Ausgabe 
6.6.1917 Erstes Blatt
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der als Beamter der Anstalt verkleidete Verbrecher an 6er ^Nouer KuMig als > orbnxgchermateriol lagernde Reisigbündel \o^ aufein­ander. bav? er mit einem Brett die Krone der ziemlich stöhlen Ole- sängnismauer ersteigen konnte, gelangte van da xüs rarere uub« verbarg fief, bis zum Dunkelwerden im Walde. Dang versxchert, es wäre ihm weit lieber, wenn nicht Arnold sein Todesopfer geworden wäre, sondern ein anderer von den Beamten. Den Geschworenen wird das Instrument, welches zu der Tat benutzt worden ist, ge­zeigt. Landgerichtsrat Neuenhageu richtet an den 'Angeklagten tue Frage, ob er hei der ruhigen Ueberlcguxxg der -cxt nicht daran ge^ dacht habe, daß er nicht nur dem Gesaxigenennurrter Llrxwld das Leb«x nehmen, sondern auch dessen Famrlre eruen großen Lochmerz bereiten würde. Hauß bemerkt, er habe mit Arnold me etwasvor- gebabtchiefer sei zwar streng gewesen,,habe ihn aber stets mit Milde behandelt. Es habe ihn leid getan, datz es gerade dieser Mann hcche sein müssen, aber ändern habe er es, nickst gekonnt. Als es dxlnkex wurde, so erzählt der Angeklagte weiter, habe er sich ans den W^g nach Bad-Nauhettn begeben. Er habe, um seine Flucht sortsetzen zu können, sich mit Zivilkleidern und mit Geld versehen müssen. Es war sein Vorsatz, in das Sprudel-Hotel exnzudrmgen, um .V-über und Geld zu bekommen, sE wenn er noch lemand hatte toten müssen Heber eine Veranda und mehrere Dächer gelangte er xrt ben Hof und von dort in den Keller, wo er zuerst seinen, Dünger stillte und bann einen Eimer voll Eier znm sMeren MitneInnen bereitstellte. Aus dem Keller nahm L>auß ein schweres Beil mxt und begab sich in das Erdgeschoß des Hauses, wo er von einem Garderobebalter eine Pelle eine an stch nahm. Im Hause, aber hatte man schon durch die Polizei erfahren, daß der ehemalige Hausdiener Hauß in! Butzbach ausgebrochen war, war auf der Hut und be­wachte das Haus. Hauß hörte das Geräusch xxahender Tritte und nra<$£ sich eiligst davon, ohne den geplanten Diebstahl vollenden M können. Er xvurbe dann auf seinem Meg/e, den er nach Fran^ furt a. M. zu ein schlug, bei Fanerbach durch einen Schutzmann und mehrere Arbeiter sestgeuommen. Nach Butzbach in die Zellenstraf- austalt zurnckgebracht, hat Hauß ein Geständnis seiner Tat abgelegt.

Die Zeugenvernehmung gestaltete sich sehr einfach. Direktor Clement von der Butzbacher Zellenstrafanstalt er- Dklärte, daß die Beköstigung der (befangenen auch wälwimd> bex Kriegs zeit auskömmlich sei. Die Anstalt treibe Landwirtschaft und Schweinemast, und es habe an Gemüsen und Kartoffeln nxe gefehlt. Er persönlich habe alles getan, um den Insassen der An­statt der: Ausfall an Brot durch andere Nahrungsnuttel wcttzu- machen. Hauß sei in den vielen Jahren, die er als Gefangener verlebt, stets mit Korbmachen beschäftigt gewesen: er sei auf seinen Wunsch auch in Butzbach als Korbmacher beschäftigt wor­den. Es gäbe in der Anstatt Gefangene, die noch nicht w viel ttebxmg als Korbmacher hatten, als der Angeklagte, die aber fleißi­ger arbeiteten. Der Angeklagte hat sich in der Anstalt anständig betragen, richtig ist aber, daß er sich öfter wegen nicht ausreichen­der Beköstigung beklagt bat. Ter ermordete Aufseher Arnold war etwa 20 Jahre im Dienst, er war ein pflichttreuer, zuverlässiger -Beamter, der niemals in einen vertrauten Verkehr mit d-en Ge­sangemm siw eingelassen hat: er hat aber diese stets mtt Milde be­handelt und auch stets für sie gesorgt. Ter Oberaufseher Gott- sckall. der die Arbeitsleistung des Angeklagten zu überwachen hatte, ist geprüfter Werkmeister und versteht viel vvn dem Korb- maeberbandwerk: es ist nach dem Urteil des Direktors Clement ausgesch.ta'sen, daß Gottfchatt vvn Hauß mehr Leistungen verlangt hat, als diesem bei einigermaßen gutem Willen M leisten möglich gewesen ist.

