Sterling auf 7 752 000. Während derselben geit betrugen die täglichen Kriegsausgaben vom 8. Oktober 1916 ab nenn Wochen lang 5 714 000 Pfund Sterling, stiegen dann in den folgenden fünf Wochen auf 7 457 000, betrugen in den nächsten Wochen 5989 000 und stiegen endlich während der letzten am 9. Juni 1917 zu Ende gehenden sechs Wochen auf 6 723 000 Pfund Sterling täglich. Die Vermehrung der Ausgaben hatte ihren Grund in Vorschüssen, die wieder einkommen werden: ebenso sind sie durch das Kapitel Munition bedingt. Was die Vorschüsse an die Alliierten betrifft, so ist die Regierung immer noch durch die Verpflichtungen gebunden, die sie vor dem Eintritt Amerikas in den Krieg eingegangen war. Indessen macht sich die Mitarbeit dieses Landes schon bemerkbar. Das Kapitel Kriegspensionen erfordert gegenwärtig 250 000 Pfund Sterling und wird natürlich nur zunehmen.
Das Reuter-Bureau und die englische Regierung.
London, 25. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Lynch fragte, ob das Reutersche Bureau irgerrdwie geldliche oder sonstige Unterstützungen von der Regierung erhalte, ob seine Meldungen irgendwie der Ueberwachung oder Anweisung seitens der Regierung unterlägen und cx6' die Zensur der Reutermeldungen gehandhabt werde, daß sie ihnen eine besondere Färbung gäbe. Sonar Law antwortete, das Reuterbureau empfange keine Unterstiitzungen von der Regierung, die Regierung greife in keiner Weise in die Unabhängigkeit dieses Dienstes ein: auch werde an seinen Meldungen keine Zensur geübt, die nicht auch auf andere Nachrichtenbureaus und Zeitungen Anwendung fände.
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Die Politik Amerikas.
Washington, 26. Juni. (ALB.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Wilson hat durch Ausführungsverord- rmn-g einen Beschlagnahmend: zur Durchführung der Beschlagnahme der Lebensmittel und ein Spionagegesetz geschaffen, wodurch die Vereinigten Staaten in den Stand gesetzt werden, zahlreiche Schritte znr erfolgreichen Fortführung des Krieges zu unternehmen und zu verhindern, daß Lebensmittel durch Vermittlung der Neutralen nach Deutschland gelangen. Der Beschlagnahmerat wird aus den Staatssekretliren des Handels, der Landwirtschaft und der Lebensmitieloerwaltuna bestehen. Der Plan zur Rationierung der europäischen Neutralen ist ausgearbeitet worden und soll sofort in die Wirllichkeit mngesetzt werben. Die ersten Waren, aus die das Gesetz angewendet werb-en soll, werden Kohlen und Getreide sein.
Ausweisung des Prinzen Nikolaus von Griechenland.
Paris, 26. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. „Temps" meldet aus Athen: Dem Prmzen Nikolaus, dem Bruder des Königs Konstantin, wurde mitgeteilt, daß die Schutzmächte sich in die Notwendigkeit versetzt sehen, seine Abreise * u verlangen. Der Prinz gab seine Antwort kund, Griechenland unverzüglich zu verlassen.
Das Kabinett Benizelos.
Paris, 25. Juni. (WTB.) Die Agence Havas meldet aus Athen: Ministerpräsident Z a i m i s gab dem König den Wunsch zu erkennen, chm das E n t l a s s u n gs g c s u ch des Kabinetts zu über- reickMN. In der gestrigen Unterredung mit Jonnart erklärte der König sein Gm Verständnis, Benizelos die Sorge für die Bil- dmrg des neuen Min'sceriums anzuvertrauen.
Paris, 25. Juni. (WTB.) Die Agence Havas berichtet unterm 24. Juni aus Athen: Jonnart hat an Z a i m i s eine Note gerichtet, in der er unter HinwÄis auf die in der Note der Mächte auSeinandergesetzten Erwägungen über die VerfassungÄvidrigkeiteü der gegenwärtigen Kammer die Regierung zur Einberufung der aufgelösten venizelistisschen Kammer auffordert. Zaimis, der nach seinen dem Lvnsde und dem Mmp gelaijsteten Diensten ferne Aufgabe als beendet ansieht, mahnt im Interesse der Wohlfahrt des Landes zur Beruhigung und Versöhnung. Das neue Kabinett Benizelos wird am Die^rstag oder Mittwoch vereidigt.
