({Seltenheit ratb in chvem Preise bestund, dann kamen die fo* genannten ,.Maltakartoffeln" an die Reihe, unter deren Namen inan die >n südlicher gelegenen Länder« gezogenen und erheblich früttr als bei uns geernteten Kartoffeln zusantmen faßte, dann erschienen in der Zeit vor Beginn dieses Krieges Ende Mcn oder Einfang Juni unsere ersten neuen Kartoffeln ?aus dem T isch. Die Kriegsbeil freilich so schreibt uns ein Mitarbeiter, hat diesem Kartoffelluxus aus guten Gründen, die allgemeine Anerkennung finden sollten, ein Ziel gesetzt. Die treuen Kartoffeln werden nämlich gebuddelt, wenn die Stau den noch frisch und grün waren; es befanden sich also noch die meisten Nährstoffe der Pflanze in den Standen und nicht in den Knollen, die so nur zum Teil ausgewachsen waren. Wenn der Landnurnn sie noch vor der Reife ausbuddelte, so trieb er eigentlich Raubbau; dieser empfahl sich aber für ihn deswc^en, weil die Aberntung eines Feldes mit neuen, also urireisen Kartoffeln, ivegen des hohen Preises, der für diese bezahlt wurde, sich besser bezahlt machte, als lucmt erst die Reife der Knollen abgewartet worden wäre. Jur Kriege ist im Interesse unserer Volkse rn ähr mig einem derartigen Raubbau mit Recht ein Riegel vorgesckwbcn worden, und es dürfen daher keine neuen Kartoffeln in der alten Bedem tung dieser Bezeichnung auf den Märkten verkauft werden. Wohl aber Frühkartoffeln; das sind die Knollen von Sorten, die erheblich früher reifen als die gewöhnlichen Kartoffeln, die erst im Herbst ausgebuddelt werden. Nun sind zu allgemeiner Befriedigung die ersten Frühkartoffeln, also die ersftm 'reifen neuen Kartoffeln, auf den Märkten erschienen. Es ist selbstverständlich, daß dies erste Kartoffelgericht der neuen Ernte bei uns als Pellkartoffel auf den Tisch kommt. eine Toeise, die längst ihre dichterische Verherrlichung gefunden bat und die Johannes Trojan in den folgenden Versen besingt:
„Es ist kein kostbares Gericht,
Kartoffeln in der Schale,
Doch etwas Besseres gibt es nicht Selbst bei des Schlemmers Mahle . . .
Wenn auf den Tisch dann wird gestellt Die Schüssel mit den Knollen,
Der schlanke Hering sich gesellt Den üppigen und vollen."
In der Freude über die Wiederkehr der Kartoffel toird ver Verzicht auf die wichtige Ergänzung dieses Gerichtes, die der Dichter im zweiten Verse erwähnt, sicherlich gar nicht so schmerzlich empfunden werden, urrd man wird dem schlemmerischen Genuß von „Pellkartoffeln mit .Hering" in künftigen Fricdenszeitcn mit Ruhe entgegensehen.
Verkehr mit Wild.
Tie im Krieg sarttährrmgAantt gepflivgenen Verhandlungen über Me Trage, wie besser als im Vorjahre Wild in die städtischen Ver- brauchergebiet^ während der Jagdzeit Lu bringen möglich sei, baden ergeben, baß eine einheitliche 'Beivittschaftuitg des Wildes durch eine Rnchsstelle .'mermünsckst nnd bedenttich ist, baß eine Ausdehnung des Fleffckkartenziwangies ans ihr noch nicht unter- ! legende Wildartcn oder eine Einschränkung der bestehenden Bor- riften ferne Abhilfe schaffen kann und daß die-geltenden lisbchst- v reise ans reichend sind. Das Ziel der Versorgung der S tädte mit Wild soll deshalb ans dem in Bachern und Sachsen erprobten. Wege einer AlLieferungsPflicht am angemessenen Teilen der Jagd an staatlich beftinimte dlbnahnrestelleki erreicht -werden. Hierzu ist eme NahmenverVrdmrng erlassen worden, die dm (ttundsatz dieser Mlieferungspstichl für bestim.nrtc WÄdarten ftststkllt und Treib- Mgden anzeigepflichtig macht. Die Anzeige der Treibjagd nruß an» Tage not ^derselben bei der non der Landes Zentralbehörde bestimm teil Stelle, die das Wild abnchinen .soll, eingeben. Ent- iorechend der Verschiedenhert der landesrechtliche» Jägdrechtc mtd des Wrldanfalls in den einzelnen Staaten erlassen die Landes- entralbchörden die zu diesem Grundsatz nötigen AtissnlntmgS- besliinmnngen, regeln also insbesondere die Höhe der ab^ntiefernden N engen, die sick^ nach der Größe des Jagdergebrüss-es richtet ,rnd ,'orn Reich duvch einheitliche Prozentsätze nicht ansgetorückt werdatt sann, und -ordnen an, ob die Abliefericngspfltckft sch nur auf Treib- ;agden ^erstreckt oder ob die Ablieferung vom gesandten Ergeb» gelmisse >der Ausübung der Jagd berechnet werde:» soll.
