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Der Sketzener L»z«L-er
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* 67 . Jahrgang
psstfche«»vt»: 5ranlfvrt a.M. N686
zezger für
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Kettag. 29 . Juni
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rra§.
TO.) GrotzeS Hauptquartier, 28. Juni. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.
Schwere FernftuerHatterien beschossen gestern mit be- obrrchterer Wirkung die englisch-französische .Hafenfcstung Dünkirchen. Mehrere Schiffe liefen eiligst aus. Als Erwiderung wurde vom Feinde Ostende unter Feuer genommen; rmlitärrfthjer Schaden entstand nicht.
In den «englischen Gräben an der Mste verursachte eine .Beschießung durch unsere Artillerie und Minenwerftr starke Zerstörungen.
Äldch ruhigem Vormittag nahm gegen abend die Feuer- tätigkeit in einigen Abschnitten der flandrischen und Artois- Front ziemliche Heftigkeit an.
Siwöstlich von N i e u po r t nmrden von unseren Stoßtrupps ein belgischer Posten aufgehoben; bei Hooge schlug ein feindlicher ErtunDrmgsrwrstttz fehl. Südlich der Skratze Eam- brai—Arvas erlitten die Engländer bei Säuberung eines Grabens durch wrstMMe imd rheinische Stotztrupps erhebliche Verluste an Gefangenen und Toten. Im Vorfeld unserer Stellung nördlich von St. Quentin entspaniren sich mehrfach kleine Gefechte nuferer Posten nrit englischen Abteilungen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An einzelnen Stellen iwrdlich der Aisne, nördlich von Reims und in der West-Champagne kam es zu lebhaften Artilleriekämpsen.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Am .Hartman n sweilerkopf machten Erkunder eines württembergischen Regiments durch Einbruch in die französischen Gräben eine Anzahl Gefangene.
Oöstlicher Kriegsschauplatz.
An der ostgalizischen Front dauert die rege Feuertätigkeit an.
Mazedo Nische Front.
Keine besonderen Ereignisse.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorfs.
*
Der Abendberlcht.
Berlin, 28. Juni, aberchs. (WTB. Amtlich.) Im Westen außer vormittags lebhafter Gefochtstatigkeit an der Sttafa Lens —ArraS nichts Besonderes.
Im Osten ist die Lage unverändert.
In einigen Blättern — leider nicht von der Regierung — wird allmählich das befreiende Wo-rt ausgesprochen: Es ist vermehrt, daß Mir uns nrit den Feinden in ernsthafte Diskussionen über rein deutsche Angelegenheiten einlassen, es ist z. B. ein Hereinfall auf Feindeslist, wenn wir der luefrer durch Recht noch durch Macht begründeten Forderung. Elsaß-Lothringen herauszugeben, mit der Rechtfertigung begegnen, die Elsaß-Lothringer wollten ja nicht, sie wollten deutsch bleiben. Auch von Scheidemanns Luftdruck müssen wir uns frei machen. Er ist ein Partei Politiker, der mxfi, <wr ganz andere Dinge zu denken hat als an Glück und Wohl des deutschen Volkes, der, wo er hinblickt, in die Nesseln gerät, in die Schlingen der eigenen Parteidoktrin. Im „Vorwärts^' werden die Verhandlungsberichte des sozialdemokratischen Parteiausschusses über die Stockholnrer Frage abgedruckt, und da fügt Scheidemann seinem Seufzer, daß er es wirklich jetzt nicht leicht habe, noch einige bemerkenswerte Sätze der Begründung hinzu. Er wendet sich nämlich mit der größten Schärfe gegen innere Gegner in der eignen sozialdemokratischen Gemeinschaft. Besonders die ,Leipziger Volkszeitung", die den Pcrrteivorstand heftig bekämpft hat, erhält heftige Zurückweisungen, die im ;ju= sammenhang mit einer Erörterung auswärtiger, französischer und englischer Lügen und Verdrehungen sich sogar zu dem Satze steigern: „Allen diesen Treibereien kommt nun der Mansch ettenschreiber der .Leipziger Volkszeitung" mit seinen Verleumdungen und Fälschungen zu .Hilfe. Es ist gar nicht zu ermessen, wieviel Blut an den Fingern dieser Biedermänner klebt. Ohne sie wäre es vielleicht früher gelungen, die Internationale znsammenzu- brrngen, und dann hätte der Menschheit viel Blutvergießen erspart bleiben kömten."
