Ausgabe 
24.7.1917 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

Du Den ^rie^^nrimfter, die provisorische Regierung. daS Zep- ^oallmnftee des Rates der Arbeiter- und Soldatendeputiertem ovs iAuSfti.hrungskomftee der Bauer n-Abgeordncten und cm den Ober vefehlshaber des Feldl>eercs:

Die deutsche Offensive, die am 19. Juli vor der Front der LI. Armee ihren Anfang nahm, enttoickelt sich zu einer f n r.ch baren Katastrophe, die unter Umstanden den Untergang des revolutionären Rustland >ur Folge haben kann In der Stimmung der Truppen, die vor kurzem durch die I-eldenmüttaen Anstreng­ungen der zielbennrßtcn s JJifminalif&n gehoben nmrbe, hat lief) ein scharfer und ge wlir drohender Umschwung vollzogen. Tie Angriffs­lust erschöpfte sich rasch, die meisten Truppenteile defindcu sich im Zuftcnrde einer z u n c h m e n den Z tt s etzu n g. Bon einer An­erkennung der Vorgesetzten und einer ^irbordinatton ist keine Rede mehr. Zureden und belehren sind völlig ivirkungslos geworden. Sie werden durch Trobungen. Mveilen sogar durch Erschießen der Zuredenden bcantunctel. Mjanche Formationen verlassen die SchÜtzengröbeu. ohne das Hermrkommen des Feindes ab-uwarlen. In einigen Fällen wurde der Befehl, zur Unterstützung der Kämp­fenden vorzurücken. mehrere Stunden hindurch in Versammlungen besprochen. Tie Folge davon lvar eine Verspätung der Unterstützung um 24 Stunden. Wiederholt haben Trnppcm auf den ersten Schuß ihre Stellung verlasscrl. hinter der Front ziehen sich kilometer­weit Züge von Flüchtlingen mit und ohne Gewehr, ge­sund, frisch aber bar aller Scham und rm Gefühl völliger Sicher­heit vor Strafe. Zeitweilig entfernen sich ganze Trarppenteile^

Die Mitglieder des Armoe- und Frorrtkomitaes erkennen mr daß die Lage die äußersten Mittel und Anstrengungen erfordert^ und daß man rwr nid t» l alt mackren darf, um die Revolution vor dem UMevgang zu retten. Zerrte haben der Oberbe fehl sho der der Südwcstfront .und der >lommandLur der 11. Armee in Ueberein- sti.nrnm.ng mit den Koinissaren trnd denr Kvmitec den Befehl er­lassen, auf die Fl iehenden zu schießen. Das ganze Land soll die volle Wahrheit über die vor sich gehenden.Ereignisse er- fcchven, soll erschaudern und in sich selbst die Eich'chlossenhrnt finden, sich auf diejenigen zu stürzen, die kleinmütig . . . ve^ichten . . . die Revolution.

^ Das Wolsssche Telegrnphen-Burearr bemerkt hierzu: In diesem Telegramm versuck-en die Schttditnu, die Benrntwortturg für il're MLerlaqe aus die schlecht geführten und zu nutzlosen Opfern ver­führten Trupprni ab.prscbiel«n. Der Blick Rußlands soll von dem verhängisvolleu Ansgang des Angriffs seiner besten Truppen auf Lerstberg und Drohoüyrz durch die Behauptung von der bedrohten russischen Revolution abgelenkt werden. Tatsächlich ist die Rieder­lage die operative Folge des Durchbruchs der deutscher Truppen bei Zborow, der. als Bergekttmg rmttrnomnren. sich Plan- n rästig zir einer siegreichen Operation der verbündeten Armeen er- nAÜtert und das Zirrückgebm. des russischen Heeres erzwingt. Eich ö«ser Rückzug Irrt den englischen, französischen und russischen Füh- ^ern die Msacht 'üoer km- Truppen grnrchnmen. die fetzt ein-uscÜen begimcen. wozu sie miistlMaiübk vrurden. Jetzt wollen die Macht­haber die Truppen wieder' in ihre Htwtt bringen, indem sie aus >ie schießen lassen. Auch hierfür soll die Lüge von der bedrohten! russischen RevoUULvn als lÄttsckmldigung dienen. Nicht die Revo- ifitton wird durch das siegreiche Vordringen deutscher und öster­reichisch-ungarischer Trnppnr bedroht, sondern die Verfübrmigs- kuirste der Enieitte und der jetzigen russischen Machthaber. Es soll verschleiert metteic. daß die Mitteln i ächte um den Frieden, die Entente uNr die Fortsetzung des verlorenen Krieges kämpft.

