Ausgabe 
26.6.1917 Erstes Blatt
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Die Lsayl z«r verfafinuggebenden Versammlung.

PetersburA, 24. Juni. sWTB.1 Meldung der Petersburger Düegra-Hen-Agentur. Der Sonderausschuß, der das Gesetz für die Wadi zur ver fas su umgeben den Versammlung aus- arbeiLet. bat die ZaA der Abg«»rdueten auf MO festgesetzt, so daß aus 200000 Cinwohn-er ein Absmordneter kommt. Jede Provinz rorrd einen Wahlbezirk mit mindestens fünf Mgeordnelcu mahlen. DeterZburg urud Atvskau i verdau besondere Bezirke darstellen.

Petersburg, 25. Juni. WTB. RichtamtlrO.) Die Peters-- burgar Delegorvheit agen ti rr meldet: Die vorläufige Regieruug lreisff die DiLuvrduung der Kriegs- tmd .Armeekorpsg^richte, die die Terlt«tffme von Gesckroraneu Vorsicht, die in gleichem Zahl einer­seits den Ofsizäeren und Angestellten der Kriegsärnker und ander-er-- seits den Sol irrten enLrwiwnen werdet soillen, gut.

Die amläusige ILvgierung beauftragte den Berpfiegungs mi­nister ^zur Organisation der vlanmäßtgen Berteitimg von Stoffen und Sckmhwaren, Petuoleum. Seite und anderen notwendigen Erz-euglnssen zu sckrreitan. Die P reife, zu detten die Erzeugnisse erteilt tzoerden, sollen die Kosten der Herstellung, Befördernug und Verteilung decken.

Die Zeickmmrge'u auf die Freiheitsanleih: betragen annähernd IV« Milliarden Rubel.

Bern. 25.Juni. -WTB.1Jouriral des Debats" meldet aus Petersburg: Angesichts der er'n sten Finauzla g/ ordnete der Munizivalrat von Petersburg die Aufstellung der städtischen Güter und Immobilien au. die zur Beschaffung der notwendigen Mittel tvrpiandet werden sollen.

Der frühere GonverneurbonFinnland und sein Adju­tant wurden aus der Haft f reiche la s?en, da sich die Halt­losigkeit der gegen sie erhobenen Anschuldigungen ergab. Die Gau Versammlung der Bauernverttetcr der Provinz Petr so be-- fcbloß die Aufteilung der Ländereien, die bereits erfolgte. Der Kongveß der na l ionaIdemokratischen Georgier in Tickis beschloß, die A u t o m oi m i t Ge,o » giens zu fordern.

Kein Krieg-recht in Petersburg.

Petersburg, 25. Juni. (WTB.) Meldung der Petersburger Delegrvvben-Agentur. Das (Gerücht, worrach in Petersburg das Kriegs recht proklamiert worden sein soll, entbehrt jeder Grundlage.

Die Kriegsleistungen Amerikas^

Berlin, 25. Juni. lWTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel- dwrg aus Nero Pork vom 24. Juni erklärt dieN eit» Bolr k Ti­mes ", es wäre zweckmäßig, unsere ^Alliierten zu warnen, in ttrrzer Zeit von uns zuviel zu e r w arten. Wir habett uns in Marsch gesetzt und wissen., wobiu mir gehen. Aber unsere Bewe­gungen sind rncht überstürzt. Wenn wir soweit sind, werdm wir 'mser Teil und vielleicht etwas mehr tun. Für den Augenblick aber können es sich die Franwsen nicht leisten, in ihrer Energie nach- - ulaffen. Sie muffen lveiter kämpfen in der Hoffnung und im Ver­trauen auf uns. Einstweilen können wir uns nur vorbereiten.

Das Lebensmittelgesetz in Amerika.

Washington. 25. Juni. lWTB.) Das Revräsentanten- haus hat mit 365 gegen 5 Stimmen das Gesetz, das den Prüf identen zur Beaufsichtigung der Verteilung von Lebensrnitteln und Brennstoff ermächtigt, an­genommen. 152500 000 Dollars wurden zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt Durch einen Zusatz wird die Ver- wendtrng von Lebensmitteln zur Bereitung von berauschen­den Getränken verboten.

