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12.7.1917 Erstes Blatt
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ivujifter Rszelß«, etteint täglich, aufeet

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Erster

Blatt

fbr. Zahrgang

Donnerstag. \ 2 . 3 ul' M

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General-Ä«Mger pr Gherheßen

Sansvertehr: Sewerdedank Hießen

ZwUIingsrvnddnick n. Verlag: Sriihl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerri kl. Lange. SchristlertAng. fficjtfjäftsftellc u. Druckerei- Schulstr. 7.

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Em Erlaß zur preuVschen Vahlretzisrefsrm. Die EnglöOer über die Vser zuMgelvsrfen.

(WTB.) Großes dauptquartier. 11 . Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Im Düneuastschnitt des Marinekorps stürurten gestern Teile der kanrpfbewährten Marine-Infanterie nach planmäßiger wirkungsvoller Feuervorbereitung die von den Franzosen stark ansgebauten» seit kürzend von den Englän­dern übernommenen Verteidigungsanlagen z wi­sch e n d e r K ü st e und L o nr b a r t z y d e.

Der Feind wurde über die Äser zurnckge­rn o r f e n.

Üeber 1250 Gefangene» dabei 2 7 Offiziere» furd eingebracht worden. Die englischen Verluste in dem stark beschossenen Gelände zwischen Meer und Fluß sind sehr hoch. Die Beute steht noch nicht fest. Wieder trugen unsere Flieger in tatkräftiger Weise trotz heftigsten Sturmes zirm vollen Erfolg des Tages wesentlich bei.

*

Bei den anderen Armeen der Westfront hielt sich in­stilge regnerischen Wetters die Gefechtstätigkeit in geringen Grenzen.

Einige Erkintdlnigsunternehnmngcn von sächsischen» rhei­nischen und Garde-Truppen bei Reims, östlich der Argonnen und zwischen Maas und Mosel zeitigten gute Ergebnisse.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen -Ostsee und Schwarzem Meer- keim gröHeren Kampfhandlungen.

Die Bewegungen südlich des Dnjestrs sind bisher wie geplant vollzogen worden.

Mazedonische Front.

BirlMrische Streistrbteilungen rieben östlich des Doiran- Sees einen englischen Posten auf. In der Struma-Ebene schoß die englische Artillerie mehrere Ortschaften in Brand.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorsf.

P

Der Abendbericht.

Berlin» 11. Juli, abends. (WTB. Amtlich.)

Im W e st e n vielfach gesteigerte Artillerietätigkeit

Im O st e n stehen südlich des Dnjestr deutsche und öster­reichisch ungarische Truppen an der Lomnica wieder in Ge- fechtsfühlirüg mit den Russen.

