nftMtkrie-Aegiment Nr. 23 und der vortrefflich mitwir» ,ü»en k. unü k. Artillerie geführt ein rühmlicher Anteil an dem großen Erfolg des gestrigen Tages. Mehrere Panzer- kraftwasen. die nnzugreifen versuchten, wurden zerschossen. In den Nachmittagssttlnoen war die Angriffskraft des Gegners derart gebrochen, daß er. verfolgt durch das Maschinengewehr ftuer einer Jagdstaffel, zurückfluten mußte. Die zur deabsiMigten Verfolgung herangeführte feindliche Kavallerie wurde durch Feuer zersprengt. Die Verluste des Feindes sind außerordentlich schwer; unsere halten sich in mäßigen Grenzen. Ein gegen 8 Uhr nachmittags bis südwestlich Zlwrow wiederholter russischer Angriff hatte den gleichen Mißerfolg wie alle früheren. Bei Batkow-Zwyczyn sind nachmittags mehrere gegen österreichisch-ungarische Truppen geführte Angriffe gescheitert. In tapferster Gegen- wchr und in erbittertem Handgemenge haben das Györer Jn- fanterie-;iiegiment ..Kaiser und König Karl" Nr. 19 und das Szombattmlver Infanterie-Regiment Nr. 83 den Feind vollständig geworfen, OesLerreichische und deutsche Artillerie hat amb hier vortrefflich zusammengcwirkt und im Verein mit der Infanterie dem Feinde schwerste Verluste zugefügt.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Außer erhöhter Patrouillentätigkcit im Fornol-Gebiet nichts zu melden.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Keine Ereignisse.
Der Chef des Generalstabes.
Wien. 8. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarti
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
In den Karpathen nur mäßiges feindliches Artilleriefeuer und gering? Aufklürungstätigkeit. Bei Stanis- lau hat der Feind seine Angriffe gestern und heute früh mit großer Zähigkeit wiederholt. Nach einem mißlungenen schwächeren Vorstoß setzte er gegen 1 Uhr nachmittags starke, überlegene Kräfte zum entscheidenden Stoß gegen unsere Stellungen beiderseits der Straße Stanislau—Kalusza an. Alle Angriffe zerschellten an der ttrpferen Haltung und dem vortrefflichen Zusammenwirken aller Waffen unserer Mis- kolcze-Division. Der an wenigen Stellen in die vordersten Grüben ein gedrungene Feind wurde durch sofortigen Ge- genMvgrifi geworfen. Die weiteren Angriffe in den Abendstunden wurden schon durch unser Arrilleriefeuer nieder- gehalten. Auch blieb ein heut? früh ohne Vorbereitungsfeuer unternommener Vorstoß ergebnislos. Fm Tale der B y - ftrzyca, nächst .Hula, hat der Feind ebenfalls starke Kräfte zum Angriff angesetzt. Das bewährte schlesische Jnfanterie- regiment Kaiser und König Franz Fosepbl. Nr. 1 behauptete hier in zähem Kampf? alle seine Stellungen. In den Hauplangriffsräumen der Vortage haben ntit Ausnahme eines erfolglosen Vorstoßes südwestlich von Zborow keine größeren Kampfhandlungen stattgefunden.
Italienischer und südwestlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Chef des Generalstabes.
* . *
Die schwersten russischen Niederlagen des ganzen Krieges.
