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2.8.1917 Erstes Blatt
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Donnk?hfiÖ ven tarnen der Kanonade von Balmy von den Tafeln der Geschichte gelöscht hat, um ihn durch das \m* erhörte Menschheitserlebnis der Kanonade von Flandern zu er­setzen.

,Ms die seit vielen Monaten westlich der Vier aufgeftap-elten Granatenmillionen aus aller Welt nicht vermochten, die deutschen Rohre zum Schweigen zu bringen und die in treuer Heimarbeit geschaffenen deutschen Munitionsmengen, zu erschöpfen, begannen die Engländer gestern 'früh um 1 ..7 Uhr den wiederholt verschobenen! Infanterieangriss. In 25 Kilometer Breite brachen die tiefgestaffel­ten Massen, von zahlreichen Tanks begleitet, vor, bereit, jedes an dem zähen deutschen Widerstande abgekämpfte Regiment so­fort durch ein frisches, aus den unabsehbar ticfgcgliederten Re­serven zu ersetzen. Die bisherigen Masseno ffeusiven dieses Krieges schienen zu lehren, daß ein zu geniigend blutigen Opfern bereiter überlegener Feind örtliche Vorteile mit der Gesetzmäßigkeit eines Elementarereignisses im ersten Ansturm erzwingen müsse. Der Verlaus des ersten beißen Kampftages hat nicht einmal diese Hoffnung der Engländer erfüllt und bildet so eine glückliche Vor­bedeutung für die kommenden schweren Entscheidungstage.

W. Scheuer m min, Kriegsberichterstatter.

Englischer Heeresbericht

vom l. August.

- Tie Operationen der verbündeten Truppe n , die am Morgen des 31. Juli in der Gegend von Vpern begonnen hatten, dauerten trotz des schlechten Wetters Mit Erfolg währeird des Tages gut. Wir drangen tn die feindlichen Stellungen ein und schoben un­sere Linien auf einer Front von 2 4K: lowetcrn vor z-püschen B a s se - Vil l. e an der Lys ,und Steen st raete gn der Mer. Diese beiden Ortschaften befinden sich gegemoärtig in dell Händen der Alliierten. Zw äußerst am! 'linken Flügel operierten die franzö­sischen Truppen in Verbindung mit den englischen. Streitkräften und deckten ilyrert linken Flügel. Sie bemiächftgten sich des Dorfes Steenstratte und drangen rasch in die deutschen Berteidigungs-- anlagcn^ bis in einer Tiefe von bis 3 Mlonwter ein. Da ihre für diesen Tag gesteckten Ziele frühzeitig erreicht worden waren, trugen sie den Angriff mit großer Tapferkeit noch weiter vor, nahmen B i x sch o o t c und die deutsären Stellungen südlich und östlich dieser Orte aut einer Front von ungefähr 4 Kilometer und umzingelten C a b a r e t - K a rt e k c>e r t. Wälrrend des Nachmittags wurden! Gegenangriffe al>gewiesen. Ihn Zentrum und am linken Flügel irnsrresAngttftszentrums drangen brittsck-e Divisionen bis auf mehr als '3 Kilometer- Tiefe in die feindlichen Stellungen und bemäch­tigten sich der Uebergängc über den Liebeck. Dies bildete unsere letzten gesteckten Zickle. Während des Angriffs entrissen unsere Trup­pen dem Feinde mächtig verschanzte Vetteidigungs an lagen und na le­rnen die Dörfer Verlorszbroek, Frenzeberg, St. Fullen und Pilcken, sowie eine große Anzahl von btehöften, stark verteidigten Gehölzen und verschanzten Ortschaften im Sturm. Weiter südlich auf dem rechten Flügel unseres Angriffs Zentrums bahnten sich unsere Trup­pen,, nachdem sie alle ihnen gesteckten ersten Angriffsziele, die das Dorf Hoove und das Sanctncrri-Gehöft umfaßten, erreicht hatten, trotz des hartnäckigen Widerstandes des Feindes einen Weg durch die an Geländesckmücrigleiten reiche Gegend, die an die Straße Ipern Meckin anstößt und nahmen das Dorf Westheek. In dieser Gegend spielte sich wMrenkv des glanzen Tages ein heftiger Kampf ab, der noch bis zur gegenwärtigen Stunde andauert. Wir drangen bis aus ntehr ale 1.500 Meter Tiefe in die Verteidigungsaulagen des Fein­des. 'Zahlreiche u n d m ä ch ti ge Gegenangriffe wurden abgewitten