Amsterdam, 23. Juni. (WTB.) Die „Times" berichtet aus Athen, daß die F r a n z o sen am Sonntag früh die Umgebung des Stadions und verschiedene Punkte der Stadl besetzt haben. Auf den Rat Jonnarts soll die vorläufige Regierung von Salonik nach dem Piräus übersiedeln. Eine starke Abteilung Gendarmerie verließ am Sonn- ta§ Salonik, um sich nach Athen zu begeben, das sie zusammen mit französischen Truppen besetzen soll. In Pre- vesa landeten neben einer französischen Abteilung auch Truppen der vorläusigen Regierung.
Bern, 26. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) „Pvogrös de Lymr" meldet aus Athen, im Epirus sei eine Grenze festgesetzt worden zur Trennung der von den Italienern besetzten und der Nationalvogiernng unterstehenden Gebiete. Denrnach scheine die Gefahr von Zwischenfällen ausgeschaltet zu sein.
Au» der Schweiz.
Bern, 26. Juni. (WTB.) Die Schweizerische Depeschenagentur meldet: Die vereinigte Bundesversammlung wählte heute mit 168 von 192 giltig-en Stimmen zum Bundesrat an Stelle Hoffmvnns den National rat Gustav A d o r , den Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Der Neugewählte wurde am 23. Dezember 1846* m Genf geboren. Er studierte dort Jurisprudenz. Er u*tr seit 1874 G rostrot, von 1879 l»s 1881 Staatsrat und seit 1889 Nationalral. Seist 1901 ist er Präsident des Nationalrats.
Bern, 26. Juni. /WTB. Nichtamtlich.) Buickesrat Ador lstttt anläßlich der Wähl zum Letter des pvlittsckien Departements eine Rede, in der er zunächst für die Wsihl dankte und oerssscherte, daß man auf seine volle Hingebung im öffentlichen Interesse und auf seine absolute Unparteilichkeit zählen könne. Ador fuhr fort: Entschlossen, gewissenhaft alle Pflicht zu erfüllen, die uns loyale Neutralität auferlech, Werlte ich die feierlichen Erklärungen des Bundesrats anläßlich der Verkündigirng des schweizerischen Bolkswillens, neutral zu bleiben, me vergessen. Ich Wge bei, daß ich auch die Rechtie des Släatts uick der Eidgenossenschaft zu verteidigen ivissen werde, die in ibrer Freiheit und Unabhängigkeit keinen Einfluß iwn außetn ersißHn darf. (Beifall.) Alle meine. Anstrengungen, die einzig von meiner heißen Vaterlandsliebe einige geben sind, ge^en datauf aus, seine ehrenvollen Ueberlieferlrngen, Gerechtigkeit mrd treue Achtung vor dem Vvlkswillen, mit denen unsere Dem»krätte fest verbunden ist, zu erhalten und iveiter aus- zubanen. Unser Vaterland, treu -bewacht von unserer tapferen Armee, stark in der Vereinigung aller Bundesgenossen und unsere Rechte und Vercm voottlichkeiten erkennend, kann bte Über Europa herein gebrochene Krise Werstehen. indem es sich immer größer^ Liebe und Dichtung verschafft und das Bessrnel einer Demokratie gibt, die «n!f das groß2 Ideal der GerecMgkeit und Solidarität hin lgerichtet ist. Mit diesen Gefühlen und mit den: Willen, an der Beruhi-uvg und Einigung unter den Eidgenossen zu arbeiten, nehme ich die Wahl an.
Bern, 26. Juni. (WTB.) Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur. Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung aus Grund der außerordentlichen Vollmachten einen Beschluß gefaßt, durch den bestimmt wird, daß der Bundesprässi- dent als solcher Borste hör des politischen Departe- metttS. JÜ
Die angebliche „deutsche Fricdensinlrige".
