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21.7.1917 Zweites Blatt
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kS-llch mfc Nu««ch«s bef G«nSaq«.

«Klagen:Sschvnr KMvWendKitter« und ^reisblstt für des Kreis Sietzes".

PoAcheEmtto: $ran!f*rt m MÄn Kr. UE. vimkrcrlehr: Oe«erbelxmk »ies«.

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General-Anzeiger für Gderheßen

Samstag, 2,. Zaü w

ZwtltmgSrunddruck und Verlag: Brühl'scheUniversitätS-Bttch-n.Steindrttckeret.

R. L au n t, Gießen.

rchrisNeltnng. GeschüftsftrSe und Druckerei:

Schutft:aße7. Geschäscsstelleu.Ltt.tag: ^qWbt, Schriftleituug: «E 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: Ar:ze»gerGietzen.

Die Wirkungen des VSootNriegrs

ZoUen bÄoeifcn. Zahlen täuschen aber Luch. Von bem 1 Mitte'. tLüsckxnde Iahten rn geschickter Auffnlachung ansnmrschieren zu terpen zsrr Ermunterung der Stimmung im eigenen Volke, zur <§r- s-Arüx-ricl'.g ber tLävgeszuverfichlt bei hen (Steggiern, miacf>en besonders die Englätcker den mrsgiebigsten Gebrauch. Die Zisser:: brauchmc dabei an siäx »nicht cimnal falsch zu sein; sie täuschen nur durch die falsche Beztehruig, in d-Le sie zur Wirkung des U-Boot-Krieges gelebt werten. Und so ist denn auch int: englischen Parlament sowohl wie ,o«uentlrch in der Fachpresse mit Recht wiederholt darauf Ijingc* i'jöfcn worchen. daß die Wirkungen des U-Boot-Krieges keineswegs dadurch klargesteM ,werden können, daß man den versenkten Fracht- raum allen ^cksfiffen gegenüberstellt, die in England aus- und ein­lausen, daß lman also auch den gesamten Küstenvert^edr, kleine Fahr- mck,9Lptorbwte, die vielleicht mehrere D-vle an einem Tage in verschiedenen kleinen Häsen toiS» und emfctycat, mitrechnet. Nur bet Frachtrauvi, de r England von Uebersee mit dem notwendigen Kriegsmaterial, Rohstoffen nndLebensmittelnvcrsorgl.kommtvielmehrent- scheidend in Betracht; nur er kann such den U-Booten auf offenem Meere als Zielscheibe darbieten. 9lun macht aber der Küst-enverrchr in England etwa 80 Prozent der Schiffahrt, dev sinslendc dienst nur etwa 20 Prozent ans. Der Wert der englischen Sckeiustattstik geht schon hieraus auf das klarste hervor.

Nach englischen Ziffern standen für den Ueberseeverkehr Eng- lMidsbis zu Beginn der verschärften Seesperre (1. Februar) rund Oi > Millionen Tonne,: zur Verfügung. Rechnet Man den neu­tralen Schiffsraum, der seitden: dem Sperrgebiet fenrbleibt. mit nur einer Million Tonnen >so würde England am 1. Februar 1917 aus eigenen und fremden Schiffen 8Vs Millionen Tonnen Schiffsraum -itr Besorgung seines U-eberseeverkehrs zur Verfügung gehabt habe,:. Ogvvn wurden versenkt: im Februar 781500 Tonnen oder 9,19 Prozent. Der natürliche Mgang von Schiffen infolge Havarie, Atter, Strandungen nsw. wird von Fachleuten auf monatlich etwa 55 000 Brutto-Register-Tonnen veranschlagt. Demgegenüber er­reicht die Leistungsfahig'tett in: Schiffsbau der Entente und aller Neutraler gut gerechnet monatlich nicht mehr als 250 000 Br.-R.

" Selbst den für England günstigste,: Fall angenommen, daß alle 'Neubauten in seinen Dienst gestellt worden, hätten England am l März 7 913 500 Br.-R.-T. zur Verfügung gestände-,:. Davon v.mrten im März verseilkt 885 000 Tonnen oder 11,18 Prozent. Unter Zugrundelegung dieser Berechmmg ergibt sich, daß von dem (England zur Verfügung stehenden Frachtraum versenkt wurden) Fm Februar 781 500 T. (von 8 500 000^ = 9,19 Proz. Im März 885 000 T. (von 7 913 500^ = 11,18 Pro;.