Zu -äußerit am rechten Flügel südlich der Straße von Zillebeekc nach Scmdrooordr wurden alle unsere Ziele sofort in der Morgen­frühe erreicht. Wir bemächtigten uns der Dörfer Basse-Bille und Hvllebete Der Feind erlitt schwere Verluste und ließ Gefangene in unteren .Händen zurück. Ihre bis jetzt bekannte Zahl beläuft sich aus 3500, doch war es bis jetzt nicht möglich, tmserc Beute genau ckb-zirschätzen.

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Russischer Bericht

von: 30. Juli.

Westfront: In der Gegend von. Zborvw Geschützfeuer. Der Feurd beschoß die Stadt. Südllch von Husiathn versuchte feind­liche Infanterie den Fluß Zbrucz .zu überschreiten, wurde aber zu- riukgeschlggen. Am Dnjestr griff der Feind unseren Brückenkopf bei Zaleszezyki an. In der Gegend von Zeimatsckre, Msielin und Sretzeft gelang es dem Feinde nach einer Reihe von hartnäckige^ Kämpfen, uns allmählich z u r ü ck z u d r ä n g e n. In den K a r- p a t h c n östlich von Tvmnatik und Kapul z,o ge n sich unsere T r u v P e n unter dem Druck des Feindes auf Sziboth und K a m e r o l Moldawi zurück. Auf der übrigen Front Gewehr­feuer.

Rumänische Front: Am 28. Juli machte der Feind mmge Angriffe in der Gegend nördlich der Straße Kakobeny Kimpolung, die während des Tages abgewiesen wurden, bei Nacht aber Eräugte der Gegner nnsere Truppen aus die Höhen östlich von Funduli Moldawi zurück. Diese Angriffe wurden in gleicher Weise auf beiden Seiten der Eisenbahn Focsani Ajomd zurück­geschlagen.

Kan kasusfront: Die Lage ist unverändert.

In der O stsee überflog am 27. Juli ein feindlicher Zeppelin die Insel Aaland und warf 20 schwere Bomben auf den Flecken Tvruby bei Mariehamm ob. Der Zeppelin wurde durch unsere Ab­wehrgeschütze mrd Küstenbatterten beschossen. Am Rigaischen Meer­busen führten feindliche Seeflua zeuge Streifen aus in der Gegend der Insel Oesel und Arensburg. Durch die Flotte und Küstenbatterien beschossen, verschwanden die Flugzeuge, nachdem sic ergebnislos bis zu 20 Bomben abgeworfen batten.' An derselben stelle griff ein Geschwader feindlicher Flugzeuge mnen unserer Torpedobootszerstörer all und warf ohne Erfolg 8 Bomben ab

Flugwesen: Unser Gewehrfeuer brachte ein feindliches' Flug- ^ug zum Absturz, das brennend westlich von Slokuthomee westlich Zboraj yn Boden fiel.

Ribots Antwort.

Basel, 1. Aug. (Privattet.) Der französische Minister- vräsldent R:bo1 ergriff zu Beginn der gestrigen Kanrmer- sitzung das Wort, um auf die Erklärungen des deutschen Reichskanzlers zu antworten. Ei' verlas folgende in beit Schweizer Zeitungen vorliegende Erklärung:

