Ausgabe 
22.6.1917 Erstes Blatt
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Scfreit »Mittel.

dvlkmilHIar teil. In der am Mittwoch in unserem ME- oerosfentllclsten Bekanntmachung hat. wie wir erfahren, die Mommersrtzviig zu Mrch>erstäi,rmissen ?tnkrb gegeben. ^ie Roll- imldjfcrtm und nrr di- Bmechttgten %u Men Dimslstunden des Leberisünittelamtes zu erhallen.

.. . " S chweiz -rka,-. ?d.s den. MzawEchnitt Nr. 15 der LebenÄirrttelkarte gelangen aus den Kopf der Bevölkerung 100 Gr Schweizorkäse zur Verteilung. Die Bezngsvbschmtte sind in der

*L S^J i r m Kleinhandelsgeschäft der Stadt Gießen abzugeben. Stehe Bekcrnnünachmrg.

** Amtliche PerLonalnachrichten. In den Ruhe­stand versetzt wurden der Magazurauffeher Adolf E r n st in Darm­sladt und die Bahnwärter Philipp P o r t h in Budenheim und Peter Jhrrg in Eberbach, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisens bahngenremschoft, vom 1. Jul: dieses Jahres an

** Endlich Regen. Man hatte ihn gestern gewiß nicht mehr erwartet und vertrustete sich mit seiner Hoffnung säiion ans ben nächsten Tag. Da jagte abends gegen 10 Uhr plötzlich ein starker Windstoß durch die Straßen, den Staub baushoch emporwirbelnd. Ergötzlich war es zu beobachten, wie mit einem Male Hunderte von Fenstern geschlossen wurden, so daß das Geräusch des Schlicheus wie ein nraschinengewehrartiges Geknatter die Häuserfronten ent­lang lief. Wer nun den Himmel beobachtete, sah von Süd­westen her langsam und schwerfällig schrefergraue Wolken- e Heraufziehen, die unter dem Einfluß des Windes allmahltch in schnellere Bewegung gerieten: und in kurzer Zeit das ganze Himmelsgewölbe verdunkelten, man glaubte deshmmrt auf den Ausbruch eines schweren (Zwitters rech­nen zu können. Einzelne Blitze und entferntes Donner- gwllen deuteten darauf hin. Aber auch diesmal blieb es nur be: dem Borspiel eines Gewitters. Dafür setzte kurz nach 10 Uhr ganz unvermittelt ein starker Regenfall ein, der muh wen men Minuten schon das Wasser schäumend durch me Gossen stufen ließ. Wann hatte man dieses Schmchnel zum letzten Male beobachtet? Die Erde sog gierig dre allzulang eillbehrte Feuchtigkeit in sich ein, und wer mit offenen Sinnen am Fenster stand intb in die Dunkelheit chmausblickte, konnte wohl die Empftndnng Haben, als sauge sein eigener Körper, ähnlich wie die Erde, die feuchte Kühle wohlig in sich ein: Der erste Regensalt dauerte nicht gerade ranne, wiederholte sich aber in Abständen bis gegen 3 Uhr, sso daß die Wetterdienststelle Gießen eine Mederschlags- rmenge von 16 mm feststellen konnte. .Das ist gewiß nicht zu Wiel, aber fürs erste loemgstens etwas, was incht unter­schätzt werden darf. Die verbrannten Rasenflächen der städti­schen Anlagen sahen heute rworgen schon so ans, als ob sie isrch ein wenig erholt hätten. Wr Feld und Garten ist tdieser Regen unendlich segensvoll gewesen. Heute morgen lhat die Sonne wieder das Gewölke durchbrochen, vereinzelte ! Wolken wandern crm Himmel vorüber, die Luft ist stark be- lwegt. Zu einem Landregen hat sich der Gewitterschauer nicht fortgesetzt. Trotzdem läßt es die ganze Wetterlage nicht ^ausgeschlossen erscheinen, daß noch weitere Regenfalle »folgen werden.

