Ausgabe 
11.7.1917 Erstes Blatt
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t; : : s ^ 0 ® ® n 3 ' 10- Juli. Grenadier Konrad Spieß von

Mrzett verwundet im Reservelazarett zu Butzbach ist. «rrhlelt heute aus dem Felde das Eiserne Kreuz zugesandt

11 o l mitt er P Wetterau. 19. Juli. Der nun Lmgetretene ^andregen ist alles wert, sagt der Landmann, denn «mrc rhu hatte der sich schon fühlbar machende Futtermangel weiter ^genommen. Die bisherige Troekencheit s)attc den zweiten Klee- lrelasten Auch den Zuckerrüben, Dickwnrzen und Ge- nupepslanzen wird diese Feuchtigkeit recht willkommen sein Den «gfe * Ne den Wiesen bringen. Da das Heu nun

^it drei ^.>ochen unter Dach uird Fach ist, kommt die Zeit da das ^-^r Bauersmann sagt. .Hilft nun die NeulMgkcrt das Wiesen gras so wert austrerbcn, daß es Handlange ^rrercht hat. so kann selbst längere Trockenheit keinen großen Sck-aden ^^^urrckiten, da es dre Boüenkcuste vor allzugroßer Ausdunstung jschuht. Durch den Regen wrrd auch die Reife des Korns beschleunigt ^d dres um so mehr, lvenn gleich darauf Si>nnyrsck)ecn eintritt. ^Eso Nrerden Ende dreier Wvck-e dre ersten Kornhaufen zu sehen fern, auf leichten Boden i\t es bereits schnittreif. Die Wintergerste M bereits in der vergangenen Wvche geschnitterr worden. Man ist mit dem Ertrag an Stroh recht zufrieden, wenn auch der Halm nicht dre Lange des Vorjahres errichte. Was den Wrner-Ertrag anlangt, w.lahc sich Bestimmtes nacht sagen, da Probedrusche noch nicht statt- sefunden haben. Es ist immerhin ein guter Ertrag zu erwarten va dre Aehren voll besetzt sind rrnd auch stattliche Länge haben In Wäldern weckden eben die Himb«eeren geerntet. Z'rmg und alt B*n}t: täglich mit Töpfen und Eimern hinaus.

Kreis Wetzlar.

~ Wetzlar. 9. Juli. Zur Erweiterung der Beteilrgung der ^ der der Lebensmrttelversovgrrng nanssauischer Städte l?at dre p'l'stge Stadtverwaltung abstinrnrungslo^ di«.

^eren .Kredüs von 40 000 Mk. bewilli

^ -wwvwu miwiimivvu«.iua 4UU.UJ |ixu,i|u^n. vsicdctc yai o» ?'"tge Stadtverwaltung abftrmnrungslos die Erhöhung eines wei- »eren Kredits von 40 000 Mk. bewilligt. In vielen Kirchen- «cmelden der Zvreises Wetzlar wurden die beschlagnahmten Orgel-

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- . ... v«, irciuauipiuijaniccu L^rger-

^to^bercTtä entfernt und an die bestimmten Sammelstellen ab-

ra. 'Naunheim, 10. Juli. Vor etwa 15 Jahren schuf unsere ^meinde eine Anlage von etwa 200 Kirschbäninen. Diese erbrachte Tn vielem Jahre eine Einnahme für die Genleindekasse von 2700 -->cark. Ein Beweis dafür, mk solche Einlagen die Finanzkraft länd- rrmer C'kmeinden stärken können.

Hessen-Nassau.

. mr - Jy r 0 n f > u r t a. M., 10. Juli. In der Nacht vom Sonn­ig auf Montag verschied zu Bad-Nauheim der Verleger und Mit­begründer des Frankfurter Generalanzeigers Herr Georg Horst- tnann plötzlick und unerwartet an einem Herzschlage.