Wir müssen wieder in eine andere Atmosphäre des Denkens hinein, dürfen uns mir Wilson und Lloyd George wohl über die von ihnen gewünschte innere Befreiung und Demokratisierung Deutschlands unterhalten, aber doch nur tn ernem ganz bestimmten Tone. Diesen Ton trifft der bekannte Dichter Otto Ernst ganz vortrefflich, der in einem m der „Post" veröffentlichten offener: Brief „an den Lrchidenten Wilson in Washington" eine außerordentlich wirksame Lektion gibt. Sie nwge auch das politisch ein wenig emgeschläferte Deutschland wieder wach rütteln! Otto erklärt, daß er selbst aus einer sozialdemokratischen Fgnnlre stamme, im wesentlichen seines politischen. Denkens
Sühlens noch heute Demokrat sei. „Sie und ich sind also, io fetzt er ironifch hinzu, „beinahe Parteigenossen." ^ann aber wird dem Präsidenten in famoser Weise der ..c 0 ps gewascl>en. Wir können leider nur einige Stellen herausgrmftn:
"Ä Est daß das deutsche Volk cm seinen Fürsten ge
legentlich aucl) Mangel entdeckt — diese Fürsten sind ja Men- j chen , 2ber halten Sie doch bitte eine Umfrage unter den Deut- co ilberzeugt, der Khjfec erlaubt sic Ihnen mit besonderem Vergnügen, und niemand wird diese Umfrage beeinflussen, er am wenigsten — die Urrrfrage, ob die Deutschen auch mir einen i uer Fürsten vertauschen möchten gegen eine Person von derArt des englischen Georg oder des russischen Mkolaus oder des rtolienj ( ,tii -oiitor Emanuel oder des französischen Poincarö oder des rilm.cnu.sfgm , Serbincrnd oder des mueriknnischeu Wilson, immer dem polttrsch gesprochen! Sie nmchen sich keine Ahnung von dcij
Niederlage, die Sie erleben würden. Mcht ermmrl unsere So-Mäl- demdkraten würden von einem solchen Tausche wissen wollen; sie wissen sehr genau, was sie an unfern Fürsten 'haben: Männer ton unerscbütterlicher Treue und von Gewissen.
Es ist auch richtig, daß es nach dret Iähven des Krieges unter 70 Millionen Deutschen ein Häuflein Ermüdeter (hinter der Front!) gibt, und ein Häuslern verbohrter Theonetiker, die die Merrschhest durch Reden befreien ivolleu, und ein Häuflein Lum- perr, die unr eigenen Vorteils und Wohles willen auch einen faulen Frieden gutl-eißen wütten. Diese Hcdcfletn bedeuten soviel wie ein Stäubchen mrs einem Globus. Das deutsche Volk — glauben Sie 'mir das; es spricht zu Ihnen ein Mann, der nie in seinem Leben eine Z-eile gegen seine Ueberzeugung geschrieben hat — steht in diesem Kampf, den es nie gelvolll hat, noch heute genau so geschlossen da wie vor drei Jahren. Es weiß noch heute genau und! gewi);. daß gewissenlose Räuber und Mörder nach seinem Leben trachten, daß England, Ihr Schützling, der Erb- und Todfeind Europas ist. Es lacht über Ihre Einteilung der Deutschen in Fürsten und Volk.