Kanadas Teilnahme am Krieg.

London. 25. Juni. (WTB.) Nach demObserver" teilte der kanadische Prernurminister mir. daß .st a na da bisher 5 25 000 Mann n och Europa geschickt hat. Die Verluste betrügen bisher ungefähr 90 009 Mmrn. In den Munitioussabriken arbeiten über 300 000 Mann. ,

Der Konserenzborschlag.

Berlin . 24. Jtmi Zur Anschluß an die Nachricht, daß Ruß- kwrd eine Konferenz des Verbandes zur Revision der Kriegsziele angeregt hat, ftchtt P. Soarfogtio tmMattiua" MeaveO aus: Dreier Konferenzvvrscklag ist nichts anderes als die vlanm ästige Vorbereitung eines Bruches. Jbn an- nelnnen wäre ein kindliches und daher gefährliches Spiel. Die rus­sisch? Regierung ist sich vollständig klar darüber, daß eine Revision der .Kriegsziele dein Kriege Inhalt und.Seele nehmen würde, daß die angeregte Konferenz in ihrer Torheit ein Ding der Un­möglichkeit ist. Der Zweck, den die provisorische Regierung damit verfolgt, liegt demnach auf der Hand. Sie stellt de. Verband vor das Dilemma, entweder auf das Bündnis mit Rußland zu ver­richten oder zu einer Konteren.: zmammenzutreten, aus ivelcker der Feind, offne Sr-oue zu bemühen, die Ziele der Verbandsmächte erfahren und ivmit auf ihren Siegeswillen wertvolle Rückschlüsse macken könnte Unseres Ei'achtens dürfte dieser sinnlose Vorschlag, der eher von einem neuen Feinde als von einem alten Freunde zu kommen scheint, nie und nimmer zur Axrrabme gelangen.

Aeffnlich urteilt diePerseveranza" lMailand: Man muß Rußland zrrnngett, jcg'iche^ geheime oder offene Verbindung mit dem Feinde abzubrechen. Solange die Russen uns nicht volle Ge wäbr rür ihre Solidarität mrt uns geben, können nur ihrer Auf­forderung ui einer Revision der Krtegsriete nickt Folge leisten, da wir ja mckst freier sind, durch ein mögliches politisches Opfer mi­litärische Vorteile zu erlangen. (T. D. A.)

Deutscher Gesandtcnwechsel in Norwegen.

Kristiania, 25. Juni. (WTB.) Dem Telegrapyenbureau! Tchens Tegn vc'vlge ist kürzlick' von der deutschen Regierung l<i der norwecn»ck m Regierung die Mitteilung eingelaufen, daß v Hintze, seit 1911 deutscher Gesandter in Peking, zum deut­schen Gesandten in stristiauia auserseh t sei. Die twrwegi'l" Regierung antwortete, sie habe nichts dagegen einzuwenden. Wie bereit-, gerüchtweise verlaute, werde der hiesige deutsche Gesandte D r. Micha helles vermutlich demnächst .Kristiania verlassen.

Ein Kabinett VeniseloS?

Athen, 25. Juni. ^WTB.> Meldltttg der Agence Havas. Der französische Obcrkommiffar Jonuart hat sich mit dem Ministerpräsidenten Zaimis ins Schloß begeben. Er chzatte eine lange Unterreyung mit dem König. Das Ministe­rium soll zurückgetreten und Benisetos mit der Kabi­nettsbildung beauftragt fein.

Umbildung de- perfischen Kabinett-,

S t o ckhol m . 26. Juni. lL.-A.) Nach Toheraner Meldungen k^er Petersburger Telegrapl^n-i'lgcntur habe in Persien eine Um­bildung des Kabinetts statt gesunden, die den Wünschen der Euteute- mächw entgegengesetzt sec. Fn das neue .'»tabmctt seien freisinnige urrd sozialistiicke Führer berufen word-n. Die persisch? B^rolkc- rung bezeichnet das neue Kabmett als ein vertrauenswürdiges Ksaliliousmtnilterium.

Der deutsch-österreichisch.ungarische Wirtschaft-verband.

