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2.6.1917 Zweites Blatt
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krfcheüu lögllch mit Ausnahme des SsnntagS. v

X6Z. Jahrgang

Beilagen-.Giehener ZamittendlStter'^ und Kreisblcitt für den Kreis Kietzen".

Hsstscheckkonto: zrankfntt am Main Ar. \\m* Vankverfehr: GeVerbebanl Gietzrn.

General-Anzeiger für Gberhessen

Samstag, 2. Zml M7

ZrvrllmgSrunddruck und Verlag:

B r ü h l'jche Universitäts-Bnch-u.Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

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Schriftleitung: 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerEteßei:.

Ein neuer Beitrag zu den Leiden deutscher Ariegsgrfüngener in Kranireich.

, Die Ans sa gen zweier, gegerr Ende April aus französischer Gefangenschaft entivscheuer bayerischer Unteroffiziere haben wert­volle Erginzimgcn gebracht zu den von mir zu Anfang des verslof- seiten Monats gemachten Darlegungen über Volkscharakter u:rd Volksvsnchc der französischen Soldaten und des Volkes überhaupt, ßlius den Mitteilungen dieser beiden, mehrfach ausgezeichnete:-?! fringen Helden klingt es wie eine schwere Erhärtung heraus, :vie ein weiteres venrichtentas Urteil über den bereits innerlich vollzogtren Niederbvnch einer ganzen vÄkischen Mora!.

Dre schrversten Leiden, wenn check) selbst nickst körperlich empsirn- tan, haben die gefangenen bei der DurchpeitsckMng deutscher So6>atrn miterleben nu'ffsen. Der Komnmstdant des Gefangenen­lagers in Sivry, ein Leutnant Duc de Vendome, von der 2. Esk. Dvag.-Megi. 24. frönte seinen sadistischen Neigungen in breiter Oeffentlickilcit. Er nahm seine Opfer- unter den Gefangenen, wie er sie fand, ließ die Auspeitschung von Bewachungsmannschaften vollziehen und griff im Verlauf derselben auch selbst zu der .Hunde- peitsch.

Daß diffe Verbrechen mit Wissen hoher Vorgesetzten geschahen dmd gLdiüdcr wurden, erbringt den Beweis, daß diese Steigungen! caff breiterer Unterlage ruhten und Verständnis fanden.

Zwar nicht aus gleichen Motiven heraus, aber innerer Ver­rohung entsprungen, war die Züchtigung, die ein französischer Major einem verwundete deutschen Leutnant in Gefangenschaft Zuteil werden ließ. Dieser sOffizier, der wegen seiner erlittenen, Mrßverwl'rndinkg auf einem Steine saß und nach seiner Gefangene nahm« auf die Bernehnrung wartete, konnte zum Gruße des vorübergehenden fr:rnzösischen Majors nicht aufstehen. Der Fran­zos« trat Deshalb ans den, Deutschen zu und schlug ohne weiteres Mt dem Spazierstock auf ihn ein. Tie Vorhaltung der Verwundung boantimrriete der Gegner mit höhnischem Lachen.

Solche bruialer Handlungsweise Verwundeten gegenüber be­gegnen wir noch an aitderer Stelle. Ein durch Halsschuß schwer verletzter und nur notdürftig von seinen eigenen Leuten verbun­dener deutscher Leutnant (Name bekannt) wird nach der Gefangen- inahme von einem der jetzt zurückgekehrten Unteroffiziere in den französischen.Sanitätsunterstand geführt. Dort reißt ein junger Unterarzt den Begleiter zur Seite und stößt den wankenden Offizier rücklings auf eine dastehende Holzpriffche. Was weiter geschehen ', konnte nicht ermittelt weichen, da der Unteroffizier inzwischen sortgcsührt ivurde. Selbstverständlich wurde von der deutschen Regierung für diese Schandtaten sofortige Sühne ge­fordert.

