Ausgabe 
17.7.1917 Erstes Blatt
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Titattfdjen Kreisen ungeheures Auffehen. Die Monarchisten errläven, der König könne niemals das ihm vorgelegte Dekret unterzeichnen, mit dem er die Tätigkeit des Königs Konstantin verdamme und glattweg die Revolution und die Einschränkimg der Vorrechte der Krone gutheißen würde.

Ein deutsch norwegischer Notenwechsel.

Berlin. 16. Juli. (MDB.) Die ..Norddeutsche Allgemeine Zcitmrg" veröffentlicht bfli Notenwechsel zwischen der nor­wegischen Gesandtschaft in Berlin und den: N u s w ä r- t r g e n Aste über die Beförderung von Sprengstoffen! durch den deutschen Kurier. Darnach erhob die nor^ wegifclse Gesandtschaft unter dem 28. Juni in einer Verbalnote im -Namen der norwegischen Negierung gegen die Beförderung von Bomben und anderen Svrengmuteriallen durch der» deutschen Ku­rier von Rautcnfels und deren Aufbewahrung in Prrvathäuseni, -,n denen von Rautenfels und andere Mitschuldige Zutritt hatten, Einspruch als auch gegen die ernsten Mißbrauche des Kutterprivlle- giums und die Verlegung norwegifclien Territoriums.

In seiner Verbaliwtc vom 9. Juli klärt das Auswärtige Amt den Sachverhalt aus und teilt mit, daß der Kurier seiner Stellung als Kurier enthoben worden ist. lieber die Frage, ob eine strafbare Handlung vorliegt, wird die zuständige Justizbehörde noch zu entscheiden haben. Die deutsche Regierung »viederholt jedoch die Versicherung, daß der Kurier ebensowenig tose eine andere Person von einer deutschen Amtsstelle einen Auftrag zur Veiwcndimg der Sprengstoffe aus norwegischem Gebiet oder gegen nonvegische In- leressen l-arie. Auch kann die deutsche Regierung nicht umhin, der iwrwegischen Regierung die bereits durch den deutschen Gesandten in Kriittania übermittelte Benrvihrung gegen die mit dein Völker­recht wicht vereinbare Verhaftung eures die Vorrechte der Exterritorialität gernes;enden Kuriers durch die norwegischen Be­hörden sowie gegen feilte Unterstellung unter die irorwegische Ge­richtsbarkeit ausdrücklich zu wiederholen.

Auf den Borwurf der Berletzrmg norwegischen Territoriums wird in der Note erklärt, daß eine solche in der bloßen Durchfuhr Sprengstoffe sowie in deren zeitweiliger Lagerung zum Zwecke der Durchfuhr schwerlich erblickt werden könne, da dies nicht verböten sei. Auch ist im Lause des Krieges zu Gunsten der mit Deutsch­land im Kriege befindlichen Nüächte Kriegsmaterial aller Art in größten» Umfange durch Norwegen durchgeftihtt und zttttveilig dort crnfgestapelt worden.

Die Note drückt schließlich die Hoffnung aus, daß der von der deutschen Regierung sehr bedauerte Vorfall die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht »vttter beeinträch- tegen wird.

Die Spionage in Schweden.

Stockholm, 16. Juli. (WTB. Mchtamtlich. iDagens Nli- heter veröffentlichen neue Ei »rzel heften über die von der schwedi­schen Polizei e n t d e ck t e H a n d e l s s p i o n a g e der E n t e n re. Danach betrieben die Spione ihr Handrverk ha »ipt sächlich in Miles und Geste und schickten von dort ihre Berichte in Zeitungen ver­backt über die Bewegungen deutscher Schiffe an den Militärrttache einer' Ententegesandtschast in Stockholm. Außer- zwei Mfarine- attachös ist auch ein Legatiousrat an einer dritten Enten tegesaitdl- schaft bloßgestellt.

Vertagung des österreichischen Abgeordnetenhauses.