Berlin, 26. Juni. Die „Nvrdd. Allg. Ztg." schreibt: Das von der Entente im Interesse der Kriegsverlängerung in Umlaut gefetzte Schlagwvrt von der deutschen „Friedens i n t r i ge" wird jetzt durch die Pariser Meldungen über eine deutsche Pazifist i/che Kampagne unterstütz^ über die der französische Ministerpräsident im Kam meraus schütz Dokumente uorgelegt haben soll. Die Dokumente sollen aus den Fall Hoffmann Bezug haben. Nachdem durch die Erklärungen Hvsflnanns völlig klar gestellt wurde, daß sein Schritt aus privater Initiative hervvrgegangen ist, können die Pariser Anstrengungen irur den Zweck haben, neutrale Persönlichkeiten, die aus menschenfreundlichen Motiven cniT die Beendigung des Krieges 'hinarbeiten, durch Terrorismus von solchen Bemühungen altzuhalten. Was die Pariser Meldungen über Agenten der deutschen Regierung erzählen, ist reine Erfindung. Offenbar Null Ribot durch die Produzierung angeblicher Dokumente über eine deutsä« Friedensvropaganda die Frage nach den geheimen Abmachungen über die Kriegsziele der Entente in den Hintergrund schieben.
Das Kabinett Seidler«
Wien, 26. Juni. (WTB.) Das Programm des neuen Kabinetts umfaßt nur die Erledigung des Budgetprovisoriums, die Delegat: onswa hl en und die Verlängerung der Abgeordneten- Mandate. Die parlamentarische Bewilligung des Programms erscheint gesichert. Damit ist der Betreis geliefert, daß die ablehnende Haltung des Reicks rat es gegen den früheren Ministerpräsidenten aus rein persönlicher Gegnerschaft gegen ihn und nicht durch sachliche Momente begründet ist. Dadurch, daß nach Beseitigung dieser persönlichen Gegnerschaft das Parlament einen reinen Beamten- ministerinln mit einem kleinen und uiipolitischen PrvgraniM die StsiatsnoVvendigkeiten glatt zu bewilligen sich anschickt, ohne dafür rva twnalpvlitische Konzessionen zu verlangen, wirb es nun- ' mehr seine Arbeitsfähigkeit und Arbeitswiltigkeit erweisen.
Wien, 26. Juni. (WTB.) dlbgeordnetenhaus. Ministerpräsident^ Dr. Ritter von Seidl er stellte das neue Kabinett dem Hause vor. Er bezeichnete als die Aufgabe der Regierung die Erledigung des Budgetprovisvriums, die MttndarsVerlängerung, die Delegationswahlen und die Kricgsgewiirnsteucr und sagte u. a.: Es handelt sich mn Volks- und Staatsnotwendigkeiten, deren rechtzeitige Erledigung jedem Staatsbürger, welcher politischen Richtung er immer angehört, am" Herzen liegt. Die Regierung wird die laufenden Venvaltungsgeschäfte im Geiste strengster Unparteilichkeit fortführen und sich die eifrigste Fürsorge für die in den schweren Bedrängnissen der Kriegszeit mit einer wahrhaft bewunderns-- werteli Standhaftig^it ausharreirde Bevölkerung angelegen sein lassen, wobei sie namentlich der V vlkse r n ä hru n g und der der damit zusammenhängenden Fragen, einschließlich der Koh- leii Versorgung, ihre vollste Aussiterksamkeit zulvenden !mrd, und zwar sowohl der Förderung der Erzeugung, als auch der gerechten Verteilung der Vorräte. (Beifall.) Das gegenwärtige Kabinett trägt einen vorläufigen Charakter. Seine Amtsführung soll die Fortsetzung einer bereits eingeleiteten Aktion sein, die auf die Schaffung der politischen Voraussetzungen für eine weiter ausgreifende Tätigkeit der Volksvertretung abzielt. Sie wird ihr in. keiner Weise vorgreifen,^ sonder:: ihr im Gegenteil einen freien Spielraum verschaffen. Ist diese Entwicklung zum Abschluß gekommen, so wird das Kabinett in dem frohen Bewußtsein einer erfüllten Pflicht einer definitiven Regierung dm Platz räumen. Der Ministerpräsident bat schließlich das Haus, vor; den: ehrlichen Willen der Regierung überzeugt zu sein und ihr auch jene werktätige Mitwirkung nicht zu versagen, ohne die alle ihre Bemühungen zum Schaden des Ansehens des gemeinsamen Vaterlandes als fruchtlos sich erweisen müßten. (Lebhafter Beifall.: Der Ministerpräsident wurde nach seiner Rede vielfach beglückwünscht. Ter Leiter des Finanzministeriums übermittelte den Gesetzentwurf über die Kriegsgewirmsteuer. Das Haus tritt in dic zweite Lesung des Budge-ttwovisoriums ein.
