Ausgabe 
9.6.1917 Zweites Blatt
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Nr. 133

Zweiter Statt

1ö7. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Beilagen: ..Hiehener Zamillenblatter" und ..Ureisblatt für den Kreis Siehen".

-ojtfchecNonlo: Zranksnrt am Main Nr. 11686. Vankverlehr: Gewerbedank Eietzen.

General-Anzeiger für Sberhessen

Samstag, 9. Juni 1917

ZwillingLrunddruck und Verlag:

Brüh l'sche Universiläts-Buch-u.Ste indruckerei.

R. Lange, Gießen.

Lchrfftleitung. GeschäftssteSe und vnukerel:

Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: öl,

Schriftleitung: 112.

Anschrift für Tra htnachrlchten'.AnzeigerGießem

Zum Tode des Zliegerleutnants Scharfer.

Berlin, 7. Juni. (Mchtamllich.) Leutturnt Emil Schaefer einer unserer bestell, und erfolgreich!ten Jagdflieger, ist, wie schon kurz gemeldet wurde, <mi der MestsiroUt nach Lnftkampf tödlich abgestürzt.

Mm 23. J^i 1891 in Krefeld als ernes Seidencvaren-

sabrikantei: geboren, besucl>te er dort das Realgynmasium bis zur Rersiprüfung, diente als Einjähriger bei den 10. Jägern in Goslar und ging zur kausmäuuttchen Ausbildung nach England und Furnkveich Bei Kriegsausbruch zog er mit den Bückeberger 7. Jägern als Oberjäger ins Feld und erhielt schon im September 1914 mögen schneidiger Nachtpatrouille das Eiserne Kreuz 2. Masse und di« Beförderung zum Vizefeldwebel. Bald darauf wurde er durch ein Dum-Duw-Gesicfeß so schwer am Oberschenkel veve mündet, daß er erst nach sechs Mmraven wieder ins Feld gehen kannte. Trotzdem die Verwundung eine Beinverkürzrmg zurückließ, nvÄdcte er sich zu seinem alten Truppenteil zurück und wurde im Mär 1915 zum Leutnant befördert. Anfang 1913 trat er zur Fliegertruppe über und kanl, nach^ seiner Ausbildung als Flug­zeugführer zuerst an die Ostfront, dann nach Westen und gehörte seit Dezdmber 1916 yüx Richtfe sin schon Jagdstaffel.

Im Verbände dieser Abteilung bewies er, daß er dem Führer Und den anderen Meistern des Lustkampses ebenbürtig war. Seche Siegesziffcr stieg schnell «cm. Mich dem! 23. Luftsieg erhielt er den Orden Ponr le rnerite. Bald darauf wurde er selbst Führer einer Jagdstaffel im Westen und konnte vor echigen Tagen seinen 3 0. Gegner erledigen. ,

%in ^st er selbst auf dem? Flugfeld der Ehre gefallen, aber seine Taten und sein Name werdnr als Vorbild eines kampffrohen, deutschen Fliegers unvergessen bleiben.

Die zweite Kriegstagung des Deutschen Zröbelverbandes

fand unter Beteiligung von Vertretern großer Organisationen, der Kriegsamtsstellen für Frauen und städtischen Behörden in Ham­burg statt. Frau Martha Back, erste Borsitzeirde des Verbandes, eröffnete die Tagung mit denr Wunsche, daß es eine echte Pfingst- tagung werden möge. Sladtrat Prof. 2r. Ziehen, Frank­furt a. 9! Jl ., betonte die Notwendigkeit dieser' Tagung damit, daß, roas der Krieg an W,eiterarbeit auf dein Gebiet dch Kleinkindern fürsorge erzwungen habe, nun auch in die Friedensarbeit herüfer- gettagen werde.