Der deuffche Reichs'kanzler hat sich gestattet, die französische Regierung öffentlich zur Rede zu skelleu, ob in der gelwimen Sitzung vom 1. Juni d. IS. der Kämmer Kenntnis gegeben wurde von eurem Geheimvertrag, der am Vorabend der russischen Revolution abgeschlossen rvurde und auf Grund dessen der Zar sich angeblich verpflichtet haben soll, unsere Ansprüche links des Rheins zu unterstützen. Die Darstellung des Reichskanzlers ent­hält grobe Ungenauigkeitcn und wirkliche Lügen, besonders was die Rolle betrifft, die er den: Präsidenten der Republik zuschreibt, namentlich, daß derselbe Befehl gegeben habe, unter Umgehung von Herrn Brnrnd den Vertrag zu unterschreiben. Die Kammer, eben >o wie der ?enat, wissen, wie die Dinge verlaufen sind. Herr Doumergne hatte infolge einer Unterredung mit dem Zaren von Briand die Ernrächtiqung verlangt mtd erhalten, dahingehend, das Versprechen aus Unterstützung unserer Forderung bezüglich (Asaß-Lothringens, das uns gewalllam entrissen wurde, zur Kennt :lls zu nehmen. Fcnmr enthiell das Versprechen des Zaren die Zrosrcherung, daß wir freie Hand hätten in der Aufstel- llmg von «Garantien gegen einen,reuen Uebersall, nicht indem wir 'Är Frankreich Gebiete auf dem linken Ufer des Rheins annektier­ten. sonder?: indem mir, wenn nötig, ans diesem Gebiete einen selbständigen Staat machen würden, der uns tme Belgien gegen eine Invasion von diesseits des Rheins sicher­te! len würde. Dir l-aben niemals daran gedacht, das zu tun, was BisMM-ä ,m Jahre 1871 tat. Wir haben das Recht, den Erklä­rungen de-r Kanzlers, der auch die im Februar 1917 gewechselten Brvle kennt, und der ,'ich gestattett hat, deren Sinn zu fälsck)e.u, itric tees ,'nn berühmtester Vorgänger mit der Depesche von Ems getan har, ein Dementi entgegenMitetzerr. Am Tage, wo die russische Re­

gierung der Beröffacklichmrg dieser Briese züfttmmen wird, wer­den wir dagegen keine Einwendung erheben.

Der Kanzler hütet sich wohl, über die Erklärung zu sprechen, die ich am 21. Mär^ abgab und wo ich im Ncmren Frankreichs jede Eroberungspolitik und Annexion MttMvies. Er hat ebenfalls Mit Llbsich-t die Rede nicht erwähnt, die ich am 22. Mai in der Kammer lftelt und wo ich mitteilte, daß wir bereit seien, mit der russischen Regierimg über die Kriegsziele in Verhandlungen einzu- tteten und daß niir gerade einen Frieden wollen, der begründet ist >anf dem Rechte, zu leben und sich friedlich za: entwickeln. Schließ­lich hat der Reichskanzler auch die einstimmig auf den am 1. imd 5. Juni abgehaltenen Geheimsitzimgen beschlossene Tagesordnung Mit Stillscknveigen übergangeu. In Unterstützirng dieser Tages­ordnung sagte ich damals: Wir verfolgen keine Polillk der Erobe-- rung und der llnterdrückung. Das ist keine französische Politik, das ist die Politik, unter deren beständigen Angriffen wir gelitten laben. Unter dem Druck einer derarllgen Politik haben wir 45 Jahre geseufzt und die Zievanche, die'wir heute erstreben, ist keine Revanche, die mi\ Unterdrückum: ausgeht, sie besteht darin, im Völkerrcclft die Gedanken des Rechtes, der Freiheit mrd des Gleich­gewichts, die Frankreich vertritt, zuM Ausdruck zu bringen. Wir lassen uns nicht täuschen durch Foriuetn, deren Erfinder sich ver­stecken. Wir kennen sehr wohl ihre Wsichten. Sie möchten die Demokratie irre führen, sie möchten sie glauben machen, daß Nur Leute seien, die auf Eroberungen ausgehen. Rein, nur suchen die Gerechtigkei t und !das Recht. Wir w ollm nurjeneProvinzen wieder haben, die niemals aufhören, ftanzösisch zu fein. Sie waren es schon durch ihren Willen, denn sie haben sich Frankreich in: Verlaufe der großen Revolution von 1790 zu eigen gegeben. Sie haben das Leben Frankreichs mitgelebt und ihn: Zugehörigkeit geschworen. Als man sie uns entriß, haben sie empfunden, daß ihrem. Rcnttcrlande Frankreich etwas fehlt. Sie m'ü s s-e n a n Frank­reich zurückkommen, Iveil sie ihm gehören, weil sie nicht jenen an gehören, die es genommen nicht durch Unterredung und Ueberzeugmrg, wie mir es getan hattun, sottdern durch die (Gewalt, das Recht ipes Krieges, das wir verabscheuen. Derarttge gewattsame Annexionen wollen nur nicht, wir wollen nur, daß mm: :ms 1 nieder l?erausgibt. ivas ims gehört.

