Ausgabe 
28.6.1917 Erstes Blatt
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No. kriegführenden Parieren den Ausgangsvuiikt ftir neue Kriege die feindlichen Gefühle unter den Völkern stärken und' zu Ersctwt-snng. Hungersnot und Untergang führen iöürde.

Daß ein Sonderfrieden eine der kriegführenden Par- und ihr die Möglichkeit geben irnirde, einen entscheiden-- den Sreg über die andere Partei davonzutragen, wodurch die usur- vatrschen Ziele der leitenden Massen gestärkt, Rußland nicht von dem Zustand des WcltünperialLsimrs befreit und die z-vischenstaat- nche Vereinigung der Arbeiter verhindert würde. Daher w e i st d er Kongreß u n t e; r allen U m ft ä n h c n jede Politik, d i e tatsächlich aus dem Abschluß eines Sondersrie­de nls oder eincjs Vorspiels dazu, eines So n der­massen still st au des ab zielt, zurück. Da die Beendigung! deS Krieges nur durch Vereinigung der Anstrengungen der Demo­kratie aller Länder inöglich jtffl, hält der Kongreß ftir unerläßlich:

1^ Daß du revolutionäre russische Demokratie durch Vermitt­lung ihres Organs, nämlick! des Rates der Soldaten, Arbeiter und dovern ganz Rußlands. einen Aufruf an die Demokrat!en aller iMächde richtet, damit diesen den Wbhlspruch:Frieden ohne An­nexionen und Entschädigungen auf Grundlage des Selbstbestim- mungsrechtes der Völker" annehme und in diesem Sinne die Schwester rnächte beeinilnsse

2. Daß sie zu allen Maßnahmen zur schnellsten Wiederher­stellung der revolutionären Intrrnattonale mrd zur Einberu­fung ei n es internationalen S o z i a l i ft e n k o n g r e s - seS beitrage, um den internationalen Zusammen- schlu stütze r sAr beiter wie d erster^ u stellen, um end­gültige Friedeng-bedinguumm mrd die ihre DurchftUrung ermög­lichenden Maßnahme:! auszuarbeiteu.

3. daß sie die Auftnerksamkeit der Deniokratien aller krieg­führenden Länder darauf.lenke, daß ein Mangel an Kraft, Ent­schiedenheit in ihrem Einspruch gegen die lehren Erklärungen ihrer Regierungen gegen die nsnrpat-orischen Kriegsziele die rn s s i ich e Re volntian in eine sehr schwierige Lage bringt imd die durchaus 7wtige :lZerrinigung aller Arbeiter verhindert. Um alle diese Fragen zu lösen, ist es Unerläßlich, sofort Ab­ordnungen in die alliierten und neutralen Län­der zu schicken und Abordnungen aller Parteien dieser Länder nach Rußland ein zu^ade n. Der Kon- 'ireß eihebt bestimmten' lftnsprnch gegen die Schwierigkeit?-, die die imperialistischen .Regierungen der Entsendrrng solcher Llbord- nungen entgegen ge stellt l»aben. Angesichts dessen, daß die 'vor­läufige vevolutiouäre russische Regierung dieses Progra.ams als Weg ihrer internarioaalen Politik angenommen bat, ist es uucr- läßlich, daß die Regierung baldmöglichst alle Maßrurhmen er­greift. die in Wer Macht liegen, um die Rußlani? alliiertzn Mächte für dieses Programm zu gewinnen. 'Der .Kongreß bäll ri für unerläßlich, daß die Regierung schon von jetzt ab alle Maßnahmen ergcnft, um die Rachvrü fu ng der Verträge mit hcn ttftiwTten Regierungerl und einen ausdrücklichen R e r - zicht auf. jede u su rpatorische Politik zu bsschwmss- g«r. Um die von der Tenrokvatie vorgezejchuete äußere Politik mit Erfolg ins Wer ksetzen zu fihmen, ist die sch! e u it i g st e Erneuerung des Personals des Ministeriums des Aeußern sow ie des diplomatischen Korps mit­tels einer Demokratisierung notwendig. Der Kongreß erklärt: So­lang der .Krieg nicht durch die Llnftreugung der irrteruationaten, 'Demokratie beleck!gl ,oird, werde die reir>lntivnäre russische Demo­kratie mit allen Mitteln zur Verstärkung der Kampifiaft der russischen Armee beitragen müssen, so daß ihre Dcsenss^-aft ihrer

