Ausgabe 
21.6.1917 Erstes Blatt
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Juni

3917

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Ärf*Hf brr Ver-Ludlrrnarn tewf mag Wxnnr Wer OvAmisatLmA, Müller

fr agen, so icker das DerMLms des Bundes imd ferner Unter- 21. Juni: S 0 ° verkLrckc Pu der Berliner Zentrale uitb die auf früheren Bundes- ^agnngen. deschioffene Vereinigung der einzelnen Verbände des Gast-

»arrtSsSverbes.

= t$r t a n tf u t t a. 9tt., 20. Imri. An der Niedervader Schleuse «rtrank Dienstag atzend ein Soldat beim Baden. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden.

Vermischtes.

* Brandenburg, 20 Jirni lWTBS 'Amttübe Meldung:

Ter Eil guter King 6 04 0 fuhr heute nacht infolge U-eber- fahrens des Einfohrsigmals auf dem Bahnhof Ger misch auf die Rangierabteilung, wobei drei L-okomotiven und fünf Wagen entgleist sind. Der Lokomotivführer und der Heiner de« Eilgüter- -KuMs wurden getötet. Das Hauptgleis bleibt voraussichtlich bis heute abend cpffperrt. Der Personenverkehr wird durch Uuiiteigen aufrecht erhalten. Die BollMge werden über Gut er glück umgelertet.

* S w i n e m ü n b c, 21. Juni/ In dem zwischen hier und Mel­

beck liegenden Dorfe Korswandt brach gestern vorinittag Groß- s e u e r aus, dem bis znm Mittag sechs große Gehöfte zum Opfer gefallen waren. ^

--- Rur 66 Farbentöne. Im Merten Kriegssahr wurde aus den Meisen der Damen-Mode-Jnduftrie beweglich geklagt, daß leider der Krieg durch die Beschlagnahme bestimmter El>emi?alien und Farbstoffe die Damen-Mode-Jickustrie in die peinliche Not­wendigkeit versetze, sich mitnur" 26 Farben für den Wörter 1916/17 zu begnügen. Da stellt es wieder unserm deutschen Er firchungsgeist em recht gutes Zeugnis aus, daß anscheinend der be klagenswerte Mangel an Farbenreicküum unserer Damen-Mode für den kommenden Winter 1917/18 keinen .Kummer mehr bereitet.

Denn die neue Farbenkarte, die der Verband der Damen-Mode und 7 hver Industrie jetzt herausgegeben hat, bezeichnet nickt weniger als 66 verschiedene Töne, von denen 58 als Stamm- färben bezeichnet werden. An erster Stelle fteht grün, dann folgen bräunliche Bronzefarben, weinrote Töne, silbergrau, blau-, lila und Hanffarben. Me man sieht, kann auf die Dauer selbst ein Weltkrieg unsere Damen-Mode nicht in Verlegenheit bringen.

* Etwas über das Baden. Die alten Deutschen waren, wie allgemein bekannt, ein recht badefreudiqes Volk. Sich stunden­lang in Flüssen, Sven mck Deichen rmrbarzutWNMeln, galt ihnen als ein großes Vergnügen, und sckwn die Kinder wurden so ab­gehärtet, daß sie sogar bei ziemlicher Kälte rwch im Freien badeten.

Auch noch in der nnttelalterlichen Zeit war bänfiges Baden bei den Deutschen allgemein sehr beliebt. In den Städten entstanden^ überall BcMnben, es entstand der besondere Beruf der Bader, und die Badstuben wurden oft znm Mittelpunkt eines ftöhlrchen Trei­bens, das freilich auch nicht sotten <rusartete. Etwas ausbadenl meß'nichts mrderes als ein fröhliches Zusammensein, eine Hocki- wit öder eine Kindtaufe in der Badstirbe beenden, und> wie märt hatte vom Trinkgeld spricht, so sprach inan damals vom Badgeld.

Selbst noch auf den entlegenstai Burgen imd auf vielen Dörfern waren Badstuben eingerichtet. Mit der Ausbreitung ansteckender Krankheiten ging aber dann das Badenwesen überall zurück, und unter dem Einfluß einer anders gearteten Weftmrffafsung, wurde namentlich das Becken, in den fteien Gewässern stark bekämpft. Das ganze 18. Jahrhundert hindurch haben dann die Obrigkeiten in Deutschland überall einen hartnäckigen Kampf gegen das Baden geführt und es als eine große llnstttlickkeit hingestellt, die unter­drückt werden müsse. So Laut im Jahre 1736 im LäNdchen Baden eine Bermckrrung heraus, wonach das Volk vor demso gemeruar als Höchst gefährlichen imd ärgerlichen Baden zu Warna: und die Uebertreter zu bestrafe,r seien". In eircer anderen hohen obrigkeit­lichen Verordnung hieß es,ivei'l das Baden der jüngerer^ Men­schen und der Buben sommerszeit sehr ärgerlich und viel Schlim­mes nack sich ziehet", müsse es bestraft wecken. Selbst Goethe war ein Gegner des Badens in offenen Gewässer,:: denn er normte es in den' siebziger Jähren des 18. Jahrhunderts eineVerrückt­heit der Enthusiasten für den Naturzustand".

