Sofia, 23. Juni. WTB. Nichtamtlich.) Gen er alstabs - bericht. AdaAckxmische Front: \>Iit der qcmzen Front schüvack>cs Artillerie saue v, das zctttveilig im Cerna-Äogen, östlich der Cerna und südlich wn Do inan. stärker wurde. Eine englische Infanterie- abteilung. die nordöstlich deS Doirmrsves vorzutticken versuchte, wurde durch unser Feuer verjagt. In der Nähe des lacken Users der unteren Struma fanden Scli-armützel tftnfcfym vorgeschobenen Abteillmgen statt. Rrimärrische Front: Bei Tulcea Artillerie- und Gewehrfeuer, bei Rrahnnckia Attillerieseuer.
vie Neoolution in Kuhlanv.
>reue Beschlüsse der Arbeiter- und Soldatenräte.
Peter s bürg, 23. Juni. (WTB.) Die Versammlung der Arbeiter- und Soldaten rate von ganz Rußland bat mit 543 gegen 126 Stimmen folgende Entsch liest u ng angenommen:
1. In Erwägung, daß in der jetzigen Lage die Vereinigung der ganzen Macht in den Händen des Bürgertums allein ein tödlicher Schlag für die Sache der Revolution gewesen wäre, und daß andererseits die Übertragung der ganzen Macht an die Arbeiter- und Svldatenräte die revolutionären Kräfte erheblich geschwächt haben würde, billigt die Versammlung die Schaffung der Koalitionsregierung.
2. Die Verscrmmlung erkennt die Erklärungen der sozialistischen Minister über die a l l g e m c i n c P o l i t i k der Regierung als zufriedenstellend an uitb billigt sie.
3. Die Versammlung fordert die einstweiltge Regierung auf, ihr politisches Programm kräftig zu vertvirklichen und namentlich nach einem a l l g c nt o t n e n Friede n ohne Ge- bittscmgliederungeü und Entschädigungen auf der Grundlage des Rechtes der Völker, sich selbst ihre politische Zukunft zu gestalten, zu streben: ferner die Sch w i e r i g k e i t e n i m Geldwesen und der Volkswirtschaft zu bekämpfen, kräftig gegen alle Versuche äuf Gegenrevolution vorzugehen, baldigst ein Landgesctz und ein A r b c i t e r g e s e tz vorzule- .gen, die Forderungen der arbeitenden Klassen zu erfüllen, die Ordnung der örtlichen Verwaltungen aufzubauen und die Selbstverwaltung in Gemeinden und Städten einzuführen, Nw sie twch nicht besteht.
4. Die Versammlung fordert baldmöglichsten Zusammentritt der tierfassunggebenden Versammlung und
5. für den Tag der glücklickwn Durchführung vorstehenden Programms ein sofortiges Organ der ganzen organisierten russischen Demokratie, das auch Vertreter der Bauern trvrfossen müßte, und dem die sozialistischen Minister für die ganze äußere und innere Politik verantwortlich sein müßten.
Petersburg, 24. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telcgraphenagentur. Der Kongreß aller Soldaten- und Arbeiter Vertreter erörterte heute vor der Besprechung der Kriegsziele Rußlands die Frage der Auflösung der Duma und des R e i ch- rats. Nach langen Beratungen nahm der Kongreß die von den Mtnimalisten vorgeschlagene Entschließung Ml, die besagt, daß die Dunr-a und der Reichsvat ausgelöst, die ^fbgevrdnetcnmaitbate ftir ungültig erklärt und die für den Unterhalt dieser Einrichtungen gewährten Kredite aufgehoben werden sollen. '
Die Kosakenvertreter richteten an deu Oberbefehlshaber Brussilow folgendes Telegramm: Die Kosaken werden an die Front gehen und dort alles zur Sicherung des Sieges Nvk- werrdige tun.
Petersburg, 23. Juni. (WTB.) Admiral Kolt- s ch« k, Oberbefehlshaber der Schwärzen-Meer-Flotte. hat durch Telegramm kurz und besttmntt seinen Mschied gefordert.
Finnland.
