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22.6.1917 Erstes Blatt
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Ä*W8fcaS£sieben bCnt NuHmr ^TWTfet«! eötot neuen Tlanz hinzu, tttbem es bie beträchtlich verstärÄn Kräfte der Feinde besiegte. Unser Heer trat in dieser Stunde des Siegel in der Welt als Vorkämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit auf. Der Name Italiens stieg in der Beivunderung der Völker als ivesentlrcher FaUor der Wcltpolitik imd der Weltgeschichte. Diese hohe Aufgabe wird vom Heere,und vom Lande noch andere Beweise der FesttoL- keit und Selbstverleugnung fordern. Unsere Entschlüsse müssen mehr denn je, rasch, fejli ufrrd emimütig sein, und trnsercn Bundes­genossen must kräftigste Unterstützung dargebracht werden. Der Feind darf nicht glauben. daß wir uneinig sind, selbst wenn man Manchmal iiter die Wühl der zu treffenden Maßnahmen ver­schiedener Meinung sein kann."

Bose Ui berichtete sodann vot: den bekannten Aendcrungen ivr Kabinett und sagte:Das Kriegsmrnisterium weiht alle feine Bestrebt tilget: den großen Aufgaben der gegenwärtigen Stunde. Das Marinemini sterium wird den Kampf gegen die Unter- seebootswaffe verstärken. Ein Minister wird die Propaganda lei­ten, die den Verrat an der gehetlichen Sache des Vaterlandes ver- hmderir soll, der darauf abzielt, die Tatkraft des Heeres und des Volkes zu schwächen. Das wäre keine italienische Regierung, die nicht fühlte, daß ihre erste Aufgabe darin besteht, jeden Einschlag aus die Kraft des Krieges und die Rechte des freien Vaterlandes KU unterdrücken.

Bvselli fuhr fort: Ohne Sieg kann keine .Klasse, besonders nicht das Proletariat, auf ein glückliches Dasein stoffen. Alle er­sehnen, erhoffen und seguen den Frieden. Diejenigen aber, dre einen Friedei! ohne Sieg wünschen und ohne vollkommene ;m- tionalc Befreiung, würdet: einen unmöglichen Frieden wünschen ttnb das Nahen eines neuen, schrecklicheren Krieges oorbereiten. Wenn Friedensströmungeil in Italien bestehen sollten, würde die Regierung fid* unerbittlich gegen sie wenden. Die Regierung wird unverzüglich alles 'Notwendige zur Organisation der Disziplin im bürger lul.ru Leben und zur Sicherung des inneren Friedens Vor­schlägen. Das Kabinett will keine Reaktion. Es N7ird jedem soviel Freiheit lassen, wie mit der .Kriegsdisziplin vereinbar ist. Boselli forderte eine ausft'ihrliche Erörderimg über die milttsterielle Er­klärung. An dein Schicksal des Ministeriums sei wenig gelegen: woran) es ankomine, sei der Sieg Italiens und der Triumph der Zivilißrtton in der Welt.

Die Rede Somrinos.

