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Erscheint täglich mir Ausnahme des SonrnugS.
de klagen: .Meiner Mnilienblättef und „Ureicblatt für den Ureis Sieben".
PostschrrttsnLo: Kranksutt am Main Nr. N6SL.
Vankverkehr: Sewerdebank Gietzen.
!üt. Zchrßsriz
Mittwoch. 6. Zun! IW
ZwillingSrunddruck und Verlag: Brühl'scheUniversttäts-Buch-u.St2'.ldruÄercu
R. Lange, Gießen.
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Schriftlcilung: 112.
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Ams §LsHt tmb £tmZ>.
G letzen, 6. Juni 1917.
** Gr.nAiehu.NN von Silber- und Nickel- tstüuntn. Nach einer ErkLLrnng der Reichisstnauzverwnl- ixauaL tu der Sitzung des Reichstags vom. 2. Mai l. Z. wird von der Reichsleitung erwogen, zur Beseitigung der durch ffiiiffreiävennta von Hrrrtgeld hervorgernsenen Kleingeld not die Silber- und Nickeln: unzen außer Kurs zu setzen u:ä dcvs gewonnene Silber zur Prägung neuer Münzen zu. benutzen; inc Falle der Einziehung werden die alten Münzen keine Geltung späterhin wieder erlangen. Hierdurch Werder die sogemrmcken „Geldhamstett' zweifellos geschädigt. NücksiM auf sie dann aber nicht genommen werden, zumal seit längeren vor diesen unvernünftigen Ansammlungen
aewar'ttt worden sei. ,. _
*♦ S to-rr^aphi e. Am 31. Mai ds. Js. konnte die Steno- «ravher^GescNfchcrft Babelsberger und Damenabteilung (E. B- Gichen auf ein 20 jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem. An- lef, vers«WmcLett sich die Mitglieder am Scunstag, dem 2. ds. Äcts., einem dem Ernste der Zeit entsyrechnden Wmmersun Verein- lokal „Zum Gambttnus". Der erste Vorsitzende, Al^ Karnb> ach, gab betb Anwesenden in einer Ansprache einen kurzen Ueberblm über deus Entstehen und die Entwickelung der Vereinigung. Wahrend des vc-rEtnismäßia kurzen Bestehens hat sich dank der rnl-rrgen uro) sachkundigen Leitung die Stenographen-GttcMchatt Gabels- bsraer zu einem der größten Vsereine des HefftschMassamschen Main-Rheingmwerbarches entwickelt. — Aus Dankbarkeit für ferne <Kx<sbe wahrend der Kriegszeit aufopfernde Tätigkeit und umsichtige Ltttrcrr« wurde dem erchn Vorsitzenden, Herrn Karnbach, im Namen Gesellschaft eine Ehrengabe überreicht. — Am vorgestrigen Sonntag versammelten sich die Mitglieder der Vereinigung noch ttmval ans dem benachbarter: Gleiberg, wo das! Ergebnis eures den Lstruustaltungen vorausgegangenen Prttswettschreibens oekanntge-
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I liche Kräuter im allgemeinen, jedenfalls als wesentlicher Bestandteil, bergen schreitet die Entwicklung der Reben rüstig vorwärts. Die
~ --- --'e > Blütenansätze sind besser, wie :m Vorfahre, zumal die Wemftocke
' auch lange nicht so stark von Ungeziefer und Schmarotzerpflanzen befalle:: sind. In der Hochheimer Gemarkung klagen die Winzer, daß
M 120 SM : Emmi Oswald, Luise Boeck 1. Pr. urw Ehrenpr., Karl Rohm 1. Pr., Fritz Miß 2. Pr. Abt. 100 Silb.: Hemry
