Nr. ,l, Zweit« Matt
Erscheint täglich mit Ausnahme d«^ Sonntags.
Beilagen: ..«ieftener Zamilienblättett' und „Kreisblatt für den Urei; Gießen".
Voftfcheittonlo: 5ra«ffurt am Main Nr. U686. Vanfvertehr: Gewerbedank Gießen.
fbr. Jahrgang
Miger
General-Anzeiger für Sberhejfen
Menrlag, 2i. Zull M?
GieKener
ZwtllingSrunddruck und Verlag:
Br ühl'sche UnwersitätS-Buch-u-Steindrueterei.
R. Lange, Gießen.
Zchriflleilung, Geschäftsstelle und vrueteret:
Schulstraße?. Geschäftsstelle u.Verlag: ^«Kl.
Schristleitung: ^ 112.
Anschrist für Drahtnachrichten: AnzetgerGiahen.
Aur bm Reiche.
Der Reichskanzler und das Ernährungsamt.
Berlin, 21. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich der Ernennung von Exzellenz Michaelis zum Reichskanzler bat zwischen dein Bsvrstand d e s KIriegsernährungs amts und dem Herrn Reichskanzler u<ichftcI)cnbc v'j Depef ch emvechsel stattge- ftrttden.
Reichskanzler Dr. Michaelis.
Der heute versammelte Vorstand des Kriegsern.ähru ngsa m ts gedenkt in Dankbarkeit der Mitarbeit Seiner Exzellenz als seines Mitgliedes: er versichert, nach wie vor seine ganze Kraft einzusetzen, um dein deutschen Volke trotz oller Schnfterigkeiten die Er- 'luihrung zat sichern. Erwünscht Eurer Exzellenz ebrerbietiast und von ganzem Herzen Segen und besten Erfolg Ihrem Wirken für eine glückliche Zukunft unseres deutschen Vaterlandes.
v. Batockch v. Braun, v. Falkenhausen. Dr. Krieger, Manassc, Dr. MÄller, v. Oven, Dr.-Jng. Hensch>, Sacnger, Graf Schulenburg, Stegerwald.
Vorsitzender des Vorstände-.' des KncgSernährungSamts Exzellenz von Batocki.
Dem Vorstand danke iriv bestens für das treue Gedenken und die npir dargebwachten freundlichen Wünsche. Die erneute Bereit- stÄlchig seiner bewährten Arbeitskraft, deren Wert für die glückliche Lösung des MriegsernährungSproblems ich voll erkannt Itzibe, war mir beim Antritt meines neuen Amtes eine ganz besondere Geirugtuaurg. Michaelis.
Berlin, 21. Juli. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht AnsführungSbcftimmu 11 ge > t über den Verkehr mit Lei.in.
Saatgetreide. — Gerste und Hafer der Selbstversorger.
Berlin, 21. Juli. (WTB. Amtlich.- Der Bundesrat bat in Gemäßheit der Reichsgetreideorduung Festsetzungen gctrvffern über die für S a n t z!v e ck e f r e i g c g e b e n e il ' - etreidem engen. Diese bleiben aegenübe, dein Bor- i>ihr unverändert. Die Landes- und Zentralbehörden find > lc bisher berechtigt, ivenn es die Verhältnisse erfordern, mt Eirwernehmem mit der Reichsgetreidestelle eine Er- 'öhrrn.g der für das .Hektar ireigegebcnen AnSsaatrnengen liltreten zu lassen. Gleichzeitig hat der 'Bnndesrat über die den Selbstversorgern sur Ernähruitgszwecke frei- 'egebenen Gjerste-und Hafermengen und zwar vorläufig für nie Zeit bis zum 30. September 1917 die Bestimmung ge- i rossen. Während im vorigen Jahre ein beliebiger Teil der den Erzeugern fvetgegebenen -ft) Prozent Gerste zu Ernäh- rnngszjiveMin divnbe, sind jetzt und zwar für die oben- genannte Zeit für Kopf und Monat 4 Kilogramm Hafer und Gerste zjnsnnuwen freigegeben. Die Regelung des Ber- -ccmchs vorr Getreide Futterzlvecken bleibt solange vor- j'ehalten, bis sich die Ernbeanssichten besser übersehen lassen.