Tie Landesbehörden bestimmen ferner die. Abnahmestetten, '«oder die Einrichtungen der Großstädte und des Wildhandels nach Möglichkeit herangezvgen lverden können.
Innerhalb der beteiligten Bundesstaaten sind vorläufige Ver- embaruTrgeu getroffen, die einen Ausgleich .zwischen »sehr wildarmen und wildreicheren Gegenden lnzweckcn. Der Mgemeine Deutsche Jagdschutz verband ist an den Bemtnngen der Verordnung betrittst worden und hat ihr ^gestimmt.
Sitzung
der Mitglieder -es Lebensmittelausfchuffes.
, vom 17. Juli 1917.
Uiwer dem Vorsitz des Oberbürgermeisters fand eine Sitzung der Mitglieder des Lebensmittel-Ausschusses, zn der auch zahlreiche Stadtverordnete erschienen waren, statt. Auf der. Tagesordnung standen folgende «Punkte:
1 Maßnahmen gegen die Verbreitung unwahrer Gerüchte über die Lebensmittelversorgung.
Der Oberbürgermeister wies daraus hin, daß auch in Gießen cbenfo wie m den anderen Städten leichtfertigerweisc von einzelnen Personen unwahre Gereichte, daß Lebensmittel verdorben seien, aufgebracht imd weiter verbreitet würden. Es sei nicht zn verfemten, daß hierdurch» eine tiefgehende Beunruhigung in die Be- inötterung hineingetragen werde. Aus diesen Gründen halte er es ttrr durchaus notwendig, künftig gegen die Verbreiter.' derartiger Gerüchte rücksichtslos strafrechtlich vvrzugehen. Insbesondere rvuoden folgende, in der Stadt Gießen umlaufende Gerüchte zur S mache gebracht '
Es sei der Stadt Gießen Speck verdorben und in eine Seifen- abrik gebracht roorden
Es war weiterhin verbreitet warben, der Stadt seien 24000 Eier verdorben.
Stadtverordneter Geh.-Rat Dr. Sommer verbreitete sich in eii'er längeren Ansführmtg über, die Entstthmtg von Gerüchten, lvi denen es sich um psychvlogtsckfe VLasscnersch e in mt g cn handle. Er halt es für dringend geboten, der Verbreitung unwahrer (Berichte nachdrücllichst entgegenzutreten, und zwar ztveckmäßiger- weffe derart, daß bei irgendwelcher Behcnrpttmg von Tatsachen, das Lebensmittelcmtt öffentlich dazu anffordere, Zeugen für die Be- lviuptung zrt benennen.
Stadtverordneter Wmn teilte mit, daß er. nachdem er von l>-n vserüchtn, gehört, unverzüglich die Vorräte im Stadt. Lebens mittekimt imterfucfyt und dabei sestgestellt habe, daß die Zustände in ledcr Wetse cinlvvndfrei gelvesen seien. Es sei nicht das Ge nngste zu beanstanden gewesen ifltb darum rmverantwortlich, daß derarttge (tzerüchte überhaupt entstehen könnten.