Der erste Tag brächte wertvolle Vorträge und Aussprachen liftet die geschlossene Kl einki n d er fürs o r g e in Anstalten. Frl. v. Wiese, Hamburg, forderte, daß die Größe des Notstandes der Unterbringung unbeaufsichtigter Kleinkinder, eingehend von fach­licher Seite sowohl allgemein als auch lokal geprüft werde, um den richtigen Weg zur dlbhrlfe zu finden. Neugründungen sollen nicht als Provisorien, sondern als vollgültige Betriebe geschaffen werden. Frl. Hebart, Frankfurt a. M., schilderte die erziehlichen Auf- Grafen im Kindergarten unter besonderer Berücksichtigung der Schwierigkeiten bei großer Kinderzahl. Sie hob hervor, daß auch in Volkskindergärten und Kleinkind er schulen mit 100 und mehr .Kindern Möglichkeiten gesucht und geschaffen werden müßten, um die Kinder in kleinen Gruppen, etwa 1520 Kinder, zu Spiel und Beschäftigung zusammen zu bringen. Der ständige Aufenthalt in per großen Menge fft für die Entwicklung des Meinkindes in kör per- 'rcher rmd geisüger Beziehung von Nachteil. Frl. Barth, Berlin, behandelte das gleiche Thema ffic den Hort. Auch das Schulkind soll während seines Aufenthaltes im Hort nrögllchst in kleinen Gruppen beschagtrgt werden. Zu bedenken ist jedoch, daß eine rein äußerliche gruppewverse Einrichtung keine Famtlienerziehung gewährleistet, üas gffchreht allem durch das Verständnis und die Fähigkeiten der Ferterm. Dr. Polligkeit, Frankfurt a. M., forderte Mithllfe von Staat und Gemchnde bei dem dringend notwendigen Ausbau

Memkmderfürsorge. Der Staat soll die freiwlllige Li^estätig- kect stützen, auf ihren Erfahrungen weiterbauen, sie ergänzen und für zuverlässige träger der Meinkindersürsorge in den verschieden­sten Orten sorgen. Jugendämter und Fugendausschüsse sollen ge­gründet werden Der Staat muß als öffentliches Gewissen dafür u^gen, daß nicht aus Lässigkeit oder Unverstand eine Schicht von ^Lne dre angemessene Fürsorge bleibü Auch die wissen- iS®!? 6 ^utzdierung der Meinkinderfürsorge ist Aufgabe des Staa-

»Ä't ffiwi ^"ung unä

~ ge, Berlin, führte zusammeiffassend aus, daß das

^pezranstentum rm Fürsorgedienst überwunden werden müsse. Eine .ientratpatlon Volks- und jugendpflegerischer Einzelbestrebungen ist ^ als Einheit erfaßt werden, und eine ^nnheituchkert der Pädagogik von Kindergärten über den Hort bis * ,rc pflege muß angestrebt werden.

Die

9 e i i eri ^ und zwar'die Weiterblldnng d« Jugendlerllrm zur Lehrerin an Mndergärtnerinnen-Semnmren ^^.^^Ü^ulen, die Weiterbildung der Kindergärtnerin und ^orv^erin zur Fürsorgerin. Darüber sprachen Frau Direktorin Ä n Bonn a. Rh. und Frl. Schwur». Fran^

In der Mrtglrederversammluna wurde auch ein Bericht üder

Gberhejfischer Aunstvereln.

Freie Gruppe Verein Münchener Aquarellisten.

G i e ß e n, 9. Juni.

getrennte Künstlergruppen beherbergt jetzt der ober- kann auch wieder der erst« lfe- wmMmdruck als sehr glücklich angesprochen werde::. Denn sind, wJSKi? öfters festgesbellt haben, auch diese bmde:: Künst- ^rgrupper: n:cht durch ern geiaeichames Wollen zusanrmengeschlos- -Aquarellisten die Gleichartigkeit ^ aU Egendes Element ansct^:, \o halten sich doch

alle Ostungen auf emer erfreulichen, künsllerischeu Höhe.

und^^^r^^ »nt derFreren Gruppe""

Ä-ergeircrrllgsten und stärksten. ihrer Künstler, ^eiMoe Kvenig zeichnet fief, aus durch eine

H Mbe. Erne machtvolle Dichtung von ÄÜ Men, Wattigsten und kühlsten in der Vorherr- xNs, W* auf. Seine Freude an der

vouüoir ein h* w n ö,tcr raumfchaifendere-

Mrttxlgcunb zurüctdräugendes Dunkel Nr den ^>ergrmrd zu sichen, perrrachläsfigt, wi' - seine Wider

a^Fläck^^r^E^- I 11 klieren drohen lutb ime ni^ wrrkeir. Was aber ans allen feinen ftarfe Persönlichkeit, die mit i/r< iteiu Wnlel rvarbe neben ffarbe fetzt wird bei bewußtem Verzicht

dach Ä Abt Äs ein

^Mlpremomst. Besonders enoahnt seien das stimmungsvolle ^?^orgendunst rm Teutoburger Wald" und d e Fa^norare --^rbstirxlld rm Sonnenlicht". Auch die kühleren Bllimenüld ^rn den Dmren"Bäume aus Berg es höht- und Auf Beraeslwb-" U'w wertvolle Leistungen. Weniger g^ich ezffchünt^sem Viu,>l ^ber Verbindung von Mansch und MMrr,^ die n ur §m Bllde ^'nder" versucht hat. Auch ^ ist dre z^te^ aetön^ Laichschaft von höchstem Reiz«, aber di« Wiedergabe der Körpe^er-

