der Unterstaatssekretär sagte nur: Nach meinvr Rückkehr aus Wien, wohin ich den Reichskanzler be­gleitete, ist mir die betreffende Meldung derTimes" vorgelegt worden, .^a) habe daraus in meinem 'Lagebuch nachgesehen und fest- gestellt daß ich am 10. Juni 1914 Berlin mit Urlmcb verlassen habe und ettt am 12. Juli in Berlin wieder emgetroffen bin. Schon diests Detail zeigt, welcher Wett den phan.tasievollen Er­zählungen desDimes"-Kvrrespondenten beizumessen ist. Als vor einigen Wocheii in dem Hauptausschuß des Reichstags der Ab­geordnete Cohn mit den Behauptung^ hervortoat, die anschei­nend den Mitteilurigen des Gewährsmannes derDimes" in erster Linie zugrunde liegen, wies ich dieselben sofort zurück. Trotz des Demeirtts derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" hält aber dieTimes" an ihren Behauptungen fest und bestreitet die Rich­tigkeit der Erklärimg, daß die deutsche Regierung bei der Massung des, österreichischen Ultimatums an Serbien nicht mitgewirkt habe. Au, Grund meiner genauen Kennttns der Vorgänge vor Ausbruch des Krieges bin ich w der Lage, das Dementt derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" in vollem Umfange zu bestätigen. Die deutsche Regiettmg hat von Anfang an den Standpunkt eingenom­men, daß die Auseinandersetzung rrcit Serbien über die durch den Näord von Serajttoo geschaffene Lage ausschließlich Sache Oester­reich-Ungarns sei. Hätte Rußland denselben -Ä-twippunkt einge­nommen so wäre es nicht zum .Kriege gekommen. Deutschland hat demgemäß auch nicht an die österrefthisch-mraattsche Regrenung das Ansuchen gettchtet, an der Wsafsung des Ulttmatums an Serbien mitbeteiligt zu werden nnd hat darauf keinen Einfluß irgend welcher Att ausgeübt. So steht es mtt den Enthüllungen derTi­mes" über die Potsdamer Verschwörung und ihres früher in Ber­lin tätigen Korrespondenten. Das Blatt NorthclisseS bleibt sich selblt nur treu.

- Misstrauen und der Haß gegen Deutsckstand in der ganzen Welt zu ichiiren, lvar die Mfgabe. die sich schon in den langen dem Kr reg vorausgehenden Friedensjahren dieTimes" und die ihr geptesvcrirandleu englischen Organe gestellt lwtte, die ich Ihnen nicht zu nennen brauche.

König Ferdinand in Friedrrchshafen.

Friedrichshasen, 7. Aug. (WTB.) Nach crmtlick>er Bekarnttmachrrng tteffon morgen Vovmittag König Ferdi­nand von Bulgaren, Kronprinz Boris nnd Prinz Kyrill von Bulgarien zum Besuch d-es württembergischen Königspaares aus Schloß Friedrichs Hafen ein.

dem Kriege in erster Lime dafür sorgen, daß der Geburteirttkckgms, straft nur zum Stillstand kommt, sondettr daß eine Zunahme erntrrtt.

^Grundbedingung für die techmscherr Fortschritte und Leistungen m ^ er _? ö 5rifatioit ist es, daß die Arbeiteffchaft, besonders deren! wertvollster Teil, sich in zufriedenen Verhältinssen befindet. Wenn Uuzmriedenheir hcnrscht, leidet nicht nur die Q.üalität der Arbeit, die Quantität der Produktion, es entsteht auch in den Werkstätten erne Unruhe, die es dem Fabritationsbeamten unmöglich macht, sich frei Fortschttttsarbeit in dem Maße zu widmen, wie es notweifdiK Üt, um me Führung in dem industriellen Wettkampfe zu behalten.

Tre Wohnungsfrage spielt aber im Leben eirres jeden Menschen! bme so außerordentlich wichtige Rolle, daß die Industrie das mrerte Interesse hat, sich dieser Frage anzunehmen ntib dafich zu sorgen, daß wenigstens ein Teil ihrer Arbeiter, besonders der, auf dessen Leptungew sie in erster Linie angewiesen ist, auf diesenr Gebiete eiu zufriedenes Dasein führen kann. Alles was ern gutes Verhältnis zwischen Arbettgeber und Arbeitnehmer fördern Bann, alle3 was dahin führt, daß bei entstehenden Meimrngsverschiederv- herten einer ruhigen, sachlichen Llustragung vor einem unübiev« legwn momentaneil Entschlüsse der Vorzug gegeben wird, ist im Jüteresse beider Teile.