' Sckstacksthchdirektvr Dr. Modde erstattete Bericht über den Zn ttand der städtischen Dmierwarc sowie des bei den Hausschlachtungen 3*1ammelt«'. Specks. Er stellte dabei fest, daß er regelmäßig die bes vtzttq e, daß dies weiter fortdauernd duvcl) einen. ^nlachthrnbeaTnten, der früher Metzger war, sowie durch einen! nvettgen Matzgermeister geschehe: Einerlei Vorräte seien tierdorben Pvmeßor -Kleberger äußerte sich über die Ansbeivalnmng der Zartotteb- und RiibenVorräte duvcli die Stadt. Es lmt eine cegel mäßige Kontrolle der Vorräte durch ihn oder seinen Assistenten 'dattgechndcu. Die Aufbewahrung der Vorräte sei durchaus fach gemäß grfolgt. Die r^erluste an Kartoffeln seien nicht größer ge- roeisn. als dies bei längerer Aufbewahrimg unvermeidlich sei.
, . Seitens des, Referenten wurde daraus hingewlesen,
ekß die Stadt Gießen selbst gar nicht in den Besitz der zur Ver wnmng gelangenden Eicr kommt. Diese Eier erhielten vielmehr die der Euaverterlnng beteiligten (Geschäfte unmittelbar von der kauisgesttlschaff in Mainz zugxwiefen. Die Verteilung er-
ßst gde alsbald. Wenn hier schlachtr Gier be ider VerteSuv« fest-
gestellt wurden, so ist dies daraul znriickzuMven. daß diese Eier zur Zelt der Ueberiveisung durchs die Einkanfsgesellschaft bereits vindvrbeil lvareir. Ein Einfluß stcht der Stadt Osteßen hierauf mäpt zn: soweit dem Lebensmittelamt .Nagen wegen vei dorbener Eier vi.irgebr.acht nmrdeu. ist selbstverständlich deswegen bei der Elnvanssgesellscktast in Mainz Vorsvcllimg erhoben.
Der LebensinittebAnssclfliß beschloss, dag künftig gegen die L<mDretter' derartiger Geri'ichte im Interesse der Mgemeinheit rückfulstslos vorgegangen werde» solle.
(Sclßnß folgt.)
*
** ilich ePc r s v n a l n a ch r i ch t c tt. Uebertragen wurde am 11. ^vrtlt dein Lehrer Jakob B i tz zn ^lieder^Roden eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Roden,'Kreis Dieburg, irnd dem Lehrer Ml Hel in Io st-zn staden mit Wirkung vom! 1.. Oktober >617 ab eure Lehrerstelle an der Vollsschnle zn Okarben, Kreis Friedberg.
- ttebertragen lvurdc am 13. Juli dem Lehrer Koirräd Dörmer zn N,ttich mit Wirkung von, 1. August Ul 17 ab die Lehrerstelle an der Volksschule zu Windliansen, Kreis Alsfeld.
** Auszeichnung. Tor Gefreite z'ldrüf Streber ans Grossen, der Mreits das Eiserne Kreutz 2 Klasse besitzt, erhielt die Hessische Tapserleitsmedaillo.Dem Nntewfffzrer Gustav Burk- Hardt, in einem Artillorie-Roai. im Westen, wurde am 10. Juli r f. Js. das Eiserne Kreuz 2. Masse verliehen. M it der Hessischen Tapferfeitsmedaill c Näerdo er bereits im Monat Mai ls. Js. ausgczeiäi-net.
Frische Seefische. Heute und morgen gelangt m den bekannten Fischgeschäften blutfrische. Ware wie Kabeljau, Bratftsch, Seelachs lind Schellftsch durch die Stadt zum Verkauf.
** Der Erfolg einer G e g e n m a ß r e g c l. Bor kurzem wurde in der Presse mitgeteilt, daß die französische Regierung angeorduel batte, den deutschen Kriegsgefangenen ut,d Zivilintcrnierteu Nahrungsmittel, Rauchlvaren, Arzneimittel, Toiletteartikel aus ben an sie gerichteten Sendungen nicht inehr auszuliändigen. Gleichzeitig lvurde bekanntgegeben, daß entsprechende Maßregeln gegen die ftanzösischen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten in Deutschland ge- troffen waren. Jetzt kann erfreulicherweise mitgeteilt werden, daß die ffanzösische Regierung ihre Maßnahmen ausgehoben hat.^Die deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten m Frankreich dürfen also lvieder lvie früher Pakete und Sammelsondungen jedes Inhalts empfangen. Die deutsche Gegenmaßregel ivurde daraufhin ebenfalls aufgehoben.