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Au» Polon.
Warschau, 26. Juni. (WTB.) Eine Bersarnmlung der nationalen Paütei faßte laut „Kurjer Polski" eine Entschlieftirng, welche fordert: 1. Ein unabhängiges polnisches Reich mit monarchischer Verfassung, starker Regierung und einem Zweikammersystem auf breiter demokratischer Grundlage. 2. Den energischsten Ausbau des polnischen Staates schon während des Krieges, insbesondere die Schaffung einer starken Armee mit den Kadern der Legiotfen, )oas eine der Hauptgrurrdlagen des staatlichen Aufbaues sei. 3. Die Erlangung der Rolle einer selbständigen Partei für Polen angesichts der beiden kämpsefrden Parteien und das Streben nach Vorbedingungen für die Vertretung Polens bei den Friedensverhandlungen. 4. Die Anerkennung des Grundsatzes, daß eine polnische Regierung und ein polnisches Heer frur im Lande geschaffen werden können, und den energischsten Widerstand gegen alle Versuche zur Schaffung einer Regierung und eines Heeres außerhalb des Landes. 5. Als Ausweg aus der gegenwärtigen Laae die sofortige Schaffung eirres Regentschafts- räts von drei Personen, die bis zur Berufung eines Hauptes für den polnischen Staat das oberste Organ der polnischen Staatlichkeit darstellen und den Staat nach außen vertreten sollen; die Aufgabe dieses Regentschaftsrates sol! die Schaffung eines Ministerkabinetts und eines neuen Staatsrats sein, welcher als gesetzgebendes Orgam bis zur! Berufung des Landtages tmvmt soll.
Seekrieg.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 26. Juni. (Amtlich.) Eines unserer U-Boote \ hat im Atlantischen Ozean neuerdings acht eng. * lische bewaffnete Damp fer mit 40 000 BRT.^ versenkt und ztoar die Dampfer Harbury (4572 Donnen^ mit Hafer und Mais nach Fvan.kreich, Appledore (324£ Donnen) mit Hafer und Heu nach England, City of Perth (3427 Tonnen) mit Stückgut nach England, Buffalo (4106 Donnen), ebenfalls mit Stückgutladuug, ferner einen unbe- kaimten Dampfer von etwa 12 000 Donnen, der schwer beladen nach Amerika fuhr, sowie drei große beladene Fvaclst- dampser, von denen einer aus Geleitzug herausgeschossen wurde.
Der Chef des Admiralstabes der Viarine. Die Beilegung einer deutsch-holländischen Streitfrage.
Berlin, 26. Juni. (WTB. Amtlch.) Die Verhandlungen zwischen der deutschen und der niederländischen Regierung wegen der am 22. Februar 1917 infolge eines un- glücklchen Zufalls durch ein deutsches U-Boot im Sperrgebiet versenkten niederländischen Handelsdampfer sind nun zum Abschluß gelangt. Der Admiralstab hatte bekanntlch den niederländischen Reedereien zw gesagt, den im Sperrgebiet tätigen Unterseebooten die Sä)o nung dieser Dampfer für den envähnten Tag durch Funkspruch zu befehlen, dabei aber ausdrücklich hinzugefügt, daß er eine Gewähr für das Auffangeu des Funkspruchs durch sämtliche beteiligten U-Boote nicht übernehmen könne. Dü Reedereien hatten daraufhin das Auslaufen ihrer Schiffe ver- \ anlaßt, anstatt den ihnen als unbedingt sicher bezeichneten! Termin vom 16. März zu toählcn. In der Tat sind die 8 niederländischen Schiffe durch ein U-Boot versenkt worden, \ das wider alles ErwartLn infolge Störung seiner Fwch'pruch-'
einrichtung den Befehl nicht erhalten hatte. Bei dieser Sach« läge siirmle die deutsche Regierung keine Berandvorttungk für den auch von ihr lebhaft bedauerten Vorfall auB erkennen. Sie hat sich jedoch aus Teilnahme und in freundnachbarlicher Gesinnung bereit nn* den lassen, zur Abwendung der den Niederlanden durch die Schisssverluste envachsenen wirtschaftlichen Schäden gleichwertige, in Niederländisch-Jndien liegende deutsche Schiffe der niederländischen Regierung zur Verfügung zu stellen, wogegen diese die für die versenkten Schiffe zu zahlenden Versiehe» rungssummen herausgeben soll. Die Ersatzschiffe sind für die nicherländische, transozeanische Fahrt besttmmt und werden erst auslaufen, nachdem unsere Gegner den FlaggenuTechseL anerkannt haben. Die deutsche Regierung wird weiter den Besatzungen der versenkten Schiffe, wovon glücklicherweise niemand ums Leben gekommen ist, den etwa erlittenen öd** den ersetzen. Die niederländische Regierung hat das bei diesen Verhandlungen beroiesene Entgegenkommen der deutschen Regierung mit Dank anerkannt, so daß damit der die Beziehungen der beiden Länder trübende Zwischenfall glück« lich erledigt ist.