Der Angeklagte behauptet, Gottschalk habe ihm imxner zugesetzt, er müsse mehr schiften: er habe sick, von der Arbeit nicht gedrückt

Ter stell vertretene Anstaltsarzt Dr. dc Bra bekundet, daß 5)auß sxck> öfter krank in seiner Behandlung befunden, bat, dabei habe er oft über Hunger geklagt. Ern Kranksein ließ sich objektiv nicht nachweisan. Der Arzt hat dem Angeklagten wiederholt Zusatzkarten für Milch angewiesen.. Bei der Vergangen­bett des Hauß ist es wohl denkbar, daß er mtt Rheumatismus be- Traftet ist. Der Zeuge hat die Leiche des ermordeten Wärters gesehen. Die «Zelle war zweifellros nach der Tat so hergerichtet, daß, wenn jemand von außen durch das Guckloch hineingesehcm Hai, er nicht wahrnehmen tarnte, was sich dann abgespielt hatte..

'Medizinalrat Dr. N e b e l - Friedbery hat als Sachverständiger als erster Arzt die Zette, in der der Mord begangen, gesehen. Die Leiche lag unter dem Bett, die Kleider des Sttäflings lagen recht geschickt und unauffällig da. Bon entern Kampf zwischen dem ' Opfer und dem Mörder war nichts wahrzunehmen, wohl aber fiel der gewaltige Schnitt am Hatte der Leiche, sofort in die Augen, bei dessen Ausführung der Täter so kräftig gearbeitet bat, daß sogar der Wirbelknochen durch das Messer mit verletzt war. Als man die Leickxe unter dem Bett vorzog, sah man die Schlinge, welche mtt votter Gewalt zugezogen woxÄen sein muß. Ferner war die Schädeldecke des Ermordeten vottständig zertrümmert. Der Täter tras alsbald von Friedberg ein und legte ein ins Einzelne gehendes Geständnis ab. Der Leichenbefund ergab, unzweifttt-aft, daß die zugestandenen einzelnen Tattmrstände zutvafen. Der Sach­verständige bemerkt, daß die touchttgen Hiebe mit der Keule schoit ffemnnlen, um wenige Minuten später den Tod des Wärters her­beizuführen. Ebenso habe die Strangulation genügt, das Opfer zu töten. Der Sachverständige Dr. Wagner schließt sich nnt seinem Urteil den Darlegungen seines Kottegen Dr. Nebel an, er erklärte, daß mtt der Keule mehr als 10 Schläge erteitt sein müssen Die Roheit der Tat sei ganz beispiellos. Der Gerichts­chemiker Dr. Sievern zeigte an Hand von Photographien den Geschworenen die Situation in der Zette nach der Tat.

Die weitere Zeugenvernehmung erbrachte nichts wesentliches mehr. Die an die Geschworenen gerichteten Schuldsragen lauteten aus Raubmord, begangen an dem Gefangenwärter Arnold, und aus schweren Dieb st ahlsversuch im Sprudel 'Hotel zu Bad-Nauheim. Gerichtsassessor DrEckart stützte sich in seiner Anklagerede auf das glaubhafte Geständnis des Angeklag­ten. dessen Einzelheiten durch die Gutachten der Sachverständigen bestätigt werden. Die Tat des Angeklagten sei mtt Vorsatz und Ueberlegung ausgesührt und bilde einen klaren Schuldsatt des M ordverbrechexks in Verbindung urit Raub. Die Geschworenen tarnten im vorliegenden Falle nicht im Zweifel über die Bejahung der Schuldfrageu sein, denn Mich für die Tat im Sprudel-Hotel müsse der Angeklagte verurteilt werden.

