,Landkreis Gietzen.
i« Zh^m, 2.Juli. Auf dem Felde der Ehre fiel
der Unleroff^er K'arl W eil. Er hatte seit Kriegsb-eginn im Felde protze Freude erlebte die Familie Otto Scheid.
Sohn schrieb aus französischer Ge- schweren Gewitter schlug der Blitz 5JLÄ bt - ypfe beT Schule Und zersplitterte ihn. In den Nachbargehoften fand mau zahlreiche Splitter.
*.~1Lri II Y^i?. l,, '. 3 -3!itR Musketier Karl Ziegler mm ««, der schon früher mit dem Eisernen. Kreuz 2. Klasse und dem Be^tmstkretrz n:si der- Prägung Kaiser Franz Josefs von Oefter- «ich-Ung«LN ausgeznckmet >werde, erlftelt am 22. Juni ds Js furmn t^senes Berk-att-on imi auch die hessische Tapferkeit^ yyy- irgtf gegmwärttg denn JUMlnterieMegr. Nr. 5. c- L t ? re 3 a J ie .Auszeichnung ist eine besondere Freude nicht nur lur den Detortertm selbst, sondern auch) für seine Angehörigen^ Und eene Ehre für unsere Gemeinde.
Kreis Büdingen.
'^--Büdingen, 3. Juli. Der am Montag im hiesiges isieürstmhof unter Lettung des Kreisamtmanns Dr. Mehner ab- Mchlmen-e Kreistag gab nunmehr seine Zustimmung zur Aufnahme der Vorarbeiten für den Neubau der K'reisstraße Nidda—Michelnau ms Mr Einmündung nach der Krötenburg. Der Haushaltsplan der iKdciÄasse Kr 1917 wurde in Ginnahmen und Aufgaben aut E 378 Mark sei gesetzt. Die steigende Verzinsung der .Kriegsaw- lekherr erforderte für den Kreis eine Erhöhung des Umlaamsatzesl von 190000 auf 200000 Mark. Der für 1915 verbleibende Kassenrest der Kreisiasse in Löhe von 55 778 Mark fand beim Mschl'uH der Rechnung vorerst Genehmigung.
r jJTr ^ ££ c 11 ^ a '^ f (Dessen), 3. IM. Der gräflich Solms-L-au- bcEche Oberamttnann Güngerich aus Hof Engelthak. einer der bekamriestet: Landwirte Oberhessens, ist nach langem Leiden n.m Alter von 88 Jahren verstorben.
8 Ans dem oberen Niddertal, 3.Juli. Die Kir- f chlenrerf e hat sich nun auch bis herauf ins nahe Quellengebiet der Nidder ausgedehnt. Eine solche Ueberzahl, wie sie in diesem Jahre an dm Bäumen hängt, durften wir schmr lange nicht erleben. Wenn die Kirschen auch infolge der lang«: Trockenheit des Mai und Juni ziemlich klein geblieben sind, so gleichen sie doch an. Zuckergehalt den. Gewichtsverlust wieder aus.
Kreis Lauterb-ich.
. rr. Schlitz, 3. Juli. Im benachbarten Dörfchen Hemmen geriet der Landwirt Johannes Möller unter seinen mit Grubenholz beladenen Wagen und trug lebensgefährliche Verletzungen! davon. Man niumtt umsomehr Anteil am Geschick des Verletzten, da er im Krieg bereits ein Auge ein gebüßt hat.
Kreis Schotten.
z. Aus dem o beren Vogelsberg, 3. Juli. Bei dm Gras Verpachtungen, welche in letzter Zeit tu verschiedenen Gemeinden lner stattfanden, wurden außergewöhnlich! hohe Preise erzielt. 'Die Lose galten noch zwei- bis dreimal so viel wie in früheren! Jahren. Der' Zentner Heu galt schon auf der Wiese, wo sich das Gras rooc b am Stand befand, 4—5 Mb., manches Loos, welches einen Wagen voll Heu gab, ^alt 50—70 Mt'. Die.Heuernte geht diese Woche zur Neige, da ne 'durch keine ungünstige Witterung l»eeinfluüt wurde. Sonst erstreckte sich die Heuernte oft über drei bis vier Wochen.
