m. M
Swettes Blatt
lbr. Jahrgang
Erscheint lägttch mit Ausnahme deS Sonntag-.
Beilagen: „Kletzener Kamillenblatter" und „ttreisblatt für -cn Breis Gießen".
KastscherNsurs: Zranftutt am Main Nr. IM-. Nankveriehr: Gewerbebank Sietzrn.
Au» Stadt urrd LaRd.
General-Anzeiger für Gberheffen
Mittwoch. 27. Zun! MT
ZwillinqSrunddruä und Verlag:
Br ühl'fche Universitäts-Buch-:!.Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
5christlci1ung, GefchästssteLe und VruSerei:
bchulstratze?. Geschäftsstelle u. Verlag: 61,
Schristleitung: 112.
AnschriftfiirTrihtmchnchten'.AnzeigerLiehen.
® irßen. 27. Juni 1917. Baldige Begleichung der Rechnungen!
Dn ^idwenchnckxwattrngsstelle des Ortsguvoeibevereins schreibt ’icaä: M der te&tgcn 3dt, wo besonders die kleinen Olewerbe- ttmhenden aufzerordenttich scl^ver um ihre Existenz kämpfe:: müssen, r>t es besonders cCm Platze, die dringende Bitte auszuspveckMn, die BeEung der Rechnuiigan für geliefert Waren, und geleistete Ar- bLiüen ruach Möglichkeit zu boschlemngen. Wenn es auch infolge Ei-checufmrg zürn Militär und mit Rücksicht auf die teueren; LLba:csv-er!haltn:sse für mon.d)ten außerordentlich sckhoer ist, dteser Bitte zu entsprechen, so ist doch vor allem zu berücksichtigen, daß die GeLveroetteibenben, nur existieren zu törnicu, ihren Berpflich- tuirgen den Liefevarrten gegenüber pü::ktlich Nachkommen müssen. Außeü«n verbnen aber die Arbeiter die meist voll und ganz ai:f rhoen Moch-nuerdierrft augelviesen such, auf pünktliche Llüszah- lung desselben. Weiter fim'uit in Betracht, daß abgesel)en von den sonsttgan Geschäftsmrkoften, der .Handwerker selbst mit seiner Familie von dorr Ertragnisse des Geschäfts leben must und bei nicht vachüzertiger Bjctzahilung der Rechnungen seitens der Kundschaft oft in bittere Not gerät. Wcchrend jeder einst ckftsvvlle Erwerb etteibendc l>ei zuNr .Heeresdienst ein berufenen mittellosen Kunden besondere Nachsicht 5ck»en '.mrd, ist es in dieser schwerer: Zeit keinesfalls gerechtfertigt, daß gutsituierte Leute die ihnen übersandten Rechnungen lediglich Mts Bequemlichkeit wocherr- und monatelang! liegen lassen oder sich gor entrüsten, wenn der Gewerbetreibenbs einig« 'Monate nach Ablieferung der Arbeiten in bescheidener Weise uin Zahlung bittet. Wer bei den heutigen Verhältnissen größere Anschuffung-en macht oder Arbeiter ausführen läßt, muß vor allen Dingen, daran denken, daß die Gewerbetreibenden für die ckldtterialien, die meist nur gegen Barzahlung zu haben sind, sowie für Lobäre und sonstige GeschMsünkosten große Geldbeträge vorlegen müssen. Unter diese:: Umständen ist es besonders dem! flrmenl (.Handwerker in der jetzigen Zeit unmöglich, längeren Kcädit zu gesoähren, oder sich etwa längere Zeit nach Fertigstellung der Arbeiten mit einer kleinen Abschllagszahlung zu begnügen; er ist vielmehr darauf angewiesen, auf erne möglichst umgel-errde Begleichung seiner Rechnungen hinzuwirken. Der kommende 1. Juli, an dem von den Geiverbetreiberrdeu in üblicher Weise die Rechrmngerr an die Kundschaft versandt werden, der letzteren besondere Gologenheit, auf die derzeitigst wictschafnichen ^Verhältnisse der Gewerbetreibenden besondere stiücksicht zu nehmen.