Berlin. 7. Juli. lWTB Auch der zweite r u f f 11 cf) e Offensiv stoß iit Ostgaliz: en ist vollständig gescheitert. 'Eing-ehmrde Meldmtgen bestätigen, daß die Niederlage vom 6 . Juli iM den schwersten russischen Niederlagen des ganzen Krieges gezählt werden muß. Brussilow hat als Beseb-ls- ■'baber des demokratiscksen Rußlands seine Methode der Massen- opfer des vorigen Jahres noch gesteigert. Bei den Angriffen) forschen Konüuhii mrd Lawy Kowee trieb er dre Sturm ko lonnen teilweise in Staffelungen von 15 Welle,: nnt einer Rücksichtslosigkeit vor, die in der Geschichte einzig daftehn: dürste. In unserem -teMnTnengefaßten Artillerie-, Maschinengewehr-^ Jnsan- taie-, Mineu!verierseuer wurden die feindlichen Angriffswellen, die ein nicht zu verfehlendes Ziel boten, einfach niedergemäht. Das Leichenreld in Ostgalizien ,vick> als das schauerlichste! des ganzen K r ie ge S bezeichnet. Brussilow hat sich selbst über- .troffen. Häufig >raren die Angriffe vollkommen systemlos eingesetzt. Führung und Unterrührung erschienen ebenso unzulänglich wie ge- ustssenlos. Bei .Hodow sollte die Zuversicht der russischer Sturme truppe:, nach enqli:ck>em Däuster durch Einsetzen von sechs Pan- zerautos gestärkt ,vertat. Die Panzerwagen blieben ebenso wie die Panzergochwader an der Westfront in aller Bälde im Feuer 'liegen. (Stegen Mittag U-ar angesichts des furchtbarer: Blutbades, das unser Feuer unter den russischen Kolonnen anrichtet-?, der An- arfffswill: der Russen völlig gebrochen. Die russischen Sturmhausen fluteten panikartig zurück und rmrrden vom Maschinen- gewebrserre-c rmserer Jagdflieger dezimiert.
Der gemeldete Angriff iveiter nördlich südlich der Bahn Z-cklohow-Ta rno vot wurde in einer Breite von 6 bis 8 Kilometer bis zur Chaussee Zlvzow-Zborow vor getragen. Er blieb ebenfalls im Blute liegen. Einem gegen 8 Uhr abends nördlich Zlozdw erfolgenden neuen nl^^^utat Angriff )var dasselbe Schicksal beschüden. Wie bei verschiedenen Gelegenheiten im Westen waren an verschiedene:^ Stellen Kavalleriemassen bereitsestellt, die einerseits die Zuversicht der Angriffswellen stärken sollte, andererseits nach erfolgtem Durchbruch dH Front zu durchstoßen taten. Wie an der Westfront scheiterte die Aufgabe dieser Kavallenemassen kläglich, sie wurden, bevor sie in Aktion treten konnten, durch unser gut liegendes Sperrfeuer zersprengt.
Bei dem vorzüglichen Zuscmrrnanarbeiten aller Waffen sind unsere V e r l u st e verhältnismäßig gering. Ein gegen die Lysonia-Höbe südlich Brzezanp versuchter russischer Ueber- roschnugsvorstDß wurde > blutig zu ruckgewiesen, ebenso zwei überraschende nächtliche Angriffe in der Nackst zum 7. Jiulr gegen die .Höhen von Brzezauy. In der Gegend von Kirlibaba lag tagsüber auf unseren Stellimgen starkes Antillen esenm.
Dem Bericht von der Westfront ist nichts Wesentliches hinzuzurügen. In Flandern -worden bei der Beschießung eines Eisenbahnzuges Explosionen beobachtet^ Fenrer geriet südöstlich Der dun ein Munitürslager durch unser Feuer in Brand, lieber 50 heftige Detonationen wurden gezählt.
In der Nacht zum 7. Juli griffen mff der ganze,: Westfront französische Bombengeschwader ein, ohne indessen :r- gmrtanen nennenswerten Schaden anrichten zu können Die meisten abgetvorfenen Bomben steten wirkungslos in freies Gelände. f
Ern neuer Fliegerangriff auf London.
Berlin, 8. Juli. Die' bsfestigbe Stadt London wurde 'mn 7. Juli erneut tm\ deutschen Flugzeugen mit Bomben belebt. Ein E«esch»vuder unserer Flugzeuge unter Mhrung seines Ko-mmandeurs, des Haupttnanns Kleine, Meß um 11 Uhr vormittags gegen Loirdon vor. Bei klarer ,'Sicht belegte das Geschwader die Speicher, Lagerhäuser, ^Bahnanlagen und Docks cmf dem Nordufer der Themse forschen dem Bahnhof Eharing Croß und den Docks östlich iTwoerbridge in viertelstündigen: Angriff mit geruru ge- rzielten Bomben. U. a. wurde der Bahnhof Charing Croß nrehrfcch getroffen. Die Towerbridge erhielt ebenfalls einen .Volltreffer Ein Nebenan griff richtete sich zu gleicher Zeit gegen den befestigten Hafen Margate. Auch chier wurde gu.be Wirkung erreicht. Ein feindliches Mlugzeug wurde im Lnftöanrpfe herab g erschösse n. Unsere FlugMuge sind bis aürf eines, das ohne feind
liche Einwirkung infolge Motorschadens auf See niedergehe:» mußte, sämtlich in ihre Heimathäfen zurückgekehrt.