Petersburg, 22.Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Burvaus. Ter Rücktritt des Fürsten Lwow ist daraus mrückzusMrem. daß er die sofortige Ausführung der Teile de^ Brogramms der ^sozialistischen Minister mißbilligt hat dic eure

dar­

bereit. und sie wird mit aller Kracc und EittftVvssenheft handeln.

die die lrutvnbllcklichvn nr\ trsrrl ithmÖVrfxTltnriff*»

liacliuiy

stellten.

der Rechte der konftftuie reichen Versammlung

Me neue Lage in Rutzlanö.

Beters bürg. 23. Juli. (W. B.) MÄdung der 'Peters- «rrger Telegranherl.Agtgrtur. In der' Vormittagssitzung des Mi­nierrats erfuhr die Mstin i ster t ri se eine T ei l l ö sn n g. Es wurde seftgessellt, dost da.-' Ausrirranderbsten der Ansichten über die Vertinidnog Rußland.? zur Republik hauptsächlich daher rührt, daß einige Kabinettsnniglreder die Veröffentlickmng eirrcs Aktes verlang er. der sofort erstatt, daß ckchickaiw ein republi- kamscher Staat ist, tvahreud die ErklLrmrg, die jetzt über diese Frag« ansgearberttt lr-ird, rm Hinblick auf die Genehmigung dirrch, die versass.unggeberrde Versammlung lediglich eine vorbereitende Maßnahnw für die VerLnidung der russischen Republik dar stellt limd die, beabsichtigte Erklär »mg rrr keiner Weise iu die Bonrchte der versassnngsgebQrden Verscrminllmg ,üngreift. Alle Mitglieder der bleibenden Regierrrng wurden )id) hierüber einig, ebenso wie dre augenblickliche UrrtmssickEeit. m dem. schpünsyen Augenblick der Bedrangung unserer Front die grundsätzliche Frage aufzu- rverfen, «Lmlich. ob es nötig ist. die Duma und den Staatsrat aus^rloscn od<>r nicht, da diese Frage für die Richtlinien des Handelrrs der Regierung keine ausschlaggel>nrdc Bedeutung hat.

Der R ü d t r i 1 1 des Ministerpräsidenten Lwow wurde beuptsäcklich durch die Agrarfrage veranlaßt, in der ein un- i'ersähnlicher und wesentlinr ^gmrsatz der Anschauungen zwisäten ,hrn mtö den syzialifnichen Ministern, uumcntlich dem' Land- nüctschaslsnnmster Tschernow, bestwrd. Di« vorläufige Regie- nnrg nahm Kenntnis non dem Rücktritt des Fürsten Lwotv von 'eine:! Aemrern als Minisnivräsiderü und Minister des Innern und nahin deti 'Rücktritt des Fnnanznrinisters Schinaaren-. des Berkchrsimrn rster s Pekrasow, des Unterrichts Ministers Mewutlnv. des Ministers für öffeirtliche Wohlfahrt Fürsten SchaÄAvsloi 'ltw des Itrstrzministers Vevetversotv an und ernMinte den. Kchiegs- nnd Marnremrnister Krrnsll umr Rttiristerpräside-nten unter Bei- dehaitmut des Porwchtrilles des KAreges und der Marine! Re- krasvw rmrrde als Minister ahne Vortesrirille mit der Vertretung .Mrenstts als Minmerprändmt in dessen 'Slbwefenheit lvtraut -af.. Mrmitermm des Irrueim wurde Tserrtellr übergeb-w. der iwrläufig das Amt des Psstmrnssters beilxchält. Das Nnlecrichts- nnnrstenuin wird wabrsckrstntstß dem gegenrvärtigen Landtvirt- tchatlsrniNlster Ticberwow übertragc-n tverdeu. Jedenfalls ist die o-vage offen geblieben, ebensv- smrrbe die Frage der Verteilung i«r ubrrgcn Aemter sstr die nächste Sitzung des Minssterrates ^uruckge.stellt.

