Ausgabe 
28.6.1917 Erstes Blatt
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Hu» Muot und Land.

(Sie gen, 28. Jum 1917.

* All IN BetalitttWfc ber ffteferx befördert Jmrrfrc

BftefeNwebes Otto Din^lase, Teilhaber der Firmü Ernst DinÄoye. Diez und Gießen.

** Geschäftsj ubiläum. Der Gastwirt WiH. Mayer. Kaiser-W« 27, begeht am 1. Juli sein 25jähriges Geschäfts- iubilLum.

** Unsinn-iae Gerüchte werden wieder einmal über die ÄebektsnrittelversyrglMg in (Sieben verbreitet. So heißt es, in nächster Woche werde überhaupt kein Fleisch ausgegeben, da­für tverde aber die Brotmenge erhöht. Me uns das Stadt. Lebens­mittelamt ans unsere Erkundigung mitteilt, ist natürlich kein waHveS Wort an diesem Geschwätz. Die Fleischnumgr wird nach wie vor in der gleichen Wese ausgegeben. Am Mitttvoch ^hat es aus die Reiä^sfleischkarten 150 Gramm gegeben, am Samstag entfallen m,f die Zusatzkarten 100 Granim Speck und 150 (Äramm Fleisch oder Wurst. Eine Aenderung in der bisherigen Der leitungsweise erntveten zu lassen, ist nicht beabsichtigt.

** G old saut nt lung. Der GDoßhe-rzog hat sich am 27. Juni in Darmstadt durch einen Berrreter des G-ren-aus- schtch'es der Goldarilaufsstelle Darinstadt über das erste Jahr der Tätigkeit berichten laissen und die Zuversicht ausge­sprochen, daß ein iroUvendig gewordener iveuer Aufvus Kur Einlieserung von Gold einsichtsvolle Gebesreudigkeit aus losen werde. Das Gold diene nicht nur wichtigen wirtschaft­lichen vaterländischen Aufgaben, die eben nur das Gold er- füllen könne :gerade jetzt habe es auch Bedeutung für das Auslands-Urteil über unsere Widerstandskraft. Der Groß- lierzog fuhr fort, es dürfe keinesfalls der falsche Ein­druck entstehen, als ivollten wir Nachlassen. Am Großher möglichen .Hofe werdest deshalb Gold- und Edelstein-Schmuck nicht mehr gern gesehen. Diese Willensmeinung des Groß­herzogs dürste vorbildlich wirken namentlich auch für alle Angehörigen der Gesellschaft und alle Goldbesitzer über den Grostherzoglichen Hof und über das Hessenland hinaus.

** Fahr raddteb stahl. Am 27. Juni abends Mi­schen 6 und 71/2 Uhr imrrde ein vor der Mitteldeittschen Kreditbank aufgestelltes Fahrrad, MarkeSchwalbe", mtt der Mbrikmunmer 171903 und Polizeinumnter blaues G 7001, das schwarzen Rahmenbau., ebensolche schon verrostete Felgen und Frei lauf hatte, gestohlen. Sachdienliche Mtttev- lungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.

** Die neuen Zinkmünzen. Die Arbeiten zur Mrs- vrägimg von Zmkmünzen nehmen vaschen,F-wb>mg, fo datz ore 'Erstellung dieses Kleingeldes l«ll> in grotzem umfange erfolgen und 'ofvrt mit der Einziehung des Silbergeldes begonnen werden ?nnn. Wer ohne Nachteil die llrMvechsüorg fernes Bestmrdes an 2tfbn> und Kleinmiurzen bewirken will, wrrd gut tun, fchleumgst mit der Abgabe an die öffentlichen Kassen zrt beginnen.

** Gegen das Sveru mtxeib eit der Jugendlichen aus den Strasjen und Plätzen. Das Kgl. Polizeipräsidium in Kassel hat eine Verfügung erlassen, in der in Ausführung der Verordnung des Stellvertretenden Mmmandrerenden Generals des ) 1 . Armeekorps vom 1. Jamiar darauf -hui gewiesen wird, daß das g-lneuuame Herum treiben Jugendlicher beiderlei Geschlechts (unter ! Fahren, innerhalb des Polizeibezirks der Stadt Kassel aus den biientlichen Strafen, Plätzen .und in allen öffentllckren Anlagen '.u den Abendstunden von 6 Uhr an verboten ftt. Unter den öffent­lichen Plätzen und Ar,lagen'üm Sinne der erwähnten Anordnung . iw auch die Platzt- zu verste-hcm, auf beiten .Karussell- und sonstige deluftigungeu dargeboten werden. Ein ähnlicher Erlaß besteht nach hier, aber da cr anscheinend zumal bei den Jugendlichen in 'Fergessercheit geraten zu sein scheint, benützen wir die Gelegenheit, daran zu eriimeru.