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* Ans dem Stiadttheaterbuream Es sei noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die 15. und letzte Freitag-Abon- nerrr nts Vorstellung, die auf Donnerstag, den 5. Juli an gesetzt ist, die letzte Gelegenheit bieten wird. Noch etwa aussteheNde Gutscheine zu verwenden
** Gießener Hausfrauen verein. Von Donnerstag, den 28. Juni, von 5 Uhr nachmittags tm, findet die Vorführung eines Dörrapfmrates in der Geschäftsstelle, Mäusburg 5, statt.
** Keine Sammelbüchsen mehr! Bekanntlich ist der Kleingeld Mangel auch dadurch verschärft worden, daß an! vielen -Orten aufgesftllte Sammelbüchsen nicht regelmäßig geleert tnorden sirrd. Nachdem! schon vor einigen Monaten von seiten der Neichsfinanzverwaltung a::s die beschleunigte Entleerung der SaMmÄbüchsen und Automaten im Interesse unseres Kleingeldverkehrs hmgewiesen worderc war, find NunMehr von der preuUschen und von verschiedenen anderen BunLesregierungerr die nachge- orduetar Behörden angewiesen worden, für die nächste Zeit, etwa dis Mn 1. August ds.Js., das Auf stellen von Sammelbüchsen in Gastwirtschaften, Laden usw. zü verbieten und die bisher hierM erteilten Genehmigungen ausdrücklich zurückzu nehmen. Die ausgestellten Büchsen sind alsbald zu entleeren. Verstöße hiergegen sind je nach Lage des Falles auf Grund des 8 11 der Verordnung des Bundesrats vom 15. Februar 1917 mit Geldstrafe oder Mit Gefängnis strafbar; der Ertrag der Sammelbüchsen kann fi.rr Staatskasse ein gezogen werden. Sammlungen im Umh erziehen aus bestimmten Asilläffcn sollen hierdurch nicht beeinträchtigt luerben, sofern Sicherheit gegeben ist, daß,die gesammelten Münzen auch sofort wieder in den freien Verkehr gebracht! loerden.
** Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 hat c m dem Spielplan nur bis einschl. Freitag, 29. Juni: „Der breite Weg", ergreifendes Liebes- und Äbensdrama in 4 Akten. In rer Hauptrolle spielt die Bühnenschmcheit Maria Widal als Kamma Prinoe. Eine würdige Partnerin findet sie in Olga Engel, als Generalin Arning. Den hunroristischeu Teil füllt die beft- belärmte Bielitta Petri in ihrem entzückenden Lustspiel in 3 Akten ,>Zhr Papa" aus. Anerkannte gute Künstler-Musik unterstützt das Programm.
©icfecncv StaditheaSe^
Perlen.
Lustspiel von Lothar Schmidt.
Eine Bornotiz gus dem Stadttheaterbureau, die wir vorgestern ^üffentlicht haben,'gab der: Inhalt dieses Lustspiels in so ausführ- luhec Werse wieder, daß wir uns der Mühe entheben können, durch eure Neuformulierung das Gleiche sagen zu müssen. Der Inhalt m. ^näu llrch wirklich dürftig, und es ist nur die überraschende Sicherhen oes Situationswitzes, die ofus der kurzen Fabel einen g<nrzQl vürend lang die humoristischsten SckZlaglichter anstlitzeii laßt. Land mich die Perlen dieses Humors oft in ihrer Echtheit £en Perlen oer Bankdire ktors galt hi zum Verwechseln ähnlich — 5ur Ehre des Autors -sei es gesagt, es befinden sich wirklich echte —f f° hilft uns seine eigene Erkenntnis darüber hinweg:
Welt will betrogen sein: alles ist Illusion. Nur eines tpar keine ^Mnsvon, urch das horte man^ allgeniein bestättgt, die Hoffnung, die suy die Dheaterleitung auf die Wirkung des Stückes gemacht ixrtte. Der Erfolg war unzweifelhaft.