Der Verteidiger Justizrat Dr. Jung erklärte, er gehe mit dem Herrn Vertreter der Anttage vottständig einig in der Ansicht über die Frage der Schuld des Angeklagten, er sei in der Verhandlung nur erschienen, weil das Gesetz verlangt, daß jedem Angeklagten vor dem Sckxwurgericht ein Rechtsbeistand gegeben werden müsse. Der Verteidiger stellte keinen Antrag.

Die Geschworenen bejahten beide Schnldsragen nach Antrag, ivvraus der Gerickstshos den Angeklagten wegen Raub­mords zum Tode und wegen schweren Diebstahls ver­such zu 5 Jabren Zuchthaus verurteilte. Dem Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte aus Lebenszeit aberkannt.

3tu» Stadt ,ir,d Land

Gießen, 6. Juni 1917.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Grvßheczog bat am 16. Mai ds. Js. dem Bahnhossaufseher Johannes Ullrich 'zu Rainroü, den Bahnwärtern Julius Karl zu Friedrichsdorf i. B. und Friedrich Kissel zu Groß-Umftadi, sämtlich in den Hessisch-Preußisck)en Eisc-nbahngcmeinschafl, aus Anlaß ihrer am 1. Juni ds. Js. erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Mlge- meine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" verliehen.

** Die Verteilung von Speisesirup erfolgt von Mittwoch den 6. Juni 1617 ab gegen Barzahlung und Rückgabe der Ausweisnummerm. Es entfällt auf die Person 12b Gramm Speisesirup. Der Kleinverkaufslwchstpreis für das Pfund Speise­sirup beträgt 40 Pfennig. Näheres siehe Bekanntmachung.

** Gi-eßener W aldbühne (Freilichttächue?. Man schreibt uns: Wie schon neulich an gedeutet'wurde, hat die Waldbühne im dritten Kriegsjahre unter xwch weit größeren Schwierigkeiten als in den beiden ersten zu leiden: fast alle zurzeit in Frage kommenden männlichen Ktäfte stehen an der Front oder im vaterländischen!

Dttssdxenst. Unter solchen Umständen konnte, man für diesen Som­mer kaum größere Dilettonten-Aufführungen ins Auge fassen. An ihre Stelle sott im Juli eine Vorstellung durch Beruxs- s ch a u s p i e l e r treten: dank dem Entgegenkommen und der Ver­mittlung des Herrn Hoftats Steingoetter, der schon fett Jahren selbstloses werktätiges Interesse für die Waldbühne bekundet, haben sich Mitglieder des Ku rh a u s t h ea t e r <r> _ o ö v - N a xi heim in dankenswerter Weise bereit gesunden, demnächst exn größeres Stück von anerkannter Bühnenwirkung einzustudieren xxnd draußen in Szexxe gehen zu lassen. Alles Nähere auch über den Tag der Aufführung wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

** Rhein - Main i scher Verband für Volks­bildung. Ter Rhein-Mainische Verband für Dottsbildung halt am Sonntag, 10. Juni, zu Frankfurt a. M.. Nexie Krame. seine Jahresversammlung ab. ?lus der Tagesordnmxg stellt u a. ein Vortrag überVolksheer und Volksbildung" von Leutnant d. L. Seniximvoberlehrer Th. Bäuerle, Backnang x. Württ. An den -Bericht über die Arbeit des Verbandes im abgelansenen Jahvc vuirb sich eine Besprechrmg über die kriegslvirtschaftlick>e s.ätxgkext des Verbandes an schließen. Zu diesen Punkten der Tagesordnung ist auch der Besuch von 9Uchtmitgliedern erwünscht, nür dxe kriegswirtschaftlrck'L Arbeit, xmlche der Verband seit Beginn des Krieges durch Belehrung und Aufklärung der Bevölkerung über krieg swirtscka s tl vche und Kriegsernährungsfragen betreibt, io erden gerne Anregungen aus allen Bevölkeruxxgskreisen angenommen. Auch an dem HauptvortragVottshver und Volksbilduna" lock nch eine Aussprache anschlließerl, die sicher manchen zxreck'mäßxgen Hin­weis für den demnächst stottftndenden BückTer-Opttrtag zu geben vernxag.