0 Marburg, 10. Juli. Im nahen Dorfe Goßfelden kam £>1.' 11 Zaire alte Tochter der Eheleute Orthwein bei der Zuberei- ttliig des Mittagessens dem Feuer zu nahe und erlitt am Leibe so schwere Brandverletzungen, daß sie in der hiesigen Klinik nach gualvollen Leiden ihr Leben ans hauchte. Tie t wöchentliche Fettration wird für die Zeit vom 6. Juli bis 15. August auf 75 Gramm erhöht.

ul. Niederhadamar. 10. Juli. Diebe brachen in einer der letzten Nackte in der Wohntmg des hiesigen B ü r g e r Meisters ein' und stahlen 2000 Mk. an barem Geld. Einen Tag spater wurden zwei anderen Einwohnern diebische Besuche ab­geplattet, wobei Lebensmittel entwendet wurden.

Gietzener Strafkammer.

Gießen, den 6. Juli 1917

Der 17 Jahre alte Taglöhner Karl W. von Kirtorf hatte sich wegen Diebstahls zu verantworten. Um auf billige Art und Weise in den Besitz von Bienenvölkern zu kommen, hat der An- Aeklagte, welcher sich für die Bienenzüchterei sehr interessierte, im Marz ds. Js. dem Schneidermeister G. in Kirtorf aus seinem nn- wett des Orts gelegenen, mit Drahtgeflecht umzäunten Garten einen leeren Bienenstock im W!erte von 12 Mk. entwendet. Im April ds. Js. stahl er dem Heinrich Fl einen Stock mit Bienenvolk int Werte von 32 Mk. und endlich entwendete er auf dem in der Nähe

liegenden L^Hchenhäuserhoi einen Korb nrit Bienenvolk im Werte J** 1 Jf. Mk. Bei .einer durch die Gendarmerie vorgenommene^ Durchsuchung lmtrden die gestohlenen Bienenstöcke entdeckt und den Eigentümern wieder zurückgegeben. Das Gericht beurteilte den! Angeklagten, der sich mit den gestohlenen Sachen schon einen Bienen- ltand etngerickstet hatte, unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgesangnisstrase von einer Woche.

Dem 23 jährigen Dienstmädchen Josesine D. in Gießen wurde WC Last gelegt, in der Nacht vom 26. zum 27. April ds. Js. der* Ehefrau des Wirts Vonrad R. in Gießen, wo sie früher bedieustet war, 1 Glas Roterüben, 3 Pfund Kartoffeln, 1 Blechdose mit ge- dörrten Zwetschen, 1 Paar Halbschuhe. 2 weiße Damenhosen, zwei weiße Damenhemden, 6 weiße Taschentücher, 1 Untertaille, einen Kragenschoner, 1 Messer und 1 Handtuch im Gesamtwert von etwa 46 Mk. durch Eriisteigen entwendet zu haben. Die geständige An­geklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände 511 3 Mo­naten Gefängnis verurteilt.

Der am 27. März 1876 zu Frankfutt a. M. geborene, in Laubach wohni)astie Arbeiter Georg Heinrich L. hatte sich wegen Einbruchsdiebstahls zu verantworten. Es wird ihm zur Last gelegt, in der Nacht vom 3. zum 4. Mürz d. Js. dem Landwirt F. in Laubach aus dessen verschlossenem Keller ettva 2 Zentner Kar- Affeln im Werte von 10 Mark gestohlen zu 'haben. Bei der durch die Gendarmerie in der Behausung des Angeklagten vorgenom­menen Durchsuchung wurde in einer in der Bodenkammer stehenden verschlossenen Kiste ein Teil der Karttffeln versteckt vorgefuudcn, die von dem Bestohlenen herrühren. Trotz dieses Umstandes leugnet der Angeklagte nach wie vor, den Diebstahl verübt zu haben; das Gericht erachtete ihn aber auf Grunds der Zeugenaussage des Dieb­stahls für überführt und verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis.