Mer handelt cs sich also um die jeglichen menschlichen Mit­gefühls tarnt Handlungen der den gebildeten Ständen und der Gesellschaft angehörenden Franzosen gleichgestellten Personen gegenüber. Daß unsere Gefangenen einfacher Dienstgrade bei ihrer Älcheit imd während ihres' Lagerlebens in um so härterer und rück­sichtslosester Weise behandelt :md gequält werden, körperlich und seelisch, ergibt sich daraus von selbst und wird durch Aussage)!, immer wieder bestätigt '

RLan ist versucht, hier den bereits in den letzten Tagen durch die Tagespresse bekannt gegebenen Tagesbefehl des französischen Generals Oevi des .Kommandeurs der 25. Division, mit einzu- schalten, der durch die darin zun: Wisdruck gebrachte schimpfliche Niedrigkeit und ^rmnnheit in der Gesinnung kämpfehrlichen ge­fangenen deutschen Fliegeroffizieren^ gegenüber wohl das Stärkste darstellt, das uns bisher von dieser Kulttrrnatson bekannt ge­worden ist. Man muß auch hierbei weniger das Kriterium der Tat in den Vordergrund rücken, als vielmehr die Frage: Wie ,ist es überhaupt möglich, daß ein französischer Divisionsgeneral in solchen Worten zu seinen unterstellten Truppen sprechen kann? Nehmen die französischen Soldaten diese niedrigste aller Sprachenschmähnn- gen so öhne kritisches Empfinden hin? Sie müssen es wohl tim, denn es handelt sich um einen Tagesbefehl, um eine bei der Truppe gewohnte und nmßgebende Einrichtung. Die Gemeinsam­keit gänzlich verbildeter Moral und die Zersetzung ethischen Be-

g iffsvermögens einerlei ob durch Haß oder den allgemeinen, vlksniedernng ist hier erneut bloßgelegt und erwiesen.

Auf gleiche Stufe m! noch ein Erlebnis gestellt werden, das die zNrnckgekehrttn Gefangenen nicht olgve sichtliche Erregung ihres Gemütes erzählten. Der bei einem großen Lazarett in Sonhesnies gelegene Friedhof, auf dem viele deutsche Helden dem großen unbekannten Tag entgegenschlafen, sah im Mlgust 1916 folgende Szene: Bei der Bestattlmg von etwa zwanzig verstorbenen Franzosen ivnrden auch zwei deittsche Krieger zur Ruhe gebettet imb zwar in der für sie bestimmten, in sich abgeschlossenen Gräber-

^^Als der amtierende Geislliche die Gräber der Franzosen ein- yestgnet hatte, wandte er sich auch W der offenen Grifft der Deutschen. Ta wics^ ihn einer der ftcrnzösischen Totengräber rn einer von allen Umsteh eiLen wohlbemerkten Art darauf hin, daß er diese letzte Einsegnung uitterLafsen möge. Der Geistliche, schon zu den Gräbern im Gehen hingewandt, kehrte um .und bentdete so in Unversöhnlichleit, selbst vor dem Allglerchmacher, feine AintshandlNng. Wer rnöchte nicht dieserr franzosffchm Seelen- Hirten einmal über die deutschen Friedhöst im franzöp. scheu ta- fetzten Gebiete geleiten, damit er sehen könnte, >vre dort glerch geachtet, gleicki geehrt unter ttmstbohanenen, ragenden Sternen die Söhne Frankreichs sckckasan'___

Ans SLcröt wnft

Gießen, 2. Juni 1917,

Das Fest der heMgcrr Dreieinigkeit.

(Zum 3. Juni.) '