Fm 9lprit 1091 000 T. (von 7 223 500) = 15,24 Proz Im Mai 869 000 T. lvon h 327 500) ^ 13,73 Proz.

Iw Juni 1 Million Tonnen (von 5 653 500) ---- 17,69 Proz. Würde sich die Ziffer des versenkten Frachttuums im laufen der: siäonat IM auch- ftur aus der Höbe des Monatlichen Durch schrrrtts tx*: 931000 Br.-R.-T. halben, so,vürte sich der für ^rg lmrd verfügbare Frachitranmbestand un: 19,20 Prozent vennttrtern. Wir sehen daraus die unerbittlich fortschreitende Vermttckernng des in englische,: Diensten fahrenden Frachtraulms, selbsttvemr infolge der verringerten Zasil der sich unseren U-Booten darb:elenden Ziels» die Rekord visier des April nicht immer erreicht Nrird. Da (Äraland ftrm l U seines Bedarfs an Rohstoffen und Nahrim gsNsitteln schon im s^rieden von Uebersee einführen n:ußte, ergibt sich ans der vor­stehenden, unter Annahme der für England vorteilhaftesten Ber- bAtnisie aufgestMdm Beoeckffmng, daß der Augenblick nicht fern ist, wo der für England erreichbare FrachtvauUi hcm englischen Bedarf für die Versorgung der Bevölkerung ,md für die Kriegs- toirtschaft ,sicht wehr in mrsreichendem Maße zu befördern vermag Daran können olle 2.öf-fr rfi-H

Herben. Hoffenttich werden sich überall Hilfsbereite und sachver stälünge Bertrauenspersorrttl fticken lasse::, die die Sammeltätigkeit vcauffichtigcn und Tsizaden verhütem Bei Schulkindern wird hier­für in erfter Linste der Lehrer in Fcaye komjmchr Die Händlers vrganrsationon werden ihre Mrtalieder veranlassen^ sich überall dort, wo eiree Sanvnreltätrgbei t Erfolg verspricht, cot die Behörden mit der Bitte mm) Unterstützung zu wenden. Die Händler sind in der Lage, für die Saucureltäti-gAert angeneeffene P^ise zu zahlen. Um übertrtebejren PveiSfvrderuugen vorzubengen, sind rrach Ajnhörmrg! zahlreicher Sachverständiger gewisse Rrchwreise für den Verkaruf von Tee-ErsatzuMeür festgesetzt worden. m§ Sauunellohn können ivatürlich rmr entsprechend wedrigere Beträge in Frage kommen. Tie Ricistprvsie können auch für Ersatztee, der auA Obstschalen, z. B. aus iAepfel- und ArrneiMalLU, hergestellt ist, als Grundlage, die»».

*

** Ausz-e i chuung en. Wehrmaicr: Hesirrich S chÄchar dt aus Gießen, Sohn des DieTsisinanns Gustav Schuchardt, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. Er ist schon sin Besitz der Hessischen Tapser- keitsmedaille, die er in den Kämpfen an der Somme erhrilten hat. Gefreiter Friedrich Neuling in einem Jnf.-Regt. wurde am 5. IM zum Unteroffizier befördert. Dos Eiserne Kreuz 2. Kl. er­

hielt er schon voriges Jatn;.

** Die Ersatzsvylen. Ms

Daran können alle englischen und französischen Befchwichtigimgs- oerluche nichts andern: Die englischen Bersirste durch den U-Boot Krieg hmtfen sich in verhängnisvoller Weise. Wir aber dürfen voll ZuversiM und Bertrcpren dcm^ weitere,: Fortgang des U-Boot- Krieges entgegeisiehen, der uns mit fortschreitend wachsender Ge­walt dem ersehnten Ziele naher führt.

Aus Stadt und Catsd.

Gießen, 21. Juli 1917.

Die N-Br»ot-Spende.