Wesentlich für den Erfolg war die ausgewählte Besetzung der emzelnen Rollen. Hofvat .Hermann Steingoetter hatte hier mit ficherem Blick den rechten Mann an bm rechten Fleck gestellt. Auch m der Leitung des Stückes war der ihm eigene Znq nicht zn verkennen. Als Bankdirektor SchMteühoser stellte sich Oskar ftergel vor, der im Lustspi-el mrd leichteren Gesellsck-astsspiel rmmer neue Erfolge verzeichnen kann, Mährerid er mtzt der tragi-- sthen Muse Trickp dieses Glück hat. Sein Bankdirektor war eine Darbietung, die man vollauf gelten lassen muß. In der Rolle seiner Fvau trat zum ersten Mle Hertha El len hausen, die Salon- jffircrc nächster Spielzeit, auf. Die .Künstlerin bringt eine gute Buhnenpgur und -ein recht ansehnliches. Spieltaleitt mit, das sich aiyec xwd) cm er größeren Zwanglosigkeit befleißigen muß. So hatte es vielfach den Anschein des, Gemachten. Das gleiche gilt von c ^ r 9 an fin . sich recht angenehiu ist, aber ent
sprechend dem, was vom Spiele gesagt wurde, manchmal in emen geschraubten Ausdruck verfällt, der auf die Dauer uu- mlganehm wirkt. Der wenig männlick^e Tell eines zweiten Ehe- paaves )mx durch Rudolf Goll als Kriminalinspektor Kretschmar ^rtveten. Ber der Durchfiihrung dieser Rolle verdieitte sich der Künstler dadurch besonderes Lob, daß er fernen Humor fest im .'ürume hielt und ihn keine Seiteirsprünge machen ließ. So wurde fern Kriminalinspettor zu einem schnurrigen Erlebnis. Gertrud ^ t x e 1 1, die ihm als tatkräftige Ehegattin zur Sette stand, haben
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* Das Kreisblatt Nr. 108 enthält Bekanntmachungen überl ^ Bestandserhebung von Holzspänen aller Art; P flück- scheine für Waldbeeren; nartoffelpreise; Ernteftächeertze- buna im. Jahre 1917; Holzabfuhr; Milzbrand in Göbelnrod; Anschlußgelckis aus Bahnhof Lang-Göns; Dienstnachrichten.
Landkreis Gießen.
-N-- Grvßen-Liilden, 27. Juni. Heinrich Zörb, ein Sohn des Schuhmachermeisters Heinrich Zörb I., wurde in Galizien durch Granatsplitter am rechten Handgeleirk verwmrdet und liegt in einem Feldlazarett. Er kämpfte als Infanterist nahezu zwei Jahre an der Ostfront.
LJ Lang-Göns, 26.jJuni. Gardist Heinrich Eckhardt starb im Dienste für sein Vaterlarrd im Westen. Heinrich Eckhardt ist der Sohn des Händlers Johs. Eckhardt.
** Q ueck born, 27. Juni. Dem Kriegsinvaliden Karl Herz- bevger III. zu Queckborn, Sohn des Balthaser Herzberger, früher im Jnf.-Regt. Nr. 223, wurde am 25. Juni lf. Js: das Eiserne Kreuz 2. Klasse nachträglich verliehen.
Kreis Lauterbach.
, z. Grebenhain, 25. Juni. Heute, morgen 10 Uhr ging em Luftballon ohne Insassen in einer Wiese unserer Gemarkung in der Nähe des Oberwaldes nieder. Da Leute in der Nähe mit .Heu- Machen beschäftigt waren, wurde er vorläufig an einein Baum befestigt. Der Ballon toar in Königstein i. T. aufgegeben toordcn. Die Aufgabestation hatte in einem beigegebenen Schreiben um telephonische Benachrichtigung gebeten, was auch von dem Finder alsbald geschah: späterhin wurde die Hülle von ihm zur Bahn gebracht, und an die inzwischen eingegaugene Adresse gesandt. Der Ballon hatte keine Gondel an sich befestigt.
Kreis Schotten.