Der erste Sonntag nach Pfingsten, der in diesem Jahre auf den 3. Juni fällt, ist in der christlichen Kirche der hmligen Drei­einigkeit gerudmet. Das Fest der heiligen Treuungkett oder Drei- faltigkett entstand schon früh 'aus Opposition gegen cnc ttnttarier, die den heiligen Geist als eine der drei Personen Gottes nacht an­erkennen wollten, aber erst im Jahre 1260 wurde auf dem Konzil zu Ases verordnet, daß di e Feier der heilt gen Dreiemigkeu, der Trinität, allgemein am ersten Sonntage nach Mngsten ve- gcmgen werden solle, um dem Glauben an deir drecermgen um neue Stärke zu verleihen. Da eigentlich jeder Sonntag o.l^ Fag des 5zerrn der Verehrung der heiligen Dreifaltigkeit gewidmet ist, so erhielt also dieser Sonntag eine besondere Bedeutmrg, die dann in der Bezeichming goldener Sonntag öder GÄdenzonntog für ihii znvl Ausdruck kanr. Diese Benennung hat lick) in Einigen Gegenden mrseres Vaterlandes bis zum heutigen Tage eryatten, sie tvird aber bekanntlich i?cute in ganz anderer Bedeutung gewöhn­lich aus den letzten Soiiittag vor Weihnachten angewandt, ^zn Thüringen, Franken und noch in andereii Landschaften gute* sich besonders davor, den TreifalsigkeitSsonittag durch Rayen ooer Flicken zu entweihen. Nach dem Volksglauben zieht diev die Ge­fahr des Blitzschlages nach sich. So wird aus der Gegend von Schlveinfnrt erzählt, ein Bauernbursche habe sich an diesem Sonn­tage einen Knopf an sein Beinkleid angenäht. Ms er nächsten Tage dem Fischen oblag, habe ihn ein plötzlic^s Gelvitt^ überrascht, vor dem er sich nur dadurch habe retten können, vag er geschwind das bewußte Beinkleid auszog uivd es in dav Waittr warf. Dort habe der Blitz tatsächlich das Beinkleid gcttvltzm. Kinder, die an diesem Soiintag geboren werden, gelten als ganz

taimchere Sonntagskinder, imd es soll ihnen namentkich die Gabe, sehen, verliehen sein. An diesem Tage soll auch die erblühen, und zahlreiche Sag«: tarich- , stll) am goldenen Sonntag öffnen, von Jung- siauen, me dairn erlöst, uiid von ^Schätzen, die dann gehoben werden tormen. Wahrend sich in der katholischen Kirche als Bezeichnungen Mr drejen Sonntag die deittschen Benennungen Dreifaltigkeits- /onntag tfeft der Helligen Dreifaltigkeit nsw. fast völlig ein- gedurgert haben, hält die protestantische Kirche allgemein noch an tar halblateinischen Bezeichniing Trinllatis-Sonntag fest. Vom Sonntag Trrnitcttis ab zählen die Protestanten die folgendes Sonntage bis zum Sckstuß des Kirchenjahres, während die Ka tiMiren bn dreier Berechnung der Sonntage das Pfingstfest zu­grunde legen. Jir diesem Jahre fällt der letzte Sonntag des Kir­chenjahres, der nach der protestantischen Rechirnng der 25. Sonn- wg nach Trinitatts oder in der katholischen Bezeichnung der ^Lv^Etag nach Pfingsten ist, entf den 25. November. Mit dem nächstfolgenden ersten Adveittsonntag, der in diesem Jahre au den 2. Dezember fällt, beginnt das neue Kirchenjahr.

** Die U - Bov t- S pend e. Tie Woche vom 1. bis 8. Juni sichert Miseren U-Booten. Sie ist die Tani?eswoche zugunsten der U-Boot-spende, an^der sich> das Zanze deutsche Volt betelligen ttnrd^ Äluch imseve Stadt wird sich fvohm und freudigen Herzens der Spende znwenden kein Bürger darf fehlen. Denn jeder einzelne weiß, daß unsere U-Boote mrs den Sieg verbürgen; für ifytt glänzenden Taten sei in dem Erfolg der U-Boot-Spende iiur ein Dell imseres unauslöschlichen Tankes dargebracht. In dieser Woche wird die gaiize Welt mit Spannung auf Deutschland Miefen, t es ist daher Ehrerrpflicht jedes Teutschen, zu zeigen, daß ihm kein Tankesopfer zu groß ist für seine U-Boot-Helden. Wir tvollen unsere Taultarkeit dirrch Taten zeigen, die Beträge sollen reichlich fließen, jetzt ist es keine Zeit zu kargen. Tarum fehle kein Bürger unserer Stadt, jeder soll stolz darauf seni, nach seinem Können und Vermögen beizuttagen zu dem großen Werk, das sich als Zeichen der Tantbarkeit in der U-Boot-Spende verkörpert.