** Das Kreisblatt Nr. 94 enthält B-lannrmächängen über Fürsorge für lungenkranke Kriegsbeschädigte und Exmte^ flächenerlfelVng rm Jahre 1617.

Landkreis Gießen.

tt. Treis a. d. Lda., 6. Juni. Von denx seit 6. Juni 1916 aus dein östlich.en Kriegsschauplatz vermißten Musketier Hemrxch Weber von hier ist dieser Tage aus xmssischer Gefangenschaft eine Karte angenommen, worin er sich beklagt, daß er keinerlei Nachrichten von seinen Angehörigen erhalte, trotzdem er schoxx so viele Karten an sie geschrieben lfabe. Vermißt wird seit 14 Tagen der Schütze H. Schick von hier, der bei eurer Masch-inengewehr- kompagnie im Westen stand. Die zweite Familie unserer^ Ge­meinde, die in diesem Krieg schon zwei.Söhne verloren hat, ist dxe Familie Schäfer Michel. Während zu Ofterxx d. I. die Todes­nachricht des zweitjüngsten Sohnes eintraf, der am 22. Marz d. I. gesatten war, kam am Tage xxachi Pfingsten die Nachricht vom §>eldentod des jüngsten, erst 18 jährigen Sohnes Johannes, der bei einem Infanterie-Regt, stand und nach schwerer Verwummng am 26. Mai im Feldlazarett verstorben ist. Das Eiserne Kreuz 2. .Klasse erhielt der Reservist Gefr. Georg Klein dahier, zuzext bei einem Landsturmbataillon in Belgien.

Kreis Büdingen.

-- Büdingen, b. Juni. Gegen die säumigen und pflicht­vergessenen Ablieferer von Hühnereiern wendet das Kreisamt exn auch axxderswv zu empfehlendes Rdittel an. Den Geflügelhaltern werden vom 15. Juni ab die Zucker- und Süßstoffkarten exttzogen; sodann erhalten sie keine Lebensmittel mehr, wie Grieß, Kunst­honig, Haserflocken, Marrnelade, Graupen uxid Teigwaren.^ Sollten auch diese Mittel nichts fruchten, dann will der Kreisrat die Ent- eignuing des Hühnerbestandes vornehmen lassen.

Kreis Lauterbach.

# Lauterbach, 4. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielt der hiesige Hauptlehrer Unteroffizier Otto Kinkel.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 6. Jurn. Das gestern hier von Richard Strauß veranstaltete Konzert hotte vor überfülltem Saale vollen Erfolg. Geixevalmnsitareftvr Dr. Richard Strauß dirigierte selbst das 110 Dbann starke Orchester, das duwch die Großh. Hos- musik Darmstadt xxnd Mitglieder des städt. Orchesters Mainz er­gänzt worden war.. Zum Vortrag kam die große Tondichtung Ton Juan op. 20 inach ditto laus LenMxs Don -Jrran-Dich^xam) und die tn den letzten Jahren viel besprach^'.re A1 v e n s i n f v n i e op. 64, ettx Werk, das in 23 Abteilmxgen programmatisch einen Tag in den Alpen schildert.. Austettem brackite Kammersänger Alfred Sterham zwei Lieder von Richard Stvauß,Ter Einsam^' undTos Tal" mtt prachtvoller Baßstimme zu glänzendem Bortrag.

= 9lus her Wette rau, 5. Juni. Die Hauptobstkammer der Wetterau, die Südosthinge des Tarrnus rings um Ober- Nosbach, Nieder-Rosbach und Ockstadt, verspricht für dieses Jahr eine recht günsttge Ernre. dbach der ausgezeichneten Blüte zu urtellen, müßte die Hauptftucht, die Kirsche, beson­ders gut ausfatten. Doch zeigen dieFrührvten", und dieBrau- nen" jetzt einen wmiger guten Behang. Weit besser lassen sich die schwarze EinmachkirscheFalten" xxnd die MaikxrscheHängerote" an. In diesen Tagen kamen die ersten reifen Erdbeeren, deren Kultzxr man sich in steigendem Maße zuwendet, auf den Markt. Ob die Ra u pen Plage aus den Ausfall der bis jetzt einen vollen Erfolg versprechenden Kerxwlsstsorten tieswxrkenden Einfluß haben wird, muß abgexvartrt werden. Jedenfalls tritt dieses ^Un­geziefer in ungewöhnlich starkem Maße auf: seine Bekämpfung müßte nxit allen Mitteln aufgenomlmen werden.