Ein mrtentscheideuder Schritt ist getan. Der Kaiser und König hat verfügt, daß eine Gesetzes Vorlage zur Aenderung des Wahlrechtes zum preußischemr Abgeordnetenhaus aus der Grundlage des gleichen Wahlrechtes so frühzeitig einzubringen ist, daß die nächsten Wahlen nach dem neuen Köahlrecht stattfinden können. Damit ist in diesem Punkte .Klarheit geschaffen, und diese Reform, die von allen Verstän­digen im Reiche längst, totere vor dem Kriege, gewünscht -und gefordert worden war, hat an sich keine Gegnerschaft als einzig lcttb allein einige Konservativen. Die preußische Wahlrechtsreform mußte, kommen, das Versprechet! des Königs, das er schon im Oktober 1908 mit bestimmtesten Ausdrücken gegeben hatte, indem die Thronrede die Reform alseine der wichttgsden Aufgaben der Gegettwart" be­zeichnet hatte, mußte gehalten werden. Die Frage war nur die, ob es zweckmäßig war, sie jetzt, ittmitten der Schwie­rigkeiten und ArbeitshälttsUngen des Krieges, zu lösen. Wenn die politische Welt im Reiche verständig und ver­trauensvoll gewesen wäre, so hätte es mit der ungestümen Ausrottung dieser die Gemüter heute doch erst iu zweiter Linie beschäftigenden Fragen einer inneren Krisis gar nicht bedtrrft.Was geschehen ist, ist geschehen, nun mag was will und kamt geschehe', dieser Seufzer Valettttns imFaust" verliert, aus die politische Situation angewendet, die. der Erlaß des Kaisers schafft, gattz das Schwere und Düstere. Nachdem Herr v. Bethmann-Hollweg die politischen Grund­lagen in seiner Weise geliefert hgtte, dürfte, mußte viel­leicht dieser Entschluß jetzt gefaßt werden. Und wir dürfen uns über rhu herzlich und aufrichtig freuen. Wenn nur die Zusantmenhätrge mit dieser Frage jetzt schnell, entschlossen und richtig gelost werden. Es darf nicht der Anschein er­weckt werden» als sei der Schritt ans Rücksicht und Angst vor dem Auslande getair wordett. Amerika und England hatten in wohlberechneter Absicht Zankäpfel nnter das deutsche Volk werfen wollen. Wir sollten trach ihrem Willen uns die Fortführung des Krieges durch innere Schwierigkeiten er­schweren. Ta manch>er Deutsche sich durch diese Manöver der Feinde täuschen ließ und wirklich Schtvierigkeiten droh­ten, mußte der Kluge uachgeben. Wir dürfen das Ausland dacattf verweisen, daß nach wie vor seine Einmischung von uns zurückgewiesen wird. Ohne bat Krieg wäre die Wahl- rechtsrefonn in Preußen wohl schon durchgesührt.

Gerade der Rückblick in die letzten Tage der Block­politik des Fürsten Bülow und in die unter Bethmanu Hott- weg ein ge leitete Entwicklimg zeigt klar, daß Deutschland kein politisches Dnntelland war, wie unsere Gegtrer iunner- fort schrien. Atlch in dett Reich,sverfasfungsfragett wollen wir voran kommen. Es lebt trns heute kein Bismarck, und unsere Staatstnmrner haben es oft genug v!on links und rcckts hören müssen, daß das Volk es müde ist, sie in der Einsamkeit, und Abgeschlossenheit thronen und regiereu zu. lassen. Freilich, ins gegensätzliche Extrem, die parlamenta-

rische Methode nach detn Muster Frankreichs, wollten wir auch nicht verfallen. Heute oewegt uns

alle der Wunsch einer besseren Fühlungnahme

von Regierutig und Volk, besonders in den Fragen _ der Friedenspolitik. Wenn da einige parla­mentarische Minister Mitwirken, kommt sicherlich trichts ^chltmmeres heraus, als es der Kanzler und seine bisherigen Mitarbeiter vollbracht haben. So hoffen wir, daß auch die übrigen zur Beseitigung der inneren Krisis zu lösenden Fra­gen kurz und glatt erledigt werdett können. Noch wissen wir da über die Absichten der Krone nichts Bestimmtes. Sie steht jetzt vor ihrer vornehmsten Aufgabe, mit der sie das mon­archische Gefühl int deutscheit Volke wieder stärken und hebeit kann. Der Kronprinz ist vont Kaiser zur Beratung zu­gezogen worden. Das war richtig und gut, denn die jetzt zu fas,enden Beschlüsse werden auch hinter einen Thronwechsel hmemspielen. Ob Bethmanu-Hotlweg bleibt oder geht, ist noch zöllig umstritten. Wir halten daran fest, daß Systeme und Formeln allein uns nicht weitersührett können, sondern daß nur die rechte Erleuchtung der obersten Führung uns frommt, daß wir, wie Hindenburg einmal gesagt hat,ent- Ichlußfreudige Mcnmer" haben müssen, die der Verantwor­tung und Schwierigkeiten nicht aus dem Wege gehen!

-TO.-OCK3» l-.--

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlmlltzart:

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

In dm Karpathen hält die regere Gefechtstätigkeit an. Südlich des Dnjestr wurden die Bewegungen der Ver­bündeten Truppen ohne Störung durch den Gegner volt­zagen. Sonst nichts von Belang.