London, 7. Juli. Nach einer amtlichen Re:ckermel- dung seien um etwa 9.30 Uhr morgens feirwliche Flugzeuge in beträchtlicher Zahl, wahrscheinlich in zwei Abteilungen, über der Insel T h a n e t und über der O st k ü st e von Essex erschierren. 9Lachden: sie Bomben auf Thanet abgeworfen hätten, seien die Angreifer in Richtung auf London roeitergeflogen, das sie dann von Nordwesten nach Südosten überquert hätte::. An verschiedenen Stellen des Stadtgebietes seien Bomben abgeworfen worden. Ueber den angerichtete:: Schaden und die Unglücks fälle lägen Nachrichten noch nicht vor.
London. 8 . Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des 8 !eu- tcrburea:^. Der Lustangriff auf London war der größte, der bisher sbattgefunden hat. Die seördlichen Flugzeuge näherten sich langsam wie in einem feierlichen Aufzuge und bewegten sich symetrisch fort. Sie schienen freu Hagel von Granaten, die um sic l-ermn platzren, zu verachten. Sie flagen in geschlossen Gliedern uttfr sehr niedrig. Nur frte Flugzeuge in der Mitte warfen Bomben ab, die an der Äußenseite dienten zur Deckimg. Der Feind blieb 12bis 15MinutenüberderCith. Er legte außerordentliche Kü hn heit an den Tag, denn bei dem niedrigen Fluge war er in großer Gefahr. Die Straßen waren voller Mengen. Bevor der erste Kanonenschuß hörbar war, konnte man kaum glauben, daß der Feind im Anzuge sei. Nachdem die feindlichen! Flugzeuge über die City weggeslogen )varen, hörte das Feuer der Abwetugeschütze auf und man sah englische Flieger aus verschiedenen Richtungen auf den Feind losgeheir. Sck>ließlich verschwanden die kämpfenden Luftgeschwader in tat Nebel. Man hörte nur noch das Feuer der Maschinengewehre.
Der Luftkampf.
Berlin, 8. Juli. (WTB.) Bei günstigem Wetter waren estern die eigenen nnd die feindlichen Luft st reit-- räfte bei Tage und bei Nacht anßerordentlichl tätig. Unsere Gegner verloren im Westen acht Flugzeuge mtfr einen Fesselballon, im Osten ein Flugzeug nnd zwei Fesselballone. Unsere Bombengeschwader setzten ihre Angriffe gegen militärische Anlagen des Feindes fort. In der Nacht vom 5. zum 6 . Juli warf ein Geschwader 2250 Kilogramm Sprengstoffe auf die feitwlichen Untertunfts- orte Conrlanden, Romain, Vanteley und Gonzencourt sowie auf militärische Anlagen im Vasle-Tal. Zahlreiche Treffer und langanhaltende Brände wurden beobachtet. Ein aiweres Geschwader belegte in derselben Nacht Truppennnterküirste und dNunitionslager vor dem westlichen. Teile der Aisne- front mit zusammen 11000 Kilograrmn Sprengstoffen. In S o i s s o n s entstanden mehrere 'Brände, in B r a i s m e s verschiedene Explosionen. In der verflossenen Nacht wurden die wichtigen Industrieanlagen von Frouard, nördlich von Nancy, von 11 Uhr nachts bis 4 Uhr morgen-S! ohne Unterbrechung angegriffen. Unsere Flieger toarfen dabei im ganzen 9000 Kilogramm Bomben, zun: Teil aus weniger als hundert Meter Höhe ab. In diesen Werten brach ein Brand aus, dem verschiedene Explosionen folgten. Der militärische Schaden, den unsere Gegner durch diesen groß angelegter: und planvoll durchgefilhrten Angriff erlitten haben, ist bedenterrd.
Die vorläufige Regierung und die Vergewaltigung Griechenlands.