?^Ersburg, 22, Juli. (WTB. Richtamtl.) Meldung des Reuter)ch-n Bureaars! M mistrrpräsident e r e n s k i i ist Samstag

Front abgereist Die AbvrDnung der ^l>amrsck>aftru der Ocheeflotte ümrde mi\ Verlangen des Zentvalkomiteee' des Ar- re^der- und Loldatenrates gestern abend lreigelassen

2Sie dieBörsen Zessuu.ss' berirfytet, faßte eine Versammlung cwn Vertretern des chch-sbrasthmskh-Regirnents imd der Regi- ben Beschluß, daß die unmittelbare Rot.mm dig^t bejdchc. dre uubefckzräukte Machtrwllkommenheit in die »ände .ü e r e n s k 11 s zu legen.

Ein Aufruf der vorläufigen Regierung.

Artfrsburg, 22. Juli. (WTB. 9üchtam1lich.) Meldung ^?ersburger Telegiaplien-A^nntur: Die vorläufige Rea-ernna folgende Erklärimg verössentlnlch:

_ . Bürger!

btr Gefahr hat geschlagen. Die Heere LeaMchen Karsers haben die Front der nationa len revolutionären Armee Rußlands durchbrochen.

Tch trmrde ihnen erleichtert durch verbrecl-ersschen urw blmben paTratismus genüssei' Leute, und durch den Verrat anderer. Die einen wie die anderen txrben das neue ^chundscnten mit Verivirrnng uns Ver- roll b^E. In b«e)em Airgenblick der Gefahr konnten sich nnter zEsNutz ung der allgenpenwn UrrordTumg verbvrgerre Kräfte der i Die neu gebildete vorläufige Regierung

legt snh kbwe R^henfchatt ab über die Heronnvortung/ die in ilylvr gonDM SckEve mi) ihren Schultern ruht. Aber die Regie- rimg ch erMt von lestem Vertrauen in die Kraft des ganzen DleReg«-rung l^rtrauk auf die schnelle des Polrttsck)kM Lebens des Landes. Nachdem die an- 'cnmde Kvankheit, die den nationalen Organismus erschütterte uck« geze'gt ^mid in «htc* akute Krise aufgelöst bot. glaubt die Regie- '-uT'i ,e :. öafibirfe Ättfe wr .sseillmg mrd nick» 5um Tode führen Tu t. w.e.:; tr. diesem ist die 8tegHnmf zum ssandelri

tScr

hat

des

die die augeizblicklichen außergSoötznlick-en Verbältnisfe erfor de r n Dve Regierung erblickt dre nächste hauptsächliche Aufgabe in der Anwendung aller Kräfte zum Kamp) gegen den äußeren Feind und zur Verteidigungder neuen Regierungsform gegen alle anarchischen und gc ge n re volut i on ären Anschläge, ohne vor den ltreiigsten Maßnahmen Halt zu machen.

Gleich.zeitig Nnrd sie durch ihre ärcßere Volitik von neuem be stätigen, daß die revolutionäre Arnrec nur in den Kampf ziehen laun.mit der festen Uebt'rzeugung, daß nickst ein Tropfen Blutes eines ruh'ilchen Soldaten vergossen wird für Ziele, die dem russischen Gefühl der Deinbkratic fremd sind, die sic offen vor der ganjew Welt als ihre friedllck>e Lösung angegeben hat. Zu diesem Zweck l>at dic Regierung in Ausführung der Grurrdsätze der äußeren Po litik, die in der Rcgierungserklärung vom 19. Ndai dargelegt loaren d i e .A b! sich t, die Alliierten y u einer Konferenz der Al!l i i er ten im A u g uft ei n zu laden, um eine flU- gemeine Orientierung der äußeren Politik der Alliierten fe st zustellen und ihre Handlungen bettessend die Amoendung der von der russischen Revolution verkündeten Grundsätze in Eiullang brücgeu.

