Nr. <55
Ter Eichener
Pii dfemt täglich. außer
Sonntags. - Beilagen:
Gietzemr§ümtt!enbläNer:
Xreiidlatt
fLr fcer; Kreis Hetzen.
Vepl-^rciz : monaLl. 1 Mk.. incrtel- jArllch 3 Mk.-, durch Abhole- u. Zweigstellen monaL!. 90 Pf.; durch dieÄost Mk. 3.— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - silnsclsiüsse: !ür die SchrsitleitungbI2 Verlag,Geschästsstelleol Anschrift für Draütnach- richten: Anzeiger Sichen.
Erster Blatt
<<)Z. Jahrgang
postscheckkanto: Zrmrffurt a.M. U 68 (>
SwMingrnrnd-rnS u. Verlag: Brübl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei «. Lange. Schriftleitnng, Seschäftsstelle ». Druckerei- Schuistr. 1 .
Donnerstag, 5. )u!s <9<Z
Annahme von f. die LageSrrunlmer du zum Nachmittag vorher.
Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pi., sür auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. P.atzvorschrist SO Pf., sür Re klauten 75 Pf., bei Platzvorschriit SV Ps. pauptschffstleiter: 2lug. G o e!;. Verantwortlich dir Politik ».Feuilleton: 2lilg. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes ie©e- richtssaal: Fr. R. Zcnz - Anzeigenteil: H. Beck sämtlich in Gießen.
vankverkehr: Sewerdebank Kietzen
Die
(WTB.) Großes Havptyuartier. 4. Juli. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.
Infolge Dlmstes und dadrrrch erschwerter Beobachtung blieb die Feuertatiskeit bis zum Wend gering. Dann lebte sic in einzelnen Abschnitten bis zum Dunkelwerden auf. Nachts kam es mehrfach zu Erkundungsgefechten, die uns Gefangene rmd Beute einlwachten.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
OesUick von Ccrny. am Chem in de«s Dämes, griffen die Franzosen nachts zweimal die von mis gewonnenen GrMen m. Beide Male wurden sie zurück- geschlagen. Die kanrpjvewahrten lippischen und westfälischen Bataillone stichelt dem weichenden Gegner »lach, schoben ihre Stellung vor und machten eine glitzere Anzahl von Gesangeilen.
Arvch westlich von Cerny nnd bei Craonne rrmren Nnter- nehmungen unserer Stotztruppen erfolgreich.
Heeresgruppe Herzog Alb recht.
Nichts Besonderes.
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Prinz L eopo ld von Bayern.
Irr Oftgalizsen vermochten die Russen gestern ihre A n - g ri ffe nur be i Brzcczan y zu w i cd er ho l e n. Trotz eingesetzter frischer Kräfte käme« sie nicht vorwärts. Zn zäher Verteidigung und frischen Gegenstößen hielten sächs- sische Regimenter ihre Stellungen gegen zahlreiche Angriffe und fügten dem Feinde hohe Verluste zu.
Im Abschnitt Koniuchy-Zborow starker Frr,erkämpf.
Die Tätigkeit der Artillerien war auch bei B r o d y und am Stochod zeitweilig sehr lebhaft.
An der übrigen Front keine größeren Gefccktts- Handlungen.
Mazedonische Front.
Nichts Neues.
Der Erste Generalgnarticrmeister Ludcndorff.
*
Der Abendbericht.
V t x I \ it, 4. Jnli, abends (WTB. Amtlich.) Weder im Westen noch im Osten grösxre Kampftzandlungen. Erfolgreiche eigene Flicgertätigkeit.
Die AnSeinandersetzurtgen im „Verfasfungs-MnsschUß" des Reichstags sind noch nicht abgeschlossen, die Abstim- mirng über wichtige Anträge, die auf Wahlrechtsreformen in beit Einzelftaaten hincmslaufen, ist Zunächst vertagt worden. Wir billigen und begrüßen die sachliche Tendenz des heucke veröffentlichten Antrages Müller-Meirringen, aber lvir sind in solchen Dingen nicht für Uebersttirzmig. Wir sehen mcht die plötzliche Notwendigkeit ein. Die dringendsten Pflichten und 'Arbeiten laufen ans die glückliche Beendigung des Krieges hinmts, ans den Sieg, wie ihn Hinden- bürg im Auge hat. Was kann dazu die Hast beitragen, mit der w ir an entscheidende und weittragende innere Um- waNdlnrigen herantreten? Mari sagt, die Volks stimm ung werde dcämrch verbessert und gehoben. Wein, ist das eine sachliche Begründung? Sollte man nicht lieber das Volk aufklären/Vorbeugen, daß falsche dbusfassungen in solchen Dingen platzgreifen? Es genügt, daß die Neuerungen im deutschen Staatsivesen und in den Bundesstaaten verbürgt weiten.
