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4.6.1917 Erstes Blatt
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Kr. *28

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Erstes Blatt

16?. Jahrgang

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(WDB.) Grotzes Hauptquartier, 2. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Wie an den Vortagen war sie Karnpftäligkeit der Ar­tillerie im Wptfchaete -Bogen gesteigert.

An der Ar ras -Front war das Feuer, besonders bei Lens und auf dem Nordufer der Smrpe, stark.

Bei Erkundungsgrfcchteu machten unsere Stotztruppen etree Anzahl Gefangene, darunter auch Portugiesen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Bei A l l i m ft n t , nordöstlich von Soissons, führten ein hamroversches und dn westfälisches Regiment, wirksam unter­stützt durch Teile einer bewährten Sturnrtruppe, Artillerie, Minenwerfer und Flieger, einen Angriff mit vollem Erfolge duvck In überraschenvern Ansturm wurde die ft anzö fische Stellung in etwa eintausend Meter Ausdehnung gelwmmen und gegen wiederholte Gegenangriffe gehalten. D r e i Offi­ziere, 1 7 8 M a n n sind gefangen und zahlreiche Masthinengewehre und Minenwerfer erbeutet morden.

Längs der Aisne und in der Champagne, auf bei­den Suippes-Ufern und nördlich der Maas war die Feuer- rärigteit zeitweilig rege.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nichts Neues.

*

Im Mai sind im Westen 237 Offiziere, da­bei ein General, und 12 500 Mann an Ge­fangenen. drei Geschütze, 211 Maschinen-, 437 Schneil- l^egewehre und 18 Minenwerfer als Beurc von unseren Truppen eingebracht worden.

Auf drnn

Oestlichen Kriegsschauplätze hat sich die Lage nicht verändert.

Mazedonische Front.

Auf dem westlichen W a r d a r -Ufer warfen bulgarische Bataillone den Feind aus einer Vorpostenstellung bei Alcak Mlch und wehrten mehrere Gegenstöße ab.

Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.

(WTB.) Grobes Hauptquartier, 3. Juni. (Amtlich.)

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im Wyrschaete-Abschnitt hat der starke Artillerie- kampf auch gestern angehalten.

Zwischen Lens und Queant blieb gleichfalls die Feuercätigkcit lebhaft. Nachts griffen die Engländer bei Loos, am Suchezbache und nordöstlich von Monchy an. Sie wurden ab gewiesen. In einzelnen Graben­stücken südwestlich von Lens wird noch gekämpft.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Die Gefrchtstätigkeit längs der Aisne und in der Cham p a g ne war im allgemeinen gering.

ErkmHungsvorstößc unserer Stoßttnpps brachten am Che m i n d e s D am e s . südöstlich von F i l a i n. mehrere Flammenwerfer, an der Aisne fünfzehn Gefangene ein.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Auf dem rechten Maas? Ufer wurden bei Hautdiau- uwnt. Combres und St. Mihiel mehrere französische Auf­klärungsabteilungen zurückgeschlagen.

*

In der Nacht zum I.Juni bewarfen englische Flieger ein im Etappengebiet befindliches Lager mit Bomben, die von den französischen Gefangenen einen Ä-cann töteten und einundneunzig verwundeten.

Unsere Flugzeug-Geschwader haben vor der Arras- und der Aisne-Front mit erkannter Wirlung Boniben auf Bahn­anlagen, Munitions- und Tnrppentager abgervorfen.

In Luftkämpfen und durch dlbwchrfeuer haben die Gegner gestern 10 Flugzeuge verloren.

Auf dem

Oestlichen Kriegsschauplätze ist die^ Gesamt läge unverändert.

., J. e . r Moldau sind in den beiden letzten Nächten zwi- ien worden^ ***** Putna-Tal rumänische Vorstöbe abgewie-

Mazedonische Front.

... des Wardar sind südlich von Huma und bei

?!'- Zugriffe mehrerer feindlichen Kompagnien vor

v.- - , -<,'a)en Stellungen verlustreich gescheitert.

Der Erste Generalquartiermeister

^ Ludendorff.

Die Abendberichte.

B e r l i n. 2. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Die Lage ist unverändert.

B e r l i n . 3. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Im Wyt- schaete-Bogen stärkster Feuerkampf.

Der französische Ministerpräsident Ribot hat in einer großen Rede, die er in der Kammer hielt, erklärt, daß er den französischen Sozialisten die Pässe für ein® Reise nach Stockholm verweigern werde. Cr hat dazu eine recht klare und deutliche Begründung gegeben, die unsere Leser im ausführlichen Bericht über die Kammersitzung finden. Der Friede kann nur ein französischer Friede sein." Kann man sich in dieser Stunde mit jenen, die unsere Feinde sind, besprechen? Nein, der Friede kann nur aus dem Sieg hervorgehen. Tie Regierung darf nicht die Ver­antwortung dafür übernehmen, die Reise nach Stockholm zugenehmigen und zu erleichtern." Die Rede entfesselte, wie es in dem Bericht heißt,außerordentliche Begeiste­rung", und die Abgeordneten erhoben sich und brachten dein Redner eine Huldigung dar.