Die türkische!! Journalisten in Köln.
KÜln n. Rh., 21. Juli. (WTB.) Die türkischen Journalisten sind abends kurz nach 7 Uhr mit Schnelldampfer mm Frankfurt konmveno, hier eingetroffeu. Namens der ^tadt tvurden sie vom Beigeordneten Dr.» Wiersel cmp- sangen. Sie sind im Dom-Hotel abgestiegen. Abends werden i te von der Stadt im Opernhaus-Restaurant bewirtet.
AUS Stodt rrnd Canft*
Gießen, 24. Juli 1917.
30
70
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180
Richtpreise für Tee-Ersatzmittel (deutscher Tee).
Die Trockenheit, die in vielen Teilen des Deutschen Reiches im Frühjahr geherrscht hat, sowie der außerordentliche Man getan Arbeit s kr ccften, ferner die Steigerung der Material preise zns Berpaclltng der Ware und die Verteuerung des Transports er- 'ckiveven die Sammlung und Verarbeitung von deutschen! Tee auf eer Grundlage der bisherigen Richtpreise. Die volkswirtschaftliche Abteilung oes Kriegsernähriing' nnts bat dal>er nach Anhörung von sachverständigen die folgenden neuen Riclstvrcise für je 100 Kilogramm, bei denen für die Rohware zur Anreguna der Sam m es- Tätigkeit über die Borsckfl-äge der Interessenten lnnausgegangest n-orden ist, ausgestellt und den Landes-, Provinzial- und Bezirks- nreisprüfungsstellen, sowie deu KriegSwuchermntern bekanntgegeben:
>, Für den Verkauf ab Lager der Vegetabilien- t.Kräuter-) .Handlungen oder der Schneideaii statten: 100 kg
für getrocknete und gereinigte gebrauchsfähige, aber Mk ^ ungesckmittene Kräuter ... 180—270
'.als Zuschlag für das Schneiden der Krauter .
.3. als Zuschlag für die Mischung der Kräuter nebst Vertrieb im Großhandel frei Laden oder Lager des Kleinhändlers einschließlich Verpackung:
bei loser Ware..
bei Packungen (Kartons-, Blech- oder Pappschachteln
üsw.) . ...
in Packungen zw 50 Gramm oder weniger .
4. Als Zuschlag b-einr Verkauf au den Verbraucher im Kleiühcmdel sowohl
bei loser Wäre wie bei' Waren in Packungen . . .
Beträge unter 5 Pfenrtig dürfen beim Verkauf im .Kleinhandel auf volle 5 Pfennig nach oben abgerundet werden.
Die Preise gelten allgemein für Tees aus den üblichen Blättern uns Brombeerblättern, Hiinbeerblärttwn, Erdbeerblättern, Io- bannisbeerblättern, Waldmeister usiv., die oberen Grenzen auch üir Beimengung wertvollerer Kräuter und Blüten, z. B. Silberlindenblüten, ferner auch für Ersatztees, die aus Obstschalen, z. B. aus Aepfel- und Birnenschaleu hrgestellt sind, die unteren Grenzen für Mischicngen aus besonders billigen Kräutern.
Aus obigenr ergibt sich für beste Ware ein oberer Klein- handelspreis von 0,56 Mark für 100 Gramm und von 0,30 Mark für 50 Mcmrm.
Geht barfuß!