Wien, 15. Juli. WTB.) Das Abgeordnetenhaus vertagte sich aus unbeittmmte Zeit. Am Schlüsse der Sitzung wies Präs ident Tr. Groß ans die vom Hanse geleistete Arbeit hin und bemerkte: Wir haben den Weg zum verfassungsmäßigen Leben »nieder ff ei­gewacht. (Lebh. Beifall.) Wir haben die Stellung des Hauses ge- seltigt und gesichert. Möge das Haus die Kraft besitzen, die großen Ausgaben des Neubaues des Reicks zu erfüllen. Lebh. Beifall.) Ich bin der Zustimmung aller Parteien sicher, wenn ich den heißen Wrrnsch ausdrücke, daß dieser Krieg, der nicht begmuren und ge- nihn tourde zum Zwecke der Eroberung oder zur Unterdrückuirg anderer Völker, sondern lediglich zur Verteidigung des Be­standes, der Freiheit und der wirtschaftlichen Enlnncklung un­seres Vaterlandes, bald beendet wird, daß es gelingen möge, einen dauernden Frieden zu schaffen, der keinen .Haß zurückläßt imd alle Nationen zur gemeinsamen Kulturarbeit >weder vereinigt. Lebh. Beffall inrd .Händeklatschen.! Sollten aber die Bemühungen um einen ehrenvollen Frieden noch iinnrer nicht zum Ziele sührerr, so werden wir alle, wie bisher, iurser Blut und alles, was nur dabei», ttusetzen für Kaiser und Vaterland. (Lebh. laugauhaltender Beifall und Händeklatschen.)

Deutsch-Böhmen.

Prag, 16. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern fand eine außerordentliche B o l l v e r s a m m l n n g des deutschen Bolksrates statt, $n der auch die Herrenhausmitglieder Graf Oswald von Thun und Gras Hans von Schonborm erschienen waren. Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der die versammelten Vertrauensmänner des d e u t s cl> - b ö h m i s ch e n Volkes erklären, daß sie der gegenwärtigen Regierung ivegen ihrer Haltung gegenüber den Tschechen und insbesondere wegen des Amnestieerlasses schärfstes Mißtrauen mtacgenbringeu und ein unbeschränktes Selbstbestimmungsrecht Deuffch-Böchnens im Rah­men des österreichischen Einheitsstaates unter Festlegung der deut­schen Staatssprache und demgemäß die Schaffung eines national abgegrenzten Verwaltungsgebietes als Provinz Deutsch-Böhmen mir eineni eigenen Landtag verlangen. Einem wne inrmer gearteten tschechischen Staatswcsm würden sie sich niemals uutervrduen.Wir und," endet die Entschließung,entschlossen, unsere Fvrderungcii mit allen Vcitteln zu erkämpfen."

Die Gabensendungen für Gegangene.

Berlin, 16. Juli. (WTB. Amtlich.) Vor kurzem ist Nl der Presse mitgeteilt Morden, daß die französische Re­gierung angeordnet hat, den deutschen Kriegsgefan­genen und ZivilintL-rrrierten Nahrungsmittel, Rauchwaren, Arzneimittel und Toilette- artikel aus den an sie gerichteten Sendungen nicht mehr auszuhändigm. Gleichzeitig ist bekackntgegeben worden, daß entsprechende Maßregeln gegen die französischen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten in Deutschland ge­troffen lvorden waren. Jetzt kann erfreulicherlveise mit­geteilt werden, daß die franMsche Regierung ihre Maß­nahmen aufgehoben hat. Die deutschen Kriegsgefangevlen und Zrvilinternierten in Frankreich diirfen also wieder wie früher Pakete mrd Sammelsendnngen jeden Inhalts emp­fangen. Die deutsche Gegenmaßregel wurde daraufhin eben­falls aufgehoben.

Seekrieg.

Neue N-Boot-Erfolge.