auszuscheiden. Es ist nicht beabsichtigt, vpn RttMl wegen coce Sammlung der erwähnten Blätter einzurichiten; vielmehr soll die Beschaffung der Blätter und die Herstellung des Tees, soweit nicht in den Bundesstaaten besondere behördlich Maßnahmen in die Wege gelettet werden, den bisher damit befaßt gewesenen Krttfen, insbesondere dem Harrdel überlassen werden Ohne behördliche Förderung werden indessei: die Händler nicht überall in der Lage [ent, die erforderlichen Kräuter- und Blättermengen aufzubringen. Es ergeht daher die Bitte, sie nach Möglichkeit zu unterstützen Dres könnte, je nach den Verhältnissen, dadurch geschehen, daß d:e bereits bestehenden öffentlichen oder privaten Sammelorganisationeu sich auf Ersuchen an der Sammlung beteiligen Auch die Mitarbeit der Schiulen käme in .Frage, soweit die Schüler nicht bereits für dringlichere landwirtschaftliche uub sonstige Arbeiten in Anspruch genommen sind. Auch die jüngsten Klassen der Hilfsdienstpflichtigen und solche Hilfsdienstpflichtige, die zu schwerer Arbeit untauglich ind, werden im Einvernehmen mit der: militärischen Behörden gelegentlich mit dem Einsammeln der genannte:: Blätter beschäftigt werden könne::. Soweit das Bejtrtten der Staats- und Privatwaldungen und die Vornahme der Sammeltätigkeit an besondere Genehmigung geknüpft ist, wird beides nach Möglichkeit erleichtert werden. Hoffentlich werden sich überall hilfsbereite und sachverständige Verttauenspersonen finden lassen, die die Sammeltätigkeit beaufsichtigen und ^Schaden verhüten. Ber Schulkindern wird hreriut, in «erster Lime der Lehrer in Frage kommen. Die Händlerorganisationen werden ihre Mitglieder veranlassen, sich überall dort, wo eine Sammeltättgkeit Erfolg verspricht, an die Behörden Mit der Bttte um Unterstützung zu wenden. Die .Händler find in der Lage, für die Sammeltättgkeit angemessene Preise zu zahlen. Um übertriebenen Preis Forderungen vorzubeugen, sind rrach Anhörung zahl- veicher Sach verständigei> gewisse Mchtpreise für den Verkauf von Tee-Ersatzmitteln festgesetzt worden. Als Sammellohn können na- ttirlich nur entsprechend niedrigere Beträge in Frage kommen. Die Richtpreise können auch für Ersatztees, die aus Obstschalen, z. B. aus Aepfel- und Birnenschalen hergestellt sind, als Grundlage dienen.
Landkreis Gießen.
** Alten-Bus eck, 6. Juni. Polizeidiener 'Karl Becker, welcher bereits zwei. Jahre als Gefreiter beim Stab eines Feld- arttllerie-Regiments im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kckeuz zwttter Klasse ausgezeichnet. _ „ _
** Beltershain, 5. Juni. Der Füsilier Karl Krug in einem Garde-Regiment zu Fuß wurde für sein tapferes Verhalten in der: herß.en Kämpfen in Frankreich mit dem Eisernen' Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Mit ihm ist die Zahl der Inhaber dieser Auszeichnung auf 11 gestiegen. 6 davon sind auch zugleich Inhaber der Hessischer: Tapseckeitsmedaille, welche ebenfalls an 11 tapfere Krieger unseres kleinen Dörfchens verliehen wurde.
I hjeim, 5; Juni. Zum Vizefeldwebel befördert wurde
Pfingsten der Unteroffizier Wilhelm Reitz in der 2. Maschinengewehr-Kompagnie eines Infanterie-Regiments. Er ist bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse und der Hessischen Tapfer- ktttsmedaille. — Mt dem Eisernen Kreuz zwetter Klasse wurde Pfingsten der Grenadier Heinrich Klee, Ordonnanz beim Stab eines Garde-Regiments zu Fuß, ausgezeichnet.
b. Nioder-Bessingen, 6.Juni. Das Eiserne Kreuz erhielten: Lehrer Georg Olemvtz von hier, angestellt in Gambäch, Urtteroffizier in einem Feldarttllerie-Regiment, Pionier Karl Keil und Schütze Ludwig Hof mann.
Kreis Büdingen.