** Diebstahl c. In der diach.t Mm 18. Juli 1917 lonroen in hiesiger Stadt mittelst Einbruchs etwa 40 Pftmd Dörrfleisch, 3 Zervelatwürste, I Scllwactemnagen und 1 Bratwurst gestohlim. Ferner wurde am 18. Juli 1917 auf dein Postamt in der BatnblN- stratze cpl schliwrwr Regenschirm mit runder», granschivarzem Griff cnblwildet. Sachdienliche Mitteilnirgen minntt die hiesige Kninrinak-- Polizei entgegen.
** Alte Uniforw'en, zu bereit Ablieferung jüngst auf* gefordert wurde, Forme» ebenfalls in der Mtkteiderabliefenlngsstelle' der altert Schrttbaracke, Kirchstraße, abeliefert werden.
** Handel mit Lebens und Futtermitteln und Bekämpfung des Kettenhandels. Der Reichskanzler l)at einige ergärrzende Bestimm-imgen zur Verordntnrg über den .Handel mit Lebens- und Fntterniittcln und zur Belänipfnng des Ketten' band.'ls vom 2t. Juni 1916 (Reichs Ole etzbl. S. 581 > erlassen. Ditrch sic wird zunächst kden ^nnr Handel mit Lebens- und Futterntitteür zngelasseneit .Händlern die Verpflichtung aus erlegt, ans schriftlichen nrrd gedruckten Mittei lungert, die sie iin geschäftlicheir Verkehr ver' senden, den Tag der Znlassimg so,tie die Stelle zu veriücrken, die lie zu gelassen dal. Diese Vorschrift, tne bereits m eftrigen Landes- teilen in Geliimg war nmd ,ctzt aus das ganze Reichsgelnet erstreckt ist, soll eine tvirftantiere Konttollc der nicht zugelassen-err Händler ermöglichetzs und insbesondere dazu beittagen, diese von dein Ge- sckchftsverkehr rrnt Kommunalverbändm rnrd smistigen behördlichen^ Großverbraucherrr sicherer au szu sch ließen, als dies bisher rnöglich gerveicn wa.r. ^ Eine wettere Beslinvunng döbirt die Genehnngungs'-' psllcht ft'ir Zeitnngsairzeigerr irr § 12 der Verordnung auch auf A 7 t-° zergen aus. in tonte» Rezepte zur Herstellung von Ersatznahrungs-' und Enatzsirttermitteln angeboten werden, da diese irr letzter Zeit in bcdenkl.ichern 11mlange zLrgenonrnrrn haben. Endlich ist jetzt, uNr eine fühlbare Lücke ausznfüttert, atze in fast allen neueren kriegswirtschaftlichen VmordmtNgen uetoen der Sttafe auch die Einzie- htung der Ge<renstände für zulässig erklärt, auf die sich die Zwvider- händlnNg bezieht.
** Kauz e rte. Im Hotel 7Für7ftenhvf findet heute ein Konzert mit Kostümvorträgen des Gesangshurnorrsten Miller, im Eaf6 Ern st L u d w i a ent Operetten-Abend der treuesten und bcliebtesteri Operetten statt.
** Das Kreisblatt Nr. 121 enthält Bekantttmachungen Über Ausfuhr und Tnrchftihr von Waffen usw.; Verkett mit Tauben: Die Haltung der Faseltiere: Berattkngsstelle fttt ländlichen Olrimdbesitzwechsel: Fnhrwerkswage zu Lollar: Gemeindevietzwage in Münster.
Landkreis Gießen.
** Birklar. 18. Juli. Für tapferes Verhalten vor dem Feinde erlftelt das Eiserne Kreuz 2. Klasse der .Kriegsirrvaltde Grenadier Kärl Lo th in einem Garde-Olrenadier-Regitnent.
