Herrn Zehcer
1. Vorsitzender des Vereins Lehrer heiut. Bo Oelsberg Ans Ihr Sästeiben vom 17. 3. 17 teile ich Ismen ergebenst ^nit, daß beide nach dsm dortrgau Lehrerhttni beurlaubt g^f n-esenen Mannschaften, Dietrich und Koops, wieder rechtzeitig imb iorchlbehalten bei der Kl.sw'va>gnie eingetroffen sind. Gleichzeitig Ahme ich VEnlassnng. Ihnen, Herr D., als 1. Vorsitzenden des BeoemS und dem gannm Verein nreinen verbindlichsten Dank für das bereilivillige Entg-?genldmimen und vor allem für die liebevolle Aufnahme wird Bewirtung- der Leute auszusprschen. Ich kann eine derartige Einrichtung, wie sie der Verein bietet, gar nicht hoch genug l-erttor heben und Muß Ihnen mffteilen, welche segensreiche Ein w-irrnng- es auf die Mannschaften Macht »a wissen, daß auch sie, -uM die sich sonst niemand kümmert, von der Heimat nit vergessen werden Freudestrahlend kommen die Leute zurück und berichten Wen Kameraden von der guten AchsnahMe, die sie gesunden lwben Wie Sie ja selbst wahrgeiwmMen haben, sind diese mrscheincnd Heimatlos meist Leute, die wie KoapS, auch geistig «ttoas beschränkt sind. Und gerade ut unseren Armterungstruppen firtbcnt sich eine! größere Zahl dieser Leute vor. Meine Kotnpagme ist über 500 Niamr stark. Aber auch diese Leute, die nach meinen Beobachtungen gute Dienste leislien, deren Nerven anscheinend nicht versagen, tun ihp «chauze Pflicht und Schuldigkeit. Es war mir dalstr eine große GemrgttLuing, diesen Manw- schaffen nach jahrelanger trelur Dienstpflicht, wenn auch nur aus kurze Zeit, einen Urlaub geben zu können und zu wissen, daß sie während dieses Urlaubs ein gutes Unterkommen fanden, freudig werden sie weiter Ihren Dienst versehen. Koops von dem Sie schreiben: „Gott, ist das, ein armer Teufel", kam ganz begeistert zurück, und beiden hat es dort schr gut gefallen. Und für t>en L-eh'rervevein wird es eine Genugtuung sein, zu wissen, welche segensreiche Früchte er mit solch einer Einrichtung geschaffen hat, die zur Erhaltung der Vaterlandsliebe als Vorbildlichbezeichnei werden muß Dem Vorstand des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz habe ich Über die Erfahrungen der Einrichtung berichtet.
. Ich werde jedenfalls von Ihrem hochherzigen Angebot, noch weitere Leute aufzuMhmen, in einiger Zeit Gebrauch machen.
Daß es gerade ein Hess. Lährerverein ist, der so segensreich, wirkt, erfüllt mich persönlich mit großer Freude, da ich, wenn auch kein geborener Hesse, aber jedenfalls 16 Ja'hre lang im schönen Hessenland mich aufgehalten habe, Jahre, die mir unvergessen bleiben.
Zum Schluß noch allen, die sich um unsere Kameraden in dieser Weise verdient machen, Dank aus dem Felde In vorzüglicher Hochachtung
Lebensmittelmarken.
Für die Zeit vom 2. bis 8. Juli haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:
Brotmarken der 27. Woche, gültig vom 2. 7. - 8. 7. 1917
Buttermarken, „ 27. „ , „ 2. 7. - 8. 7. „
Fleisch marken . 27 „ „ , 2. 7. - 8. 7. „
Kartoffelm nicken „ 27. „ „ „ 2. 7. - 8. 7. ^
Seifenmarken für den Monat Juli.
Zuckermarken Nr. 24 - 29 gültig bis 31. 7. 1917.
Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt, \
Geschäftsstunden des Städt. LebensmittelamteS von 9—12 Nhr vorm., 2—4 Uhr nachm.
Markenansgabe für Urlauber:
Sonntags von 10—12 Uhr vormittag-.