Ä ?flx bbc ^ 5. Juni. Die hier abgehattene Dekanats- s h n v d e wäMe an Stelle des nach Babenhausen versetzten Dekanatsstellvertreters, Pfarrers Weiß Au Wallernhausen, Pfarrer- Wiege l in Bingenheim für den Rest der laufende:: Wahlperiode.
/X Nidda. 5. Juni. Aus dem hiesigen Rathaus fand die Wahl zum Kveisausschuß statt. Kommerzienrat H. W. Cloos von hier wurde für den Bezirk Nidda einstimmig wieder gcwähtt. Kreis Wetzlar.
tt- Rodheim a. d. Bieber, 3. Juni. Eine hmte-ttiMe, gemeine Roheit ist am 2. oder 3. Pfingstfeiertag morgens an der Rod- heimer Straße zwischen hier und Lkbendstern an etwa 20 Obst- bäumen begangen worden. Mit ei:rem scharfen Instrument sind diese Bäume derirrttg schwer beschädigt lvo-rden, daß die meisten davor: unrettbar erng^en werden. Es besteht der Bett»acht, daß jnugs Burschen aus den: .Hessischen, die, mit Beilen ausgerüstet, beim Morgengrauen nach dem Dünsberg gega::gen sind, um Holz zu machen, den Frevel begangen haben. Der zuständigen Staatsai^ voaltschaft in Wetzlar ist Anzeige erstattet, und es wäre sehr zu wünschen, wenn etwaige Zeugen zwecL>ienliche Angaben zur Er- mittttmg der gemeingefährlichen Täter rnachen würden.
Hessen-Nassau.
mc. Aus dem Maintal, 6.JUni. Die Roggen- und Gerstenfelder stehm: seit einigen Tagen an: U:ttermain in voller Blüte. Die Haferblüte wird in den nächsten Tagen folgen. Das Wetter ist für die Befruchtung des Getteides das deirkbür günstigste. In der trockenen, leicht bewegten Luft kann der Blutenstaub ungehindert fliegen. Trotzdem wäre aber ein ausgiebiger Landregeü nicht unerwünscht, denn das ausgedörrte Erdreich lechzt nach Wässer, besonders aber die jungen Kartoffelpflanzen hatten Regen dringend
Emmi Zecher, Elise Lich, Otto Gaß, Eleonore Seim, Ann: Rohr bach, Karl Hergenröther, Karl Br:chacker, Else Schmitt, Luise Kreuzburg 1. Pr. und Ehrenpr., Marie Haübäch, Minna Deibel, ^oni Schtchenbeäer, Lotte Morch 1. Pr., Jütte Schlemm, Ernst Becher EüÄbekh Trenkner, Anna Dörr, Else Fischer 2. Pr., Johanne Weiß Lobende Erwähnung. Abt. 60 Mlb.: Hugo Noll, Luise Keller.
Käthe Demuth, Anna Bingel, Adolf Noll, Käthe Ohr, Anna Engel- l-ardt, Karottne Post, Klara Lehmann, Helene Peter, Pia Grün 1. Pr. m\b Ehrenpr., Gustel Wagner, Öhm Menk, Wilhelm Lettner,
Karl WälleNfels, ConstauKe Helm, Lina Volland, Mathilde Reitz,
Löm Gauß 2. Pr., Marie Deibel, fct Zirbus, Erich Fortnagel Gefr. Peter Jockel, Minna Bosold, .Karl .Klein, Karl Simon 3. Pr.
Euül Decher, Wally Söhne! Lobend:' ErwLhnmrg.
** O effen tli che Bücberhalle. Im Mai wurden 2289 Bänd« Äusgeliehan. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1427,
Zeitschriften 207, Jugendschrrften 278, Ltteratnrgeschichte 15, Gedichte und Dramen 18, Länder- und Völkerkunde 40, Külturgeschichte 30, Geschichte mii> Bü-dnaphren 82, Kunstgeschichte 17, Natur- :Wissenschaft und Techuologve Heer- mch.Seewesen 17, Haus- und Landwirtschaft 17, Geftmdhettslehre 4, RcÄgion und Philosophie 27, Staatswisfenschaft 8, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 11 Bände. Nach auswärts kamen 32 Bände.