** Zur 4 0 0jährigen Reformationsfeier 9lach einer Verfügung des Ministeriums des Innern vom 14. Mai d. I. werden die unterstellten Schulleitungen an­gewiesen, jetzt schon im Religionsunterricht der einzelnen Schulen für eine angemessene Vorbereitung z!um diesjähri gen evangelischen Gedenktag zu sorgen. In den Volksschulen wird empfohlen, das Verständnis der Reformation der evan gelischen. Jugend durch die Vorführung der Hau.Pt gestalten dieser Zeit rrahezubringen, wobei auch die örtliche Refor mationsgeschichte Beachtung finden könnte. In den höheren Schulen ivürde sich der Religionsunterricht in allen Klassen in eingehender, dem Verständnis der Schüler anznpajsender Weise mit Lttthers Leben und der Geschichte der ReforrTration zu befassen haben. Aufgabe der Religionslehrer wird es demnach sein, die Reformatiorrsgeschichte im laufenden Schul­jahr in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. .Dabei soll die Besprechung der in der Reformationszeit entstan­denen Lieder und die Einübung ihrer'eigenen Kirchen- nrelodien Beachtung finden. Dazu hat das Großh. Ober konsistoriunr eine Auswahl weniger bekanrrber Lieder ge­troffen, die teils von Luther, teils dein ResormockiionsSp­alter entsprungen, dein evangelischen Gemeindegottesdrenst zugeführt worden sind. Zu dchn in den eLxrngelischen Kirchen am Vormittag des 31. Oktober stattfindenden Fe st- gottesdienst sollen auch die Schüler eingeladen werden Falls die Ranmverhältnisse dies nicht gestatten, wird ein besonderer Gottesdienst fiir die Schüler anzuordnen sein. Sollte sich auch dies nicht ermöglichen lassen, so soll am 1. November in der ersten Stunde eine besondere Schul­feier für die evcnrgelischen Schüler stattfinden.

** Kranken kasse und Iir validenrente. Das Groß- herzogliche Oberversichernngsamt Darmstadt hat in einem neuesten Rundschreiben den Krankenkasse empfohlen, überall da, rvo ein Bedürfnis vorliegt, ihrw Mitgliedern dre sachgemäße Erirährnng zu erleichtern,.z. B. durch Gewährung von Krankenkost oder von geeigneten Stärkungsmitteln. Ferner macht es auf die vom R. V.-A. erlassenen Entscheidungen aufmerksam, wonach die Versiche­rungsanstalten: 1. Jnvaliderrrente für die ersten 13 Wochen an einen Unfallverletzten mich dann zu gewähren haben, wenn der^ Versicherte während dieser Zeit auf Kosten der Berufsge- nossenschaft in einer Heilanstalt untergebracht war. 2. V.e r s i ch e r- ten Personen des So ldgten st a ndes, denen von der. Militärverivältnng ein Heilverfahren gewährt wird, die zuge- billigte Invalidenrente nicht versagen dürfen. Ern Antrag ans eine Leistung auf tarn Gebiete der Invaliden- und Hinterbliebenen- versichermrg liegt schon vor, ivenn nur der Berechtigte den W n n s ch ä u ß e r t e, aus ?l n l a ß e i n e s bestimmten Er­eignisses, z. B. eines Todesfalles eine Zuwendung aus de n Mitteln der Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung zu erlangen. Es ist Sache der zur Ent- gegennalnne dieser Erklärung berufenen Behörde, zu prüfen, auf welche Leistungen der Berechtigte Anspruch erheben karm. Die Grundsätze des Beschlusses gelter: entsprechend, ivenn ein Antrag auf Gewährung des Wittvengeldes bei einer nach ß 1616 der Reichsversicheruugsordnung,zuständigen Gemeindebehärde münd­lich gestellt wird, die Ausirahme einer Niederschrift aber unter­bleibt. In solchen Fällen kann in dem gleichzeitig niedergeschriebe­nen Anttag auf Gewährung der Witwenrente zugleich auf Gewäh­rung des Witivengeldes erblickt werden. Unfallverletzte haben das Recht bei Ablehnung von Krankenbehan.dllrug seitens der Berufs- genossenschaften ihre Ansprüche im instanzlichen Verfahren zu ver­folgen. Me Träger der Unfallversicherung müssen zu dem An­spruch eines Versicherten aus Krankenbehandllmg, die ärzUiche Behandlung und Versorgung mit Arznei, anderen öeiftntotm sowie mit den Hilfsmitteln, die erforderlich sind, um! den Erfolg des .Heilversahreus zu sichern, oder die Folgen der Verletzung zu erleichtere: l Krücken, Stütz Vorrichtung und dergleichen) Umfaßt, im förnllichen Bescheidverfahre:: Stellung nehme:u