Ribot verliest sodann die Tagesordnung der Kam in er vom 5. Juni und fährt fort: Run -wazp' Man es vor der !?fMt zu be­tau pten, wir wollten Annexionen. Das ist ein zu grobes Manöver, als daß dadurch irgend jemand getäuscht werden köimte und be­sonders die demokrallschen Massen des russischen Volkes, die man von 'der: Verbündeten zu trennen sucht, indem man sie über die wirk­lichen GesiiKe bei: ftauzösisclfkn Demokratie tauscht. Was will dm Kanzler? Er sucht die Verlegenhllt zu verbergen, die ihm die Definition der Kriegsziele Deutschlands und die ÄirfftellM'g der FricdenZbedingnngen Deutschlands verursacht. Er sucht besonders die 'Aufmerksamkeit von der ftcrchterlichen Verantwortung abzu­wälzen, die auf dem Gewftssen des deutschen Kaisers und seiner sstatgeber lastet. .Am Tage nach der..Verössenttichnng der Entschei­dungen, die am 5. Jüli 1914 in einem Kriegsrat in Potsdam ge­troffen wurden, versucht der Kanzler diese Ablenkung. Es liegt eine gewisse Unverschämtheit darin, von nns über unsere Absichten Rechenschaft zu verlangen, ivenn män mit einer solchen Verantwortung belastet ist. Wir wenden uns auch incht an Deutsch­land, sondern an diejenigen, die als Zeugen oder Mitwirkende in: Kanrpfe, den wir seit drei Jahren führen, wissen, was an.f 'dem Grrinde der Seele des französischen Volkes ruht: Tiefe Zuneigung zu den: Grundsätze der Gerechtigkeit, Hochachtung vor dein Völ­kerrechte, und ich kann es sagen auch auf die Gefahr hin, von un­seren Feinden nicht verstände:: zu werden, wirkliche Großmut.

Die Rede Ribots^ wurde wiederholt von Beifallsrufen unter­brochen. Eine Debatte schloß sich nickst an.

Die Borbercitnngen znr Stockholmer Konferenz.

Paris, 1. Ana. (WTB, Meldung der dlgenoc Havas. Der Unte-ransschuft, der den Tag und die Tagesord­nung der Stockholm er Konferenz festz>usetzen hat, hat gestern zwei Sitzimgeu ab gehalten und der Bollver- sanrmlung der russischen, englischen imd französischen So­zialisten eine Errtschließnng unterbreitet. Es kam zu einer larrgen Erörterung. Die euglischeu Vertreter p ro­te stierten gegen die Forderung der Vertreter des rnffi- schen Arbeiter- imd Soldatenrades, daft die in den Konfe­renzen getroffenen Entscheidungen obligatorischen Charakter haben sollten. Die englischen Vertreter ver­langten, daß sie nicht den Charakter des Zwanges haben dürften, sobald sie nicht einstimmig gefaßt würden. Schließ­lich wurde der von Renan de l ansgearbeitete Text angenom­men. Zu der von den: russischen Arbeiter- und Soldatenrat vorgeschlagenen Tagesordnung (1. Weltkrieg und Inter­nationale, 2. Nftedensprogramn: und Internationale,

3. Mittel und Wege, um das Programm zn verwirklichen und schnell den Krieg zu beenden) erklärten Albert Thomas nnd Renandel mit Nachdruck, daß die Probleme der Ber- a n t Wörtlichkeiten anf der rnternalionaten Konferenz aufgeworfen werden soMen. Goldenberg antwortete, der erste Paragraph der Tagesordnung,Weltkrieg und Inter­nationale", gestatte in misreichendem Maße Stellungnahme zu diesem Probleme. Die Frage wurde als durch die Er­klärungen gelöst betrachtet.