W gingen in bem, Kr ei fe Gießen weiter ein, aus den <$*emeinben: Annerod 171,90 Mk., Dvrf-GM 136 Mk, Ettings- hmifen 80 Mk., Garbenteich 220 Mk., Göbelnrod 57,30 Mk., Großen-Linde,: 347,95 Mk., Harbach 69,85 Mk., Hattenrod 99,50 Mark, Hungen weitere 10 Mk., Leihgestern 300 Mk., Nomrenroth 176 Mk., Ober-Hörgern 302,30 Mk., Queckborn 212,70 Mk, Röth­ges 90,40 Mk., Ruttershausen 88,20 Mk., Saasen 45,50 m., ^fcembehni 83,80 Mk., Watzenborn-Steinberg 325 Mk., Weitersham <0,20 Mk. Zusounmen bis jetzt 11 573 Mk.

Tee - Sammlung.

Kafs-ee,^ Tee u,ü> Kakao sind fast vollstänidig aus dem! Verkehr ver- ichwunden; zur Herstellung von Kasfe-Ersatznsitteln geeignete Roh­stoffe Stehen nur im beschränkten Maße zur Verfügmcg, da sie fast ourchtvcg zugleich wichtig^ Nachrirngs- und Futterrnittel darstellen' Mw gegenwärttg ff: erster Linie diesen Zwecken dienen müssen. Da- gewinnt die Herstellung von Teo»Ers-atzmitteln wachsende Be- oeurung sur dre Versorgung der Beoülkerung mit warmen Geträ,:- . . Ersatzmittel (einheimische Toes) kontmen vornehu:sich

- re irnnge:: gettocttreteu m:d svdmm zerkleinerten (geschnittenen Bkat- ter der Erdbeere, Brombeere, Heidelbeere, 9Mosbeere, Kronsbeere, ch^rze Hol-cmnisbsere, Himbeere, Stachelbeere, Stechpalme, nrrsche, Birke, UlMe, Weide und Eberesche sowie auch des Sck)warz- !^er Sch^Worns, des WalÄ,teLsters, des Walnu-ßbaumes und des 4öe wenr osche,rs rn Betracht). Daneben spielen Lindenbsittentee und sitt-cdertee eure Rolle; dieselben indessen als Llrzneimittel besoiwooe -vnckungen und such dieser Eigensäiafttn halber bei der Herstelsimg , Famisiengetränken ebenso toie Pfefferminz, Sennesbkätter, 'Mlch.ei, KüiElle und ähnliche Kräuter im allgemeinen, jedenfalls . Bestandteil, ans zu scheiden. Es ist nicht beab- ircyA.gt, von Reichs wegen eine Sammlung der erwähnte:: Blätter mnzunvneu: vrelmelw soll die Beschaffung der Blätter wid dis ^u " - ? soweit nicht in den Birmdüsstaaten besondere

r ol 1 ch-e Maßnahmen in die Wege geleitet werden, dm gewesenen .Kreisen, insbesondere dem .Handel, --tt »uevoen. Ohne behördliche Förderung werden iu.dessm

z} r ,1k SviS^ Evall in der Lage sein, die erforderlichen Krän- tE«Ä«Ugen aufznbrsirgen. Es ergeht daher die Bitte, ^ zu unterstützen. Dies könnte je nach den Ber-

^>adurch geschehen, daß die bereits bestehend«: äffend a nr m eIo r 9 a n i s a 1 i v,1 e n sich auf Er- MclMtan der SaMn^ungbebeiLgeiu Auch die Mitarbe:t der S ch u- riII J 1!e ^rage, soweit die Schüler nicht bereits für vordring- s»nM«e i» Anspruch £

ntti; . 3^41 5^ irötgftien Klirssen der S'irfSd-enstpflickKqen ^2°. Ssifs^enstpflichttM. dre zu schd-erer Arbeit imtuuqÄch Einveruehmm mit de» mrwiirischen Betzürdeu ^ r- -ZT ^ D".!<r»m,ern der nciwmntnt BlStter be,ck»Sftlit , Sft lo>wn,. ©mt>nt bol Betrete» der Staats- irnd Pri»Ä-