Rvm . 21. Juni. WTB.) Kammer. Meldung der Agcneia Stzestutr. Nack dem Ministerpräsidenten ergriff Sonnino das Wort und erklärte: Seit ureiner lebten Rede beherrschten zwei große geschichtliche Ereignisse die Internationale, der Eintritt der Ber­einigten Staaten in den Krieg und die fortschreitende Ent­wicklung der rufskschen Revolntion. Die Gerechtigkeit der itali«ttschen Sache komrte keine unwiderleglichere Rechtfertigung er­halten wie den Beitritt des Volkes, das alles tat, um den Krieg zu vermeiden. Die Italiener hörten mit Genugtuung von dem guten Empfang, der der italieinschen Abordnung in Amerika zuteil wurde. Sie sehen in dieser Begrüßung den Beweis, daß Amerika den Wert des Beitrittes Italiens zum We'lttriege anerkennt. Die Waffen­brüderschaft scl)asft ein neues unvergänglickjes Band zwischen den briben Völkern. Es ist der sehr lebliafte Wunsch der Italiener, eng. mit der großen amerikanischen Republik zusammenzuarbeiten. Der Minister erinnerte sodann daran, daß Cuba und Panama dem Bei­spiel der Vereinigten Staaten folgte::, und führt andere amerika- trrsche Länder an, die die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abbrackvn. Die italienische Regierung erkannte wie die anderen Ver­kündeten die vorlätrsigc Regierung in Ruf. taub au. stban muß lassen, daß das rnisiscbe Volk in den demokratischen Grundsätzen die Mittel suchen wird, um Schwierigkeiten, die seiner politischen Umgestaltung mrhaften. zu überwinden, und daß der Volkschstinkt die Schlinge^ des Feindes erkennen und unschädlich machen wird. Der beste Schutz der Unabhängigkeit und der inneren Freiheiten Rußlands beruht auf ferner voll ständigen lieber einstimmung mit beit Verbündeten hinsichtlich der Fortsetzung des Krieges. Italien nimmt auf­richtigen Anteil an den Unglücksschlägen, welche Rumänien, fern4 Schwesternation, betroffen lwbnt. 2lber schon schickt sich dieses Land an. Rache zu nehmen Italien ebenso wie seine Verbündeten for­dert die Wiederherstellung Belgiens. Serbiens und Montenegros. Wie 'iene. verlangen wir die Einigung eines unabhängigen Polens.

Au der albanischen Frage übergehend, erklärte Sonnino, daß sie eng verbunden sei mit derjenigen des Besitzes von Valona imd mK kstr Frage der Adria, die eine Lebensfrage Italiens. sei. Italien, fuhr er fort verkündete die Unabhängigkeit Albaniens. ES bat dabei keine anderen Ziele, als dieses Land gegen jede et­waige Eimnischnng einer dritten Macht zu verteidigen. Mbanien wird sich des vollen Rechtes erfreuen, im Innern über sich selbst zu verfügen. Italien wird die berechtigten Interessen Mbaniensi in den internationalen Versammlungen aufrecht erhalten. Was die Grenzen Albaniens anbetrifft, so werden sie durch den Friedens­kongreß bestimmt werden.

Sonnino fuhr fort: Die Kriegsnvtwendigsterteit veranlaßten die drei Schutzin ächte Griechenlands dazu, Zwangs masi- "nähnien gegen dieses Land zu. ergreifen. Da Italien keine der Schutzm ächte ist. nahm es keinen unmittelbaren Anteil an diesen Ereignissen: aber, die italienische Regierung Mt sich peinlich in voller Uebereinstimmuirg mit den Verbündetem Man muß hoffen, daß die neue Lage für das griechische Volk vorttstlyaft sein wird., In Palästina nehmen die Italiener jetzt an dem tnilitä- rffchen Vorgehen Englands teil. Die Verbündeten bemühen sich, ihre Einigkeir in ihrem politischen irnd militärischen Handeln auf­recht zu erhalten. Man versuchte ulckÄrgst, die grundlegenden Be­griffe eiires zukünftigen Friedens in eine kurze Formel zusammen- zufassen: aber die allgemeine Lage ist so verwickelt, daß keinst Formel dieser Art allen Forderungen genügen kann. Die russische FormelWeder Annexionen noch^.Kriegsent­schädigungen", rem negativ wie sie ist, könnte leicht eine zwei­deutige Rechtfertigung der geschehenen Gewalt­taten Hervorriffen. wenn man sie von der GrundvvrstelVung der Freiheit imb Unabhängigkeit der Völker und den Sicherheiten trennt, welche für die Aufrechterbaltung des Friedens irnd der internationalen Ejerechttgkeit unerläßlich sind. Wir wollen keine Eroberungen, und lvir staben keine imperialistischen Ziele. Aber wenn der Friede dauerbast sein soll, so ist es notwendig, daß wir an unseren nationalen Grenzen in Sicherheit sind. Die Einigkeit und Unabhängigkeit unserer Nation geinäß dem freien Volkswillen. das ist unser Programm. Die Verlängerung des >strieges macht die allgemeinen Lebeusbedingrmgen immer schwieriger. Wir fordern das italienische Volk aus, in seinen Anstrengungen zu verharren. Jede vorüberg(.heiwe Scknväche konnte, die imzähligen, bis jetzt gcbvachtelr Opfer nutzlos machen und sogar dre Zickimst des Vaterlandes m Gefahr bringen.