** Alle Neu an Meldungen zum Bezug von Qebens- mrttellkrten von nach Gießen zuziehettten Personen haben ab 1 Juli auf dem Lebensmitttlamt, Zimmer 16. während den gewöhnlichen Dienststunden zu erfolgen. Unbedingt erforderlich ist die Skrdciqe efftes Lebensmittelkarten-Abmeldescheins des früheren Aufenthaltsorts. Anmeldungen von Neugeborenen haben unter Vorlage eines amtlichen Ausweises daselbst zu geschahen. Meldungen von , Umzügen innerhalb des Stadtbezirks und von Wegzügen von Gießen Hhaben, wie bisher, in den zuständigen Kartenausgabeftellen ^BeMrken) zu geschehen.
** Eine besondere Kassenstelle wird für das Städt. Lebensmittelamt vom 1. Juli ab eröffnet. Der umfangreiche Ver- «hr mff dem Lebensmittelomte wird dadurch erheblich erleichtert wei den Alle aus Ueberweisung von Lebens- und Futtermittel m «rtrichtendcn Beträge sind numnehr an diese Kasse vornüttags von 8 bis 12 Uhr einzuzahlen.
** A ährmitte lau sgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt lyreßen bestellten Waren kötmen von den Bestellern von Montag ab gegen Barzahlung und Vorlage der Nährmittelkarte in Empfang genommen werden. Es entfallen auf Nährmittelkarte A (^efi>c Karte): Aus Abschnitt 3: 100 Gramm Suppenfabrikate. .Auf Nähnnittelkarte B (rote Karte): auf Abschnitt 6: 375 Gramm' Gries, auf Abschnitt 7: 375 Gramm Hafersabrikate in Pakete, auf Abschnitr 8: 125 Gramm Graupen. Aus Nähmrittelkarte 6 (blaue Karte): aus Abschnitt 9: 250 Gramm Graupen, auf Abschnitt 10: 125 Gramm Haferflocken, auf Wschnitt 11: 125 Gramm Suppen- wbrikate Mil dem 10. Juli 1917 verlieren die Marken ihre Gültigkeit. Die Ausgabe von Teigwaren und Sago aus die Abschnitte Nr. 3 und^'12 der Nährmittelkarte C (blaue Karte) kann nicht erfolgen, da die Ware noch nicht eingetroffen ist. Sobald dies geschehen, wird näheres. bekanntgegeben. Näheres siehe Bekanntmachung.
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** Amtliche Personälnachrichten. Der Großherzog hat am 27. Juni in das Kuratorium der Grvßherzog-Ernst-Äidwig- Jubiläums-Stiftung als weiteres Mitglied den Geheimrat B e st, Provinzialdirektor zu Mainz, berufen. — Der Oftoßhevzog Hot durch Entsckffießung vom 27. Juni dem Ober-Postsekretär Valentin Herbert iw Darmstadt und dem Postmeister Rechnuugs- vat Hermann Supp in Eberstadt die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen des ihnen turnt Deutschen Kaiser, König von Preußen, verliehenen Verdienstkreuzes sür Kriegsschiffe erteilt.
** Das Kriegsehrenzeichen wurde vom Groß- sterzog dem Direkttonsaehilfen Wilhelm Schmitt, Apotheker Arthur Prybill und dem Großh. Maschinenmeister Eg. Al br e ch t vertie^n.