LÄ5L.' ^i c -J o rH i ^LS u, ^ <m be^ndere

" Wtüuns gänujft ist, lOTtö beides nach Möqlichi^t edkeichterk

der m Berlin abgchattanen Tagung des Bw:dss deutscher ^chuhmacher-IMnungen tvutt'en bessirlders auch die Klagen über die schlechte Beschaffenheit des Leders imb die klebnen Zuwendungen UMn-entlich von Boden- leder Und über Beschlag,uchme der StanzabfÄle lchsi, die es bischer vielen -Schichmachern n-xt- eruröglichte,:, ihre >Geschäfte weiterzu- führen irndd Le Hxewendigen Reparaturen für die Zivilbevölke­rung vorzunehmen. Tie Ersatzsohlen fände,:'wagen ihrer Mangel- hasten Aussül-rung und Haltbarkeit allgemesi: abfällige Beurtei­lung; an-ä> deren Preis w»nude als umi,rgebrackst hoch bezeichnet. Ter Vertreter de:^sisisatzsohl«:-!Gesellschaft wies darauf bin, daß alles verfügbare L8>er dem Hveve gesichert bleiben müsse; nur das entbchrliche Leder könne der Privasindustrie zugewiesen toer- den. Selbst die Stanzab falle benötige jetzt die Militärverwältuiu; und aus Ledevabfällen Würden chensifche Stoffe gewannen, die anderweit wcht mehr. zu beschaffen seien. Infolge des Leder- uraiwels bildete sich eine Erjatzsvhlen-Ändiustrie vielfÄtsiger Art. die die Notlage auszubeuten begamr. Gegen 1500 Erfinder hatten Musterschiiitz hierzu erworben^ und es war höchste Zeit, diese In­dustrie Muter Kontrolle zu brmgen, um noch schlimmere Auswüchse hintanzU hallcm. Tie Regelmvg der ErsatzsdUen wurde einem Fack)>- ausschuß rrnterstellt, her die großen Mengen der verschieden-, artigen Ereignisse sichtete und ivm: als Ersatzfvhl-en-Gesdllschaft die HerstcMurg und Fördernng von ErsatzsvhlLn zu (eiten hat. Von den vieler: Holzsohlen sind die zu besonderen Zwecken dieu- ItcKten ausgewMt ,norden: stxrrle Voll Holzsohlen für Feld- und Bergarbeiter, nsittelstarke Holzsohlen nsit wellerrförmiger Ober- släch'/e für den allgenreinen Gebrauch und Sperrhtvlzsohlen für leichteres Schtuhwevk. Aus den Verhandlungen war zu enttu-hnren, daß die derzeitige LedeMrapsiheit ,wxh längere Zeit r^tbestehen werde Und daß die Zivttbevölkerrrng sich mit Ersatzstoffen vertrartt machen muß, da diese aiudi hört venveiidet werdcru tt» man bisher L^der für unersetzlich hvÄt. Hvl-zfohlen in verschiedenen Stärken im ganzen, <ieteilten uiL> geleimten Zustande, TeerfilzfoHlen, Pappe mit Papierfaden diuvchwebt, gepreßbe Pevierssihlen, mrs Leder­abfällen verschiede,rster Art gLff'ammengesttzte und geleimte Sohlen bilden in Zukunft den Ersatz für Lcdersohlen.