Kreis Wetzlar.

m. Wetzlar. 5. Juni. Unter großer Anteilnahme wurde bexxte nachmittag Oberpiarrer mxd Superinteixdent a. D. Gustav Schoeler zur letzten Ruhe gebettet. Von 18671611 war er in hiesiger StÄtt tätig.

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 5. Juni. Bei rund '86 000 Hühixenx sollte der hiesige Kreis neben der Versorgung seiner eigenexx Bevötteruxxg wöchmtlttb 75 000 Eier nach auswärts liefern, während bis jetzt als höck-ste nxöchmtliche Leistung über- haxxpt nur 16 000 Eier, in der letzten W-xhe sogar nur 9300, bei der Krexssammelstelle eingingen. Dabei sind bei exner einmaligen Aus­gabe für die Bersorgungsbereckttigtexx des Kreises allein 21 000 Eier erforderlich. Tie Kreisbehörde verlangt daher, daß für den Moxxat Jurn 5, für Juli und August je 4, für c^eptember 3 Eier xmb für Oktober imr noch ein Ei für jedes Huhn abgeliefert werden. Hessen-Nassau.

ra. Biedenkopf, 5. Juni. Durch Beschluß des Kreistags wttd die Kteissteuer für die Folge auf 18 Prozent festgesetzt.

ch. Dille xx b u r g , 4. Juni. Der 12jälwige Sohn des Laxxd- wirts Rettxh. Hofl^inz und ein 7jähriges Mädchen gerieten mit iln?enx Fuhrwerk aus der Stattoxx Eibelshausen, auf dem Bahxlüber-- gang, direkt vor den ciufahreuden Zug, der nicht mehr zum Stehen gebracht werden tarnte. Der Junge erlitt so schxoere Ver- letzxmgen, daß er sofort tot war. denx Mädck^eu nmrde das eine Bein abgefahren, das andere gebrochen. An feinem Axxfkomxnen wird gezweifelt.

--- Frankfurt a. M., 5. Juni. Das am Pfiugstdienstag in der Mexxdelssohn st raste gestohlene 64x47 Ztm. großc Ge­mälde xnar ein Werk des italieixischexx Pialers und Architekten Lorenzo Bernxnx >159816601 mxd stettte Eftristxxs am .Krexxze dar. Sun Wirrt lvrrd aus 12000 M'k. geschätzt. Von den verwe geucm Dieben bat man xxoch nicht die gerxxxgste Spxxr.

- F ra n kfu r t a. M., 5. Jxnri Die nexre Kobleixverordnung des Magistrats enthält xi. a. ein Heizverbot für alle Frank- fixrter Hansbalttmgen bis einschließlich 17. Oktober.

= Frankfurt a. M., 5. Juni. Der Direktor des vbarma kologxschen und niedxzinisch-ckxemxschen Jüstitxtts der Unxvex-sität Bern, o. Professor Dr. Emil Bürgi, bat einen Ruf als zweiter Direktor an das Frankfurter Jnstittrt für experx mentette Therapie abgelchnt.

----- Langen. 6. Juni. Oberlehrer Dr. L a n t c l xn e von der hiesigen Realschule, der als Oberleirtncnxt an dexx Kämpfen an der Aisne teitnabm, xvurde mit dem' Eisernen .Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet _

[-) Marburg. 6 Jun.x. Dxe Stadtverordneten be­schlossen die Ausoabc von Kriegs no t gelb , xmb zwar sollen zunächst für 50 0® Mk. Gutscheine für 50 Pf. und später je nach Bxdars solckv für 25, 10 und 5 Pfennige in Auftrag gegeben

werden. Ferner lmitäe mit Rücklicht auf die ver-everLeu Kohlen eine Erhöhmxg des GaSprexie- und die Einiührung von Mxetyelt» für Gasautolnaten genehmigt. Der außerordentliche ^Haxishasts plmx für 1917 schließt mit 35150 Mk. ab Dem p-tadttheater wuttd-.' ein xveiterer Zuschuß von 1500 Mk. bewilligt

0 Wetter, 5. Juni. Dem im Felde befiuolxcheu Exnwohner Hermann Busch im xxahen Dorfe Mettnau wurden in vergangener 9ttxcht im Statte zwei Schweine abgestochen und entroender

Prozeß Uahn.