** Ein ungewöhnlich starkes Gewitter ging diese Nacht über Gießen und Umgegend trimer. Die drückende Schwüle des Tages ließ eine elektrische Entladung mit einiger Sicherheit erwarten, mit» so sah mann denn schon gegen V 2 11 Uhr am' südöstlichen Horizont leichtes Wetterleuchten, das gegen 1 Uhr wie eine ununterbrochene Helligkeit über dem Schifsenberge stand. Nun Kog das- Gewitter in sehr kurzer Zeit näher. Bereits eine Viertal- stunde spater stand es über Gießen'. Die Helligkeit und Häufigkeit lder Blitze war ungewöhnlich!. Es dauerte off Minuten, bevor die ^ Nacht auf wenige Augenblicke in TvmkeMrt zurückversank. Ebenso 'erfflllte neben den einzelnen heftigen Donnerschlägen ein ständiges ilDonnermurren die Luft. Es wird wenige geben, die ein beneidens- !wert gesunder Schlaf von diesem Gewitter nichts werken ließ. So sah inan mitten in der Nacht von Haus zu Haus zaghaff erleuch- 'tete Fenster auf die Straße blicken, hinter denen sich eine geäng- stigte Familie zusammenscharte. Mit dem Stärkerwerden des Ge- tmtters brach ein Regen von wolkenbrucharttger Hefttgkeit lvs. Tur ganz kurze Zeit setzte auch Hagel ein. Ob dieser Schaden an- gerrchtet hat. ließ sich noch nicht feststellen. Der Regen hat jeden- stEs seüt Gutes gehabt. Die 31 Millimeter Niederschlag, die die Wetterdienststelle verzeichnet, waren iiNMer nock) sehr nöttg, denn die letzten Niederschläge waren nicht tief genug in die Erde ge- drungert. Es loar daher auch gpff, daß dem ersten wolkenbrnch- nrügen Regenstürzen dieser Nacht ein weniger heftiger Landregen
folgte, der biZ in die Morgenstunden anhielt. Blitzschaden scheint in der näheren Umgebung nicht entstanden zu sein. Ber Lang-Göns tvaf jedoch der Blitz, wie aus eurer Meldung von dort hervorgeht eine Scheune, und äscherte diese ein.
** Oberhessischer Kunstverein. Die ausgestell- tmr Aguurelle von H. v. Ritgeri, welche vom Kunstverein erworben wurden, sind nur noch morgen zu sehen. Bon Monlajg ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde geschloffen. Die kunstgewerb liche Ausstellung wird ant 8. Juli erv>ff>uet.
** Aus dem Stadttheaterbureau. Nach dem schonen Erfolge, den die Aufführung des neuen Lothar L-chmidtschen Lustspieles „P e r le n" am vergangenen Dienstag davvngetragen hat, darf der Wiederholung der Ausführung am nächsten Donnerstag ebenfalls mit Interesse entgegengesehen werden. Diese Vorstellung zählt als 15. und damit letzte Freitags-Abonnementsvorstellung und bretrt, worauf nochmals hingewiesen sei, die letzte Ge legenhett, noch etwa ausstehende Gutscheine zu verwen- den. — Außer Abonnement ist später noch eine Aufführung des bekannten neuen Singspiels „Das Dreimüderl- haus" vorgesehen; der Auffuhrungstag wird später bekannt gegeben, sobald die erste Aufführung des Werkes in Bad Nauheim stattgefunden hat.
* ¥ De r Ortsgewerbe verein hielt am Dotmerstag im Gewerbehamse seine Hauptversannnlüng ab. Nach beni vom Vorvtzenden, Prof. Tr. KraUsmüller, erstattetm Jahres- x. c J ,f hat der Verein auch im abgelausenen Jahre eine rege kntsältet. Die Gewerbeschule warrde im Wrnter- halbiahr 1916/17 wn 31 Schülern besucht. 