Berlin, 16. Juli. - (Amtlich.) Im Atlantischen Ozean wurden durch unsere U-Boote wiederunr eine Anzahl Dampfer und Segler vernichtet. Darunter befanden sich, die bewaffneten englischen DampferThrilBy" (2061 To.) mit Erzladung undMatador" (3400 To.) mit Stückgrtt nach England, sowie der englische SeglerLadh of the Lake". Eines der versenkten Schiffe hatte Mais für England ge­laden. Der Ehef des Admrralstabes der Marine.

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Kopenhagen, 16. Juli. (WTB. Mchtamtttch.) Das Mrnisterrum des Aeußern gibt bekannt, da stdie dänischen Dampfer .Mordingborg", auf der Reise von Cadiz nach Huelva mit Kohlen, undM. G. Manal", auf der Reise von Cania nach England rnit Erdnüssen, sonne die dänische Bart Ätlarrtre", aus der Reise von Cadiz »rach Korför mit Koh­len, versenkt worden sind.

Im heutigen Seeverhör über die Versenkung des däni­schen MotorschiffesMotor", das auf der Reise von Kopen­hagen nach Island mit Stückgut begriffen war. sagte die Bpsatzung aus, daß das Schiff, als es am 24. Juni von auem U-Boot angegriffen ltrurbc, Maschineiffchaden hatte und daher mit Segeln fuhr. Das U-Boot begann sofort mit der Beschießung des Schiffes. Die Besatzung, Kapitän und vier Mann, gingen in ihr Rettungsboot. Während der Vor­bereitungen. hierzu wäre das Boot von den Schüssen ge- ttoffen und die Besatzung getötet worden, wenn sich das Schiff im entscheideirden Äugenbllck nicht gesentt hätte. Das U-Boot umkreiste und beschoß das Schiff ununter­brochen. Die Besatzung versuchte nun, zum U-Boot zu ge­langen, um von diesen! ins Schlepptau genommen zu wer­den, da eine schwere Brise und hoher Seegang herrschte. Aber jedesmal, lvenn das Boot sich dem lb-Bvot näherte, tauchte dieses unter. Die Schiss brüchigen: erreichten nach 3<istündigenl harten Kampfe mit der See die norwegische Küste. Kapitän Lassen sagte aus, daß derMotor" tm Augenblick der Versenkung sich wahrscheinlich innerhalb, allerhöchst ens aber gerade am Rande des Sperrgebiets be­fand. Das U-Boot war gezeichnet U 7, war augenscheinlich von neuen! Typ, 200 brs 250 Fuß lang. Es hatte zwei große Geschütze an Bord.

(Au amtlicher Stelle liegen noch keine Nachrichten über den Vorfall vor.)

Lu§ dem Reiche.

Der Reichstag.

Berlin, 16. Juli. Der Aelte st eua uss chuß des Reichstags ist heute vormittag zusammeugetreten. Cs wurde beschlossen, für Donnerstag nachmittag 3 Uhr die nächste Vollsitzung des Reichstags anzu- setzen. Auf der Tagesordnung steht die Fo r t s e tz u n g d e r ersten Beratung der Kr ie g s kred i t v orl ag e. Der neue Reichskanzler Dr. Michaelis wird dabei ein­leitende A u s f ü h einigen machen und sein P r o - gramnl entwickeln. Auch die von den Mehrheits­parteien verfaßte Kriegs ziel-Re solubi on wird erörtert werden. Möglicherweise wird auch die Vorlage über den Wiederaus b au d er .Handelsflotte zur Be­ratung gestellt werden, doch hängt das noch von einem weiteren Beschluß des Aeltcstenairsschuffes ab. Es ist auch möglich, daß noch am Donnerstag die zweite Bera­tung der Kr i e g s t r cb i t c erfolgt, wobei, dann auch über die Kriegsziel-Resolution der Mehrheit aba e stimm t werden würbe. Man nimmt an, daß der Reichstag sich am Freitag vertagen wird. Irn Ael- Lestenausschuß war die Mehrbeit der 'Meinung, daß diese Vertagung höchstens bis M i t r e S e p t c m b c r dauern dürfe.