Kreis Friedberg.
-ftBad-Nauheim, 4.Juli. Am 5. Juli, abends 8itU.hr, findet im Konzerthaus das siebente Sinfoniekonzert unter der Leitung des Hofrats Prof. Hans Minder st ein statt. Die Vortrags- ordnung bringt als Hauptwerk Beethovens lange mcht mehr gehörte „Pastoral-Sinfvnie", ferner Mozarts reizende Serenade für Streichorchester „Eine kleine Nachtmusik". Als Solist tritt Konzertmeister Czaplinsky mit der „Spanischen Sinfonick^ für Violine und Orchester von Eduard Lalo auf. Das interessante Werk ist keine Sinfonie sin allgemeinen Ssime, sondern ein Konzert für die Vio- Ime mit einer sinfonisch gehaltmen Begleitung des Orchesters, und war seinerzeit das Glanz stück des berühmten Geigers Pablo de Sara- sate. — Eingeleitet wird der ?Lbend durch die Erstaufführung eines größerm Orchesterwerkes „Trauermarsch zum Andenken der für das Vaterland Gefallenen" von dem Thüringer Hofkapellmeister Rudolf Herfnrth.
Fc. Heldenbergen, 3. IM. Beim Baden in der Nidder e cto a u k der 16jährige Peter Seyfried.
= Vilbel, 3. Juli. Wehrinann Heinrich Müller erhielt daS Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Pionier- Karl O chs wurde durch die Verleihtmg des Hessischm Kriegsehrm- zerchens ausgezeichnet.
Starkenburg und Rheinhessen.
Fc. B ens heim a. B., 3. IM. Die städtischen Körperschaften gonMvm Jett dem 1. IM jedem Einwohner msi einm: Ein- kowmen von wmiger- als 1500 Mk. beim Bezüge der Milch, einen Zuschuß von 4 Pfg. für das Liter.
Kreis Wetzlar.
ra. Launsbach, 3. Juli. Unsere Kirche, die vor einem Jalnchundert erbaut wurde, hat eine uralte Glocke mit Mönchs- jchrrsi. die im Jahre 1771 von Hmschel in Gießen gegossm wurde.
Hessen-Nassau.
t-. Biebrich a. Rh., 3. IM. Am Rheinufer warfm Samstag nachmittag zwei etwa 22—24jährige Mädchen ein größeres Päket in dm Rhein uOd stießm dieses, als es nicht unttrgehm wollte, mehrere Male msi dem Fuße ins Wasser. Tann entfernten sie sich in größter Eile. Spielende Jungen, die dep Vorgang beobachtet hattm, sischtm das Paket aus dem Wasser, öffneten es trüb holten die Leiche eines neugeborenen Knaben aus der Umhüllung heraus. Vermutlich ist das Kind ftrrj nach der Geburt getötet worden. Von dm .Mndesnrorderinnen, die sich in der Mchtung naich Wiesbaden entfernten, konnte bis jetzt die Sptrr nicht aufgefundm werdm
Fc. Frankenberg. 3. Juli. Der Landwirt Emde in Fischbach , der bei drei Kühm in fünfeinhalb Monaten 122 Pfd. Butter und in dreieinhalb Monaten der 50 Hühnern 2093 Eier abgeliefert l)at, erhielt eine öffentliche Belobigung.
sl Frankenberg, 3. IM. Gestern stürzte der 64 Jahre alte Landwirt und Viehhändler Friedrich Schneider aus dem obersten Stockwerk seines Hauses, wo er Futter holen wollte, in die Tiefe. Er erlitt solche Verletzungen, daß er ans dem Wege in die Klinik starb.
zoo. Frankfurt a. M., 3. Juli. Der Verwaltungsausschuß des Zoologischen Gartens der Stadt Frankfurt a. M. hat beschlossen, die Sinfonie-Konzerte, welche sich im vergangenen , Winter in ihrer Neugestaltung unter Leitung von Alfred H'e ß eines großm Erfolges zu erfreuen hatten, auch im kommenden Konzert-Winter sortzusetzen.