Budapest, 25. Zum. WTB Der d c u t s ch - ö st e r r e i -

a»»sch-ungariiche Wirtfchastsverbond fetzte gestern ferne Beratungen fort. Friedrich Herz - Wien berichtete über Maß­nahmen für die Uebergangswirtschaff, Professor Fellner- Buda- vesr über di^ Valutaregulierung, Rudolf Heinck-Men über die Beri'orgung der Kriegsn-aisen und Invaliden. 0!-eff-rmr R i e s s c x, Praschemt des Hansabundes, sagte, die Ucbergangs.wit müsse mög- ltänr emgeichränkt werden. Handel und Zndustri" dürfen nicht mili- tari.dert werden Ferner sprachen noch Kämpf er l aus .'oalber- stadt, Geheimrat P aas che und andere. Abends ivaren die Teil­

nehmer Gäste der Hauptstadt zum Nachtmahl. Sie wurden vom Bürgermeister Barzp empfangen.

Budapest, 25. Juni. (WTB. Nichtämtlichö Die Tagung dar Wirtschastsverbände nahm folgenden B a s chl U ß a n t r a g an: Die im Sinne dar von den drei Wirtsck-astsverbändan Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns wiederholt und einmütig gefaßten^ Be­schlüsse betresserrd das Wirtschastsbündnis und die gemeinsame Handels- und Vcrlehrspolitik, sowie die R-echtsannäbcnmF erachten cs die heute in Budapest versammeldeu Vertreter der drei Wirt- schaftsverbände als geboten, auch die wicktigsteir Frager: der U e b e r g a n g s w i r t s ch a f 1 in Uebeveinstimmung und unter gegenseitiger .Unterstützung zur Lösung und zur Erledigung zu bringen. Die berufenen staatlichen Stellen der Acittelmachte sollen daher stets im Einvernehmen Vorgehen mtb alle wichtigeren Fragen der liebergangswirlsck-aft imter steter gegenseitiger Unterstützung lösen. Da der freie U n t e r n e b m u u g s g c i st der Faktor des Wiederausbaus der Wirtschaft sein müsse, so soll ein staatliches Eingreifen nur dort erfolgen., wo zwingende Rücksichten rnsbe- sondere die Forderirng der wirtschaftiick) schwächeren Elenrentc eins ergänzende staatliche Vorsorge rechtsertiger!.,

Seekrieg.

Unsere Gcsamtcrsolgc zur See.

Berlin, 25. Juni. (WTB.) Nach Bekanntgabe dar Maibeute r mser er U-Boote beziffert sich der Gesamt­betrag der seit Kriegsbeginn durch kriegerische Maßnuh- rnen der Mittelmächte versenkten feindlichert swvie neu- ttalen Handelsschiffe auf 8 638 500 Brnttoregister- tonnen. Das sind fast 60 Prozent Bruttoregistartornregr mehr, als die deutsche Handelsflotte beim Ausbruch des Krieges zählte. In derselben Zeit wurden außerdem an britischen Kriegsschiffen 157 Einheiten mit einer Verdrängung San 632900 Tonnen und insgesamt 255 feindliche Einheiten mit 892 465 Tonnen versenkt. Dieser Verlust iommt dem Bestand der Kriegsflotte der Bereinig­ten Staaten von Amerika zu Begiim des Krieges etwa gleich.

Neue U-Boot-Ersotge.

Berlin, 25. Juni. (Amtlich.) Neue U-Boots- Er folge im englischen Kanal, im Atlantischen O z e a u und in der Nordsee: 24 000 BRT. Unter den versenkten Schiffen befanden sich ein englischer Fracht­dampfer, ein großer liefbeladener, durch Zerstörer gesicher­ter englischer Tankdampfcr, ein bewaffneter Dampfer von 6000 Tonnen, Ladung anscheinend Stückgut, der aus Geleit- zug herausgeschossen wurde, sowie zwei bewaffnete Damp­fer, von denen der eine Palmöl und Safransaat gelaocn hatte. Ein weiterer versenkter Dampfer hatte Grubenholz als Ladung.