^us dieser Koufereuz, wird Mchland außer durch Diplomaten auch durch Vfutteter der ru»)isck>cn Demokratie vertreten sein. In Forttührung der Arbeit^ des staatlichen Wiederaufbaus, wie auch auf anderen Gebieten Qis den in der Erklärung vom 19. Mai aus­gesprochenen Grundlagen, hält es die Regierung für unerläßlich, jofort eine Reihe von Maßnahmen zu ttessen, die diese Grundsätze in die Tat umsetzen. Die Regjermrg wird alle Maßnahmen treffen, damit die Wahlen zur verfassunggebenden Bersammürng an dem testgesetzterl Tage, am 30. Septeurber. stattsrnden und dann) dre vorbereitenden Anordnungen zur Sicherung der Freiheit ^ bei den Wülsten rechtzeitig verwirllicht werden Die Rbaßnauren der stöegierrrng in der Agrarfrage werden, wie bisher, beltiutmt durch die urbglickstt schleunige Ernssklwung der Selbständigkeit der Gemeinden und Semstwows airf der Grundlage des allgemeinen, direkten!, gleichen und geheimer' ^rttnkmrechts. Die Arrsdebmrng dieses Grundsatzes aus das ganzc Lmck» bildet die Haupts org« der Regrerung aus dem! (Äebiet der in- rreren Politik. In ihrem BEstcrben, die Grundsätze bürgerlicher Gleichheit i.m Leben des Landes in die Praxis umzusetzen, 'vird dic Regrerrmg deimtächst Anovdmutgen veröffentlichen, die Klassen und Ränge der Beamten und die Auszeich- nungeuabschiaffen, airsgenommen solche für militärische Ver­dienste. llur ge.pm die wirtschaftliche Verwirnrirg kräftig cmzou ka-mpfmi. und um iveitere Mußnähmen zum Schutze der Arbeit treffen, luertuu te wirtschaftliche Beirat und der allgemeir« l irrrtfcf>nftli dx' Ausschuß bei der Regierwrgi urwerzügllch ihre Ar- lreiten lstgi.m«m,^ukbe'n sie einen allg.nneinen Plärr der nationalen wirtschostluhen Organisation der Arbeit aic-sarbeiten und einen Ge- scstzeirllvurs und Maßnahmen vorbereiten, die das Wirtsckwstsleben regeln. Auf derst Gebcete der Arbeiter Politik werden u. a. Gesetze übcw Arüeitsbörilcm und SckMdsgerickstskanrmcrn mcsgearbeitet wer­den. Man ist dabei, Gesetze bet ressend den a cht stündi ae n Ar- bertstag, den Schutz der Llrln'ft. die EinsulTrirng aller Arten wzialer Versickiierung und ihre Ausdehmru-g mrs jedc' Art besol­deter Arbeit aieszimr betten. Es wird der lZ^esetzentwurs mner Agrarreforlml iausgearbeitet tverden, der der

verfas ssumsgebeuden Versammlung unterbreitet tverden

)oll. Die Maßnabnreu, die die Regierung urigesäumt ttessen wird, Werdau sick» beziehen! 1. auf das völlige Aufgebcn> der früheren Agrarpvlitft, die das Land vollständig zerrüttete; 2. deic volletk der Freibsst der verfasfimgsgebenden Ver-

fammlnug bei Verteilung.des Grund und Bu>ms! 3. die Reqe- llmg der- Bodenverhältnisse mit Rücksicht auf die Interessen der Landesvcrteidiginig und dic Ernälwung des Landes mittels Aus- dehmurg und fester Verlündung eines Netzes von Agrarausschüssen: 4. vermtttklit einer ähnlichen gesetzlichen !steqelung der Grund-. beiitzerverhältnisse zur Best-ttignug der ernsten E>efckhr, die für den ^taat und die kimfrig-' Agrarreform, in gelrmltsamen An- ergnnngen irnd undcrein mttltnrlich.TN Vorgehen liegt, das darauf abzielt, die Landbediirtmsse zu 'lnssriedige)r und dc'nr (^ttundsatz des Regierun-gsplaues für die firuftigc Agrarreform entgegengesetzt ist.

Indem die Regierung diese Probleme auszählt, 'hall fte sich für berechtigt, bei ihrer schweren und verMttwoistuugsvvllcm Arbeit auf die Unterstützlrirg aller lebendigen .Kräfte des Laudas m bbanen, Und sie fordert vmc diesen das Opfer ihres gesamten Be- sstzes, -a sellstt ihres Lelwns für das große Werk des Wohles dc's Landes, das Mtshört, für die beumhuendeir Böller eine grau­same Rabemmitter zu sein, für das Lmrd, das sich benuiht. sie alle Li») der st>st'undlage vollroinurener Freiheft und Gleichheit zu per ewigen.