Auskunftsstelle für Meinkrndersürsorge im Zentralinstitut für Er ziehung und Unterricht, Berlin, erstattet. Die Auskunftsstelle erteilt unentgeltliche Antwort auf jede Frage der Meinkinderwohlfahrts- Psiege. Beschlossen wurde ferner die Gründung eines gemeinsamen Tätigkeitsausschusses des deuffchen Fröbel-VerbandeZ mit dem Ver- band deutscher Kinderhorte.

Ein« wichtige zweite Frage wurde auf der Tagung behandelt Wer terbrldung der Kindergärtnerin, 5)ort-

Atts Stadt und Land.

Gießen, 9. Juni 1917.

** Aus Zeichnung. Dem Oberleutnant und Batterieführer ^'vritassessor Otto Löber, Sohn des Stadtverordneter: Wilh. Löber hier, wurde das Eisern« Kreuz erster Klasse ver­liehen und vom RegimentskomrnandOrr persönlich überreicht.

** Die Silbern« Hochzeit begehen am 11. Jüni Wrlhelm Nachtigall und Frau Minna, geb. Hahn, Stein- straße 65. '

** Die Verteilung der Zinsen aus der Wolf von Todtenwart-Stiftung findet -stiftuirgsgemäß. Sonntag, derr 10. Juni lfd. Js., mSrgens um 5 M-r in der Stadtkirche statt.

** Die gemeinnützige Rechtsberatungsstelle des Evang. Arbeitervereins wurde im Mai 1917 in 21 Fällen in Anspruch genommen, und zwar von XI weiblichen und 10 männlichen Persorreu. Hiervon waren 11 Angehörige von Kriegsteilnehmern und 10 sonsttge Personen. Dem Berufe nach gehörten 11 dem Arbeiterstande an, 1 war Gewerbetreibender. 8 kleine und mittlere Beamte, 1 Lehrer. Bon den ert .ilten Aus­künften betrafen: Arbeiterversicherung 6, Aingestelltenversich wung 2, Kriegsversorgung, Unterstützung der Angehörigen der Kriegsteil­nehmer nsw. 5, Bürgerliches Recht 3, Steuerfragen 2, Ver- schiiedenes 3 Fälle. Außer der Erteilung von Rat und Mls- kunst, die 21 Konferenzen erforderte, war die Anfertigung von 18 Schriftstücken notwendig, die den Raffuchenden von der Be- vatungsstelle gegen Ersatz der barer: Auslagen (für Unbemittelte kostenlos) angeserttgt wurden. -

* v Schwarz - Weiß - Thleate r, Seltersweg 81. Im Programm vom Simstag, 9., bis einschließlich RWntag, 11. Juni, w:rd gegeben:Der Fall Merk", Krimirmltragödie in vier großen Akten, mit spannender Hmrdlung und vornehmer Ausstattung. Als zweites Stück istDie Herzogin des Foliers de Bergeries" vorgesehen, ein modernes Schaulpiel in drei Aufzügen. Mit den: zweiaktiger: LustspielWenn-die Liebe nicht wär'". und einer Naturaufnahme von: Brenner schließt der Spielplan.

Landkreis Gießen.

** Garbenteich, 9. Jüan. Ter Fahrer Hemrich Röder, bei der- Munittonskolonne eines Fuß-Art.-Regts., seit Anfang des Krieges an der Westfront tätig, erhielt am 5. Mai 1916 das Efferne .Kreuz 2. Klaffe, am 10. August 1916 wurde er zun: Gefreiten befördert und jetzt, anr 2. Mai 1917, wurde ihm d:e Hessische Tapferkeitsmedaille überreicht.

** Rödgen, 9. Juni. Der Musketier Wilhelm Lst'ckel, welcher seit September vorigen Jahres im Felde steht, wurde an:

Zun: mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klaffe ausgezeichnet. c> -r- v 2 ^ a ^ / 9. Juni. Garde-Grenadier Otto Haas, seit Fruchahr 1916 im IÄde stehend, erhielt das Efferne Kreuz.

Kreis Büdingen.