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pSre-«Morel bestand aus sof o rt ig er Besprechung, schließlich

wurde die Bereinigung beider Interpellationen von der Kammer mit 337 gegen 163 Sttmmen angenommen. Consta nt erklärte, das Gesetz betreffend die Einschränkung des Gasverbrauchs schaffe große Verwirrung in der nrit (Gasmotoren arbeitenden Industrie. Violette erwiderte, er hoffe durch die Ausführung des Gesetzes monatlich 60 000 Tonnen Kohlen z-u sparen. Der Munittonsminister beanspruche monatlich 1800 000 dünnen Kvhlen. Minister'- präs ident Ribot bestand auf der Annahme des Gaserlasses und zollte denn Bemühungen Violettes Beifall. Die Regierung wolle nicht bei jedem Schtitt belästigt werden und werde deshalb die Vertrauensfrage wegen dieses Erlasses stellen. Die V ertra u- e n s t a g e s o i^' d n n n. g wurde sodann mit 338 gegen 27 Stimmen anganommen.

Luglruv, 21. Juni. Bei Besp-vechimg des Antrags auf Abh-altung einer G-eheinisitzttwg in der italienischen Kanriner tarn es zwischen Nackivn-alisten und Sozialisten zrr stürmischen Auftritt ein. Die Sozialisteir gebrauch­ten llritt B. T. die Ansdrücke: bezahlte Agenten Frankreichs, Hernswürste, Franzosen. Die Nationalisten antworteten: Schweigt, ihr OÖsterreicher, ihr Tentschen! Die italienischen Kriegsparteien haben im ganzen Lmrde eine direkte Ver­folgung der Friedensfreunde hervorgerufen. In snditalie­nischen Landstädten wurden mehrere Wanderredrrer, als sie auf die Wahrscheinlichkeit emes dritten Kriegswinters anfpielten, durch fanatische Frauen mißhandelt.

Aus der franzöfischen Kammer.

Paris, 20. Iun.i. (WTB. Nichtamtlich.) In der K a m m e r brachte Compore-Viorel eine Anfrage bezüglich der Erna h - irüng dr;r Armee ein. Bei gewissen Truppenteilen sei die Kost außerordentlich schlecht. Es bestehe ein Unterschied in der Behand­lung von Offizieren und Mannschaften. (Lebhafter Tuinult, den Desckanel miit Mühe beschwichtigen kann.) Painleve erklärte, die Ernährung der Truppen sei die größte Sorge der Regierung, die alle nüttgen Maßnahmen treffe. Die Erörterung dieser Inter­pellation möge gleichzettig nrit der Interpellation über die Avril- Offeusi dein der Geheim sitzu n g behandelt werden. Com-

Die Neoolutkon in Rutzland.

Bom Arbeiter- und Soldatenrat.

^ Stockholm, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Svenska Telegranibyrans. Die Abteilungfürinternatio-- Nale Beziehungen dos Petersburger ?lrbeiter- und Soldatenrates gibt ab 22. Juni in Stockholm Berichte mit authentisckren Telegrammen des Rates in deutscher, französischer und englisclier Sprache heraus.