5 bestanden die Abgangs Prüfung mit der Note gut. Es unterrichteten daran die K^Zen Freundlieb, Seuling, Schahmaichier, .Hag gen Müller, Appel Frttzel, Klein und Barthel. Die gewerbliche Fvrtbil schule wurde im ganzen Jahre durchgesüHrt. Tie SckMerzahl betrug 247. Zeivoc-se mußte wegen Kohlemwangcls der Unterricht emgestellt werden. Kriegsbeschädigte nahmen an dem Unterrccht in der Gewerbeschule 28 teil, um sich in Buchführung, und Rechnen weiterzubilden. An Kursen wurden im verslosseneu Jahre veranstatttt: 1. Jugendkurs in Schreineret (Leitung: Herr Haubach- und Bildhauerei (Leitung: Herr Berte bzw. Frrese-Friedberg). Die Teilnetzmerzahl betrug im Lämmer ßo, im Winter 20; 2. L>chn eiderin n an kitrsus (Leitung: Frau Wunderlich): 3. B u ch f ü h r u n g s k u r s u s (Leitung : Herr Kirchner). Die G e > e l l en pr ü fu ng e n fand-m unter Leitung des 2. Vmsitzenden, Herrn Huhn, int April statt Hierzu hatten sich- 97 Prüflinge ,74 männliche, 23 weibliche- gemeldet mtd zwar 33 Schlosser, l0 Schreiner. Die übrigen verteilten sich auf Glaser, Buick/vinder, Schneider. Sattler und ^apezterer. Mechaniker, Spengler, Buchdrucker, Schuhmacher usw. Wetter wurden im abgelausenen Jahre 5 Vorträge gehalten, -rie mit dem 1. Januar l. I. ins Leben gerufene Hctnd-i w e rch e r b e r a t u n g s st e l l e hat sick,i nachi dem von Berufs- genofsenschaftssekretär Kirchner erstatleten eingehenden Bericht gut bewährt. — Ter Mitgliederbestand des Vereins hat auch im abgelausenen Jahre r-eine wesentliche Aenderung erfahren. Den zum Heeresdienst eingezog-enen Mttgliü>srn wurde der Jahres- beitrag erlassen. In der Krie gsve r sichernn g sind 63 Mit- glnder oder -Löhne von Mitglredertt durch den Verein versichert worden. Nach dem vom! Re-ck-ner erstatteten Rechenschasts- berrcht betrugen die Einnahmen des Vereins im abgelaufenen ^.ahre 10 649.99 Mk., die Msgaben dagegen 9471.49 Mk. Der wm Vorstand der Versammlung vorgelegte Voranschlag für 1917/18 wkrrde genehmigt. Bei der stattgefundenen V 0 r sta n d s - ™ a \{ .Umrden sätntliche ausscheidenden Herren wredergewähtt.
Zeppelin-Gedenkfeier. Wir titachen auf die in dtesem Blatte enthaltene Anzeige und aus die öffentlictMN Plakate auffnerrsam, die die geplante Feier ankündigen. Für diejenigen, dre sich einen Sitzplatz zu sichern wünschen, findet ein Vorverkauf von numerierten Plätzen zu 2 Mk. in der MuffSattenHandlung von Neueniveg 9, statt. Der Reinerttag der Einnahme soll tex Fliegersrmorge zrffließen. Sonst ist der Eintritt frei. Die Galerie des Saales ist Soldaten und Verwundeten Vorbehalten. Ueber das Programm erfahren wir folgendes: Die MffitärkapeNe mrter Letttmg von Herrn Herrmann wird die Feier mit Bcetho- vens: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" einleiten. Der Rektor der LmdesUniversität, Prof. D. Schian, mtrb in einer Ansprache Vermtlasiung und Bedeutung der Feier darlegen. Ein Ehor von hundert Knaben unter Leitung des Herrn Görlach wird das detch che Lied von Rudolf Alexander Schröder und das Lied aus Zeppelins Tod von Lilli Wdlfskehl, beide in 9Nusik gesetzt von A. Mendelsohn m Darnistadt, vorttagen. Herr Hoffat Stein- goetter hat sich bereit erklätt, einen selbstversaßten Gedenk- pruch auf Zeppelin und Cäsar Fleischlens 9öeues Lied auf 'den Grafen Zeppelm: Sonn' ans !" zu rezitieren. Schließlich beab-
ichttgt Herr Prof. König einen durch zahlreiche Lichtbilder unterstützten Vortrag über den Kampf Zeppelins um die Durchführung seiner Erffndung zu halten.
2 ^ ch e Verband hält am Dienstag, den
D. abends 8 l / 2 Uhr, eine Mltgtteder-Haupt-iVersamüttung ab.
Siehe Anzeige.
** Ein Konzert mit lLvnoriftischen Gesängen findet ^ute und morgen, den 1. Juli, int Hotel Fürstenhof statt.
Der Zweimaster-Zirkus Wagner und Fuß rst «uf dem ^uxplatze Rodheimer Straße in Gießen eingettoffep und gibt seine Eröffnungsvorstellung heute abend 81/2 Uhr, mff einem erstllassigen Großstadtprvgrmnm. Sonntag und Mfftwoch pnden zwei große Vvrstellimgen, nachm. 4 und abends 8V» ttlw statt, sowie täglich abends.
Landkreis Gießen.