Endlich hatten sich noch fünfjunge Bürschchen von Leih­gestern im Alter zwischen 13 und 15 Jckhren wegen Diebstahls zu^ verantworten. Sie ihaben im Laufe dieses Winters zu Leih- gesterir und Großen--Linden verschiedene Diebstähle ausgeführt. Zivei der Angeklagetn 'haben hauptsächlich die Diebstähle verübt, während die übrigen der Anstiftung. Hehlerei usw. angeklagt sind. So stahlen sie dem Wirt A. in Leihgestern zu drei verschiedenen! Malen unter Anwendung eines falschen Schlüssels Geldbeträge von 70 und 43 Mark, ferner einer Frau Sch. 5 und 9 Mark, sowie dein Konsumhalter W. 32 Mark bar, eine Taschenlampe 11. dgl. Die Angeklagten sind größtenteils geständig. Drei der Angeklagten erhretten Gefängnisstrafen von 4 bzw. 2 bzw. 2 Wochen, während die übrigen zwei mit einem gerichtlichen Verweis bafcon fantat.

Briefkasten der Redaktion.

(Ausnyme Auslagen bleiben unberüasichrjgL»-

W. W. G. Sie müssen sich unter Vorlage des Programms an die Presscabteilwig des stellv Generalkommandos Frankfurt a. M. wenden.

Wilterungsbericht.

lOeffentlicher Wetterdienst.)

Abnehmettde Belvölkung. Meist trocken. Kühl.

Der Fliegerangriff auf deutsches Heimatland.

Berlin, 10. Juli. i'WTB. Nichtamtlich.) Der französische amtliche Bericht vorn 7. Juli abends kennzeichnet, wie sich die Franzosen die Wirkung der Fliegerangriffe airf Westdeutschland gedacht hatten. Der Bericht fängt gleich mit dem oomvastischen Satz an:Unser Bombendienst führte eine Reihe von Unter­nehmungen unter besonders glänzenden Umständen aus." Glänzend wo bl nur insofern, als das Werter in dieser Nacht ungewöhnlich günstig tvar. Dann geht es wörtlich weiter:84 Flugzeuge mU einer an Geschicklichkeit und Ausdauer iticht zu übertteffenden Besatzung, stiegen im Laufe dieser Unternehmmrg auf." Dazu kann

man nur sagen, daß wir ohne Sorge sein können, wenn das die besten Flieger waren, die Frankreich l-at, Vor der Gemeinheit, die weit hinter der Front liegnede, militärisch ganz bedetltungs- lose 'und offene Stadt Trier crnzugreifen, sind diese Helden nicht zurückgcschreckt. Daß sie sich aber auch hier nicht in unser Sperr feitet hinein wagten, zeigt am besten die Tatsache, daß sie die meisten Bomben wähl- und ziellos aus eine Reihe friedlicher Dörfer in der weiteren Umgebung Triers abgeworfen haben. Erfolg: Zahllose Löcher in den Feldern, ein kleines Kind getötet, mehrere Bauerichäuser beschädigt, in Trier sell'st zahlreiche Fensterscheiben gesprungen, in einer Gärtneret zehn Gewächshäuser zertrümmert, der Dachstuh 7des Franziskanerrnnen-.Kl0sters abgebrannt. Von einem Brartd im Hauptbahnhof, wie die Franzosen behaupten, keine Rede. Der Bahnhof Di genau so unbeschädigt, wie vor dem Angriff. N-ock) pl)an1astischer sind die Meldimgen, die die sechs Flieger von Ludwigshasen l^eimbrachteu.

Welche Gebäude in Ludwigshafen in Flammen aufgegangen sein sollen, das weiß dort kein Mensch. Der in der Anilinfabrik an- gericktete Schaden ist vollends gleich Nult, wie wir den Franzosen im Vertrauen mitteilen wollen. Tie übrigen törichten Einzelheiten des Berichtes seien nur gestreift. So scheint beispielsweise der Flieger, der über Coblenz gewesen sein will, sich gehörig verirrt zu haben. Kein Mensch hat dort etwas von seiner Anwesenheit gemerkt. Dem Spvrtfliegar von Essen endlich sei aus Hof- lichiteil mttgeteilt, !^.ß er seine Bomben in einem Dorf genau 40 Kilometer von Essen entfernt abgeioorfen ha:. Ob die dort zerbrochenen Fensterscheiben den Flug lohnten, mag er selbst sagen. 19 455 Kilogramm wollen die Franzosen im ganzen, in dieser Nacht abgeworfen haben. Wemr man die erreichten, kläg­lichen Erfolge dagegen hält, so könrven wir den künftigen Flü^n ihrer anGescklicklichkeit nicht zu übertreffenden Besatzung" mi> Ruhe entgegen sehen.