Petersburg, 7. Juli, lWTB.) Meldung der Petersburger Telv^raphenagentur: Die vorläufige Regierung teilt mit:
rzür Mitte Juli wird eilte Konfer enz der Alliierten nach Paris zusammenbcrufen, die sich mit den Balkan- fragen befassen wird. Die Notwendigkeit des Zusammentritts dieser .Konferenz ergibt sich aus der äußersten Berwickelthcit) der politischen und strategischen Lage auf dem Balkm: und aus dem Wunsche, die Gesichtspunkte der Alliierten in diesen Fragen in Ueber-emstimmung zu bringen und in dieser Hinsicht eine gemeinsame Richtung festzusetzen. Außer Angaben über rein militärische Frvg>en erhielten die russischen Vertreter auf der Konferenz AnweisunMn -zur Lösung der politischen Fragen auf dem Balkan. Sie sollen die Gesichtspunkte der vorläufigen Regierung vertreten nnd ganz besonders au," die Anwendung der allgemeinen Grundsätze der auswärtigen Politik bestehen, wie sie von der russischen Demokratie verküirdet ist.
! (Im Besonderen -beziehe:: sich diese Anweisungen aus die griechische Frage im Zusammenhang mit ta letzten Ereignissen. ,Jn dieser Frage konnten wir nicht von einer Miß- billigungd er Mittel absehxn, durch die ein König gewaltsam durch einen anderen ersetzt worden ist. Getviß waren nur in dieser Hinsickü nicht von dem Wunsche beseelt, König Konstantin zu unterstützen, fressen persönliche Politik wir mißbilligten und weiterhin vollkonimen mißbilligen, stondern von dem Gedanken frer Unzulänglichkeit der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des hellensichen Volkes. -D:es veraulaßte uns zu einem entsprechenden. Einwand und>zu den: Verzicht aus die Teibrachme russischer Trüppen an dem Vorgehen in Südgriechenland. Bei den Bespreckimgen mit den Alliierten nahmen wir den Standpunkt ein. daß die Einrichtung der Regierungsform in Griechenland sowie die dortige Organ:- sation bet Verwaltung au s schl ie ß l i ch Sv che de s g r i ech i- scheu Volkes äst, m:d wir ^erklärten, daß die Sympathien des russischen Volkes, das sich suedcn von den: frynastisckxn Joch befreite, ausschließlich einer stäien :mo ähnlichm Lösung vm: Seiten des griechischen Volkes gehör?»:. Es ist unvermeidlich, darauf lstn- zuweise::, daß die militäriscta Operationen unserer Truppen uuserer Stimme bei den inter::ativnale): Augelegerrl^ilen mehr Gewicht verleihen, und daß die auf Daten der revolutionären Armee sich stützende russische Demokratie besondere Bedeutung erlangt. Das ift im Hinblick aus die beabsichtigte Pariser lkouferenz selw w:cht:g, deren Arbeiten sicherlich in Beziehung zu der: Arbeiten der allgemeinen Konferenz der Alliierten stchen werden, die bald itzrttstnta uritb und zu der die vorläufige Regierung bereits Vorbereitungen trifft."
* * *
Die Anleihen Frankreichs in Amerika.
Washington, 6 . Juli. lWTB. Mck-tanttlich.) Meldung deL Rcuterschen Bureaus: Frankreich ist wiederum eine Kriegsanleihe von hundert Millionen Dollars Moährt worden, lvodurck die Gesamtsumme aus 310 Millionen Dollars gestiegen ist Im ganzen wurden den Alliierten bisher 1303 Millionen Dollars geliehen.
Der Kaiser von China wieder abgedankt.
Peking, 7. Juli. (WTB.) Meldn^ des Reuterschen Bureans. Der Kaiser von China hat wieder abgedankt.
Schanghai, 7. Juli. (Reuter.) Der frühere Premier- munfter Duauchig u: berichtet, daß die Monarchisten Frettag be: Langtschm:g angegriffen und geworfe:: wurde::. Dre Republikaner verfolgten den Feind und rückten zehn Meilen ans Peking vor. Der frühere Präsideick Lixuanhuna ernannte Tuanchignt zmn Premierminister nnd übergab ihm die Siegel des Präsideirten zur Ueber Mittelung an Tangknotschang, der die tatsächliche Präsidentschaft angetreten hat und die vorläufige Regierung in Nanking gründen will.
Das deutsche Kaiferpaar in Wie«.