^nr- Lang-Göns, 30. J>uni. Auf dem zwischen hier und Grvßen-Lmden gelegenen „Neuhof" schlug bei dem heute nacht niedergeg-angenen schweren Gewitter der B l i tz in eine tnit Stroh gefüllte Sckjeune und äscherte diese vollständig ein. Mff dem starken Regen ging auch Hagel nieder, der jedoch nicht von besonderer Stärke war 'und wohl keinen großen Schaden verursaM haben dürfte.
Kreis Friedberg.
kd. Bad-Nauheim . 30. Juni. Franz v. Blon. der bekannte Berliner Komponist und Kapellmeister, wird Samstag abend Und Sonntag nachmittag als Gastdirigent die .Konzerte der Kurkapelle auf der Kurhaus terra sse leiten. U.a. werden die Programme Blonsche Kompositionen enthalten. — Am Dienstag,
3. Juli, sindet abends 8V4 Uhr im Theatersaale eine Veranstaltttna mit Gesangs- und .Klaviervorttägen sotvie Tanzbilder zum Besten des Roteti Halbmondes des Vereins „Rote-Halbmond-Spende" statt in der 'erste Kräfte loie die Königl. Sängerin Frau Kist-Spoel (Koloratur) sowie der Kgl. Sänger 'Karl Seydel (Tenor) vom Hof- choater Hannover, Regisseur und Heldenbariton 'Laut Stiegler vom Stadtthoater Bremen und Pianist Willi Craney-Hannover Mitwirken. Die Tanzbilder werden von der Kgl. Solotänzerin Frl. Lebeling vom Hvffheater Hannover getanzt. Den Darbietungen geht ein einleitender Vorttag des Rechtsanwalts Dr Kist-Hannover, „Die Türkei und wir" voraus. Der Ruf der Künsller verbürgt einen genußreichen Llbend. Auch der gute Zweck dürste einen Besuch empfehlen.
Kreis Wetzlar.
ra v Braunfels. 29. Juch. Hier bleibt nur die dritte Glocke, -welche die Viertelstunden schlägt, als Lauteglocke erhalten. Alle vier Glocken sind numeriert mit eineist Kreuze und der Jahreszahl 1830 versehen. Von deit allen im Jahre 1790 gegossenen Glocken wurde eine von der Gemeinde Schvalbach im Jahre 1830 übernommen.
ra. Greifen st ein. 29. Juni. Auch im Greisenstetner Land wurden in dieser Woche die Kirchenglocken abgenommen. Die hiesige Kirche hatte drei Glocken, die größte ttägt folgende Inschrift: „Wenn man inich ziehen tlmt, geb ich guten Muth, daß mart eff, Gott zu Ehaen sein Wort zu hören, den Glauben zu mehrert, und uns zu bekel-ren." Aus der zweffett stahl zu lefen: „Der hochgcborne Graf und Herr Wilhelm Moritz frei. Ließ gießen herrlich unserer Schwestern dreff"
ra. Ulm (Kreis Wetzlar), 29. Juni. Die hiesigen Glockert wurden gegossen in den Jahreir 14?5 und 1749: erstere ist dem heil. Bomjazius geweiht und letztere goß Peter Bach in Hungen. . Hessen-Nassau.
4- Biedenkopf, 29. Juni. Im hiesigen Areise sind inS-« gesamt 111 Kirchen gl offen zur Ablieferung für Heereszwecke vorgesehen. Mit sieben Glocken steht unsere Stadt an effter Stelle.
hl. Broms kirchen, 28. Jrmi. Bei einer unvermutet vor- genotnmenen Revision des Wim erber ge r Zuges wttrde von dem Gemxlrtn eriewachtnteister in Battenberg ein Mann an getroffen, welck-er einen großen Reisekorb mitführte, in dem angeblich Wäsche imd Kleider enthalten sein sollten. Eine Durchsicht hatte jedoch ein ganz anderes Ergebnis, mdem 210 Eier, fein in Papier verpackt, und 12 Pfund Butter zum Vorschein kamen. Der Reisende trug ffch auscheinend mit der Absicht, die sür gutes Geld erstandenen Lebensmittel in der Jndnstriegegend gegen teures Geld an den Mann zu bringet. Eier und Butter, aus dem Hessenlande stammend, wanderten zur hiesigen Smnmelstelle.