(^freulicherweise hat fick die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Barfußgehens ziemlich schnell in westen .Kreisen durch- gesetzt. Mehrere städtische Behörden habeir in öffenllichein Ausruf die BevölkeruM aufgefordert, für die Sommermlonate ailf dass Tragen von Schuhwerk zu verzichten. Auch von Schulbehordi'tt sind entsprechende Weisungen au oic ihnen anvertraute Jugend --serichtet worden. Es ist vaterländische Pflicht eines jeden Deutschen, diese Bewegung nachdrücklich zu fördern. Denn wst müssen sparen! Das Leder ist knapp! Die schulpflichtige Jugend kann hier den (Erwachsenen mit gutem Beispiele oorangehen. und auch die Schüler höherer Lehranstalten sollten fick: nicht aus falscher Scham oost dlLfer Bewegung ausschließen. Ihnen allen ist hier die Gelegenheit len, dem Baterlande einen. Dienst zu erwestän Die Elt ent, die 'ich hier und da nicht von dergetwachLN Befürchtungen befreien!
p (i-ni* MWAfwn K/rf) Si.vtrt tin Wwv f ,'TCLi' v tr n
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können, sollten doch einsehen, daß es dem körperlichen Wohkbeftndeü
ihrer Kinder zutragliä:er ist, im Sommer barfuß eiicherzulaufeu^ als in deu lmtgcu Wlwermouoten >womöglich mangelhaftes Sckiuh- werk tragen zu müssen. Auch ist die Furcht, daß durch das> Barsusigeheu die Gesundheit der Kinder beeinträchtigt iverde, dnrckz- aus nickt berechtigt. Im Gegenteil wirb dadurch eine Abhärtung der heraittvackisendeir Jugend erzielt: sie wird dazu «wzogen, den Unbilden der Witstwimg leickfter Stand zu halten. Natürlich wird es niemandem zugemutet, feine Kinder auch bei der unfreun-dlichstc'n Witterung ohire Schche. und Strütüpfe umher gehen zu lgssen: an heiteren Sommcrtagen aber sollte sich, die Jugend des Tragens von Strümpfen und Schuhwert gänzlich entäußern.
Lllrer nicht allein auf die Kinder sollte sicl)> die neue Bewegung beschränken: auch die Erwachsenen sollten sich bel>cwzter, als cs bisher geschehen ist, der durch den Krieg auf diesem Gebiete geschaftenen wirtschaftlichen Lage anpasseu. Die große Btehrzahl wird einzig durch die Fiwcht zurückgehalteii, bei ihren Mitbürgern Aussthen zu erregen oder sich gar lächerlich zu machen. Wie aus so vielen Gebieten., handelt es sich auch hier nur darum, daß einige Rkutige den Ansarrg nlachen, was tu einigen Städten schon geschiehen ist, mrd der Bwm ist gebrochen! Zürn mindesten aber sollte sich das Tragen von Holzsaudälen in westen Kreiselt mehr cinbürgern als bisher. Wir Iiabcn uns während des .Krieges an manckies gewöhnt, >oas früher nur einem ungläubigen Kopsschüttel u begegnet wäre: man darf daher hossett, daß die Barsuß- bew egung einen rwclj, größer eit Umfang als bisher annehnt ens wird.
** Beförderung. Der Oberarzt d. Res Dr. und. E. Vvltz aus Arheilgen-Tarmstadt wurde zuin Stabsarzt befördert.
** Die S ch n l s e r i e n u n d der Tiers ch u tz. Zum Beginn der Ferienzeit sei an alle Eltern und Erzieher, uantentlich ari die Führer und Führerinnen der Ferienkolonien, die herzliche Bitte gerichtet, die Zeit des frühlickLN Zusantinensems zu benutzen, den Sinn der Kinder auch auf dett Tierschutz zu lenken, diicht nur durch Schonung der Vögel, der Käser, der S chm etter'- lirtge, der Kröten und Frösche, ^dec Waldschnecken trüb des sonstigen Getiers, sollte man ihnen anentpstchlen, rattdern attch ihre Aus-> merlsamkeit sowohl den gilt als den schlecht gehaltenen Hauü- Und .lugttcren zu wenden. An den oft ohne Streu und Wasser an der Kette liegenden unglücklichen Hofhunden und an den oft überlasteten und wißhandelten Pferden sollte nicht ohne ein Wort der Teilnahme porübergegangen werden. Auch an die in engen Käfigen gel)altenen Käniucheu und Vögel sollte ntan die Kinder aufmerksam machen und sein Mißfalleit äußern. Dagegert dürfte nie Unterlassen werden, über wohlgevfle>ttes sich auf der Weide attS- tnminclndcS Vieh freudigett Verfall zu äußern, überhaupt die Teilnahnie an der Tierwelt, die deit Stadtkindern oft ganz fehlt, i>t jeder Weise Hu erwecken.