Das wäre >eins. Ein Zweites: Sie beklagen uns arme Deutsche, weil wir tyrannisiert werden, weil wir schmachten unter dem Joch Unserer Regierungen. Herr Wilson, Sie sind Gelehrter. Gelehrter und Denker ist zwar keineswegs dasselbe: aber ein Mann, der die Bereinigten Staaten beherrscht und daneben noch den Beruf übernimmt. Deutschland zir befreien, sollte Man denken können. Also denken Sie nact,: .st'ännen Sie sich vorstellen, daß ein Volk mit nur drei Verbündeten gegen 12 oder 13 — ich weiß es im Augenblick nicht genarc: wir Deutschen zählen schon nicht mehr — also: gegen ein Dutzend Feinde drei Jahre lang einen ruhmvollen Krieg führte, mit solchem Erfolge führte, wenn es ein gedrücktes, geknechtetes Volk wäre? Glauben Sie, daß wir das aus laitter Liebe m unseren „Peinigern" tun? Haben Sie qemals gehört, daß Sklaven .Helden gewesen wären? Kairn ein Mann, der Wissenschaft es auch nur eine Sekunde lang für möglich halten, daß sich in einem versklavten M)lke eine Kultur entwickle wie die deutsche? Uebrigens: wußten Sie als Gelehrter nicht, daß das Ihren Freunden verbündete Rußland eine ?lntokralle war? Sind Sie nie ans die Idee gekommen, den gepeinigten russischen Völkern zu Hilfe zu kommen? Wie konimen Sie dazu, Deutschland eine „Autokratie" zu nennen/? Ist Ihnen dü Bedeutung dieses griechischen Wottes un- bekannt wie so vieles? Ist Ihnen unbekannt, daß wir ein Reichsparlament aus allgenreinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen haben und daß Stinrmen und Mairdate bei uns nicht gekauft werden können ? Oder weinen sie, es komme nicht ans den Buchstaben der Verfassungen und Gesetze an, sondern auf den Geist, in dem sie gehandhäbt^ würdehs? Wienn sie dos meinen, dann sind wir ja Freicnde! Hören Sie denn und glauben Sie mir: Unser reaktro- närster preußischer Junker, wofern er nur ein redlicher Mann ist, ist uns 1000mal lieber als Ihre gekauften und kaufenden Gouverneure und sonstigen Beamten! Ihr Volk tragt das schwerste und schändlichste Joch, das des Geldes.
Und nun!zum Tritten und Letzten. 'Sie wollen urrs die von uns angeblich verrnißtc Freil?eit bringen; Lne wollen uns glücklich machen. Schönen Dank! Aber lvie denken Sie sich das? (Ich wende mich wieder an den Mann von Kopf.) Wollen Sie uns vielleicht Ihre oder die eirglische oder die französische oder die japanische oder die rmnänische oder die nicaraguanische oder die russische Verfassung (alten oder neuen Stils) zum Präsent rnachen? Wollen Die mrs den jdeutschen Kopf abhauen und uns einen französischen oder portugiesischen anssetzen, ,in der frohen .Hoffnung, daß er anwachfen werde?"
Das ist herzerfrischend, ein Regen nach langer Dürre. Es ist bei uns vielleicht doch nicht alles so schlecht, wie es die Förderer der „alsbaldigen Demokrallsierung" hinstellen, wiß, unter einer gewissen Schmalkost seufzen wir jetzt. Da kann aber die Demokratisierung nicht, und noch weniger der entschädigungslose Friede helfen! Wir wollen uns derbe sseren Ankündigungen und Ermahnungen des Kaisers erinnern!
Der öfterreichisch-uttgarische Tagesbericht.
Wien, 28. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Im galizischen Frontabschnitt nördlich des Dnjestr war die feindliche Artillerie anhaltend lebhaft tätig. Aufklärungsabteilungen des ll^gners versuchten an mehreren Stellen vergeblich vorzugchen. Einige erfolgreiche Luftkämpfe.
Italienisch er Kriegsschauplatz.
Außer den gemeldeten Gefmrgencn lmrrden bei der Wie- dcreroberung des Monte ^rtigara 52 Maschinengewehre, zwei Minenwerftr, sieben Geschütze und Meirauftnd Ge- lvehre erbeutet.
Houptmann Noyorowskn hat am 26. Juni über dem Wippachtal zwei feindliche Flieger abgeschossen.
S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Chef des Generalftabes.
Die Kämpf« im westen.