% 1 ? <1 ^r doraus hin, daß der Bau von Angestelltew- Arbetterwohnungen durch die Arbeitgeber voir beiden Seiten! abgelehnt wird, von den Arbeitgebettl iramentlich de^alb, weil ffe daber zu große Mittel >estlegen müssen. Eine geeignete Form meten nach seiner Ansiclü die gemeinnützigen Banges n o ss e n s ch a f t e n und ähnliche Gesellschaftsformen, wvnrit wohl ore ge m ernnützigen Bau- und Siedelungsgescll- "r i'f 11 öcnteiitt sind, welche aus stärkere Beteiligung det dem osfentllchen Recht angehöttgen Kassen rechnen föimtit. Diese ge- mermnnbiQen Unternehmungen seien auch in der Lage, bei Ver- gemmg der Wohnungen sowohl die Interessen der Arbeitgeber als auch meienlgen der Arbeitnehmer zu berücksichtigen, zwischen diesen VUtereisen^ affo vernnttelnd einzuspttngen.

.Die Erhaltung und Förderung der Wehrkraft unseres Volkes' Ichlleßt v. Siemens seine Ausführungen muß imsere vov- nehmste Ausgabe nach dem Kriege sein, und alle Maßnahmen auch bmfichmch des Wvhilungsiveseiis nrüffen biefeit Gesichtspunkt int äuge behalten. Die Jndusttie wird sich dieser großen nationalen! Uusgabe nicht entziehen, sondern wie bisher so auch in verstärktem: Maße snr die Zukunft nntarbeiten, Hand in Hand mit den Behür- den und Pttvaten Organisationen zi,m Wvhle des Gmrzen. vttrr durch harte Arbeit und eiserne Pflichterfüllung wird sich das deut- . fche Volk auch nach ernem siegreichen Kttege seine alte Stellung in dec Welt, seinen alten Wohlstand wiedererttngen können: um so mehr muß ow soziale Wohlfahrt ausgleichend wirken, damit die aufs äußerste angesp:rnnteii Kräfte nicht versagen, damit Licht und Luft gleichmäßig verteilt lverden im großen neuen Wohnhause, dem new befestigten deutschen Vaterland.

Amtliche Personalnachrichten. Der Grohher- zog hat am 4. August den Lehrarntsassessor Ernst Büttner aus Vutzba^ zum Oberlehrer cm der Real- und Landivirtschaftsschule m Groß-U mstadt, und den Lehramtsaffessor Ludw. Pöpperling Els Mainz zum Oberlehrer an deni Realgymnasium Darmstadt mrt Wirkung vom 0. AiuMlst ds. JA. <m ernannt. Der Grvßi- ^ E 14. Juli ds. Js. den Regierungsbaumeister Will). Zwilling zu Osnabrück zum Vorstand eines Werkstättenamts m per Hes> i schs-Preußischeu Eisenbahngemeinschaft vom 1 Ana. ds. Js. an eruanrst.

u ^ b Ob st verkauf. Im Hofe der Obstvetteilungs-

B^v.iidplatz 3, kommen Aepfel in beliebigen Mengen zum und in den Martrlauben auch wieder Himbeeren, das Pfund 40 Ps., chwre anderes Obst.

< euererklürangen. Vbatd}* einer Bekannttnachkung

der Veranlage mg s kornmissw-n^i sind die nach den geietzlichon Bestimmungeii vorgeschriebenen St-euererklättmgcn in den Landgemeinden der Finaiizämter Butzbach, Gießen, Grimberg imd Himgen spätestens bis I. September l. Js., in i Butzbach, Gießen wid Grünberg spätestens bis zuni

1 Oktober l. ^s. emzimeichen. Außer een zur Abgabe von Stemu-- erklarungen Verpflichteten ist jeder Steuerpflichtige berechtigst, dirrch freiwillige Abgabe von Steuererklärungen z!u emer den Wirklichen Eftikominens- und Bermogensverhältnissen elttsprech,enden Bemnlagnng beizutragen. In der jetzigen Zeü, wo rnf-olge des Krieges in sehr vielen Fällen die Einkommens- und Vermögensverhältnisse wesentliche Uendenimgen erfahren haben, empftehlt es sich> dringend, von der Möglichkeit der srerivilligen Steuererklärung in erhöhtem Maße (Gebrauch zu mächeii. Tie hiesige Handwerkerberatüngsstelle steht den gewarbe- treibenden Mitgliedetti des Bezirks v erbandes Gießen der O rtsg ewer be v e rein e sowie deii Handwerker­frauen in den Mittwoch imd Sonntag von 12 Uhr im Gewerbehause (Kirchstvaße 161.) stattftndenden Sprechstunden gerne zur BerffiguNg.

r ^^*^EgewerblicheBetriebsz.ählungam 15. August soll den ^>taiid des deutschen OKwerbes um die Zeit des 15. 2luguft rn, einigen Punkten verglichen mit dem Stand vor .Ktteasausbttich, erfaiieu. Die Zählung! erfolgt durch Zählbogen, welche den Ge- werbetteibenden durch die beauftragten Zahlpersouen zu gestellt werden. Die angeordnete Zählung dient kriegswirlscyaftlichen Zwecken von höchster Wichtigkeit. Es ist daher vaterländische Pflicht, ledes Entgegeiikonrmen- zu zeigen, und vor allem den Zähl^igen: auf das sorgfältigste aus^usilllen. Steuerzwecken biertt die Zählung nicht. Widerwillige und Säumige werden nach §18 des Hilfsdicnst- lwsttzes streng bestraft. Wer den Zähllwgen nicht selbständig aus- zufmlen oennag, ziehe den mit der Zählung in dem bettesfendemt Bezirk Beauftragten zu Rate. Der Zählbo>reii ist bis zum 15. Aug. auszufüllen, da die Abholung bereits am 16. August begrmit. Eine ausführliche Anleitung Mm Ausfflllen des Zählbogens ist im An- zer gen teil unseres heuttgen Mattes veröffentlicht.