** Zur Tabak Versorgung. Auf eine Notiz in Nr. 125 unseres Bliattes, wonach von einer der deutschen Tabakzantrale in Minden nahestehende:: Seite erklärt wurde, es seien große Mengen von Tabak für den freier: Handel 'verfügbar infolge Korttingentte^ rung der Heerestteferungen in Tabakwaven, haben wtt eine Zu schrist erhüllvn, die dieses bestreitet. Wir haben daraufhin bei hiesigen .Dabakirtteresfenten Erkundigungen ein gezogen und ec=i fahren, daß «ö sich bei dem für die Zivilbevölkerung zur Verfügung stehenden Tabak z-war nicht um große Mengen hairdelt, daß aber bei sparsanrerem Verbrauch der Bedarf an Zigarren Und Zigarett«: wenigstens bis zum nächsten Frühjahr gut gedeckt ist.
Tabakkarün: sind infolgedessen nicht vorgesehen.
** Tee-Ersatzmittel. Kaffee, Tee :md Kakao sind fast volKärchio aus dem Verkehr verschwunden; zur Herstellung von ^iffee-Ersatzmitteln geeignete Rohstoffe stehen nur in beschränktem Maße zur Verfügung, da sie fast durchweg zugleich wichttge Nabrungs- und Futtermittel darstellen und gegenwärttg in erster Linie diesen Zwecken die::en muffe:t. Dadurch! gewinnt die Herstellung von Tee-Ersatzmitteln wachsende Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerimg mit warmen Getränken. Als Tee-Ersatzmittel (ein heimische '.Tees) kommen vornehmlich die jungen gettvckneten und' sodann zerkleinerten (geschittttenen) Blätter der Erdbeere, Brombeere, H-eidetbsere, Moosbeere, Kronsbeere, Preiselbeere, schwarze.
Johannisbeere, Himbeere, Stechpalme, .Kirsche, Birke, Ulme, Weide und Eberesche sowie auch des Schwarz- oder Schlehdorns, des Waldmeisters, des Walnußbaumes und des Weidenröschens in Betracht. ..
Daneben spielen Lindenblütentee und Fliedertee eine Rolle; diese! nöttg. Auf dem sonnigen Sachsenhäuser Berg, der sich hart an die üben indessen als Arzneimittel besondere W!irku:igen und sind dieser , Stadt Frankfurt anschaniegt, wurden am Sonntag die ersten Kirschen Eigenschaftei: halber btt der §>erstelttmg von Familiengetränken! geerntet. Wenn das htttere Wetter anhalt, wird die Kirschen- ebens o wie P fefferminz, SenneMätter, Fenchel, Kamille und ahn-lernte allgemein in ungefähr acht Tagen beginnen. In den Wttn-
in bei: höheren Lagen in dem strengen Winter mancher Stock er- froven stt, doch hofft man, wenn die wttterc günstige Entwicklung anhält, daß der Schaden wieder ausgeglichen wird.
ra. Aus Nassau, 5. Juni. Am 5. Februar ds. Js. starb Haupllehrer a. D. Seiher t in Panrcd als Seirior der Nass. Lehrer. Jetzt darf als solcher wohl Hauptlehrer a. D. M ülle r aus Genründen gelten, welcher in diesen Tagen sein 80. Lebensjahr vollendete. Der hochbetagte .Herr hat seine gesamte Dienstzett (52 Jahre) auf dem W!esterwald in den Gemeinden Win::en, Verzahn, Mengenrott) und Gemünden verlebt.
verkmr?chteB.
Frankfurt a. M., 5. Juni. (WM.). Der Stand bei] Kartoffeln im ganzen Rhein- und Maingebiet ist vorzüglich und btt wtttem besser als in: Vorjahre. Allen Anzeichen nach wird die Reife der .Frühkartoffeln erheblich frlcher erfolgen als int vorige:: Jahre, :vo sie bekcrnntlich erst Anfang August ein setzte.