U Lang-Göns, 18. Juli. An der Haltesielle. Kirch- güns wurden 2 Atbetter von Vilbel, weiche in der hiesigen 0st- markung ani Sontttag morgen den, Landwirt Ivtt. Könradl Brückel III. 86 Pfund Kartolfeln auf seinem Gnmdstück ausge- ntacht hatten, durch eineit (tzendarmerie-Wochttneister aus Butzbach festgenommen. Tie Diebe wurden zur Anzeige gebrackü, die Kar- toffelrk bonnten mi den Eigr.ntmner zurückgegÄ>en werden. In letzter Zeit beklagen sich die hiesigeit Lcurdwirtr, daß viel sMhe D-ieb- ftähle Vorkommen. Die 7ieldvolizei soll daher verstärkt werden. Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 18. Jiuli. Auch int Schlitzerland hat dir Kornernte ifrren Anfang grnonmtrn. Ter Ertrag ist als recht gut M bezeich.neit. Tie Kortffielder sind diesntal int (Gegensatz zürn vergangenen Zahre durchweg von iUnkraut. frei: so haben sich auch die Aehren recht gut eiwvickeln kötmett, sind lang und schwer^, mit z-ahlrerchLn, gesunden Körnern igefültt. Etwas Winter- Mrfte, die hier und da M-vgett^wird, brittgt matt bereits ein. Stattliche reffende Weizen- und Svmmavgerstefeltoer, reichblühende Kartoffelfelder vetzheißen ftir tmsere O^end einen guten Ertrag.
Kreis Schotten.
■ Gedern, 18. Juli. Die beiden in Besitz des Reichs- müitorffsttts übergcgmtgtmen K i r che n gl o cf e » wurden gestern mtto vorgestern Hont Turm lierabgen-ommen. Die Mlsbairarbeiten, wtrrden mit anerkennenÄvcrtrr lüeschicüichkeit von Schlossenneister Wmheim besorgt. Die größere der beiden 0-tvcken hat folgende Im - schrfft: „Goß nach Friedrich Otto in Gießett für die Gemeinde Gedern 1838": itt Gewicht beträgt 9 Zentner, der untere Durchmesser 88 Zentimeter. Aus der kleinen, der- Bai^wunfer-Glocke, steht: „Goß mich Friedrich Otto in Gießett vor die (sein ei »de Gedern Anito 1814", außerdem folgende interessante Inschrift: „Ad Tu- mnlunt Pocans Defunelos Biois Ad Birüttein Stimnlos Addo Eolendam Belli Rnnwrv Fratttl Hians Redeo ^Pace laela Sonans" („Zum Grabe rufend die Dalnngeschiedenen, füge ich für die Lebenden tttczu Atreifernngen zur Berettmrg der Tiigettd, durch Kriegs^ gettimmel zerbrockwu, auffchreiettd, kehre ich zurück im frohen Frieden läutend" \ Diese Glocke wiegt 6'/^ Zerrttrcr bei einem unterenf Durchntesstr von 80 Zenttmeter. Die grotze, 18V" Zentner tmegende Oilocke, die Mtertums- und Kunstwert besitzt, Äieb der Geinerntoe glückltchettveise erhaltett. Ter Vollstämdiqketr halber sei auch ihre Inschrift mitgeteilt: sie lautet: „Soli den gloria. Gegossen vor die Gemeinde (tzedern unter der Regierung Jhro Turcklattchl Fuersten Earl Heinrich zn >otolberg et vet med.. Waren damals am Conff- jtorio Regierungsrath Prenscheln Hvfprediger Melior Sodau .Herr- schaftltcher Schultheis Joh. Jacob Rullntamt ttnd Kirchen Baumeister Bincens Ackermantt Joh. Peter Bach in Hungen 1721." Diese Glocke ist mit prachtvollen Zierleisten sonftc mü schönen Engelssiguren oerfeiten und darum mit Recht, sou»c auch wegen ihres hohen Alters nicht beschlagnahmt wardeit. Am. vergangenen Sonntag abend fMtd in der Kirche eine ftimnrunysvotte Glocken-
aftAchiedSseier ,Krv. zai der stch die J^nrnxifbe^Lifbn Wir 1
zahlreich eitrgefttettt hatten. In andächttgei Stille lanschte Im' Ge"
memtoe bat Anslfüttittrgen des Ortsgeistliclteti. der unter Hrnweis ans Vergangenheit, (tzegaavart intd Zttknnst über das Therna sprach: Ta: heilige Dienst unserer (Klocken. Rach beendeler Feier ertönt Mnt letzten Male das volle Geläute als Abscknedsgruß für die da« GotteslKtiis verl affen de Gemeinde.
0 Gedern, 19. „Uni. In den Kämpfen gelvgattlich der ruffiscken Offatsive rn Galizien starb der Sturmgremtdier Will). HaaS, Sohn des Landwirts Philipp.Haar- NI.. M Heldetrtvo. Haas war efft tapferei Soldat iriro Inhaber des Effarnan .KttUHes- 2. Basse so,me tun äffischen Lapse rlettsntedaittr. Die Deilnahnm mil der schwergeprüften Familie, die nun den ^vecken Sah» dem Vater lande »pferti milhtze, ist allganan.