— Frankfurt a. M., 3. Juli. Die 17jährige Tochter des ?7dalers U f t r i n g aus Gries leim a. M wurde, als sie liier hinter einem Straßenbahnwagen die Straße überschreiten wollte, von einem entgegmkomMmden Zug überfahren und tödlich verletzt. — Ein anderes junges Mädchen, dessen Persönlichkeit bislang nicht fest gestellt werden konnte, siel beim Abspritrgen von ein^ Straßenbahnwagen auf den Hinterkopf. Es erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und mußte dem Krankenhause zu geführt werden.
mr. Frankfurt a. M., 3.Juli. Augenblicklich ist die Johannis- und Stäche tbeerernte in vollem Gange. Der Ertrag ist bei dm Johannisbeeren mittelmäßig und geringer, bei den Stachelbeeren gut bis mittel. Tie Erdbeerernte brachte gleichfalls dm Ertrag eines guten Mitteljahves, während sie finanziell die besten Friedensjahre weit in dm Schatten stellte.
mr. Frankfurt a. M., 3. Juli. Der Magistrat hat nuw- Mehr die Höchstpreise für Frühkartoffeln festgesetzt. Bei Abgabe an dm Verbraucher darf bis zum 21. IM nicht mehr wie 12^/2 Pf. für das Pfund gefordert werdeu. Zentnerweise Abgabe an Kleinverbraucher ist verbotm. IN bet: letzten' Tagest wurde auch hier für das Pfund getriebene Frühkartoffeln von' Gärtnern bis zu 1,50 Mk. gefordert. Trotz des ungeheuren Preises brauchte man über Mängel an Käufern nicht zu klagen, vielmehr wuchm die Wohnungen oft geradezu gestürmt, denn auf dem Menen Markt wagte man die Kartoffeln doch nicht anzubietm.
- Ali- Dem VizefeLdwebel Peter Weber
^ C Ur ?5°- 2 ' ErsemL.Kveu^ 1. Klasse verliehm.
^ ^M Die Fischhändler von Schier- <tem btt ixn hlesigen Aiarkt bcmchen, könneir sich an Höchstpreise nicht gewöhnen. Heute ram wurden sie deshalb an gezeigt.
2 andchen, 3. Juli Gegen den Landwirt Verrmch^ Sttmmler m Erbenheim, der auf dem Markt in Wies- badm Ende voriger Woche das Pfund Frühkattofteln für ciitd Angeboten und verkauft hatte, ist Anzeige wegm Kriegs-
Ern Krrjchrnnmrkt ohne Kirschen.
T, 3 0 x y 11 , T 9 ' l2 - Juli. Wie feit alters her, so hatte auch der
heute hier abgehaltme Kirschenmarkt eine große Anziehungskraft auf dre Jugend des hiesigen und der umliegenidm Kreise ausgeübt. -ZU^^n Sttapm und Gaffen, besonders in der Nähe des Marktplatzes, bemerkte man ganze Scharen buntgelleideter Hessenkinder, dw zum großm Teil dm Obhut älterer, zu Haust abtömmlicher Fraum anvertvaut waren. Daß die Jahrmarktsmusikantm und die lufttgm Umzüge der Studmtm fett der Kriegs^eit fehlen, daran sit man schon gewöhnt, daß aber bei einem Märburger Kirschenmarkt die Kirschen ausbloibm, ist noch nicht dagewesen. Einige Korbe msi Kirschen, die morgms um 8 Uhr ausiauchten, ivaren in emigen Minuten ausverkauft, ebmso schnell ging es einige Stunden spater, als die Polizei einem Händler, weil er über den Höchstpreis wrderüe, die Krrscheii beschlagnahmte und verkaufte. Ter Preis war ans 42 Pfennige festsesetzt, imd dies war wohl der Grund, weshalb die Kirschm ausblieben.