Ter Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 25. Juni. (Amtlich.l Unsere Mittelmeer- U B o o t e haben neuerdings 10 Dampfer und 9 Segler von insgesamt 28 580 BRT. versenkt. Unter diesen Schif­fen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer Kallund- borg (1590 To. >, der italienische bewaffnete Dampfer Fert (5567 To.) und ein uribckanntes feindliches Scktzff von 4000 To. Die Ladungen aller versenkten Schiffe lvaren für Häfen der Entente bestimmt und enthielten 9400 Tonnen Kohle, 7100 Tonnen Eisen, 5800 Tonnen Treiböl, ferner Schlachtvieh, Olivenöl, Erdnüsse, Salz, Wein, Benzin und Schwefelkies.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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Bern, 25. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Tempsmeldung wurde von Ferrol aus die Versenkung eines griechischen D if nt pf ers durch ein de u t - s ch es Unterseeboot beobachtet. Die Besatzung wurde vo7l einem spanischen Fischerboot gorettet.

Madrid, 25. Juni. (WTB.' DemJmparcial" zu­folge versenitcn Unterseeboote in der Nähe voir El F-errol den französischen DampferBean", in der Nähe vo-n Tanger den italienischen DampferItalictt( (5500 Ton neu mit Eisen und Kohlen von England für Tarent, in der Nähe von Oviedo den norwegischen DampferS v i n d" ans Farsnnd mit Koks von Mw Castle nach Livorno. Bei Malaga strandete der englische DampferB uliramante". Der DampferW illia m s" (8000 Tonnen) mit .vövhlet: aus Cardiff für Genua ist in der Nähe von Alicante ge- sttandet.

Madrid, 25. Juni. (WTB.) Funkspruch des Korre- spoudeuten des Wiener K K. Telegraphen-Korrespondenz- bureaus. DemJmparcial" zufolge versenkten Tauch­boote in der Nähe von Coruna den griechischen Dampfer Katarina", 3091 Tonnen groß, aus Svra, der vermut­lich eine Ladung Eisenerze hatte, und bei Kap Ortegal den dänischen DampferEygard". Der kürzlich nordöstlich von El Ferrol versenkte bewafftrete französische Dampfer B c a u" ans Bordeaux hatte Getreide an Bord und befand sich auf der Fahrt van Ormr nacki^ Brest.

Haag, 25. Juni. (ÄTB.) Nach dem Korrespondenz-- burean tvurdc der holländische DampferTel e - graast' am Sonntag, oen 17. Juni, auf der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot versenkt.

Aus dem Reiche.

Die Polenpolitik.

Berlin, 25. Juni. iWTB. > Diedeorod. Atlg. Ztg." schreibt: Wie wir erfahren, traf der Kultusminister neuer­dings über den (Gebrauch der polnischen Sprache im R ee l i g i o n s unterricht in den Bolksschusen der Pro­tz inz Posen eine Anordnung, die scnren bereits in einer Reihe von Einzel fällen getroffenen Entscheidungen all­gemeine Bedeutu.ng verleiht. Sckwn von Beginn des Krieges an legte die Unterrichtsverwaltung W?rt darauf, den Relrgi- giansunterricht in polnischer Sprache in den Sck)ulen der Provinz Posen da wiederherznstellen, wo er wegen des Mangels an polnisck>en Lehrern halte eingestellt und durch Religionsunterricht in deutscher Sprcrckw hatte ersetzt wer­den müssen. Außerdem wnrderr auch Anträge von betei­ligter Seite ans Zulassung der polnischen Sprache in dem Religionsunterrichte der Unterstufe in mehreren Fällen be­rück »lchtigt, in denen ein größerer Teil der Schulanfänger nicht die genügende Vorlenntnis im Deutschen besitzt. Nun­mehr soll auch ohne besondern Antrag überall da, wo von den in die Schule ein treten dert Kindern ein Teil der deut­schen Sprack-e nicht mächtig ist, für dies: Kinder auf der Unterstufe der Religionsunterricht irr politischer Sprache ein geführt werden. Wenn an einer Schute polrtisch sprechende Lehrer nicht vorhanden sind, worden die Lehrer: be­

nachbarten Schule, soweit und sovange dtieS rncht mägllch ist, geeignete Geistliche mit der Erteilung des Religions« Unterrichts für die polnisch sprechenden Kruder betraut werden. Unter Berücksichtigung der Zahl der deutsch und polnisch sprechenden Kirrder sowte der verfügbaren Äehv- trüfte haben die Regverungen das Nähere ttr jedem Falle zu verfügen. Bei der Durchführung der Maßnahme Wachen die Regierungen und Schulaufsichtsbeamte sowie die Lehrer von denn (Knurdsatz entgegenkonrmender Billigkeit sich leiben lassen und die in einzelnen Fallen sich ergebuden Schwier rigkeiten zu überivinden bemüht sein.