K o hd e n, 9. Juni. Zwei Söhne unserer Gemeinde, die vasten ^Unteroffizier Heinrich Koch, Sohn des Bäckermeisters rrvJ^TTT ^^^blreiter Otto Uhl, Sohn des Gastwirts Heinrich UN 1.1.1., wurden Kriegsauszeickxnuargen zuteil. Beide erhielten das Erlerne Kreuz 2. Klasse und stehen schon seit Kriegsbegrnn bei einem Feld-Artillerie-Negimerrt.

Kreis LauterbaH.

, ^ ü. Gunzen au, 9. Juni. Am Donrcerstag nachmittag gegeir 41/2 Uhr brannte das Anwesen des im Felde stehenden Landwirts ^ohs. Schwarz III., be!tehu:d aus Wohnhwus, Scheune und Stall Der Brand brach> in einem kleinen Anbau an der Scheune aus. Außer dem ^Bieh und einigem 5)ansgerät konnte nichts gerettet werden Das ganze Besitztum ging in Flammen auf. Die später zu Hufe kommenden Feuerwehren von Reichlos, Nieder-Movs und Ober-Moos konnten nichts mehr rette:: und mußten den Flamme:: die noch brennenden Reste überlassen, lieber die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt.

Hessen-Nassau.

Berschenkung der Burgruine Königslein.

ön: g stie:n i. T., 7. Juni. Die Erben der im November 1916 hier verstorbenen Großherzogin-Mntter Adelheid von Luxem­burg haben die der Verewigten zu eigen gewesene Burgruine Könia- stein der Stadt Königstein als Geschenk angeboten und gleichzeitig der künfttgen RuinenverwaltnM ein größeres Legat ausgesetzt aus dessen Z:nsen die Unterhaltung der Baulichkeiten bestritten werden soll. Di« städttschen Körperschaften, bei denen das hochherzige A:r- gebot heute früh eintraf, ioerden schon in den nächsten Tagen in dieser Angelegenheit berate:: und Beschluß über die Schenkung die überall lebhafte Freude auslöst, fassen.

*

Die Burg Königstein wird.urkundlich beretts im 13. Jahr­hundert erwähnt, doll) dürften ihre Anfänge auf römische Änten zurückzifführen sein. Besitzer der großartigen Anlage:: waren im Laufe der Jahrhamderte die Herren von Hanau, Münzenberg, Falkenstern und von Atolberg. I:: Frankfurts Geschichte spielt

Köingsteü: mehrfach hinein. Die stolze Bergfeste, eine der stärksten Deutschlands, gelangte nach Mancherlei Kämpfen 1796 in diL lHände der Franzosen, die sie sprengen ließen. Ueber die genaueren Vorgänge bei der Zerstörung fft M!an lange im Unllaren gebliebe::. Schon im Juli 1796 versuchten die Franzosen, als sie von den Oesterreichern hart bedrängt wurden, die Sprengung der Ajaßenwerke, aber die gewaltigen, auf Felsengrund veransecten; Bastionen hielten allen Verfluche:: stand. Von einer Zerstörung durch Feuer nahm man mit Rücksicht auf den Ort Abstand. Am Abend des 7. September Wurde eine zweite Sprengung versucht. Und sie gelang. Der 60 Master ttefe Schloß,brunnen wurde mit allen vor­handene:: Pulvervorräten ausgestopft, dann nrit Holz und Bom­ben belogt und daun in Brand gesetzt. Zwffchen 8 und 9 Uhr abends erfolgte eine furchtbare Detonation, die die tveiteste Um­gebung erschütterte und sie stundenlang in eine undicrchdringliche Staubwolke hüllte. Ms die Wolke sich^ verzogen hatte, ivar die stolze Burg ein Trümmerfeld, wie es fick) heute noch den Besuchern offenbart. Man sieht die hiesigen Kasemätten, die ragenden Vor­werke, die Stellen, wo einst Falltüren, Brüllen und Gewölbe sich erhoben. In ihrer j etzigen Form ist die Ruine König stein eine der gewaltigsten Deutschlands, deren Erhaltung nun durch die hoch» herzige Schenkung der Erben Adelheids von Luxemburg an Könige stein durch die Stadt selbst aufs sicherste gewährleistet im

Uirehliche NnchrichLen»