O Eschenrod, 27. Jluni. Unsere Pfarrstelle ist seit dem im Jahve 1015 erfolgten Wegzug unseres langjährigen Ortspfarrers Schulz finmcr noch nicht besetzt. Die Berfeymrg der pfarvauttlich.en Geschäfte geschieht durch Pfarrer R ü h l mm Wingershausen; die Gottesdienste werden zum Teil von ihm, zum Tcll von Lofprcd-iger Widmann aus Gedern gehalten. Auch der Organistendienst muß von Lehrern aus Machbargemerndnr versehen werden: Lehrer Alt imd -Lehrer Kaiser, beide von Eichelsachsen, haben sich in ihn geteilt. Unser schönes neues Gottcs- liaüs, das im Rohbau fertig dasteht, ibmite leider infolge des Krieges nicht vollendet iverden. Für musern schon seit längerer Zeit zum Heeresdienst einberufenen Leiter >W ü r z hat der Student der Theologie W. Schaaf, aus Mrtorf bei Alsfeld gebürtig, den Schuldienst übernommen; er unterrichtet-gleichzeitig auch an der Schule zu Wingershaorserl.
O Gedern, 26. Juni. Der Larrdwrrt Johannes M o r l e l cvhiM die traurige Nachricht, daß nun auch sein zweiter Sohn, der Grenadier Hernrich Morkel, gefallen ist. Sein ältester Sohn fiel bereits im Dezember 1914. Die Teilnahme mit der schwergeprüften Famttie ist allgemein. — Eine weitere Trauerbotsck-aft erlfielt die Famttie Wilhelm Ziegler. Der Landsturmnmun Wilhelm Ziegler, der bereits Urlaub erhalten hatte und gerade in die Heimat reisen wollte, wurde auf dem Weg zur Eisenbahn-, stcrtion vom Hitzschlag betroffen und als Schtverkrwrker in ein Feldlazarett verbracht, wo er, ohne das Bewußtsein wiedererlaugt zu haben, nach kurzer Zett verstarb. Ziegler war Weißbinder und Metzger von Beruf und eine allgemein beliebte Persönlichkeit; er hinterläßt eine Witwe und einen bereits erwachseiren Sohn. — Mmcgen begeht die Kirchengemettcde nach alter Sitte den Hagel- fciertag; cs ist diesmal eine Jubiläumsfeier, da 150 Jabre seit lenem furchtbaren Unwetter am 27. Juni 1767 verstrichm find. Es wird noch Näheres über Biesen Dag berichtet werden. Kreis Wetzlar.
!_! Do rnholzhaufeu , 25. Juui. Heute wurden die Glocken von Unserem Kirchtum herabgeyolt. Zuvor kündeten sie ihren! Abschieds galuß.
Kreis Friedberg.
kd. Bad-Nauheim, 26. Jirni. Im Grvßh. Konzecthaus findet mn 28. Juan das zweite phttharrnonische Konzert der Kur- kapelle statt, mit .Kämmersäriger Heinrich Hensel, Bapreuth- HaMburg als Solist. Die Leitung hat Hofcat Professor Hans Win der st ein. Der berühmte Tenor hat ein sehr schönes Programm aufgestellt; er wird Lieder von Schu.bert, Brahms, Weiw- gartner und Mch. Strauß singen. Eingeleitet wird das Konzert durch den Orchestervvrtrag von drei lyrischen Stücken des nordischen Tonmeisters Grieg: Hirtenknabe, Abnrdstiinmüng und dem Zug der Zwerge. Der freite Dett des Konzerts bringt ausschließlich Kompofittoneu des grotzeit Bahreuther Meisters Richard Wagne: Zunächst aus den Wesendonk-GediMten „Stehe still" — „Träume und „Schmerzen": dann für Orchester „Siegfrieds Rheinfahrt" ^und die ergrlefiende „Dräuernrllsik berrn Tiode Sieg^fricds an^ „Götterdämmerung". Ten Schluß Abends macht „Lohengrins
Ermahnung an Elsa". Das Konzert wird voraussichllick) stark besucht sein. Es empfiehlt sich daher, Karten zeitig zu entnehmen.