ten bedenklichen Krisis in der englischen Baum Wollindustrie bemerkt derManchester Guardian", daß die Baumwollvorräte im Lande nur 418 530 Ballen gegen- über 650 350 im gleichen Zeitraum des- Vorjahres betragen Eine Einschränkung des Verbrauchs dilrch Verkürzung der Arbeitsstunden in den Spiunereierr und Webereien, werde als unumgänglich notwendig angesehen. Wie kritisch die Regierung die Lage ansehe, ergebe sich, abgesehen von der zeitweiligen Schließung der Baumwollbörse in Liverpool, aus der Tatsache, daß der Präsident des Board of Trade Vertreter der Baumwollindustrie des ganzen Langes und der irr 'Frage 'kommenden, Arbeiterschaft Air einer Besprechung nach London cingeladen habe.

Nach derAestminster Gazette" tagte diese Woche in London enie sehr zahlreich beschickte Versammlung von Abgeordneten des gro ßbritan nischen Berg- m a it n s b u n des, der nationaler! Eisenbahner-Union und des nattonalen Transoortarbeiderbundes zur Ratifizierung des zwischen ihnen abgeschlossenen H/ 4 Millionen. Mitglieder zahlendenArbeiterbundes". Den Vorsitz führte der Prä­sident des Bergmannsbundes, Smillie. Zweck des Arbeiter- bunbe? »ft, gegen die allmähliche Einführung der indu- strieilc" Dienstpflicht und die Beseitigung des Einflusses der Gewerkschaften gemeinsame Maßnahmen zu treffen. Erve zur Beratung stehende Entschließung betont, daß jeden: Grunde zugunsten der Einführung der Dienstpflicht zehn zugunsten non Zwangsmaßnahmen gegen das Kapital gegenüberständen.

Nachdem vor einiger Zeit angekündigt worden war, daß man zur Bereitung von Marmelade, die in oen englischen Haushalten eine große Rolle spielt, größere Massen Zucker freigeben wolle, erklärt jetzt die königliche Zuckerftimmffswn, daü nür gewerbsmäßige Frirchterzeuger Zucker, und auch die ft nur drei Viertel' der beantragten Mengeir. erhalten formten, da oedenteirde Zuckermengen au- bxt man gerechner habe, von den Tauchbooten versenkt worden seien.

. _ Kovenhagen, 2 7. Jmn. (P.-T.) Kürzlich aus England ein- Reuende beruhten, daß m Äverpoot und Manchester -auf bersten und Fabriken Streiks an der Tagesordnung str^. Der L>ch,,.s per kehr in den englischen .Häsen hat in Icctez ::tei werk, ich abaerwmnvm. In Edinburgh und Leith ver­engten ^ckichdre streuenden Arbiter ernstlich eirtu-eder Frie­den oder Aus fährt der Flotte. Hotl-nchisches 0>emüse ist in Eng- sand mrtzenrvdentlrch teuer. Für den .Koch Salat bezMen die Groß, .nndser der Emtvmerr der Schisse 35 Pfa. Trotzdem herrscht in melen eugftschen Städten größter Mangel an ödartoffeln und ta>emu!e.

Offensivkraft entsm ickrt. Denn Fnom würde eckte Niederlage

erne Dmchlnechuna ber rui'isckien >W ... ... . der russisch!'. Revolution und ein ' nerhangmsvoller Lchla-g für che Sache ch.r ranzen inleriiationalen M-euwkE« sem. Insbesondere ist der .Kongreß Ansicht, daß die Fvage dar Offensive ansschlceßlich vom Sunwfmnkr rein militäri­scher und strategischer Erwägungen gelöst toerden muß

Petersburg, 27. Juni. (Pet. Tel.-Aqt.) Der Vollzugs­ausschuß des Pet er s b u r g er Arbeiter-und Soldaten- in Nebe-ceinstin.numg mit dem Bareau des Kongresses der Arbeiter- und Soldaienräte ganz RuAanch- beschlossen, deur- nächit erne besondere Moru'.inng nach Stockholm und nach Frank­reich und England zu senden, um sobald wie möglich die Berefung eriver internationalen Konferenz aus der Grundlage des vom Vollzugsausschuß angenonmlLnm^ Programms vorzu- berertem Me dlbordnurrg wird aus sechs Mitgftedern bestehen, deren Wahl vom Kongreß aller Arbeiter- und Soldatenrätc gut- gaherßen werden soll.

