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Erstes Blatt
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r rjc^twt lägttch. «uiitft Somrtags. — Beilagen:
Eichener KamMrvdlStter,
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rlV»W?siE S«iMgsnrn-r»nrS«.Verlag: Srühl'sche «niv.-vach. «.SleWruckerei «.Lange.
Samstag. U. Zr I 9 tf
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für Politik u. Feuilleton:- Aug. Goetz; Stadt und
Schristiettung, GrschSstrstrlle u. Druckerei: Schulftr. ?.
Land, Vermischtes u.Ge- r?chts!aal: Fr. R.Zen,; AnzM^enteil: H. Beck; amtlich in Gießen.
(WTB.) Trotzes Hauptquartier, 13. Juli. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nu pp recht.
An der flandrischen und Artois-Front war in mchercrcn Abschnitten bei guter Sicht der Feuerkampf stark.
Feindliche Vorstöße östlich von N i e u p o r t, südöstlich von Upern, bei Hulluch und südlich der Scarpe wurden zu- rückgesch lagen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Wieder war die Kanrpftätigkeit der Artillerie in der westlichen Cbanwagne erheblich gesteigert. Auch auf dem linken Maasufer erreichte das Feuer abends große Heftigkeit.
Auf der Höhe 391 nahmen Sturmtnlppen im frischen Draufgchen die vom Feinde crm 8. Juli zurückeroberten Grüben wieder. Die Besatzrmg wurde niedergemacht, ein Teil Gefangene zurückgeführt. Die von uns in den Kämpfen am 28. Sinn gewonnenen Stellungen in 4 Kilometer Breite sind einschließlich ihres Vorfeldes damit wieder voll in unserer Hand.
Trotz heftiger Gegenwirkung brachte ein Erkundungs- vorftoß hei Prmnry uns Gewinn an Gefangenen und Beute.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Die Lage ist unverändert.
*
In zahlreichen Luftkämpfen verloren die Gegner s i eb - zehn Flugzeuge, zwei weitere durch Abwehrfeuer.
Oberleutnant Ritteir von Tutjchek. der am 12. Juli zwei feindliche Flieger zum Llbsturz brachte, errang gestern durch Mschntz eines Fesfelbaltons den 16. Luftsieg.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern.
An der Düna, bei Smorgon und an der Schtschara war Die Gefechtstätigkrit rege.
Auch westlich von L u ck lebte sie infolge eigener Grkun- dungsvorftötze zeitiveilig auf.
Südlich des Dnjestr find an mehreren Stellen der Lammca-Linie russische Angriffe zum Scheitern gebracht worden.
Av der
Front des Generalobersten Erzherzog Josef
nick bei der
Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls vonMackenfen
drangen nach starkem Feuer mehrfach feindliche AufklärungS- Eeilnngen gegen unsere Stellungen vor. Sie find überall angewiesen worden.
Mazedonische Front.
Oestlich der Bidze Planrna löste ein erfolgreicher bul- garischer Vorstoß örtliche Gegenangriffe der Serben aus', sie schlugen verlustreich fehl.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.
*
Der Abendbericht.
Berlin, 13. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Ter lebhafte Feuerkampf in der W e st - 6 h a m p a g n e dauert au.
Im Osten hat die Fettertätigkeit Mischen Z l o t a L i p a und Narajowka zugenommen. Südlich des Dnjestr ist die Lage bei kleinen Gefechten südlich von Kalufz unverändert.