** Samm elt Obftkerne! Angesichts der Knapp­heit des Speiseöls ist es von größter Wichtigkeit, daß !alle Obstkernc gesatuurelt werden; denn 1000 Kilogramm ftSteinobstkerne ergeben 50 Kilogramm Speiseöl. Den Samm- 'Imt werden für das Kilogramm vorschriftsmäßig abgeliefer- lter Kerne des Steinobstes, ausgenommen Pfirsich- jkerne, die für die Oelgewinnung wertlos sind, 10, Kürbis- ^kerne 15 und Zitronenkerne 35 Pfennig von den -Saurmelftellen vergütet. Die Leitung der Sammelstellen liegt in Gießen in den Händen des Hausfrauen-Ber- -eins (Mäusburg 5), in den Landgemeinden in densemgen Her Ortsausschüsse für Rotes Kreuz und Zweigvereine des Mice-Fraue nvere in s.

**VonderLudwigs - Universität. Die Jahres­feier findet am 30. Juni 1917, vormittags 11*/* Uhr pünkt­lich, in der neueil Aula statt. Die Festordnung bringt: 1.- uigslied ausJorsalfar" von Grieg. 2. Psalm 126 für drei­stimmigen Frauenchor von R. Bartmnß. 3. Festrede des Mektors. 4. Ben: Domine für dreistimmigen Frauenchor von 'Ä- Mendelssohn. 5. Marsch ausHerakles" von Händel. Nachmittage von 5- Uhr an findet eine zwanglose Zusammen­kunft im Philosophenwald statt.

** D i e b st ä h l c. In der stLacht^ zun: 20. Juni 1917 wurde .oon einer Bleiche an der Lahn ein großer Posten wcattvoller Wäsche, bestehend aus einem weißen Kleide, vier weißen Kürder kleiden:, meiner Damenhemdlwsi, vier iveißen Unkerröcken und einem 1 Da- ^imen-Maävthcind, gezeichnetA G." oder ,,A. M." entwendet. Iw ^Verdacht, die Tat ansgeführt zu haben, steht eine unbekannte, etttm 20 Jahve alte Frauensperson, in derer: Begleitung sich ein 8 bis f9 Jahre altes Kind befand, die sich gegen 6 Uhr morgens an dem Tatort zwecklos muhe:trieb. Ferner wnrderi bei einem Umzug ,tit hiesiger Stadt ein Paar schwarze, frifckbesvlüte Damen-Schnür­stiefel, ein Rasierapparat, MarkeGilletta", rmd eine weiße 'Haarbürste gestobien, und am 19. Jnrri 1917 wurde am hiesigen ^Balmhose, im Damenzimmer, einer durchreisenden Dame, während sie einen Augenblick den Raun: verließ, von einem Mädchen, das sich zu ihr gesellt hatte, eine braune imitierte Handtasche, in der sich verschiedene Toi letten gegenstände und ein rmsischer Reisepaß mit Bild ans der: NamenMarie Beermänn aus Frankfurt a. M." befand, und ein schwarzer Strohhut mit schwarzem Tüll imbi rotem Band entwendet. Dachdienliche Mitteilungen Wer den Ver­bleib der Gegenstände und über die Person der Diebe bittet man der hiesigen Kriminalpolizei zukonrmen zn lassem

** Grober Unfug wurde ans einigen Grmck stücken an der Frankfurter Straße, hinter der Klinik für pspchiische nnds nervöse Krankheiten, verübt, inden: dort 30 bis 40 Kartoffelstöcke wruttvillig aus dem Boden gerissen imrrden.. Wer einen .Anhalt für - die Täterschaft erbringen kann, wird ersucht, dem Polizei amt Mitteilung zu machen.