Berlin, 16. Juli. (WTB.)'Der Reichskanzler hat gestern den P r ä s i d e n t e n d e s R e i ch s t a g e s empfangen.

Dik Erkrankung Spahns.

Berlin, 17. Juli. Nach deni B. T. habe sich der Vor­sitzende der Zentrumsfrattivn Dr. Spahn von dem Schwächeanfall, der ihn am Donnerstag zlvang, seine parla­mentarische Tätigkeit zu unterbrechen, wieder völlig erholt und in den letzten Tagen mehrfache Konferenzen mit Poli­tikern gel>abt. Lin Sonntag abend sei Dr. Spahn nach Frankffirr a. M. abgerenst, um von dort in eine Sonrrner- frischr ftn badischen Schtvarzrvald zu gehen.

Der Stäöretag ,urd die Volksernährung.

B e r L i n, 16. .Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Im Nah- rungsmitte lausschuß des de u t scheu Städte­tages wurde heute zunächst gefordert, daß die Mnßnahmen zur Erfassung der Milch auf dem Lande verstärkt wür­den. Eine weitere Erhöhung der Milchpreise erscheint mit Rücksicht auf die Verbraucher ausgeschlossen. Ueberdies dürfte die Milcherzeugung umso wirksamer gesteigert werden, je mehr an dem Bestreben der allmählichen Herabsetzung des Milchpreises festgehalten wird. Was die Obst- und Ge­müse frage augeht, so muß einmal das gewählte System tatkräftig durchgeführt werden. Dazu gehört die Verhinde­rung der Ausfuhrverbote. Die Erfassung auf den! Lande ist durch die Verstärkung der Sammelstellen zu verbessern. Ans die Erfüllung der Lieferungsvertrügc ist nachdrücklich hin­zuwirken. Für Dörrobst, andere Obst- und Gemüsefabrikate müssen tunlichst sofort Höchstpreise festgesetzt werden.

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Berlin, 16. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Seine Maje­stät der Kariser hat dem Chef des Zivilkabmetts Exzellenz von Balcntini den hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehen.

Rn» OtsSt «nd Lanv.

Gießen. 17. Juli 1917. Bauernregeln über die Sommersonne.

Somnrer und Winter, Frost mrd Hitze sind Dinge, die trotz chrer GegensätzLchkeit und Ilnvereinbarkeit doch in einer gewissen Abhängigkeit venefturnder zu stcben scheinen. Me in and wird davon inehr überzeugt sein, als wir in diesem ungelvöhnlichen Jahre, das uns erst mft nZochentang anhaltender unerbittlicher Kälte bc- dacht, und nun mit fast ebenso anhaltender Svnnenglut. Jni Winter Chatten wir meit über 20 ffftad erntet s JhiCI, jetzt haben wir oft Mit möhr als 30 Grad iiber Null iin Schatten gehabt: dg zudem der Winter bis weck in den April anhielt, ist dies ein Unterschied von me'hr als 50 Grad in einem verhältnismäßig kurzen Zeitabstand, immerhin eine hatte Probe für das Wachstum der Pflanzen und Früchte in diesem dtttten Kttegsjahre, die aber glänzend Än'rstcmden zu sein scheint. Der Wetterkundige konnte es freilich schon in dem kalten Winter Voraussagen, das; ihin ein ^heißer Sommer folgen würde. Eine ganze Anzahl der alten Bauernregeln bestätigen das, und wer dieser anspruchslosen Volks- Weisheit init Germgfchätzrmg und Zweifeln begegnet, form sich an nachstehenden Proben leicht nachträglich von ihrer Richtigkeit über­zeugen. So tvird vorn Januar gesagt:Ist der Jrnnar weiß nntt) der Smnmer heiß." Nun, an Schnee hat es diesmal nicht gefehlt, das können unsere fleißigenSchipper" bezeugen, und dieser uns damals gar nicht so sehr willkonrmttre Ueherflnß gilt zugleich als gute Vorbedeutung für die Ernte. Da heißt es nämlich: ,^Januar urnß vor Kälte knacken.