Es ist ganA natürlich und irr der Ordnung, daß neben den ungeheuren Leistungerr, die unser Volk im Kriege vollbracht IM, auch Betrachtungen darüber angestellt werden, welche Folgerungen daraus für die Znvnrfft, firr unsere Staatsformen, gezogen werden sollerr. „Mit Fleiß betrachten, was drcrcb die schwache Kraft entspringt", das Wort wuS der „Glocke" ist niemals so wahr und aktuell" gewesen als jetzt, nach drei Jahren Krieg. Es heißt jedoch auch, daß man bedenke rt sott, was man be-girrnt. Bor- allein soll rnan nicht ins Ausland schielet:; wir wissen wirklich allein, Inas uns frommt. Es gibt zunächst^ noch unendlich viel Arbeit zu verrichten, die mrverdrossen und ungehemmt getan werden kann, auch wenn das Heft der inner- politischen Neuerungen noch nicht vollgeschrieben ist. Bor allem: die Gefahr innerer Streitigkeiten muß unter allen Umständen vermieden werden. Die Beispiele der^ deutschen Geschichte sollten uns warnten, Weim sie derr Eirglander mch Amerikaner zu allerlei Versuchen verlocken!. Be batten wir rricht nrcr unsere ruhige Geduld, sondern auch imsern kühlen Kopf. Lassen wir die Kopse nicht allzu heiß werden bei Dinget:, die erst in zweiter Linie als Notwendigkeiten an uns herantreten!
Biele Stirmnen dringen auf Selbsterkemttnis des Volkes. Wir müssen aus der ungeheuren Summe des Geschehenen einmal aussondern, was uns Deutschen anl besten liegt, wo eigentlich unsere Stärke sitzt mtd wie die int Weltkriege neu enthüllte deutsche Eigenart z-n bewerten ist, das sind Fragen, die nicht von heute auf morgen beantwortet Werder: Müssen und beantwortet zu werden brauchen. Von ihrer Lösung wäre manches für politische Einrichtungen nutzbar zu machen. Im neuesten Heft des „Kunstworts" („Deutscher Wille") stellt Richard VMlev Freien sels darüber ein paar interessante Betrachtungen an, die zwar nur Bruchstücke sind, aber doch zmn Nachdenken aufmuntern. Er meint, den eigentlichen Typus einer Nation erkenne man erst, wenn man frage, was ihren stärksten Geistern als gemeinsamer Lebenszug eignet. Das wäre also, auf den Krieg ongewendel, recht schwer, denn hier haben Soldaten, Getrerale, das Höchste geleistet, und die „.Genies." lassen sich: im übrigen schlecht
russische Offensive ff
auffpüren. Es ist aber gleichwohl nicht unrichtig, was Müller-Freien st ls meint. Er beleuchtet, um einige Antworter: auf das Problem zu finden, unsere alten Großen: den Meister des Straßburger Münsters, Luther, Beihoven, Kant, Goethe uff., unb verwirft alte Vorurteile, als vb Sck)licht- heit und Einfachheit das deutsche Denken charakterisierter:. Im Gegenteil, Vielfältigkeit und Vielspältigkeit, strömender Reichtum zieren den deutschen Geist, der nicht w''e der griechische oder der ftanzösische die Welt vereinheitlich sondern sic gerade in ihrer Mannigfaltigkeit und Tiefe erfasse. Auch das „Gemüt" sei keine besondere deutsche Eigenart. Vielmehr sehe der Deutsche die Welt mit dem Gefühl des „Erhabenen" an oder auch, mit überlegenem Humor.
Es ist eine dankbare Ausgabe, da fortzuspirmen, wo große Geister, wie Goethe, töant und viele andere, sich bemüht haben: Die Eigenarterr der Völker (die der Krieg neu enthüllt hat) zu erforschen. Der Verfasser im ,Munstwart" hat doch versehen, viele neue Quellen sich nutzbar zu machen. Darin geben wir ihm recht: daß der sirnvle, vrrschtasene uno nur selten sich anftüttelnde ,Deutsche Michel" als typisct)er Vertreter unseres Volkes gilt, ist nicht nur schädlich und entwürdigend, es ist auch falsch.
Der vfterrcichisch-uttgarische Tagesbericht.