- I t a l i e n i sch e r K t i r g s s ch a u p l a tz.

Am Jsonzo gewinnt das feindliche Geschntzfeuer stellenweise an Starke.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Ehef des Generalstabes.

* *

(Eist frlafj zur AbänderuugSes prsußischenWWrechts.

Berlin. 11. Juli. (Amtlich.) S. M. der König hat an den Präsidenten des Staatsministeriums den folgenden Erlaß gerichtet'

Auf den Mir in Befolgung Meines Erlasses vom 7. April d. Js. gehaltenen Vortrag Meines Staatsmini- steriums bestimme Ich hierdurch in Ergänzung desselben, daß der dem Landtage der Monarchie zur Beschlußfassung vorzulegende Gesetzentwurf wegen A b ä u D e r u n a des Wahlrechts zum Abgeordnetenhanse mts der Grundlage des g l e i ch e n Wahlrechts aufzustellen ist. Die Vorlage ist jedenfalls so frühzeitig einzubringen. daß die nächsten Wählet! nach dem neuen Wahlrecht stattsinden können.

Ich beauftrage Sie. das hiernach Erforderliche zu ver­anlassen.

Großes Hauptquartier, 11. Juli 1917.

(gez.) Wilhelm R.

(gegengez.) Bctbmann-Hollweg.

An dm Präsidentetr des Staatsministeriums.

Hierzu schreibt dieNordd. Allg. Ztg.": Tee vorstehende Erlaß schasst über die Fracre des preußischen Wahlrechts volle Klar­heit. Tie in der Osterbotschast zunächst ofseugelasseue Frage, ob die Resvrmvoriäsie neben dem direkten und geßeimen Wahlverfahren ein Plilratlvahlrecht oder das gleiche Wahlrecht vorzubereitcn häbe, ist nunmehr in lctztevenr Sinne entschieden wordett. Damit ist dem Staats Ministerium, nachdem es Seiner Adajrstät denk König den befohlenen Vortrag gehalten hat, ein bestimmter Weg für die Auf- steltirng der Vorlage vorgezeichnet» über die der Landtag zu beschlie­ßen haben wird. Iirdenr der Köirig in freier Entschließtmg seinen^ Willen kundgibt, bekräftigt er in'weithin wirkender Tat, sein festes Vertrauen nr imser Volk^ das so Glänzendes vollbracht h!at, dem so Gewaltiges mtserlegt i>t. Es ist ein Mt von entscheidender Be- deittnng für Preußen und für Dentschlarrd, den Seine Majestät mit der Zeichnung des Erlasses vollzogen hat. Daß dieser Akt, der aus dem getvaltigen Geschehen dieses Krieges die nottvendigen Folgerun­gen zieht, für Krone und Volk von dauerndem .Heil sein werde, ist unsere feste Zuversicht. '

Zn dein kaiserlichen Erlaß über das prerrßische Wahlrecht nreint dieBoss. Zeitung" n.a.: Man darf ans der Tatsache, daß der königliche Erlaß die Gegenzeichnung des Ministerpräsidenten/ v. Hethmann-Holtweg trägt, den Wahrscheinlichkeitsschluß ziehen, daß der Kaiser nicht beabsichtigt, aus die Mitarbeit des jetzigen- Leiter der preußischen Staatsgeschäfte vorläufig zu verzichten. Dar­über. daß ans diese Weise die schwebende Krise vertagt, aber mchö beendet ist. nnrd sich der Kanzler wohl selber klar sein

Nach demB o r w ä r t s" bedeutet die Einftlhrung des gleichen Wahlrechts in Preußen für ganz Deutschland den entscheidende Schritt zur Demokratie.