Kopenhagen. 23. Juni. (WTB.'' Nach einem Telegramm aus Helsrngfors hat der Kongreß der finnischen Sozialdemokratie einen Beschluß augenomNren, der die Trennung Finland^ von Rußland sowie die Erklärung der unabhängigen finnischen Republik fordert.
Die Zeitung „Rjetfch" meldet: Die Stadt Petersburg steht vor dem finanziellen Zusammenbruch. Der russische Finanzmilnster teilte m einer Versa mrmllmg von Finanzleuten mit, daß die Erhöhung der Sbaatseinnahnven durch neue Steuern benorstelre. Voraussichtlich rverde eine sehr fühlbare Erhöhung der Einkommensteuer eirrtveten. Der Steuersatz für Einkommen von 40 000 Rubel, der jetzt 12 Prozent beträgt, soll auf 30 Prozent erhöht werden. Die Steuer auf Kriegsgewinne soll zukünftig bis auf 80 Prozent erhöht werden. >
Protest Rußlands gegen die Gewalttat an Griechenland.
Stockholm, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich) „Stockholms Tidnrngen" erfiihrt über Haparanda, die allgemeine Soldaten- und Arbeitettonhevenz in Petersburg habe die Meinung ausgesprochen, eß sei unbegreiflich, wie die vorläufige Regierung an der Gewalttat gegen Griechenland habe teilnehmen können. Hierauf habe Tseretelli erklärt, Rußland habe durch seinen Minister des Aeußern gegen diese Gewalttat Einspruch erhoben, durch die Griechenlands Verfassung und sein Recht, über sich selbst zu bestimmen, verletzt worden sei. Der Einspruch solle demnächst veröffentlicht werden.
Laut „Stockholms Dagblad" begann der von der Regierung verbotene ukrainische Militärkvngreß, zu dem^sich zloeitcrusend Teilnehmer eingefunden haben. In Gegentoatt eines ukrainischen Regimentes behandelte der Kongreß die Frage der unmittelbaren Verwirklichung der Selbstverwaltu na der Ukraine. Der Oberbefehlshaber der Truppen an der Südwestsiont befahl dem ukrainischen Regiment, sofort cm hie Fwont abzugehen. Auch die Litauer haben, wie das Blatt meldet, ihre Unabhängigkeit beschlossen.
Beratungen ln Stockholm.
Stockholm, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.'» Die Vertreter der deutschen sozialdemokratischen Minderheit sind in Stockholm eingetvoffen.
Die „FreiheilSanleihe" in Amerika.
Washington, 23. Juni. (WTB.) Reuter-Meldung. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Frei hei ts a n lei he einen Gesamtbetrag von 3 035 228 850 Dollars ergeben hat.
TaS neue österreichische Kabinett.
Wien, 24. Juni. (WTB.) Das Kabinett wurde endgültig folgendermaßen gebildet: Ministerpräsident v o n Seidl er. Volksernährung: Generalmajor Höser, Inneres: Graf Toggenburg, Landesverteidigung: Feldmarschalle ut- nant Czapp, Handel: Mataja, Finanzen: v. Wimmer. Unterricht: Ewiklinski, Justiz: Schauer, Oeffentliche Arbeiten: .Hmnann, Eisenbahnen: Fohr. v. Banhaus, Ackerbau: Sek- twnschef v. Ertl, Hofrat TwardoW-Bobrczyinski. Die Vererb iglurg durch den Kaiser ist heute vornrittag erfolgt.
Wien, 24. Jrou. MTB.) Die gejaulte Presse umtml die Sbcxu&m b& Mmjtrnrmä Saldier sp»r»chiich auf und stellt
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fest, daß das aus bewährten, hervorragendeu Fachleuten gebildete neue Kallmett neben der engbegrenzten Aufgabe, die dringendsten Staatsnvtwendigkeiten. iraschestens parlamentarisch zu erledigen^ die Vorbereitung und Durchführung der großen Zukunftsaufgaben der staatlickren Neuordnung durchzuführen laben werde. Die Unterstützung für den ersten Teil dieser Bestimmung des neuen Kabinetts ivird ihm im Parlament nicht fehlen. Die Tatsache, daß der neue Üäbinettschef in der Erkenntnis, daß den: Parlamente zur Lösung des zweiten Teils seiner Mission eine fpbe entscheidende Aufgabe zufällt, sich sofort nach der Ernennung mit den Parteivbmännern in Fühlung setzte, beweise den richtigen polittschm Sinn, , den der Ministerpräsident der Vorbereitung der Lösung des ihm gestellten schwierigen .Hauptproblems entgcgenbringt. Die nächste Aufgabe des Abgeordnetenhauses, nämlich die Betvilligung des Budget- pvovisorcums, die Verlängerung der ?)ttmdatsdauer und die Delegationswahlen dürfte Ende dieser Woche erfüllt werden, doch dürfte von der Vertagung des Hauses Abstand genommen ererben, da einige wichtige Ausschüsse mich den Sommer lstndurch arbeiten sollen.