*'*> Hauspflege für Wöchnerinuep. Die staatliche Betriebskrankenkasse sirr das köroßherzoglum Hessen in Tarmstadt geivährt den bei ihr versicherffni Wöchnernmen sowie den versiche- ru.ngsfreien Ehefrauen der sMtglieder bei Eittbindungen Hilfe und Wartung durch Hauspflegerinnen, die von der Zentrale für Mutter- und Säuglürgsfürsorge beschafft und b«n:ffichtigt werden. Anträge auf Gewälmmg von Hauspflege müssen spätestms 14 Tage vor der Entbindung auf den bei allen staatlichen Be­hörden erhättlick-en Vordrucken gestellt werden. Diese Leistung scheim bei den Mitgliedern noch wenig bckkaimt zu sein, weil sie nicht in dem Maße in Anspruch genommen wird, als bei der jetzigem Zettlag«, wo viele Mitglieder Kriegsdienste leisten, erwartet werden muß.

** Braten ohne Fett. 450 Millionen Mark pro Jahr »oerden von den etwa 15 000 000 deittschen Hausfrauen irnd Köchin­nen für Fett und dergleichen zu Koch- und Bratzwecken unnötig verausgabt, weil die ttr den Nahrungsmitteln von Natur aus e::t- haltenen kostbaren Nährstoffe, darunter auch Fett, durch unsach­gemäße Zuberettung der Speisen vernichtet und infolgedessen durch Zusatz trm Fett wieder ersetzt weiden müssen. Diese gewaltige

Summe kann aber gespart werden, wenn mau alle Arten Braten, sämtliche Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Fisch und Gemüse, ohne den geringsten Zusatz von Fett, in ihrem eigenen Saft bratet, schmort oder ohne Wasser kocht. Wie dieses ohne besondere VvM richtung geschehen kann, lehrt die von B. Corell in Frankfurt mn Main herausgegebeue Broschüre:Eine Revolution in der Küche". Das Verfahren ist auf Anregung des Kriegsernährungs- amts von der Reichsstelle für Speisefette geprüft und für vorzüglich befunden worden. Von besonderem Vorteil ist auch, daß keine be­sonderen Apparate erforderlich sind, ja daß sich sogar alte, ans­rangierte Töpfe mit undichten Böden mit Vortell verwenden lassen. Weiter ist wichtig, daß auch kleinste Stückchen Fleisch nicht ein­schrumpfen, sehr zart und saftig werden und herMche Saucen zu- tarcüet werden können. Die geringen Menge:: Fett, die jetzt de:r Verbrauchern zugetettt werden, können zweckmäßiger als Brotauf­strich, zur Bereitung von Salat oder zu Samen an fleischlosen Tagen Verwendung finden. Selbstversorger können ihrer: Verbrauch wesentlich einschränken, so daß für die übrigen Verbraucher größere Mengen verfügbar werden. Da dieses alles möglich ist, ohne auf dre Schmackhafttgkeil, Bekömmlichkeit, Nährkraft, Vielseitigkeit und bisherigen Gewohnheiten in Bezug auf Würze und Zutaten ver­zichten zu müssen, sollte keine Hausfrau versäumen, sich das Büchlein zu beschaffen und einen Versuch zu machen; die große Ersparnis wird den Versuch belohnen.