** Das Verbot, an deutsche Kriegsgefangene in Paketen Schriftstücke zu verseuchen, wird nickt genügend beachtet inil) dadurch, meist wider Millen der Absender, den (Gegnern mancher Fchgerzeig gegeben. Künftig sollen nun 'Absender, die dieses Ver­bot nicht beöcfrtei:, zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werde::. Auch ist es untersagt, an Kriegsgefangene in Geheimschrift Mit­

teilungen zu ge len zu lassen. ^ >

** Genreinde- und Kriegsfteuer. Die Handwer­kerberatungsstelle des Ortsgewer be verein s schreibt uns: Durch die infolge des Krieges bedingter: wirtschaftlichen Ver­hältnisse sowie durch die Einberufung einer größerer: Anzahl Ge­werbetreibender sind sehr viele (Heiverbebettiebe wesentlich ein­geschränkt. Da außerdem auch das Anlage- und Betriebs­kapital infolge (geringerer Vorräte an Rohmaterialien nnd Waren, sowie durch vermirwerte Außenstärrde eine nicht unbe­deutende dlbnahme erfahren haben dürste, erscheint es empfehlens­wert. in eine Nachprüfung der Veranlagung zur Gewerbesteuer innerlxilb der v arges chriebenen Frist einM- itroten. Hierzu stel l die Handwerkerberatungsstelle des Ortsgewerbe- veoerns allen ^Mitgliedern und Handiverkerfrauen u: der: M itt- »-ochs und Sonntags, nachmittags am: 12 Uhr, im Ge­werbehau s (Kirchstraße 16) stattstndeichen S p r e ch st u n d e n unentgeltlich zur Verfügung. Weiter ioird bezüglich der Kriegs­steuer darauf hingewiesen, daß vom. 1. Juli I. Js. ab alle bis dahin noch nicht gezahlten Sten erbet rüge, selbst ivenn sie noch nicht sällig sind, mit 5 Prozent verzinst gverden müssen, ganz abgesehen oavon, ov der Stenerbejcheid zugestellt ist oder nicht. Zur Abwendung dieser Zinsegllast steht beu Stenerpflichttgen nach 8 31 des Kriegssteuergesetzes das Recht zu. Voraus za hl un-

- mb» vw anLigt- Mtzabe xu l-ist-n. Der Bewag

al^l, steuerpflickitlgeii Mi»

Eganrsch von der BeratuNqSst-rle berechnet.

dvstdienst. Das Reichspostamt Kr«g«mtwen, die wrtec oder rricht Ater als 30 Jahre

dMMid als Post- od-q nnvanz>nstcllen. Much als Marl-nv-rräuscrrnncn ^o^gentrnnM bei MchanckWi dpitter Aasse kämien sie verwende

ein .^.. Ast 'UepielVaits Bahnhofstr. 34. Bon SaMKwg ab ist

AbteilungenStvl; weht die sckMwzpwritzqDt" vorgesehen. Sich- Lljnseige.

dev für di- Erstimpffinge

v? wecken noch chgetzaltm arn Miwvoch. den

dn' S dm j, Juli 1917, nachnttttngs 4 Uhr.

lTurnhalle der Stadtmi-chch-nsckmle. Schillerstr. 8). Termine rncht beirutzen will, muß sein impfpflichtigesl eigene .Kosten impfen lassem

^ r - 104 enthält Bekanntmachungen über. Speisefette. Verkehr mit Sulfat. Höchstpreise für Woll- ^ Seenas- Vlveise für Stroh und Häcksel. Prerse für SchLachttnnder. dhusfuhr von Hau. Milch- ^L^räung. Fleischversorgung der Fremdenverkehrsorte. ' Schrotmühlen. Verhütung von. Waldbränden.

Landkreis Gießen.

c ^ eInrod, 20- Juni. Gestern gegen Abend fand in der GemaMrng Göbelnrod ein bedeutender Waldbrand statt, to Haan, dem Wirberg gegenüber, brannte ein größeres

Waldstück weder, ffan; drivch die gasche Hilfe der hiesigen Ein­wohner, die, mit Schippe:: und Hacken versehen, eingrifsen, wurde nrmn weiteren Umsichgreifen des .Brandes ein Ende gemacht. lcoa> am spaten Abend Mirden durch die hiesigen Pferdebesitzer U^Wa-sser zum Löschen an die Brandstätte geschafft.