Will der Bauer Mehl ein sacken.

Hat der Jänner Eis und Sckviee,

Gibt es Korn auf jeder Höh'!"

Das gleiche gilt für den Februar, der Schnee und Eis bringen: muß. wenn der Sommer fruchtbar und heiß werden soll. Für die Ernte lautet die Regel:

Große Kält- im Februar Bringt ein gutes Erntejahr.

Im Hornung müssen Stürrne fackeln.

Daß den Ochsen die Hörner wackeln.

Friett das Wasser im Hornung nicht ein.

Wird die Ernte sein sehr klein/'

Apttl naß und kalt.

Wächst das Korn wie ein Wald April kalt und naß,

Dann wächst das Gras."

Anch 'aus dem Wetter einzelner Tage konnte man auf die Witte- rungverhältmsse in rr^ftenffernten Zeftabschnitten schließen. Dias! GttindonnerstagSwetter war beispielsweise vorbedeutend ft'ff das Wetter an Christi Himmel fahrt, und das Karffeitagswetter für die jetzige Zcft. Zwei solche Karfftttagswetterregeln lauten:Wenn's am ^ttllen Freitag regnet, ist bis Johanni trockne Zeit: Kar- rrcrtag regnerisch macht das ganze Jahr durstig." ''Nach den Er-' lahrungen dieses Sommers könnte die erste Regel vielleicht zu' Recht bestehen, während die zwecke in ihrer Allgemeinheit ffeilich, nicht ivöttlich genommLU werden darf. Wenn es nach dieseir alten Bauern regeln golst, wird sich das Wetter anscheinend erst un August ändern. Wie es dann niird, kann man ermessen, wenn man sich ettnnett, wie das Wetter am Neujahrstage war. Tie Regel darüber heißt:Wie der -Iffujahrsdag tut sein, so führt der August Uw 'ein." In Mitteldeuffchland rvar der Neujahrstag ziemlich kühl und trübe. Nach dieser Regel müßte also der ''August den Regen bringen, der in der ersten Hälfte dieses Monats erwünscht ist, da- mtt die Früchte m der letzten Zeit der Reife ttichlig fchoellen.. Bis dahin haben wir aber vielleicht noch eine ganze Reihe warmer. und trockner Tage zu ettvarten.

Einschränkung des Gebrauchs von Wüsche in Gastwirtschaften.

Die Knappheit jan Web-, Wirk- und Strickivaren drängt inehr und mehr «dazu, mit >dcn vorhandenen Vorräten hauszuhatten. Nicht nur we Einschränkung der Lluschassungen auf das notwendige Maß, lonvern^auch die schonende Behandlung des Besitzes ist zur gebiete- vischen Fmderung gttvorden. Die Schonung soltte in uwhlverstan- dener Rficksichtnahme des einzelnen auf das Gemeinwohl im eigenen Haushalt von feXblt geübt werden. In den der Oeffentlichkeit dienen­den Betrieben, in denen oftmjals der gute Wille des Betriebs- - in Habers beim schweren Das einsfomps an dem Verhallen seiner Konkurrenz scheitett. Muß mit behördlichen Zwangsmaßnahnren ein-- gegrinen merben.