** 1 Barfüßige Bda m t e. Mir haben dieser Tage von barst!ßigen Atadenrikern in Würzburg berichtet. Nach eurer anderen Meldung gibt es mittlerweile auch schon barfüßige Beamte, wenig­stens werden solche gewi'inscht. Der Magistrat der Stadt Münden gibt in einer Verfügung bekannt, daß die Beamten in Sandalen mit oder ohne Sauen zum Dienst erscheinen dürfen. Im Interesse der Lederersparms sollten die Beamten recht zahlreich, von dieser Erlaubnis Gebrauch macherr das sei vaterländische Pflicht. Auch unter der Zivilbcvöllerung werden AnLÄufe zu neuer Moderichtung! gemacht. So wird uns aus Frankfurt a. M. berichtet: Im Geh­rock. gestreiften Beinkleiden,. rundem Sttohhut, Heller Weste, Schillerkragen ^ und 1 lxirfuß, so machte gestern nachmittag ein iunger Herr kühnlich und unbekümmert um die ihm nachschauende Menge gelacht hat übrigens niemand als erster in Frankfurt den Versuch mit dem Barftistgehen.

Landkreis Gießen.

Np. Vom Lande, 27. Juni. In der Vogelwelt haben sich die Rollen zwischen Stadt und Land vertauscht. Wenn man in früheren Jahren Vögel sehen oder singen hören^wvllte, so mußte mau aus das Land gehen. Truppweise saßen die Sperlinge aus bert Ortsstraßen, aus den heimatlichen Wäldern ertönte der (besang der Amsel. Jetzt ist kaum ein Sperling auf dem Lande zu sehen, kaum ein Amselsclstag zu Hoven. Ja, der Ruf des Kuckucks gehört zur Ausnahme Nun gehe man in die Gärten bei einer Stadt. Da zeigt sich eine ganz andere Vogelwelt. Dutzendweise hört man die Amsel, und auch der Spotting treibt sich hier stharenweise um­her. Der Schutz, deu 'unsere Vogelwelt durch die Städte, nament­lich im Winter. genießt, vermag hier maßgebend zu sein.

Kreis Wetzlar.

Fc. Wetzlar, 27. Juni. Der Spar- und Bauverein Wetzlar beabsichtigt auf einem kürzlich erworbenen Gelände von 50 000 Quadratmetern an der Stoppelberghol eine Siedlungsanlage! bestehend aus Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Stallungen und zugehörigem Gartenland für Kriegsbeichädigle nnd Ntitglleder zu errichten. 150 Bauten sollen, errichtet werden nnd sind die Bau­kosten auf 1 Mülion Mark veranschlagt.

Starkenburg und Nheinhessen.

- Aus dem Rh ein gau, 28. Jum. Zur Bekämpfung der Obstschmuggelei aus Hessen nach den rechtsrheinischen Preußischen Gebieten lat die zuständige Behörde seit einigen Tagen ständige

StrompatvouMm eingerichtet, die tn Dampfbovbat ausgeführt weichen. Die zwischen Budenheim und Niederwalluf verkehrende Rheinfahve wurde von den Booten wiederholt inmitten des Stro­mes angehalten. Größere Margen Obst öerfieten dabei der Be­schlagnahmung.

Hefsen-NsFau.

Fc. Aus Nassau, 27.Juni. Vom Bezrttssynvdal-Ansschuß für Schristeuwesar wurde die Herausgabe eines gemeinsamen Kirchetubo tens für den ganzen Konsistorialbezirk Wiesbaden beschlossen. Der neue Kircheubode wird am 1/August ds. Js. zum erf temnal erscheinen.

Handel.