Eine

Berlin, 2Y. 3mi. Der %. & am Mittag" wird aus gemeldet: Mre dm:Sewlo" berichtet ,findet die Hanpt- absttmmung des assrufsiftven Arbeiter- und Soldaten- kongresses über Pie Frage von Krieg oder Friede/ endgültig am 8. Juli statt.

Die Lebensmirielkrifis in Rußland.

Bern, 26. Juni. (WTB. Nichtamtl.)Daily Mail" meldet MrsVetervburg vvnr 20.Jun:: Der Lcbensmittelkontrollenr Pei ckekhono n erstattete aus dem panrusssschen Kongreß einen l^r pessrmnttlcheu Bericht über die Lebensmittelftage. Vom August an ei jmi der Gefahr des Mangels in bm vtabtenja vcduxai. Der Berichterstatter fügte hinzu: Wenn im .lullst dw Ernte beginn:, haben d:e Bauern keine Zeit, das Ge tvewe zu den Vahnstationen zu bringen, und da Reservebestände .aum Vorhände:: und, kann der Ernst des Ausblicks für die Armee urrd du: Großstädte während der fraglichen Zeit nicht über- rn^en werden: un Herbst aber wird die BMLerni'chast sta^-k mit - m g der Länder, nach denen sic hungert, beschäftigt

lern. Vrele Murern, die kein Geld brauchen, werden es nicht eilig Getreide zu verschicken.

Nordd.

neue FriedcnSabftimmung in Rußland.

27. Juni. DerB. Z.

haben.

das

Die unerwüttschteu Ruffen

Stockholm, 2 Gerücht -mit, daßl Serümng weiterer

zöfische, belgisck-e und die Sal-onik-Frvnt ausgesprochen habe. 9luch wolle inan die russischen Truppen in Frankreich wieder heimschicken.

im Westen.

. 7. Juni.Bmchawrja Wjedomvsti" teilt das nch dos ttanzösische ^auptpuarticr gegen die ru , si scher Verstär kungen an die sran

Die euglischen Sozialisten und die Stockholmer Konferenz.

Lvndvn, 27. Juni. lWDB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus.Dttily Telegravb" berichtet, daß der ausführende Ausschuß der e g l i s ch e n S v z i a l i st e n- ?^Ä^i die Einladung des Petersburger Vertreter au fchusfes der Arbeiter und Svldaleur, sich an der Konfe­renz in Stockholm zu beteiligen, abgetehnt hat.

*

Unterdrückung der Friedenspropaganda in Frankreich.

(WDB.) Meldung der Ägence Havas. Bivvarrr hat am Dienstag in der Kamnrer einen G e s c tz e n t- wurs erngebracht, der die tätigste imd kräftigste Unter- ltch^^^aiftenHich^rr"^ durck) Verteillrug friedensfretnid-

Die Wirkung des Krieges in Amerika.

Berlin, 28. _0imi. LautGermania" beginnt der Krreg auch im reichsten Lande der Welt eine unerwartete Wirkung auszuüoen. Die gro^u Rüsttmgen, die Wilson in genominen \}aben oen Geldmarkt in Nelv York so ftark k^mflutzt, daß in den letzten Tagen Geld nicht unter o b Prozent zu erhalten war. Ein starker Kurssturz der sogenannten Freiheitsanleihe konnte nicht ausbleiben. ,'junehmende Nöte in England.

A-fcOA V*, 86. Jmri. lWDB. Nichtamtlich.) Zu der haupt-

Kchüch durch un-ureichende BickumwollemkLuse verursach.

Die Schweiz und Deutschland.

Berlin, 27. Juni. (WTB. Nichtamtlich) Die Augem. Ztg." meldet: Nach hier ein gegangener amtlicher Meldung erschien ani Montag abend der schweizerische Mi­nister aj ii nant aus der kaiserlichen Gesmidtschait in Bern mn dem deutscherr Gesandten wegen der Genfer Bor- S^.u ss c. insbesondere wegen der Verletzung des Konsülats- schildes das lebhafte Bedauern des Schlveizer Bundesrats auszudrücken und die Berftchenma abrrl- geben, datz eure strenge Verfolgung der Schul­digen jt-attftnden werde.

Ador als Nachfolger HoffmannS.