Nach demBe r l. T a g e bl." zeige die kaiserliche Klrudgv'bmdg. daß der Kaiser den Standpunkt des Herrn v. Bethinann-Houweg in der preußischen Wahlrechtsfrage gebilligt habe. Weiter heißt es: Die Befriedigung über das Erreichte lvird etwas gestört durch die Fassung, die der Ankündigung^ gegeben ist. Versteht man recht, so bleibt die Frage offen, ob die Vorlage schon in dieftnr Herbst ein- gebracht werden wird. Daun meint das Blatt, daß der kaiserliche Erlaß der Beweis idaftir ist, daß Herr v. Btthmann Hollweg das Bertratten !>es Kaisers besitze.

Wie dieB erl. Neuest. Nachr." betoirett, l^ngt dieser

Erlaß nuv ein c der vom Kaiser itttfo den Regierungen zu fassenden Etttscheidungen.

DieD> e u t s che T a g e s z t g." schreibt: Dcnnit ist allerdings ein entscheidender «Schritt vollzogen^ ein Schritt, der in der Form der offiziösen Bereiterklarnng deutlich den Stempel Bethmannschen Geistes trägt. Zugleich ist danrit wohl gegeben, daß Herr von B e t h nr a n n i m A m t e b l e i b t. Das Blatt hat schwerste Sorge, daß nicht nur das ruhmreühe alte Preußen, sondern auch ein Stück deutscher-Kraft und Zukunft damit zu Gral»e getragen wird.

DieBerl. Morgenpost" hält die Bildung eines Staats­rates im Reiche aus !?ervorragenden Parlamentariern und anderen Vertrauensleuten für eine Halbheit, (^forderlich sei eine Reform cm Haupt und Gliedern. Durch die Verkündigung des gleichen Wahl­reet ts für Preußen sei die Lage geklärt, aber von ihrer völligen! Klärung noch weit entfernt.

Dle rtanz!erkrisis.

Berlin, 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Im Anschluß an den gestrigen Krön rat hat der Kais er heute iu mehr-- stündiger Beratung die schwebenden Fragen und deren Lösung mit detn Reichskanzler erörtert. Auf Befehl des Kaisers trifft hier morgen der Kronprinz zur Be­sprechung der vom Kaiser in Aussicht genommenen Ent­scheid nugeu eüt.

Berlin, 1l. Juli. Gegen 1 Uhr wurde im Reichstag die Nachricht bekannt, daß um 12 Uhr im Reichskanzlerpa- l ais eine neue K r o n ra t ssi tzn n g im Beisein des K r on Prinzen begonnen hat. Weiter verlautete, daß am Nach­mittag die interfraktionellen Besprechungen aus­genommen werden sollen.

B e r l i n , 11. Juli. «WTBh Der Kais er empfing gestern abend den öfter reichisch-ungarrschen Botschafter, hörte heute vormittag den Vorttag des Ehefs des Zivilkabrnettsi und die militärischen Votträge und empfing dien Besuch Kronprinzen.

Das Zentrum und der Kanzler.