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* Bern, 26. Juni. Nach dem Matin wurde der englische Dampfer Toro in der Nähe der englischen Küste von einem deutschen U-Boot angegriffen. Er nahm den Kampf auf urrd konnte schwer beschädigt den Hafen erreichen.
Aus dem Reiche.
Der Reichstag.
Berlin, 26. Juni. (WTB.) Die nächste Vollsitzung des Reichstags sindel am 5. Juli nachmittags 3 Uhr statt. Auf der Tagesordnung steht die erste eventuell ois zweite Beratung der Kredit Vorlage.
Au» Stadt und Land.
Gießen. 27. Juni 1917.
Adreßbuch Gießen 1917.
Um der Bürgerschaft Gelegenheit zur Nachprüfung deL Adresseneinttäge zu geben, wird das alphabetisch geordnete Namens Verzeichnis nach und nach jeweils zwei Tage lang zur allgemeineu Einsichtnahme ttl der Ge- Ichäftsstelle des Gießener Anzeigers aufgelegt. Zunächst liegen die Bu!ä)staben A bis einschließlich' F am 28. mtb 29. Juni offen.
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** Jung we h r Mittwoch, 27. Juni. Antteten: Uhr.
1. Altt. Oiber-Realschulc, 2. Abt. Gymnasium.
** Der Lufldienst erfordert für gewisse Zwecke das .Hoch- öisscn einer größeren Anzahl von Ballons. Durch Sturmi vdcr andere Einflüsse kann es Vorkommen, daß Ballons sick losreißen und tnedergehen. Der Finder eines solchen Ballons lvird» gebeten, diesen rnit größter Sorgfalt zu behandeln und zu bergen und der nächsten Polizeibehörde oder deni Stellv Gcneralkonp- mando Franksirrt a. M. sofort Dtttteilung zu macken. Eine genaue Anweisung, die unbedingt gelesen wetten muß, befindet sich, dauttich sichtbar in einer kleinen Tasche des Ballons. Da niedergegangene Ballons das bei Berührung mit offenem Licht hochexplosive Gemisch von Lust und Wasserstoffgas eittl-alten. so trete man nie mit brennender Zigarre oder vffenQn Lickte, wozu auch die üblichen Laternen gehören, an 'die Ballons heran. Noch weniger- nehme nran die Entleerungen solcher Ballons unter Zu- hilfenahnre solcher Laternen und auch nicht Zigarren- oder ztgaret-- tenrauck>crld vor. Für einwandfreie Ablieferung wird eine entsprechende Geldbelohnung gewährt, füttittvillige Beschädigung oder Beraubung des Ballonstoffes wird nach den bestehenden Gesetzen streng besttast.
** Feriens onderzüge mit Falirpreisermäßtgung werden in diesem Jahre nicht befördert. Dagegen werden da, wo es zur Mwicklung des Verkehrs erforderlich wird, Sonderzüge mit beschränkter Platzzahl gefahren werden. Für diese Züge werden Fahp- katten mir sin Vorverkauf abgegeben. Nach Lage der Verhältnissen ist mit Ferien reisen zurückzirhalten, mn Unzirttägki chkeiten ärt Personenverkehr zu vernreiden. Die Aufgaben der Eisenbahn zugunsten des Vaterlandes gehen allen anderen Wünschen vor.