** Meiterzahliu'ng! desLohueS während Krank heit Usw. Nach 8 616 des BÄrgerlicherr Gesetzbuchs haben Ar- beiter, Gesellen, Gchilsen ufw. auch dann Asnsiwich auf Lvhn,^ wem: sie eine verhältnismäßig, nicht erhebliche Zeit durch einen in chrer Person liegenden 65rund ohne ihr Verschulden mt ber Dienslleistung verhindert sind. Sie müssdn sich jedockn beit< Betrag anreckmen lassen, rvelcher ihm-: für die Zeit der Ver­hinderung aus einer M Grund ,gesetzlicher Berpflichtu-ng bcA stcheriden Kranken^ ura.6 Un.strllversicher'nTrg Aikommt .Hierbei kom­men in Betracht: wrversch:rkei-e Kmnkhett d^ Gesellen usw. oder dessen Angehörige,:, <ttcch Nsiederlünft der Frau, Krvttrollvm» ammlungen, Jeuerwehi-yflichL. gerichtliche Vorladrmigen oder Dey- nehmimgen, unverschuldete llittersuchungshlaft, Fveiheitsstrasen, militärische lbeb:mgen Und dergleichen. «vier Reche geiwerbe- gerichtlich)« GntscheLiung ist dargelegt, daß eine Isi-siigige nüli- tärffche Ueb>ung als nicht erhebliche Zeit sin GiMnL dcB 8 616 anzusehen ist. Datei ist es gleichgültig, ob Stunden-, Tag-, Wochen-, Monat- oder Akkordlohn vereinbart ist. Im letzterer^ Falle ist zU zahlen, ,oas der Arbeiter usw. in der Derhindevrm^zeft nach einem Dirrchschnittssatzo verdient haben würde. Obwohl cine derartige Bestsi,rmung im Interesse der Arbeiter zu begrüß: ist, kann sie doch), besimchers wenfir lleine Handwerker dabei in Mit-, leidenschaft ge-,ogen werden, zu empfiichlichein Härten führen. Es fragt sich deshalb, ob diese Bestimmimg nicht durch Vertrag be­seitigt oder genrstdert werden kann. Während § 63 Ms. 2 des! HandebsgefetzbUchs einen solchen Berttag zwffchsn Arbeftgeber und Handlungsgchülfen für nichsig erklärt, ist bezüglich der Arbeiter, Gesellen ,csw. weder in: Dienstvertrag des Bürgerlich ,m Gefetzlmch)s' noch in der Gewerbeordnung etwas hierüber enthalten. Lrotzdcm sind gegen den Aibschlutz eines derartigen Vertrags insofern Be­denken zu hegen, als eine Anfechtung desselben auf Erund des ß 188 des Bi'irgerlichen Gefetzbuckis (Verstoß gegen die guten Sitten) zu fürchte:: ist. Hiernach bleibt dem Handwerker der durch das Fehlen des Gesellen usw. unter Unffbänden mich in der Ferttgstell!m:g ferner Arbeiten sehr gehemntt ist, mrr die eine Möglichkett, sich gegen devmttge Lasten durch Hsiftpflichtverficherimg zu decken.

Landkreis Gicheo.

** Röthges, 20. Juli. Musketier Wilhelm Winu Sohn des Fabrikarbeiters Heinrich Wsim I., seit März 1916 im Westen erhielt das Eiserne Kreuz.

beuwhner war die Kirsche ein besonderer Leckerbissen. zuUml. da uns sonstige Obsttorte,:^ lsier doch nicht gegeben sind. Neb«: de,: Menschen jmtben auch die Vögel, vor allem die Stare, en:e gesegnete MaMzeit. N:cht allem cm Erttng, sondern auch an Wolstgeschinack übertraf die dresiahnge Kirsck^enernte viele der vorjähriger:. Zsnnn'sihm hätte bschr Ernte noch ettsige Tage gedauert, ivcnn nicht der wieder ein- g«tretze,re Regen auf ein schnelleres Ende hi,ygewirkt hätte.

Kreis Schotten.

8 Her'chenhain, 20. Juli. Misketicr Heinrich Port, ia erner MiaschsrnengeSoelu-Konchagnie. erhiett vor esiliger Zeit für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne >iren? zweiter KIa,se. Er steht noch sett Anfang des Krieges im, Fel'x nud unn'de nur eirrmal verwundet.

sk Rain rvd, 20. Juli. Unsir Dorf war ftlcher bekamtt wcrch ferm ddagelschntiederei. 6070 Ortsbttvohner bildeten llesire Gruppen. Jede Gruppe hatte eine gemeinsame Schflniede, jeitr Mann fabrizierte aber darin auf seine eigene Rechnung nsit eigenem Handrvei'kszeug (Hammer, kleiner Anrbos, Hocsisisen u. der gl.! bi' Nägel. Der Blasbalg wnrde durch eine,: Hund in Betrieb gehalten, der :,: eurem Rad ging. Noch stt:d Reste solcher Sävnieden vorhanden und wert, den: Schottener MUsum: zngeführt zu werde,:. Nach! Sch,Een und den: Vogelsberg zog in aller Zett dre Stvaße von dsiöda bergan hinter den Dörfern 5öohden, lln^r- und Oberschusittmi, Cichelsdorf :md Rrmrod he:'. Drcht hsitter Rainrod gsirg die Straße durch die Nidda, sa-lvag durch die Wiese,: man sieht hier den alten Weg heilte noch ganz deutlich gueu über die jetzige Staatsstraße über den Spieß und kam am Totwlhof der Inden bei Schotten heraus. Man konnte auch an Bisckwss den Triebweg entlang gehen, bis zum Hegsteg. Von da führt der alte Weg den Berg empor zur ^örgerrkirche (Georgenkirche). Sie stcmd da, wo l>eiiic die Eisen­bahn dei: Berg mit feinen gewaltigen .Basaltsteinen durchfährt: und als man die Bahn baute, da fand sich auf einmal der 65 Zeirttm ettr lange Kircherffchlüssel mit einem lMidgroßen Bart; er pt nach Darmstadt gekommen. Das Kirchlein war den ltzüden ttU 30 jährigen Krieg, zerstörten Orten Giersdorf, nach E'mards- lsausen zu im Wald, ^end Launsbach)-, nach Eichelsachsen zu geleger:, gememsam; der s-ogenanicte Alleepsad verband die Dörfchen'und die Kircle. Es ist jetzt alles verschwunden, auf Seibs Wiese aber loar vor :roch nicht langer Zeit ein runder Platz zu sehen, von dem es hsep., da seien die Mocbeu der Jürgensirch' vergi'aben. Vielleicht lohnt es sich im jetzigen A'lllrieg, loo die Not air Adann und Glocken geht, einmal zu graben und zu sehen, was wahr daran ist.