hl. Marburg, 3. IM. Bon der Polizei beschlagnahmt wmden ber zwei hiesigm Obst- und Genrüschländlern sämtliche Kirschen da dieselbm nicht zu dm vom Reichsamt festgesetzten? Preise verkaufm wollten. Es wird wohl allgemein msi Frmdm begrüßt werdm, daß diesem wuchjerischen Dteibm endlich ein Zrel gesetzt wirb. Die mtsprecheirdm Strafm werdeii folgen'. Hierbei ser daran erinnert, daß bei fvrtgesetztm Umgehungen der Höchstpreise Lebensmittelgeschäfte geschlossm werdeii können, und die Polizei, wie uns mitg-eteilt wird, auch davon Gebrauch machest wird, toenn sich die Verkäufer nicht dm Vorschriften fügen. — Der gestrige Kirschenmarkt war besonders von der Landbevölkermig sthr zahlreich besucht, jedoch waren nur sehr wenige Kirschen zu habm. Ter Umstand, daß gegm frühere Jahre, wo die Verkäufer Mit ihren Körben noch die anliegenden Sttaßen in Anspruch nahmen, in diesem Jahjve fehlten, ist wohl darauf zurückzuführen, daß die Kirschen freihändig an solche Leute, verkauft werden, die über ungezähltes Geld versüßen und- ebm jeden geforderten Preis zahlen. Die Polizei bittet die Hausfrauen, die Bestrebungen für normäle Preist nach Möglichkeit zu unterstützen und von dest ihnen bekannten Fällen, wo Ueberschreitungen ftattfinden, Mitteilung x!u >mäck?jm, damit Verkäufer wie Käufer zur Rechenschaft gezogen werden können.
und Wissenschaft.
Berlin, 3. Juli. (WTB.) Der Geheime Medizinalrat Professor Dr. Albcrt Eulenburg, der berühmte Nervenarzt, ist heute mittag stier nach einem langen und schweren Leiden im fast vollendeten 77. Lebensjahre g e sto r b e n.
Geriehtssaal.
Prozeß Kupfer.
Berlin, 2. Juli. Die Zeugenvernehmung geht in der bisherigen Weise weiter. Kaufmann Isidor Rosenthal in Posen hat 130 000 Mart verlovm, die er eingezahlt hat. Frau Kupfer imponierte dem Zengm auch! durch den Hinweis auf ihre ausgezeichneten hohen Vevbindungm urtd zeigte ffynt einen — von ihr geschickt vordattertm — .Brief, der zeigen sollte, daß sie schon vor der rumänischen Kriegserklärung darauf aufmerksam gemacht worden sei, daß spätestms in vier Wochen der Krieg mit Ru.mänieir ausbreckm werde. Ta sie als Einleger auch viele hochstehende, seriöst Männer Nachweisen tonnte, so sagte sich, der Zeuge, daß solche Lachm nicht auf Schwindel beruhen könnten, und mt- schied )iid) dann für Beteiligung. Er sagte der Angeklagten, daß er gar nicht einen so hohen Verdienst habm wolle. Sie meinte aber, ihr Me scher Einleger raten besonders großen Gefallen, denn die Ansprüche des Genevatk'nnmandvs auf Lieferungen seim so groß, daß sie fremdes Geld aufnehmm müsst.
Kapellmeister Möricke zahlte 5000 Mark ein gegm 10 Prozent Gewiirnbeteiligung, bekam dann 500 Mark Zinsm ausbezahlt, die er sieiwillig wieder einzahlte, um schließlich alles zu verlieren. Zeugin Frau Waldow von Malst, geb. Ahrens, ist durch die Famsiie Körting msi der Angeklagten bekamst geworden und hat sich für deren Lebensmittelgeschäfte gleich sehr intereffiert. Sie beteiligte sich dann zuerst Mt der kleinen Summe von 300 Mark zu 10 Prozmt und steigerte sin Laufe der Zeit ihre Einzahlungen derart, daß sie nach ihrer fAlstgabe für die allgemleinen Geschäfte 52 000 Mark und für die „Sondergeschäffe" 8000 Mark bettugm. Währmd die Zeugin und die Angeklagte hierin überein stimmen, gehen ihre Angaben über die Höhle des Verdienstes erheblich auseinander. Frau Kupfer beziffert ihn aaff etwa 45000 Mark, imft auch der Kon kursverwalter Sck-Mdt bestätigt, daß die Zeugin, einm erheblicheir Ueber'sichuß. über die Einlagen gehabt habeH Müsst. Die Zeugsit gibt jedoch! diese aus Grund ihrer Ilnterlagest alles in allem nur auf etwa 10—12 000 Mk. an. Die Zmgin ist auch in dmt Kupstrschen Geschäft mit tätig geweseit und hat im Bureau, sowie beim Packen geholfen.