In das regeH-ose, nrrercstrickliche Durcheinander der letzten Tage ist ein Lichtstrahl gefallen, der uns Beruhigimg gibt. Bevor der Reichstag Voreiligkeiten begeht, vernimmt er jetzt, oder wenigstens seine hervorragendsten Vertreter, die Meinung .Hrndenburgs Und Ludendorffs. Mau sollte meinen, das würde überall als befreiend oder wenigstens als gerecht betrachtet werden, denn auch der zielbewußteste Abgeordnete «um über die Ansichten der kriegserfahrenen Heerführer doch nicht einfach die Achseln zucken. Wir meinen, es mußte jedem Volksvertreter dringend erwünscht sein, bevor eure ReichAdyrgsEntschließung vom Stapel gelassen wird, die beiden Männer einmal zu hören. Uni die Aussichten der weiteren Kriegführung ^n beurteilen, gehört ein wenig Sachkenntnis da^u, und schließlich sind sogar die politischen Schlußfolgerungen, die zwei so geniale Soldaten ziehen mögen, immer noch wertvoller als die Grfahrnngs- und Entschlie- ßnngssätze der Abgeordneten Hinz und Kunz. Es gibt aber Leute und Politiker, die Hirldenburg und seinen Gefährten am liebsten ganz ablehnen würden? Sonst würde z. B. die „Fvankftirter Zeitung" nicht folgenden Satz schreiben: „Tie Entwicklung der -aa-nzen Krise und ihr Ausgang, wie er jetzt durch das offene Eingreifen von Instanzen herbeigeführt zu werden scheint, die bis vor wenigen Tagen in dieser poetischen Angelegenheit nie öffentlich genannt wor- rden sind, bedeutet unzweifelhaft einen Erfolg der politischer! mnd sozialen Pcrrteien und Elenrente, die seit Jahr und Tag mit bekannten Mitteln und mit wachsender Heftigkeit den Kampf gegen den Reichskanzler geführt haben." Also auch Hindenbnrg und Ludendorff werden jetzt von dein Blatte unter die .i:oentschen gestoßen! Fragt man aber bei diesen Dingen 't einmal nach dem Volke, dem erirfachen, arbeitend-ii, an charrenden und kämpfenden Volte, das sehn- suclusvoll i-ii« Kriegsende erwartet, aber in seiner Mehrheit doch lveiß, daß es Vertrauen fassen muß in die Füh rnng des. Reiches, die es iricht vergeblich kämpfeu lassen i-arf, sondern die nari-on-olen Interessen dabei ab wägt? Es
nur Wenlge, die danach schreien, es müßten einfach- die
Waffen nredergelegt werden. Die meisten schöpfen ihre Beruhigung, ihre Vorsätze, tveiterhin die natiormle Pflicht zu erfüllen, doch daraus, daß kundige, erfahrene Männer an der Spitze genau abwägen, was sich durch den Kampf und Krieg erreichen läßt uno was nicht. Immer noch soll ja das Wort gelten, daß wir jetzt Deutsche sind und keine Parteien kennen sollen. Fragen wir aber einmal offen, Wern das deutsche Volk mehr Vertrauen entgegenzubringen geneigt ist: Hindenbnrg oder Bethmomn Hollweg, so wird sich wohl alles in Dankbarkeit und Verehrung um den Helden von Dannenberg scharen, der von weltgeschichtlichen Erfolgen gekrönt ist, während das schlichte Haupt Bethmanns allenfalls' vom milden Schein strenger Beamtentüchtigkeit und der Reinheit und Unbestechlichkeit seines Wotlens verklärt wird. Es scheint, daß sein Rücktritt unnnttelbar bevorsteht. Die Berliner Blätter, deren Aeußernngen wir nachstehend wiedergeben, singen ihm alle schon Abschiedslieder. Und toenn ihn die Gleschichte auch noch nicht für „schuldig"" erklärt hat und man ihm außer dem rechten Vertrauen auch alle möglichen Sympathien entgegenbringen konnte, so lvar's doch hohe Zeit, dajß die Luft gereinigt wurde. Große Parteien, wie Zentrum und Nationalliberale, sollen ans direktem Wege den Kaiser haben wissen lassen, daß sie den derzeitige:! Kanzler nicht mehr für geeignet hielten, für das Deutsche Gleich den Frieden abzuschließen. Darüber wird später mehr zu reden sein.