UiriversttSts-Nachrichten.

Berlin , 21. Juni. Nach demBerliner Tageblatt" hat einen Nus an die Universität Leimig als Nachfolger Sohms der Professor Alfred Sch ul tze-Freiburg erhalten.

e Badeanstalt. Wass er w ürme Der Lava am eaumur.

Briefkasten der Redaktion.

Mnoupme Anfragen bleiben unberücksichtigt^

K. Lotlar. Nach unfern Erkundigungen sind die Enten und Teichmuscheln der Lahn zwar nicht giftig, aber zur menschlichen Er­nährung kaum geeignet.

W. K. 5ch. Das vaterländische Hilfsdienstgeletz ist in unserem Blatte veröffentlicht und verschiedentlich behändest morden. Den 8 2 des Gesetzes neuerlich zu rnröfsemlichen, müsse:: wir ans technischen Gründen afcfelynen, zumal das Gesetz in .sehr billigen Ausgaben in jeder Buchhandlung zu erl-alten ist.

Meteorologische veobachtringen der Station Gießen.

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Wetter

Sonnenschein

Sonnenschein

Höchste Temperatur am 39. dir 20. Juni 1917 Niedrigste ,. 19. 20. , 1917

Niederschlag: 0, mm.

+ 28.4' a -f 14,0' C.

Witterungsbericht.

(O effentlich er W etterdien st.)

Wechselnd bewölkt, stell cnwcffe Niederschläge, Temperatur we­nig geändert.

Gersrvs «ramim. . m

Berlin, 20. Imri. Wie dieBoss 3 ^ 9 ^ der frühere Berliner Botschafter Mr. lÄerard seherren Persönlichkeiten in Amerika beschmv^ gfMgufr einen bekannten, in Deutschstnck sich aufftalleuo' ^ at

Fan er zum Selbstmord getrielren zu haben- >ftr ^ sich am 20. Januar 1917 kurz vor der endgültige. ^ Gerards nach Amerika der in amerikanischst ^

Saunte imd beliebte Nvte--Kr-enz-BevolstllächUg:r ^ Große, ein Sohn des deutschen Dichters Iuluiv birrrf) einen Pistolenschuß entleibt Die Ursache ve-'

mordes war, daß der Verstorbene durch den am . scheu Botschafter in Berlin seines guten Namens,! Lebensaufgabe, seiner Eristeuznrittel und serner ^ ^ rmü-t Iv^den wir Im emzeln«, lmndclt -s uch daE», daß Gerards 400000 Mark, die er angeblich für &<k ' ^ Kreuz aus Amerika mitbrachte, durch Große geia worden waren

Der Fall Grimm. ,

Berlin, 21. Juni. LautVorwärts" traf in der scftneizerische Nastoualrat Grimm a,^ PetcrMrrg e: leiste mit, daß er am hastigen Dormerstag eme Erklana g seine Mission nt Rußland verösftntlickfen werde. Wve d schreibt, Ixtbe die deutsche Sozialdenwkratie mit bem .gj": n ff er ,

Hofftnänn rück allem, was drum mck dvan hängt, nrcht da,- geringste zrt tun.

Die Petersburger Anarchisten.

Sftottrxbcm, 21.föuni. SReulfr meldet aus * et «atara, die Anarchisten, die in das Gebäude derRuÄant Sows , , gedrungen waren, von den Kosaken sortgeführt worden wren^ die Menge die Anarchisten lynchen wollen. Die Koiaken Attr: ..

die Aufgeregten beruhigt mit dem Hinweis, daß man ine anar - irach dem Gesür-gnis bringen werde. Tatsächlich seren ..der dem Gebäude der .Kadetten gebracht worden, wo gegenwarrrg Arbeiter- und Soldatercrat tage.

Letzte ;i<achx?chterT.

Englands bedrohte Seeherrschast.

Bern, 20. Juni.Manchester ©.uarbian" führt ans: Die neuerlichen deutschen Atstangriffe crirf England seien Angriffe aus die britische Seemachtstellung. Wenn England nicht die Tauchbootgefahr meistern könne, so habe England nicht ntehr die Seeherrschcrst. Die Landesverteidigungssrage gehe altert anderen Fragen vor. Tatsache sei, daß Zeppeline und Flrtgzeuge England übecsloge:i und sogar Bornben ab- wavfen: dies sei ein Zugeständnis des teilweisen Versagens der englischen Seeherrschaft. ES sei zu hoffen, daß England bis zum Jahresende die Tauchbootgefahr bemeistert habe. (?)

