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28.7.1917 Erstes Blatt
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Tcr Grehener Avzei-er

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Erster Blatt

ü>r. Jahrgang

Samstag. 28 . Juli \l

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(WTB.) Großes Hauptquartier, 27. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppc Kronprinz Rupprecht.

Die Artillkrieschlaicht in Flandern dlieb unter dem Ein­fluß ungünstig'? Sicht gestern vorübergehend schwach. Abends steigerte sie sich wieder zu äußerster Heftigkeit. Erneute ge­waltsame Erktmdungen der Engländer scheiterten überall in unseren Alnveln zarten.

Im Artois lebte nachmittags die Feuertätigkeit überall beträchtlich auf. Nrrckls wurden an der ganzen Front Vor­stöße feindlicher Auflläruugsahteilungen abgenüefcn.

Bei Hullecourt, nördlich von Dt. Quentin, brachterl württenrbergische Stoßtrupps eine große Zahl von Engländern von ihrem Einbruch in die feindliche Stel­lung z u r ü rf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chemin des Mures, südlich von Ailles. und am Ge­höfte Hurtebise, ebenso am Hochberge in der West-Champagne führen die Franzosen verlustreiche, erfolglose Gegenangriffe. Ge fange ne »zahl und Beute haben sich sehr vermehrt. Im Ab­schnitt von Ailles stieg sie auf über 14 5 0 M ann, 1 (> M a = sch inen- und 70 Schnellad egewehre. festlich der Suippcs fielen bei einein Ueberfall gegen feindliche Gruben stücke zahlreiche französische Gefangene in unsere Hand.

O c st l i ch e r Kriegsschauplatz.

H e e r e sg r u p p e P r i n z Leopold v o n B a h c r n.

Heeresgruppe des Generalobersten von Böhm-Ermoli.

In erbittertem Ringen, dem De. Majestät der Kaiser auf dem Dchlachlfeldc beiwohnte, erweiterten unsere Divisionen bei Tarnopol dirrch kraftvollen Angriff den schon kürzlich e r st r i t t e n e n Brückenkopf an? dem Ostufer des Sereths.

Weiter südlich wurde trotz hartnäckigen Widerstandes der Russen, die ohne jede Rücksicht Tausende um Tausende in dichten Haufen in unser vernichtendes %nm trieben, der Gniecna- und Sereth-Uebergang 'von Trem- bowla bis Dkomorocze erkämpft.

Bewerseits des Dnjestrs sind wir in schnellem Vor­dringen. Kolomea wurde von bayrischen und österrei­chisch-ungarischen Truppen genommen.

Mt der Dtadt Kolomea ist einer der bedeutendsten Kno­tenpunkte nn Pruth-Tal, wo wichtige Straßen und Eisen­bahnlinien liegen, in unserer Hand.

Front des Generalober st eit Erzherzog Josef.

Im Nordteilc der Waldkarpathen drängen unsere Ar­meekorps dem gegen den Pruth zurückweichenden Feinde nach.

In den Bergen östlich des Beckens von Kezdivasarhely entspannen sich gestern neue Kämpfe. Wir überließen dem Gegner das Tal von Soveja bis zum Oberlauf der Pntna.

Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls von Mackensen.

Die Gefechtstätigkeit am unteren Sereth war geringer als in den Vortagen.

Mazedonische Front.

Nichts Neues.

Der Erste Generalguarticrmeister Ludendorff.

*

Der Abeudbericht.

Berlin. 27. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern dauert die Artillerieschlacht fort.

In Ostgalizien und den Waldkarpathen ist der Feind im Weichen, unser Vormarsch! im Fluß geblieben.

Das englische Unterhaus Hai den indirekten neuen Friedensvorschlag der Mehrheit des Deutschen Reichs­tags mit 148 gegen 19 StiNkMen zurückgewiefen. Ramsay Macdonald hatte nämlich eine Entschließung eingebracht, in der die Kundgebung des Reichstags als Basis für Frie- densverhandlung-en einpfohlen werden sollte. Zwei starke Männer stemmten sich dagegen irnd rissen mit neuen Hetz­reden das Parlament von allen Verständignngsideen zurück: der frühere Premierminister Asquith und der jetzige erste Gehilfe Lloyd Georges, Bonar Law. Unsere Leser'finden ihre ausführlichen Reden inl 2. Blatte dieser Ausgabe. Es geht aus ihnen hervor, daß die Mehrheit des Deutschen ^lkeichstags mit ihrer b-ekannten Entschließung noch gar nichts bewirtt hat. Asquith forderte eine Erklärung Deutschlands, daß es Belgien nicht nur räumen, sondern auch vollständigWiederherstetten" und entschädigen werde für die unermeßlichen Schäden und die unerhörten Nach­teile". Herr Asquith spielte dazu noch em wenig Bersteckens mit dem neuen Vorschlag der russischen Regierung wegen einer Konferenz zur Erörterung der Kriegsziele. Diese Kon­ferenz solleine Angelegenheit der Völker und nicht der Re­gierungen seni". Das Vorhaben der Russen wird damit also auf die lange Bank geschoben, imd es wird offerrömrdig, daß da Herren Lloyd George und Bormr Law viel zu stolz sind,