Krkis Friedberg.

^ Butzbach, 19. Juli. Eine von zahlreick-ei: Zweigvereinen des ^crmrusklubs besuchte Borfbanidsversammlung legte Plcm und MaarkieNttig für den neuen Höhenweg von Butzbach nach demr Feldberggipfel fest und beschloß die Llnsftihnmg des Wegebaues möglrchst bald in die Wege zu leiten.

Y Butzbach, 20.JUli. Hugo Thielemamt, Bertvallcr der Filiale des Konsumt^rems Gieße,: ,md Umgegend, ivelcher als Landsturmmann an der Wessiront st^ht- wurde irtit den: Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet.

Starkenburg und Nheinhessen.

ch. Aus Rheinhessen. 20. Jnli. Die Entwickkun-g der Trauben ist in diesen: Jahre so hervorraae'nd. roie fett bmrgew!> nicht mehr. Die Pll,Krankheiten baten zurückstehallen, die Rebftöcre sind gesund, die Blatter srischgrüi: und die Traute,: bzw tee Beere,: haben eine Größe erreicht, die eine frühe Reife in Aus­sicht stellt. Reife Trauten, farbige Frühttauben usw. werden schon' von verschiedenen Seiten gemeldet. Die Arbeiten werden erledigt- wenn auch die Ausrodung des Unkrauts eine schwere Arbeit ist Werl es viel Unkraut in diesem Jahre gibt. Geschäftlich ist es zwar e^'as nchiger, ater deswegen gehqr: dsi Preise nichlt zjnrück, bnm schlreßsich hangt diese Ruhe doch mit dem Weinmcurgel zusammen Bezahlt wurden für das Stück 1916 er m letzter Zeit 3900 bis 4500 Mk.

Hessen-Nassau.

mr, Frankfurt a. M., 19. Juli. ?kb 4. August kommt nach emer Mrtterllmg der Bezirks fl eischstelle an das Lebens- mtttelamt dre bisher gelvährte Fleischzulage in Wegchll, da b^ zu dvessim Äecknttr wieder Brot! und Kartoffeln in aus- Meimr vorhanl^n seie,:. Hoffentlich hat die Bezirks- fleifchistelle Uckt ihrer Behaupttmg recht, wem: ar:ch teuie von einer teueren Belle,erung der Stadt mit Kartoffeln noch nicht die Rede seusikarni. denn !was bisher an Fri'ihkartoffeln in Frankfurt verehrt lväirde, war samt und sonders ei:u?eschnntggrlteHaucherware".

Kreis Büdingen.

-tz Büdingen, 19. Juli. Ukber die im Kreise vorhundeuel:

Glocken :st nwunchr durch de:: Sachverständigen-Aiisschuß das Urtett gefällt ,vlorden. Bon ben 14 1 G l 0 ck e n müssen 61 so­fort abgeliesert werden; 4 7 wurde,: vorlänftg zurücköe- stellt Stent Mfft Iraitte vom Ausschuß ein tesrmderer geschlckjt- lräiter bzw. Kunstwort z::gtesmochm. Er bleibt nach ntenschsichem Ermessen von der EttsickMelzung völlig befrett mtt> danrtt der Zukunft erteilten. Es sind dies die Glocken folgender Kirche,: btto Anstatten: Remrgiusttrch^ zu Büdlltgen, Wintersckmle Büdingen ^ erst- >md zw^ Glocke, Bisses t zw-it- mr» d?L Glocke; Blofeld: große Glocke: Taueruherm: vierte Glocke- (&Wn dre drn ^roßen Glocken: Engttähal: größte Glocke: .Heuchelheim' treten und Obecnvockpudt: sämtliche Glocke,:' Lißbera -