Die sechste österreichische Kriegsanleihe.
Wien, 23. Juni. (WTB.) Gestern mittag ist die Zeichnung auf die sechste österreichische Kriegsanleihe geschlossen worben. Den Blättern zufolge steht schon jetzt fest, daß das Ergebnis der fünften KrtegSanleihe, welche 4,4 Milliarden erbrachte, übertroffen wird.
Tagung -eS deutsch.österreichisch-ungarischen WirtschasisvcrbcurdeS.
Budapest, 24. Juni. (WTB. Nichtamtlich) Die Eröffnungssitzung des d e u t s ch - ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i- s ch e n Wirts ch a ftsverbandes gestaltete sich zu einer eindrucksvollen^Kundgebung der Einheit der auch im Wirtschaftskampfe Schulter an Schulter kämpfenden Vertreter der wirtschaftlichen Vereinigungen der Mittelmächte. An die verbündeten Herrscher wurden Huldigungsdrahtungen abgesandt: ebenso wurden an den Reichskanzler, Grafen Czernin und den ästerreichisch-uugarischen Ministerpräsidenten Begrüßungsdrahtungen abgesandt. Die deutsche Regierung war u. a. durch den Grafen Wedel und den Prinzen u Erbach-Sckwnberg vertreten. Nach den Begrüßungsreden es Vorsitzenden Baron Beck, der ungarischen Regierungsvertreters und des Bürgermeisters von Budapest hielt Dr. Strcsemann einen Bortrag über die Ueber- gangs Wirtschaft.
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Seekrieg.
Reue U-Boot-Crsolge.
Berlin, 23. Juni. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boots- Erfolge im Atlantischen Ozean: 2 8000 Drurto-
registertonnen. Unter den versenkten Dampfern befanden sich ein englischer Hilfskreuzer, der am 14. Juni frühmorgens vernichtet wurde, ein großer englischer bewaffneter Dampfer und ein unbekannter englischer Fracht- dampfer von etwa 4500 Bruttorcgistertonnen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Berlin, 25. Juni. (Amtlich.) Im Atlantischen Ozean und in der Nordsee sind durch unsere Unterseeboote neuerdings 7 Dmnpfer, 1 Segler, 2 Fischdampfer vernichtet worden urrd zwar: die bewaffneten englischen Danrp- fer Hollington (4221 To.), Ladung anscheineird Munilwn, Polyxena (5737 Do.) mit Weizen und Stückgut aus Austta- lien, Orator (3563 To.), Baron Calvdor (4316 Do.), ttef beladen, Achilles (541 Tv.), Ladung Wein, die englischen FisMampfer Shamrock und St. Bernhard, der englische Gaffelschoner Mwyn, mit Kohlen, sowie zwei unbekannte Dampfer, von denen einer aus einem Gelertzug herausgeschossen wurde.
Eines der Unterseeboote hatte ein Gefecht mit einem Bewachungsfahrzeug und einem feindlichen Unterseeboot, in dessen Verlaufe ersteres durch Ar- ttllerie schwer beschädigt wurde. Das feindliche Unterseeboot wurde durch Salven eingedeckt. Ob Treffer erzielt wurden, konnte nicht einwandfrei beobachtet werden. Ein anderes unserer Unterseeboote, das von einem feindlichen angegriffen wurde, erzielte auf dem Turm des Gegners einen Treffer.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Der N-Bootkrieg und die Teilnahme Amerikas am Krieg.