Die englisch ei: Stoßtrupps.

Amsterdam, 20. Juni. DieTimes" erhält aus dem eng­lischen .hauptguartier an der Westfront einen Bericht über die Or­ganisation der sogenannten Stoßtrtwps. Aus dem Armeekorps ruürden besonders kräftige junge Leute Verheiratete und Un­verheiratete, aber ohne Kuck er - ausgesucht. Diese wlstden M Sektionen und damt zu Kompagnien vereinigt. Sie würden einem einheitlichen Befehl unterstellt mck würden bei größeren Unter­nehmet gen in kleineren Gruppet! rmter die geivoh-nliche Liniert- inianterre verteilt. Ihre Aufgabe bestmcke hauptsächlich darftt besonders starke Stellungen zu stürinen, Breschen zu schlagen sowie Blockhäuser, Maschinengewehre mck Betonierungen zu vernichten, Sie würden in besonders schwierigen Fällen von einein 'Front­abschnitt Arm andereit gebracht.

Frankreichs Leutcnot.

Paris, 20. Juni. In der Kammer erklärte auf Auf­forderung, von den Sozialisten mehrfach nnberbrochen, Pain- leve, der Landwirtschaft würden so viel als möglich Leute ge­geben werden. 269000 Mann seien nötig, die zum Teil durch die Amerikaner und die Hilfsdienstpslicht beschafft würden.

Die DeutickEuffen.

Odessa

Entschließung, in der alle Dervtsch-Russen mftgesordert werd«:, der einstweiligen Regierung zu gehorchen imd fte zu untcrlstitzen. die Regierung und an die russischen sozialistischen ^gantxsttonen wurdcnt Sympathiekmckgeblmgen übermittelt.

König Nikita krank.

i. Die WienerAllgerneine Zeistttwf" schreckt: Nack Pariser Meldungen ist der König Nikita von Montenegro entstlich erkttmkl. Der König lecket an starker Nervös rtatM« starken seelischen Depresscknert. Artf Anregung der vlerpe yar er sich nach Vichy begeben.

Die Unnchm in Spanien.

Berlin, 21. Juni. Zur llnterdrückmtg der spanischen Un­ruhen lassen sich verschiedene Blätter melden, daß die gefuraitete revolutionäre Bevoegung in Spanien überumnden sei. Das Land wolle keine Revolution.

Der österreichische Wafferstraßen-Tag.

Linz, 20. Juni. Die retchsdeutschen Teilnehmer am Wassek« sttaßen-Tag kamen hier zu Schiff voit Prssau an. Von hier ging die Fahrt nach Wien auf dem EilschifiSchönbrmrn" \oemx i Bürgermeister Weißkirchner begrüßte die Teilnehmer aus dem Schiff im Namen der Stadt Wien herzlichst. Während des Mit­tagsmahles l'ewilllomnmete der Präsident Schonka die rerchsd-ent- schen Gäste, van denen Rmchstagsabgeordneter Pausche die Dankes­ansprache hielt.

Wien, 20. Jrrni. In der .,Neuert Freien Presse" tritt Erz- herwg Heinrich Krdiuaiick für oie großen Vorteile einer Bmnen- wafferstftrße gegenüber der MäfsengÄerbahn ein. Beide Transport' wege müßten sich ergänzen und gegenseitig fördern. Die einzigen Nachteile der Binnertwasserstraße seien ihre geringere Transport- gescchrmckigkeit imd die Wiintersperre.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für Rj. 1817 liegt vom 26. lfd. MtS. ab 1 Woche lang zur Einsicht auf unserem Bureau offen. Ein­wendungen hiergegen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich bei uns vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloffen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.

Hattenrod, den 21. Juni 1917.

Großh. Bürgermeisterei Hattenrod.

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Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde und der Mark «irtlar für 1917 Rj. liegt vom 2«. l. Mt», ab eine Woche lang zur Einsicht aus unserem Bureau offen. Einwendungey hiergegen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich bei uns vor­gebracht werden. Es ist bei dem Gemeindcvor- anschlag die Erhebung einer Umlage beschlossen, ,u der auch die Ausmärker beizutragen haben.

Birklar, den 22. Juni 1917.

Großh. Bürgermeisterei Birklar.

I. V. Müller. 4811

Bekanntmachung.

Der Boranschlag der Gemeinde Liudenstruth sür Rj. 1917 liegt vom 2«. lfd. Mts. ab 1 Woche lang zur Einsicht auf unserem Bureau offen. Ein- Wendungen hiergegen können während dieser Zeit schlistlich vder mündlich bei uns vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.

Lindenstruth, den 21. Juni 1917.

Großh. Bürgermeisterei Lindenstruth.

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