** D i e G e m ü s e e r n t e i n Gefahr! Zu den Schädlmgeir, die den Fleiß> und die Hoffnung des Gartenbesitzers und Land- Mannes, der gegenwärttg seine Pflanzungen in üppiger Fülle heranwachsen sieht, bedrohen, gehört auch der Kohlweißlinge der nie ausbleibende Feind der GemüsetNlanzen. Während der Unverstand früherer Jahre seine in allen Farbe:: schillernden, das Auge des Naturfreundes erfreuentan Genossen stark vermindert, die meisten fast ganz ausgerottet hat, erfreut nur dieser Falter sich einer nnber^echtigten Schonung, die in jedem Herbst, ivenn seine gefräßigen Raupen die Gemüsebeete verwüstmr, sich btttcr rächt. Wenn je, so ist es zur Jetztzett, während des Är:shuug«rungskriegeZ, geboten, den Kaucpf hiergegen rechtzeitig aufzunehmen. In unge­wöhnlich großer Zahl sieht man die Weißlinge schon jetzt in Wald und. Feld, und ihre Vermehrung läßt füx die Erntezeit das Schlimmste befürchten. Da es sich um eine jeden 05emeindeangehöri­gen betteffende Sache handelt, fft es auch Sache der Gemeinde­vertretung, rechtzeitig dieser Gefahr vorzutaugen und mit Be­willigung der nötigen Mittel zu ihrer Bekämpfung nicht zurück- zuhalten. Daß dies in wirffamer Weise unter Zuhilfenahme der Schuljugend geschehen kann, zeigte der Erfolg des Schmetterlings^ kfieges vor zwei Jahren fast unversehrt konnte die reiche Ernte eingeheimft werden, und auch in: Vorjahre spürte man noch seine Folgen in angenehmste:- Weise. Also ungesäumt ans Werk!

** Zum Schutz der Stachelbcerernte. Von vielev Gartenbesitzern wird zurzeit darüber Klage geführt, daß klerrre, grüne Raupen in großer Zahl die Blätter der Stacheltaerbüfch« vollkommen abftesfen und dadurch die wettere Ausbildung tat Früchte verhindern. Die Schädlinge find die grünen, schwang köpsigen, schwarzpunktterten Aftervaupen, der geltan Stacheltaer- blattwespe. Ein einfaches, wirksames Mittel dagegen ist das Thomasmehl, mit dem nran am frühen Diorgen die tmffeuchten Sträucher von unterher kräftig tawrrft. Man kann jedoch die Raupe:: auch am ftühen Morgen auf unter die Sträucher gelegtes Packpapier^ abklopfen und andn vernichten, ein SSetfaftren, welches besonders in den kleinen .Hcvusgärten zur Nettm»g tar Stachelbeere ernte arvgewendet:verden sollüe.

** Sommerfrischen! Der Höfische g-em^nnützigr Verein zur Vermittlung von Land- und KuraufeTtthalten in Darmstadt hat vor siwzem alle im Vereinsgebket taftndlicherc Pensionen, die im Jahve 1917 Kurgäste aufnehmen wollen, ausgefordert, dieses ihm mitzutellen, tamtt die Auftmhnre in das neu aufzuftelleiche Verzeicb" ins erfolgen kann. Da das Verzeichnis jetzt cchgeschlossen und ge­druckt werden soll, so empfiehlt es sich für diejenigen Pensionen, die eine Mitteilung noch nicht gen:acht hatauz dies sofort zu tun. Kreis Büdingen.

4t Dauern heim, 1. Juni. Bei einem Sttcrmängriff er­litt den Heldentod der Musketter Friedrich Strauch

4t Eckartsborn, 1. Juni. Das Eiserne Kreu zerhirll Theodor Fitzenberger.

4ft Eckarts Hausen, 1. JUnä. Das Eiserne KvcLch erhielt der Ersatzreservist Hei:rr:ch Reichert, kurz zuvor erhielt er die Heffische Tapferkeits medaille.