Frankreich hofft also noch auf den Sieg. Das crus- geblutete, schwer unter den Härten des Krieges stöhnende Volk will dennoch von einem Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen nichts wissen! Wir erkennen daraus, welche Bürgschaften uns die sozialdemokratischen Frieden.sidea.le bringen würden. Die andere großeDemokratie", Amerika, verweigert ihren Sozialisten ebenfalls die Pässe. England fordert, wie das Reuter-Bureau festlegt, von den nach Stock­holm reisenden Arbeiterparteilern, daß sie in Idußland den Krieg gegen dasräuberische Deutschland" propagieren sollten.

So steht es in der Welt, so sieht die Wirklichkeit aus. Wird es der deutschen Sozialdemokratie nicht dar­über im Busen bang? Sieht man nicht endlich ein, daß sich die ungleiche Denkungsart der Völker nicht aus der Welt schaffen läßt? Daß nicht theoretische Formeln die Welt­lage regeln können, sondern daß die Interessen- und Macht­fragen der einzelnen Völker immer und ewig entscheidend mitsprechen werden? Deutsche, rechtsstehende Blätter be­dauern es, daß unser Reichskanzler nicht ebenso wie Ribot gesprochen habe. So sagt z. B. dieTägl. Rurtdschau":

Eine nationale Gewissenserl ei chternng angesichts der Stock­holmer Anmaßungen wirre es gewesen, wenn von verantwortlicher Stelle bei u n s festgestellt worden wäre, für Deuts ch l a n d könne es nicht den Frieden einer Partei, sondern nur einen deutschen Frieden geben. Leider hätten wir ja freilich deutsche Vaterschaft an dem Stockholmer Wechselbalg nicht ebenso guten Gewissens ableugnen können, wie Herr Ribot französische. Liber es wäre doch auch für eine deutsche Regierung noch möglich gewesen, zu bekennen, daß nur der Sieg der Vater des Friedens sein könne, nur der deutsche Sieg des deutschen Friedens. Aber auch dieses Mögliche, Notwendige ist gegenüber dem erschlaffenden Stockholmer Treiben bei uns nicht gesagt worden. Es blieb dem französischen Ministerpräsidenten Vor­behalten, zu sagen, was wir leiden."

Das Blatt vergißt, daß die Reichspolitik nicht nur Ziele, sondern auch eine Taktik haben muß. Wir haben der Politik des Reichskanzlers nicht uneingeschränkten Beifall gespendet, dürfen aber vielleicht annehmen, daß er sich jetzt der Wir­kungen freuen wird, die diese Rede Ribots aus die Russen haben mag! Bemerkenswert ist die Art, wie derVorwärts" die Haltung der Regierung Frankreichs beurteilt:

Herr Ribot hätte dieser Glückwünsche lalldeutscher Blätter) nicht bedurft, um ein zu sehen, daß er eine große Dummheit be­gangen hat, vermutlich weiß er eJ ohnehin. Er weiß, daß er durch seine Handlungsweise in einen inneren und äußeren Konflikt hin­eintreibt mit der französischen Sozialdemokratie und dem russi­schen Verbündeten, aber seiner Greisenhand hat die Kraft gefehlt, das Fahrzeug in rasender Fahrt plötzlich umzusteuern. Darum hat er sich, was die engen Stirnen imd rauhen Kehlen seiner Beisalls- garde nicht begriffen, einen kleinen Seitenausgang offen gehalten: Die Regierung, sagte er, werde noch Pässe nach Rußland ausstellen, wenn die Zusammenkunft von Stockholm von der Bildfläche ver­schwunden sein wird."

Das Blatt enthält sich jeder temperamentvollen Auf­forderungen an die französischen Genossen.Es fällt uns gar nicht ein, sie mit Ratschlagen zu versehen, die bei dem leider nun einmal herrschenden Mißtrauen mißdeuter wer-

könnten."

Hauptsache aber ist dies: Die Form ist hier nichts, der Geist ;t Lieber ein Bäckerdutzend Franzosen, das ungehindert, »veil -sährlich, in Stockholm konferiert, ist uns eine starkePartei, nicht durch ihren Willleu, sondern durch den Zwang äußerer tcnwe von dem Orte der internationalen Verständigung fern­sten wird. Wenn ein Teil des ftanzösischen Volkes den W i l - zu Stockholm hat was kommt es darauf an, ob fran- che Hosenböden auf schwedischen Stühlen abgewetzt werden? l l die französische Sozialdemokratie für beit frieden arbeiten, i kann sie es tun, auch wenn der grimme Gott Mars gegen sie Herrn Polizeikommissar zu Hilfe ruft."

Der Vorwärts" läßt sich also anscheinend von den r k l i ch k eiten, die ihm bei den Friedensutopien be- ien nicht belehren. Wir dürfen aber hoffen, daß die Zahl deutschen Gemeinde doch wohl abnehmen lutrb, .die um würdiger Ideale und Einbildungen willen auf dre Aus- ung unserer Ueberlegenheit in diesem Kriege verzichten

Die öfterrerchisch-uttgarischen Tagesberichte.