Essen (Rulhü), 27. Juni. (WTBF Die heutige Versammlung der Zechenbesitzer des Rheinisch-Westfalischen Kohlen­syndikats 'bat beschlossen, die bisherige Beschränkung der Be- teiliaungsanteile auf 80 Prozent aufzüheben, toril die bisher be­schlossenen Anteile niemals erweicht worden sind und weü eine Fest­legung aus bestimmte Ziffern unbereclstigde'rweise nach außen hrn den Eindruck erwecken könnte, als ob die Leistungen der Zechen beschränkt werden sollen. Im Anschluß an diesen Beschluß w,es Geheimrvt v. Kirdorf auf die außerordentliche Schwierigkeiten: hin. in denen sich das Kohlensyndikat gegenüber den von allen Sorten herantretenden gewaltigen Anforderungen beftude, rich­tete die dringende Mahnung an die Zechen, das Äußerste aufzubieten um die Förderung zu steigern. Es ist gellmgen, die Förderung im Mai und Juni etwas zu verstärken. Diese Steigernug ist zu verzeichnen, obwohl die Ueberweisimg von gelernten Bergleuten aus dem Heeresdienst bisher noch nicht in der geplanten Höhe ausgefallen ist. Im Mai ist eine erhebliche Zunahme des Versands eingetreten und ebenfalls im laufenden Monat. Trotzdem ist in beiden Monaten der Rückstand gegen die Anforderungen erheblich. Mes in allem überschreiten die Forderungen zurzeit die mög­lichen Leistungen ganz bedeutend. Schließlich erinnerte Geheim rat v. Kirdorf an die traurige Erscks-eimmg unserer Tage, daß dieser Ndhümmangel zu den bösesten Verdächtigungen gegen das Kohlensyndikat und seine führenden Männer Anlaß gegeben habe und wies unter dem! Beifall der Versammlung diese Angriffe ab. Schließlich wirrde noch der Antrag der Rheinischen Stahlwerke in ihrem Interesse genehmigt.

Gerichts?a<rl.

Der Prozeß Kupfer.

Vor dem Schwurgericht II in Berlin hat die Verhand­lung gegen Frau Meta Kitpfer begönnest, die Inhaberin jener Lebensmittelgroßsirma, deren Zusammenbruch) im ver gangenen Winter so großes Anffehen erregt und Vermögens Verluste von Hrrnderttausenden zur Folge gehabt hat. Als Verteidiger fungieren Justizrat Dr. Löwenstein und Rechts anwall Dr. Kalischer. Wie noch erinnerlich ist, wurde seiner­zeit auch die Tochter der Angeklagten, Fräulein Gertrud Kupfer, mit verhaftet. Diese ist jedoch später außer Ver­folgung gesetzt worden, so daß sich heule Frau Kupfer nur allein vor Gericht zu verantworten hat.

Frau Kupfer wird zur Last gelegt, in den Jahren 1916 und 1917 in 58 Fällen sich) der Fälschung öffentlicher Ur künden und des Betrugs schuldig gemacht zu haben. Außer­dem ist sie wegen Konkursvergehens angeklagt, das in über mäßigem persönlichen Aufwand, unordentlicher Buchfüh rung, ^Bilanzverschleierung usw. erblickt wird. Als Sachver ständiger und Zeuge ist der Konkursverwalter Schmidt zur Stelle, außerdem sind etlva 100 Zeugen geladen. Frau Kup­fer erklärt sich in vollem Umfang der Anklage für schuldig Im Februar 1915 kam sie von Leipzig nach^ Berlin. Ihr Besitz waren 130 Mk., die sie geliehen hatte. Verschiedene Versuche, Geld zu verdienen, schlugen fehl. Dann lieh sie sich von ihrer Tochter 400 Mk. und etablierte sich als Ver­treterin für 'Nahrungsmittelhandlungen, entlieh von Ver­wandten und Bekannten unter Zusicheru weitere Beträge, konnte aber ihre Versprechungen nicht er­füllen nnd leistete im April 1915 den Offenbarungseid. Dann gelang es ihr, den Vertrieb der von der Freiherrlich Friese­schen Gartenbaudirektion bei Leipzig hergestellten Marme­laden zu erhalten. Sie bezog diese waggonweise und nahm von den verschiedensten Personen Darlehen auf kurze Zeit auf, die ihr auch gegeben wurden, da sie ihren Verdienst als sehr hoch schilderte und den Darlehensgebern große Gewinne in kurzer Zeit versprach. Diese Gewinnanteile-konnte sie nur dadurch auszahlen, daß sie von den Mitteln nahm, die ihr neue Geldgeber als Einlage gaben. DiesesLebensmittel­geschäft^ ging recht gut. Die Än ge klagte siedelte dann im April 1915 nach dem Kaiserdamm über, wo sie ihre Firma auf den Namen der Tochter in das Handelsregister eintragen ließ .Nun begann der ins Große gehende Schwindelseschäfts- betrieb. Ein Schwager hatte ihr 2009 Mark geliehen, einen Teil des Geldes hat sie nach ihrer Aussage benutzt, um einige Gläubiger zu befriedigen, und nun sei auf der schiefen Ebene kein Halten mehr gewesen. Um Kaufverträge mit Behörden vorzutäuschen, fälschte sie ein von einem Lazarettdelegierten über den Empfang von Schokolade erhaltenes Dankschreiben. Ferner fertigte sie ein zweites Schreiben an, das den An­schein erwecken sollte, als ob General v. Kirchback) von dem Lazarett-Delegierten den Auftrag zur Beschaffung fron Le­bensmitteln erhalten und als ob dieser sich deswegen mit ihr in Verbindung gesetzt habe. Nurrmehr nahm die Beteiligung in dem Kupferscl>en (tschüst einen riesenhaften Aufschwung. Der große Gewinn lockte die Leute an, mrd mit den Neu­ein Lagen wurden die versprochenen Gewinne beglichen Als die Summen inrmer höher w-urden, kam die Angeklagte auf gefälschte Geschäftsverträge. Spater fertigte sie einen zwei­ten Vertrag an und setzte die Namen vom Grasen Rovn und