Petersburg, 20. Juni. (WTB. dttchtamllich.> Meldung» der Petersburger Telegraphen-Ägentur: Hier ist ein Koirgrest! von K o i n ! e n t» c r t r e t c r n zusammengetreten, der sich miü der Haltung der Kosaken zür. einsllveiligen Regierung, zur ver-i fassuuggebenden Verscmrmlung, zuin Kriege und zu anderen Fragend befassen soll.

Tie Arbeiten der Versammlung der Bergleute u nd- Bergwerksbesitzer ergaben die Bereitschaft zu gegenseiti­gen Zugeständnissen. Zur Ausarbeitung der Bedingungen eines Abkommens ist ein besonderer Ausschuß ernannt worden.

Aus Tiflis wird berichtet, daß in einer Sitzitng des ans- sährenden Ausschusses des dortigen Arbeiter- imb -Soldatenrates die Distrcktskommissare von sieben Distrikten Berichte über die allgemeine Lage verlasen, n.rch denen die Geivaltakte und Beo- brechen nahezu vollständig Mtsgdhört haben mid die Bauern init der neuen Regieruitg sehr Mrieden seren; sie erwarteten die Regelung der Landfrage und die Lrganiscttion der Sckmlen auf neuen Grund­lagen.

Der Kongreß der Kosackcn.

Petersburg, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Heute wurde der allgemeine Kongreß der K o s a k e n g r u p p e n des euro- väischen und asiatischm Rußlands in Gegenwart von mehr al^ 100 Mgeordnetear eröffnet. Die erste Rede hielt der frühere M i ni ster G u t s ch k o w.

Ncber Tomsk das Kriegsrecht verhängt.

Petersburg, 21. Juni. (WTBü Reuter: Ueber die Stadt Toms k wurde, nachdem von begnadigten Gesänge neu und vom Anarchisten zahlreiche Morde ititb Diebstähle verübt worden n>aren, das Kriegsrecht verhängt. Es verlandet, daß eine Verschwörung! iin Gange war, die Banken und Geschäfte zu plündern und die Direktoren zu ermorden. Ueber 1500 Begnadigte und 800 andere Personen wurden verhaftet. Ettva 20 Personen wurden getötet und eine Anzahl verwundet.

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Die Stockholmer Beratungen.

Berlin, 21. Juni. DerVorwärts" verösfeittlrchr die drahtliche Einladirng Tscherdses im Aufträge des Peters­burger Arbeiter- und S -o l d a t. e n r a r e s zur inter­nationalen sozialistischen Konferenz nach Stockholm zwischen dem 28. Juni und 18. Juli und schreibt: Die Dele­gation der deutschen Sozmldenrokratie hat dem Exekiltiv- ronritee des 'Arbeiter- und Soldatenrcttes in Petersburg mitgeteilt, das; sie au der Konferenz teilnehmen iverde.

Aus die Aeilßeruirg-eu des französischen Mmrinons- minrsters Thomas im StockholmerSozialdemokraten" über das Memorarrdimi der oeittschen Delegation brrngt der Vorwärts" eine Erwiderung des dentscheir Delegierten Davüd, in der es heißt: Thonias ist allem Anschein nach davori überzeugt, daß Deutschland den Krieg vom Zaune gebrochen habe und über seine friedliebenden 2?ackcharu her-gefallen sei. Er hält uns deutsche Sozialdeinotraten, die wir meinen, mit gutem Recht unser Land zu verteidigen, für at..ie Betrogene. Ich gestatte mir, den Spieß umzu- dreheu u.ud ineine Ueberzeugung auszusprechen, daß die französischen Sozialdemvirateu mit ihrer Ueberfallslegende ein Opfer zaristisck-er- Diplomatie ltnd der an sic geketteten eigenen Regierung sind.