** Verband w ir t s cha s t l i ch e r Vereinigungen Kriegsbeschädigter für das Deutsche Reich. Ta sich die bereits bestehenden .Miegsbcschädigten-Fürsorgestellen iin Deutschen Reiche als nicht ausreichend erwiesen haben, wtrrdc in den Jstdustnegebieten eilt Verband inS Leben gerufen, der dci? Namen „Wirtschaftliche Vereinigimg Kriegsbeschädigter für daS Deutsche Reich" führt. Der Sitz des Verbandes ist Essen Der Verband besteht bereits aus 95 -Ortsgruppen mit über 25,000 Mitgliedern, ^luch hier in Gießen hegten die Kriegsbeschädigten deir Wunsch, sich dem großen Ganzoit anzuschltcßen nitd eine Ortsgruppe ins Leben zu rußen. Diesem Wünsche wurde am Samstag abend stattgegeben und ein Verein mit dem Namen „Wi r t f chaf t- liche Vereinigung Kriegsbeschädigter Gießen" gegründet. Tie Grmtdsätze des Verbandes siitd unter Ausschluß aller polittschen und konfessionellen Fragen Wahntehnmitg der Jrt- tcrcffejt aller Kriegsbesclstidigten rnit dem Endziel: Wirtschaftliche Sicherstellung aller Kriegsbeschädigten ohne llnterscksted d-eS Standes und des Tiettstgrades, Pflege treu ex. Kameradschaft. In dem Ausruf des Vereins heißt es: Wir wolleit wieder vollgÄttge Bürger im Staalsganzen werdett. - Unter Ausschluß aller politischen und konfessionellen Fragen, jedoch mit allen behördlichen Instanzen, mit allen Parteien und Konfessionen mtb mit allen Arbeilgeber- und Berufs verbänden zufammenarbei tettd, tvollen wir dasjemge erstreben, was zur wtrtsclwftlichen Sicherstellung aller Knegsbe- schädigten des Reiches nötig ist. Fort mit dem Querulantentum! Fort mit dem Nörglertum! aber auch: Fort mit dem Jnvalideit- tum und dent Almosenwesett!" — Ta daS Schuster , Schneider- nnd iKvrbflcchterhandwert als nicht lohnend empfunden wurde, zumal eben die rrötigen Rohmalerialten fehlen, will der Verband in erster Linie bezwecken, daß den Kriegsbeschädigten eine angemessene! Beschäfttgung und eine Erhöhung der Kriegsrente gewährt werde. Ter Verband hat bereits mährend seines kurzen Äesteheits schon! Erfolge zu verzeichnen, die ein einzelner nie erreicht hätte. So nmrde unter Mitwirkung des Roten Kveuzes in Bad Homburg vor der Höhe ein Erholungsheim für Kriegsteilnehmer errichtet. Der Verbandsvorstand hat bereits eine Eingabe an das Krtegsministe rinnt gcmach/t, um entsprechende Zusatz-Lebensmittelkarten fütl Lungen-, Herz-, Magen- .und 'Niereniranst, sowie Kieserschuß- verlctzte zu erhalten. Die Ängelegetrheit wurde von dem Kriegs- ntinistenum befürwortet und dem Präsidenten des Kriegsernäli- rnngsaimtes nnterbrestel. Die Gründung einer Sterbekasse steht bevor. Tie Erhöhung der Kriegsrente ist zu erwarten. Den einzelnen Ortsgruppen gehören berests mehrere, höhere Offiziere als Ehreitmitglieder und aktive Mitglieder an. Auch der Gießenest Verein erhofft das gleiche zu erzielen wie andere Städte, und fordert olle Gießenw Kriegsbeschädigten aus, der -OrtSgrtcppe bet zu treten. Die (HnzeichnungÄiste liegt in dem Zigarrengeschäft Hans Horst, Seltersweg, offen, wo alles Nähere zu erfahren ist
Landkreis Gießen.
e Albach, 23. Juli. Der bei einer Telegrapl-en-Abteilung im Feld stehende Lehrer Gr oh erhielt die Hessische Tapferkests- medaillc.