Meldepflicht für Kohlenverteilung.

Berlin, 25. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Durch Be- kaimttnackiung des Reichskommissars für Kohlenver­teilung vom 17. Juni ist'siir alle gewerblichenVer- braucher von Kohle, Koks und Briketts mit einem mo­natlichen Verbrauch von zehn Toirnen und darüber die Meldepflicht eingeführt. Die Bekanntmachung ist in Nr. 145 des deutschenReichsanzeigers" vom 2'?. Juni ver­öffentlicht und wird auch durch die Kreisblätter und sonstige amtliche Zeitungen weiter verbreitet. Wegen der Einzelhei­ten der Meldepflicht und ihrer Erfüllung rvird auf diese Be­kanntmachung verwiesen. Es wird hiermit darauf anfmerk^ sam^ gemacht, daß die erstmalige Meldung in der Zeit vom I.^Juli bis 5. Juli zu erfolgen hat. Die für die Meldung erforderlicheit Karten sind bei der zuständigen Ortskohlew- ftelle, beim Fehlen einer solchen bei der zuständigen Kriegs- wirtschaftsstelle und wenn auch> diese fehlt, bei der zuständi­gen Kriegsamtsstelle gegen eine Gebühr von 0,15 Mk. er­hältlich. Eine Anweisung zur Ausfüllung der Karten ist diesen beigegeben. Anfragen und Anträge in dieser An­gelegenheit^ sind an die zuständige Ortskohlenstelle (Kriegs- uckrtschaftsstelle oder Kriegsamtsstelle) zu richten.

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Berlin, 25. Juni. (WTB.) Wie derReicltsanMg^ meldet, ist dem General der Infanterie v. Lieb ert der Orden P o u r l e nt e r i tc verliehen worden.

München, 26. Juni. (B. T.) Der türkische Kultus­minister Schükri Pascha trifft am 11. Juli zu dreitägigem Aufenthalt in München ein.

Arrr Ltcr-t und Lund.

Gießen, 26. Juni 1917.

X Regelung des Obfrverkehrs.

/ Bon zuständiger Stelle wird tms geschrieben:

/ Es erscheint notwendig, noch eimnal kurz die wichtigsten Gcsetzesbesttmmungen über den Obsthandet zu wiederholen:

Der gewerbsmäßige Aufkauf von Obst ist im Gebiete des Groß Herzogtums der Landeeobststette Vorbehalten, die ihr Aufkaufsrecht ausübt durch die Kommissionäre und Auf­käufer, die Artsweiskarten der Lartdesobststelle erhalteu. Der Absatz von Obst direkt vorn Erzeuger an den Selbst- tzerbraucher ist in der gleichen fflemeinde nicht beschränkt, es sollen aber nicht mehr als 25 kg, bei Beeren 10 kg ab­gegeben werden. Zum Bezug aus einer anderen Gemeinde ist ein B e f örd e r un g s s chei n nötig, den man vom Kreiskommissionär beziehen muß. Außerhalb .Hessens woh­nende Verbraucher benötigest zu dent Bezug vo»t Obst aus bem Großh erzog tunt Hessen ebenfalls einen besonderen Be- förderungsschein, der von der Geschäftsabteilung der Landes­obststelle in Darmstadt, Sandstraße 36, anzufordern ist. Auch hier darf die zum Versand zirgelass-ene Menge jeweils 25 Kg bzw. 10 kg BruttogetvickU nicht übersteigen. Die Be- förderungsschettre müssen vom SeUfftDerbraucher stets un­mittelbar an deit Er.zeuger erngeschickt lverden. Eine Weiter­gabe an andere Personen, insbesondere Hcntdler, ist ver­boten und sttafbar. Solche Befbrdernngssct-eitte werden für Frühobst jetzt nicht mehr ausgestellt. Obsterzeuger dürfen ihr Obst nicht rat die Kleinverkauser in der Stadt verkaufen. Diese städtischen Kleinverkäufer werden von den Städten beliefert, die die nötigen Meti-gen von der Landesobststclle -ugewesen erhalten. Unbedingte Einhaltung der fest­gesetzten Höchstpreise rvird streng gefordert. Wer dagegen verstößt, tvtrd vom Obsthandel ausgeschlossen. Eine Umgehung der Hockfftpreise durch Zahlung von Trinkgeldern, erhöhten Fuhrlohn usw. ist sttafbar. Auf den Wochen- im ärktcn darf Obst nur pfundweise (.Höchstmeuge 5 Pfd.) abgegeben werden. Die Landes ob sfttelle läßt nur solche Per­sonett zum Ankauf vott Obst zu, die schon vor dent 1. August 1914 Obsthandel bettieben haben. Das ist eine tveise Bestim- ^ mttttg, Idemt der Handel mit Obst will gelernt undcherstanden "feitt, wenn nicht öfters größere Mengen durch uttrichtiges Ernten, schlechte Vers>acküng, Aufbeivayrung usw. zugrunde gehen sollen.

Wer Obst auf Bäumen versteigert, hat den Versteige- rungstermin dem für den bettesfenden Bezirk zuständigett Kommissionär der Lattdesobstftelle spätestens 5 Tage zuvor anzuzeigen. In die Bersteigernugsbedingun^u ist der Vor­behalt attfzunehmen, daß der Steigerer die im eigenen Haushalt tticht benötigte gesteigerte Obstmengc an den zu- ständigen Kommissionär der Lau des ob st stelle abzuführenchat. Es ist verboten, gesteigertes Obst aus Wochenmärkte zu verbringen, sowie solches Obst and-even Personen als dem Kommissionär der Lcmdesobsttrelte zu verkaufen. Die Landes- vbststelle ist berechtigt, die Versteigerttngsergebnissc ei uzt o« fordern tmd zu prüfen.

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** Kirschen und Heidelbeeren. Es ist eine auf­fallende Erschemung, wie alles mrttt und läuft, ltftt Kirschen zu erhalten. In Frieden szeiten war der Preis von 30 Pfennig für das Pfund vielen Hansftanett zu teuer/ und jetzt bei dein Höchstpreis von 50 Pfennig für das Pfund Irant das Lebensmittelamt nicht genug Kirschen herbeibringeu. Wettn eine Settdung von Körben ankomntt. so werden sie an die Händler verteilt, die sie schon nach kurzer Zeit in ihren Lädeit oder rat ihre-n Ständen ausver- lapft haben. Ein Drangen und Eilen, um Kirschen zu er­halten, ist durchaus nicht nötig. Es kommen jetzt täglich ^ weiter nocki größere Sendungen, und erst am Freitag ist es dem Lebensmittel amt gelungen, bei der .Kirschettverstei- gernng in Betten haufett eine größere Menge bester Kirschen ztl ertuerben, die jetzt von einem fachkmrdigen Manne ge­pflückt und der Obst- und O'wmüseverteilungsstellc, Brand­platz 3, zugeführt werden, um durch die .Händler zum Ver­lauf zu rammen. Es besteht auch Aussicht, aus der größten Kirschettplantage in Oberbesfen ein weiteres größeres Quan­tum für Gießen zu erhalten. Diese edlen, guten Sorten gehen jetzt erst der Reife entgegen. Auch für die Heidelbeeren! ist vorgeforgt, so daß es uns auch daran nicht fehlen wird. In ctu>a 14 Tagen wird die Heidelbeerernte begimteti, die ttach allen Berichten gut ausfällt.

"" S a m nt eit O b fr kerne! Der Kriogswirtscha ftliche Ausschuß des Alice Franenvcreins schreibt: Auch in diesen- Jahre ist die Sammlung der Obstkerne zur Oetqewiunung eine dringende vaterländische Pflicht. Die Hausfrauen lver-