Der Fall Grimm

Stockholm. 21. Juni. (Schwad. Tel.-Bur.) Nati-onalrat Grimm varöfseittlickK eine Erllärung über die Umstände seiner Ausweisung aus Mißland, in der er sagt: Am 9. Juni seien Axelrvd imd Miattoff bei ihm erschienen und hätten ihn gefragt, ob der Schweizer Gesarrdte in Petersburg Friedensvorschsäge der deutschen Regierung -zur unntitle!baren oder mittelbaren ileber- Mittclnng an die russische Regierung ihm übergeben oder ein dahm- zielendes Ansinnen an ihn gerich-det habe. Gs gebe ein derartiges' Schriftstück, in dem der Name G rinrin erwähnt (und das von einem russischen Agenten in Bern au das AAinffteriunr des Aeußern in Petersburg gesandt ivordeit sei. Er Okimimi habe beide Fragen verneint und diese Berireinung schriftlich zu Hsänden der Nsinrster Tscheretelli uud Skobolew bestätigt, und hinzugefügt, er lehne cs überhaupt grrmdsätzlich ab, den Vermittler von Friedeitspläneir imperialistischer Regierungen zu spielen. Diese Erklärung sollte am folgenden Tage in der Isvestia erscheinen, erschien aber nicht.

Am 13. Jum erhielt Grinrm aus sein Verlangen eine Llbschrift der Berner Depesche ait derr Srchaeizer Gesandten in Petersburg, die am folgenden Tage veröffentlicht werdet: sollte. Cffffnrm sollte aber Gelegenheit haben, -zttvor eine Er klärt mg zu erlassen. Ist den: Entwurf hierzu führte Grinrin aus, rvenn das Telegramnr eör deutschersecks uitternoNimener Versuch sei, seine Amvesenheit in Petersburg zugunsten eines dculschet: Sonderfriedens auszunützen, so betrachte er einen solchen Versuch als eine .Herausforderung. Die Minister hätten jedoch eine schärfere Spitze gegen die dentsci>e Regierung und einen schatten 'Angriff gegen die ^chioeizer Re- gieoung verlangt, ipas er abgelehUt jhabe. Gin neuer Entivurf genügte den Ministern auch nicht. Man erklärte Grimnt, die Re­gierung beabsichtige selbst keine NdäMal>Men gegen ihn, doch luetö-e er höflich st gebeten, sofort abzureisen, da zu befürchten sei, doß nach der Veröffentlichung des Sachverlchts Ausschrerttmgen entstehen könitten. Am folgender: Tage verließ Grimnt Peters­burg. Bis znr Feststellmeg der Ursachen seiner Ausweisung hatte er sein Mandat für die Zimmerroald-w Kommission den schivedi- schert Genossen zur Verfügtmg gestellt uird die Schweizer Parte: ersucht, nach Kenntnisnahme des Tatbestandes über serne^politi­schen Mandate und seine Stellung in der Partei in der Schweiz zu entscheiden.

Ekue engiischc Ministerrebe.

Haag. 21. Jüni. Reuter gibt eine längere Rede des Mi­nisters Barnes, eines Vertreters der 2lrbeiterparte: int .Kriegs­kabinett wieder. Barnes sagte darin, daß alle Völker nun des Bi l u t v e r g i e ß c n s m ü de seien und darauf brennen, aus dem Kriege hevanszukommen. Das sei ganz natürlich bei der riesigen Ausdehnung, der Wildheit und Bernichttmgswttt, die der Krieg gngetrommen habe. In den Zenttalmächien sei diese Kriegs- müdigkeit uoci ausgesprochener als anderwärts. Deshalb suchten die Zentralmächte die allgemeine Kwiegsmüdigkeit cntsznnutzeit, indent sie. die Konferenz in Stockholm veranlaßten und Rußland mit deirtscheu Ageitten überschüvemmen, uin Zwiettacht zwischait den Regierungen und den Völkern zu säet:, mck denen Dkutschlünd im