DieS erscheint insbesondere angebracht aus dem Gebiete des Wafo)everbrauches, da gerade die Wäsche ihrer Bestimmung nach durch die l.äuftge Reinigung mit ck>emis dyn\ und niechanischen Mft^ teln dem schnellen Verbrauche anheimfällt. Besonders schnell ab­genutzt n?erbeu solche Wäschestücke, die in den (öast- und Säumt-- wirffchasten der Behandlung ffemder, an dem Bestände der Stücke nickst interessierter Personen preisgegeben sind. Durch ttichickits-- loieste Verivenduug auch zu allen ihrer Bestimmung ffemden Zwek- keu. durch Einbrennen, Ein schneiden aus Lässigkeit des (öastcs, aber, vornehmlich durch das fortwährende Waschen, das oftmals durchs den Grad der Beschmlutzung noch nicht gereckchsettigt ist, tritt ein > übermäßiger Verschleiß ein und gefährdet das Gemeinwohl. Magi es auch einem verwöhnteren Geschmack nstdersfoechen, daß nun­mehr die Mund-und Tischtücher vom Tische in den Gasthäusern ver- schwinden sollen, so wird doch jeder Einsichtige in der Not der Zeit »ich zuwisellos dem Gebote solcher Streckung unserer Wäsche Vorräte nicht verschließen. Es ist besser, daß die nicht unbedingt erforder­nde Benutzung von Tischzeug vermieden wird, als daß allmählich du nötige Versorgung der Bevölkerung mit Wäschestoffen zur Be­kleidung gefährdet wird. Bleibt das Tischzeug kimsttg nncmgegriffen liegen,, wandert .Handtuch und Bettwäsche in »mit geringerer Zahl in die Wäschereien, so bleibt dem Volke eine sehr ansehnliche Reserve für den Fall etwaiger dringendster Notwendig feiten.

Die Reichsbekleidungsstelle bat »ich deshalb, und zwar im Eckt- Verständnis mit den beteiligten Kreisen, zur Erfüllung der ihr ge­setzlich zugelviesenen Ausgabeder Sorge »ür ivarsameir Verbrauch" geffvungen gesehen, vom 20. Jüli 1017 ab in den öffentlichen Lo- folcri, Kaffeehäusern, Konditoreien, Erfrischungsräumen, Hotels^ Pensionen und bergt., kur; in jedem derartigen Gew-erbebetticbck ebenso »che in allen öffentlichen gemeinnützigen Btttrieben die Dar­reichung von Mimdtt'ichern zu verbieten.

Ferner dürfen vom 1. Oktober 1917 ab in den bezeichneten Be­trieben »vaschbare oder abwaschbare Tischzen ge zun» Bedecken der Tische den Gästen nicht 'ntehr zur Benutzung überlassen »oerden. Es lieht aber den Witten von den genormten Zeitpunkten ab ffeff Mund- und Tischtücher aus Pacher oder aus reinen Papiergeweben zu verweuchn, auch, dürfen sie bei .Hochzeiten und älpiliebe»» Fest-, lichkeiten die Gäste ihre eigene Wäsckw vettvenden lassen.

In allen Geroerbebettteben, in denen Fremde zur Bel^erberguna ausgenommen werden, »che Hotels, Pensionen, sogenannten ^hrr* Häusern und der gl. darf vom 20. Juli ab jedem Ofost nur ein frisches Handtuch für Iden Kalendertag verabreicht werden. Da über die Benutzungsdauei' eines Handtuches Weiteres nicht vorgeschtteben ist, würde der Gast Mit dem au» znwiten Tage verabreichten frischen Handtuck: au diesem Tage bereits z»vei Handtticher zum Gebrauch haben. Es bleibt auch hier dem 0-astc »mbenommeu, eigene Wäsche mft sick zn führen. Für die Benutzung eines Bades sind »veiterck zwei Handtücher oder an Stelle des zrveiten Handtuches ein Bade­oder Frottiettnch zugestanden.

Die Bettwäsche soll gr»mdsätzlich jedem Gaste ivenigsttns sieben Tage dienen, ehe sie gewechselt werden darf. Nur in außergewöhn­lichen Fällen, wie btt Ettinukung oder dergleichen, dürfen einzelne Stücke vorzeitig erneuert »verdcn.

Die Vors ch rifteir über Hand- nnd Badetücher sowie Bettwäsche rhtben gleichfalls auf solche ans Papier m»d reinen Papiergeiveben, ferner ans die Beherbergimg von Kranken in öffentlichen und xku vaten Krankenanstalten keine Amvendung.