Wien, 4. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Bei Brzeczany wurden heftige Angriffe starker seitlicher Kräfte blutig abgewiesen. Zm Abftlmitt südwestlich von Zborow haben die Russen nicht angegriffen.
Sonst mtf allen Kriegsschauplätzen geringe Gefechts- tätigkcit.
Der Chef des Generalftapes.
Die Mmpfe in West und Ost.
Berlin, 4. Juli. (WTB, Nich-taNötlich.^ WMrand es crn der > f l a n br i ) dr e "u F r v rr 1 u it d"r A rrn s f r o n t den 3. It.'li über ruhig blieb, setzten die Frm^nien atu Wb-rmd des 3. Znli neuerlich zu mehreren imglücklichen Gegenirngritstn an. ^tachdem das Artillckriestirer tagsüber verhältnismäßig gering gewesen war, steigerte es sich gegeir Lljbend 2 md wvoclD bis 10 Uhtr abends zürnt TrvMmckstuer an, dem Angriffe auf dem lrnLm Flügel der itcinen dauffchcni Stellung bei Eernsi folgten.. Die arcgreifenden Franzosen brachen im Feister Uisaminm. ')lns eigenen Antrieb stießen zwcr deirtsche Konff-Mgnien den Fliehenden nach und schoben mt dieser Stelle die eigenm Lrrrven weiter Ungefähr zur gleichen (jert füllten sich >veiten' westlich mir Bcmetle-RüclÄc die französisches Gräben >mit Stnrmtruppen. Sobald dies die gegenüberliegende deutsch^ Grab-enbesatzurrg merkte, brach sie ans ihren dckäber- heraus, griff den zuni Angriff bereitseftellten Gegner iiber- rascheiw au und z-erstreute ihn. lim Mitternacht vernähten die Franzosen einerr ttcjüm Angriff bei Cerny, der gleichfalls irnter blutigen Verlusten scheiterte.
An der O st s r o 7! t ist bereits an dritten Tage in der großen russffckjen Zwcnrgsoffensive eine Pause eingetveten. Die Rücksichtslosigkeit, mil der hier die russischen Divffimren unter Lei-, lang englischer und i r a n z v s i s ch e r O f f i z i c t e in den Kampf getrieben lvurden, stand den blutigen M>ethoden der zaristischen Kriegführung kcnrni irack-, ja übertr-af sie wlomöglich. Die zahlreichen ^sefangenen, die eirrgebracht wurden, loarcn froh, dieser Hölle entroimen zu sein, liebe-reinftimiüend sagten sie aus, daß die Kavallerie bereitstand, nur die Weichenden wieder in den Kampf zu treiben.
Am 3. Ircli stockte cur der gmrzcu russischen Front der Angriff. Lediglich bei Brzezarrv vcrmockstcn die Ruffen ihre ^griffe fortMsetzen. Das s chauerliche Bild von der Früh- jahrsofserrsive 1916, wo die Angreifer rcgimciH t erweise fielen , wiederholte s r sr. Alles Enrschiebeir! frischer Kräfte lass den Nüssen nicht roeiter. Bereits den Vormittag Wer waren südlich Brzezann nrehrer-e starke Eingriffe zrffamMen- gebrocljien. Um 1 Uhr nackMittags setzte ans die Stellrmgen nördlich der Höhen Brzezany-Tarrropol eruei't starkes Fmer aller .Ka- leber'eiir. h^egeu Abend griffen die Russen die Höhen von Brzezany an. Ein Mlssennest von Kompagiliebveite war der ganze Erfolg der mit vielfacher Ueverlegercheit eingesetztere Angriffe. Es ist jetzt größtenteils bereits üneder gesäubert. Eigen? VorsU^ße in die russische Stellung auf dem Westnfer der Zlota Lipa mrd bei Zwvzmc brachten Gesarlgene ein.
Vre Angriffe der Uuffen.