,-Schaden ist bedeULmd; lwü das Feuer entstanden ist, konnte b:s letzt mcht festgestellt werden.

-m. Hungen, 22. J-uni. Mehrere Gewitter, die sich über den ganzen Kreis Gießen rmd darüber hinaus ausdchnt-n- brachten gef^rn abend und wähveiid der Nacht den langersehnten, dnrchgre:f^wen R egen, der für die gesamte Vegetation, nament- Irch aber ffrr Getreide, Kartoffeln, Gcuwmet usw. von unschätz­barem Wert ist.

Krets Buomgen.

^ ^1- J^i. Hier starb nach langem Leider

der Alkbnrgermeister Wilhelm Knas. Die .Hessische Tapfer- kertSmedaille erhielt der Grenadier Friedrich Kranz in eineni Garde-Grenadier-Regffnenr

^ öermns, 31. Juni. Das Eiserne Kreuz uni me Hessische TapferkeitsmÄ>aille erhielt der Reservist Heinrick Eckert.

tt Eckartshausen, 21. Juni. Uür die U-Boot- Lipende wurden hier 220 Mk. gesammelt.

. Nidda, 21. Juni. Dienstboten des Sparkcrssebezrrks. die

fünf ^grhre lang bei ein und derselben .Herrschaft im Diestste ge- chrrwen ::nd den Sinn für Sparsamkeit dirrch Einlagen bet her Saufe betätigt haben, erhalten Prämien.

4t Wolf, 21. Juni. Das Eiserne.Kreuz, bereits früher Hes- Nsche Tapferkeitsmiedaille, erhielten der Gefreite Karl Nos und Musketier Friedrich Hübner.

Kreis Alsfeld.

^ ^7. ^ e r ^* a ^' 21- Zuni. Der von hier gebürttge Lehrer

Rudolf Vierheller, Feldtvebel in einem Ins.-Regt., der vor 1900 seiner Militärpflicht geinigte. erhielt das Eiserne Kreuz.

Kreis Schotten.

4f Schotten, 21. Juni. Die Hessische Tapferkeitsmedmlle erhielt Ludwig Rn hl.

# Eschenrod, 21. Juni Das Eiserne Kranz erhielt der Musketier Heinrich Wolf in einem- Inf.-Regt.

O Albern , 21. Juni. Der Großherzog hat den: Lcnrdbrief- trager Karl MehrrNg das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schriftFür treue Dienste" verliehen. Mehring, der jetzt in den wohl^rdienten Ruhestand tritt, hat lange Jahre hindurch bei Mnd und Wetter den schwierigen Dienst in den zum hiesigen Kaiserlichen Postamt gehörigen Außengemeinden verschon rmd hat sich durch sein pünktliches, Pflicht getreu es und allezeit gefälliges Miesen die Wiertschatzung weiter Kreise erworben. Einer seiner Söhne siel vor 2i/s Jahren auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Sein ältester Sohn mürbe nach schwerer Verwundung als Kriegsbeschädigter in die Heimat entlassen. Dem Landsturmmcrnn Gefr. Karl Reichert, einem der ältesten Krieger aus unserer Gemeinde, wurde für tapfe­res Verl-alten vor^dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Me Sammlung für die U-Boot-Spende wurde vcm dem hiesigen Zweigverein vom Roten Kteuz durchgeführt :md ergab die ansehnliche Summe von 437,90 Mk. Von Vereinen be­teiligten sich dabei: Zweigverein vom Roterl Kreuz, Aliee-Frauen- Vierein, Ortsgri^pe des Deutschen Flottenvereins, (sinstav-Adolf- Frauen verein :nrd Volksbildungsverein.

O Glashütten, 20.Juni. Durch Lehrer Weber lourde die Sammlung für die U-Boot-Spende organisiert. Es konn­ten 63,30 Mk. für den schönen Zweck der Samnielstelle überwiesen werden.