Berlin, 12. Juli. DieV o s s. Z t g." schreibt zum De­menti des Zentrmnsbeschlnsses gegen den Kanzler: In der» trudelte es sich, wie wir leider nach Drucklegung des Abendblattes erführen haben nicht um ein Schreiben des Zentrums Vorstandes, sondern nnt einen Beschluß, dessen genau festgelegter Wvttlaut dem Reichskanzler oder der Reichskanzlei telephonisch übermittelt Nwr- den ist. DieGermania", spricht davon, daß »Her Vorstand der Zentrnmssrattion sich cmf Befragen mitck>er Stellung gegenüber dem Kanzler besaßt" habe. Wer hatbeftagt"? Anscheinend doch eine Stelle, die berechtigterweise Jitteresse hat. die Meinung des Zmtrums zu erfahren. Denn wenn irgend ein Beliebiger fragt, so setzt sich doch der Vorstand des Zenttnms nicht ucsammen, um eine Entschließung zu sassem Mmr gelst «wohl deshalb in der Vermnttmg nicht fehl, daß der Reichs­kanzler oder die Reichskanzlei <wftagt hcchen und daß dieser Stelle geantwortet tvorden ist. Was ist geautmottet tvorden? Wir hattetr den Sinn der Llnttvort wohl gemerkt, den Sinn, was wir aus- drücklick angaben in den Worten zusammengefaßt:Die Vor- standsschast sieht in dem weiteren Berbleibetr des Reichskanzlers auf seinem Posten eine Erschtvernng der Herbei führ nng des Friedens". DieGermania" selbst teilt mit nach Rieinnng des Fräkttons Vorstandes des Zenttnms sei der Kanzler allerdings kanm geeignet, bet dev Friedensverhandlungen mitznwirken, besonders auch mit Rücksicht ans den Umstand, daß die .Kriegserklärung itittcr seiner Amtszeit erfolgt ist." Daß der ReichskänAer doch wohl deshalbkaum ge­eignet sei, bei den Friedensverhandlungen nritznwirken", weil erl, eine Erleichterung für die .Herbeisnhrnng des Friedens ist, das, wird doch wohl der Vorstand des Zentrums nicht behaupten wollen. Also ist unsere Darstellung vollkommen richttg, daß dem Sinne Nack der Zentrumsoorstand erklärte, das Verbleiben des Reichs­kanzlers bilde eine Erschwerung der Herbeiftrhrung des Friederls. Davon ist nichts wegzudeutelu

Berlin, 11. Juli. (WTB.) DieBossische Zeitung"" be­hauptet, daß von der Borstandschaft des Zentrums im Aufträge der Fraktton ein Schreiben an den Reichs kan z- l e r gerichtet worden sei, in dent sich Lßd Fraktion gegen das Ver­bleiben des Reichskanzlers in seinem Amt ausgesprochen hätte. Das Blatt glaubt, den Inhalt des «Sck-.reibens dein Sinne nach an- geben zu können. Wie uns von dem Vorstand der Fraktion ba! Zentrums mitgeteilt wird, ist ein derarttgcs, schreiben, das übrigens auch den Anffasßmlgen der Fraktton nicht entsprechen würde, weder verfaßt noch abgesandt wordett.

München, 11. Juli. (WTBH Die Korrespondenz Hofftnann meldet:^ Staatsminifter Dr. Gras v. Hertling hat sich hento abend für einige Tage nach Berlin begehen.

Die Borschläge ErzbergerS.

Berlin, 12. Juli. Wie die Blätter inelden, hat die n a t i v-c n a lliberale Re ichstagsfra ktion gestern nach noch­maliger Erörterung der Lage endgülttg abgelehnt, sich der vom Mg. Erzberger den Parteien vor geschlagenen Friedens­erklärung anznschließen.

Spahn lehnt den Minifterpoften ab.

Berlin. .12. Juli. Wie derL.-A." hört, habe der Ab­geordnete Spahn die ihm angebotetto Uebernahnte des Justiz- Ministeriums abgelehnt.

Eine Stimme aus Oesterreich.

Wi ett, 11. Juli^ (WTB.) In Besprechung der twlittschen ^ Krise in Deutschland fuhrt dieNeue Freie Presse" ans, von allen ' Völkern der Erde l>abe der Deutsche in seinen geistigen AMagetr ' bi'- beste Vorbereitung zier demokrattschett Politik.' Dentschland nute durch die Detnokratie tmr gewinnen und nichts verlieren. Seine Demokratie werde echt und lauter, aber geiviß kein lkntstnrz werden. Ob die detnokrattsthsn Einrichtungen den Frieden sicl-eru, sei heute kanm m beantworten. Die Tenwkratte sei ftodie Re- giernngen der Entente trur ein Vottvwrd z-mn LänidcerEb Zum Frieden ohne Erobevnn.gen bekarmte sich England nie. Es fei aber md t unmöglich, daß die Volksmassen, denen beständig versichert, werde, daß die Entente den Krieg für die Ansbreitmtg der Demo- kratte führe tmd den Frieden tmr mtt den fteien Nationen schließen