von Genervt v. Mrckbach darunter. Als Bedenken laut den, daß derartige Millionengesckmfte nnd derartige Ver­zinsungen mit solä>en kleinen Einlagen gemacht werden , könnten, stellte sie einen dritten Vertrag her, ur dem sie als Einlage jfür die jerstern! drei ein Kapital von WO 00 - Mark und irr sich selbst ein solches fron 620 000 Marl, also im ganzen Är fast 4 Mllioneir Mark einseh te. DWsem Ertrage gab ie den Eharakter einer natarietlen Urkunde ließ ttch nacheinander vier Stempel an fertigen, die immer tn der Hauptsache den Dert trugen :Jntendcnrttrr des 19. Dunw- Sorps, Leipzig." Diesen Text hat sie sich zum ~>.,eu selbst hevaestellt, ittivmi sie aus den bestellten Stein,-eln ernzelne Worte bzw. Buchstaben ausschnitt und umstellte Als aber auch diese Stempel nicht nvehr geneigten, fälschte Mau Kupfer Bestellscheine, die die llssberschrift trugen:Ernk auss- achtellung 1 Lagerhalterei 19 A.-KT intd nnt dem NEU von der Planch" unterschrieben nwren. Ebenso schritt sw zu Mtschimgen von Warenamneldungeil der Z. E. G. ßn der Verhandlung ergab sich u. a., daß die Angeklagte rn zwar Monat cm für etlva 1400 Mark Blume-cgekmist (#te, og einer Firma kaufte ft« in gleicher Zeit für ü ver 1 K) Man Lederwaveu, bei einer anderen für 2700 Mark De llratessens schließlich fitt 60 OM Mark Garderobe, die sie bar bezahlt, tvährend sie außerdem noch 20 OM Mark schuldig dlreb. Dia Angellagte bestritt dagegen, große ('öesellschgsten gegeben zu haben; sie will uur immer zwei bis drer ^«freunde etn- geladen haben, mtt denen sie jeweilig in die Stadt fuhr und ür die sie die Zeche von 150 Mark für den ettrzelnen Abem»

b^ahlte. . * < 4^1

Das Zeugenverhör des gestrigen Tages ergab, daß dts Ailgellagte auf geliehene Sunrmen im Monat 3060 Proz^ Gewirm ausgezahlt hat, und ließ interessante Einblicke tt die Art und Weise tun, wie Kran .Kupfer es verstand, ihre Opfer zu tauschen.

Die Verhandlungen worden noch fortgesetzt.

Wittevungsbericht.

(OeffentlicherWetterdienst.)

Wechselnd bewölkt, meist trocken-, Temperatur wenig geändert Gewitterneigung. _

v.

Letzte Nachrichten«

Gustav v.Schmoller f.

Berlin, 27. Juni. Heute eracht ist Professor Gustav _ Schmoller in Harzburg ans dem Leben geschieden, (hustav v. Schmoller war 1838 in Heilbronn geboren, stu.dierte in Tübingsk Stacrtsatnffenschaft-en, Philosophie imd GeschicAe und war dann rnr rvürttembergischen Staatsdienste tätig. 1864/65 war er anßewrdQtt- sicher Professor der Staatswissen schäften in Halle, 1872 in ©traft* bürg intb seit 1882 in Berlin. 1884 wurde er zum Mitglied des preußischen Staatsmtes ernannt, 1887 znm Histori<^richhen und xum Mitglied der preußischen Akademie der Wisstnsch»sten. Lert 1899 -oar er als Vertreter der Universität Berlin des

preußischen .Herrenhauses urrd Nnrrde in den erblichen Adelsstand erhoben. . .