# Beienheim, 25. lJuni. Zum Vizefeldwebel befördert wurde der hiesige zweite Lehrer Wilhelm Kantz.
Starkenburg uni) Meinhessen.
Fc. D a r m sta d t, 25. Juui. In Eberstadt wurden Leute aus Tarmstadt augehallen, n>eil sie Kirschen bei einem hiesige:: Lmüwlrt gekauft liatten und diese obne Wlsnihrschein nnttiehme:: trollten. Tie Kirschien tvurden beschlagnahmt. Käifier und Verkäufer sehen ihrer Bestrafmrg entgegen.
Kreis Wetzlnr.
ra. Wetzlar, 26.Juni. Vizefeldwebel Th. H-rschhoru (Maschinengewehr-Abteilung int Orient) tvurde das Hanchiucgische Hanseatenkreuz verliehen. Hirschhorn wurde bereits mtt dem Eisernen K'rcmz erster und zweiter Klasse, sowie mit dem Eisernen Halbmond ausgezeichnet.
ra. Wr tz l a r , 26. Juni. Die Ges amt schulden d«S Kreises Wetzlar betragen nach einer BeröffeMlichung des Kgl. Preuß. Statist. Landesamtes 409 394 Mk. Von diese:: Schulden kommen ans den Kopf der Bevölkerung 6,33 Mk. Der Zuschlag zur Eim- kornmensteuer beträgt 25 Prozent. Auf den Kopf der Bevölkerung komnien an direkten Kreissteuern 2,16 Mk. und <m indirekten Kreis- fteuent 0,21 Mk.
ra. Blasba ch , 26. Juni. Die Wiederwahl des Jvh. Brück zun: Gemeindevorsteher tvurde aintlich bestätigt.
ra. H o heniso l ms, 26. Juni. Auch in der vereinigten Kirchengemcinde Hohensolms-Großattenstädten wurden die Glocken bis auf je eine abgeliesert. Die verschonten Glocken stammen beide aus dem Jahre 1453 und haben nun schon bald 500 Jahre sich die Treue gehalter:, die eine hoch oben in der Schloßkirche und die andere in der kleinen Käpelle zn Großaltenstädten.
Hessell-Nassnu.
hl. Marburg, 26. Juni. Das ftellvertr. ^Generalkommando teilt mit: Die Vevord:rung des kommaiwierenoen Generals vom 1. Juni 1917 gegen Iben unerlaubten Einkauf von Lebensmitteln auf dem Lande scl-eint von einem Teil der Bevölkerung mißverstanden tvorden zu sein. Allerdings richtet sich die Berordnuilg hauptsächlich gegeip die gewerbsmäßige u' Händler und Aufkäufer, deren Unweserr geradezu zu einer Gefähr für das Land getvorden ist; zu ihrer UnschMichtnachung sollte den Verwaltungsbehörden durch die Berordrrung des General- kominaudos eine Handhabe ^geboten werden, die sie aus eigener Macht nickst besitzen. Der Hiwveis in der Tagespresse, daß die Verordnung nicht beabsichtige, falls es sich in einem Einzelfalle uit: geriirge Mengen tum Lebensmitteln handle, durch kleinliche MaßtMhnni: zu belästigen: rmd zu verstimmen, ist nun vielfach so aufgefaßt worden, als ob die Verfügung des kommandierendeir Generals einen Freibrief für die kleinen, nichtgewerbsmäßigen Hamsterer bilde. Ein thüringisches.Staatsministerium berichtet sogar, daß das „Heran.sströmen von Hamsterer:: auf das Lar:d nackt Erlaß der Verordnung noch zugenommen habe." Das ist natürlich eine völlige Verkennrmg der wohlmeinenden Vervrdirung des Generalkommandos. Selbstverständlich böhalten neben ihr alle zur Durchfichrung der Lebeirsmittelerfassuiig erlassenen rerchö- und landes recht lickten Vewrdnmrgen, sowie alle von den Verwaltungsund Konrnrnnalbehörden für nottvendig erachteten Bestinrnrungen zur Bekämpsnng jeglichen uirzuläsfigen Lebensmittelauskanfs volle Gültigkeit. Kein Hamsterer, ob groß oder llein, hat das Recht, sich auf das Genevalkommaudo zu berufen. Sollten von den Ber- waltungsbÄchrden Weitere Klagen über völlige Nichtbeachtung der von ihnen fiir rwtwendig erachteten und erlassene:: Bestimmungen eingehe::, so wird sich das ^Generalkommando zu settrem Bedauern vevarttatzt sehen, die ihm z:rr Verfügung stehenden Machttutttel auch gegen die kleinen nichtgewerbsmäßigen Hamsterer anznwande,:.