Die Wirkung der Seesperre.

A m st e r d a m, 10. Juli. Ein Gewährsmann meldet, die Transportkrise veranlasse England und Frankreich, die Waren-Ein- und Ausfuhr ans den eigenen Schiffen ganz einzustellen. Sie soll künftig nur durch die neutralen Schiffe vermittelt werden. Bis die eigene Ernte eingebracht ist, sind die Kriegsmaterialtransporte derjenigen von Lebensmitteln eingeschränkt worden.

Die Lebensmittelschwierigkeiten in England.

A m st e r d a m, 10. Juli. (Priv.-Telegr.) Die Teuerung der hauptsächlichsten Lebensmittel in England hat im Juni 1917 stark zugenommen. Um mehr Getreide für Brot zur Verfügung zu haben, hatte die Regierung unter dem Bor wand, den Alkoholmißbrauch einzuschränkcn, die Biererzeu gung um über die Hälfte herabgesetzt. Trotzdem wurde das Brot teurer und die Arbeiter erhielten in den meisten Fa briken kein Bier mehr. Dagegen wurde in mehreren Städten seitens der Arbeiter Beschwerde erhoben und mit einem Aus­stande gedroht, worguf die Regierung die Biererzeugung wie früher zuließ. Von den anderen Lebensmitteln ist Fleisch mn wenigsten vorhanden und am teuersten. Die Arbeiter essen kaum einmal in der Woche noch Fleisch. In amerikani­schen Häfen liegen große Mengen Gefrierfleisch für Eng­land und Frankreich, die aber wegen dem Mangel an Schiffs raunt nichttbefördert werden konnten. Alle Fleischtransporte von Amerika gingen, da für die Armee in Frankreich be stimmt, nach französischen Häsen.

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Goefhefdiule

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erteilt Ginjährigenzeugnis.

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Aachener und Münchener Feuer-Uersichernngs-Gesellschast.

Gegründet 1825.

Die Aachener und Münchener Fener-Bersicherungs-Gescttschaft besteht seit über 91 Jahren und ist bekannt als eme der allergrößten deutschen Versicherungsgesellschaften.

Auszug aus dem Rechnuugsabschlutz für das Jahr 1916

über bat Gefchäftsstarrd der Gesellschaft.

Versicherungssumme . . 18 324 373 632.

Grundkapital.<>. ... 9 000 000.

Prämien-, Zinsen- und Mietemnahme. .. . 28915955.53

Prämienreseroe.. 12 479 336 22

Kapital* und besondere Reserven... 10 580 371.53

Geldanlagen: Wertpapiere .... vypotheken und Grundschulden . .

Grundbesitz .

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Ueberweisung aus dem Jahresergebnis 1916 für gemeinnützige Zwecke . . . . , 463 422.41

Durch Satzungsvorschrift hat die Gesellschaft sich die gemeinnützige Aufgabe gestellt, daß regelmäßig ein sehr erheblicher Teil des jährlichen Geschäftsergebnisses der Allgemeinheit dienenden gemeinnützigen Einrichtungen uno Zwecken überwiesen tverden muß.

Die Gesellschaft betreibt die Feuer-Berficherung, die Einbruchsdiebstahl-Berfichcruug und die Waster- lettungSschaden-Berstcherung.

Zur Aufnahme von Versicherungsanträgen bei der Aachener und Münchener Feuer-VersicherungS-Ge- selllchaft mit ihren hervorragenden Garantiemitteln empfehlen sich die Agenturen und Generalagenturen der Ge­sellschaft unter Zusicherung promptester Regelung der Schadenfälle.

Darmstadt, den 1. Juni 1917.

5251 Die General-Agentur.

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39

200

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25

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Die Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober 1917 und zwar entweder bei der Stadlkasse Vilbel, bei der Dresdener Bank in Frankfurt a. M. oder bei dem Bankhaus I. Grünewald in Gießen.

Die Verzinsung vorstehen- der Obllgationen hört am 1. Oktober 19i7 auf.

Vilbel. 28. Juni 1917.

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