Es liegt eine Beruhigung darin, daß jetzt nichts geschiehst bis die Krone ihren Entschluß gefaßt hast der von weittragender Bedeutung sein wird. Alle Organe, insbesondere auch die Volksvertretung, haben bei der Krisis in ausreichendem Maße mitgewirkt. Wir denken, es kann jetzt nichts Falsches beschlossen werden. Daß Gras Hertling etwa j Reichskanzler werden wird, daran glauben wir nicht. In der ^ache der Kriegsziele, in der Beurteilung unserer künftigen Aussichten, wird es wohl jetzt eine Klärung geben. Hoffen toi!', daß es dem Kaiser und seinen Beratern gelungen sein möge, für die Ziele, die wir erreichen wollen, den befähigten, freudig schaffenden obersten Schrittmacher zu finden! Möchte jetzt vor allem viel dafür getan loerden., die Unvernunft der Leute zur Ruhe zu bringen, die da. glauben, eine hmmme Tat zu verrichten, wenn st, rufen: „Nieder mit dein .Kriege!" Denn das sind die Kriegsverlängerer! Sie sitzen glücklicherweise nur in Öemften Minderheiten über das Reich verstreut; «s sind die Schreier der sozial demokratischen Arbeitsgenreirrschast. Nicht einmal Scheidenrann stimmt in diesen Schrei „Meder mit dem Kriege" ein, denn seine Partei hat die KriegS- kredite bewilligt und wird sie hoffentlich auch jetzt wieder bewilligen. Ihr, der sozialdemokratischen Partei, dann vorzuhalten, daß sie für die Fortführung des Blutvergießens, der „Völkerschlächterei"", eintrete, das bleibt einigen Prinzipienhelden Vorbehalten, die nicht sehen wollen und nicht sehen können.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 13. Juli. (WTB. Mchtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
O e.st l i ch t r Kriegsschauplatz.
In Rumänien und bei der HeereSftont des Generalobersten Erzherzog Joseph lebhafte ftrndliche AufflärungS- tätigkeit.
In der Lo mnica-Stell u ngd wurden mehrere russische Vorstöße adgewiefen. In Wolhynien losten unsere ErkundungSabteilungeu stellenweise lebhaftes Geplänkel aus.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Chef des Gcneralstabes.
* 4-
berliner blätter über den bevorstehenden Rücktritt des Reichskanzlers.
Berlin. 14. Juli. Wie die „Tägl. Rundschau"" hört, ist das A b s ch iedsgcsu ch^es Reichskanzlers bereits angcnwm- men worden. Auch andere Morgenblätter ertvahnen, daß die Nachricht verbreitet sei, der Kaiser habe das Entlassungsgesuch des Kanzlers genehmigt, fügen aber Meist hinzu, daß eine Bestätigrmg noch ausstehe.
„Berl. Tage bl."" schreibt: .Herr o. Bethmann Holltveg geht. Diese Tatsache ist nicht m-ehr pveifelhast. Wir glauben, daß das Entlassnngsgesuch, das er einreichte, bereits angenvmmtn ist. Der Reichwkabzler. der ihn ablöst, imrß durch seine Person und smortige Taten die Gewähr bieten, daß er entschlossen ist, den Verltcindi- gungsftieden vorznbereiten und de rVolksvectretung das volle Recht der Mittegierung. Riitvermttlvo'rtnng und Kontrolle zu verleiben.
Die „T. Tagesztg." sagt: Lange genug hat der Alb seiner lBetbmamrs') Unfähigkeit das deutsche Volk ain Atemholen verhindert. Die Erstickungsgefahr war nicht mehr fern. Wie Beth- mcmn trotz seiner Worte: „Freie Balm jedem' Tü'chtigen^ eben >n!t seiner Person diese Bahn versp.rrte, so stand er mrch trotz allem eigenen Frwdensbedl'irsnis quer im Wege, auf dem der Fnede daherschreiten nurß.
9Lach -der „G e r iiran i a" dürfte die Entscheidung über Herrn v. Bethmanns Nachfolger kmnn in 24 Sttmden getroffen.werden können, denn selbstverständlich müsse sie. mm zugleich klare Bahn für alle Fragen bringen, die uns seit Iah rund Tag tn steigendem. Maße beschäftigt, fast möchte Man sagen, auseinaudergebracht haben, uaüttlich narr äußerlich, da die inner eGeschlossenheit, der Wilb' des deutschen Volkes, den Krieg auf alle Fälle zu einen! glücklichen Ende zu bringen, davon rmverührt und ungeschmälert bleiben.