Fc. Usingen, 26. Juni. Die Jinker im hiesigen Kreise beschlossen einen Richtpreis für das Pfimd reinen Bienenhonig von 4 Mark festzusetzen. Die allgemein herrschende Teuerung, sowie der diesjährige Verlust vieler Bienenvölker waren der Grund, den Richtpreis so hoch zu bemessen.
Müllers che Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 27. Juni: 17° Reaumnr.
Gerichtrtaal.
X Ha n a u, 25. Juni. jDcr am Gymnasium! hier tätig gewesene .Httfsschuldiener Otto Gaebel, gebürtig aus Berlin, hatte sich aus den Beständen der im alten Gerickstsgebäude untergebrachten
co u Ä cm -i ^ -- stäMchen Lebensmittel größere Mengen Dörrobst im Werte von
AKveuther Meisters RichardLVagner. nahezu 900 Mk. angeeignet. Durch einen Nachschlüssel hatte er
sich Zugang zu den Lagerräumen verschafft und die Lebensmittel nicht für den eigene:: Gebraltch, sondern für den lohnenden Weiter-, verkauf bestimmt. Die Sttafkammer Hanau ver:rrteilte ihn zu zwei Jahren Zuchthaus.
krag, des Rostocker Professors Körner, eines geborenen Frankfurters: ,M:r als Alt-Frankfurter ist es unverständlich, wie man aus diesem Verhören des Schreibers auf die Aussprache Goethes schließen will, namenllich da dem Schreiber die Kemrtnis' der englischen und fran- zöfischien Sprache verschlossen war und er in den: Diktat auch nur deut,ck)e Wörter erwarte:: konnte. Und daß ein Frankficrter das Wort Lötveugrube jemals so ausgesprochen hätte, daß man LeWr- grube verstehen könnte, ist unmöglich, denn auf gut Frankfurterifch heißt es Leewegrub. Wser häufig Gelegenheit hat, gewöhnlichen, Schreibern z>u dlktteren, wird oft ähnlichem Mißhören begegnen. £x> schrieb z. B. kürzlich ein Militäranwärter auf mein Mktat statt evangelisch: effernjÄich, -und daß das keine Wiedergabe meiner Frankfurter Aussprache ist, dürfte selbst Nicht-Frankfurtern klar ,.e:n. 'Be: solchen Untersuchungen darf man nur auf Goethe selbst zurück gehen. Da ist dann fteilich ein Reimen von „Schmerzend« rerlüe' und ,,neige" ein fiir Goethes Frankfurter Aussprache be- wnsendes Beispiel." — Auch Schttler wurde vm: Friedrich Schlegel :u dem folgenden kleinen Gedicht wegen seiner sckfwäbisckun Llns- sprache verspottet:
Wenn jemand Sckwße reimt auf Rose,
Auf Mensche:: Wünschen und in Prose Und Versen schillert, Freunde wißt,
Daß seine Heimat Schwaben ist.