Eine Abstimmung dcS franzöfifchen Senats.

^ Paris, 23. Iuli. (WTB.) Meldung der Agence Havas Der <ocnat nahm einstimmig mit 248 Stimmen folgende Tagesord­nung an: Ter <oenat bezeugt wie in früheren Tagen den tapferen Armeen der Republik und der Alliierten zu Lande urrd zu Wasser die Dankbarkeit der Rrfton und begrüßt die Ankunft dc-r ersten ümenfamfrfrcn Regimenter. Er billigt die RegierungserNä-- ^mgen über dre Führung der allgemeinen Politik und des Krieges.

baraiss, daß^die Ordmrng, Gereckstigkeit und Mannes- zuckt nchergesftllt und ^>ttasen für Fehler in Amvendung gebracht wetten, ^traten, die alle Grade der militärischen Beamtenschaft umfapen sollen, damit dre materiellen und moralischen Bedingunaen vcX' Zevens der Soldaten verbessert werden nnd damit ein gutes Arberten des Gesundheitsdrenstes erzielt wird. Endlich verttauti darauf, daß dre Regierung im Einvernehmen mit den lltlcwrten erne Verteilung der gemeinsamen Kräfte vornehmen witt, die gestattet, unsere militärische Ansttl-nquna mrt unseren wirtschaftlichen Bedürfnissen in Ei n k l a n g zu bangen. Der Senat rechnet auf die Festigkeit der Regierung, mu dre Unterdrückung der verbrecherischen Prvpaganda gegen die Manneszucht und die Sicherheit des Landes sicher zu stellen, in- dessen^unter Wahrung der öfseittlichnr und sozialen Freiheiten ~ er 9 l ' riflt lttbt der Regierirng den Auftrag, alle Maßregeln zn ergretten, um den Sieg der fteien Völler über die Mittel?nächte zu beschlcumgen.

« ^ a.r i s. 23. Juli. iWTB Meldung der Agenee Havas ^ u d o st verlas ruc pc n a t eine infolge der Interpellation De- breore über dre Osserrsive am 16. April und über den Sanitätsdienst ansgearbette äagcEordmmg, die von zahlreichen Senatoren unter­zeichnet ftt. Tagesordnung begrüßt bic amerikanische Armee nm> spricht der Regierung das Vertrauen aus. De die vre er- klarte, die Lehren der Vergangenheit müssen in Zukunft beherzigt ^^tden, iim der Armee und dem Larrde volles Verttanen einzu» slotzen, daß sich die Fehler nicht wiederholen. Er nrackste die Re- grerrmg für die,begangenen Fehler vercuittvorllrch. Painleve erkannte an, daß Fehler l^egangen worden seien trnd erklärte, er mdu nach den ihnen zugrirnde liegenden Ursachen, betonte aber die ungeheure Schwierigkeit der zu bewältigenden Aufgabe. Er sagte, daß die ftanzösifch-englischen Armeen den gesamten deut- schen Kräften, die drei Monate frei warcii, überall die Stinn boten Ittrgends seien die deiitt'chen Heere vorgedrungen und überall, wo sse angegriffen nnirderk, seien sie zurückgegangen.

Paris, 22.Juli. (WTB.) .Senat. Fortsetzung Cle- ( i cc - u marr ^lwy vor, er sei gegen (gewisse Feinde dos Vaterlandei.' mpzenügeird einczeschritten. Mallvp er.klärte, er be- zwersle nicht, daß >der Senat seine Politik, deren Ziel'die Einigung aller Frairzu,en sei, billige. Die befolgte Polittk fei dje einzige dre ziim Siege fülmeu körrne. denn sie flößte allen Teilen der 'Ration Vertraueic cm. Der Minister zählte dann die gerichttichen Ver­folgungen gi'geii die Verfasser vater-laudsfeindlichlw Schriften ans und sagte, es hätten 121 Verurteilungen stattgefundel,. M lmsterpra,rdent R i b o t ttat sür den Minister Malwv ern dessen Polttik das Verttauen der- Ar beiter verbände genieße Die Polizei müsse ihre Wachsamkeit verdoppeln. Man befände sich einer Kmn- Mgne gegenüber, deren .Hinterlist mail nicht oerFcnnen dürfe L eu t s chland brauche den Frieden'und wokle ihn mit yllen Mitteln erreichen. Es sei eine Heuchelei.'zu fageu. dai: es alle AissireiitTuniien inachen rverdr. um ein Eiu- rrrc-rm der Rationen durch internationale ltzerichf^böft -u er-