Rotterdam, 24. Jttni. (WTB.) Die von der englifch 2 i Admiralität veröffentlichten st t i g ende n Sch iffs Verluste durch deutsche U-Boote veraulassen die „Pall Mall Gazette" z'ir folgendem Kommentar: „Die hauptsächlich,ste Gefahr im Augenblick ist, daß wir geneigt sind anzunehmen, daß die Schwiettgkeit nuferer Lage durä) die Bereinigten Staaten gelöst wird. Eine gefährlichere Plstlosophie kann Imvn sich nicht denken. Es wird Tattßki dauern, ehe Amerika in großem Umfange zu Lande oder See am Kriege eilnehnucn kann."
Archibald Hurd erklärt im „Daily Telegraph", daß seine M>ahuungen begründet gewesen feien. Die Deutschen entfalteten einige Wochen lang nicht das Höchstmaß der Kraft. Niemals sei die Erwartung berechtigt gewesen, daß Zerstörungen von Schiffen in größerem Umfange nicht eintreten würden. Man' müsse mit Schwankungen bei der Führung des U-Bootkrieges rechnen und könne nur sagen, daß die Hilssmiittel der Deutschen für den Bau und die Bemannung von U-Booten fcf>r größ seien.
„Daily Graphic" weist auf d« Gefahr der ^Aahrungs- ni i t t c l kn a pohe i t und des Mangels an Schftffsranm zur Beförderung von Lebensmitüln hin. Das Eingreifen Amerikas in den Krieg kömie England nich: helfen, im, Gegenteil mack>e es die Knappheit an Lebensmitteln nitb S.chinsraum nur noch schlimmer. Letztere wea'de besmrders ernst sein, i.üls die Bereinigten Staaten ihre Truppen narb Frankreick) schickm ivollten. Hierfür w^-d-e man allein 800 Schiffe benötigen. „Daily Graphic" berechnet hierfür unter Berücksichtigung von Unfällen, Ausbesserungen usw. die Entziehung von «etwa tausend 'ScfiiLffxrn. {bie sonst zur Beförderung van Gütern hätten Verwendung ftnden können.
FrarnAwich nird der U-Bootkrieg.
Paris, 23. Juni. iWTB.) Meldung der Agenee Havas. In der D e vntie r ten kam in c r brachte der Abg. Hesse eine Interpellation über die ^Wiederherstellung der Handelsflotte >cfin. Er erklärte, alle ^Mächte ! itten ihre Haudelsslatle verniehrt. und besonders Deutschland mach' beträchtliche Anstrengungen, während in Frankreich nicht nur nicht dazu crmjuttglt, sondern sogar entgegcngaaroeitet werde Nail führte ans: Am Vorabend des Krieges umfaßte die srmrzösische Flotte 2 Millionen Donnen Sie hat 560000 Tonnen verloren, davon 460 000 durch Kriegsbandlungen. Neubauten und Käufe ergaben 680 000 Tonnen und über 240 000 Tonnen Segelschiffe sind in der^Vollendtrng begriffen. Unsere Flotte ist also, fuhr Nail iott, größer als die, )peiche wir vor Beginn der Feindseligkeiten besaßen. Nail teilte schließlich mit, daß Eisenblech für die Schiffsbau tan ans England eingefübrt werde.
Ministerpräsident R i b o t erkannte an, daß die Lage der Handelsmarine nickt befriedigend sei. Die kÄrftick)en Schiffe seien nicht zahlreich. Es fehle au den hauptsächlichsten Ban>toffen nach auch die Handlvarker Leien nicht zaUreich genug. Der Kerp^UvtLÄt i r ni sler
erkenne die Notweirdigkeit an, die Handelsflotte Unter seinem' Befehl zu haben, beim die Gerreidekcists sei aufs höclyte gesttegen.< Deni Wunsche der Kanrrner, eine einlieitliche Leitung der Handelsflotte zu sckMsfen, könne also Folge gegeben w-erdenr.
Die Kanrmer nahm darauf durch Handansl>eban eine Tagesordnung an, welche die Absicht bekräftigt, die Käufe, Bauten imd« Sckarterungen von Schiffen in demselben Minist-ereum zu der» einigen, und tvelclw die Negierung au ff ordert, diese Reformen zu verwirklichen. Darauf wurde die Sitzung geschlossen.