München, 27. Omti. (Privattel.) DieMünch, Neuest Na chr" ichreiben zur Wühl Mors zum Leiter der polrtsschen Departements im Schweizer BirirdesraL: .Aan wrrd sich in der Schweiz wohl keirren falscheii Vorftel- Imtgen über das Echo hingeben, das die Wahl des Natio- nalrates Ador zunr Bundesrat in Deirtschland finden wird. Dieses Echo ivrrd sich voraussichtlich iwch verschärfen, nach- deni Ador tatsächlich die Leitung der auswärtigen Ange­legenheiten übertragen worden ist. Nieni-and will sich bei Ups in die inneren Llugelegenheiten der Schweiz ein- insschen, aber maii tvird in der Schweiz begreifen müssen, ^.? er ,^ tnt 6 Ador nach altem, was sich seit Kriegsbeginn an ihn knnpft, für uns bedeutet. Wie Ador seine Neigung zur Entente nnt einer streng neutralen Amtsführung zu vereinigen gedenkt, darüber haben wir kein Urteil. Wir wollen hoffen, daß es dein Vertreter der unbeirrbaren schweizerischen Neutralität an .Kraft nicht gebreche wird um die Polittk der Schweiz in fefter Richtung zu halten. V ir sprechen aber aus, was heu.te weitest epolitische Kreise rn Deutschland denken, wenn wir sagen, daß mis die mit der Wahl Adors einsetzende Entwicklung zu größerer Re­serve gegenüber der Schweiz veranlassen niuß, als wir Am 24. Juni schrieb derDernps": Ador Platz zu machen." Damit ist ^ . Erwartungen die Entente an diesen

Perjonensvechsel knüpft und wie wir ihn danach einzu-

Friedensverhandlungen, heute rrach Erledigung der Tagesordnung zu verhandeln, ivird angenommen. Hierauf nnrd der vorläufige Haushaltsplan in dritter Lesung angenommen. Das Haus begann drc Verband!uugen der Regierungsvorlage betreffend di-s Ncarid atsver läik gerung.

Wien, 27. Juni. (WTB.ÜDas Haus nahm die Vorlage be^ die Mandatsverlängerung bis zum 31. Dezem- ° cx ^18 an. In der Verhaiidlung über die Llnftaaen der Ab­geordneten DasMiskl, Dr. Stvjan imd.Hruban an die Regierung! über die Vorbereitungen für eventuelle Frieden sv er hand-^. ijcngeu wies der Ministerpräsident Ritter v. Seidler ent-» reden die während der Debatte gesterir gefallenen Aeußernngen zurück, dr-e von dem Standpunkte der Hochhaltung des Bündnisses mit, dem Deutschen Reiche als ttefverletzend enrpsnnden werden! mußten. (Zuititnmüng und Beifall.) Ebenso bedauerlich sei es, wenn von emzelneii Abgeordneten etwaige Mißgriffe seitens untergeord- newr mssttärischer Organe verallgemeinert und. zn Amoürsen gegen Oesterreich-Ungarns sseliebte und lxvvundente und so glorreuhe Wehrmacht benutzt würden. Bezüglich der zur Verlxindlung stehen-

^^ttagen erklärte der Ministerpräsident nach einer Rücksprache mit dem Minister der auswärtigeri Angelegenheiten: Die Llnnahme des Antrages Daszynski, als ob die österreichisch-nngarische Re- gierung dase l b st b e ft i ni m il n g s r e ch t der Nationen als die -nnndlage für einen dauerhaften Frieden anerkannt hätte, ist irrtümlich. Die österreichisch-migarische Regiermrg steht auf der Grundlage des Staatsgrundsayes, wonach es dem. Kaiser Vorbehalten ist, Frieden zu schließen, somit dein Monarchen die hrahrung der Interessen und Bedürfnisse der Völker Oesterreichs m jenen eittscheidenden Augenblicken anvertraut erscheint. Unter dieier ausdrüMchen Berwahnnkg der .Hoheitsrechte der Krone ist me vsterreichssch-nngarische Regierung jederzeit.l^ereit, im Einver- nelMen nnt den Bundesgenossen auf der Basis eines ehrenvol- \S. n Fviodens mit dem Feinde in Verh-andlungen zu treten. Sie lehnt icdoch entschieden jede andere Grundlage für die sftie- densverhandlungen ab. Der Minister der auswärtigen Angekegen- heilen brachte unsere Bereibvilligkeit zu einem ehreiroollen Frie­dens? chlufse, welcher die Garantie.: einer fteieii niid gesicherten Entwicklung der Monarchie enthält, offen zum Ausdruck. Hierüber iämr auch bei unseren Feinden, kein Zweitel herrschen. Solange un?erc Feinde diesen Standpunkt der österrcichisch^imgarischen Re­gierung und unserer. Verbündete nickst annehmen, werderi wir weiter kämpfen in dem feste:: Vertrauen, daß die heldeTwEr- geii Leiftnngen unterer Armeen, verbunden mit der ausovterungs- vollen Tätigkeit des Hinterlandes, den Tag lirmgeri werden, an welchen! den Völkern der Monarchie der Lobn ihres Aus Harrens durch cineii ehrenvollen Frieden gesickert wird. (Beifall.) Die von wahrer Menschlichkeit getragenen AbsichtM, liegenden Anfragen ssTrechen. uiid die