Eine Erhö h u n Berliner Satzigwß Händler

Ans Stadt nnd CatiO,

ließen, 8. August 1917.

Die Bedeutung der Wohnungsfrage für die Industrie.

Unter dieser Uebersckwift veröfferttlicht Generaldirektor Karl Fttedttch von Siemens-Berlin in derBauwelt" einen Attikel, m dem er hervorhebt, daß die Jndusttie an einer günstigen Ätt- wrcklung der Wohnungsverhältrrisse ein großes Interesse habe. Aus den sehr interessanten Ausführungen seien hier einige be­sonders tvichtige wiederqegeben:

Der Verfasser schildert die bisherige Tätigkeit der Jndusttie in der Schaffung guter Wohngelegenheit für ihre Arbeiter und An­gestellten. Das Rückgrat jeder aufblühenden mechanischen Jndu- ttte ist die Arbeitersck-aft und ganz besonders die gelernte Ar­beiterschaft. Wir in Deutschland t>aben den großen Votteil, auf dem zum erl)eblichen Tell unsere industriellen Effolge in der Welt ausgebaut sind, daß wir über einen großen, fleißigen und tüchtigen Stamm von Facharbeitern verfügen. Die Industrie bat das aller­größte Interesse daran, daß wir diesen Borsprung behalten, und daß dre Lücken, die der Krieg in die Reihen der Faä>arbeiter gs- schlagen lwt, möglichst bald tvieder ausgchlllt werden. Die Wöh- uungsftttsorge sprelt darin unzweifelhaft netten anderen dringend ooVve»üü«N Maßnabmen eine deüeitteÄde Rollp. Wr uMcu «ach

der Salz preise in St cht! Dis - -ereiniMng teilt folg-endss mit: In­folge der erheblich gestiegenen Kosten für Kohlen, Löhne usw.. chwie die ani 1. Atvgust in Kraft tretende Kohlensteuier von 10 v. H. imd die Frachterbölpmg von 7 v. H. haben sich die Salinen gttwtigi gesehen, mit Gelttmg vom 1. dtugust ds. Jls. ihre Preise zu erhöhttu Demzufolge rvird auch die Berliner Satzgroßhändler-Vereinig.m.-, die Salzpreise entsprechend in die Höhe setzen müssen. Damit keine unvern.il nftige ^alzhamsterei eilffetzt, sel niitgetM, daß die Erlsti- tzmrg des Salzpreises durchaus Leine Saltzknappheit bedeutet.

. ** Der Städt. Arbeitsnachweis besindet sich jetzt Mst-Anlage 31. Mit dein Arbeitsuachioeis ist der Wohnmigsnach- >Wis verbunden. Die Hilfsdienstmeldestelle Gießen befindet sich jetzt West-Anlage 31, Siehe Bekanntmachung.

** Land sturm rolle. Die im Juli 1900 geborenen Land- sturmpflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am '15. August d. Js. vottu. von 8 bis 12 und nachm,, von 2 bis 6 Uhr im alttu Rathaus am dRarktPlatz 'zur Landsttirmrolle melden. Siehe Be- La'nntmachupg.

Im Cafö Amend findet heute abend Kvnzett statt.

** Das Kreisblatt Nr. 135 enthält Bekalmtmachungcn über Arbeitsnachweise Berkchr mit Obst, Kohlen für Rustinlgs- indlustrie, Kohlen, Milzbrand in Queckborn, Verordnung über den Verkehr mit Leim und Biltterversvrlkimg der Nsthtselbstversorger.

Landkreis Gießen.

-s- Be r s r o d , 7. Aug. Muskstte.r ükmcl Ge r ha rd, in ein«n! Jinfaitterie-Regrmttrt im Westcur, erhrelt das Efferlie Kranz Hefter Klasse. Gefreiter Ludwig Hainbach nnrrbe »mit Ibtteroffftzier de- fördett. Aus unseren Trifden komNven jetzt die Ehamvig- nons, in den Wälde m Pftfferlinge ' Ewrschwänrme> irud Stein. Pilze zrnn Vorschein. Etwas später folgen .Krauser Ziehbart inid Rover Hirschschtvamw. Einige Dorffamtlieu habon die Scheu lwr Pilzen übeiwuirdeu und genießen sie knöicqueCSfecu" als ferne Zu­gabe. liniere russischen Holzfäller ftrCcEcu iljrc Kost täglich imt Pil­zen, dabei Arten olme Nachteile verzehrend, die uns dirrcliaus nicht als einwandfrei gelten. Damit findet sich bestätigt, nxil mündlich, Ueberli-tterung versichert, daß die Russen 18L3 "'zJ

Schaden verzchvt haben.