** Alten - Buleck, 23. Juli. Pölizeibrener Kart Becker, jetzt Gefr. bei dent Stab eines Feld-Art -Rgts. im Osten, : nur de mit det: Hessischen Tnpfartecksmedaille ausgezetchnet. cfefr. Becker wurde bereits int Mai 1917 das Eiserne Kreuz>2. K'lasse verliehen.
te Beuern, 21. Juli Konomer Karl Dam m wurde mit der Hessischen TapserkeitSvtedaille ausgezeichnet. Hernrich So n, merlad, ein Sohn unseres letzigen PoftzeibienerS. Krankenträger in einem Ins.-Regt., erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. Er ist seit z»vei Jahren im Felde.
ga. Grünberg, 23. Juli. Zu den üpptgen Blüten, dte die Klatschsucht in dieser Kriegszeit treibt, gel/ört auch das (berede von den Mengen verdorbenem Speck. Auch in unserer Stadt geht hartnäckig ern Gerücht um, daß bgg der hiesigen. Sautemlstelle verschiedene Zentner verdvrbwt und verschimnrelt seien, daß nachtÄ hetmlickr- eine Wagenladung davort in.eine Seifenfabrik in Gießen geschafft: worden sei und dergleichen 'mehr. Bis zu den Ohren eines Landdagsabgeordneten war das G^wede geLourmSN, der sich daraufhin verpflichtet fühlte, bei hiesiger Bürgermeistevet Auskunft zu erbitten. Dem Herrn Abgeordneten, der in anerkemrenswerter Werse der Sache auf den Grund ging, konnte erwidert werden, daß von 102 abgelieferten Zentnern Speck von einem eigens dazu bestellten Sachverständigen 93 Pfund (sage dveimrdneunzig Pfund- als zu wenig gesalzen misgeschieden und gegen Fleischmarken an hiestge Versorgungsberechtigte das Pfund für 3 Mark verkauft wurden. Die kurze Verkaufszert von einer Stunde beweist, daß die Ware deir Käufern begehrenswert erschien. Hoffentlich bietet sevade
das. erwähntt Sckweiben des Herrn Mg^'ordneten dic Handhabe dazu, den Erfinder dieser mifhetzenden und verleuindrrii!. » R5oe- reien ausfindig zit machen^ Die Ausrede: „es ist mir als ganz, der Währheit entsprechend inrtgeteilt ivordeit", wird damt tvohl ivenig nützen.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 22. Juli. Das Kreisantt hat, da die meisten
Gemeinden seinen Anordmmgeit gegen die. Hamsterer nicht nachgekommen sind, dic Hainflcrei aber in verltztitgntsvollster Weile
überhand nimmt, nunmehr nnlttäriscke .Hisse zur Durchsübnmg der poli.zeilichen Ueoerwachung der Bahnhöfe beantragt. DieKvstzm dieser Masinahmen sollen die Gemeindeit tragen. Ach;, gegen die Felddiebstähle, die sich bereits auf das Brotgetreide erfttecken, sollen schärfere Maßregeln angewertdct^ werden.
A-, Nidda. 23 Juli. Im heutigen Vormittagsgottrsdienit fand ei ne G l o ck e l t • - AbschiedSse i- p r statt. Kirslj'enrLt Wer' ner beantwortete in seiner .rgreifertden Predigt die Frage: „Was! haben imS die Glocken bei ihreut ^lbschied Ml sagett?" Einen unver- gesstichen, >vehwütigen Eindruck machte eS auch, als die jämtlchen. Glocken des Jvhannfterti,rntes uird der Stadtkirche heille mittag van 12 Uhr an eine Viertelstunde zusammen Icinttctm und bcm Kirck-spiel ihr Ab schiedst ied sangen.
e. W e niugs , 23. Juli. Der lßesige Lehrer V ogt wurde zuut O^lizters-sStcllvcrtretcr befördert und erlstelt das Eisentf Kveuz 2. K'lasse.