Paris, 1. Ang. (WTB. Nichtamtlich.) Mcstdung der Agenze Havas. Die gegen Ende der Sozial:stenkonserenz bekanntgegebenen Entschließungen sind vm: dem dauernden Verwaltungsausschuß mW den russischen und englischen Vertretern zur inlernattonalcn Kon­ferenz angenommen worden. Sie lauten:

Tie gegenwärtige Konferenz spricht ihre Zustimmung zu der von dem holländisch-ftaNdinavischen Ausschuß nnterstützteu An­regung des russischen Arbeiter- nnd Soldatenrates ans, die zu einer gemeinsamen Ausfordermig der beiden Organisationen zur Zn- amme:iberufung des Proletariats, der Völler zu einer intematio- nalen sozialisllschen Arbeiterkonferenz führte. T-rs ans der russischen Vertretung und des holländisch-skandinavisckstu Ansschuß mit tech­nischer Unterstützung des Sekretariats des internationalen sozia­listischen Bureaus zusammengesetzte Organisallousbureau ist allein mit den: Verkehr mit den nationalen Sekllonen hinsichtlich der Konferenz beaufttagt. Mle angeschlossenen Berbckiwe der 'Inter­nationale rverden aufgefordert, an dieser Könferenz teckzunehmen. Falls sich diese Vc'rbäiwe seit Kriegsansbrnch geteilt haben, sollen sowohl die Minderheiten luic die Mehrheiten aufgefordert iverden. Ueüerall wo die Minderheiten sich in genaue mtterschicwene Parteien oder syndikcckisttsche Verbände gruppiert haben, die nicht den: internationale:l Bureau angeschlossen sind, sondern dem inter­nationalen syndikalistischen Birrean, sollen sie eingeladen werden, sofern sie nicht schon durch andere, dem iitternattonalen sozialisti- 'chen Bureaus anaeschlossenen Verbände vertritten werden Tic Ernladungen an jede Fraktion oder nationale Sektion sollen von dem vermittelnden Organisationsbureau m: die nationalen Sek­ttonen der Internationale ergehen. Jeder Einspruch gegen die Zeschlüssc dieser Sektionen wird von jeder nationalen Sektton! des von der gegenwärttgen Kvnferen^ gewälstten Burcans gebracht werden. Jede nationale Sektion wird dabei durch zwei Mgeordnete der Mehrl^eit und Mftckwrheit vertrete:: sein. Da das Schicksal des Vorgehens der Internatümale von der Llufrichttgkeit abhängt, mit der die getroffenen Entschlüsse befolgt werden, so verpflichten ich die an der Konferenz tecknehnrenden imtionalen Sektionen, obatd die allgemeinen Entschließungen formuliert fein werden, itterlich vor der verenttgten JNternattonale zu bekenne::, wie ftej diese Beschlüsse ausznführerr gedenken. Die gegemvättttge Ver­sammlung ersucht die Veraustaller dieser Koirferenz, diese vom 9. bis 16. August in Stockholm statt finden zu las­en. Falles irgend eine praktsschc Schwierigkeit oorliegt, so werden >ie Veranstalter gebeten, die KPuserenz um die angegebene Zeit in Kristiania oder aickierswo Eeinzuberufen.

Ter dauernde VerwaltungsarlSschuß der russischen und enghi^schen Vertreter beschloß auf den Vorschlag der eng­lischen Vertteter eine Konferenz der Miierten unter sich abzu­halten. Diese Konferenz ist auf den 28. und 29. August festgesetzt worden. Die KvnjerrwK endete mit einer Erklärung Goti^nb.v gs

daß der russische Arbeiter- und Soldatenrat beschlossen habe, dte

russische Sozialisten sollen an der Käufer ehr; der alliierten Sozia­listen in London imr zur Information teilnehmen.

Der Reichskanzler in Wien.