# Kaülst 0 s. 21. Juni. Das Eiserne Kre::-; erhielt der Unteroffizier Karl Dahmer.

4!- Kölzenhain, 21. Jrmi. Die .Hessische Tapferkeits­medaille erhielt der MnÄetter Emil Raus ch in einem Jnf.-Regt.

4t Ulrichstein, 21. Juni. Das Mi litär-Sanitäts-Kreuz erhielt der Landsturmmann Karl Stern.

Starkeuburg und Rheinhessen.

mr. Aus dem Main tack, 21. Juni. Me außerordentlich warme Witterung der letzten Tage hat wesentlich zu dem glatten! Verlauf der Rebenikblüte beigetragen. Sie ist in den Wein­bergen um Hochheim schon nahezu beendet. Die öKscheine trugen/ reiche Blütenansätze, wem: diese alle zur völligen Enlloicklnng kom­men, so wird mit einen: guten Herbste zu rechnen sein. Die Rebs­schädlinge treten, gleichfalls eine gute Wiirkung der smmigen Witte- rutlg, nur gantz vereinzelt auf. Nur der Sauerwurm rviirde in letwas schattigeren Lagen beobachtet, währeiid Mehltau kaum in größerem Umfange zu bernerkerr ist. Me Heilernte geht im Maintal den: Eiide entgegen. Der Ertrag ist überall inindestens mittel- rnäßig, in den meisten Gemeindeti sogar gut. Dringend notwendig wäre jetzt Mur ein ausgiebiger Landregen, der das Getreide noch voll zur Entwicklung konitnen läßt, ebenso iväre durchdringende Feuchtigkeit auch bei dem Auspsla:rzen der Gemüse, das eben über­all vorgenommen wird, nicht zu verachten. Die Kartoffeln blülmi meist schon. Auch hier wird man mit einer guten Mittelernte rechnen können.

Hessen-Nassau.

B a d O rb , 21. Juni. Nachdem am Mittwoch mittag durch -einen Brand bereits das Amvefei: des Einwohners Jakob Koch vollständig eingeäsckjert war, eritstand weirrge Sttinden später in der Meistergasse eine Feuersbrunst, die in kurzer Zeit vier W 0 h n- häuser und eine Scheune vernichtete. Ein fünftes Wohnhaus wurde so schwer durch Feuer u::d Wässer beschädigt, daß es abge- brochetl werden muß. Secl)s Familien sürd obdachlos geworden. Der Schaden ist erheblich, da nur einige Besitzer versichert waren. Eine weitere Ausdehnung des Brandes auf die ganze Gasse ivurde durch die Feuerwehr und die hier awvesenden Soldaten verhindert.

Frankfurt a. M., 21. Juni. Mit reichem Erfolge treibt gegenwärtig ein Erpresser in der Stadt sein Utiwesen. Er besucht Frauen, deren Mämrer im Felde stehen oder sonst orts- abioesend srird, Und verlangt dringend und anfgeregt den Gatten zu sprechen. Wenn ihm dam: die Auskunft verweigert wird, läßt er den Frauen gegenüber durchblicken, daß er zu dem Manne homo- sertielle Beziehungen unterhalteti habe, deren Spuren jetzt die Poli­zei verfolge. Zur Verwöschüng dieser Sprrren mtb Rettu::g des! Mannes vor Bestraffmg müsse er Geld zur sofortigen Flucht haben. Die verschüchterten Frauen geben daraus dem Burschen, der erft 20 (Jahre alt und sehr elegant gekleidet ist. alles verfügbare östld. In verschiedenen Fällen erpreßte der Mensch Beträge bis zu 2000 Mark Bisher gelang es der Polizei nicht, des gemeingefährlichen .Erpressers habhaft zu werden.

mr. Frankfurt a. M., 21. Jmri. I:: einer quLefrrrtten ge­schlossenen Versammlung der Vorstände der Uesigen Fschvrrenn-

flMW0oi des Kleinhandels und g fe h ig r iv er b eZ wurde die GrSudWg

eines Bundes des Kleinhondeks und Kleingewer­bes beschlossen. Der neue Bund soll den Notstand, der heute im Kleingewerbe herrscht, zu lindern rmd die Schäbffn des Krieges^ durch straffe Organisation auszugleichen suchen.