Kreis Friedberg.
iul Nieder-Erlenbach, 17. Juli. Vergangene Nacht wurde einem hiefiaa, Einwohner eine Ziege atis dem Stalle ge holt, auf dessen Grundstticl abgeschlachtet und unter Zurück lafsmrg del' Eingeweide mrtaenvmmai.
-- Vilbel, 18. Juli. Rachdetn erst am Samstag ein hrestger 17jähriger Postanshelser tm Fratlkfurter.Hanptbalmhos bei der Be- raürbimg v.m Postpaketen überrascht mrd verhafdel rmrrde, rmrrtoe heute abermals ein von hier stammender Wiagenraniger im Hanpb' bahnl)of als P a k e t m a r d c r erwischt. In dem Schrank des Mamtes entdeckte die Polizei noch eine Menge Sachen, die aus jrftljcr begangaien Diebftählen herrührten.
Hcssen-Naffau.
X Fulda, 18. Juli. Für die ain 13. Mär^ d. I. tont Schwurgericht wegen Ernrordung des Försters lstontanns zum Tode verurteilten drei ffigeuner Hernrann, Wtlhcklm imt> Ertrft Ebender Im ben ihre Verteidiger, die Justizräte Rain» und Dr. Pfeifser-Fnlda, sowie Eberhardt Hanau G n a den g e i uche an den König gerichtet. 0
N ie de re m s . 18. Juli. Die Ehe,rau des Mühlenbesitzers B a st i a tt gerät in das Räderwerk der M ü 'hl e. Daber murre ihr das Haar samt der .Kopfhaut ab,wrissen Auch bkc Otten und die Ailgatbranen wurden stark iu Mitleidenschaft gezogen. Die furchtbar zugerickstete Frau umrde dem .Kambergev Krcntkerttmuse zugeführt. Sie dürfte kaum mit dem Leben daton> kommen.
oa. Rendel, 19. Juli. Lehrer i. R. Walter dahier. War Senior der Hessischen Letterscbaft, ist am 1 (>. d. M. nach einem reichgesegnelen Leben int 92. Lebensjahre zur ewigen Ruche heim-- gegangen. Er itwr am 9. September 182.') hier geboren, besuchte die lstesig,' Volksschule trnd bereitete sich dann znm Lehrerberrfftt vor. Nach seiner Eittlasftmg! ans dem Friodberger Lelnersentinar! vertvaUete er Lehrerfdellen zn Rendel. Dieven buch, Klein-Karben^ Beienheim, Altenstädt, intb von Hackfft 1879 bis 1894 wirkte er trneder in Rendel. Iin Herbst 1894 trat er nach nahezu bttjäh - ärger Lshrtätigveit in den wohlverdienten Russland. Der Hessische^ Landeslehrerverein verlchrt in ihm eilt treues, »ür die Ideale seines Standes begeistertes Mitglied, Treue im Dienst, Arbeitsfteudig^. keft, Zuverlässigkeit und Gewiffen-haftigkcit ivaretr Eigenschaftew! seines Wesetts. Bei allen, die den wackeren Veteranen tonnte», wrtW er in ehrendent Atrdenken fortleben.
^ Worms 18. Juli. Der Ehrenbürger der Stadt Warms... Professor Dr. Boos, ist im Alter von 62 Jahren in Basel oet* stör ben. Prof. Dr. Boos hat auf Vermt lasst mg und üopen bcsi Frei^herrt^ v. Hehl in mühevoller Arbeit das reichsstädlische Archiv der Stadt Worms nmgeordnel und sväter das großartige ,.llr» kunoenbucb der Stadt Wortns" l^ransgegeben. Ebenfalls in, Auf-* trage des Herrn v. Hehl verfaßte Pros. Dr. Boos das Praelst>ver7 „Geschichte der theinjschen Städteknltnr".
Briefkasten der Redaktion.
Mnomvme «„fragen bleiben „nderckckfichttgt.-
L. Männert. Svlange Sie nicht dett Beweis für Jtte Behau>- ttmg erbringen, müfseit diese entschieden ztlrÄckgewiesen nrertoen.
Witterungsbericht.
(O e f f e n t l i ch e r Wetterdienst.)