W i e n, 1. Aug. (WTB.)^ Reichskanzler Dr. Michaelis traf um 8 Uhr 32 Msm, in Begleitmrg des Unterstaatssekretärs von Stutnm Und des Legationssekretärs vmr Prittwitz ein. Er wurde an: Bal-nhof von dem Botschafter Grafe:: Wedel, dem Legattonssekretär Grafen Alterskirchen in Vertretung des Ministeriums des 'Aeußen: empfangen. Ten Botschafter und Legattonssekretär begrüßte der Reichskanzler in herzlichster Weise, worauf der Botschafter auch die Herrer: von Stumm und Prittwitz willkommen hieß. offenen Autos ftihren der Reichsläuzler und der Boffchaster sowie die .Be­gleitung des Reichslianzlers nach der deutschen Bottchaft.

Wien, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener Corr.-Bur. Der Reichskanzler Dr. Michaelis hat den heutigen Vormittag mit B e sp r cchst u g^e n mit dem Minister des Aeußern Grafen Czernin zugebracht, welche am Nachmittag fortgesetzt wurden und bis in'die Abend­stunden dauerten. Au diesen Besprechungen nahm auch der deutsche Botschafter in Wien, Graf Wedel, der Unter­staatssekretär des Auswärtigen von Stumm und der öster­reichisch-ungarische Botschafter in Berlin Prin^ Hohen­lohe teil. Daß Dr. Michaelis :md Graf Czernin in den grundlegenden politisck^en Fragen eines Sinnes sind, erhellt aus ihren sich grundsätzlich deckenden Reden, welche sic am 28. vorigen Monats unabhängig voneinander vor Pressever­tretern gehalten haben. Mit Rücksicht hierauf konnte Dr. Michaelis feine Anwesenheit in Wie:: dazu benutzen, um sich über die Gesamtheit der sonstigen politischen und wirtschaft­lichen Fragen im einzelnen zu unterrichten, welche rm Ver­hältnis zwischen Deutschland nnd Oesterreich-Ungarn wäh­rend des gegenwärtigen Krieges bestehen. Die Unterredun­gen der beiden Leiter der auswärtigen Politik der verbün­deten Mittelmächte haben auch auf diesem Gebiet zur er­neuten Festlegung der gemeinsam zu verfol­genden Richtlinie geführt.

Seekrieg.

Tie Wirkung des U-Boot-Krieges.

Kopenhagen, 31. Juli. <W. T. B. Nichtemckich.) Der kürzlich veröffenllichte Geschäftsbericht der Britischen Gesellschaft zur Unterstützung schiffbrüchiger Schiffer und Seeleute läßt die Emwirluug des deutschen U-Bootkrieges aus die brittsche Schiss, fahrt deutlich erkennen. Die genannte Gesellschaft zahlte 1916 ai: 16,669 hilfsbedürftige Seeleute, sowie deren Witweu mrd Waisen Unterstützungen im Gesamtbeträge von über 36,000 Pfund. Die britische Admiralität, Reeder und freiwillige Spender, danmter auch König Georgs der Schirmherr dieser Gesellschaft, beteckigten stch mir namhaften Beträgen. Die Gesellschaft Nttttde jedoch durch die beispiellosen Verluste dieses Jahres schiver in Mitleidenschaft gezogen. In den erste:: sechs Monaten 1917 betrug die Zahl der Unterslützungsbedürsttgen bereits 15,752 Schiffbrüchige, abgesehen von der großen Zahl von Angehörigen. Die Ausgaben bezifferten sich in diesem halben Jahre anf 42.582 Pfund. Infolgedessen verwandelte sich, das Bankguthaben der Gesellschaft in eine Schuld von über 15,000 Pfund.

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Madrid, 1. August. (Havas.) Der Mnisterpräsident teilte mit, daß ein deutsches U-Boot bei Coruna vor Anker gegangen sei. Es sei nach el Ferrol gebracht worden. Die Regierung werde aufs genaueste die jüngsten Anordnungen über Internierung von Unterseebooten der Krieg führen den. die in spanische Häfen einlaufen, befolgen.

Aus dem Reiche.

Hmdeichurg an die Ostpreußen.