1 Ini de»» Gewerbetreibenden Schwierigkeiten ttnzelncr nicht ein­sichtsvoller Gäste »mch Möglichkeit fernztchalten, ist bestimmt, daß die Bekenn tmecbitng in jedem Bttttebe in entsprechender Form anzu- bringen i ft.

Zu»ritt'rhandlungen gegen die angefühiwen Bestimmungen sind» mit scküveren Freiheits- und Geldstrafen bedroht. Auch könnenöe* triebe, in 'tunten Verstöße gegen die Bekannttimchgrng vorfom.i»»en, ge­schlossen werden, glttchgülttg, ob es der Betttebs in Haber selbst oder einer seiner Angefielltern ist, der sich die Znwiderl'iandllmg lxtt zp schtklden kommen lassen.

Bermrndernng des Bargeldumlanfs.

Das loittschaftliche Interesse der Allgemeinheit tmd jedes Ein­zelnen erfordern dringend eine Verminperinig des Bargeldumft j^nfs, die am volllominenstien durch»! Förde rungdes liebere »v e i su n g S v e r k e'h r § erreicht wird. Dem Vorgehen zahlreiche aitderer Behörden entsprecherld, s»»rd daher auch die hessischen staatlichen Behörden N!k»»Mvh!r ^ angewiesen worden, inj größeren Orten die Bergebirng von Lieferungen und Air-« beiten in der Regel davon abhängig zu »nochen. daßj der Lieferer oder Ge»vrr betreiben de hei einer Bank, Spattasie oder» Kreditgenossenschaft oder bei dem Postscheckamt ein Konto unter-« HÄt und durch Stempelaufdruck auf seinen Bttefen und Rechnungenj oder durch Aufkleben oder Bttlage von besonderen Zetteln die Empfänger ersucht, größere Zablungielt nur auf dittes Krnrt» zu lttsten.

Die Unterhaltung ttnes UoberwttsuUgskoittos erfordert ?etuetfo* besondere geschäftlickie .Kennkniffe. Für dm kleine»» Verkehr ge»rügt der einfache llcberruttsurtgsverkehr, so daß der Kontoinhaber teinesft wegs etwa genötigt ist, Scheks itt. den Verkehr zu btt»»gen. Alle staatlichen Mssen wettrm künftig ein Ueberwtti'ungskonfo bei der Sparkasse ihres Bezirks untlktthakfon, die größerm Kassen ein­schließlich der bedeutenderen llittererhebstellen außerdem noch cmj Postsch»eckkoitto, die großen städtischen Kassen auch ein Rttchsbank- girvkonto und teilurttse auch ein Konto btt einer oder mehrere^ Privatbanken.

U-Boot-Spende.

In dern Kreise Gießen sind an U-BoottSpenden bis setzt emgeaangen voir dm Geuittndm» Mbach 56 Mk., Mlendorf a. Lckhu 150,60 Mk., Mendorf a. Lamrda 219 Atk., Mlettshausen 56.60 Mk., Alten-Busttk 89 Mk., Bellevsbeftn 178,40 Mk., Bellers^ Hain 68,30 Mk., Bersrod 84,60 Mk. Betten harnen 84,60 Mk., Birklar 99,10 Mk., Climbach 62 Mk., Daubringen 64,20 Mk.. Eberstadt 1.70,15 Mk., Gttlshausen 105 Mk., Großen-Buseck 330 Mk., Grünberg 476.10 Mk., Grüningm 124 Mk.. Hausen

65.70 Mk.. Heuckrelhttm 93,40 Mk., .HGzhein» 326 Mk., Hnngen

696.70 Mr.. Inheiden 180 Mk., Kesselbach 63 Mk., Klein-Linden 353,45 Mk., Langd 230 Mk., Ärng-Göns 620 Mk., Langsdorf 256,85 Mk., Lauter 48,30 Mk., Sich 587,20 Mk., Lftrdmstruth 40 Mk.. Lollar 345,30 Mk., London 156 Mk., Lmnda 59,70 Mk., Mainzlar 58 Mk., Bttckrster 66,15 Mk., BttkscheNbttm 177,30 Mk.^.