um sich mit .Kerenski und feinen Kollegen auch nur eilte« Moment selber auf dieser Bank zusammeirzusetzen. Wahr- scheinlich> hat man schon neue Umwandlungen Rußlands im Auge. Bonar Law iit seiner Veranpv ortlichkeit als Mrmster ennahnte den russischen Vorschlag überhaupt nicht. Er malte ni das Bild des Herrn Asquith noch einige kräftigere Farben, unterstellte dein deutschen Volke wieder einmal niedrige Gesinnung", forderte die Abtretung Elsaß-Loth­ringens und alle möglichen sonstigenGulmachungen". Deutschland soll noch mürber gemacht werden, als es nach der Ansicht dieses Redners schon ist, und England soll auf seinein Willen beharren, durchzukämpsen,bis der deutsche Militarismus vernichtet ist". Bemerkenswert ist, daß die englische Arbeiterpartei durch ihren? Vorsitzenden sich zu dem gleichen Ziel der Herren Lloyd George und Bonar Law bekannte.

Mittlerweile ändert sich die Kriegslage durch die Er­eignisse im Osten ganz gewaltig. Das ist eine andere Sprache als die der Politiker und Diplomaten! Es ist von dauern­dem Interesse, wie diejenigen Kreise jetzt auf die Sieges­märsche im Osten schauen, die all ihre trügerischen Hoff­nungen auf die internationalen Verbindungen des Sozialis­mus gestellt halten. ImVorwärts" verabreicht der frühere Oberst G ä d k e dessen Lesern nun doch auch eine kleine Dosis wirklicher Anerkennung und Bewunderung für die Hinden- bnrgischeu Leistungen. Er erklärt, jedenfalls sei gegenwär­tigder^psychologische Augenblick mit der Eingebung des großen Feldherrn herausgefunden worden". An einer an­deren Stelle beleuchtet er die militärischen Aussichtslosig­keiten unserer Gegner und fährt fort;Denn das ist das Unnachahmliche in der Feldherrnkunst Hindenburgs, daß zu dem Scharfblick in der Erkenntnis der Lage und zu der ent- schchssmen Tatkraft, sie ausznnutzen, die Airgfalt der Durch­führung und das Geheivlnis tritt, mit der- sie verschleiert wird. Keinem unserer Gegner ist das in diesem .Kriege bis letzt möglich gewesen. Ob Lloyd George das auch alsKa- nnichentaktik" bezeichnen mag?"

Die sozialdemokratischen .Helden der Feder verpfuschen alier dann wieder, was hier Gädke, der Mann des Schwertes, Gutes sagt. Sche idem anun hat in einer Berliner Ber- jamm lungsrede Über Deutschlands Zukunft mit einer höchst verkehrten Psychologie die Siegesereignisse im Osten be­gleitet. Er sagte;Hoffentlich wird man nicht in den alten gehler verfallen, Rußland einen Sonderfrieden anzubieten Wenn aber Rußland selbst den Frieden wollte, sollte man ihm sagen,, daß nach fehler Seite hin deutsche Erobernngs- absrchten bestehen und daß die Unabhängigkeit und Unver- sehrtheit Belgiens, die Unversehrtheit Frankreichs auf alle Fälle gewährleistet sei."

Also selbst wenn sich die Russen vielleicht mit England und Frankreich verkrachen, wenn Lloyd George sich weigert, mit dem russischen Ministerpräsidenten auf einer Bank zu sitzen, selbst dann soll man die Russen mit Zugeständnisseir >ur die Westmächte beglücken. Herr Scheidemann ist wirklich päpstlicher als der Papst und russischer als irgend ein Kerenskl oder Tscheidse!

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaukbart;

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Unverändert.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.

Bei den neuerlichen Kämpfen an der oberen Dusita ge­langten die Orte Oveja und Negrilesci in Feindeshand. In den Waldkarpathen ist die russische Front nun vom Tar- tarenpaß herüber bis in die Gegend von .Kirli Baba ins Wanken gekommen. Honvedregimenter haben den Gegner Wer- den Cabuc zurück geworfen.

Die österi-eichlsch-rmgarischen und deutsä-eii Kräfte des Generaloberst v. Köveß dringen, dem Oberlauf der Gebirgs- flüsse folgend, in nordöstlicher Richtung vor.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Angriffsl^ewegung der Heeresgruppe des General­oberst von Böhm-Ermoli schreitet erfolgreich vonvärts. Teile der Armee des Generaloberst Krrtie, das westgalizische Infanterie-Regiment Iung-Stahremberg Nr. ft! und baye­rische Truppen bemächtigten sich im Laufe der Nacht in er­bitterten Kämpfen mit rnssischen Nachhuten der Dtadt Kolomea.