Kreis Friedberg.
Fc. Friehbcrg, 22. Juli Der Gräflich Solms-Laubach schc HofgutspLcmer Jotobi in Utphe bei Hungen gibt in der „Neuen Tageszeitung" bekannt, daß aus seinem (Krund und Boden, einige Felddü'bstäl)Le begangen worden sind: so sind ihm von. iltugust bis Ottober v. IS. auf deu Feldern etwa tausend )ftntner Kartoffeln gestohlen worden. Auf einem Schlag von 20 ^lÄirgen wurden etwa 20 000 Büsche ausgerissen. Beim Eiittadlm der Zuckernibeit im vorigen Jahr wurdert Hunderte von Zenttrern aus den WaagonS l-ercmsgeholt. Alt Taufeitden von Owrben.tvurdmt die Aehren abgeschnitten anr lallen Tage. Hunderte von Garltz'it wurden ganz weggeschleppt. Auf einem Rapsschlag voit 96 Morgen wurden 200 Zentner Mps gestohlen.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 23. Jüüi. Während die Stadtverwaltung bisher Frühtartoffeln zum Preise von 15 Pfg. per Pfund verkauf^', wurde atu heul igelt Montage in den Kreisdörsern durch die Orts- schelle der Zentner Frühkartoffeln zit 12 Mk. ausgeooten.
ra. AuS de tu Kreise Wetzlar, 23. Juli. In der abge- laufeneit Woche ist der Roggen größtenteils gemäht rvorden. Ueberall auf den Feldern skehcit die Mrbcnbüsthel pyramidenförmig gegeneinander geschichchet. Nur nock^ ^wenige Tage werden vergehen, dcmn kl-apvt überall auf deit Tennen der Dreschflegel seilten etnsörntigen Täll. In vielen Kreisgenteinden ist ec nockl« immer heimisch, daS DresckM in der Scheune kann gelegentlich, oft rwckil in den WintertatTen erfolgen. Und verursacht Wetter keine Kosten.
** K i n z e n b a ch, 21. Juli. Lvhrer Richard K Ut h l, Leutnant d. Res., der 1914 als KriegsfveiwiAiger erntrat, wurde Mit Eisernem Kreuz 1. Klasse auSgezeickunet Er stckht seit Atrfang ununterbrock:,en an der Front.
ra. Waldgirmes, 23. Juli. Das gestrige Missionsfest der vereinigten Kirchengemeinde Naunheim-Wildgirtnes war auch von auswärtigen Misiionsfteunden gut besucht. Vonnittagc> lvar für den Misjivnsgvttesdienst in st?aunhcint Missiorurr Hmrstein berufen und flir brrt NachmittagS-Festg'vtteSdienst in Waldgirmes hatte Pfarrer T» Vömel-^Wilsbach die Festansprache übernommen. Jik der sttttck.wersalnmlung sprach nochmals Mssianar Haustein : die Kollekte galt ,zum Besten der RheinisckMt Missian.
lßft ^ Hessen-Nassau.
= Fulda, 23. Jirli. Zur Bekämpfung des Wuchers, der bei der Verpachttmg von kleinen Ackerstücken getrieben lvird, hat der KteiSauSschuß für den .Kreis Fulda H ö ch st p a ch t p r e i s n efttaeführt. Für das Qltadratmeter Ackerland braitchen die Pächter nmt drei, für daS Quadratnreter Grab- bzw. OKrttenland nur fünf Pfennige im Höchstfälle zu bezahlen. Bisltzw kostete das Quadrattneter bis 15 Pi. Die Verpächter müssen den Pächtern dir. zuviel abgesorderttm Gelder zitrückzahlen, falls sie ftcfo loeigern, trifft sic die dreifache Strafe des zuviel erhobenett Pachtgeldes. Die Bestimmungelt des Kreisausschusses haben rückwirkende. Zßvaft bv^ zum April 1916.