Boriväegenid bedeckt, zeittveise Niederschläge, Tentlpevlrttrr twrofl geäntoert.
Eetzrc Tlfid^rvd^tcn.
Rußlttnd und England
Bern, 18. Juli. lWTB. Nichtamtlich Der Petersstnoger Bertchterstatter der „Dallh Mail" drahtet nuterm 11. Juli über dte Stellung der russischen Sozialisten zu England Von (hrvß »lbrrttumeus zerstrwckem Reiche und seinen V'rwaltturgs- und Ber^ beüngungssckisvterigkeiteit haben sie keine Vorsbellnng, sondern sie Wen England mit lugendhaftent. arglosem Abscheu als eine gierige Spinne an, welck-e die in seinem weilgespannteu Netze gefangeneitl htlslvsett kleinen Nationalitäteu anffrißl. Der Berichterstatter führt' die folgenden bezeichnet rd eit Pressestintmen an- Der .. Mos kau er Sozialdemokrat" erklärt: Eitt Grvnen erMll die .Herzen derer, die an die Front cpehen: sie wissen, daß sie att Englands König und dte französischen Kapftalisten verkauft sind. Die ftrlschcat lozialisttscliien Minister k-aben den Verstand verloren. Vernichtri tte Ntocht der Kapitalisten, gebt den Arbeitern die Kontrolle luber die Industrie und gebt das Land dett Bauern zurück, dann werden wir eine mjcbt'rMlU' Armee ttttn. Das Moskauer Blatt „Rußlands Morgenrot" schreibt: Wtteird die Bourgeoisie und die MtNister über die demotratistben KriegSziele kichern, lachen die Generale über das düpierte Volk imd führen Geheimbefehle vm, lapttaltstischett Regierungen E. Die „Petersburger Arbeiterzet tung" sctteibk: Falls der Krieg einen entscheidenden Sieg gegen Deutschland ttingt. werden wir verzweifelte '-litstrertgungen macken, die englischen Kapitalisten an der P^wittchtnng Teutschlantos zn! verhmtoern.
Die russische Ättinifterkrise.
Petersburg, 18. Juli. Der Justizmimster genießt nicht mehr die Unterstützung seiner sozialistischen Partei- genossen und hat seinen Rücktritt erklärt.
Die „Freiheits'LAnlcrhc.
Haag, 18. Juli. Die „Times" meldet aus Odeffa: Eni Konsortium, das sich in Odessa gebildet hat, bestehend aus mehrerett Soldaten und Matrosen, erneu, Offizier und emeitt Bankbeamten, Hai mit mehr oder minder sanfter Gewalt be kcnmte Millionäre zur Zeichnung auf die russische Freiheits anleihe ausgefvrdert, ohne daß diese Beträge, wie es scheint, an die Regierung abgeliefert worden wären. Es habe auf diese Weise in verschiedenen Fällen Beträge von 8 Millio nen und 1 Million Rubel erpreßt.
Kronstädter Nnifonnen.
Bern, 18. Juli. Nach einer Petersburger Meldun« de- „Eorriere della Sera" ist die Loge in Kronstadt nicht ge klärt. Die separotistischen Revnblikaner beschlossen, die Krön städter Garnison in eine besondere Uniform zu kleiden um dte Autonomie der Stadt deutlicher zum 'Ausdruck m beengen Bon den russischen Eisenbahnen
Amsterdam, 19. Juli. Der Stockholmer Bericht erstcttter des Allgemeen Handelsblad erfährt von rnssischc, Sette, die großcit Eisenbahnlinien seien so abgenutzt, daß man auf den kleineren Linien den Betrieb eingestellt Hain um die Eisenbahnschienen zur Ausbesserung der Hauptlinien zu benutzen.
Die freie Fichrrinne in der Nordsee
^ntfUrbom;J8. Juli. Allgemeen Handelsblad et fährt' dop die englische Regierung Zugeständnisse gemacht habe, durch dte fcne freie Fahrrinne durch b* Nordsee erhalten bleibe.
Aus Peking
... .Berlin. 18. Juli. MT«. ;MM.>mtlich.. Dir nieder lcnrdtsche Regrerung lsttt dem Auswärttgefi Amt umtetlriT iaHeit, daß nach einem Telegramm des niederländischen (R landten in Peking bei den borHorn Deutsch »tri»
verletzt werden seien