Mark Oberdorf,5. Jm:i. (WM.) Fliegerleutnant Oskar B eh r ist Mit seinem Flugzeug vor den Augen seiner Mütter abgestürzt und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf verschied.
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* Was ist Wahrheit? Nachstehende Erzählung entnehmen wir den: neuesten Band >der bttannten und beliebten „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" (Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart). Der 1618 verstorbenje e::glische Geschichtsschreiber Walter Rateigh war mit den letzten Blättern sttner Weltgeschichte beschäftigt. Nach langer, ermüdender Arbeit ging er ans Fenster, um frische Luft zu schöpfen. Da sah er zwei Leute, die nach kurzem Wortwechsel anttnander gerieten, ncti gehörig verprügelten und dann schimpfend auseincnchergingm. Eine Viertelstunde darauf besuchte ihn ein Freund und sagte: „Ich haue gehört, daß hier ttne furchtbare Prügelei stattgefmiden hat/ Ra- lttgh erwiderte: „Es war nicht so schlimm, ich habe von Anfang cm zugesehen." Es dauerte nicht lauge, als ein alter Bekannter Sir Walters erschien. Aufgeregt fragte er: „Was ist hier geschehen? Vor dttnem Hause ist ein Mann erschlagen worden." Raietgh erzählte zum ztoetten Male den ttgentlichen Vorgang, da kam tin Dritter atemlos gerannt und schrie: „Um Gottes wttlen, hur srnd Ströme Bluts geflossen . . Der Erregte war mit seinen Fragen noch nicht wttter gekonunen, als ttn bis an die Zähne bewaffneter alter Freund Walters erschien und aus atmend ries: „Der Herr sei gepriesen, du lebst? Ich kam, um dich zu schützen: die ganze Städt ist voll davon, daß man sich in deinem Viertel mordet, daß schon Hunderte gefallen sind." — Bettoffen wachte sich Ralngh :mch abermaliger Erklärung an seine Freinüx mit bei: Worten: „Und ich will Geschichte schreiben, ich will erzählen, was vor Jahrhunderten geschehen ist." Plötzlich ttat chm der Gedanke, daß es Deine Wahrheit in der Geschichte, gebe, vor die Seele, uch ui feilten: Unmut faßte er den Entschluß, ging lßn und warf ]eine Weltgeschichte ins offene Kaminfeuer. Was würde Stt Walter Raleigh mtt den bewußten Lügenberichten Eduard Greys und ferner Gesinnungsgenossen heute tun?
Aiechliche Nachrichten
katholische Gemeinde.
Mittwoch, 6. Juni, nachm. 5 u. abds. 8: Gelegenh. z. Hk. Deichte. Donnerstag, 7. Juni (Frohnlttchnamsfest), vorm. 6 l / 2 : Gttegenh. z. hl. Bttchte; 7: Hl. Messe: 8: Ansteil. d. hl. Kommunion; 9: Hochamt m. Prozession; 11: Amt, Militärgottesd. Nachm. 2 : Festand. m. Segen.
Spieiplmt der vereinigte« zranffurter 8 t«dtcheater.
Opernhaus.
Donnerstag, 7. Juni, abds. 7: „Falstaff". Frtttag, 8. Juni, abds. 7: „Das Drttmäderlhaus". Samstag, 9. Juni, abos. 7: „Der Postttlon von Lonjumeau". Hieraus: Tanzszenen. Sonntag, 10. Juni, abds. 7: „Die Zauberflöte". Montag, 11. Juni, abds. 71/2: Sondervorst f. d. kriegsbeschäst. Arhtttersch. „Martha". Dienstag, 12.J::ni, abds. 61/2: „Lohengrin". Mittwoch, 13. Junr: Geschlossen. Donnerstag, 14. Juni, abds. 7: „Orpheus u. Eurydcke".
Zchauspielhaur.