Berlijn, 28.Juni. lW'TB.) Die flandrische Front stand am 27. ßimi im Zeichen s ch w e rle r F e r n f e u e r - kämpfe. Die deutsche Beschießung des Hafens von Dün- kirche'n und des Bahnhofs Aöinkerke war von mißerordentlickier WÜrllmg. Zahlreiche Treffer wnrüeir beobaästet. Die Engländer versuchten mit einem 30-Zcmllmeter-Geschütz auf Ostende zu eirt- worten. Cs wurde jedoch kein militärischer Schaden angerichtet. Vttr ein Belgier wurde verletzt. Bereits nach den ersten Schüssen wurde das le n g l i! s ch e Geschütz von deutschen Fernbatterien unter Feuer genommen, und zum Schwaigen gebracht. An verschiedenen Stelleir der Front ion.rden die feindlichen ßlliaben nntey zusammerigefaßtes Arllllcrie- und Mrireirfeuer genommen. Schwere Beschädigungen konnten festgeftellt werden. Die englisä>e Gegenwirkung war gering. Bei dem Versuch, die deutsche Artillerie zum Schweigen zu bringen, Wurden die drill scheu Batterien von den Deutschen unter Feuer genonrineir und eingedeckt. Bei guter Sicht wurde das Feuer von den dsuhchm Attilleriessi'egern in vorbildlicher Mi'eise geleitet. Es konnten zahlreiche Erplosioncn in den engllscherr Batteriestellungen, feftgestellt werden. Südlich von Nien- port und nördlich von Npecn sowie bei La Bäßse-Vllle wurdet
Gefmrgene eingebracht. Bei Fontaine wurde dos öt de» MmBeS der letzten Tage noch in englischer .Hand gMreÄene kleine Grabens stück diirch
säubert.
wärts abschnitt und die Maschinengewehre in hervoi von der Flarcke wirkten, wurde die Besatzung Vvn Slotztruppen angepackt und überwältigt. Die blutigen Dejrlnste der Engländer waren erheblich. Die überlebenden Kvei Offizreve und 62 Mann wurden gefangen genomTnen.
An der Aisne-Front hiell sich die ftanröftsche ArülleriL- tällgkeit in mäßigen Grenzen und war lediglich gesen die neü eroberten deutschen Stellungen bei Vcmrcllllon und Laffaur zettweise lebhafter. Die deutscher Batterie bekämpften erfolgreich die ftanzösischen Artilleriestellungen und Nahmen die feindlichen GrWen: mehrfach unter Wirkungssener.
Nördlich von Reims urrd in der We ft-Champa gne war bei guter Sicht der Artillerikjkampferheblich. Auf fran- -zösische Ansammlungen in den vorderen Gräben wurde mehrfach Vernichtungsfeuer gelegt.
Berlin, 28. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Mangels sachlicher Erfolge wird von englischen Zeitungen als Erfolg der Arras- und Messines-Schlacht der Niederbruch der deutschen Truppenmoral gerühmt. Die Sllmmung bei den deullchen Soldaten sei so schlecht und gedrückt, wie gegen Ende der Somme-Kämpfe. Es ist etwas unvorsichtig vvn den englischen Publizisten, einen derartigen Vergleich zu gebrauchen, denn die Sommeschlacht erxbigte mit einem trostlosen Versinken der brillschen Offensive im Schlamm und Blut, und als deutsche Antwort erfolgte der Siegeszug durch Rumämen. Da englische Militärschriststeller selbst zugebeu mußten, daß die deutsche Verteidigungskraft gegenüber der Sommeschlacht erheblich zugenommen hat, könnten sie die logische Folgenmg daraus auf die kommenden Sommer- und Herbstoperallonen leicht selbst ziehen.
Flieger Almenröder gefallen.
Solingen, 27. Jmri. FttLgerleutncntt Almen- röder, der jüngste Sohn des Pastors Alrnenröder in Wald bei Solingen, der vor wenigen Tagen den Orden Pour le merite erhielt und anr Dienstag noch im Bericht der Obersten
Heeresleitung mit seinem 30. Lustsiege erwähnt wurde, ist, ^'legrcmnn r ''*— * 4 *“ Äjr ^' —
kampf aes
Aus dem Frldcrrttllerieregiment Nr. 62 hervorgegEgen,
wie ein Telegramm seiner Jagdstaffel den Angehörigen meldet, im Luftkampf gefallen. (Frkf. Ztg.)
in dem er am 30. März 1915, erst nemAehnjahrig, zum Offizier befördert wurde, trat er am 29. März 1916 in die Fliegertruppe ein. 9lm 8. Januar 1917 erwarb er fich das FlugzeugführevabKeichen. Twotz seiner großen Jugend wurde er einer der besten unserer Jagdflieger und tmädtg ftiseS Lehrmeisters und Stafftlführers. Am 9. d. M. mit de»! Ritterkreuz des Hohenzollernordens mit Schwertern und am 14. d. M. nrit dem Orden Pour le msrite ausgezeichnet, nannte ihn der Heeresbericht vom 26. d. M. noch als Sieger über das 30. feindliche Flugzeug. Schon einen Tag später ttas ihn die tödliche Kugel. Ein junges Heldenleben ist aus-. gelöscht, aber er wird in unserer aller Herzen fortleben <&? einer der besten Söhne unseres VaterlarÄes.