Darmstadt, den 5. Juni.

Bor dem Sch^wurgericht begann Montag die Verhandlung gegen den Banfier Leopold Kahn, dessen BerhaNung rm Dezember 1915 weit über Darmstadts Grenzen hinaus das g'.oßte Aufsehen erregte.

Die Anklage, die aus Verbrechen gegen das BontDepotgexetz usw. laxttet, legt dem Angeklagten eine ganze Reihe oon ^epot- unterschlagungen und berechttgte Veräußerung von Wertpovieren in namhaften Beträgexx zur Last. Auch habe er keinerlü Binder geführt. Der Angeklagte will durch Gefättigkeitsdiskoutx er ungen.' in Verlegenheit gebracht sein und hat, um Verpckickluugm xn England xxachkommen zu köxxnen, Depots verpsäxxdet und verkauft. Exxglische Baukex. lyabän bann im Februar 1914 Zwangs verkauf« für feilte Rechnxmg vor genommen. Er ^ selbst :ex durch geschäftliche Alifreguugexx uxxd tteberarbeitung daxm \o wett gekommen, dliß er die Geschäftsübersickst verloren habe. Kahn sah sich schließlich genöttgt, Interimsscheixre für bezahtte und im Aufträge von Kundexx gezeichnete KriegSanluhe zu ver­pfänden oder zu verkaufen. Er bel-auptett, daß die .äixnben reixi Anrecht auf diese von ihm gezexck>nere Kriegsanleihe gehabt lfatten. Der .Konkxxrs kam schließlich zum Ausbruch ^'Dezember 19 Io . nachdem verschiedene Anzeigexx wegen Nichtlieferxnxg gezeichneter Kriegsanleihe erstattet nwrden waren. Der Angeklagte wrrrde xn Hart genommexx. Es ergab sich eine Ueberschuldung oon xiber 600 000 Mk., denen 40 000 Mk. Aktiva gegen übe rftehen. p'.e VerxxelTmung der Zeugten bietet keine besonderen Momente: der An­geklagte hat es in allen Fättexx verstanl^n, xxber hinterlegte Pa­piere ohne Vorwissen und ohne Einverstä'.xdnis der Exgentümer zu verfügen. Versuche des Angeklagten, sich auf Unkenntnxs d<s Depotgesetzes zxx stützen, werden vom Vorsitzenden energisch /pxrück- gewxcfen.. Ein großer Teil der Zeugexx bat Kriegsaxrttihe gezexck>- n-.t intb Einzahlungen geleistet, die der tllugeklagte in Empfang xxalmx, ohne die gezeichneten Sttick oder Zwischen scheine zu lxeferxx. In der gestrigen Sitzung, die gegen 10 tthr abends zu Ende gxxxg, bxlligtexx die Geschworenen dem Angeklagten mildernde Umstände^zxx, worauf der Staatsanwalt 4V 3 Jahre Gefängnis beantragte. Das Urteil des Gerichtes lautete xxnter Berücksichtigung der bisherigen Uxxbesttafthett des Angettagttn und dessen körperlicher und geiftiger Verfassung auf 3 Jahre Gesäxignis, abzüglich 1 Monat Unter* suchungslxrst. Der Angeklagte behielt es fich vor, gegen das Urrei Revision einzulegexx.

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Meteorologische Yeodachtnngen der Station Sietzen.

Höchste Temperatur am 5. bi» 6. Jx,ni 1917 --- 20,1* C.

Niedrigste . . b. . 6. . 1917 ==-f 14,1 # C,

Niederschlag: 0,00mm.

Letzte Niac^richten»

Amerikas Kriegsvorbereitungen.