Am Nordufer des Dnjestrs nähern sich die Verbündeten der D t r y p a m ü n d n n g. Cortkow und Trembowla sind in deutschen Händen. Nördlich von Trernbowla rafften sich die Russen vergeblich zu scharfen Massenstößen auf. Die Gegen­angriffe brachen durchweg unter schweren Verlusten zusam­men. Oestlich von Tarnopol wurde der Feind abermals weiter zurückgedrückt.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Beiderseits mehrfach erhöhte Geschütztätigkeit. Sonst keine besonderen Kumpfhandllmgen.

B a l k a n k r i e g s s ch a u p l a tz.

Nichts Neues.

Der Chef des Generalstabes, j

Stellung vorder Offenst re ßruss/lotrs 19f6 «>*« Stellung nach dar OFfensireßrusst/ons 1998 * h h Stellung nach der Offensive ffrusst/ows 9997 deutsch.Oesterr.Offensive 7997.

Berlin, 27. Juli. (WTB. Mchtumtlich.) Airch aru 26. Juli vl«chte uirsvr Vormarsch in Ostgalizien be- beutenbo Fortschritte. Wie an den Vortagen Een unsere ausdanerrchen sregesbegeisterten Truppen im Verein nnt den tapferen vsterreichisch-rmgartschen Kameraden v>o»n Erfolg zu Erfolg. Die Russen wurden überäll, wo sie sich den vorwärtsdrärrgerrden Reihen der Unsrigen entgegen ilbarfen. mit raschen und vernichtenden Schlägen zerschmettert. Nörd­lich und östlich Tarnopol stießen wir unter erb-rtterterr Känrpfen zum Anizdeszna- und Gniczna-Abschnitt vor. Die Rirssen erlitten hier allerschwerste Verluste. Unsere Bat­terien feuerten auf 500 Meter Entfernung in die dichten Massen der vorgejagten russi­schen Sturm kolonnen und mußten ein furcht­bares Blutb ad unter ihnen anrichten, das Sieger und Besiegten unauslöschlich in Er­innerung bleiben wird. Äleich schwer waren die russffchen Verluste in den Kämpfen südlich von Trembowla. wo wir den Uebergang über den Sereth erstritten. Zwischen dem 10 .Kilometer südüch Trembowla gelegerren Orte Jarww und der .Höhe Dvlhe griff der Russe 'zweimal außerordent--' lich heftig an, wobei er seine Slnrmkolonnen bis zrl14Wel^> len tief staffelte. Beide Angriffe wurden blutig ab gewiesen. Zwischen Sereth und Dnjestr blieb unser Vorstoß lebendig. Mit der Stadt Kolomea, die nach zähem Kampf erobeü wurde, ist ein beden.tender Knotenpunkt inr Pruth-Tal, wo wichtige Straßen und Eisenbahnen südlich des Tmjestr und aus den .Karpathen, zusammenlaufeu, in unsere Hand ge­fallen. Weiter südlich machte sich die Erschütterung der russischen Fvrvll u-nter dem mächtigen ti'cm Norden wirken­den Stoß bis dicht an die rumänische Grenze geltend. iDie russische Karpathenfrmct bis zcmr Krrlibaba-^lbschnitt stürzt zusaTumen. Dmnrt hat sich der russische Iiüätzug auf die uri- geheure Front strecke von 350 Kilometer auS- gedehirt. Der Widerstand, bm die Russen bei Baba Ludowa und Zabie leisteten, konnte die Lage an diesem Front­abschnitt nicht mehr retten.

niea--Paß-Höhe haben die Russen Greueltaten v übt, die alles bisher Gewohnte übertreff Im Westen wurden an der flandrischen Fr« anr 26. Juli abermals vielfach vorfühlende starke Erl dungsabtellnrrgen des Gegrrers teils im Abwehrseirer, t nn Gegenstoß zurückgewiesen., wobei eine große Anzcchl fang eu er in unserer Hand blieb. Wie an den Borta standen, unsere Batterien im nvächtigsten Fenerkampf den feindlichen. An der Ai snefron ft wurden die von ' südlich Ailles und nordwestlich der .Hurtebise Fernre zielten Geländegewinne gegen mehrfache Eingriffe des F des, die zum Teil schon in urrserer Feuer sperre zusamn brachen, gehalten. Das seiiMickie Artilleriefeuer steig sich hier gegen Abend zu großer Heftigkeit. 8 Uhr abe griffen du Fran^oseli zrveimal mit starken Kräften wurden redoch beide Male unter schjversten Verlusten germesen. ^Das gleiche Geschick war einem neuen Ana oeschreden, den die Franzosen am 27. Jirli gegen 5 vormrttargs nach Trommelseirer vvrtrugen. Auch in der B Champagne waren die sranMischen Verluste bei dem grrsf am Hochberg außerordentlich schwer.

Unsere Flieger bewarfen Uiuerkunste, Bahnhöfe Muriitroirs^ger des Feindes erfolgreich nrit Bomben, mehreren stellen wurden Brälche beobachtet.