Donnerstag, 7. Juni, abds. 7y 2 : „Minna von Barnhelm". Freitag, 8. Juni, abds. 71/2: Zwttte Vorst, im Zyklus Shakespeare- scher Lustspiele. Zum ersten Male. „Wie es Euch gefallt". Samstag, 9. Juni, abds. 71/2^: „Wie es Euch gefällt". Sonntag, 10. Juni abd^. ?:/»: Zum 75. Geburtst. Ad. Goltzes. „Alt-Frankfurt". Montag, 11. Juni, abds. 71/2: „Wie es Euch gefällt". Dienstag, 12. Juni, abds. 71/2: Dtttte Vorst, im Zyllus Shakespearescher Lustspiele. „Viel Qärn: um Nichts". Mittwoch, 13. Juni, abds. 7U 2 : „Der arme Narr". Hierauf: „Der Damenktteg".
NnrvevfitätS-N<rcdvichten.
Wien, 4. Juni.' (WTB. Nichtamtlich.) Der Profeffor bet Nationalökonomie von P hilippo vich ist gestorben.
Müllersche Badeanstalt. Masserwärme der Lahn am 6. Juni: 18* Reaumur.
fäiefemcv £>ta&Uhcatct*
Die Wmffchlmer Zttndellc.
Schauspiel von Gabriele Z opo lska.
Man gewinnt htt bitten: Stücke, zu dessen Erfolge ttne ge- toisse ?lktualität sicherlich mit btt getragen hat, unfehlbar den Ein- drirck: hier ist ttn gewiß nicht uninteressantes Problem theatralisch geschickt, aber psychologisch zu oberflächlich behandelt worden. Schären wir erft das Problem an sich heraus. Ein schwärmerisch veran- lagb« Pole hat weg«: polittschor Umtriebe ttn Jahr als Gefangcirer Adtt Warfckxruer Zitadelle verlebet: müssen. Die Einsamkeit des '2ie;anguisfes, die Seelengual der hochwtpeinlichen Verhöre eitles gewiegten Seelnckeimers haben feine hochsliegenden Pläne und seine ^iDerstandskraft^ niedergebrock)«:. Als er die Festung verläßt, ist er Gefangener seines Ehreilwortes, sich nicht mehr in polittsche Propaganda einzülassen. U:ü) dieses Ehrenwort hat er dem führenden Obersten gegeben, der dem wertvollen Menschen den Wert des Staatsgedaükens nahebringen will. Lassen tinx einstweilen, die Intrige beifeite, die dem Unschuldigen den Anscheiu gMt, als habe er sein Ehrenwort gebrochen, so finden wir die Fortführung des Hauptproblems erst in den Schlußszenen w:eder. Gorsk: soll , von sttner Braut Mschftb nehmen, die nach Srbrrren verschickt wird weil sie sich tatsächlich mtt politischer Propaganda befaßt hctt. In bitter ALsckslußjzene zeigt es sich, daß Anna.nur den Garski von früher liMe, der sich politisch vergangen hat, und den, ..rn dessen neuerliche Schuld sie glauben mußte. Den unschuldigen, der durch Nichtantttlimhme die früheren gemttusamen Ideale verraten hat, läßt sie kalt der verächtlichen Freiheit ent-, «egen gehen. In brefem Lllrgenblick erkennt GmM, daß er ent- Wwrzttt fft, seine Braut hat er verloren, dien Zusammenhang mit
seinen Freunden hat er verloren, dem Staatsgedcnckerc des Fremdvolkes kann er sich nicht uitterord-nen. So bkttbit ihm nur ein Weg, den er sich erst gewaltsam öffnen muß, der Wieg nach Sibirien, um inneren Halt und den Glauben an sich seWst znrückzn gewinnen. Und so springt er dem Obersten <nt die Kehle und würgt ihn, der ferne Seele erwürgte, indem er Gorski dem Prinzip eines geordneten, wenn auch gewaltsamen Staatsgedankens unterordnen wollte.