die

welche aus den vor­volle Würdigung her

selber dies wünschen. .Hoffimrim geht, uni ansgespnochen, »velche

öiterreickgscheu und der ungarischen Regierung erfahren, dürfen wohl als ein Beweis dafür angesehen werden, daß die aus die Her­beiführung eines ehreiivollen Friedens gerichtete Politik der Mittel- mächte in der Auffassung des Hauses und in dem Willen der österreichsscheri Völker eure kraftvolle Stütze findet. (Beisall.)

.Hrerauf wurde die Debatte über die Anfragen eröffnet.

^ Der polnische Sozialist Daszyns kr erklärte, der Wille zunr uneben beseele alle acht Völker Oesterreichs. Die Regierimg solle die Kiiegsziele und Friedens bediu gungen Oefterl-eichs bekarmL geben. Jedem Volke müsse das freie Reckst auf Sc-ll>stbeftrnttnimg zngestc-.rden -verden. ^Beifall bei de?r Polen.) Der Mg. Stojair erklärte sich namens der parlamentarischen Prieftervereimgung für' die F-iedensintentionen des Papstes und die Friedensaktton des Kai'ers, ähnlich ^lbg. Hruban naniens der Bertteter des boh- m i\; -katholischen Nativnalverbandes.

Air die gemeldeten Ausführungen des Ministerpräsidenten sckstoß sich eine Aussprache an, in der der deutsche Mg. Sertz gegen die Bemecfirng des Ministerpräsidenten bezüglich des Selbfthestiw-- mungsrechtes der Völker polenrisierte, und erklärte, keine )lnnerik»- nen, keine Kontributionen und Selbftbestimnrungsreckst der Böller, -das seien die Mittel die zum- Frieden führten. Die Erklärung der Nogrermig gemige nicht. Der Abg. Soukup erklärte, die tschechl- sche Sozialdemokratie iverde jede Aktion zur Wiederhi-rlsteKung bte Friedens auf der Grundlage des Selbftbeftinrnrungsrechtes der Nationen tatkräftig unterstützen, dlbg. Stoelzl (Deutscher Nateo- nalverümrd) sprach rm Sinne eines ehrenvollen Friedens. Wir kämpfen für die Jntegri-iät, Unabhängigkeit und Freiheit unseres - Reickws. .für die Entwickllnrgsmöglichkeiten in unserem Staate rrnd in den Staaten unserer Bundesgenossen. In llebereinsttnnnung mit den Parteigenossen und wohl auch mit den Völkern des Reiches weift der Redner mit Entrüstung alles zurück, was gegen die Ar- niee gesprochen wurde. (Lebhafter Beifall.) Man wolle einen Me­lden, der die Gewähr bietet, daß die unendlichen Opfer nicht inn>* sonst gebracht worden sind, mit dem Recht eigener freier Entwick­lung im Verein und im Unverständnis mit den treuen Bundes­genossen. (Lebhafter Beifall, Händeklatschen und Heilrufe bei den. Deutschnationale:!.?Vergessen Sie nicht," fährt der Redner fort, ,chaß Deutschland das blinkende Schwert für uns gezückt, und daß nür als Gegenwehr das Schwert über Deutschland gehalten haben, als es angegriffen wurde. Wir Qesterreicher und Ungarn können stolz sein, aus die Ruhmestaten der verbündeten Armeen und ins­besondere unserer treuen deutsck-Q! Verbündeten und senden ans besä österreickstsck)en Parlament der treuen deittschen Arnree mtfemt wärmsten und innigsten Gruß." (Lebhafter Beifall, Himdeklasschen und Heilrufe bei den Deutschen.) Fortsetzung morgen.

sckstitzen haben.

Aus Griechenlanrt.

- ^ 3Uni. (WDB.) Die Agence Havas berichtet

f^ en: Fr an zösischc Abte ilung e rr besetzten verschiedene Punkte der .Hauptstadt nnd die Esphrmtde des Zapperon, mn jeder Art von Unruhen vvrzubeugen.