Längere Zeit beanspruchte die Erörterimg des Falles von Koppenfels. Der Zmge Erich v. Kvppenfels (Westerch) beziffert seinm Schadm aus 76 125 Mk. Am 4. D^mtber 1916 erhielt -der Zmge von der Angeklagten einen Scheck aus die Kommerz- ustd Diskontobank über 45 000 Mk., der jedoch von der Bank nicht esirgelöst wurde. Ms v. Kopperrstls ihr Bvrwürst machte, behauptete Frau Kupfer, sie habe eine hohe Forderung an das 19. Armeekorps, die am 15. Dezember zur ?mszahlung gelangen solle, irnd legte ihm die hieraus bezügliche, schon mehrfach erwähnte Urkunde, die sie fälschlich angestrtigt hatte, vor. Als dann der Zmge von anderer Seite ,erfuhr, daß Frau Kupfer Mt ihren: Verbindlichkeiten im Rückstände sei, sagte ihr der Zmge aus dm Kopf zu, daß sie die Urkunde gefälscht lchbe. Das gestand Frau Kupfer auch ohne Umschweife zu und entschuldigte sich daMt, daß die Esirlagm stocktm und sie große Mßmftände sich Warmliestrungm habe. Der Zeuge hat damals von einer Anzeige abgesehm, weil die Llngeklagte ihm sagte, sie würde sich in einigen Wochm rangierm können und, ivenn sie jetzt zu Fall kommm würde, viele kleine Leute ihr Geld verlieren würden. Frau Kupfer gibt auf Bothalt des Vorsitzenden wesicr zu, daß sie auch den Namen des Herrn 0 . Koppmfels mißbraucht habe, indem sie auf dessm NaMM Schecks in Höhe von 174 000 und 320 000 Mk. gefälscht habe. Sie meint, daß sie auf den Namm des Zengm gekommen sei, weil dieser mit ihr sir Verbindung ge- tteten sei, um Tvan zu beziehen.
*
Stettin, 4. IM. (B. T.) Wegm Tesinahme an den Krawallen nmrdei: wesiere 15 erwachsme Persvnm sowie 21 Jugmdliche zu Gefäugnisstrafen bis zu einm: halbm Jahr vmutteilt.
P 0 s e it, 3. IM. (B. T.) Das hiesige Schöffengericht ver- urtesite dm polnischm Gutsbesitzer Kasimir Gmsler in Komornik wegm Vergehens gegen das Nahrungs Mittelgesetz zu einem Monat Gefängksis und 500 Mk. Geldsttast.
verinischte».
* Berlin, 3. IM. (WTB.) (P.-T.) Der „Berliner Lokal- Anzeiger" meldet aus Mnigsberg i. Pr.: Die acht Jahre alte .Hansta Loeprecht aus Berliu, die zum Ferienoufmthalt in Sogatzewm in: Kreise Lötzen weilt, hat unter eigmer Lebensgefahr einm siebenjährigen Knaben vom Tode des Er- trinkms gerettet.
* Englischer Musterungsyum 0 r. Da in den englischen Stammrollen nicht gerade die größte Ordnung herrscht, kommt es bei den Musterunget:, wie die Daily 9ttws berichten, hätlfig zu Zlvischenjätteu von unjrcüvilliger Komik. So hatte einmal ein Rekrutterungsoffrzier die Asisittrungskommission von Sheffield beauftragt, einm bestimmtm Mann zur Stelle zu briugm, der
sich itach verbürgten Mitt: versteckt halte, unr sich auf diese
Weist der Musterungspffichtm zu mtziehm. Diese KomMission von Sheffield stellte pflichcheifrigst die Untersuchungen ai: und sandte dann den Bescheide „Das Versteck ist nicht aus dieser Wett." Es l)atte sich ^nämlich herausgestellt, daß der (>'-esuchte im Jahre 1881 msi 67 Jalwei: gestorbm war. In einem anderen Falle warm die Mit- glrttwr der AiusterungslomMission von Hüll nicht wenig erstaunt, atS in der Reihe der Gestellungspflichtigen plötzlich eine Frau erschien, die dem Arzt mit spöttisch?m Lächeln ein fünf Monate altes Kmd entgeg en hiehlt. In dem tVruster ungsbefi h! hatte mau näni l tch irrtümlich an 3teile des Vaters das Kind benifen, indem man vor den Familimnanrm den Borna mm des Babys setzte.