Stelen, imckchsu es am Vorckbend des Krieges i&t BermEtvrg av- gewieseu. Ein dauerhafter Friede könne sich nicht auf den Mili­tarismus gründen, der eine beständige Bedrohung sein würde. Die Liga, die sich zur Beseittgurig dieser Drohung gebildet habe, werde sich nicht anftöseii. Wenn das Land aus Müdigkeit den Fritten ivolle, sei es nickst mehr wi'rttig, Frankreich zu sein. Man müsse diese scknußliche Propa<wnda unter die Erde schaffen. M-rm Tnrisse die Lage kallblütig, aber ohne übermäßige Uinrnhe bettacktten. Engländer würden ifuen Teil der Front aus dehnen^ Frankreich könne nickst besiegt werden, es nvusse bis zum Tage d« Sieges kämps'ni und komm dies mir. wenn es einig sei. Ribot bat! dann den ganzen Senat, sür die Tagesordnung zu ihn?men, b&* mit das Land nielir Grund habe, auf den Sieg zu lwsseu. HieraLs wurde, wie gemeldet, die Tagesordnung einstimmig crngsuommev * * *

Der Fliegerangriff auf Englands Ostkstste.

Basel , 23. Juli. Reuter meldet aus Lorckwu amtlich: Ein (Geschwader feindl ich«r Flugzeuge v-ou 15 lris 20 ?lp-paraLn näherten sich Felixrhow und Har wirb Sonntag sormittoW 3 llhr. Es wurden einrge Bomben abyewvrsen. ?kber das heftige Feuer dei' Mwehrbatterien verjagte die feindlichen Fkugzeuge,. hon denen ein Teil in der Richtung nach der Küste von Essex floh, wo unsere Artillerie längs der gmrzen Mste^lebhait ieuerte. Die feindlichen FlmWeuge zogen sich zurück, ohne rveitere Bomben abgeworfeu W lxrb-en. Sie wurden über das Meer verfolgt und mussten mit unseren Fliegern kämpsen. Die Sichtverbältwisse waren jedoch schlecht und dic Beobachtung fast unmöglich. Bis fetzt zWt man als Opfer des Eingriffs 8 Tote und 24 Verwundete.

Kriegserklärung Siams.

BLnaksk. 22. Juli. sPrivcrttel.' 'ssrenbermeldung. S i a rn erllärte, daß bet Kriegszustand mit Deuts cfh- 1 <titi> und O e sterreich -Ungarn besteht. Me Derschen «nrd Oesberreicher wurden verhaftet und die .Handeb-chiuser geschlossen. Renn Dampser mit einem Tcmmenaehglt von 13965 Brirttoregistert-onnen lmrrden beschlagnahmt. (Den Berlttrer amtlichen Stellen liegt eine Bestätigung der nicht bis setzt nftlft vor. BeLrnn'l ist allerdings, daß besonders England u.nd Frankreich seit langeni mit allen Mitteln aus Siam drücken, arm es zum Bruch zu bewegen. Immer­hin sei die ReuckermeKmiig mit Vorsicht crusznnehmen, ins­besondere auch hinsichtlich der sensationell anrgemachten Einzelheiten über das angeblick)e Vorgehen Siams gegen derrtsche und österreichische Staatsangehörige und deren Eigentum.)

Seekrieg.

Reue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 23. Juli. (AmMch.) In den nördliche« Sperrgebieten wurden durch unsere U-Bvvtsts wiederum acht Dampfer nnd vier Segler versenkt, davon imttde ein Dantpfer aus einem stark gesichertest Geleitszug herausgeschossen. Die Laduurgcn der versmitte« Schiffe bestanden, solvert festgestellt werden kotnrtc, auZ Kohle, Holz und Lebensmitteln.

Der Chef des Ädmiralstabes der Marine.