Am dem Reiche.
Die Erntegussichten.
Berlin, 24. Juni. (WTB.) Die in diesen Tagen in ganz Deutschland niedergeaatigellen warinen Regen haben die Ernteaussichten tn Deuts chla nd so gebessert, daß sie in Süd- und Westdeutschland geradezu glänzend, in den mittlerer und öttlidyan Provinzen Preußens als vollauf besiiedigend anges-ehen tverden können. Die vereinzell bestehende Gefahr, daß bei längerem Anhalten der Dürre dev Roggen notteif geworden wäre, ist jetzt überall behoben. Brotgetreide, besonders Roggen, steht meist dicht und die Körnerbildung hat guten Ansatz. Hafer und Gerste haben fast überall einen ;piten Stand. Die warnten Regen kommen am meisten den Kartoffeln zugute, die gerade jetzt in Blüte stehen und zur Knvllenbildung ausreichende Feuchtigkeit brauchen. Die Frühkartoffeln stützen bereits überall in Blüte. In Süd- und Westdeutschiand erwarten, die Erzeuger bei der anfangs Juli zu erwartenden Fri'ch- Lartoffelernte recht günstige Erträge. Die überall int Gange befindliche Rauhsirtterernte ergibt einen weit über den Durchschnttt stehenden Ertrag.
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Berlin, 23. Juni. (WTB.) Dem „Reichsanzeiger" zufolge wnrde dem Major K l ü b e r , dem Haupttnann B r a n d e n b u r g und Leuttrant A l l m e n r ö d e r der Orden P o u r l e m 6 r i t e verliehett. _
Aus und Canö.
Gießen, 26, Juni 1917.
Kriegspatenfchaft.
Die heuttge Nummer unserer Zeitung enthält einen Aufruf der städttschen Fürsorgestelle für Kriegshinterbliebene zur Ueber- nahme von Kriegspatenschaften. Die Kriegsvatenschaften sollen dazu dienen, den Kindern gefallener Krieger die Erlernung eines Handwerkes oder (tzoschäfts nach der Entlassung aus der Schule zu ertnög- lichen. Die Kosten dafür werden im Durchschnitt mit 500 Mark an^ genommen. Wer sich der Fürsorgestette verpflichtet, diesen oder einen annäherrw hohen Betrag, sei es in einer Summe oder in Teilbeträgen, sogleich oder zu einem späteren Zeitpunkte zur Verfügung zu stelleit, gilt als Vollpatc mrd genießt als solcher getmsse Vorrechte dem Patenkind gegem'iber. Die Fürsorgestelle illmmt aber mit Dank auch aeringerc Zuwendungen an, die dann zu einem gleichen Zweckeit^ dienenden Sammclvermügen vereinigt werden, lieber die Verwenoung der gezeichneten Patettschaftsgelder verfügt die Fürsorgestelle. Bis zum Zeitpunkt ihrer Verwendung werden die Gelder verzinslich und sicher angelegt. Die Zinsen komnten den Patenkindern zugute. Hauptsächlich im Hinblick hieraus verdient diese Art der Kriegspatensckiaft^ die dem Patenkittdchen Bettag dev Stiftung bis zur notwendigen Höhe voll gewährleistet, den Vorzug vor einer anderen. Form, die vvn verschiedenlen privaten Vesiiche- rungsgesellschaften betrieben wird, vor der BersicherungSpälenschaft.
Denn die Versicherungsgesellschaften haben durch die Erhelnmg na- menttich d«r kleinen tnonatlich einziehbaren Prämienbeiträge verhältnismäßig bohe .Kosten, die aus den Beiträgen^ gedeckt weichen müssen. Auch können sie nicht völlig ohne Nutzen für sich arbeiten. Dennnoch ist die Form der Versicherung mcht gan,z von der Hand zu weisen, da sie durch Gefahren über ahme und dergleick>en ancki Vorteile bietet. Auf alle Fälle aber bitten mrd raten wir drin"-» gend, daß alle dieienigen, welckv den Wbschlüß einer Paten s cha f t s vc r s i ch e ru n g beabsichtigen, dies nicht ohne die Mitwirkung der Fürsorg estelle tun, dannt die Patenkinder vor vermeidbarem Schaven bewahrt bleiben.