Der „Börsen kurier"" meint: Die Nachricht von der 9üt- nabnre der DeMssiorc durch den Kaiser ist zwar uoch nicht l^estätigt, aber die Vorwnrnvnsse der letzten Tage, die Haltung der Reichs' tagsparveien und die Stimnrung ttn Lande lassen sie so berechtigt xrich-cuwN- daß <m ifev .tone Aezweiseft wLrdeu kaum
Nach der „Börsenztg." gcht deickllch aus der gestrigatz Vertagung hervor, daß der Kanzler den Reichstag gegen sich habe. Man tolle erst den Verlauf der Dinge abwvrten, bevor nwm cm die Erledigung der so dringenden Arbeiten gshe.
Der „Vorwort s"" erklärt im Leitartikel: Die deutsche Sozialdemolratte ist bereit, alle ihre Kräfte herzugeben, um gemeinsam mit einer künftigen Regierung das Reich im Innern zum freiesten Staate der Welt auszubauen und zugleich den Tragbalken für einen dauernden Weltftieden zu zimmern.
Nach der „Voss. Ztg."" wurde gestern in parlamentarischen Kreisen die angebliche Absicht der Regierimg erörtert, unter ge- n-issen Umständen die Personalunion zwischen dem Kanzlerposten und dem des preußischen Ministerpräsidenten aufzuheben. Als zukünftiger preußischer Ministerpräsident sei Herr v. Lvebell genannt worden.
Nach dem „Berl. Tg bl." verlaute bestimmt, daß das Zentrum gestern mit allen gegen zwei Sttmnren beschlossen habe, sich auf den Boden der geplanten Friedenskimdgebmig zu stellen, auch wenn die Nationalliberalen sich abseits halten.
Nach der „Morgenpost"" ist auf^ Antrag des bayerischen Landtagsabgeordneten Held der Reichsausschuß der Zenttumspartei einberusen worden.
Hindenburg und Ludendorff wieder in Berlin.
Berlin, 13. Juli. (WTB. Amtlich.) Auf Beßchl S. M. des Kaisers ist Generalseldtnarschall v. Hindenburg mit dem Geireralqitartiermetster Lud end or ff heitte vormittag in Berlin eingetroffen.
Berlin, 14. Juli. Vor dem Gencrcrlstabsgebäude im Tiergarten hatte sich- von Freitag', nachmittags 4 Uhr an, eine große Menschenmenge angesammelt, m den Generalfeldmarschall von Hindenburg, der dort Aiumtthalt genomrnen hat. M begrüßen. Von 6 Uhr abends fanden die Baspvechümg<w des General- seldmorschalls von Hindenburg mit den Fraktionsführern statt. Um 10 Uhr fuhr ein Kriegsauto vor deni Hauptportal General- stadsgebäudes vor und bald darauf trat der Gen-eralseldmarschall, gefolgt von Frau und Tochter, heraus. Das Publikum muiubellq ihn und brachte ein Hoch nach dem andern mts. „Einen gut ent Frieden, Exzellenz?"" riesen zählrrich^ Sttmmen. Der Fek^> marschall, der sehr frisch Und gesund aussah, dankte freundlich nach allen Seiten hin.
Die Parteiführer bei Hindenburg und Ludenvorff.
Berlin, 14. Juli. Ueber die Zusammenkunft der Partei- fiXtmrc mit Feldmarschall von Hindenburg und General Ludendorsf erfährt der ,^8ecl. Lvk.-Anz."" werter folgende Einzelheiten: Vertreten waren mft Ausschluß der sozialdenwkva- tischen Arbeiterpartei alle FrattüMen durch je zwei ihrer Mit- glüder. Die Zusmmnenttmtt fand im Reichstagsgebäude statt. Wie den Heroen durch dsn Genepalsekunarschall und seinen Gencral- fdabsck)es eröffnet wurde, sei der Beweggrund, eine solche Konsecenz herbeizusülwen, der gewesen, daß es. für beide Teile wohl toün- schenswert erschienen sei, sich gegenwärttg jeder von seinem Gebiete aus zu informieren und informieren zu lassen. Dement- sprechend nahm besonders General Ludendorff die Gelegenheit wcttw, den Parlamentariern Aufschlüsse zu geben. Er war es fast ausschließlich, der das Wort fÄhrte, während Hindenburg nur gelegentlich, gleichzeittg bestätigend und ergänzend, eingrifs. Dann ivar die Reihe an die ?lbgevrdneten gekonnnen, um wiederum den Militärs über die twlittsche Lage Auffchluß zu geben, insbesondere, wie sie sich rin Rahmen der Kanzlerkrise gestallte hat, Hirr w-ar es, wie rrkan ums mitteilt, in erster Linie Goas Westarp, der den Sprecher mackste? Selbstverständlich kamen auch die anderen Herren zu Wort. Die Begegnung hatte etwa eine Stunde gv dauert, und sichtlich befriedigt schieden beide hftuppen in herz lichster Weise voneinander.