-- Ka ssel, 24.Jürri. Aus §wf Richberg feierte das Ehepaar Ltebermann das goldene Hoc^eitsfest. Me Famllie ist jetzt gerade 200 Jahr auf dem ihr von den hessischen Landgrafen alS Schlehen zugeeigneten Hofgut ansässig.

ü Marburg, 2t Juni Die hiesige Polizei Verwaltung hat §um Schutze der Felder nnd Gärten u-nd zur Uebev- wacküng der vom stellvertretenden Generalkommando erlassenen Bo« sttmmungen für jiigetidliche Personen aus der Einwohnerschaft 3? Herren verpflichtet. Sie tragen keine besonderen M^eichen, führ« aber einen diesbezüglichen Ausweis bei sich. Heute früh schnitt sich fein in einer hiesigen Anstalt erngelieferter Italiener die PulS« adern auf. Der Tod trat alsbald ein.

ul. Rennerod, 21. Juni. 600 Mark Gell>strafe erhielt ein hiesiger Landwirt vom Schöffengericht, weil er täglich 24 Schoppen Milch gesvann, jedoch keinerlei Wlteferung nmchte. Dieser Fall dürfte allgemein als Warntmg dienen.

ü Aus dem Kreise Kirchhain, 21. Jun:. Morgen begehen die Weleute Christian Klotz und Frau in Schsoeinsberg / das Fest der goldenen Hochzeit. In Neustadt brannte in vorletzter Nacht das gesamte Gehöfte der Witwe Möhr nieder. Mehrere. Schweine sowie eine Menge Geflügel kamen in den Flammen um.

Müller siche Badeanstalt. Wässerwarme der Lahn am 22. Juni: 20" Reaumnr.

Mcherrt!. Lederficht derLodersSSe i. UtoW Sich«.

23. Woche. Vom 3. Juni bis 9. Juni 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Mtlttär) Sterblichkeitsziffer: 26,70 Nach Abzug von 13 Ortsfremden: 6,29 */® 0 .

Zus-

Kinder

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Masern

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Diphtherie

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1(1)

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ander. WundinfektionSkrh.

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Tuberkulose and. Organe

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Lungenentzündung

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Krankh. d. KreiSlaufsorgane anderen Krankheiten der

5(4)

5(4)

Verdauilngrorgane

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KD

Krebs

2(2)

2(2)

Verunglückung

MD

MD

Summa:

17 (13)

10(8)

2(2)

6(3)

STitm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geberi an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen.

Medizinalrat Tr. E. Wal g er, Großh. Kreisarzt.

8V itte rungsbericht.

(Oeffentlidjer Wetterdienst.;

Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, Temperatur, wenig geändert.

Letzte riacherchten

RnylandS Antwort an die Weftutäch-te.

Rotterdam, 21. Juni. Der Korrespondent voU ,>Daily Telegraph^^ meldet aus Stockholm, er erfahre aus - guter Quelle, daß der frcntzösische Munitiousminister Tho­mas einen russischen Vorschlag bezüglich einer Revidierung der Kriegsziele der Verbündeten mitbringt.

Die russischen Sozialisten fiir die Fortführung des Krieges.

Genf, 21. Juni. Die voil der Entente bedienteNeue Korrespottdenz" berichtet aus Petersburg: Am Sonnabend fand eine geheime Abstimmung des Arbeiter- und Sol­datenrates über die tveitere Kriegführung statt. Die denw- kratischen Sozialisten stimmten für eine Offensive mit 75 gegen 55 Stimmen, die Sozialrevolutionäre mit 325 gegen 25 Stimmen für eine Fortführung des Krieges. Die Gruppe - der Wilden hielt eine Versammlung für sich ab, wobei zahl­reiche Redner die Niederwerfung Deutschlands verlangten. Brussilow.