Wien 4. Juli. (WTB.) Aus dem Kriegspressegnartier wird aenteföet :
Am gestrigen Schlacht tage dck>nten die Russen den Angriffs- raum ihrer Infanterie nordwärts über Zbvrvw aus. Dieser Abschnitt stand bereits vorgestern imter dem heftigsten Artillerio- seuer, d>rs Misere Stellungen dort vollkommen zerstörte. Nichts- desdvtveniger hielten unsere tapferen Trirpven in ihnen den Ansturm russischer Massen mis, der, v-on Panzeranhos unterstützt, im Larffe des Tages mit größter Wucht cinsctzte. Eine vier- bis fünffache Uebermacht stiinnte hier in rm aushöAich einander folgenden Wellen, bis es dem Feinde gelang, in unsere Graben /inzudringen. Mit Aufopferung und zäher Energie wehrten sich die k. mrd k. Truppc'n und singen, Schritt um Schritt kämpfend, den fnrclstbareir Stoß aus, bis cs den Reserven gelang, dem lveitaren Vordringen der' Russen einen kräftigen Riegel vorziffckxieben. Dieser Erfolg, dear der Russe mit imgel-euren Verlusten bezcllsten mußte, ist einer jener bei allen Offensiven üblichen Anfangserfolge, die der Angreifer, wenn er mit seinem Menschen material zu rücksichtslos ntmstcht, wie di e Entente es ttll, erzwingen muß. Der Verteidiger seinerseits 'hat dagegen immer mit den Verlusten seiner vordersten Linie zu rerijnm, zumal da diese meistens bereits durch das sttndliche f^erstönmgsfcuer eingeebnet und verbeidigrm gsunfähig gen lacht wird. Im Raume von Brzcczan t>, dem zweiten Bveunpmrft der Sckstacht, hat sich durch erfolgreiche Gegenangriffe, österreickßsch^imgarisclier. deulscki^r und osmamsck^cr Trrrppen die Lage in einem für n i s günstigen Sinne ausgeglichen. Die hier cingesetzlen russischen Divisionen scheiuan so abgekämpft zu sein, daß ,'ic keine Kraft fanden, zu neuen Angrifferr zu schreiten. Es ist hier eine Pause in der Schlacht eingetreten.
Petersburg, 3. Juki. Die PeterW. Tel. Ag Meldet: Nach
den der .vorläufigen sü<^giermcg zugegangenen Nachrichen ent-- wickelt sich die O s fe n s i ve an der SiUrwestsrout cuirctxnw günstig.
*
Englische Bombenwürfe auf Jerusalem.
Konstantinopel, 2. Juli. (WTB.) Meldimg der Agentur Milli.
Mehrere englische Flieder Waffen in der letzten Woche über 7 0 Bo m ben auf die Stadt Jseru fair nt. Es waren locbct Menschen Verluste noch bedeutende Schäden zu verzcianteu. Die Beschädigungen einiger lwiligen Stätten sind ebenfalls nicht sein bedeutend. Wir überlassen der öffentlichen Meinung das Urteil über dieses Vorgehen, das mit allen Grurchsützen der Zivilisattoit/ und Mettschlichkeit in einem schreienden Widerspruch steht.
Nach Beffchten, die uns auS zuverlässiger Sr teile zugcgangen sind, setzten in der a l g eri s chen Sahn r a die dort opefferettdeN Mudschahide vom Stamme der Tuareg den Druck gegen die sran ziö sischien Abiteilungen fort. Die Bewegungeit der Mndscha1si.de des Sudans eittwickeltt sich erfolgreich immer reger. Eine aus ackftzig Mann bestehende f r a n z ö si s che A b i c i t u n g , die ans Bilnta, denr Hatwtovt von Kanea. entsaudt nwrden war, ivnrdebei Agadir'vollständig der nicktet. Die N^udsckalside maü>- ten einige Gesänge ne nnd erbeuteten ein Gescksiltz. Die französischer Truppen in Agadir toerderr gegenwärtig dort belagert.
Fliegerleutnant Dosfenbach gefallen.
Berlin, 4. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Leututant d. R. Dosfenbach, einer unserer bewährtesten Megerofsizieve, ist im Luftkampf gefallen.
Die Hcsjofutfon in NuWnb.
Kerenski und die Arbeiterpartei.
Berlin, A. Juli. (Privattel.) Die „B. Z." meldet aus Basel: Aus Petersburg ivird berichtet: Die Atrhänger Lenin ts beantragten im Kongreß der Arbciteirverbändc die Artsschließung Kenenskis von der Mbeiterpa'rtei Der Antrag wurde mit 259 gegen 201 Stimmen abgelehnt Neue KriegSaufrufe.
Petersburg, 4. Juli. (WTB^ MeMrng der Petersburacr Telegwpheilagerttur. Die vorläufige slt e g i e r un g hat mr die - Bevölkerung einen. Aufruf erlasserr, in dem sie alle Bürger auffordert, die pcffönliclKm Jrrterffsen zu vergessen und sich wir ein Mrnu hinter der Armoe zufarrttnenKuLcharen, die sich irr Bo- wogt mg setzt, Um die Revottttum und das sneve ruffische z» ^ vettert.
d ln läßlich des Bemmrs der Offensive hebt ein TogesbeselL des Kriegsministers allen Urlaub rn der Ärm-'ee rmd der dahinter- liegenderr Zone mi,t Älusnahme der .Krankemirlauber auf.