*

Amsterdam, 24. Juli. Ter h olländische Damp­ferG e ld er t a n d" rvurde 'Amsterdamer Blättern zufolge westlich vom 9tteuwe Watenoeg außerhalb der .Hoherts- gewaffer von einem deutsch err .Flugzeug äuge« hatten mid nach eirter Meldung nach Zeebrugge auf- gebrack>t, nack einer andern ivieder fteigelassen.

Amsterdam, 24. Jicli. DemLlllgemeen >ckandeM- blad" wird ans Rieuwediep berichtet, daß der deutsche D a m p f c tR o r b e t it e h" gestern vormrttag in der firckhe der 9Loorderllaaks'>Grütide zwei Meilen, von der Küste ent­fernt von einem wahrscheinlich englischen U-Boot tor°i pediert wurde.

Amsterdam, 23. Juli. (WTBft Meldung der Nied«r- ländischen Telegrapf>e i t- 2lgeritm. Der der Rotterdamer Reedereisirrna van Meel gehörende 'DampferBreda" ist um 7 Uhr morgens sieben Meilen westlich des Rorhinder Fetterschiffes ver fett kt morden. Die Besatzung befindet sich an Bord des Feuerschiffes.

Rotterdarn, 24. Juli. Der niederländisch« M o t o r s ch o n e rS i r r a h" wurde ans der Fahrt von Rotterdaan itach Amerika von einem Unterseeboot ver­senk t.

Rotterdam, 24. Juli.Biaasbode" berichtet, der englische Schleppdampfer W. Thompson tverde vermißt.

Kopenhagen. 22. Juli. (WTBss> Der dänische DampferH a r r i l ds borg" (1547 BRT.) ist 20 Sev> meilen von der Westküste Rorivegens versenkt worden. Ter Dampfer fuhr mit sechs anderen Schissen und sank im Lanfc^ weniger Muuteu.

Stockholm, 23. Juli. (WTB.)Aftonbtadet" zufolge erklärte ein Kapitän, der aus .Hollcurd iu Göteborg eich getroffen ist, er habe niemals in der Nordsee so viele Minen gesehen, wie bei ferner letzten Reife.

Berlin, 24. Juli. Wie derSHuttiidxni" aus btnt Huiag berichtet wird, ist n.ach denTimes" der erste nach dem Einheitstyp der britisckien Regiernl.ng gebaute Dampfer soweit fertig gestellt, daß er Essrde dieses'Monats in Dienst gestellt werden kann. Es handelt sich irm einen 500k^Tow««^ Darnpser.

Au» Stadt «nv CaitS.

Gießen, 24. Juli 1917.

Lebensmittel.

** Zur Kertoffelversorgung. Das städtische Lebensmtttelamt weist darauf hin. daß augenblicklich Kar- wffeln in ausreichendem Maße nicht vorhanden find. Wie bereits bekannt gemacht, können auf die Kartoffel marken bei den Bäckern 1-Pmnd Laibe eingelöft werden. Sobald neue Kartoffelsendungen eintreffen, wird dies durch Anschlag an den Kartoffelverkaufftellen bekannt gegeben werden.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln, Obst nnd anderen Felds rächten ist in letzter Zeit dadurch gefährdet worden, daß die Städter unter Umgehung der gesetzlich mit dem Verkauf dieser Erzeugnisse betrauten ^telleir ihren Bedarf direkt bei dem Erzeuger zu decken suchten. Sie l^aben zu diesem Zweck die Erzeuger an ihrem Wohnort aufgesuM, oft ,veit iiber d<rs ilmen znstehende Oiurntum gekauft, unter Außerachtlassung der .Höchstpreise nnverhültnismäßig hohe Preise angeboten und gezahlt, ja, sie haben sich nickst gescknmt, die Erzeug­nisse selbst von dein Felde zu holen und dabei die Aecker. Gemüseländereien und Obstbänme zu plündern. Einzelne Gegenden sind geradezu karawan.emveise heimgesucht wor­den. Ein derartiges Verhalten bedeutet die größte Geftchr für die Allgemeinheit, die dadurch ihrer nottvendigstQv LLebensmrttel beraubt lvird. Die Belstirden lvaren daher gezwungen, scharfe Maßregeln zn ergreifen. MiIibLr- patronillen sind angewiesen, mit den tzkendarmerie. nttd-