Kriege sie Bwrerkmswewt sei jedoch, daß zwar bfc deutschen So­zialisten und zahlreiche Publizisten über die Kinegsziele und die Möglichkett von Friedetisuitterhcmdllmgien Mitteilung machten, daß die Regierung selbst jedoch sich hierzu nicht äirßert. 'Das Aeußerste, ivas die deutsche Regierung im Augenbltck verlcurgen: könne, sei die Rückkehr zum faiürs guo. Alber dieser status guvi sei, wie auch Wllson in seiner Botschaft an die vorläuftge Re­gierung in Rußland gesagt habe, unmöglich, denn gerade aus dem status guo sei dieser Krieg entstatrden imb deshalb müsse eine Aev- derung eintteven, damit ein derartiger grausiger Krieg sich nickst wieder ereigne. Vor dem Krieg hcche es demokratische Länder ge­geben, die jeden Nerv mtspannten, um eine Abrüstung möglich zu machen. Tagegetr aber hätten auf der anderen Seite die Zentral- mächte Europas bestanden, die ittcht allein ihre eigenen Völker, son­dern auch die VölLer an ilpen GreTrzen zu beherrschen strebten.'

Aus Griechenland.

Athen, 21. Juchß (WTB. Mchtttmtlich,) Meldutrg der Agence H-cwas. Das Mtnisderrum des Jrmern verösient- lichte an: 18. Juni eine Liste der aus Griechenland aus g ew i e senen Persönlichkeiten. Sie enthält dreißig 9^0.inen, darunter Gunaris, Streit, Nterkuris, Vater und Sohn, Dusnrcrnis, Metaxas, Eßlin und <dcryas, Führer eines Reservisteno-erbandes, sowie seinen Sohn. Die Ausgewiesenen, die in Althen w-ohiren, haben drei Tage Zeit, mn ihre 'Abreise vorznbereiten, die in der Provinz wohnen­den acht Tage. Unter den 103 unter Aufsicht gestell­ten Personen besinden sich Dragr:-mis, Skilludis. Lam- bros, Tseltos, der '.»Minister des Innern im Kabinett Lam- bros war, Rusfis, Cazasaris, Oberst Stratigos, Chef des Generalstabes, mehrere Generale und Stabsoffiziere, Hcrsv' pulos, Anastasopulos und Gerülan. Dieser, der Hofarzt des Königs war, seine Frau, zwei Bischöfe und eine gewisse Anzahl von -Offizieren aller Grade >verden sämtlich über­wacht. Sie nrüssen Athen veclasten und werden an Orte gebracht, nw es ihnen unnchglich sein wird, zu fliehen.

Der KabinettSwechsel in Oesterreich.

W i e n, 22. Juni. (W. k. k. D.-K.-B.) Gestern, in den 'Abendstunden, wurde im Parlament bekannt, daß der Mi­nisterpräsident E l a m - M a r t i n i e, da sich die llmnög- lichkeit ergab, ein durch Aufnahme von Landmannministern erweitertes Kabinett zu bilden, dem Kaiser die Bitte unter­breitet hat. beit Rücktritt des gesamten Kabinetts anzuneh­men und eine andere Persönlichkeit mit der Ka­binettsbildung zu betrauen.

Zeettleg.

Neue N-Boot-Erfolge.

Berlin, 21. Juni. (Amtlich.) Im Atlantischen- Ozean wurde neuerdings eine Reihe feindlicher Hairdels- schisse mit wertvoller Ladimg durch unsere U-Boote ver­nichtet. Unter den versenkten Dampfern befanden sich die englischen beniafsitetei: Dampfer Drrcmkliffe (4072 To.) mit Kriegsmaterial nach Rußland, Prrrthetn (5160 To.) mit Hafer und Raneh (3247 To.) mit Stückgut.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Benghasi von einem deutschen U-Boot beschossen.