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Französischer Bericht
vom 27. Juni, nachmittags. Der Arlllleriekampf dauert sehr lebhaft in hex Gegend des „Denkmals" und bei Hurtebise fort. Die Deutschen machten keinen neuen Angriff gegen die Stellungen, welche wir am 25. Juni genommen hüben. Nach den letzten Nachrichten befindet sich unter den ausgebmtten Stellrmgen, die wir am 25. Juni erobert haben, eine mnsangreichc Höhle von mehr als 300 Metern in der Tiefe, die in eine wirkliche Festung mit zapft reichen Ausgängen umgewandelt ist. Der Kamin, von tt# Maschinengewehre anftauchten, stellt einen wichttgen Waffenplotz dar, ohne Ausgangspunkt für feindliche Angriffe. Es fand sich dort ein bettächtliches Gerät angchäuft: neun Maschinengewehre in gutein Zustande, nrehr als 300 Ausrüstungen, zahlreiche Gewehre, Muncllonslager, elektllsche Scheinwerfer und ein Verbandsplatz fielen uns in die Hände. Bisher wurden gezählt 340 Gefangene- darunter zchn Offiziere. In der Charnpagne, westlich des Cornilleft berges. scheitette ein feindlicher .Handstreich in unserem Feuer. Unsererseits machten wir einen Einbrilch in die deutschen Linie« bei Maison de Champagne, wobei wir etwa zehn Gefangene zurück- brachten. Geitern um acht Uhr abends warfen feindlick-e Flugzeugs Bomben auf Nancy. Weder Menschen Verluste noch Sachschaden.
Ein neuer französischer GeneralftabSches.
Bern, 28. Juni. (WTB.) Wie „Petit Parisierr" meldet, wurde Brigadegeneral Vida len, der bisherige Kabinettschef nn Kriegsministerium, zunp Generalstabs chef der französischen Armee ernannt.
Ein Aufruf Pet^inS an die Truppen, r ^ ^Ens, 28. Juni. Auf die Bewegung, die sich inuev- halb der französischen Truppen zugunsten einer schleunigen Beendigung des Krieges bemerkbar macht, lmrd plötzlich, ein offizielles Licht gcworferr durch einen A u s r u f, den der Oberbefehlshaber General P 6 1 a i n ait die Soldaten richtet und der im amtlichen „Bulletin des Armees, abgedruckt wird, an der Spitze eines ebenfalls von General Petain Unterzeichneten laugen Artikels mit der Uebcrschrift: „Warum wir uns schlagen?" Der Ausruf „An die Soldaten (poilus) Frankreichs!" lautet:
„Man weiß zu wenig, oder man vergißt bisweilen zu sehr, ivarum irni- uns schlagen. Wir schlagen uns, »veil Deutschland gegen ims angeitirrmt ist. Wir schlagen ims, nur den Feind von unserem Gebiet zu versa geil, und um durch einen festen und voll- standrgeil Frreden zu verhindern, daß jemals ein ähnlickrer 9ln- griff wrederlrolt iverden kann. Wir schlagen ims, weil es ein Ver-< breclicn Ware, durch einen schmachvollen Abfall Misere Toten und unsere Kinder zugleich zu verraten. Mr schlagen Ms, damft bet ^"^wr das Wohlbehc^en in unser Land bringe und di< Entvelwungen beschwöre, die im Falle eines schlechten Ausgangs des Krieges viel schlimmer sein fvürden, als das, rvas die llnsrigen letzt erleiden. Wir schlagen utis mit Harttiäckigkeit und Disziplin. Oldies dre ioejentlickgen Bedinggmiwn 'des Sieges sind. Einfach uw» i^erziiü), wre man zu Fremiden und Mämieril spricht, werde ich s* ^^vhert anseinandersetzen, wie sie mrs vor Augen steht, und ich werde bei einigen Punkten veriveilen, die eure besvii^M ^-orge beanspruck^n niüssen. Ich bin überzeirgt, dal: ilyv zur närn< iia^m ^lußfolgerung kommt wie ich, näinlich daß sicher nach fernen Kräften und seinem Atnte sortsälwer. muß. seiv Pflicht SU tont, ferne vfllo Wicht."