Rücktritt des Kric^sminifters v. Stein?
Berlin, 14. Juli. Auch der K r i e g s m i n i st e r von Stein ist nach der „Germania"" angeblich dem Beispiel der Mehrzahl der preußischen Staatsminister gefolgt und hat um seine Entlassung gebeten. Das Zentrumsblatt - schreibt darüber: Der Grund dieses Vorgehens der Minister sei keinesfalls in chrer Stellungnahme zur preußischen Wahlrechtsfrage zu suchen oder durch die Haltung, die der Kanz^ ler während dieser ganzen Krise eingenommen habe.
Die englische Preffe zur KanzlerkrifiS.
Basel, 13. Juli. Der „Daily Expreß"" erklärt, daß seit Beginn des Krieges Erzberger Bethmann mrterstützt habe. Erzberger sei heute die zweite Ratte, die das sinkende Schiss verlasse. Scheide mann habe es bereits vor mehreren Wochen verlassen. Erzberger hatte sein "Nest in der Kabine des Kapitäns, während Scheidemann nn unteren Schiffsraum legierte. Die „Daily New s"" lneiitt, ,daß die bevlorstehsnde Entlassung Bethnvrnn Hollwegs die Atmosphäre reinige und in allen kriegfiihrenden Lärr dern bederttende Rückwirkung haben werde.
Der hauptansschutz des Reichstags
war, so schreibt man uns aus Berlin, in Verttettmg des erkrankten Vorsitzenden Mg. Dr. Spahn, vom stellvertt. Vorsitzenden, dem Mg. Dr. S ü d e k u m, auf heute (Freitag) vormittag 10 Uhr einberusen worden. Tie Beteiligung der Abgeordneten aller Parteien in dieser Sitzung ivar wohl noch stärker als M! den früheren Sitzungen. Bonder Regierung erschienen in kurzen Mständen gegen 10 Uhr der Staatssekretär des Reichsmarineamtes v. Capelle. Reichsfchatzsekretär Graf R o e d e r n Staatssekretär Dr. Z i m - ine rin ann, sowie die Staatssekretäre Dr. Sols, Lisco und K'raetke. Die Sitzung war bevefts eröffnet, als in Begleitung des Unterstaatssekretärs beim Reichskanzler Wabn'tofse der Stellvertreter des Reichskanzlers Dr. Helfferich erschien. Der Reichskanzler selbst war nicht zugegen. Nach Eröffnung der Sitzung durch Dr. Südekum entspann sich eine lange Aussprache, die durch einen Brief des Äbg. Erzberger an den Vorsitzenden vertoaßt worden war. In diesem Brief regt Pbg. Erzberger au, über die vertraillitou Verhandlungen des schusses einen amtlichen Bericht l-erzustellen, in! übrigen aber durch eine Zensurversügung zu verhindern, daß die Zejtungen andere Berichte über die vertraulühen Sitzungen bringen. Die beid»'!! sozialdemokratischen Fraktionen und die Fortschrittliche BollsVarstei erklärten sich gegen die Erzbergersche AnregiMg Selbitzucht der Mgeordneten inrd der Regierungspertteter. mu- allem mich der Presse, sei das einzig wirksani'e Mittel ' Tw Presse würde trotz aller Zensurverfügungen Mittel und Wege stoden. usn z. B. in Lcitarttkehr oder tritt scheu Bettachttmgcu Dar-