Witterungsbericht.
(Oefsentlicher Wetterdienst.)
Heiter, trocken, warm.
Meteorologische Seodachlungen der Station Siehen.
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Niederschlag: 0, mm.
Briefkasten der Redaktion.
Gärtner-Gonterskirchen. 1. Die Aneignung des Tieres wird
als Jagdvergehm besttaft, da auch die Äneigmrng von Fallwild als Jagdvergehen sttafbar ist. Strafe nach 8 292 Stt.G.B.: Geldstrafe bis zu 300 Mk. oder Gefängnis bis zu 3 Mvncrtm. Wmu es ein weibliches Tier war, die Aneignung also in der Schonzeit oder wenn sie zur Nachtzeit geschah, kann auf Geldstrafe bis zu 600 Mk. oder Gefängnis bis zu 6 Monatm erkannt werden. Da Sie noch unbesttaft sind, und mit Rücksicht aus die gesamten Umstände des Falles, vorausgesetzt, daß sie wahrhesisgetrm ge^ schildert sind, wird auf eine kleine Getdsttafe erkannt werden. Unter Umständen formt sogar, zumal der Jagdpächter die Bestrafung nicht wünscht, ganz von Bestrafung ab gesellen werdm, wmr: angenommen wird, daß Sie nicht gewußt haben, daß Sw nicht berechtigt >raren, sich das gefallene Tier anzmngnm. Sie Mo nicht schuldhaft gehandelt haben. 2. Gegen die Miebenn müssm Sie Räumungsklage beim 9sintsgericht erhebm, wmit Sie am 1. Juli tticht auszieht. Sie können Klage beim Gerichtsschreiber zu Protokoll erheben und bittm, daß die Einlassungsfrist auf etwa 24 Stunden abgekürzt wird, dansit Sie bis zum 15. Juli Urteil haben. Nach 8 257 Zivil-Proz.-Ordn. kann diese Klage jetzt schon erhoben tverden, insbesondere dann, wenn die Frau sich dahin ausgesprochen hat, daß sie am 1. Juli nicht auszrehen werde. Ob die Kündigung ordttungsmäßig erfolgt ist, läßt sich nach dem vorliegenden Material nicht mit Sicherl)eit mtscheiden. Für die Kündigungsfristen ist 8 565 BGB. maßgebend. Dutt ach ist bei Grundstücken die Kündigung nur für den Schluß eines Kalmdervrertel- jahres zulässig und hat spätestens am dritten Werktage des Vierteljahres zu erfolgen. Ist der Mietzins nach Vdo-naten bemesfm — ba» scheint hier der Fall gewesen — so ist die Kündigung nur für den Schluß eines Kalendermonats zulässig mtb, hat spätestens am 15. des Monats zu erfolgen. Nach 8 554 BGB. kann der Vermieter ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigm, wenn der Mieter für zwei aufeinanderfolgende Termine nrsi der Entrichtung des Mietzinses im „B e r z u g" ist.
Uriegsgesangenensendungen. Nach unseren Erkundigungm häl die ftanzösische Regierung augmblicklich tatsächlich einen großen Tesi der Pakeffendungen an deutsche Kriegsgefangene widerrechtlich zurück. Verhandlungen sind im Gange. Sie selbst können im Augenblick nichts dagegen tun und werden wohl die Paketsendungm einstweilen einstellen müssm. Um zu erfahren, wann die Maßregel der französischm Regierung wieder aufgehobm wird, setzen Sie sich am bestm Mt dem Bezirksausschuß für verMßte und kriegsgefan- gme Deutsche in Gießen in Verbindung.
— wanderverein „ttriegsunbrauchbar", Leihgestern. Ihre Erörterungen über oberhessische Geographie bittm wir einMstellm. Sie ist dmt! Ernste, der Zett wirklich wicht angemessm.