Die vorläufige sstegierung richtete einen. Altvfruf au die russische Marine, in dem sie die TäligLert der frntdlichen Flotte in den russischen (siewässern in der letzten Zeit betottt und erklärt, sie sei überzeugt, daß die russische Marine ihre Pflicksi gegenüber dem Volke tun werde, das sich der Gefahr bewtrßt sff. die Rußland lredrohe. In dem Aufru.f heißt es ferner: -Die rn.ssi scheu Seeleute werden alle Anstrengungcn maclrert in dem Kampfe-für die großen Ideale der russischen Demokratte Die Armee lat -schon oft die Offertsive ergffffen. Ihre SelbstverleuMUng rettet das Land-vor dc'r Gefahr, die ihm von außen droht. Die Rtaff^io wird jedensallZ beweisen, daß das große (rZesäM-k der Freilzsit utts nicht schwächt, sondern im Gegentffl unsere Macht stärktt tmd uns zu neust Taten antvcibt.
Lkundgebungen in Petersburg und Moskau.
Basel, 4. Juli. „HaVas" meldet ans PeterÄr.nrs: Der Kongreß der Arbeiter- nnd Soldaten racke richtete anläßlich der Wirderaitftrahme der Offerffive einetr Appell an das Heer, in dem es heißt, die ruffifche Rcvoluckion rufe die Völker aller Länder mm Kampfe für den allgemeinen Friederr. Solange die Volker Europas auf diesen Ruf nicht hören iverden, müsse der Krieg gegen den Willen Rilßlands noch foriDauemt. Die russische Offcmsive gebe Zeugnis vou der Organisation und der Kraft der Armee. <Äe werde damit mich der Stimme des revolutt^ naren Rußlands mehr Nacksixruck bei den Gegnern wir auch bei der: Verbündeten nnd Nenckralcat verschaffen und das Ende des Krieges lteschlennigen. Da' gcnrze Land müsse seine Kräfte in den Dsimst des Heeres stellen.
Nach einer weitererr Havasm.eldnng vom 3. Juli überraschte die russisckre Offensive die Bevölkerung vorr PeterK- burg durch ihr plösiliclws Eintreckorr nnd ihre.it Erfolg und! rief in der Stadt, ungeheure Begeisterung hervor. Die Nachricht wurde durch ' Ertrablätter der Zeitungen bekamrt- gegeben/ Es farrd eine Kn.rtdgeburlg statt, cm der sich (^>erreral Rutzki mid eine ^jruppe von Offizieren dos Generalstabs und von Offizieren der Alliierten beteiligten. Der Zug begab sich nach dem Kriegsmirrisderinm mw dem Marum- Palast, toobei der Armee., Kevenskij mrd der Regierung Ovationen dargeb'vachi wirrden. Eine mrdere, angeblich nicht weniger wichtige .Kundgebung, die von der Iedinstwr>- und der IPleckaitow-GrupPe veranstaltet wurde, fmrd auf dem fNowsky-Pvospekt statt. Sie cies die gleich Begeisterung hervvr. Die Arbeiter feierten vom Vdorgen cm im Wtborger Viertel den Erfolg der russischen Arnreen durck> eine Kundgebung in den ihren ArbeitsplÄ-en mrd Fabrivcm benach- b.arten Straßerr. Zum ersten Male sah man heute seit der kRevollrtio-n neben den gemöshnlichen roten Brrnnerit trnd den Bildnissen Kerenskijs in den Reihen auch Fahnen üt den russischen Nationalsarbcn. Auch tti Moskau Kam es Mi begeisterteit Kundgebungen.
Die Ukraine.
Petersburg, 4. Ircki. (WTB.) Die vorläufige Regierung hat bffchlvssrrt, eine besondere LlbvrdtQmg in bt« Ufrairte zu seitdeu. ltnt sich über die Jage m unterrichten. Die Wordmmq wird sich auS sehr vvlkstt'bnÄtchen Peffönlichkeittm und derr Houptvertreteru der politisckMn Parteicit mut> Veretrnqtmgen NtsMMwursetzen.
Sern, 4. Juli. iWTB. NichtumLich.) Dtc .^.Wvcv' aus Odesia: Offenbar beß-rgt über die drohende Äw«rchr^,