Idstein i. T., 29. Juni. Der des Mordes an dem Für- sorgezöglmg Heinrich Müller aus Wiesbaden verdäckstige 14* * ** jährige Fürsorgezögling hat heute früh die Tat eingcstanden. Der Täter heißt Rudolf Grvener und wurde in Biebrich a. Rh. ge- booelt, aber auswärts erzogen. Er befand sich seit dem 10 Juni bei -einer .Familie in Esch m Fürsorge und lyat sich hier recht ordentlich betragen. Am Dienstag begaben sich die beiden Zöglinge mff zwei Dorffimgen in den Wörsdorfer Wald zum Beerensuchen. , Hier kam es zwischen Ihnen zu Streittg- keiten. ist deren Verlauf Groener, ein nur lleines, schmächtiges Kerlchen, dem Müller mehrere Sttche in den Kops versetzte und chn ldmm mff seinem Hosenträger erdrosselte. Die beibcn anderen Jun-gen waren zu Beginn des Streites weggelaufen, erzählten aber erst am nächsten Morgen, als man den Müller vermißte, von ihren Erlebnissen, und lenkten dadurcki gleich den Verdacht auf Groener. Eins der Kinder berichtete, daß der jugendlick^ Unhold auch ihn schon einnral mit einem Hosenträger gewürgt habe. Der Ermordete wird Sonntag cher beerdigt. — Ein tragisches Schicksal fügte es, daß in derselben Nacht als die Leiche im Walde lag, der Vater des Müller in Wiesbaden einem Herzschlag erlag, von dem schrecklichen Ende seines Kindes also keine Kunde mehr erhielt.
4- Ma rburg, 29. Juni. Für das hier zu errichtende Invaliden heim für Jäger und Schützen stiftete Fürst Adolf, der regierende Fürst zu Schaumburg-Lippe, die Summe von 20 00O Mk. Ferner stiftete der Präsident des Allgemeinen Daitschen Jagdschntzvereins, Herzog Vikttr von Rattbor, Fürst von Corvey, 4000 Mk. zwecks Einrichttmg von Zimmern zum Gedächtnis gefallener Mitglieder.
Fc. Vom O berwcsterwa ld, 28. Juni. Immer zahl- reicker und dringender werden die Beschwerden, daß die auf dem Lande vorhandenen Lebensmittelvorräte durch Unberufene in Massen ausgekauft, und dadurch den Stellen voretttlicfften werden, an die sie besttmlmtngsgemäß abztffiesern sind. Insbesondere ttitt ein geradezu verbrecherisches Unwesen der Händler und gewerbsmäßigen Austänfer von Tag zu Tag hier im Oberwesterwald mehr hervor. Die Leute haben oft ein ganzes Gefolge von augewvrbenen Unter- ankänfern, auch Frauen und Kindern ruit sich, und versuchen durch Erregung von Mitleid, durch dreiste Zudringlichkeit oder durch Anbietung von Wncherpreisen alle nur irgend erreichbaren Lebens- inittel wie Brot, Butter, Eier, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Schinken und «Wurst an sich zu bringen. Die Ortsbehörden sollen nuntnehr vom Kreisausschuß in ihrem Kampfe gegen dieses Treiben durch die Anforderung militärischer UeberwachungsKommandos untere stützt werden.
Ktrcfec und Schule.
Evangelischer Zweckverband für das Großherzogtum Hessen.