.Das -Kabinett Venisel.ds wnw mn Mittwoch ae- btldech dre Minifterliste ist heute vvwgelegt worden. Die Stadt rst ruhrg.

tLl "' AZ«ni.Mm.) Di« fnmrSßsck- Press- bestätigt ^s-sMS^der Fsin^osm m Larrsl a. Jii »icissa Nmrde i>et thessalssche^ .Abgeordnete Schlieinann, bekannt als Gegner Benizelos und der Entente, verhaftet.

c. - Festsetzung der von den Italienern und Venizelisten

beachten Gebcele \mrb letzt noch eine Grenze zwischen der italienisckien und der Salonrki-dlrmee wstgescht.

n, 27. Jlu'ni.. (WTB.' AsEllcb der Mckkehr Benizelos, erklärt dasGwrnale d'Jtalia": In der letzten Erklärung der vor- lauttgen Regierung von Saloniki chhrt Benizelos eine Sprache, die nrcht daram hmdeut et, daß sich die B ezz iebihn gen zwische:! dem gr r e chi s che n Bo l k c u n d I ta l ie n bes?eru sollten. Die Grunde, die zur B e , e tz n u g I a n i n a s geführt haben, sind im Grunde die gleichen, tue die ^chutzmächte zu den jüngsten Mast­nahmen gegen Griechenland bestimmt haben. Italien würde sich freuen, wenn unter der neuen Regierung diese Gründe hinfällig würden. Man kann aber nicht glauben, daß eine verletzende Sprache toe g^lgnetste t|t, um in Italien das Vertrauen zu Grieckienland zu heben. Es sväre Wünschenswert, daß Vemzclos genstsse Heiß- semen Freunden beschünchtigt. Der einzige Whg zuv .Lerständrgung ist, Italien zu verstehen zn geben, daß das neue Grvechenland im Ern klang mit Jlalieir leben Null.

Ministerpräsident v. Seidler über den Frieden.

Wien, 27. Juni. (WTB.) Ab g eovdireterlhaus. Der Antrag Singalowicz, über die schmftliche Jnterpella- trmrsbeantnwrtmrg des qewe-seiren Lmrdesverreidigungs- nrrnisters auf eine Interpellation des Mgeordneten Äanger- van dre Debatte zu eröffnen. >vird mit 189 gegen 135 Stim- nien abgelehnt. Der Vorschlag des Präsidenten, die An- ftLgetl der Abgeordneten Daszynskr, Jojan und Hruban an dre Regierung betreffend die Vorbereitungen fLr etwaige

Seefrfeg.

Nene U-Boot-Erfolge.

Berlin, 27. Juni. (Amtlich.) Neue U-Bovtsec- folge im englischen Kanal, in der Biscaya und Nordsee: 5 Dampfer, 4 Segler mit 21 700 B.-R.-T. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die französischen Segler Ernestine mit Grubenholz nach England imd En- genie, der portugiesische Dreimastgaffelschoner Amphrtrite mit 300 Tonnen Butter, Kakao mrd Wein nach Frankreich, ferner ein großer bewaffneter Tankdampfer von über 8000 Brulto-Register-Tonnen, ein bewaffneter Dampfer von ettva 30000 Tonnen und ein tiefbeladener großer Frachtdampser, die beide aus Geleitszügen herausgeschossen wurden. Zwei weitere versenkte Schiffe hatten Kohlen geladen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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Kopenhagen,27.Juni. (WTB. Nichtamtlich.) ,.Na- twnaltidende" meldet aus Kristiania: Die norwegische» DarnpferN agg ie" undPon g H a sko m" sind ver­senkt worden. ,

Mm dem Reiche.

Berlin, 28. Juni. Der dem Reichstag zugegangene' Nachtragsetat zum Staatshausha'ltsetat sieht laut L. A. zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben die Flüssigmachung von 15 Milliarden Mark aus dem Wege des Kredits vor.

Berlin, 28. Juni. Der türkische Unterrichts- minister Schükri Bei traf gestern abend von Leipzig kommend, begleitet von. seinem deutscheir Beirat, Geh. Reg.- Rat Dr .Schmidt, in Berlin ein. Er gedenkt einige Tage hier zu bleiben.

München, 28. Juni. (B.T.) Ein Besuch des österreichtschen Kaiserpaares in München steht in den nächsten Tagen bevor. Daß dieser Besuch nicht nur höfischen, sondern auck> politischen Charakter hat. geht dar­aus hervor, daß sick) der Minister des Aeußern Graf Czer- nin im Gefolge des Kchsers befinden wird.