Letzte llacbticftten*
Englisch-französische Drohungen gegen Rubland.
i. Köln, 4. IM. Wie der Kvpmhagmer Kvrvespondeift btt „Köln. Ztg." aus zuverlässiger Qudlle erführt, ist der gegenwärtige russische Offmsiv-Versuch etne Folge des englisch-französischen Ultimatums, das ber russtfichert Regierung Mitte vorigen Mvnctts überreicht wurde und das die Forderung enthielt, daß die geplante große russische Offmsive am 1. IM beginnen müßte. Falls Rußland lyerauf nrckft eingehe, werde diese Weigerung von dm Msiertm als feindliche Handlmtg angesehen und Japan werde angewie?en u»erdm, Rußland gegenüber die er- forderlichm Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Hier- anf ist auch der Warnuugsruf „T«a s Vaterland ist inGe- f a h r" zunückzuführm, der in der letzt«: Zesi so häufig von leitenden Personm an dos russffche Heer und Voll gerichtet wur de.
Russischer Heeresbericht
vom 2. Juli. Westfront: In Richtung Kotvel und in der Umgegend von Rudka und Sitowisi'chi zerstörtet: unsere von vier Offrzieren befehligtet: 'Aufklärer die Drahtverhaue drnch Minm und brachm in die feindliche Stellung ein, machtm die Verteidiger nieder und' brachten Gefangme ein, welche beugten, daß die O e sterr ei cher von unserem Einbruch vorher Kenntnis erhalten hatten, besonders durch dm Unteroffizier Kirsischkin und dm Soldaten Kölottvinoff. Man stellte ein Verhör über die Artillerievorbereitung an, welche 2 Tage dauerte. Unsere Truppen griffm die österreichisch-dmtschet: Stellungen auf der Front Kontvehv—-■ Dyschki an. Nach heißem Kampfe bemächttgteu sie sich dreier Linien Gräben sowie des besestigtm Dorfes Koniuchy trnd rücktm bis an dm Kmiuchv-Bach südlich des Dorfes Mowmene vor. In dm Kämpfen vorn 1. Juli machtm wir, soweit bis jetzt gezäW ist, 164 Offiziere und 8300 Mann zu Gesangmm, erbeutetm Geschütze und 7 Maschinengewehre. Gefangerte tteffm weiter ein. Südöstlich B r z e c z a n y grrfsm unsere Truppen nach Arsitterieovrberectung stark ausgebaute feiMiche Stellungm at: und bemächtigten sich ihrer stellmweise nach erbittertem Kämpfe. Dmtsche und Türken maMent Gegenangriffe gegen unsere Sttitzpunkte, wobei es zum Kampfe katm Am 1. Juli machtetr tvir 9 Offiziere und 1700 Deutsche, Oester-, reicher und Türken zu Gefangenen. Mehrere msierer ÜldteilungeM erlitten schwere Verluste, besonders an Offizierm. Die Gesamtzahl der gemacksien Gesängenm ist 173 Offiziere und über 10 000 Mann. Wir erbmtetm 7 Geschütze und 7 Aiaschinmgewehre. Rumänin sche Front: Gewehrseuer. Kaukasusfront: Unter den« Druck unserer Abteilungen gingm die Türkm auf Pandoijn zurück?! Unsere Truppen nalynen das Fort Kalmsiavan südöstlich des Je-», ribansees, sowie die Dörfer Mkm. Jerekhue. F l u ciw e s e n: Eim Flugzmg vom Typ Jliatw Urmetz warf 18 Pud Bombet: hinter der von unserm Truppen angegriffmm Stellung ab Das gleiüta, Flugzmg hatte fünf Luftkämpfe zu bestehen. Bei dem Kampf mitL 8 Flugzmgen wurde sein Befehlshaber. Leutnant Charvff und! Hauptmann Barbowisich, Leutnant Lutz und der Soldat Recko mr- wundet.
Ein Raubmord.
Hannover . 3. IM. Die Nichte des Zigarrewi^
Händlers Lauetsitein in der Scholvitrstraße wurde in ihrem Laden' von einem Unbekannten überfallen und durch Schläge den Kopf getötet. Der Dächer raubte die Ladet:kaffe auL und ist seitdem verschwunden. Das sit hier in wmrgm Wosim der zwecke Raubmord, ,