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, 10. Juni. Gottesd. i. d. S ta d tkir^. Vorm. 8: Zugl. Christenl. f. d. Neukonf. a. d. Matthäusgem. Psr. Mahr. 9*/2: Pfr.-Äff. Liz. Reuning; 11: Mil.-Gottesd. Pff. Schwabe, nachm. 2: Kinderk. f. d. Markusgem. Pfr. Schwabe. In der Jo­hanneskirche. 8: Zugl. Christenl. s. d. Neukonf. a. d. Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer: 9Vs: Pff. Ausfeld: 11: Kinderk. f. d. Johan- nesgem. Pfr. Ausfeld. Mittwoch, 13. Juni, abds 8: Kriegsbetst. Pfr. ^ Ausfeld. Wartburg, ev. Jüngl.- u. Männerverein, Di>ezstr. 15. Sonntag, 10. Juni, abds. 8: Vortrag. 9Mtwoch, 13. Juni, abds. 8Ü4: Leseabiend. Gäste willk. Bibelkränz- rfi"C n f. Schul, höh. Lehranst. Jeden Mittwoch von 67 f. b. jüng. Abt. Jed. Samstag von 67 f. d. ält. Mt. im Johannessaal. ^ B: beikränzch en f. Mädchen a. d. Johannesgem. Jed. Diens­tag von 67 im Jobannessaal. Ki r chb e r g. Sonntag, 10. Juni, vorm 10; 11: Christenl. f. d. männl. Jugend. Mainz­lar. Sonntag, 10. Juni, nachm. I1/2. Lollar. Mittwoch, 13. Juni, abds. 9: Kriegsbetstunde. Dekan Gußmann.

ttatholiscke Gemeinde.

Samstag, 9. .Juni, nachm. 5 u. abds. 8: Gelegenh hl. Beichte. Sonntag, 10. Juni, vorm. 6*/»: Gelegenh. z. hl. Beichte; 7: Hl. Messe: 8: Austeü. d. hl. Kommunion; 9: Hochimt m. P^d.; 11: Hl. Messe m. Pred.; nachm. 2: Christenl., darauf sakramental. And. Dienstag u. Freitag, abds. 8: Kriegsbittand. Diaspora- Gottesd. am 10. Jüan: Grünberg 91/2, Himgen 9V2, Lieh 8.

Israelitische Religionrgesellschaft. Sabibatfeier am 9. Juni.

Freitag, abds.. 8.15; Samstag, vorm. 8.30; nachm. 5.00: Sabbcw- ausgang 10.35. Wochengottesdienst: morg. 7.00, abds. 8.00.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Betr.': Beschlagamhme, Enteignung Und Mlieferung ovn Gegen» ständen aus Aluminium.

Tie Mnahme der in den Gemeinden des Landbezirks be-> schlagnahmten Gegenstände aus Muminium findet Mitttvoch, den 13. Juni und Donnerstag den 14. Juni l. Js., von vorm. 8 Uhr

an statt.

Die Sammelstellen besinden sich in Gießen und Hungen und zwar:

in Gießen im Regierungsgebäude, Landgraf-Phllipp-Platz 3, Zirmner 22;

in Hungen im alten Rathaus,^ Oberstraße 18.

Die für den betteffenden Ablieferer zuständige Sammelstelle ist auf der ihm zugesandte:: Eigentumsüberttagung vermerkt.

Wer die beschlagnahmter: Gegenstände nicht rechtzeitig im Ter­min abliefert, macht sich strafbar und wird strafrechtlich, verfolgt. Außerdem erfolgt die zwangsweise Abholung der ablieferungs- pflicbttge:: Gegenstände durch die Behörde auf Kosten des Besitzers.. Gießen, den 8. Juni 1917.

Großherzoaliches Kreisamt Gießen.

I. V.: H c m m e r d e.

An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie sofort ortsüblich fe* kanntmachen lassen.

Gießen, den 8. Juni 1917.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: H e m m er de.