4tz Kvhden, 31. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unter­offizier Heinrich Koch in einem Felart.-Regt.

4tz Rinderbügen, 1. Juni. In einem Feldlazarett starb den Heldentod der Fahrer Heinrich Appel.

4t S t o ck he i m, 1. Juni. Fürs Vaterland erlitt den Helden­tod der Musketier Adolf Bähr Jühatar der Hessischen Tapftr- kettsmedmlle und des Eisernen Kreuzes.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 31. Mai. Das Römisch-Germanische Zen- tralmu eum zu Mainz hat im Laufe der letzten Monate eine arößerv Anzahl trüm merhaft aus gegrabener Alterttttner, die dem hiesigen MUseum zu eigen sind, in mustergültiger Weise :vietar targestellt.

Kd. B a d - N a n h e i m, 2. Jmü. Das wtter Richard Strarch im Bad-Nauheimer Konzerthaus am 5. Juni 1917 stapffindends Konzert erfordert eine ganz außergewöhnliche Besetzung, nanckich- 16 1. Violinen, 14 2. Violrn«tr, 10 Bratschen, 8 Violoncelli 7 Kon- tvabäsie 4 Flöten, Oboen, Klarckbetten und Fagvtteu >E::gl Horr:, Heckelphon, Baßklarinette, Konttasagott). 8 Hörner, 4 Trmn- pettn 4 Posaunen 4 Tenor- 2 Baßttktac, 4 Harfen, Orgel. Celesta, dcverses Schlagzeicg wrd erne Anzahl Blechinstrumente hrnter der Szene. Rur bitta) 1 die Vereinigmrg der Großherzva- ^,Darmstckdt und der Grvßherzoglichen .Kurkapelle Bad-Nauperm ta: durch Mttgttetar des Mainzer Städttschen Orchesters auf 110 Mann verstärkt wertem, kann dieser ungewöta- lrche OrchesteranNvand erreicht werden. Dre Vvrtragsfvlqe m Bad- Naul-nm w:rd am Tage vorher im Darmstädter Hvftheaber znr Aufführung kommen.

w. Ä^s der WettrraU, I.Jmri. WeichEa niit hem üwig-n W'iHs der, v-rzügl-h Sw-ten HZ jsch

recht ungebetener Gach eingest-Nt daZ Unkraut Namentlich Disteln und »c^rriy, treten in diesen, Jchhve besonders stark au« und manche Felder ,ehen tatsächlich aus, als märe das Unkraut daran, gejch Macken. Das Ansrvtten dreier Schädlinge kostet viel Muhe und A-rbrit, ans arusteren Güterit auch ansehnliche G-ld- snm men MU regem Eifer rückt man jetzt diesen finden der Landwwtschast encrguch M Leibe. Bei dieser Gelegeicheit l'et daran- ^Eckst^datz cwL dem Sederichsaimm Oel gewomrw werden kairn. Es dürste ,lch daher das SaiMnrln des SedcrickS be, der gegenwärtigen Oeiknapphest veckohnen

Starkendurg und Nheinhesscu.

Aus Rhcinhessen. 2.Juui. Die Reben haben sich u l letzten Zett ^ganz vorzüglich enttvickell imb sbchm Ijeirte fo intjhg, lote nurn es sicher vor emigeu Wochen nicht - rtrt batte

J« Mwlck waren, haben Jte fast taigehott. ?Merdinys konrmen inch ichon Meldungen, daß die Pewna^pai-v mlftrotrn dittffte, mib o rüstet nian sich auf die BÄämpftrng dieser gefährtickM: Kwrnk- hett. Von verschiedener Smte wird das Lluftrettu des Rebsttthser- gemeldet, was bewefftz daß dieser Schädling oh:w besonderen Sicka'- Jv 11 1 ! strengei: Winter hinweg gekommen ist. Da aber di, m ihrer Pflanzlictan Ent.lvccllung vvranko:m:ven. braucht man mcht zu befurchten, daß der Rebstichlrr selw großer