Ul. Limburg, 23. Juli. Gestern wurde hier der 29. Vet- bandstag nassauischer landwirtschastticher Genossenschaften abgehalten. Mehrere Hundert Teilnehmer wareit erschienen, darunter Reichstagsabg. Hepp-Seelbach, Regienmgsassesor v. Borcke als Vertreter des Regierungspräsidenten, Bürgermeister Haerten-Lim- bürg u. a. Den Ja hrcsber i ch t erstattete Perlmndsdirektor Pctitjean. Alw' dent Bericht ist zu lntnehlnen, saß auch im verflofftnen schäftsjahr die landwirtsck-afllichell Genossanschäften an der Er- nähtung desjsVvlkeS wacker.mitgeholseit liabtur. Im übrimm zeitigte der Berickft ein günstiges Bild der iinanziellon und allgemeinen. Verbands Verhältnisse. Bei den Wahlen zum >Ver ba ndsau s schu i.ß wurdeit wiederge wählt: ^Neichs ta gSabg eo rdneter Bürgermeister
Hepv-Seelbach, Landlvirt Hatzmann-Niederiteisen, Beigeordneter Preis-Hockhcinl und Bürgermeister Lauz-Herillgen Ncnqewählt wurde an Stelle des lvegeu hohen Mters zttrückgetretenelt Direttvvs Ludwig Mißmann-Frankfurt Direktor Bürgermeister Kleber-Klop-- pen'heim bei Wiesbaden. Infolge der andauerriden Teurung und der damit verbundeiten Steigerung der Bcamtengehälter wltrd.1 einer gcrillgfügigelt Erhöhmtg des Jahresbeitrages zugesttmmt. — Danach 'hielt Otto S-ck-ümarut^Wiesvadelt nnen lVortrag über „Kriegswirtschaftliche Organisationelt »und ländliches 5>eiwssen' schastswesen".
\] Marburg, 21. Juli. Bei der bmtiftcn Rektorwahl für die Univerfttät wirrde der Theologe ,Prvf. Dw. Wilhelnt H eit m ü l l e r gewählt.
{] Ma rbur g, 23. Juli. In dett letzteit Tag^n taucksten im nördlick'en Teile unseres KweiseS zahlreiche Köpfe zählmdc Z t - zeunerfamilien auf. Die Gendarmerie sorgte ftir dft Weiterbeförderung der Nomaden.
ch. O b e r - I n g c l y e i m , 23. Juli. Am 16 Januar 191 l; isd die große Glocke der evangelischen Kröche hter g»'spri,ngen Vont Deiikmalsrat wurde sie von der Beschlagnahme für Heeren uvecke wegen chres Alterluntswertes ausgcschlossen Diese lGocke w>eist eineit besonders schölten Guß auf, sic ist. int Jahre 1384 gegossen, und damit die zwertälteskc Glocke in Hessen. Die noch vorhandene zlveite Glocke, mit der geläutet wird, itaht ebendall- unter Denßinalsschiutz. Ftir die große Glocle wurden von der' Regierung 3000 Mk. bcrvilligt, der Zentralbausirck^nsonds nistete für Beschofwng eines neuen (Geläutes 10 CK>0 Mk. Tie gran< tKlocke wird als Sehenswürdigkeit in der Kirche ausgestellt. Nack, dem Kriege soll ein schönes Dreigeläut^, das der zweiten «'ölocke an- gepaßt iwrben wird, beschafft nxrbcn.
^te r n, 2. Juli. Für den Umfang des Kreises Swlüchterli tst Ungeordnet worden, daß der B i er a u -5 s eh a n k
in den Gast- und ^chmtkwirsi'chaftelt an den Woctlentagm erst von abends 7 Lu>r ab, «nt den Sonntaaen und '
^ 011 den Somttagen und gesetzlichen Feiertag.-',:
erst von abends 6 Uhr ab itottßinden darf.