Die Fürsorgcstelle hofft, daß die Bürgerschaft Gießens von der ihr hiler gebotenen Gelegwbe.it. ihre Dankbarkeit gegen die .KKndeA der auch für sie gefallenen Helden zu beweisen, umfangreichen Gebrauch machen werde.
Kochvorschriftcn für Dörrgemüfe.
Zurzeit kommt in der Stadt Gießen Dötrgemüsc zur Verteilung. Es dürfte daher für unsere Leser vmt Interesse sein, die' von der KriegsgesellsÄaft für Dö-rrgemüse in Berlin bekanutgegebenen KvchvorsckMften für Dörrgemüse kennen zu lernen:
„Dörrgemüse sind durch Trocknung haltbar gemachte Frischgemüse, naschen etwa 90 Prozent Wasser im Verlaufe des Trocken Prozesses entzogen tvorden sind.
Es ist wichtig, den Dörrgemüsen das durch das Trocknen entzogene Wasser in vollem Umfange wieder zuzuführen.
Beim Kochen sind folgende Vorschriften zu beackften:
1. Das Dörrgemüse ist sorgfälttg zu »vasck>en.
2. Für die Zubereitung auf dem Herde empfteblt es sich, das gewaschene Dörr gern üse mit etwa l 1 /-? Liter Wasser für 100 Gramnl Dörrgemüse am besten übrr Nacht einznweichen. Weiriger als 6 Stunden sollte in diesent Falle das (Gemüse iticht geweicht werden.
3. Bei der Zubereitung des Dörrgemüses unter Ber- weudtmg der Kochkiste ist längere) Einweichen nicht ek- forderltch.
4. Das fettig eiugeweichte Dörrgemüse ist mit dem Einweichwasser zu Feuer zu feivem. Unter keinen Unt- ständen gebe man Dörrgemüse in kochendes Wasser, da es auf. diese Weise hart und zäh bleibt. Langsames Kochen ist e r f o r d e rti ch. Die svnsttge Behandlung und Zubereitung von Dörrgemüse ist geirath die gleiche wie bei frischen Gemüsen.
Für eine ausreichende Mahlzeit fiub für eine Person wenigstens 30 Gramm Dörrgemüse erforderlich."
** U e b e r d i e R c g e l u n g d e s O b st v e r k^e h r s i m Jahre 1917 ist der heutigen Nummer des Gießeuer Anzeigers eine besondere Beilage beigefügt. Die in der Beilage aufgeführten Höchstpreise für Frühobst sind inzwischen durch Bekanntmackiung vom 6. Juni 1917 a b g e ä n d e r 1 lvorden- Diese Bekanntmachung ist im heutigen Kreisblatt noch ei n- m a l veröffentlicht.
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** Der Gro ß>h er zog hat am 13. Juni d. Js. dem Regie-' rungsassesfor Dr. jur. Karl Joseph zu Erfutt den Charakter als „Regierungsrat" erteilt.
** A u s z c i ch n n n g. Der Musketier Hans Schmitz^ aus * Gießen, der bei einein Jufanlerio-Negiment int Westen steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde fertter dem Unttrofftzier Willi Schmoll aus Gießen verlachen, Ivelcher schon seit Beginn des Krieges im Felde stel-t und bereits die Tapferkeitsmedaille erhalten fytü-
** Eine weiße Amsel wurde int (satten des B erg wer k- dicektorS Münker, Fraukfurterstr. 45, erlegt. Das Tierchen, daS eine große? ivaturgeschichtliche Setteuheit bedeutet, Ivurde von schwarzen Amseln ausgebrütct. Nach dem Volksglauben treten weiße Miseln imr in großer Zeit auf. Das hier sestgestellte Tierchen soll ausgestopft inrb einer Sckxule übertviesen werden.
** Erfüllung der Eierabgabepflicht. Zahlreich« M Geflügelhalter sind mit der Erfüllung ihrer Eierabgabex Pflicht im Rückstand. Viele haben sich geweigctt, Eier überhauv-,