Wien, 6. Jul:. (WTB.) Um 11.35 Uhr vormittags traf der Deutsche Kaiser in Begleitung des Kaisers Karl rn Buden ern. Bon Laxenburg kommend, stchven &c Herr
scher durch bie festlich geschmückten Straßen der Karstadt: Baden zum Kaiserhause auf dem Kaiser- Karl-Platz >la:fer Wilhelm begab sich mit Kaiser Karl in dessen Arbeit-^ zimmer, wo' eine Besprechung stattsand, zu der auch der Chef des General st abes zugezogen war. Hierauf stellte der Kaiser von Oesterreich dem deutschen Kaiser korporativ die ^lbteilungschefs des Armee-Oberkommandos- vor. Um 121/4 Uhr erfolgte dre Abfahrt der beide:: Herrscher nach Laxenburg.
Wien, 6 . Juli. (WTB.) Um 9 % Uhr abends erfolgte- die Abreise des deutschen Kaiserpaares. Kaiser Karl und» Kaiserin Zita gaben ihnen das Geleite nach den: Bahnhost wo die Verabschiedung in allerherzlichster Weise erfolgte
Der Reichskanzler und Hindcnbnrg über die Kolonien.
Berlin, 7. Juli. (WTB. NichtamtUch Die deutsche Kolonialgesellschaft richtete in rhrer Borstandssitzung,vom 30. Juni an ta Re: chskanz lcr und den General selb marschall von Hindenburg Telegimlwne, in freuen sie dankbar der Heldentaten unserer Truppen in ta Kolonien gedachte. Daraus empfing der Vorsitzende der tatsche,: Kotonialgesellschast, Herzog. Johann Mbrecht zu Mecklenburg, joltade Anllv-orte:::
Eure Hoheit bitte ich für die gütige Uebermittümg der Kundgebung der deutschen Kolmnatgesellschast zu Ehr er. der heldenmütigen ostasrikauisckzen Kämrier meinen ehrerbietägsün Dank entgegeirnehmen zu wollen. Erst wenn nach Beendisgung des! Krieges Deutschland seine Stellung in Afrika behauptet und ausgebaut Hai, wird es sich ganz sicher ta Dankesschuld gegenüber den Männern bcnvußt Werda:, die, abgeschnitten vom Vatertmüe, dort die Ehre der tatscha: Flc.'Me, getreu bis in ta Tod, ruhmvoll verteidigt habe::.
von B?thma:m Holllveg.
Eurer Hoheit danke ich ehrerbiettgst für die im Namen ta Mitglieder der deutschen Kolonialgeüllsckmü den be:mischen Truppen ausgesprockienen ehrenden Worte der Anerkenntmg. Mit Stolz verfolgen wir die Taten unserer Kameraden in Deutzch-- Osbafrika. Nur auf fri: eigene Kraft und den eigenen Siegeswillen gestellt, mehren sie unter ihrem' Helden- sührer Oberst von Lettow den Ruhm der deutschen Wasfm: uich halten zäh u::d unüber,oindlich in der uns verbliebenen letzten deutschen Kolonie ta Grmrdstvck unseres künftigen Kolmnal- besitzes. Generalseldntarschall von Hindenburg.
Litauen.
Stockholm, 8 . Juli. (Privattel.> Der Vertreter des' litauischen Landtages tnacht der Presse folgende: Mitteilung: Am 9. Inn: wurde in Petersburg der litauische^ Landtag eröffnet. Nach lebhaften Erörterungen wurde am 16. Inn: eine Entschließung angenommen, daß das ganze ethnographische Litauen einen unabhängigen, für immer neutralen Staat bilde, daß die Neutralität vom Friedenstongveß garantiert werde, daß litauische ^Zer- treter am Friedenstonareß teilnehmen und daß eine litauische gesetzgebende Versammlung ans der Grundlage der allgeineinen, gleichen, unmittelbaren nnd geheimen Ab- stimmung versaminelt werde, um die Derfasstungsreform festzustellen und die Regierung des Landes zu ordnen.
5eekrieg.
Reue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 8 . Juli. (Amtlich.) Durch die TätiZ^eät unserer U-Boobe wurden im Sperrgebiet um England wiederum 25 000 Brutäorogistertonnen vernichtet.
Unter den versenkten Schiffen befanden sich 6 Dampfer,, die in GeleitzÜMN fuhren. Ferner wurden Verse::kt: die englischen Segler „Garuntheß" und „Lizzie Ellen".
Der Chef des Admiral stades ta Marine. - * ' '
Washington, 7. Juli. (WTB.) Reuter. Das Staatsdepartement teilt mit: Ein deutsches U-Boot hat den Dampfer ,F)rleans" torpediert mrd versenkt.