= Worms, 29. Juni. Was lange Jahre nicht vermochten, brachten die gemeinsamen Kdiegsnöte und das Jubeljahr der Re- drmatton zustande: den Zusammenschluß von 30 evangelisckp-kirch- lichen Vereinigungen des Großherzogtums Hessen zu einem evan-- gelisch-kirchlichen Zweck verbände. In unserer Lutherstadt fanden sich dieser Tage die Vertreter der Vereinigungen, ganz gleich welcher Richtung und theologischen Anschauung, zur Gründung des Verbandes ein. Der imposanten Kundgebung wohnten viele Vertreter der staatlichen, milffärischen, städtischen, kirchlichen und wiffenschast- lichten Behörden Hessens bei. Die theologische Fakultät der Gießener Universität war durch Geh. Mrchenrat Prof v. Dr. Eck, das Ftted- berger Predigerserninar durch Pwf. E). Dr. Sch 0 el. l vertrete^ Nach einer geschäftlichen Sitzung, die Pfarrer v. Waitz-Darm- tadt ials Verbands Vorsitzender leitete und in der er in lvarnr- empttmdenen Worten die hervorragende Bedeutung des Bundes ur das gesamte geistige Leben des Landes feierte, folgtert mehrere Vorträge wissenschaftlichen Inhalt. Es sprachen Prof. v. Dr. E ck- Gießetl über „Rechfferttgung und moderne Weltanschauung", Prof. Dr. Schä der-Kiel über „Luther und die chrrsffiche Freiheit und Prof. v. Diehl-FriÄrberg über „Luthers, Zwinglis imd Bnoers Einfluß auf das innere Leben der hessischen Kirche". Das Schluß- und Dankeswort sprach Pfarrer Bernbeck -Okarben. In deil - Nachmittagsstnnden vereinigte sich die Wiormser Bürgerschaft mit ihren Festgästen zu einer machtvollen Kundgebung am Luther- denttnal. Hier sprach Pfarrer Dr. Berger-Darmstadt über „Die Bedeutung der Reformation für das deutsche Volksleben". Mit dem - Gesang von Luthers Schutz- und Trutzlied schloß die Wei'hestunde. ,
DZitterungsbericht.
Meffentlicher Wetterdienst.)
Wolkig, ttocken. mäßig warm.
Letzte Bacfmcfeten«
Die nlsststhe Offensive.
Berlin, 30. Juni. Während dem „'©fen" zufobge dre von England und Frankreich verlangte ruffffche Offensive bis zum Herbst verschoben sein solch wird von angeblich bestunterrichteter Seite aus Paris gemeldet, die russische Heeresleitung beabsichtige, in der allernächsten Zeit die Offensive wieder auf zunehmen.
Untersuchmgen Men russische Minister.
Zürich, 30. Juni. (L.-A.) Aus Petersburg wird berichtet, daß eine außerordentliche Untersuchungskommission die Eröfsmmg der Vorittttersuchung gegen Stürmer, Prvttpopow, Justizminister Dobrewolski und General Remtenkampf beschlossen habe. Rußlands Erntcaussichten.
P e t e r s b u r g , 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- )ung der Petersb. Tel.-Agentur. Nach beim Finanzminister eingegmrgenen Nachrichterr über die Ernte in 487 Kreisen verbricht die Ernte des Wintergetreides untermittel zu tverden m 77 Kreisen, mittel in 48 Kreisen, schlecht in 29, zuffieden- stellend in 221, gut in 57. Nach den gleichen Nachrichten ist der Stand des Frühjahrsgetreides etwas geringer wegen der Fröste, die ihr Waä)stum in den ersten Mailagen behinderten
Kriegsminister Kerenskij begab sich auf eine Besichtigungsreise nach Kasan und dem Kaukasus.
Sommerzeit in Rußland.
Petersburg, 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegrapheu-Agentur: Um Brennstoffe ztt sparen^ verordnet dre Regierung, daß die Normalzeit in ganz Rußland vom 14. Juli an um eirte Stunde vorgeschoben werde.
Aus Griechenland.
Berlin, 30. Jwii. Dem B. T. zufolge herrsck>en in Atttka revolnttonäre Zustände. Ueberall verübe die königs- treue Partei Putsche, die vmr sranzösischen und russischen Truppen niedergeworsen würden. Mein in Attika seien jetzt 40 000 Äöann Ente nte trupp-en Vers ammell. In )?llheu scheinen dem Einzüge Beniselos' lärmende Kundgebungen vormi- gegaugen zu sein. Die verbannten königstreuen Griechen sollen innerhalb Frankreichs, mit Ausnahme von Paris, Aufenthalt nehmen können. Bei der Audienz Veniselos' und seiner Kollegen sei, lvie die B. Z. beriästct, die eisige Zuruch-' Haltung des iungen Königs ausgefallen.