New Work, 5. Juni. sWTV. Nichtamtlich.) Die Vorberei­tungen -tüt" die Registrierung aller männlichen Amerikaner vom 20. bis 31. Jahve sind beendet. Die Registrierxmg erfolgt morgen. Vban erwartet, daß man 10 Millionen militärpflichtige Personen zusammenbringt, mm denen dann eine Millioxx für den Milxtär- dien ft<xusgehoben iverden soll. .Man glaubt, daß es in einigen Orten zu Unrulfen kommen wird. Aber die Behörden sind entschlos­sen, jeden Widerstand energisch zrx unterdrücken. Wilson hat an- geordnet, daß der nwrgige Tag im ganzen Land als ein nationale Festtag betrachtet xverden soll.

Französische Schandtaten.

Berlin, 5. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Oesterreichiscke Austauschgefangene berichten, daß sie am 18. Mai zwilchen Lyon und Bollegarde einen Transport französischer Infan­terie gesehen hätten, der von der deutschen Westfront nach Saloniki bestimmt war. Die französischen Soldaten rühmten sich den österreichischen und deutschen Gefangenen gegenüber damit, daß sie verwundete Deutsche ermordet und ausgevlün- dert hätten. Biele von ihnen zeigten Uhren und Wertsachen vor, die sie den Ermordeten abgenommen hatten. Selten wurde die wiederholt berichtete Unmenschlichkeit französischer Soldaten so zynisch von ihnen mit Beweisen belegt.

Eine neutrale Legion.

Berlin, 5. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die Pariser Ausgabe desNewnork Herald" vom 1. Juni fordert, daß 6-eutrale, die in Frankreich ansässig sind, eine neutrale Le­gion für den Frontdienst bilden oder Frankreich verlasscxr sollen. Daß eine große Ententezeitnng eine derartige Forde­rung ununxwunden auszusprechexx nragt, dürfte von xxeuem die unglaubliche französisch-angelsächsische Aninaßung den Neutralen gegenüber beweisen.

Der dkapoleon von Kronstadt.

Rotterdam. 5. Juni. Der Petersburger Korresvondertt der Associated Preß berichtet, daß der Held der Krvnstädter Um- xvälzung der juxxge Sttxdierexxde der äfr-mie Lamcnroivsci. der sich btircf) seine Beredsamkeit zum Präsidexxten des Kronstädter Ar­beiter- und Soldatenrates aufgeschwxxxxgen lrabe. Er nwlle gleich- zexttg eilt Napoleon uxid exn Rousseau sein, indem er eine starke Regierxrxig nnk der Verbreitung politischer xxnd sozialer Gedanken vereixxxgen wolle. Sein Programm besteht darixx. Rußland in zaA- reiche kleine Untereinheitexx zu teilexx, xvelchc durckx örtticbe Sol­daten- und Arbeiterausschüsse xxnabhängig venivaltet werden sotten und mir in loser Weise durch den Petersburger Kongreß der Dele- giertexx der örtlichen Ausschüsse in Berbxxxdmxg sein sotten. Lama- noxv zeigte eine von ihm erttnxu-fene Erklärung, wonach icbcrmantt, der betrxmkexx an getroffen xoird. an die Front gescknckt werden sott. Wetter er^äHta er, daß sein Bruder, ein bxsheriger Lexxtnont zum Beseblshalwr der Soldatexx und Matwsexx in Kwnstabt ernaxrnt worden sei. Viele t)vbe Befehlshal'erstellen sind durch exnsache Sol­daten m'etzt xxwrden, die sich angeblich als xwrzügliche Offitteve zexgtexx. wabrexrd ersalwene ältere Offiziere axxs dxe techxxischen Posten verblieben. Die Fvrts von Kwnstadl seien xn einer besseren Verfassung als jemals. Die Deutsckxen würden, wenn sie kamen, eiixen leisten Enxpfaxxg finden.

Aufstand in China.

Batavia, 2. Jluni. Die niederländxsck>indische Vresso» Agentur meldet aus Hongkong, das; in Mrd- und Mittetchina ein großer Aufstand ausgebvochen ist. Der größte Teil der Arme« bat sich den Mi ist indischen axxgescküosseix und viele Dörfer besetzt. Die Regierungstrnvben flüchteten nach allen Ricktung^m Z^^bl« reiche Dörfer \ta\yen tn Flanrmcn. Es wurden viele Bkenschen ge­tötet.