Vier Mann ta Vesatzu:^ sin ' umgekommen.
Die Spannung im Reichstag.
Parteiabordnnngen beim Reichskanzler.
Berlin, 7. Juli. Im Rei chs kan z l er pala rs haben gepern atad, wie Nnr höre,:, wichtige Besprechungen des ReickOkmrzlers mit einzelnen fühwnta ?lbgeordneten stattgefun-^ ta. So haben Vertreter ta nativnalliberalen Partei beim Kanzler Vorgespräche,:, und ta Abgeordnete von Paper lM Herrn von Bethmann Holllveg int Namen ta Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei Wünsche vorgetragen. Um 9 Uhr abends wurde eine a:cs sechs Mitgliedern besiLlMche Deputation d e r s o z i a l d e n: o k r a t i s ch e u Fra kt: on vom Reichskanzler empfange::. Die Tep::tation satte ta: ^llcstcag, den Kanzler darüber zu unterrichten, daß die sozialdemokratische Fraktion von. ihm >einc unzro eideut: ge Erklänmg darüber verlange, daß die deutsche Regierung noch i-eute aus dem Boden ta Erklärung vom 4. Augrtzt 191 4steht, also nur einen Verteidig,mg skr :eg führe, nnd daß sie jederzeit bereit sei, auf der Grundlage deS Sbat,^ guo allgemeine Friedensverhnndlunge:: einzuleiten. DeS '.oeilerrn verlangten die Sozialdemokraten die Einführung des parlamentarischen Systems und die sofortige Ernennung von führenden Abgeordneten aller Parteien zu Ministern und Staatssekretären, werter die soforüge Einffätamg des Reichstags Wahlrechtes in Preußen.
In: Hinblick auf die Wickstigkeit ta Verhandlungen im Hanpt- ausschuß hat der Versasstmgsausschuß des Reichstages die für heute geplante Sitzung ausfallen lassen und die nächste Sitzung erst für Montag Vormittag angesetzt.
Die Verhandlungen im HanptanSschuß.
In: Reichstags ge bä ude herrschte seit den: frühen Morgen Vas regste Leben. Der große Saal, in dem ta Hau Ptaus- l chu ß seine Sitzungen abhält, 'war heutc früh um 9 Ubr bei Beginn der Verhandluugm überfüllt. Da bekamll genwrta: loar, daß die hochpolitischen Auseinmrtasetzmrge:: ta: gestrige:: Sitzung tacke in Anwesenheit des Reichskanzlers ihre:: Fortgang trehmen sollten, hatten sich neben ta: Mitgliedern des Ausschusses die große Mehrzahl der Abgeowneten mid eine stattliche Menge von Regierungs- Vertretern als Zuhörer eingestmden. Im ganzen ,varen wohl 300 Personen im Sitzungssaal versammelt. Der Reichskanzler hatte der gestern ergangene:: dringentan ')ll:sforderu:vz, im Haupt- ausschuß zu erscheinen, Folge geleistet und :var schon bei Beginn der Sitzurm im Hause.
Berlin, 7. Juli. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstages setzte freute die vertrauliche Aussprache über die äußere Politik und die mllitärische Lage in Gegenwart des R c i ch s k a lt z- lers der Staatssekretäre, des preußische,: K^riegSmiuistcrs und mehrerer anderer Mitglieder des BnndesratZ fort. Außer ta: Mitgliedern des Ausschusses wohnte eine sehr große Anzahl von Abgeordneten den Bechmnölnirgen als Zuhörer bei.
Im Verlaufe der AuMnack>c, bei der der Staatssekretär des Auswärtigen, Zimmer mm n n, Vertreter mehrerer PaAeien, Stac.tsscirelär von Capelle und Kriegsminister von Stein zu Wort kamen, ergriff in ta Mittagsstunde gegen 1 Uhr auch Reichskanzler Dr. v. Bethman.n-.Hollweg das Wort.
Berlin, 7.Juli. iW'TB. Nichtamtliche .Hanvtausschuß des i Reichstages. Nachdem im ?' 'i-lU'isr gg die Au-iührungen des V Nenbstänzlers ,wch mehrere Aibgeordnete gesprochen hatten, vertagte ta Hauptausschuß nach 2 Uhr nachmittags die Wettertaatuug auf Montag vormittag.