Professor Franz Oppenheimer, der an^einandersetzt, daß dl< Schmollersche natioiralökorwmcscl-e Schule durch die deduktiv- psychologis-ck-e Adet'hode im letzten Jalirzelmt zurückgedrängt worden rst, schließt einen Attikel iit derBossischeu Zeitung" mit folgender; ehrender und zutreffender Kennzeichmnug:Wir haben es ihm imd mit ihm Adolf Wagner vor allem zu danken, wenn Deutschland das führende Land der Sozialpolitik geworden ist. In dem von ihm begründeten Verein für Sozialpolitik, in dem jetzt von ihur begründeten evangeliscki-soz-ialen Kongreß, im Herrenhaus, stand er rmerschüttert rcud unerschütterlich auf der Wacht für das Los der leideudön Klasse, und werm wir diesen gewaltigsten allet Kriege ohne schwere innere Ericlxütterrmg ül^rdauert haben, so I bantt das Vaterland das vor allem auch Gustav SckMoller'. Eilt A gewinne der Wissenschaft, eftr Forscher von unendlick^m Fleiß und

feinstem geschrchtlick)en Takt und Instinkt, ein Staatsmann von Weisheft und Maß, ein Lehrer voll .ittaft imd Anregung, war der Talhiugesehiedene. Und wer ihm persönlich nähertcebm durfte, bet fühlte, daß das alles aus einen, tief harmonischen Wesen, aus der Klarheil eines tveisen Kopfes und gütigen Herzens umchs. Dis Berliner Universität, die Welt der Wissenschaft, das deutschs Vaterland hat einen ihrer Besten verloren."

Wachsender Mangel in England.

Berlin, 28. Juni. Der Kohlenmanget iu England wird in­folge des erheblichen Nachlassens der Einfuhr an Grubenholz imuler fühlbarer. Die Enrährungsschwierigkeiteu steigen. Wenn trotzdem keine Bwtkatten ein ge führt werden, so ist dies, derVoss. Ztg." zufolge, daraus zurückzusühren, daß die Regierung nicht weiß, mft welchen Vorräten sie sicher rechnen kann.

Die russifthe Ostseeflotte.

Berlin, 28.Juni. Nach Meldung derVoss. Ztg." l>ättt sich das gesamte Linienscknsfsgefchwader der Gangut-Ktasse, aus dev vier neuesten und größten Kriegssckstfsen der russischen Ostseeslott« bestehend, gegen die einstweilige Regierung in Petersburg erklärt. Der Alliierten Getreideranb in l^riechenland.

Berli n, 27. Juni. (WTB. Nichtamtlich-' Der britische Funk-' dienst Cornaron meldec vom 26. Juni vormittag? auS Griechen- la,w: Die Alliierten vollzogen die Besetzung iu einer Zeit, in bet sie die Getreideernte, die jetzt eingebracht ist, kontrollieren kömren. Ein Teft däomt wird dem Heere bn Alliierten überwiesen rnerben imb der andere Teil zrmr Bedarf der Bevölkerung verwendet werden. Nachdem die Ernte nicht tm entferntesten für den Bedarf des eigenen Landes ausreicht und bereits tm Frieden Getreide der Haupteft,fulwcrrtikel war, bedeutet dies nicht weniger als die kraffe Bcnnrrteilung des unglücklichen Landes zum Hungerrode.

Berlin, 28. Juni. Die Brüder des Königs .üvnftatin ver­lassen Griechenland. Am Sonntag sollen in Athen die Reservisten! unter deu Misen: Es lebe Deutschland I^Hoch Mack'msen mit dem Bilde des Königs Konstotin durch die Straßen ger-ogeu sein.

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Klaviere n. Zitdern stiunnt H. Ritzel, Steiustr. 35.

Warnung.

Ich lvarne hiernckt icder- manu, nreiriem Sohne Otto etumS zu leiben od. zu borgen arck meinen 9iamen, da ich für nichts aufkomme.

Watzenborn. 27. Jnni 1917. 03999 Georg Keil.

" 29 . VI,TI

Bed.-WaW.

piinktl.

4741

voll Antigmtäten. Alöbeln ganzen Cinrichkngen. 2ll, euen. sowie allen von mir geführten Artikeln. 224l

Louis Rothenberger.

Soiiimpressei)

ganzl. beseit. Auok. kosienl.

kraX Lrna vranüsndnrs- Loesain, Berlin! N. 65 . 03071