Berlin, 21. Juni. (WTB. Amtlich.) Am 80. Mai wurde vou einem unserer Unterseeboote die italienische Festung B e n g hasi an der nordafrikanischen Küste mit 40 Granaten beschossen. In erster Linie wurden Hafenanlagen und die simkentelegraphische Station mit sichtbarem Erfolg unter Feuer genonrmen. Noch längere Zett nach der Be­schießung wurde ein starker Brand in der Stadt beobachtet.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Die «merikarrrschen Schiffsbauten.

Genf, 22. Juni. (L. A.) Wie demPetit Parifien^' aus New Aork gemeldet wird, werde Wilson die Unstim­migkeiten zlvischen dein Marinedapartcnnent, das den Bau Vlvn Stahlschiffeil befürworte, rmd den für den .Holzschiffbau eintretenden Reedern in wenige:: Tagen wahrscheinlich in dem Sinne beseitigen, daß für oen dringendsten Bedarf eine Anzahl Stahlschiffe' und eine Anzahl Holzschiffc bis Neu­jahr in Dienst gestellt tverder: könnten.

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Bern, 21. Jmii. (WTB. Nickftamtlich.) Pariser Blät­ter nrelden: Ein deutsches Unterseeboot mit Segeleinrichtung l?abe an der tunesische Küste mehrere Küstenfahrzeuge durch Bomben versenkt. An: 18. Juni sei es in der Nähe des Häsens von Mehadia von Wasserflugzeugen entdeckt und beschossen worden, sei aber nach kurzem Feueraustausch entkommen.

Um dem Reiche.

Berlin, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen B undesratssitzung wurden folgende Ent­würfe angenommen: Aenderung der Berordnung über den Verkehr nrit Wasch- und Reinigungsmitteln, Ein­schränkung der Erzeugung von Elktrizität, Gas usw., E r n t e s ch ä tz u n g im Jahre 1917, Reichsgetreideordnuna für die Ernte 1917.

Aus StLsdt uud Land.

Dießen, 22. Juni 1917.

Die Opferwoche für Lesestoff

gebt mit inorgen, dem 23., zu Ende. Sie sollte den Bitten mrserer Feldgrauen entsvreckxen^ die dringend mutt Leseswss verlangen, uit: die Langeweile im Schützengraben zu unterbrechen. Sind mtef) schon Millionen von Michern ins Feld gegangen, so genügen diese doch nicht, den Bedarf zu hecken, zumal die Bücher nicht imnrer- grnügend irr Schutz genommen werden kötmen imd auch durch das Wandern von Hand zt: Hand einer ganz selbstverständlichen Ab- tmtzung nnterliegetr. Es ist Mio neuer Lesestoff erforderlich. Wie ivir vot: der Aimalw?estelle deo Rote:: Kreuzes in der altet: Klinik erfahren, enffpricht die Zahl der eingegangenet: Bücher durch­aus nickst den Erwartmrgem Zun:al neugekaufte Exenrplare sind in sehr geringer Zaöl ein gelaufen. Wir ricksten^dalier nochmals an unsere Leser die dri'.igendc Bitte, in letzter Stmrde dem Aufrufe nackzulonimeit. Wer it: der Lage dazu ist, kaufe noch einige tteite Bücher, die fid> dauerhafter erweisen, wie schon gebrauchte Erem- Vlare. Wer nicht dazu in der Lage ist, sehe einmal in seinen: Bücher­schrank naä>, ob er nicht das eine oder andere entbehrlick)e Buch findet. Wer Bücher liebt, der trenn: sich nicht gerne von seinen Lieblingen. Aber draußen int Sckpttzengraben tverden- sie mehr Freude verursachet:, als er selbst enrpsinden wird, tvem: er sie von Zeit zu .Zeit überblickt oder flüchtig zur Hand trinrmt. Mancher wird überhmrpt die Aufforderung übersehen haben. Nun eilst noch Zeit, das Versätmtte ntichzuholen. Und raetm jeder das Semige tut, dam: wird die Opferwoche in (tzießen doch noch das Ergebnis haben, das man von ihr erwartet: mußt«-