Dittes Kernproblem ist unscharf geblieben ünd sttne Psychologie weist klaffende Sprünge auf. Ditte Sprünge sucht eine breit angelegte Intrige auszufüllen, die aber eher verwirrt als klärt. Gerade bitte Intrige ergibt theatralisch die stärksten, psychologisch die schwächsten Wette. Sie dreht sich um die Liebe zu ett:er Animier-Kellnerin, deren hübsches Lärvchjen genügen soll, den Gefühlen des ideal veranlagten Studenten Gorski zu sttner gersttg sehr h'och!stchh«ck>en Braut gefährlich A: werden. Danttt aber nicht genug, soll dies Lärvchen einem wenn auch russischen Offizier so den Kopf verdrehen, daß er seinem Nebenbuhler Ftttungspläne ins Haus schickt und anoupm die polttffche^ Poliztt^ benachrichttgt, ditte Pläne seien btt feinem Gegner zu -finden. Es ist dies ein starkes Ansinnen selbst für ttnen ganz versoffenen russischen Dffizier, mehr aber noch für den Stndeitten Gorski, dessen Liebe zu seiner Braut attttn seine innere Wandibung zum Schlüsse herbttführt. Es kam: demnach für die Wahl bitter Intrige nur die Theater- Wirkung maßgebend gewesen fein. Und so sehen wir denn auch bitte Intrige, der imnverhn: noch die Msichjt zugestanden sein soll, ganz allgemein die Folterqualen der hochnotpttnlichen Verhöre zu veranschaulichen imd die fttne Gestalt des untersn-chend«: Obersten einzusiNren, den breitesten Räum im Stücke ttnnehmen. An wirksamen Effekten ist dabei gewiß nicht gespatt. Nach dem Gejagten können wir es uns ettparen, auf wttter« Ernzekhttten b& Stückes ttnzugahen, da diese Untersuchung nur imm«r das gKMle sttt-
stell«: könnte: starke Theatettpirkung auf Kosten psychologischer WährschttillichZttt.
Dir Aufführung selbst war entschieden anzuerkemnn, zumal die recht schwierige Spiellttllmg, die Hofrat Stein goetter selbst nbernomme:: hatte. Nicht weniger als 24 handelnd« Perfvnen sind im Pettonenverzttchnis wrmentlich aufgttühtt.
Die 'Hauptrolle des Student«: K!asrmir Gorski tvar Adolf Falken sugttallen, der sich sttner großen Aufgabe mit großem Geschick entledigte und zumal die stuiume Seeleiwual des von sttnen Freunden unbewußt u:ck> von den: Obersten bewußt <mf die Folter Gespannten gut zum Ausdruck brachte. Als sttne Braut Anna zttgte sich ttne/üeue Kraft, Gertrud Streit, die ihre Auffassung folge- ttchtig durchführte, unseren Gefühlen nach aber ihre Rolle mehr als Jbsensche Figur, wie als schwärmerische Polin auffaßte. Es darf gewiß von dieser Rolle nicht die große Geste Vvrbnigt werden, aber die innere Leidenschaftlichkeit nmß sich doch etwas sichLbärer answirken. Prachtvoll war das überlegen-vornehme mid saubere Spiel des Obersten Kvrniloff, das ttne ebenfalls neue Kraft, Albert Heine mann, mit vorzüglickier Haltung spielte. Sehr anzner- kenne:: war auch WM B 0 r ch a r d t als der betrunkene und verliebte Artillette-Oberleutnant Strelkoff. Nur im erftcu ?kuszuge kan: der Ausbruch sttner Leidenschaft zu unvermittelt und plötzlich Sehr natürlich fand sich Hermine Wos sid l0 mit der umworbenen Kttlnettn Pep: ab, der sie neben großer Frffche manch überzeugende Einzelhttt abgewann. Wir erwähnen noch dre gut ckxrrakterisierende Leistung Luise Deloseas als Besitzett:: eines Nachtrrstaurvnts, Wilhelm Hellmuth als russischen General, sowie Cutt Lerch, Karl Steinmeyer und Rudolf Goll als russische Offiziere imd Oskar F e i g e l und Paul L ö f f le r als russische Studenten. Auch in noch ‘öeinemt Nebenrollen wurde teilweise Treffliches ge^ttstet.