scheint nicht genügend vom! Mpdelle gelöst. Es haftet ihr dadurch etwas Zaghaft-Süßliches au, das durch das vorherrschende Rosa noch verstärkt wird. F. W i w m e r - Düsseldorf erscheint als n:cht so starke Personl:chke:t, wie Wenig, aber als ein Künsller nrit einen: repen Körrnen. Seine Landschaften zeigen gesättigte Töne und eme schöne Ruhe. Seine Bildnisse sind weniger ausdrucksvoll als das Trerb-llden desReihers" und die beiden StillebeirSonnen­blumen" und mit zivingender Stärke dieGeranien"". Weiterhü: gehört zu der Gruppe H. K «ut h mit fünf feinsinnigen Oelkreide- zeicksnungen <Ms Kurland, A Engelhard :m t einen: freund­lichen Meerbild« und der Radierer H. Reifferscheid. Reiffer- scherds Kunst arbeitet nrit sparsame:: Mitteln und erzielt ihre stcrrke Wirkung durch Auslese des Wesentlichen. So oerinag er in ganz wenigen zarten Sttick-en die Weite einer Ebene mtt'all denffsee- l:schien Gehalle vor :ms zu zaluber::, den ein solcher Anblick :n uns erwe^. Das feine Ein fühle:: in die Seele der Landschaft, das uns der .Künstler in alle:: Radierunge::, nicht zuletzt be: dei:en aus! Jtallen, verrät, ließ ihm auch das Wagnis.gelingen, den Seele::- zE. ^wes Dichters ins Landschaftliche zu übersetzen, wie wir das in Wtdmungsblättern an Mörike, 'Annette von Droste-Hülshoff und Hölderlin sehen. Ein gleiches hat der Ki'ftffller bm Beethovens Monds cheinsonate versucht.

Wenden wir uns den Münchener Aquarellisten zu, c? t ^ärksten unter ihn«,: H. Krepssig, dessest

Farbenffeude jedoch ganz anders an die Erscheinnngsforme:: der t'ärtur gebunden bleibt, tvie die Malweise Kvenigs. Das -Ber- schNnmmen der Fornt bei jenuü ist be: diesem in eine Gebunden- Hut an die Forn: nmgeprägt, die ihre schönste Ausivirlung in dem be: aller BunAett von einer ruhige:: Harmonie zusanmrengeschlos- senen Bllde Deich im Herbste"' zeigt. Von ähnlichem Charakter ist aüch derBlick auf den Starnberger See"". Von früheren Ausstet- lungei: her bekannt ist P. Leuteritz, der diesmal nrit pracht­vollen Tierbildern vertreten ist. Wir erwälprei: besondwS das ah- nungsvolle ,,Frühlingslied'", desStaren"" mW den vorchtvollen Vuhnerhoft". H. Best hat zwei chcherst symmchisck: K^^cfts-

bilder, vo:: denenWolkenschatte::"" besonders glücklich erfaßt ist. Von R. Köselitz erfreuten der :veiteBlick ins Isartal"", das Hevanziehenhe Gewitter"" und das neckische Wldche:: desZei­tungslesers"". Gute und selü gediegene Arbeiten sind die von H. R « t t i g flott hinaesetzten beider: Bilder aus Venedig.

Reinicke ist am besten vertreten'mit dein hirmvrvoAen BildeBauer und Bäuerin"" und dem AussckmittIn der Kirche"". Zu «vwähnen sind sons^uoch: F. von Hellingrath mit einer ftotten Ansicht aus dein Chierngau und denrNederlinger .Hof"", M. Kleb itz sch mit !dcr poetische:: Anmut einesBirkenwBd- chens, .C. Vovs mit eirvem ansiweckunde::Blick auf den Starn­berger See"", O. Strütze mit der vortrefflichenMistralstim- n:ung", M. Geißer mit einem Straßenbild aus Nieirport und F. Nockher. Th

*

^ In Frankfurt a. M begeht am 10. Juni der Dichter Adolf Stoltze seinen 75. GÄnrrtstag. Im Anfang seiner literarische:: Laufbahn hatte «r init großen Sllstviellgkeiten zu känipfeu, bis es ihm schließlich gelang, sich Bahn zu breckxm und sich allgeiueiirerer Anerkemumg zu erfreue::. Namentlich als Büb- nenschrifffteller hatte er Erfolge zu verzeichne:: und die Gemrg- tt:Ung, daß sich seine Dialektdichtunge:: dauernd aus den: Spielplan erhielten. .Seine mundartliche:: Huinoreskei: gehören lMte uüht nur zun: Genreingut der Frankfurter Bevölkermrg, sonder:: habe:: weit die Grenzen der Vüammetropole überschritten :md verständ­nisvoll Anerkennung gefunden. In du: letzten Jahrm fanden das Feitspiel znm deuffche:: Schützenfest"", das txttAottsche Schar:. spielGroße Zeit"" und der SchlvankGelegenheit nurcht Liefe""> sowie vers cksiedene Einakter ungeteilten Beifall. Seine tvttrioti- scheu Gedichte mrläßlich des Weltkrieges erfreuten sich bei imfere* wackeren Kämpfern loerdester Verbreitung.