Ein Jnsti tut für Eisenforschung. Man schreibt uns aus Düsseldorf: Mit großem Eifer haben sich die Eifen- hutteichetriebe des westlichen Jndusttiegebietes einer Anregung an- geistiger Vater der bekannte Dortmunder Eksen- 7 11 ™ ernngonrnt ist, unb die darauf hinzielt, ähnlich dem rn Attttlieii^a d Ruhr untergebrachten Institut für Kohlenfvr- säwng eut^nfhimt für Etsenforschung M errichten. Der BerÄrnd Kutscher Ersenhuttenvetrickbie, der seinen Sitz in Düsseldorf hat, beichatttgt sich eingehend mit dem Plane, dessen Ausführung er na-» mentlich iM^Hünblick auf den nach dem Kriege zu erwartenden! sckfarsen Wettbewerb aus dem Weltmarkt fiir durchaus nötig lfält. D:e südwestliche, und die schlesisäfe Eiseni:ü»ustrie unterstützen den .und Tat. Es wurde beschlossen, das Institut aus eln der Enseniudufttcke möglichst in: Anschlüsse an die Kaiser- WttHelm Gefellfckwst. die vielleicht einen geringen Zuschuß leiste:: konnte, :n emer Stadt des rheinisch-westfälischen Industriegebiets zu ^errichtm. Welche Stadt von denen, die dafür in Betracht ko::imen, gewählt werden wird, ist noch nicht eilfichjeden.
wir in der Zitadelle von Warschau zum ersten Male kennen gelernt. Sie konnte sich hier in einem neuen Lichte zeige::, das ihr durchaus günstig war. Mit besonderer Betonung soll Albert Hckinemanns gedacht werden, der den Leiter eines Detektiv- bureaus, ganz vorzüglich spielte. Man darf darauf gespannt sein, ihm in «einer Rolle wieder zu begegnen, die mehr Möglichkeiten bietet. Entzückend gab Hennine Wossidlo die ))luftegung des Stuben- mädckfens Berta. Erwähnt seien noch Curt Lerch als Professor G'erstmann, Paul Löffler als Postbeamter, Anni Kretzer als Friseurin und Hertha H a v e nsi t h als Köchin zz
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— DieUrauffÜhrungeines Einakters von Emil Gott. Aus Mann he, im wird u:^ geschrieben: Nachdem schon Vor Jahren der Karlsruher Heimatkunstverein vor geschlossenen: Kreise eine Aufführung von Emil Götts einaktiger dramattscher Dichtung „Fortunatas Biß" gewagt hatte, brachte das hiesige Hoftheater das Drama nunrnehr im Rahmen einer besonderen Gütt-Feier zur öffentlichen Auffühmug. Zur Einleitung las Herr Neumann-Hoditz eine gehaltvolle Geschichte „Der Mckucksruf" und ließ dann einige Stücke aus Götts Briefen und TagMichern folgen. Die sich anschließende Aufführung der „Fortunata" fand lebhaften Beifall. Das Dra:na behmrdelt das Problem der Liebesehe. Fortunata, vor die WWl gestellt, zwisckien dem ihr fett Jahren verlobten Adalbert und einem fremden Erdmann, dev nur ettrmal ihren Weg gekreuzt, aber seelisch sich ihr eigen fichlt, wie auch sie ihre BMmmung zu diesen erkennt, entscheidet sich für Erdmann. Stofflich bleibt das Drama ztvar noch fragmentarisch, innerlich aber'doch von einer einhettlicheu Linie. Unter der Regie von Dr. Max Krüger und mit den Herren Evert, Hoffman n, sowie Fräulein B u s ch in den Haupttollen war ein unbestreitbarer Erfolg^ zu verzeickmen,
— lieber Goe th es Frankfurter Aussprache und Wort gebrauch. Jii Goethes Aufsatz Mer Hör-, Schreib- u:id Druckfehler tu seinen „Schriften über Literatur und Theater I" finden sich originelle Schreib- und Hörfehler, die dadurch entstanden« fiüd, daß Goeche einem wenig gebildeten Schreiber diktierte. Hieraus folgern nun einige. Forscher ans Goethes Frankfurter Anssprache. Er diktierte fernem Schreiber: John Hmrtcr; der aber schrebt: , scho:: hundert"! Jpi ce Goethe^ Löwengrube, der Schreiber: Lehmgrube; Goethe: die Sujets, der Schreiber: die sie schützt! In dieser W^eise bringt der angeführte Aussah :toch eine Reche der unglaublichsten Verhörungen. Die „Fachmrtteilnngen für die Mitglieder der deutschen Korrektoren vereine" zitieren hierzu einen Beg-