ßt0f £ P3 5* : Ä«iS: S

Twte Glocken; Olxnwlddersh^u:: llemste Glocke; Ortcibera - nVätef imb bie beiden klofffften Glocken; Nanstadt: große Glocke' Mugei - Wkgen: bntte Gbocke; Usenborn, evangel. Kirche: zweite Glocke- RÄElvcteE ^ dritte Glocke; Qrtenbevg: Die

§ Aus dem oberen Niddertal. 20. Juli Die Ki r- ^ End«. S- Lang« Zeit iMtcnt di,

nmg m siEMe war ausgteteg. Für \mh Gsinrgs- um wtsseichlmsWche Forschungen zu tetreibm

GeeL<ÄDtS?<r<rl.

^^Frankfurt a_M., 18.Juli. Dir Straffammer verurteilte Ivirte den 44lähr:gei: Kaufmann Jürgen A d 0 l p h s e u cru^ .'bader^- leben,vege,t fortgesetzten Heiratsschtt. mtels zu sechs Jahr«: Zuckt- hau- 1500 Mk. Geldstrafe u,rd zelm Jahrm EtewerM dldoFhsm hatte seit 1913 unter wechselnden fälschen Nam'en auf Grund von He:ratsanze:ge,: tt: 17 Städten nicht tveniger als 4 4 Frauen und Mädchen zu seinenBräuten" gemacht. Er nahm ihnen ,e nach der Berinögenslage Beträge von 50 bis 2000 Mk ab Jn^- gesomt steuerten die 44 Bräitte fürihren" Bräutigam 23 500 Mk rn wer Jahre,: zusmume,:. Bon diesem Einkonnnen lebte der Mmrn vorzügllch!. bis er im^ Februar ds. Js. von einem siesigen Ksiimimrl- beaMen mts der Kttrserstwaße an der Ha,tt> einer Phott^rruplsie er- kamtt ,md verhaftet wnrdc. Adolplffrn wirrte von mehr als zehn Steatscurwalts ckmften gesucht.

X. Ha nau, 17 Jlttst Der Kaufmann Hermann Glcruberg ul Langenselbold be: Hanan hatte im Sommer v. Js ikber 60 Ztr steril:smrte SMoeinewürstchen in Dosen, zu Futterzwecken, be- sllmntt, von eurer Frankffrrter Firn:a gekauft m:d die Ware frmntf :n der Zeillrng mtgeboten, die WorteSterilisierte Sclstveine- wtstrstck^::" groß gedruckt, die Wortezu Futterzwecken empfahlen" dagegen in klerner _ Schrift erscheinen lassen. Hierdrrrch war der Zusatz melsach Ubersehen worden, zahlreich wäre,: die Bestellungen^ che eml^fcu. Auch eine Maschinenfabrik in Frankerrtbal, deren Buchhalter jene Benrerkmig übersehen hatte, gab eine Bestellung auf da sie sich in dem Glauben tefand. che Würste feien zum menschlichen Gewisse bestm:mt, da die Pvobesentemg .ptt au», fallen war, erfolgte eme größere Nachbestellung. Bon dieser Sendung wurden Büchsen geöffnet, deren Inhalt aber so fflufcrfvt war. daß er vergraben werten, mußte. Durch eine nmst Bad-.Hon 1 ^ bürg gerichtete Probesendung, die statt in ein Deliktteffengesckäft zu loantern sich zu einem Papiergroß'hündler veririt lmtte, gelangte die Wurst gesuchte zur Keimllus der Behörde und zur gerickxt- llchen Vethandllmg. Das Schössengericht Lantensellwld hatte Glau- berg N'e:gesprochen. Die Strafkammer Hanau als Bernsutrgsinstanz van: jedoch zu einer Verurteilung und erkannte auf 6 Monate ^ fängnis und Veröfs-entlichung des Urteils.

^ »^.. ^rankfurt a M., 18. Juli. In der Philosvphischm A-akuttat der Umversttat hat sah Tr. phck. 'Bernhard L a u m afö