Wien, 2. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart.-

O e ft l i ch e r und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a y.

Heute früh scheiterte bei rz ein feindlicher Ueber- fall. Sonst am Jsonzo nur Geschützkamps und sehr rege Fliegertätigkeit. Unsere Kampfflieger schossen im Luftkampf zwei feindliche Flugzeuge ab.

An der Tiroler Front holten im Monat Mai unsere angriffsfreudigen Truppen acht Offiziere, 728 Mann, zehn Maschinengewehre und drei Granatenwerfer aus den feind­lichen Stellungen.

Der Chef des Generalstavs.

EreignissezurSee.

Vom! 31. Mai zum I.Juni herrschte im Golfe von Triest und im angrenzenden Küstengebiet eine rege nächt­liche Füegertätigkeit, wobei unsere Seeflugzeuge die Bahn­anlagen und andere militärische Objekte in Servgnano und San Giorgio di Nogaro mit beobachtetem Erfolge mit Bom­ben belegten. Feindliche Fliegerangriffe ans Triest und Um­gebung töteten einen Knaben. Sachschaden wurde nicht an- gerichtet. Bei der nächtlichen Verfolgung gelang es unserem erfolgreichen Flieger-Linienschiffsleutnant Banfield, ein feindliches Flugzeug im feindlichen Gebiet abzuschietzen Wir haben kein Flugzeug eingebüßt.

Flo ttenko mmando.

Wien, 3. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wirtz verlautbart:

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Im Putna-Tal wurde ein Vorstoß rumänischer Trun pen blutig abgeschlagen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Im San Marco-Gelände bei Görz warfen die Abtei- lungen des Hauptmanns Sonnewend den Feind mit einem schneidigen Vorstoß aus seinen vordersten Gräben. Er ließ 10 Offiziere, 500 Mann und vier Maschinengewehre in un­serer Hand.

Italienische Flieger bewarfen Triest und andere isrnsche Plätze mit Bomben. In Triest wurden eine Frau und ein Kind getötet.

An der Südtiroler Front zahlreiche Luftkümpfe.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Chef des Generalstaps.

* * *

Weitere Kundgebungen dü5 Kaisers.

Berlin, 2. Juni. (WTB.) Kaiser Wilhelm sandte an den Kronprinze n des Deutschen Reiches und an den K r o u p r i n z e n o o n B a y e r n folgende Depeschen:

Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen des Deut­schen Reiches!

Au, Meiner Frontreise konnte Ich-nur Mordnungen der Ar­meen sprechen, die unter Deiner Führung in den letzten beiden Monaten den großen Dur ch b r u ch s v e r s u ch der Franzosen an der Aisne ftnd in der Champagne zum Scheitern brcrck>- ten. Ich beauftrage Dich, allen Führern und Truppen, die in den schweren Wochen ihr ganzes Wollen und Können, ihr Blut und ihr Leben einsetzten, und an deren stahlt) arte ui Willen des Gegners Ansturm zerschellte. Meinen und des, Vaterlandes Dank zu übermitteln. Die deutsche Heimat ist stolz auf ihre tapferen Söhne und voll Vertrauen, daß neue Kämpfe anck neue Siege bringen werden. Das walte Gott! gez. Wilhelm.

Seiner Königlichen Hoheit dem Kronprinzen von Bauern.

An den Sckllachtseldern von A r r a s haben die unter Deiner Führung fechtenden Truppen aus allen deutschen Gauen in den lchweven Kämpfen der letzten beiden Monate Englands kriege- rische Absichten an dieser Stelle zum Scheitern gebracht. Stahl­harter Wille und feste Siegeszuversicht sprach aus den Angen derer, die Ich während Meiner Reise sah. Das gleiche Gefühl be­seelt die ganze Armee. Mit mir dankt das deutsche Vaterland seinen Söhnen für ihre opferfreudige Hingabe an unsere große deutsche Sache. Ueberbringe allen Führern und Truppen diesen Dank, der gepaart ist mit dem Vertrauen, daß wir mit Gottes Hilfe auch die weiteren Kämpfe siegreich bestehen werden, gez. Wilhelm.

Ehrung Ludendorsss.

Berlin, 2. Juni. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser richtete an den Ersten Generalquartiermeister General der Infanterie Ludendorff nachstehendes An­schreiben:

Die deutschen Heere haben im Westen den in diesem Frühjahr von den Franzosen und Engländern mit starker Uebermacht und allen Mitteln der Kriegsftkhrung unternommenen getvaltigen An­sturm siegreich abgeiviesen und die Erreichung der »veitge'ck-ck en Ziele des Feindes verhindert. Dieser großarckge Erfolg ist u.den der unvergleichlichen Tapferkeit rmd der beispielslv.- chiien Ans. dmi-er der beteiligten, aus alleii deutschen Gauen stammenden Truö- pen und ihrer umsichtigen und tatkräftigen Führung durch de Generale und Oplziere aller Dienstgrade den wm General- stab vorgesa>lagene.n und von allen mitwirkenden Stellen mit erndringendem Berltäudnis und freudiger Hin^b.mg d>

vorausschauenden, vorbereiteten

geführten, weit