Königsberg, 1. Aug. (WTB. Nichtamtliche) Dem stellvertretenden kommandierenden General der Kavallerie Freiherr v. Hollen ging aus dem Großen Hauptquartier das nachstehende Handschreiben zu:

Der erste Schriftführer der'Spende für deutsche Sol- . daten- und Marine-Heime" berichtet mir, daß Ostpreuftem beinahe ein Zehntel des Gesamtertrages zugunsten des Opfertages für die deutschen Soldaten- und Mariueheirne, nämlich 400000 Ml., aufgebracht hat. Diese außerordeitt-- lich hohe Spende der durch die Kriegsschädeu hartoetrosfö­nen Provinz ist besonders erfteulich nnd verdient höchste Anerlennung. Dank allen Ostpreußen, die in so opferwilliger Wesse für die Spende arbeiteten und gaben.

v. Htndenburg, Generalfeldmarschall."

Teuerungszulagen.

Berlin, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich) Teuerungs­zulagen ftir Reichs- und Staatsbeamte. Zwischen den Finauzv erw altungeu des Reiches nnd Preußens schweben feit einiger Zeit Verhandlungen wegen Erhöhung d*er seit dem 1. April 1917 gezahlten Deuerungs-» z u l a g e n für Beamte. Die Verhandlungen stehen jetzt dicht vor dem Abschluß. Cs darf erwartet wei'deu, daß die Erhöhung noch im laufenden Vierteljahr in Wirksamkeit tritt.

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Danzig, 31. Juli. -W. B.) Heute trat unter dem Vorsitz des Oberbnrgermeifters ^ck'o-ltz eine Bersammllmg zur Gründung eines Weich feiscküffahrtsVereins Zusammen. Mn den Kaiser und die Generalseldmorschälle v. Hmdenburg und von Mackensen wurden Begrü ß:mgstelegramnre gesandt. Kchch den Ausführungen des Ge- Hennen Baurats Professor Ehlers-Danzig soll n. a durch, einen Donau -- Oder-Kanal Wien mit Danzig m Verbindung gebracht werden. Danzig wird dann für Wien der nächste mit 600-Donnon- Kähnen erreichbare Seehafen sein. Oberpräsident v. Iagpir reckte nick, daß er für BeremMvecke 30 000 Matt bereitzustellen in bec Luge st:. Die Gründung des Vereins wurde darauf vttlwgen

Aus Stabt und Land.

Gießen, 2. August 1917.

Fort mit den Ohrringen!

Zur Stärkung der finanziellen und wirtschaftlick>en Rüstunc verlangt das Vaterland von uns das Gold in jeder Form Ev- frcuticherttveise wnrd jetzt den Oßrldankaufsstellen auch Goldschmuck ch stärterenl Mätze angeführt. Bei dieser Gelegenheit sei die schon oft gehörte M almieng , Fort mit den Ohrringen!" w:ed<nholt, den,- letzt bietet ,:ch (Gelegenheit, diesen inehr als überflüssigen SchnMck gegen den auch lwm Kultutttmidpimtt schwere Bedenken gelteift gemacht werden, ehnmvvll auf form Altar des Vaterlandes zu opfern. Und Wffeittsich für immer. Dem, dieser Schmiuk, zu dei'ser Mibrmgieng das Ohrläppchen dnrchbohtt werden muß ist ein Urberbteibsel aus grauer Vorzeit, er eittnnert an 5tewohnheiteii wilder Bol terschäften, die bei der Verwendimq vvn Schmucksacher Mar iljren Lech zu ücninflfalteii lieben. Die Nasenringe, die m rrenfocn Fußjrmg e und Fuß ketten, gegen die die Prophe ten des Mten Testameirtes eiferten, sind im zivüierten Europa zwar veo schwunden, aber der Ohrring ist nock: geblieben. Mmdings .ftbi es beilMu viele deussche Frauen, die diesen lralblxnttiattsclnn. nvW ?a- l^rnnitaltendrnSchimick" verschnMM. aber viele trigc, chn »o» MS alt« «»NwWhnt. Jetzt ist es an in Jett Wrrmil oottrtjtobtö «äiaäuraeii. Der Kultur ist damit ebenso >nLi.-n, der RerchSbank Wem, man bedenkt, da» das demwe Rellt» runt 3r> MMwnen werblmher Wesen Mst, «ne berat manche «ich