Amsterdam, 21. Juni. Nach einer st^entermeldnng erwiderte Brussilwv auf eine Glücttrmnschdepesche des eng­lischen GeTteralstabSchefs - Robertson, daß sein gairzes Be­mühen sich darauf richten werde, gemeinsam mit den eng­lischen Streitkräfwn den Feind zu b-esiegen.

Die Gegensätze im russischen Heer.

Stockholm, 21.Jwii. Me ukrainischen Soldaten meinen* sich fetzt einstimmig, an pie Front zu gehen, bis besondere ukrainische Regimeitter von Kerenski gebildet rvorde:: seien. Hiergegen sträulü sich die Regierung fortgesetzt, weil sie die Schaffmig einer ukraini­schen Armee der ukrainffchen Selbständigkeit gleichsetzt. Kerenski, der täglich mehr in das imperialfftische Fahrwasser gleitet, fffidtt in der Front jetzt den stärksten Widerspruch. In Riga erschien der Heraiisgeber derOkvpaja Pravda", Fcchnrick: C han stow, in der Sitzimg des Wbeitervats, und forderte die Absetzung .Ke- ranskrs, den er »als von englischm: Geldern bestochen bezeichn nett. Chaustvw fa:rd im Soldatenrat zahlreiche Anhänger, während die -Offiziere sich über die Ehoenkränttnig Kerenskis empörten> die Entfernung Ehaustmvs ans dem Heere verlangte::.

Die russische Zersetzung.

Amsterdam. 21. Juni. Einem hiesige:: Blatte Zufolge berichtet der .Koriespondent derTimes" a::s Odessa, die Lago verschlechtere sich, die Llnzeichen beginnender Anarchie nähmen zu. In Bessar-abiei: seien nicht mir eine ^ll'.zahl von Häusern von Gutsbesitzern, .sondern ganze Dörfer ausgcvlündert worden. Räu­berbanden, die aus Deserte-nren und Bauer:: bestehen, zogen durch das Land. Im ganzen Land bleiben die Steuern unbezahlt. Die Beftellimg des Landes sei imgenügend mtb die Vorritte newnen ab Es herrsche bereits Mangel an Futter, Milch und Brennmaterial Ein ttilweiser, ivenn nicht vollstiindiger Sttllstand des Eisen­bahnbetriebes werde :mvermeiÄicb sein. Geg-enwärttg sei es noch möglich, ans die Bauer:: nroralisch einznwirken, aber spater würde Hrmger mtb Kälte das Volk wahrscl^mlich zu Est'ivaitttrten treiben derer: nattirliche Fokae ein regelrechte:- .Krieg zwischen Stadt mrd Land seff: nnirde.

Stockholm, 21. Jum (Von- Ztg.. Aus sicherster Quelle wird über die Borge,chrchlc des Falles Grimm-öoff mann bekannt: Bon dem Telegramm Hvffmanns an den L-chwcizer Ge,andst:n m Petersburg verschaffte iich die euq- Me. Regikrung Kenntms. Sie besaß auch den Clchffre- Eu,sel und legte dre dechrffricrtc Depesche der provisori­schen Regierung vor. dre daraufhin gegen (Srnnrn vorqrng VernlischieÄrmi, des Generals Wille?

Genf. 2i Juni. Das GenferJournal" belumpeer der Buudesrat habe bei General Will« einen 3cfiritt unter ­nommen, um ihn zur Verabschiedung zu beivegen.

Zur Lage in Spanien.

^ dern . Ll.Jum.Petit Parisicn" meldet aus Madrid Data erNarte ern.gen Pressevertretern, pie Regrerung dofse schr er.tt,>- bas ichwere Problem unter der Mvmrkuua des Sandte

Emmen. Die Äortcs,r»-lde,cdock nur dm», eorbernie:

u^brnst erforderlich ist. Der von den