** Einen Vortrag für Damen veranstaltet am Dow« nerstag, dem 28. Juni, nachm. 4—6 und von 8 Uhr abends an. die Haarkünstlerm Iran Marga Menbetzki. im Saal ..Graßderzvg von Hessen", mit VorflATrumgen über leichikfaßliches Selbsffrcsieven, die Pflege des Haaves nick die allgemcme Schüstheitspslegc. Arr lebenden Modellen werden verschiedene Frisuren vorgefühtt. Unser« Tameitwelt lernt hier, kleidsame Frisuren herzüsstellen, moderne, einfache, sowie eleganteste Frisiwen der kommenden Röode. Stehe Anzeige.
** Holzspäne. Am 27. Juni 1917 ist eine Bekänntmackung, betreffend Bestandserhebung von Holzspänen aller Art, in KrM getreten, durch ivelche eine Meldepflicht flrr Säaesväne (Sagemehl). Hobelsp^ine und andere Hvlzspäne (Drckhspäne, Maschinenspmte usw.) angeordnet ist. Die Meldungen sind für die am 1. Juli, 1. September und 1. Dezember dieses Jahres vorhcurdenen Bestände bis zum 15. Tage des betreffenden Monats ans amtlichen Meldescheinen an die Beschaffungsstelle für Holzspäne urrd Streumittel bei der Königlichen Intendantur der militärischen Jirstitute in Berlin zu erstatten, lieber die meldepflichtiaen Geg^citände ist ein Lagerbuch zu führen. Nicht betroffen von der Berpflianung zur Meldung werden jedoch alle Personen ufw., in deren Gesamtbetriebe der monatliche Anfall nicht mehr als 1 Tonne oder deren gesamter Vorrat nicht mehr als 5 Tonnen bettägt. Alle Einzelheiten ergeben sich aus detn Wortlaut der Bekamrttnachung, deren Der-» offentlichung in der üblichen Weise dnrch Anschlag und Abdruck in den amtlichen Tageszeitungen erfolgt.
Landkreis Gießen.
M a i n z l a r, 27. Juni. Die Firma Scheidhauerunt^ Greßing, A.-G., Dntsburg, dlbteilung Mainzlar, hat ihren Arbeitern vom 16. ds. Mts. ab wiederum eine Teuerungszulage -von 10 Prozent auf den verdienten Lohn zuerkannr. Es ist dies das zweite Mal seit Jahresfrist, daß diese Begünstigung ohne Berück- slchtigung der inzwischen erfahrene Lohnerhöhungen den Arbeitern zugute kommt. Weihnachten 1916 wtrrden jedem verheirateten Arbeiter oder jeder Arbeiteviw 40 ML, jedem unverheirateten Av- beiter oder jeder Arbeitern 20 Mk. als Weihnachtsgesck-enk ausgehändigt. Das große Entgegenkommen der Firma ihren Arbeitertt gegenüber wird hier sehr anerkannt. — Zugunsten der Großherzog- Ernst-Ludwrg-Iubrläums-Spende hat die Firma 10000 Mk. gestiftet. (
** Re.is ki r chen (Kr. Osießen), 26. Juni. Der in den schweren Kämmen im Westen mittämpfende Grenadier H. Schön, Sohn des Lmns Schön, wurde mit der Hessischen Täpferketts^ Medaille ausgezeichnet.
H. Aus der Rabenau, 26. Juni. Auch hier in unserer Rabenau tvar in der 9Lacht vom 21. auf den 22. d. Mts. ein langersehnter Regen niedergegangen. Hatten wir in den wannen Tagen eine gute Heuernte, so konnte man nun mit dem Setzen dei? Pflanzeii beginnen. Da es noch öfter hier geregnet hat, ohne zum Landregen zu werden, so wachsen die Pflanzen sogleich gut an. Die Frühkartofseln haben zu blülwn begönnet: und in die Frucht i,r neues Wachstum gekommen/ Es haben die Bauersleute recht behalten, d:e be: der Trvckenl>eit der vergangenen Wochen nicht verzagte::, smwern unbeirrt auf den erquickenden Regen ivatteten. Die Ernwaussichden in unserer Rabenau habe:: sich wie mrderioartS erheblich gebessert.
Kreis Büdingen.
Fc. Büdingen, 26. Juni. Die Ehefrau des Landwirts Lud^ wrg Schwarz hier wurde in eine Geldstrafe von 103 Mark gt*


